Hallo zusammen,
ich bin Nina und möchte gerne hobbymäßig mit der Mikroskopie beginnen. Ob des Marktangebots bin ich ziemlich überwältigt. Und wenn ich mich hier im Forum so durchlese, kann ich zumindest schon mal etwas eingrenzen, was mir so vorschwebt. Vielleicht hat der ein oder andere Muse mir seine Gedanken mitzuteilen.
Zu den gewünschten Eckdaten:
- Mikroskopiert werden sollen z.B. Pollen, feinste Sandkörnchen, Kristallstrukturen, Federhaare, Schmetterlingsflügel, vielleicht auch mal die "Tümpelbrühe" oder Gewebe von Tier und Pflanze
- primär kommt da sicher Auflichtmikroskopie, vielleicht Dunkelfeld in Frage (?) -Durchlichtfähigkeit wäre optional auch schön zu haben -wer weiss, was da zukünftig noch ins Interesse rückt?
- Trino wäre toll, denn ich gucke gerne selbst, dennoch lege ich Wert auf eine
- Digitalkamera
- dabei ist mir unbedingt wichtig: EDF (Extended Depth of Focus), Videoaufzeichnung und Messfunktionen -das hätte ich gerne zur besseren 3D-Illustration und Dokumentation meiner Aufnahmen und habe ich mit dem Keyence-Mikroskop bei der Arbeit zu schätzen gelernt -ok. es ist auch ein 50 k€ Mikroskop.... ich erwarte nicht, dass ich da herankomme mit deutlich weniger in der Tasche. Ich würde jetzt ehrlich gesagt nicht in eine DSR investieren wollen, sondern denke da an etwas verhältnismäßig Kompakteres direkt mit C-Mount wie sie z.B. BMS anbietet. (Ich hoffe hier stellen sich den Profis unter euch nicht gleich alle Haare zu Berge) ;-)
- Das Mikroskopstativ sollte von sich aus halbwegs stabil sein Es muss es zumindest verputzen können, dass es seinen Platz auf der Werkbank mal für andere Hobbys freigeben muss (ja, dort wird auch schon mal handwerklich gearbeitet, ist aber der stabilste Tisch im Haus). Daher soll es einen Transport in den Schrank und zurück zur Werkbank sicher überstehen, ohne dass es durch diesen Vorgang komplett verstellt wird.
- Polarisationsfilter habe ich auch schon genutzt. Grade bei Kristallen hat der seine Stärke gezeigt. Wäre hübsch, aber kein ko-Kriterium
- eine Lichtquelle die mit 5V klar kommt, würde ich bevorzugen gegenüber Trafo und/oder 220V, aber wenn es die Lichtleistung nicht hergibt, kommt die Steckdose natürlich auch in Frage.
- ich würde dennoch nicht ausschließen, dass ich das Mikroskop auch mal "mit ins Feld" nehme und daher sollte es von einer Powerbank abgesehen, unabhängig von weiterer Infrastruktur benutzbar sein und irgendwie auch gewichtsmäßig tragbar.
- Kreuztisch kann drehbar sein, aber ich fürchte, da komme ich dann wieder in eine preisliche Kategorie, die meine übersteigt
- Ausbaufähigkeit: bevorzugt
- Schmerzgrenze für alles liegt irgendwo zwischen 1000 und 1500 €
Über Kommentare und Anregungen freue ich mich.
Nina
Der Klassiker, und es werden bestimmt auch gute Vorschläge für Gebrauchtmikroskope kommen. Ich halte mich aber mal an die Vorgaben: Mikroskop mit Kamera, C-mount bevorzugt, kompakt, keine DSLR, 1000 bis 1400 Euro.
Das ist machbar, nach folgender Logik: wenn keine DSLR sondern C-Mount, dann Unendlich Optik da sonst unkorrigierte Farbfehler. Zur Aufteilung des Budgets: Stacking Software gibt es auch als Freeware. Die Kamera sollte möglichst USB 3 sein und mindestens 2-3 MP haben, sonst sind Zeitserien von Tümpelproben schwierig. Damit liegt die Kamera ca. bei 300 bis 400,- Euro, und das trinokulare Mikroskop bei 800 bis 900,- Euro.
