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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Ole Riemann in April 14, 2022, 10:29:21 VORMITTAG

Titel: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Ole Riemann in April 14, 2022, 10:29:21 VORMITTAG
Liebe Kollegen,

wenn man über Jahre regelmäßig am Geschehen im Forum teilnimmt, bekommt man einen guten Eindruck davon, welche Mikroskope bei mikrofotografisch aktiven Amateuren hauptsächlich im Einsatz sind. Ich spreche hier insbesondere von der ,,Tümplerszene"; andere im Forum ebenfalls vertretene Anwendungsbereiche der Mikroskopie sind mir weniger vertraut. Nach meiner Beobachtung arbeiten mittlerweile viele an Kleinstorganismen des Wassers interessierte Mikroskopikerinnen und Mikroskopiker mit großen Unendlich-Forschungsstativen (Leica DMRB/E/X, ZEISS Axio-Serien, Olympus BX, ZEISS Jenaval) und zeigen eindrucksvolle Ergebnisse hier im Forum. Ohne die Vorteile der Unendlich-Mikroskope zu relativieren (Möglichkeit der optikfreien Ofenrohradaptation der Kamera, Verfügbarkeit eher niedrig vergrößernder Objektive mit hoher Apertur für vollgültigen Einsatz im Differentialinterferenzkontrast (DIC) wie z.B. ZEISS Plan Neofluar 40/1,3 Öl, i.d.R. hohe Sehfeldzahlen von um 25), steht jedoch außer Frage, dass man auch mit den klassischen Endlich-Systemen gut arbeiten und fotografieren kann. Dies – und hierüber möchte ich etwas berichten – gilt in besonderem Maße für das ZEISS Standard-Mikroskop in seinen unterschiedlichen Varianten (Standard RA, 14, 16, 18, WL). Mittlerweile wird DIC fast als instrumentelle Grundvoraussetzung für die Fotografie der wasserlebenden Mikroflora und Mikrofauna wahrgenommen; sicherlich trägt das Mikroskopie-Forum mit seinen Fotobeiträgen im Sinne einer positiven Rückkopplung zu dieser Entwicklung bei. Wann haben wir hier zuletzt richtig schöne Hellfeld- oder Phasenkontrastbilder gesehen? Aber auch ich bin weit davon entfernt, mich dieser Dynamik entziehen zu wollen und zeige in diesem Beitrag ausschließlich DIC-Bilder.

Warum ist das ZEISS Standard heutzutage für den ambitionierten Tümpler mit Ansprüchen an die mikrofotografische Dokumentation bestenfalls ein Einsteigergerät, das man noch am ehesten wegen seiner vielseitigen Ausbaubarkeit empfiehlt, zumal viele Teile problemlos auf dem Gebrauchtmarkt zu erhalten sind? Warum ist der Eindruck entstanden, dass man mit diesem über Jahrzehnte gebauten Klassiker keine Ergebnisse abliefern kann, die auch höheren Ansprüchen genügen?

Gewiss, die Leitz-Fraktion im Forum hat mit ihrer mal dezent, mal drastischer vorgetragenen Polemik gegenüber dem ZEISS Standard in manchen Punkten recht: Gewisse ZEISS-Konstruktionen wirken überkompliziert, sind nicht gerade bedienerfreundlich und für den reinen Anwender im Bedarfsfall nur sehr schwer selbst zu warten. Warum braucht ein INKO-Revolverkondensor mehrere Aperturblenden (die über einen verharzungsanfälligen Mechanismus dennoch funktionell gekoppelt sind)? Warum ist der Wechselmechanismus des DIC-Objektivrevolvers so kompliziert ausgeführt, dass man beim Tausch ständig Gefahr läuft, den Revolver mit Objektiv auf das Präparat aufzuschlagen? Die aus den Stühlchen herausschauenden DIC-Schieber machen die Angelegenheit nur noch komplizierter; es gibt auch für eher filigrane Finger keine Möglichkeit, irgendwo fest anzufassen. Alles richtig – bei einem Leitz Orthoplan (und auch beim Olympus BH-2) hat man Platz genau da, wo man ihn braucht, sämtliche Konstruktionen sind übersichtlich und funktional, und Schnittstellen sind so ausgeführt, dass der Wechsel dafür vorgesehener Komponenten richtig Freude macht. Das Innenleben (Triebe, Konstruktion der Prismenhalterungen in den Tuben etc.) kann ich nicht beurteilen, aber auch da schwärmen Leitz-Kenner von der Übersichtlichkeit z.B. eines Leitz Orthoplans.

Warum sich dann als ambitionierter, mikrofotografisch interessierter Tümpler mit einem ZEISS Standard herumplagen?

Nach meiner Erfahrung gibt es im gesamten Endlich-Sektor keine Optik, die dem ZEISS-System das Wasser reichen kann. Hierbei denke ich vor allem an die Multi-Immersionsobjektive Plan Neofluar 16, 25 und 40 (ich kenne aus der eigenen Praxis nur das Plan Neofluar 25/0,80 Multi Imm.), für die es optisch exakt passende DIC-Schieber gibt, den Planapo 25/0,65 (der im DIC hervorragend mit dem Schieber Plan Neofluar Multi Imm. 25/0,80 funktioniert) sowie den Planapo 63/1,4. Neben diesen absoluten Spitzenobjektiven kann man auch mit normalen Planachromaten 16, 40 und 100 im DIC gut arbeiten. Insbesondere der Planachromat 100/1,25 zeichnet sehr kontrastreich und weist nur mäßige Farbfehler auf.

Anders als viele (die meisten?) Kondensoren bei Unendlich-Systemen ist der für den DIC erforderliche ZEISS INKO-Kondensor mit einer Frontlinse N.A. 1,4 ausgestattet. Man kann ihn also immergieren, um die Auflösung der Immersionsobjektive voll auszunutzen. Selbst wenn es nicht um das letzte Quäntchen Auflösung geht, erhöht eine Kondensorimmersion die Lichtstärke des Systems und ermöglicht kürzere Belichtungszeiten bzw. eine niedrigere Blitzteilleistung beim Mikroblitzen.

Sämtliche Standard-Stative kann man problemlos in einer kleinen Aluminiumkiste aus dem Baumarkt transportieren. Ich habe ein ZEISS Standard u.a. am Pillersee eingesetzt sowie auf mehreren meeresbiologischen Exkursionen nach Helgoland, Sylt und an die Ostseeküste. Kein anderes Mikroskop-System bietet so viel Leistung bei begrenztem Volumen und Gewicht.

