Hallo Mikrofreunde,
in einer stark bakterienhaltigen, älteren Kultur habe ich massenhaft einen hypotrichen Ciliaten gefunden. Es könnte sich um Paraurostyla sp, das Vielfußtierchen aus dem "Wassertropfen" (S. 238) handeln. Ob es als Paraurostyla weissei (Foissner Bd 1, 260ff) anzusprechen ist, wage ich nicht zu behaupten, weil die Artbestimmung bei diesen Viehchern aufgrund der Fotos kaum möglich ist.
Auffällig waren jedenfalls die drei kräftigen Frontalcirren, die sich überkreuzende undulierende Membran, zwei ovale Makronuklei mit deutlichen Teilungsfurchen (die wohl den Beginn einer mitotischen Teilung anzeigen) und die vielen unter der Pellicula liegenden gelblich-orangen Granula (Mucocysten). Eine Kontraktile Vakuole liegt hinter dem Mundfeld.
Die drei Bilder habe ich im DIK mit 40x gemacht, das erste in schwarz-weiß.
(https://i.postimg.cc/RhdwwJt3/Paraurostyla-02-weissei-Vielfu-tier-DIK-40-Z7-1.jpg) (https://postimg.cc/p599HTqx)
(https://i.postimg.cc/DZKGDPdJ/Paraurostyla-03-weissei-Vielfu-tier-DIK-40-Z7.jpg) (https://postimg.cc/KKJ43LWx)
(https://i.postimg.cc/YS4cV1qH/Paraurostyla-06-ev-weissei-Beschriftung-DIK-100.jpg) (https://postimg.cc/WDPfqqkW)
Herzliche Grüße
KlausZ
PS: Ich habe mich nochmal genauer über die Furchen im Kern kundig gemacht und deshalb den Betreff, den Text und das erste Bild angepasst.
Hallo Klaus
Gefällt mir gut, die Kerne sehen interessant aus mit der Furche. Zur Bestimmung kann ich leider nichts beitragen, da steh ich noch am Anfang. Konntest du auch mit dem 100x noch nähere Aufnahmen machen? Die Ergebnisse von meinem DMRE mit dem 40x sehen ziemlich ähnlich aus wie diese Bilder.
Gruss Roli
Danke dir Roli,
ich war eigentlich nur am Ausprobieren meiner DIK-Einstellungen, da sind mir diese Tierchen untergekommen.
Ich hab das 100x nicht eingesetzt, weil ich wiederholt zu den anderen Objektiven wechselte, um Einstellungen zu vergleichen. Außerdem sind die Paraurostyla schon relativ groß. Mit dem Bestimmen stehe ich auch erst am Anfang.
Ich hab mich jetzt mal vorläufig mit meinen Einstellungen so angefreundet, obwohl da sicher noch Luft nach oben ist. Kurt hat mir dabei sehr geholfen.
Also am Jenaval ist das schon eine ziemliche Fummelarbeit und ich möchte jetzt einfach wieder mal schauen und genießen.
Ich muss ja nicht deine außergewöhnlichen Auflösungen erreichen. Es macht mir einfach Spass, einzelne Organismen etwas genauer beobachten zu können sowie ihrer Bestimmung und Biologie etwas näher zu kommen.
Liebe Grüße
KlausZ
Lieber Klaus,
ich finde, Du hast Dein Jenaval-DIK von Tag zu Tag besser im Griff. Gratulation! Da ich gerade an der Ostsee bin, kann ich nicht in die Bestimmungsbücher schauen. Morgen oder Sonntag ziehe ich ein paar Brack- und Salzwasserproben.
Grüße
Stephan
Hallo Stephan,
Danke für deine Aufmunterung. Ja, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen (siehe Antwort zu Roli).
Bin mal gespannt, was du aus dem Norden einschleppst.
Melde mich nächste Woche bei dir.
Einen schönen Ostseeaufenthalt
KlausZ
Hallo Klaus,
der Fortschritt zu den Aufnahmen vor 4 Wochen ist deutlich sichtbar, d.h., du bist auf den richtigen Weg! Also DANKE fürs Zeigen.
Um jedoch feiner aufgelöste und klarere Bilder machen zu können, kommt man nicht um ein Wasser.- oder ÖL-Immersiomsobjektiv herum. Für des Jenaval gibt es in diesem Vergrößerungsbereich das GF-WI 50/1,0. Damit macht man wirklich einen großen Schritt nach vorn. Hier sind Bilder, welche mit diesem Objektiv gemacht worden sind:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=30805.msg230011#msg230011
Viele Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
dank deiner geduldigen Hilfe, konnte ich die Einstellungsqualität verbessern.
Ich bin nun schon zufriedener und möchte damit einfach mal verschiedene Organismen beobachten, genießen und - wenn es sich ergibt - auch fotografieren.
Ich muss jetzt nicht gleich Aufnahmen erreichen, wie du sie in deinem tollen link zeigst. Denn für diese Brillianz und Feinheit sind wohl höheraperturige Objektive erforderlich. Bei mir kommt da nur das 100x in Frage und dazu muss ich noch mehr Erfahrungen sammeln.
Ein schönes Wochende
KlausZ
Hallo Klaus,
das könnte Paraurostyla weissei sein, denn keines der sichtbaren Merkmale spricht dagegen. Bei den hypotrichen ist eine genaue Zuordnung jedoch äußerst schwierig, mit wenigen Ausnahmen. In jedem Fall ist die genaue Anordnung der ventralen und dorsalen Ciliatur wichtig, die man bei den hypotrichen oft erst nach einer Silberimprägnierung sieht. Für Bestimmungsübungen würde ich daher von den hypotrichen abraten.
Martin
Hallo Martin,
ich finde es nett und hilfreich, dass du meine Bilder begutachtest.
Um ehrlich zu sein, beabsichtige ich zunächst gar nicht systematische Bestimmungsübungen. Ich versuche eher die Tierchen, die mir unters Okular kommen einigermaßen einzuordnen. Außerdem interessiert mich sehr die Biologie dessen, was ich da sehe.
Ich habe mittlerweile schon gelernt, dass man bei der Artbestimmung äußerst zurückhaltend sein muss. Der Streble et al verleiten dazu, vorschnell eine Art zu identifizieren. Ich ziehe deshalb vermehrt Foissner und Kahl zu Rate.
Am wichtigsten ist aber für mich, solch kompetente Mitleser wie dich im Hintergrund zu wissen.
Einen schönen Abend
KlausZ