Das ist machbar, z.B. mit Euromex B-scope 1153-EPLi und CMEX-3 Pro Kamera, bei Händlern wie Optik Pro ca. 1240,- Euro komplett (keine Werbung hier, nur als Beispiel).
Viele hier bevorzugen Motic, da ist das Mikroskop (z.B. BA-210) bei ca. 1000,- Euro, und eine Kamera wäre zu suchen. Original Motic und USB 3.0 sprengt evtl. den Budgetrahmen, es gibt aber auch USB 2 Kameras mit Zwischenspeicher, d.h. die Serie wird schnell aufgenommen und schon in der Kamera gespeichert und komprimiert, so dass die USB 2 Übertragung ausreicht. Siehe z.B. hier:
https://teleskop-austria.at/MicroqSP-51#m
Damit wäre auch ein Motic Mikroskop um 1000 bis 1100,- Euro im Budget.
So, jetzt die Gebraucht Fraktion... :-)
Ralf
PS: Motic gibt es auch beim Host dieses Forums, siehe z.B. hier:
https://www.mikroskopie.de/?page_id=231
Hallo Ralf,
wow, das sind schon mal gute Hinweise, die mir sehr helfen. Danke auch für den wertvollen Hinweis was bei der Kombination einer C-Mount-Kamera mit der Mikroskopoptik zu beachten ist. Farbschleier kann man mit Buntstiften auf Papier erzeugen, wenn man sie sehen möchte, aber nicht in der Optik. :)
Gruß,
Nina
PS: die Tümpelaufnahmen, bzw. -videos zeigen, dass ja wirklich mal mehr möglich ist, als ich mir erhofft hatte :-))))
Hallo Nina,
Zitat- Mikroskopiert werden sollen z.B. Pollen, feinste Sandkörnchen, Kristallstrukturen, Federhaare, Schmetterlingsflügel, vielleicht auch mal die "Tümpelbrühe" oder Gewebe von Tier und Pflanze
- primär kommt da sicher Auflichtmikroskopie, vielleicht Dunkelfeld in Frage (?) -Durchlichtfähigkeit wäre optional auch schön zu haben -wer weiss, was da zukünftig noch ins Interesse rückt?
Verwechselst Du da vielleicht was? Die beschriebenen Objekte sind alle samt eher
Durchlichtobjkete. Ein ganz "normales" Durchlichtmikroskop ist i.d.R. auch leichter zu beschaffen.
Auch die von Ralf beschriebenen Mikroskope sind Durchlichtmikroskope.
Zitatdie Tümpelaufnahmen, bzw. -videos zeigen, dass ja wirklich mal mehr möglich ist, als ich mir erhofft hatte :-))))
Meinst Du das im Link zur Kamera eingebettete Video (https://www.youtube.com/watch?v=Nm8mues9LMY) Das ist (Vorsicht!) WERBUNG für die Kamera. Da wird aber nichts zum verwendeten Mikroskop gesagt. Das sind viele Phasenkontrast- und DIC-Aufnahmen dabei. Da reicht Dein Budget leider nicht, um ein solches Mikrosko zu erwerben.
Aber ich will Dich nicht entmutigen: Auch mit einem einfachen Durchlichtmikroskop, kann man feine Sachen sehen und Dunkelfeld (in dem Video ab 0:30 bis ca. 2:30) kannst Du i.d.R. mit einer Zentralblende selber basteln. Das ist kein Hexenwerk.
Beste Grüße
Gerd
Gerd hat recht, aber das ist alles kein Problem. Sowohl Dunkelfeldblende als auch Pol-Filter passen an die genannten Mikroskope.