Die folgenden Bilder sind allesamt an einem ZEISS Standard entstanden, entweder am heimischen Arbeitsplatz oder auf Exkursionen. Ich habe die Bilder nach aufsteigender Objektivapertur angeordnet. Teilweise kam ein Mikroblitz zum Einsatz, als Kamera habe ich bei allen Fotos eine Canon EOS APSC-Spiegelreflex eingesetzt. Die Adaptation der Kamera erfolgte über ein Kompensationsokular (ZEISS Kpl 8x oder 10x Brille bzw. S-Kpl 10x Brille) + 40mm Canon pancake als Relaisoptik. Ich hoffe, die Bilder demonstrieren, dass ein ZEISS Standard mit entsprechender Ausrüstung auch mikrofotografisch gut nutzbar ist und mehr ist als nur ein transportables Einsteigermikroskop, das man irgendwann durch ein großes Unendlich-Forschungsstativ ersetzen muss. Und wenn man ein solches zusätzlich zur Verfügung hat, umso besser!

Planachromat 16/0,35 (links) bzw. Neofluar 16/0,40 (rechts) – nicht näher bestimmte freilebende Plathelminthes (,,Turbellarien", Strudelwürmer):

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_7244975.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/45c9185b-010e-4f71-958b-54784a640825)

Planapo 25/0,65 – eine unbestimmte Mayorella aus Moosproben:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_65204782.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/23e23384-9486-48f6-acd9-436e60fc3c4b)

Planachromat 40/0,65 – marine Sandlückenfauna; der Tardigrade Batillipes mit Haftscheiben anstelle von Krallen zum Anheften an die Sandkörner (links); Halichaetonotus, ein Gastrotrich mit Lamellenstacheln (rechts): 

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_49972132.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/f2ce5701-b2c7-4a49-901d-09719cba30d5)

Planachromat 40/0,65 – Colpidium kleini und Cyclidium glaucoma aus Moosproben:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_47096010.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/85d533ba-7f2e-4243-9555-baf18ef3fded)

Plan Neofluar 25/0,80 Multi Imm. – Oscillatoria-Fäden mit Kieselalgen:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_21210914.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/60667f92-69f7-4c58-8ff9-12c030c06fb0)

Plan Neofluar 25/0,80 Multi Imm. – Pleuronema coronatum:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_56680499.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/7cbd1a54-e358-47b3-84cc-20227d8ae31d)

Planachromat 100/1,25 – die Diatomee Encyonema prostratum, die in Gallertschläuchen lebt:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_40362448.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/32dbb306-cfd4-4aa4-b56d-6c01832c87dc)

Planachromat 100/1,25 – eine unbestimmte Mayorella aus Moosproben:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_27717712.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/62add569-d06d-473f-a017-b7ec99ac5622)

Alle folgenden Aufnahmen mit Planapo 63/1,4.

Microgromia spec. mit anastomosierenden Filopodien an einem schwimmenden Deckglas:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_48132822.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/0883228e-7d6c-4a1e-bc57-9721c4498f6d)

Cyclidium glaucoma – kein besonders spektakulärer Ciliat, aber sehr klein und schwierig zu fotografieren:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_30542218.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/a13df48d-9498-411a-b488-c3803db6bdb3)

Plagiopyla nasuta:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_6444509.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/57a26180-d684-4899-8b94-c6985460e5e8)

Trachelomonas spec. mit freiem Blick auf den Protoplasten (die bräunliche Zellwand, die die Zelle ansonsten dicht umschließt, ist durch Deckglasdruck geplatzt und weggeschwommen):

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_58000584.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/d14c43f6-dfd0-424e-b840-a81717b5c3a1)

Peridinium spec.:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/323999_52243212.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/bb6da38b-27fd-4a8e-af64-40c03c184f2c)

Beste Grüße

Ole
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter Reil in April 14, 2022, 13:15:29 NACHMITTAGS
Hallo Ole,

danke für deinen Beitrag!

Er zeigt für mich wieder mal, dass es nicht das XYZ-Mikroskop der modernsten "Unendlichen Geschichte" sein muss, um hervorragende Bildergebnisse zu erzielen.

Freundliche Grüße
Peter
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: A. Büschlen in April 14, 2022, 13:18:55 NACHMITTAGS
Hallo Ole,

gut geschreiben! Und mit eindrücklichen Bildern ergänzt.

Danke für diesen Beitrag.

Gruss Arnold
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: reblaus in April 14, 2022, 13:46:54 NACHMITTAGS
Hallo Ole -

dazu bekenne ich offen: Es hatte kaum etwas mit der Bildqualität zu tun, dass ich über GFL, Standards, Phomi 0/II/III zu den Axios gekommen bin, sondern eher mit dem GAS (neudeutsch: gear aquisition syndrome). Es war für mich einfach faszinierend, dass ich plötzlich mit relativ geringem Finanzaufwand Geräte in Besitz nehmen und damit spielen konnte, die in der Vergangenheit einst der ganze Stolz des Institutsleiters waren bzw. der Gegenstand von Berufungszusagen waren (z.B. Phomis).
Mit anderen Marken (Leitz, Nikon, Olympus) mit denen ich auch gerne gearbeitet habe wäre das etwas schwieriger und teurer gewesen).

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: reblaus in April 14, 2022, 15:01:47 NACHMITTAGS
Hallo Adi -

die kleinen Standards hatten alle einen Feintrieb über den ganzen Bereich. Allerdings mit Kugelumlaufgetriebe = Schlupf. Zum Messen ungeeignet, aber falls gut im Schuss reicht es zum Stacken bei schwächeren Vergrößerungen aus.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: wilfried48 in April 14, 2022, 15:32:53 NACHMITTAGS
Lieber Ole,

wenn das Mikroskop "nur" Standard ist muss halt der Operator  Spitze sein !

Schöne Bilder hast du da gezaubert ! Die Zeiss endlich Multiimmersions Plan-Neofluare genieße ich auch immer wieder, allerdings nur im Hellfeld, da ich dafür nicht die DIC Komponenten habe.

Am Axioplan habe ich zwar den DIC aber dafür keine unendlich Multiimmersions Plan-Neofluare. Da ist bei DIC das PlanApo 40x / 1.3 mein Favorit.

Interessant für die Reisemikroskopie, wäre ja auch mal das putzige noch kleinere und  leichtere Standard Junior auf DIC umzubauen. Oben müsste ja alles passen, aber für den Kondensor müsste man halt eine Lösung finden.

viele Grüße
Wilfried



Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: -JS- in April 14, 2022, 19:09:05 NACHMITTAGS
Lieber Ole,
vielen Dank für Dein überaus eindrucksvoll mit Bildern untermauertes Plädoyer für die Zeiss-Standardreihe.

Lieber Winfried,
"Interessant für die Reisemikroskopie, wäre ja auch mal das putzige noch kleinere und  leichtere Standard Junior auf DIC umzubauen.
Oben müsste ja alles passen, aber für den Kondensor müsste man halt eine Lösung finden."

Im Prinzip geht das sogar, schau bitte mal hier:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=13242.msg99859#msg99859
Natürlich sind bei einer derartigen Modifikation ein paar Altteile umzuarbeiten, aber mit einer passenden und genügend hellen LED-Beleuchtung und einem INKO-Kondensor nebst DIC-Schieber ist zumindest der "alte" DIC realisierbar.

Viele Grüße, Joachim
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter Reil in April 14, 2022, 19:35:47 NACHMITTAGS
Hallo,

Zitat von: Adalbert in April 14, 2022, 14:27:13 NACHMITTAGS

OK, die Schlussfolgerung für mich wäre also die folgende:
Beim Fotografieren ist die Qualität der Optik (z. B. des Objektivs)
und nicht der Mechanik (z.B. des Stativs) entscheidend.


ich halte es da eher mit Wilfried

Zitat von: wilfried48 in April 14, 2022, 15:32:53 NACHMITTAGS

wenn das Mikroskop "nur" Standard ist muss halt der Operator  Spitze sein !


Ich halte es für einen weit verbreiteten Irrglauben, dass die Technik den Hauptanteil an guten Bildern ausmacht. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass über 90% der guten Bilder auf die Fähigkeiten des hinter den Okularen sitzenden Menschen zurückzuführen sind.

Das ist auch der Grund, weshalb meine Bilder nie diese Qualität erreichen.  8)

Gruß
Peter
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: ImperatorRex in April 14, 2022, 21:23:07 NACHMITTAGS
Lieber Ole,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Du hast in Deinem Beitrag ja auch die Teileverfügbarkeit und Ausbaubarkeit des Zeiss Standard Systems angesprochen.
Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass Zeiss (endlich) Gebrauchtteile doch vergleichsweise günstig angeboten werden. Eine Zeiss endlich DIK Ausrüstung sollte doch um einiges günstiger zu erwerben sein, als beispielsweise eine DIK Ausrüstung für ein Olympus BH2 oder Leitz Orthoplan?
Wie sehen das die Olympus bzw. Leitz Spezialisten?
viele Grüße
Jochen
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: anne in April 14, 2022, 22:14:51 NACHMITTAGS
Lieber Ole,
ganz große Klasse!
Ich hatte den Zeiss DIC am Universal und fand ihn toll!
Da ich dann aber das Vanox bekommen habe mit dem großen Gesichtsfeld, wurde das Zeiss nicht mehr genutzt und ich habe es abgegeben.
Der Olympus endlich DIC ist sicherlich auch sehr schön.
Zur Verfügbarkeit und den Preisen kann ich nur sagen, dass der Vanox DIC nahezu nirgends komplett zu finden ist und die Einzelteile völlig überteuert gehandelt werden. Auch der BH2 DIC ist nicht einfach zu finden und teuer. Bei Zeiss ist es wesentlich günstiger umzusetzen. Einziges Problem, dass manche Schieberchen auch recht selten sind. Und natürlich, die optisch oft nebensächliche, Geschichte mit der Delamination.
lg
Anne
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Ralf Feller in April 14, 2022, 22:20:19 NACHMITTAGS
Hallo Ole, Deine Bilder sind natürlich klasse!

ich denke das die Beleuchtung auch einen großen Anteil an der Bildqualität hat.
Die modernen Systeme haben wohl alle LED??? Wie ist das bei Deinen Aufnahmen
am Standard und Du hattest auch mal schöne Bilder mit dem Orthoplansystem eingestellt?
Ich habe das Uralt Zeiss System mit LED und CP990, und das macht schöne Bilder, auch
ohne Blitz. Am Orthoplan mit 100W Halogen und Eos 700D ist die Bildverarbeitung, bzw.
Kameraeinstellung viel schwerer.
Das es nicht so auf das System an kommt sehen wir doch auch an den tollen Aufnahmen
die hier mit dem Pluta-System gezeigt wurden und werden.
LG Ralf

(@Jochen, mein Orthoplan-DIC war fast doppelt so teuer wie das Zeiss-System, es ist einfacher
in der Bedienung und hat fast keinen Gradienten, ICH sehe aber damit auch nicht viel mehr,
bis auf die winzigen Feinheiten die wohl mur mit einem hochaperturigen System zu sehen sind).
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Siegfried in April 15, 2022, 11:00:20 VORMITTAG
Hallo Ole
Bewundernswerte Mikrofotos mit dem Standard-System zeigst du hier.
Danke dafür.
Mein persönlicher Favorit ist das Foto "Oscillatoria-Fäden mit Kieselalgen"
Da von Ralf Feller das Pluta-System hier angesprochen wurde,
mit dem ich ja auch arbeite, hier meine Meinung generell.
Ich habe festgestellt, auch nach fast einem Jahr,
daß mit den Einstellungen am DIK, als auch an der Kamera und
auch mit der Bildnachbearbeitung nur durch Beharrlichkeit
immer bessere Dokufotos erreicht werden. (Rückschläge gibt es immer)
Also die Erfahrung und das Können des Fotografen spielt eine große Rolle.
Und davon bin ich nach fast einem Jahr mit dem Pluta DIK noch um einiges entfernt.

            Frohe Ostern wünscht Siegfried


Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Ole Riemann in April 15, 2022, 12:02:22 NACHMITTAGS
Liebe Foristen,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen und das Interesse.

Ralf: Ich habe an meinen Stativen praktisch ausschließlich eine 100W-Halogenlampe im Einsatz. Für Exkursionszwecke nehme ich LED-Beleuchtungen, aber richtig warm bin ich damit nicht geworden. Wobei die Frage der Lichtqualität der Beleuchtung für die Mikrofotografie mit Blitz ja unerheblich ist - das Pilotlicht (warum heißt das eigentlich so?) soll ja möglichst schwach sein.

Anne: Na klar, der Olympus DIC endlich ist ebenfalls sehr schön, das sind alles Nuancen. Und mit dem großen Sehfeld hast Du vollkommen recht; das BH-2 mit Großfeldtubus (oder das Vanox, das ich nicht kenne) oder das Orthoplan sind gerade zum Beobachten besonders schön. Soweit ich weiß, geht das bei ZEISS endlich auch - Jochen hatte mir das mal geschildert -, aber man braucht spezielles Zubehör wie einen Großfeldoptovar, was wiederum beim DIC mit dem Zwischentubus für den Analysator Probleme macht.