Das Euromex hat noch zwei Vorteile: Es bietet auch den Batteriebetrieb für Feldeinsatz, und es hat eine Schieber-Aufnahme für den Pol-Analysator, man kann also schön schnell die Kontrastmethode wechseln.
Ralf
PS: für gue Gebrauchtmikroskope bietet sich die Webseite von Thilo Immel in Göttingen an, ich habe auch schon dort gekauft.
Guten Morgen Gerd,
Zitat
Verwechselst Du da vielleicht was? Die beschriebenen Objekte sind alle samt eher Durchlichtobjkete. Ein ganz "normales" Durchlichtmikroskop ist i.d.R. auch leichter zu beschaffen.
Auch die von Ralf beschriebenen Mikroskope sind Durchlichtmikroskope.
JA! oh man... beabsichtigt war eigentlich
"primär kommt da sicher Durchlichtmikroskopie, vielleicht Dunkelfeld in Frage (?) -Auflichtfähigkeit wäre optional auch schön zu haben"
zu schreiben...
Ralf hat es sich direkt schon richtig "übersetzt" :)
Danke fürs aufmerksame Lesen.
Zitat
Meinst Du das im Link zur Kamera eingebettete Video Das ist (Vorsicht!) WERBUNG für die Kamera.
Ja, stimmt, das Video ist direkt bei der Kamera verlinkt gewesen. Ich habe gestern so viel gesehen und gelesen, da habe ich wohl ein bisschen den Überblick über die Neutralität verloren... Dann wäre meine Frage: Hat jemand von euch vielleicht eine Ausstattung in dieser Güteklasse und Kombination mit einer -im Vergleich zu vielen Ausrüstungen, die ich hier so sehe- einfachen C-Mount Kamera und könnte mit mir Probeaufnahmen teilen, was ich an Sichtbarem zu erwarten hätte?
Sonnige Grüße,
Nina
Hallo Nina
Bei Bilder teilen ist das so eine Sache - es eght soviel in ein Bild ein - inlusive Probenaufbereitung, Übung und Fachwissen.
Ich hatte bisher immer die besten Eindrücke, Ernenntnisgewinne und Aha-Erlebnisse bei Treffen mit Mikroskopikern, egal ob bie einem größeren Treffen, einem Seminar oder bei jemanden im Hobby-Raum.
Lass doch mal ungefähr deine Region wissen in der Du beheimatet bist. Vielleicht ist eine Vereinigung oder ein Mikro-Freund in der Nähe und Du kannst dort sogar was direkt ausprobieren.
Martin
Hallo Nina,
neben dem von Ralf genannten göttinger Gebrauchthändler mit gutem Leumund gibt es auch noch den Mikromarkt im Forum. Da kannst Du entweder auf der "Biete"-Seite stöbern, aber noch besser kommst Du wahrscheinlich, wenn Du bei "Suche" beschreibst, was Du sehen willst und welches Budget Du einsetzen kannst/willst, wie Du es hier ja schon getan hast. Dann bekommst Du bestimmt auch ein paar gute Angebote. Achte darauf, dass Du ein Rückgaberecht bei Nichtgefallen hast! Am besten fährt man, wenn man sich ein Gerät richtig zeige und vorher selber ausprobieren kann. Lass Dir unbedingt Zeit! Du kannst ja auch nach den Vor- und Nachteilen eines Modells hier fragen, wenn sich Deine Auswahl einengt. Zumindest bei Gebrauchten Markengeräten wirst Du immer eine kompetente Antwort aus dem Forum bekommen. Bei Neugeräten sieht das anders aus. Die sind, wenn sie nicht schon länger am Markt sind, nicht unbedingt bei den Foristen verbreitet. Für das von Dir veranschlagte Budget solltest Du im Gebrauchtsektor schon ein ordentliches Markengerät bekommen, dass dann auch ausbaufähig ist, was bei den Neugeräten in dieser Preisklasse eher nicht der Fall ist.
Sehr verbreitet und beliebt sind die Geräte der Standard-Reihe von Zeiss.