Jochen: Ja, Deine Einschätzung zu den Preisen deckt sich mit meiner Erfahrung. Ein Einstieg in das ZEISS-System endlich ist sicherlich der preiswerteste Weg, die Teile sind einfach auch recht gut zu bekommen. Olympus ist super rar, Leitz ist einfacher, auch über Kontakte im Forum.

Wilfried, Joachim: Ich hatte den ganzen Aufbau auch schon am GFL adaptiert, um das System noch kompakter zu bekommen. Für meinen Geschmack war dann aber der Aufbau zu hoch; der runde Fuß des GFL bedingt eine kleine Stellfläche, und beim schweren Trinotubus mit 30°-Einblick wurde mir das Ganze doch etwas zu wackelig.

Rolf und Adi: Danke für Eure technischen Ergänzungen, das könnt Ihr besser beurteilen. Für mich war dies nie ein Thema, da ich bisher kein Fokus-Stacking betrieben habe. Ergänzen kann ich noch, dass beim WL und GFL der Feintrieb in beide Richtungen einen Anschlag hat, was vermutlich die Nutzbarkeit dieser Stative beim Stacking einschränkt.

Peter, Siegfried: Schönen Dank - aber auch mit einiger Erfahrung kann man manche Gesetzmäßigkeiten nicht aushebeln. So kann man beispielsweise am ZEISS Axioplan mit dem Plan Neofluar 40/1,3 und Ofenrohradaptation ein riesengroßes Feld mit hoher Apertur aufnehmen. Selbst beim Plan Neofluar 100/1,3 ist das noch so. Ein Endlich-System bietet diese Möglichkeit so nicht. Wenn man das richtig beherrscht, kommen solche Spitzenbilder dabei raus, wie Martin Kreutz sie regelmäßig zeigt. Da werden 150 µm lange Ciliaten in voller Fahrt erwischt, und das bei Immersion "oben und unten". Abgesehen davon, dass das ohnehin nur Martin schafft, braucht er als technische Voraussetzung dafür die Möglichkeit, das korrigierte Zwischenbild direkt zu fotografieren.

Beste Grüße

Ole
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter V. in April 15, 2022, 12:39:32 NACHMITTAGS
Lieber Ole,

vorweg: Es ist eine Tatsache, dass es weniger am Hersteller und an der Preisklasse liegt, ob man gute Mikrofotos - mit oder ohne DIC - anfertigt als an der Fähigkeit, Erfahrung oder einfach dem "Händchen" des Mikrofotografen. Ich denke, dass ich (und das durchaus mit "Spitzenausrüstung") zwar recht akzeptable Mikrofotos zustande bringe, aber vermutlich niemals Bilder in der Qualität, wie Du, Martin Kreutz, Michael Plewka, Frank etc. sie abliefern, hinbekommen werde - ist einfach so! Auch der tollste und teuerste  Pinsel macht niemanden zum Picasso.
Und natürlich kann man auch mit dem DIK am Standard tolle Bilder machen - man brauche sich nur die Fotos von Wolfgang Bettighofer anzsuchauen.

Dass das Standard-System nicht mehr so d e r "Standard" ist wie vor Jahren, hat nach meiner Boeobachtung vielerlei Gründe. Die Miroskopiker (selbst Einsteiger) wollen heute oft von Anfang an "mehr" (z.B. das große Sehfeld) und ein Mikroskop ohne Trinotubus ist praktisch nicht mehr verkäuflich. Selbst das war vor 15 Jahren noch anders, da waren die Einsteiger eher bereit, "klein" anzufangen und erst nach und nach (z-B. mit einem Trinotubus) aufzurüsten. Heute steht oft das Mikrofotografieren im Vordergrund. Dann ist es so, dass Großfeld-Mikroskope (wie das Orthoplan) oder Unendlich-Mikroskope ebenfalls vor ca. 15 Jahren kaum bezahlbar waren, das Angebot war gering. Das hat sich ebenfalls geändert und für ein Hellfeld-Orthoplan zaht man heute nicht mehr als vor 10 - 15 Jahren für ein Hellfeld-Standard. In den 80ern und 90ern waren die Mikroskopiker glücklich, wenn sie von Gerd Göke ein PZO bekommen konnte, und die waren ja auch keine Billigheimer. Versuch mal heute, ein PZO Biolar zu verkaufen....   Ein Standard oder Olympus BH war zu jeder Zeit allenfalls ein Traum vieler Mikroskopiker. Temopra mutantur.
Viele andere Unzulänglichekiten (z.B. im Bedienkonzept und bzgl. der Mechanik) des Zeiss-Standard-Systems hast Du ja selbst angeführt, hinzu kommt das Elend mit der Delamination. Bei Okularen sieht es noch viel düsterer aus als bei den Objektiven, es  sind praktisch kaum mehr undelaminierte Okulare zu bekommen.  Und die Generation der Mikroskopiker, für die eben das Standard d e r Standard war, die auch eine emotionale Beziehung zu ZEISS und speziell dem Standard-System hatten und die es entsprechend propagiert haben, stirbt langsam aus. Viele ältere Mikrokopiker waren regelrechte Fans, ein WL war früher für viele das Traumgerät. Damit lockt man heute kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor. Aber zweifelos kann man mit dem Standard-DIK gut arbeiten und hervorragende Ergebnisse erzielen, ich finde sogar den Zeiss DIK "uralt" mit dem Zentralschieber noch besser als das System mit Stühlchen und Schieberchen.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Ralf Feller in April 15, 2022, 17:30:09 NACHMITTAGS
Lieber Peter,
ich habe nun seit über 30 Jahren Zeiss Standardmikroskope,
habe natürlich nie Okulare mit beginnender Delamination
gekauft, und ich habe gerade noch einmal nach gesehen, ich
finde kein einziges mit Delamination. Wer übrigens am
Standard einen Großfeldeinduck haben möchte, der probiere
Gerne mal die Leitz GF 12,5 / 20 aus. Das Sehfeld bleibt zwar
20mm, aber er Eindruck durch den Einblickwinkel ist klasse. Ich
benutze an den Standards, nicht nur zum fotografieren, auch Leitz-
Okulare bis Sehfeld 20. Auch hier bei mir keine Delamination,
aber in unserer MTA-Schule hatten wir ständig Delaminationen,
sowohl bei Zeiss wie aber auch bei Leitz.
Das lag daran, dass die zwischen den Kursen die Heizung
abgestellt haben. Optiken lieben Wohnzimmertemperatur,
das ganze Leben lang.
LR Ralf

(PS der Sache mit der Übung und Erfahrung beim DIC stimme
Ich vollständig zu, nach jetzt 8 Wochen mit dem Leitz-DIC
habe ich die ersten Bilder die man nicht gleich löschen muss,
besonders das Leuchten in den Bildern bekomme ich nicht hin.)
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Ole Riemann in April 16, 2022, 10:46:12 VORMITTAG
Lieber Peter,

danke für Deine Einschätzung - ich stimme Deinen Ausführungen voll zu, wenn auch mit einer gewissen Sentimentalität. Da spielt sicher auch Biographisches rein; ich kann mich gut an Algenbestimmungskurse in den ersten Semestern an der Uni HH erinnern, bei denen ich zum ersten Mal in Ruhe an einem binokularen (!) ZEISS Standard arbeiten durfte und voller Bewunderung die Geißeln bei Chlamydomonas im schlichten Phasenkontrast mit einem Neofluar 40/0,75 erkennen konnte.

Heute habe ich die Wahl, auf welchen DIC und welchen Weitfeldtubus ich gerade Lust habe - aber das Gefühl wie früher im Kursraum stellt sich so nicht mehr ein. Vielleicht kann man heute zu einfach zu viel haben?

Beste Grüße

Ole

Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: rhamvossen in April 17, 2022, 18:54:55 NACHMITTAGS
Hallo Ole,

ZitatVielleicht kann man heute zu einfach zu viel haben?

Ich denke, da hast du einen Punkt. Ich selbst habe aber noch genau das Gefühl von früher, dass ich beeindruckt bin von dem, was ich sehe, auch mit sehr einfache Geräte. Das liegt wohl daran, dass ich bewusst nicht das teuerste Equipment verwende und auch kein DIC habe. Einfache Hufeisenstative verwende ich genauso oft wie aufwändigere Mikroskope. Auch verwende ich häufiger normale Achromate als Planapochromaten. Ich glaube wirklich, dass es kein Weg Zurück mehr gibt, wenn man sich erst einmal an das Beste gewöhnt hat. Ich glaube nicht, dass jemand, der hauptsächlich mit z.B. einem Leica DMRB mit Spitzenoptik und DIC
arbeitet, das mikroskopische Bild eines Schulmikroskops noch schätzen kann. Ich habe manchmal darüber nachgedacht: Wenn ich so ein Hightech-Mikroskop hätte, würde mein Interesse sich bald erloschen. Es gibt dann nichts mehr zu verbessern, man hat schon das beste. Und das würde auf mich sehr demotivierend wirken. Ich habe große Freude daran, mit einfachen Mikroskopen zu arbeiten und kleine Verbesserungen zu machen und bin erstaunt wie gut das Ergebnis mit so einfachen Geräten sein kann. Ich hab viel mehr Spass in der Weg zum Ziel als das Endergebnis.

Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter V. in April 17, 2022, 23:06:00 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

ich meine, dass gerade ich unzählige Male geschrieben habe, dass man keinesfalls immer Spitzenequipment braucht, um gute Ergebnisse zu erzielen. Aber was spricht dagegen, es zu haben, wenn man es bekommen und sich leisten kann?

ZitatIch habe große Freude daran, mit einfachen Mikroskopen zu arbeiten und kleine Verbesserungen zu machen und bin erstaunt wie gut das Ergebnis mit so einfachen Geräten sein kann. Ich hab viel mehr Spass in der Weg zum Ziel als das Endergebnis.

D u siehst das so! Und das ist ja auch völlig ok! Für andere ist aber das Mikroskop nur ein reines Werkzeug, eben das Mittel zum Zweck, und wenn man sich dann "Besseres" gönnt und leisten kann - was spricht dagegen? Warum sollte sich nicht jemand, der Spaß am Drechseln hat, eine gute professionelle Drechselbank kaufen, wo es auch mit dem guten alten Vorsatzgerät für die Black und Decker-Bohrmaschine aus den 70ern geht?

ZitatIch glaube wirklich, dass es kein Weg Zurück mehr gibt, wenn man sich erst einmal an das Beste gewöhnt hat.

Ja, das stimmt. Aber wo ist das Problem? Wer sich ein Mikroskop mit DIK, ein Orthoplan mit Großfeldoptik oder meinetwegen ein Axioskop-, -plan oder Leica DMRB leistet, muss es doch in aller Regel nicht wieder abgeben und fürderhin mit einem Schulmikroskop arbeiten?  ;)

Ja, es stimmt; Mikroskopieren kann auch mit einfachen Geräten viel Freude bereiten, auch mit Achromaten kann man prima mikroskopieren und auch gute Mikrofotos machen, auch mit schiefer Beleuchtung lässt sich gut zurecht kommen. Man "braucht" sicher nicht immer DIK. Obwohl das so in der Form, in der Du das quasi apoDIK ;)tisch sagst, schlicht falsch ist. Martin Kreutz würde seine Beobachtungen und Bilder wohl nur sehr schlecht mit einem Schulmikroskop und schiefer Beleuchtung realisieren können.

Nochmal: Man m u s s das alles nicht haben, aber warum wetterst Du immer so gegen "hochwertigere" Ausrüstungen? Nein, ich brauche am Auto keine elektrischen Fensterheber, ich brauche keinen Tempomaten, aber was ist dagegen zu sagen, wenn ich es habe?

Ein Oldtimerfreund, der lieber an seinem technisch einfachen Oldtimer bastelt, hat daran zweifellos mehr Freude als an einem modernen Auto mit mehr Komfort. Aber nicht jeder möchte im Jahr 2022 mit einem einfachst ausgestatteten VW-Käfer aus den 70ern herumknattern, wenn es ihm nicht um Basteln und die Freude am Oldtimer selbst geht, sondern um die praktische automobile Fortbewegung.

Hezrliche Grüße
Peter


Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: beamish in April 18, 2022, 00:13:18 VORMITTAG
Hallo Peter,
Ich verstehe, was Rolf meint. Das ist doch das gleiche, wie die Hi-end-Hi-fi-freaks in den 70er und 80er Jahren. Die interessierten sich eigentlich gar nicht mehr für die Musik, sondern nur wie gut die Höhen und Bässe rüberkommen und wie dick die Lautsprecherkabel sind und wie vergoldet die Stecker. Und einen Pre-Pre-Amp braucht man natürlich auch...
Das sei Jedem unbenommen. Aber ein gutes Album (von wem auch immer, je nach Geschmack) hört man sich auch gerne einfach auf den guten alten Plattenspielern, Kasettenrecordern oder CDplayern an, wenns halt um die Musik geht. Und so kann man auch mit guten, aber einfachen Mikroskopen tolle Ergeb- und Erlebnisse haben.