Wenn Du die Mikroskopie aber vorerst nur als Idee und Lust verspürst, selber aber noch keine Erfahrung darin hast, wäre es vielleicht eine gute Idee Dir ein 50...100€ Gebrauchtgerät zu kaufen und erst mal zu probieren, ob das überhaupt Dein Ding ist, denn die Herausforderungen kommen erst bei der Präparation, nicht bei der Bedienung des Mikroskopes und der verschiedenen Kontrastverfahren. Dann wäre der "Verlust" fast Null, denn gute gebrauchte Geräte lassen sich in der Regel für einen ähnlichen Preis wieder verkaufen. Ich denke da z.B. an ein LOMO-Biolam. Das ist ein echtes Mikroskop und auch ausbaufähig für Phasenkontrast, Pol und Dunkelfeld. Das Grundgerät mit 3 Objektiven und Mono-Tubus solltest Du für u100€ im Forum bekommen. Wolfgang "liftboy" biete solche Geräte in gut überholter Qualität an. Ich habe schon vor Jahren selber 12 Stück für unsere Schule von ihm bekommen, mit denen die Lehrer und Schüler nach wie vor sehr gerne arbeiten.
Eine andere Alternative wäre es, sich ein Gerät zu borgen. Ich verleihe Zeiss-Jena-Mikroskope (LABOVAL II) für ein halbes Jahr an Anfänger, die noch nicht wissen, ob die Mikroskopie überhaupt ihr Ding ist. Nach der Leihzeit kannst Du das Gerät entweder wieder zurückgeben oder zu dem vorher festgelegten Preis erwerben, falls Du Dich darin verlieben solltest. Da wäre dann auch ein Satz Objektträger und Deckgläser gleich dabei.
Beste Grüße
Gerd
Hallo zusammen,
danke für eure hilfsbereiten Kommentare und Ideen. Das hilf mir sehr. Erstmal Mikroskope anzusehen und "durchzuprobieren" klingt sehr vernünftig.
Ich bin aus dem Raum westliches münchner Umland.
Danke, Gerd, auch für Dein Angebot der Miete. Das ist auch ein ziemlich gutes Mikroskop-Kennenlern-Konzept. Das Festhalten des Gesehenen per Kamera ist mir wirklich sehr wichtig. In die müsste ich dann bei diesem Konzept in jedem Fall dennoch investieren.
Schönen Gruß,
Nina
Liebe Nina,
Wenn Dir der Weg nach Bayreuth+wenige Kilometer nicht zu weit ist, kannst Du auch gerne bei mir vorbeischauen.
Hauptsächlich habe ich div. Mikroskoptypen von Leitz, aber aktuell auch was schönes von Olympus sogar mit Phasenkontrast in Deiner Preisklasse da.
Bevor ich Geräte weitergebe, werden diese grds. immer gewartet und gereinigt, Du erhältst also keinen "Kellerfund-Ranz" wie er so oft bei Ebay & Co. anzutreffen ist.
Viele Grüße und herzlich Willkommen im Forum
Diana
Hallo Nina,
ich denke, bei Diana wärst du in guten Händen.
Freundliche Grüße
Peter
Hallo Nina,
Peter Reil's Aussage kann ich sehr gern und vollumfänglich bestätigen.
Super-schneller Versand, schnörkellose Abwicklung und Spitzenqualität - was will Mensch mehr...
Viele Grüße
Joachim
Hallo zusammen,
in der Zwischenzeit habe ich einiges gelesen und eure Tipps zusammengetragen. Ich komme zu nachfolgenden Eingrenzungen. Es wäre schön, wenn ihr mir vielleicht noch einen Kommentar geben könnt, ob alle Optionen in einem Gerät vereinbar sind -oder ich auch noch weitere Tipps für mich parat habt.