Herzlich
Martin
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter V. in April 18, 2022, 05:12:30 VORMITTAG
Lieber Martin,

den HiFi-Vergleich habe ich auch schon oft angeführt, aber in diesem Fall hinkt er ein wenig. Wo ich Rolf uneingeschränkt Recht gebe: Man braucht keinesfalls immer Highend-Optik, um zu guten Ergenissen zu kommen. Allerdings wird man in  manche Dimensionen (in die zum Beispiel Martin Kreutz vorstößt) nicht mit Durschnittsoptik vordringen können - da gehört zum Können einfach auch das richtige Handwerkszeug und hier kommt man mit Schiefer Beleuchtung und Achromaten doch wohl an seine Grenzen. Klar, die meisten Durschnittsmikroskopiker erreichen dieses Level ohnehin nicht (ich natürlich auch nicht!).

Der HiFi- Vergleich hinkt aber an einer Stelle: DIK ist nicht die "Vergoldung der Stecker" sondern schlicht ein anderes Kontrastverfahren, dessen Art der Darstellung man eben ohne DIK s o nicht erreicht. Die "Steckervergoldung" wäre für mich eher, wenn jemand meint, statt eines Objektivs mit der Apertur 1.32 unbedingt eines mit 1.4 haben zu müsssen.

Das ist es, was ich bei Rolf nicht ganz nachvollziehen kann (so sehr ich auch sonst seine Ansichten unterschreibe!): DIK ist kein "Luxus" oder Schnickschnack für reiche Mikroskopiker. Und für die Mikrofotografie ist ein Planobjektiv schon recht nützlich  ;)  Wenn Rolf keinen DIK haben möchte, ist das ja völlig ok, aber wer ihn haben möchte (und es sind eben immer mehr, die ihn sich leisten), hat damit ja kein unsinniges Luxusprodukt!

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Lupus in April 18, 2022, 08:39:40 VORMITTAG
Hallo Peter,

ZitatMartin Kreutz würde seine Beobachtungen und Bilder wohl nur sehr schlecht mit einem Schulmikroskop und schiefer Beleuchtung realisieren können.
Quod esset demonstrandum.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4344.msg28366;topicseen#msg28366 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4344.msg28366;topicseen#msg28366)
Der Beitrag ist relativ alt, Bilder stammen z.T. von Dias, die Nachbearbeitung wäre heute vielleicht etwas besser. Aber warum genau DIK automatisch zu "besseren" Bildern führt sollte jemand erklären.

Hubert
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter V. in April 18, 2022, 10:58:23 VORMITTAG
Hallo Hubert,

eine seltsame Diskusion... :-\ Gelegentlich hatte ich den Eindruck, dass manche Foristen einen fast schon "religiösen" Eifer an den Tag legen.

ZitatAber warum genau DIK automatisch zu "besseren" Bildern führt sollte jemand erklären.

Ich habe mit keiner Zeile behauptet, dass DIK automatisch zu besseren Bildern führen.

Martin Kreutz, der sicher wie kaum ein anderer die Möglichkeiten und Grenzen der Schiefen Beleuchtung ausgelotet hat und den Du gerade als quasi Kronzeugen anführst, schreibt selbst:

ZitatAuch wenn die schiefe Beleuchtung letztendlich einem DIK nicht das Wasser reichen kann, muss man natürlich noch das Preis/Leistungs-Verhältnis betrachten. Und da schneidet die schiefe Beleuchtung unschlagbar gut ab und wenn man etwas damit rumfummelt, erhält man sehr gute Resultate.

(Sorry, Martin, dass Du nun immer als Beispiel herhalten musst): Es wäre ja auch sonst nicht zu verstehen, wieso jemand wie Martin damals - also zu einer Zeit, als DIK nicht gebraucht erhältlich und für den nornmalsterblichen Mikroskopiker praktisch unerschwinglich war - in ein unfassbar teures Olympus mit DIK investiert hat, wenn es doch keinen so großen Vorteil gegenüber seinem Will mit Schiefer Beleuchtung hätte.

Und wieso Martin dann vor ca. 3 oder 4 Jahren noch einmal viel Geld und Zeit investiert hat, um nach mühevoller "Zusammensuche" der extrem raren Teile auf den High resolution DIC von Olympus umzustellen, um "noch mehr" aus den Objekten herauszuholen.

Ich frage mich also wirklich, was diese Argumenation gegen DIC bringen soll und was Dich (und ganz speziell Rolf) dazu motiviert. Ich habe doch nie behauptet, dass man ohne DIC nicht zu guten Ergbenissen kommt, aber ein speziell bei Rolf sich ständig wiederholendes Wettern gegen Objektive höhrerer Korrektur und gegen DIC ist mir völlig unverständlich. Jedem Tierchen sein Pläsierchen - wer keinen DIC möchte/braucht, spart viel Geld, aber wer ihn haben möchte, soll ihn haben!

Herzliche Grüße
Peter



Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: rhamvossen in April 18, 2022, 11:06:04 VORMITTAG
Hallo Peter,

Was ich geschrieben hatte ging nur über mich. Mein gefühl. Das anderen gerne das teuerste Spitzengerät haben wollen, ist ja prima. Es ist nur nichts für mich. Der Grund dafür habe ich bereits geschrieben.

Also:

ZitatD u siehst das so!

Stimmt. Aber wenn andere Leute das anders sehen ist das auch OK. Ich glaube, das was ich geschrieben habe bezügte sich auf die Frage von Ole ob man Heutzutage zu viel haben kann.

ZitatIch glaube wirklich, dass es kein Weg Zurück mehr gibt, wenn man sich erst einmal an das Beste gewöhnt hat.


Ja, das stimmt. Aber wo ist das Problem?

Vielleicht liegt hier ein kleines 'Problem'. Mit die Beratung von Neueinsteiger. Was denkst du, Jemand hat sich neu angemeldet im Forum und sagt: 'Naja, ich habe so eine alten Olympus Schulmikroskop und meine Bilder sind nur so so. Was würden die Mikroskopiker mit Spitzengeräte sagen? Vielleicht so etwas: 'Du solltest das Mikroskop wieder abgeben und dir etwas richtiges kaufen'. Solch einen Rat finde ich Falsch. Der Einsteiger hat dabei nicht gelernt wie er mit seinem einfachen Mikroskop arbeiten soll. Wenn er mit so ein Mikroskop keine vernünftige Bilder machen kann, dann wird er sie auch nicht mit einem besseren Gerät machen. Wie du schon so oft gesagt hast: es liegt nicht am Mikroskop. Also, es würde doch schön sein wenn jemand dazu etwas lernt, egal mit welche Ausrüstung man anfängt. Denkst du das Jemand der nur in seinem Leben mit einem Spitzen DMRB gearbeitet hat auch das beste aus einem Schulmikroskop machen kann? Wie kann so Jemand einen guten Rat geben an einen Einsteiger der sich meldet mit einem Schulmikroskop?

ZitatDie Miroskopiker (selbst Einsteiger) wollen heute oft von Anfang an "mehr" (z.B. das große Sehfeld) und ein Mikroskop ohne Trinotubus ist praktisch nicht mehr verkäuflich. Selbst das war vor 15 Jahren noch anders, da waren die Einsteiger eher bereit, "klein" anzufangen und erst nach und nach (z-B. mit einem Trinotubus) aufzurüsten.

Ja, auch manche Einsteiger wollen mehr. Woran liegt das? Stell dir vor, ein Einsteiger (mit Null Erfahrung in die Mikroskopie) meldet sich und sagt: 'ich habe ein Budget von 1000 EUR, was soll ich kaufen?'. Dan sollte eigentlich die beste Antwort sein: kaufe dir zuerst mal etwas einfaches um zu sehen ob die Mikroskopie etwas für dich ist. Oder wie Gerd schon oft vorgestellt hat das er Jemand ein CZJ leihen will. Aber wie oft wird doch gesagt:  ja, wenn du 1000 EUR hast, dan könntest du dir ein Leitz Orthoplan mit Fluotare kaufen. Das ist doch kein "Einsteig" in der Mikroskopie? Wenn er 3 Monate später denkt: ich bin doch ziemlich enttäuscht und hatte etwas anderes erwartet. Es wird ihm dann bereuen, das er 1000 Euro gespendet hat. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter Reil in April 18, 2022, 11:13:09 VORMITTAG
Hallo Rolf und Peter,

ich bin ganz sicher, eure beiden Standpunkte sind überhaupt nicht konträr und eigentlich gar nicht weit auseinander.

Freundliche Grüße
Peter
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Lupus in April 18, 2022, 11:15:24 VORMITTAG
Hallo Peter,

ZitatIch frage mich also wirklich, was diese Argumenation gegen DIC bringen soll und was Dich (und ganz speziell Rolf) dazu motiviert.
ich argumentiere nicht gegen DIK. An welcher Stelle soll das denn gewesen sein?
ZitatGelegentlich hatte ich den Eindruck, dass manche Foristen einen fast schon "religiösen" Eifer an den Tag legen.
Auch da hätte ich ganz gerne einen näheren Hinweis, inwieweit ich religiösen Eifer an den Tag lege? Gegen eine höhere Objektivkorrektur habe ich übrigens auch nicht argumentiert.

Ich habe lediglich danach gefragt, mit welcher Begründung DIK bessere Bilder erzeugen soll als schiefe Beleuchtung. Quod esset demonstrandum ist lateinisch und bedeutet "Was zu beweisen wäre".

Hubert

Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Ulf Titze in April 18, 2022, 11:24:18 VORMITTAG
Liebe DIK-Diskutanten,

lebhaft erinnere ich mich, die Bilder des seinerzeit gezeigten Fadens von Martin Kreuz lange angesehen zu haben. Ich mikroskopiere zwar professionell, aber eben nur Histologie. Dort werden Gewebsstrukturen auf zellulärer, subzellulärer und sogar molekularer Ebene nicht durch die abbildende Optik, sondern im Wesentlichen durch die Präanalytik herausgearbeitet. Dieser Hinweis ist ist wichtig, um meine folgende Bitte richtig einzuordnen.

Bei der damaligen Betrachtung von Martin Kreutz' fantastischen Bildern bin ich mit meiner Sehgewohnheit zum Schluss gekommen, dass der DIK eben gerade nicht mehr an Strukturen zeigt, als das Schieflicht. Manche Organismen waren für mein Empfinden sogar klarer (Beispiele: Botryococcus braunii, Micrasterias crux, Gastropus stylifer) im Schieflicht. Daher ist mir aus Martins erneut zitierter Äußerung, Schieflicht könne dem DIK nicht das Wasser reichen, klar geworden, dass Tümpler anders sehen als ich. 

Daher meine Bitte: gibt es denn Strukturen, die man nur im DIK sieht und nicht im Hellfeld/Schieflicht? Rechnerisch kann das ja nicht sein (vorausgesetzt gleiche Objektiv- und Kondensordaten), dass etwas im DIK aufgelöst wird um im Hellfeld nicht. Oder geht es "nur" um deren feinere Darstellung? Was erkennt man denn auf  den Bildern der o.g. Strukturen besser im DIK als im Hellfeld/Schieflicht?

Neugierige Grüße von jemandem, der anders kuckt als Ihr Tümpler!

Ulf
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: rhamvossen in April 18, 2022, 11:33:52 VORMITTAG
Hallo Peter,

Zitataber ein speziell bei Rolf sich ständig wiederholendes Wettern gegen Objektive höhrerer Korrektur und gegen DIC ist mir völlig unverständlich.

Ich denke das habe ich in ein Früheres Thema mal erklärt. Ich habe nichts gegen Objektive höhrerer Korrektur und gegen DIC. Ich habe vor einen kurze Zeit zurück Kurt komplimentiert mit seine tolle DIC Aufnahmen. Wäre ich gegen DIC, hätte ich das nie geschrieben. Und Apochromaten verwende ich auch. Was mich aber stört ist die Einseitigkeit von viele Aufnahmen wobei es bei Einzeller fast immer DIC seinn muss. Ich weiss nicht ob du Jan van IJken kennst, ein professioneller Fotograf, der sich auch mit die Mikrofotografie beschäftigt. Er hat ein sehr schöner Film gemacht, genannt "Planktonium". Er verwendet haubtsachlich Dunkelfeld. Da sieht man wie bezaubernd die Dunkelfeld Bilder sein können:

https://www.janvanijken.com/films/planktonium/

Einfach wunderschön. Wie oft sehen wir noch Dunkelfeldaufnahmen von Einzeller im Forum? Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Peter V. in April 18, 2022, 11:36:37 VORMITTAG
Hallo,

Zitat von: Peter Reil in April 18, 2022, 11:13:09 VORMITTAG
Hallo Rolf und Peter,

ich bin ganz sicher, eure beiden Standpunkte sind überhaupt nicht konträr und eigentlich gar nicht weit auseinander.

Freundliche Grüße
Peter

ich denke, dass Peter Reil da durchaus recht hat! Im Prinzip stimme ich dem von Rolf Geschriebenen weitestgehend zu.