Mikroskop:
- Es darf gerne (erstmal) ein (günstigeres) Gebrauchtgerät werden, dennoch sind mir ein paar Dinge sehr wichtig (mit einem "+" markiert)
- Mono-, Bino- oder Trinokular
- Mikroskop mit Unendlich-Optik (+)
- Durchlicht
Objektive:
- Planachromate oder (+)
- Planfluoritobjektive (+)
- entnehmbar -> C-Mount-Kamera (+)
- gerne für mit und ohne Deckglasbetrieb
Vergrößerung der Objektive
- z.B. 4 / 10 / 40 / (100) -fach
mit Aperturen in gleicher Reihenfolge
- z.B. 0.1-0.13 / 0.25-0.3 / 0.65-0.75 / (1.25-1.30)
Kondensor
- Aplanatisch oder(/und) Achromatisch
Beleuchtung
- LED bevorzugt; in jedem Fall ohne zusätzliches Lampen-/Trafogehäuse (+)
- um Köhlersche Beleuchtung komme ich vermutlich nicht herum, wenn ich eine Digitalkamera montieren möchte.
Weiteres
- Betrieb auf Akku / Batterie wäre toll, ist aber kein k.o.-Kriterium
Schönen Abend,
Nina
Hallo Nina,
gerne wäre ich behilflich. Deine Zusammenstellung wirft aber ein paar neue Fragen/Unklarheiten auf.
Folgendes
- Monokular würde ich ausschließen. Wenn du eine Kamera anschließen willst, wirst du um einen Trinokular nicht herum kommen.
- Ich weiß nicht, weshalb du unbedingt Unendlichoptik haben möchtest. Die optische Qualität wird damit nicht besser.
- Eine C-Mount Kamera benötigt eine Adaption, die bisher bei dir nicht auftaucht.
- Objektiven kleiner Vergrößerung (4, 10, (20)) ist es egal, ob ein Deckglas auf dem Präparat ist oder nicht.
- Köhlersche Beleuchtung ist bei moderneren Mikroskopen unnötig - auch beim Fotografieren.
Mein Tipp ist, schaue dir mal bei Diana (oder auch woanders) ein paar Mikroskope an und nehme evtl. auch eigene Präparate mit zum Ausprobieren. Ich denke, dann wird dir einiges klarer werden.
Gruß
Peter
Hallo Peter,
danke Dir für Deine Antwort.
Zunächst: Ja, Diana steht im Grunde auf dem Plan. Derzeit habe ich jedoch keine richtige Möglichkeit nach Bayreuth zu kommen. Daher versuche ich soviel es geht vorher aus der Distanz auszuloten. Diana wird sicher auch wissen wollen, was ich eigentlich will. ;)
Da ich primär mit der Kamera arbeiten werde (Dokumentation, Vermessen der "Arbeitsstücke", als direkt "nur" mit dem Auge zu gucken (ich will hier keinem unrecht tun, aber andere glauben halt nur das, was man ihnen auch zeigen und belegen kann ;) ), kann ich mir vorstellen, auch nur mit einem Monokular auszukommen. Kamera und Adapter stehen natürlich in Abhängigkeit vom Mikroskop, das es letztendlich wird, und dessen Ausstattung. Daher ist sie für mich der zweite Schritt. Erst wenn das Mikroskop da ist, wähle ich einen passenden Adapter und die Kamera dazu.
Unendlichoptik wird für die Hauptanwendung der Fotographie nicht nur hier im Forum sondern auch in der Literatur empfohlen. Siehst Du das anders?
Schönen Gruß,
Nina
Hallo Nina,
du schreibst:
ZitatUnendlichoptik wird für die Hauptanwendung der Fotographie nicht nur hier im Forum sondern auch in der Literatur empfohlen.
Kannst du uns dazu Quellenangaben machen? Für eine gute Dokumentation ist es egal ob du endlich oder unendlich Optik verwendest.
Verstehe ich richtig: du möchtest mit einem Monotubus starten um dann wenn nötig einen binokularen Tubus mit Fotoausgang nachrüsten?
Gruss Arnold Büschlen
Hallo Nina,
ZitatUnendlichoptik wird für die Hauptanwendung der Fotographie nicht nur hier im Forum sondern auch in der Literatur empfohlen. Siehst Du das anders?
Das ist im Prinzip
meistens richtig aber
meistens auch teurer. Entscheidend ist der Korrekturgrad der Objektive: Ein voll auskorrigiertes Objektiv benötigt bis zum Chip nicht zwingend eine weitere korrigierende Optik. Somit lässt es sich etwas leichter adaptieren. Die Einführung voll auskorrigierter Optiken fällt bei den meisten Firmen mit der Komplettumstellung auf Unendlichoptiken zusammen, aber es gab auch schon vorher voll auskorrigierte Objektive und es gab auch schon mindestens seit den 50er Jahren Unendlichoptiken, die aber damals noch nicht auskorrigiert waren, also immer auch ein passendes Okular oder Projektiv benötigten. In der Praxis liefert ein gutes Endlichobjektiv mit dem richtigen Okular/Projektiv ein genausogutes Bild auf dem Chip ab. Die Adaption ist etwas aufwendiger, aber das Mikroskop mit solcher Optik i.d.R. wesentlich preiswerter, als die moderneren Unendlich-Mikroskope, die noch nicht so lange am Markt sind. Deshalb ist da i.d.R. Zubehör häufiger und damit auch billiger auf dem Gebrauchtmarkt.
Beste Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
wenn du schreibst: Ein voll auskorrigiertes Objektiv benötigt bis zum Chip nicht zwingend eine weitere korrigierende Optik so mag das für die Adaption einer passenden Fotokamera gelten. Nina erwähnt aber eine C-Mount Kamera. Will man eine C-Mount Kamera optimal an ein Stativ mit unendlich Optik adaptieren benötigt man meines Wissens eine passender Adapter . Dieser ist zu aktullen Neugeräten ohne weiteres erhältich kostet aber in der Regel >200.-. Bei gebrauchten Geräten ist die Adaption einer C-Mount Kamera beschwerlicher weil die passenden Adapter nicht mehr auf dem Markt erhältich sind.
Wie beschwerlich suboptimale Mikroskopkameras sein können lesen wir hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43893.0
Gruss Arnold
Hallo,
Ich glaube, hier geht etwas durch einander. Ein modernes Unendlich-Objektiv ist kein voll auskorrigiertes Objektiv, es braucht die Korrektur einer Tubuslinse. Erst danach ist die Korrektur vollständig. Beste Grüsse,
Rolf
Zitat von: balumbala in Mai 27, 2022, 19:09:46 NACHMITTAGS
- Mono-, Bino- oder Trinokular
- Mikroskop mit Unendlich-Optik (+)
- Planachromate oder (+)
- Planfluoritobjektive (+)
- entnehmbar -> C-Mount-Kamera (+)
- LED bevorzugt; in jedem Fall ohne zusätzliches Lampen-/Trafogehäuse (+)
Hallo Nina,
ich finde, Deine Randbedingungen sind gut gewählt, bis auf den Tubus: Wenn Du gerne fotografierst und Videos machen willst, solltest Du unbedingt einen Trinokular-Tubus nehmen. Unendlich-Optiken haben den Vorteil, dass die Fotoadaption sehr einfach ist. Mit der richtigen Sensorgröße kann die Kamera ohne Zwischenoptik über ein "Ofenrohr" an den Tubus angeschlossen werden. Je nach Bidfeldgröße des Objektivs kann man z.B. mft-Kameras bzw. APS-C-Kameras ohne Vignettierung direkt adaptieren.
In Dein Budget (bis zu 1500 Euro) fallen z.B. einige Mikroskope von Motic, eventuell sogar ein Zeiss Primostar als Neugerät. Beim Primostar muss man nur berücksichtigen, dass die Unendlichoptik nicht mit dem Standard-Zeiss-Objektivprogramm kompatibel ist.
Gebraucht bekommst Du etwas in der Liga von Leica DM 750 bzw. Zeiss Axiostar. Ein Axiostar mit Trinotubus war vor ein paar Wochen hier im Forum für knapp 1000Euro zu bekommen.
Die modernen Optiken in Kombination mit einer LED-Beleuchtung geben in meinen Augen sehr kontrastreiche und helle Bilder. Da schaut man immer wieder gerne ins Mikroskop. Hier noch ein Bild von mir (Querschnitt durch einen Stängel des Wiesensalbeis), heute frisch gemacht mit LED-Beleuchtung, mft-Kamera am c-mount-Tubus und Unendlichoptik.
LG
Jürgen
Hallo Nina,
Ich denke, jetzt haben Sie genug Elemente für Ihre Entscheidung. Sie lernen, indem Sie Fehler machen :)
Wählen Sie ein Mikroskop mit Standard- und zukünftig verfügbaren Komponenten. Das Zeiss ist eine gute Lösung, aber nicht das erwähnte mit einer Optik, die nicht mit anderen Zeiss-Mikroskopen kompatibel ist. Hüten Sie sich vor Leitz, da es ständig Aufsätze und Komponenten variiert, selbst bei demselben Mikroskoptyp. Nehmen Sie sofort oder so schnell wie möglich ein Trino-Röhrchen.
Statt ,,Telan" sind jetzt Infinity-Optiken angesagt. diese binden Sie an eine bestimmte Marke, weil sie mit den Tubuslinsen ergänzt werden müssen, für die und mit denen sie richtig sind.
Ich persönlich habe andere Geschmäcker :)
Gute Wahl und beste Grüße.
Wow, danke sehr alle zusammen.
Das sind eine Menge mehr hilfreiche Hinweise.
Aus den Zeilen lese ich heraus, dass offenbar unterschiedliche Anforderungen an die Mikroskopoptik gestellt werden in Abhängigkeit vom Kameratypen, den ich "hintendran" hängen möchte? Richtig, ich möchte den Schwerpunkt auf eine über C-mount-montierte Kamera legen.
Dann bleibe ich beim Trino. Zwischenzeitlich war ich etwas verunsichert, ob das nicht -zu neudeutsch- ein Overkill wird, wenn ich letztlich "nur" mit der Kamera gucke. Aber vielleicht ändert sich das Bedürfnis ja dann auch, wenn ich die Möglichkeit habe mit den eigenen Augen schauen zu können. :)
Der Hinweis auf Leitz und die große Variabilität ist gut. Da werde ich aufpassen.
@Jürgen: ui, da fange ich ja schon an zu lechzen :) Da muss ich ja gleich mal nachlesen, was Du so für ein Mikroskop dazu nutzt. Bei mir wird es vermutlich eine von der Bauform her kompaktere Kamera, da ich nicht zu viel Platz habe für einen hohen Aufbau. Aber die Abbildung besticht schonmal. Hast Du das Bild noch nachbearbeitet oder ist das ein "Rohbild" wie Du es aufgenommen hast?
Fröhliche Grüße,
Nina
Und da die Frage nach der Literatur aufkam:
Meine Nachtlektüre besteht derzeit aus "Grundlagen der Licht- und Elektronenmikroskopie" von Alexander Linnemann und Susanne Kühl, sowie "Das Lichtmikroskop" von Dieter Gerlach.
Hallo,
ZitatHüten Sie sich vor Leitz, da es ständig Aufsätze und Komponenten variiert, selbst bei demselben Mikroskoptyp.
Wie kommst Du auf diesen Unsinn?
Genau so undifferenziert könnte ich schreiben: "Hüte Dich vor Zeiss, da delaminiert alles, sogar schon bei den Unendlichoptiken und die Bedienung ist umständlich"
Erstaunte Grüße
Peter
Zitat von: balumbala in Mai 31, 2022, 17:31:50 NACHMITTAGS
@Jürgen: ui, da fange ich ja schon an zu lechzen :) Da muss ich ja gleich mal nachlesen, was Du so für ein Mikroskop dazu nutzt. Bei mir wird es vermutlich eine von der Bauform her kompaktere Kamera, da ich nicht zu viel Platz habe für einen hohen Aufbau. Aber die Abbildung besticht schonmal. Hast Du das Bild noch nachbearbeitet oder ist das ein "Rohbild" wie Du es aufgenommen hast?
Hallo Nina,
anbei ein Bild von meinem Setup. Bei Verwendung von Unendlich-Optik bleibt die Kamera-Adaption sehr kompakt. Bei Endlich-Optiken sind die Aufbauten oft deutlich höher, weil eine umfangreiche Zwischenoptik erforderlich ist.
Das "Ofenrohr" mit dem C-Mount-Gewinde ist in meinem Fall ca. 8cm hoch, darauf sitzt ein C-Mount-nach-mft-Adapter (ca 3mm hoch). und da kommt die Kamera drauf.
Das oben gezeigte Bild des Salbei hat schon etwas Nacharbeit in Lightroom und Photoshop gebraucht, siehe die Rohbilder und die finalen Bilder im angehängten Screenshot.
Das Bild ist ein Panorama aus vier Einzelbildern. In LR habe ich die zusammengesetzt, danach Weißabgleich, Weißpunkt und Schwarzpunkt setzen, kleinere Retouchen mit dem Pinsel, Luminanz und Sättigung der bunten Bereiche einstellen und zum Schluss schärfen sowie den Maßstab einfügen.
Hat in dem Fall 20-25min gedauert.
LG
Jürgen
Hallo,
Ich glaube, die Werbung für Unendlichoptik ist jezt Komplett ;). Das einzige was vielleicht Vorteilhaft wäre mit Unendlichoptik ist der Anschluss einer Mikroskopkamera statt DSLR. Sonnst nichts.
Zitateventuell sogar ein Zeiss Primostar als Neugerät. Beim Primostar muss man nur berücksichtigen, dass die Unendlichoptik nicht mit dem Standard-Zeiss-Objektivprogramm kompatibel ist.
Das nenne ich mal eine Sackgasse. Es ist mit gar nichts kompatibel. Und es hat auch keine echte Unendlichoptik.
ZitatBei Endlich-Optiken sind die Aufbauten oft deutlich höher, weil eine umfangreiche Zwischenoptik erforderlich ist.
Das muss nicht immer so sein, vor Allem wenn ohne Zwischenoptik oder mit ein flaches "pancake' Objektiv adaptiert wird.
ZitatMikroskopiert werden sollen z.B. Pollen, feinste Sandkörnchen, Kristallstrukturen, Federhaare, Schmetterlingsflügel, vielleicht auch mal die "Tümpelbrühe"
Für diese Zwecke reicht einem sehr einfachen Mikroskop. Gerd hat es schon gesagt: zuerst ein einfaches Mikroskop kaufen oder leihen wäre keine schlechte Idee. Ich kenne schon einige Leute die zu viel erwartet haben wenn sie als Anfänger ein Mikroskop gekauft hatten und ihr Interesse war schnell wieder weg. Deswegen empfehle ich nie ein teures Gerät um mit an zu fangen.
ZitatAplanatisch oder(/und) Achromatisch
Das kriegt man davon wenn man zuviel im Internet liest ;). Für deine Zwecke bringt eine teure apl achr Kondensor gar nichts! Und der Kondensor alleine (gebraucht) ist teurer als ein komplettes einfaches Mikroskop.
Beste Grüsse,
Rolf
Hallo,
Unendlich heißt übriegns nicht immer, dass eine einfache Ofenrohradaption möglich ist. Es gibt Unendlichmikroskope, bei denen das Zwischenbild innerhalb des Fotoausgangsstutzens liegt und dann kommt man sogar um eine teure Originaloptik zur Adaption nicht herum.
Herzliche Grüße
Peter