ZitatJa, auch manche Einsteiger wollen mehr. Woran liegt das? Stell dir vor, ein Einsteiger (mit Null Erfahrung in die Mikroskopie) meldet sich und sagt: 'ich habe ein Budget von 1000 EUR, was soll ich kaufen?'. Dan sollte eigentlich die beste Antwort sein: kaufe dir zuerst mal etwas einfaches um zu sehen ob die Mikroskopie etwas für dich ist. Oder wie Gerd schon oft vorgestellt hat das er Jemand ein CZJ leihen will. Aber wie oft wird doch gesagt:  ja, wenn du 1000 EUR hast, dan könntest du dir ein Leitz Orthoplan mit Fluotare kaufen. Das ist doch kein "Einsteig" in der Mikroskopie? Wenn er 3 Monate später denkt: ich bin doch ziemlich enttäuscht und hatte etwas anderes erwartet. Es wird ihm dann bereuen, das er 1000 Euro gespendet hat. Beste Grüsse,

Die Antwort, die "eigentlich die beste sein sollte", wird ja letzlich oft genug gegeben! Allein - sie wird selten von den Interessenten akzeptiert. Ich weiß nicht, wie oft Liftboy-Wolfgang seine 50-EUR-Lomos Anfängern angeboten hat und wie oft andere Foristen geraten haben, dieses Angebot anzunehmene, aber ich kann man kaum an einen Fall erinnern, in dem dieses Angebot für Einsteiger einmal genutzt wurde.
Was das Budget betrifft, geht es ledilglich darum zu verhindern, dass diese 1000 EUR für ein neues, aber einfaches Billigmikroskop ausgegeben werden. Wenn jemand den Betrag ausgeben WILL, dann möge er sich bitte auch etwas davon kaufen, das entsprechend hochwertig ist.

Warum aber ein Ortoplan mit Fluotaren kein "Einstieg" in die Mikroskopie sein soll, erschließt sich mir nicht. Verdirbt es den Charakter, wenn man gleich an einem mechnaisch grundsoliden Stativ arbeitet oder wenn man durch ein Okular mit SFZ 26 statt durch eines mit 18 schaut? Ist es schlimm, wenn das Bild von Fluotaren vielleicht etwas besser ist?   ;) Lernt man dann weniger von der Mikroskopie? Ok - das oft mühselige Einstellen eines Standards mit Hilfslinsenchaos etc. lernt man mit dem Orthoplan natürlich nicht  :D (Polemikmodus aus!).

Dass man aber für den Einstieg keinesfalls DIK braucht, ist sicher unumstritten.

Übrigens zeigt auch gerade "Roli", dass ein Highend-Mikroskop als Einstieg nicht zwingend falsch ist. ;-) Und auch Diana hatte (durch eine seltsame Verquickung) damals als Einsteigerin quasi zeitgleich ein Hellfeld-Orthoplan via Ebay und ein Phako-Standard von einem Forenmitglied erworben, in letzteres wurde sie sogar vor Ort eingewiesen; dennoch ist sie mit dem Standard nicht warm geworden und es stand 2 Jahre ungenutzt im Schrank. Das Orthoplan hat sie aber offensichtlich - wie wir mittlerweile wissen - nicht verdorben.. ;)
Bitte nicht wieder falsch verstehen: Das soll jetzt nicht heißen, dass man unter dem Orthoplan nicht in die Mikroskopie einsteigen kann - das geht mit einem Lomo Biolam natürlich auch!!!!

Ein Problem ist sicher auch, dass das hervorragende Bildmaterial, das heutzutage im Forum und Internet allgemein angeboten wird, auch beim Anfänger direkt den Wunsch nach "mehr" aufkommen lässt.

@ Hubert:
ZitatQuod esset demonstrandum ist lateinisch und bedeutet "Was zu beweisen wäre".

Das muss aber nicht von m i r bewiesen werden, weil ich so etwas nie behauptet habe.

Hezrliche Grüße
Peter



Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: Lupus in April 18, 2022, 13:35:51 NACHMITTAGS
Hallo,

Zitat... gibt es denn Strukturen, die man nur im DIK sieht und nicht im Hellfeld/Schieflicht? Rechnerisch kann das ja nicht sein (vorausgesetzt gleiche Objektiv- und Kondensordaten), dass etwas im DIK aufgelöst wird um im Hellfeld nicht.
das Thema ist komplex. Bei jedem Beleuchtungsverfahren, bei dem die Ausleuchtung gegenüber der optimalen Hellfeldausleuchtung (maximale numerische Beleuchtungsapertur) verändert wird, verringert sich die theoretische optische Auflösung. Stattdessen kann dabei der Kontrast erhöht werden. Je nachdem was qualitätsbestimmend ist, erhält man einen Vorteil oder Nachteil.

Martin Kreutz hatte in seinem Vortrag über den Zusammenhang zwischen Auflösung und Kontrast beim DIK berichtet, speziell über die unterschiedliche optische Auslegung der Systeme bei der Strahlaufspaltung durch das Wollastonprisma (Scherwinkel). https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=37743.0 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=37743.0)

Das Gleiche gilt im Prinzip auch bei schiefer Beleuchtung, die physikalischen Randbedingungen der Bildentstehung sind ähnlich. Auch da stehen je nach Blendenform im Beleuchtungsstrahlengang der Bildkontrast und die Auflösung (bzw. die entstehenden Beugungsartefakte) in einem gegensätzlichen Zusammenhang. In sehr verkürzter Darstellung ist das Problem auch in diesem Beitrag enthalten https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41469.msg305435#msg305435 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41469.msg305435#msg305435). Eine halbringförmige oder linsenförmige Blende und damit ein engeres Beleuchtungsstrahlenbündel erzeugt höheren Kontrast als eine halbkreisförmige Blende, aber auch eine schlechtere Auflösung durch Beugungsartefakte. Wenn ich eine "dreiviertelmondförmige" Blende verwenden würde, wäre der Kontrast schwächer als bei halbkreisförmiger Blende, aber die Auflösung näher am theoretischen Optimum.

Hubert
Titel: Re: ZEISS Standard – Versuch der Rehabilitation eines Klassikers
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in April 18, 2022, 22:42:29 NACHMITTAGS
Lieber Ole,

ich sehe schon dem Pillerseetreffen entgegen, wenn Du mit dem Zeiss Standard inkl. DIK auftauchst, und ich mit meinem kleinen Lomo Biolam mit schiefer Beleuchtung als Reisemikroskop. Mein Leica DMRB (40 kg) ist leider keins. Aber Du lässt mich bestimmt mal durchschauen. Ich habe übrigens an der Uni HH noch durch die alten schwarzen Mikroskope geschaut, dass war einige Jahre vor Dir, u. a. auch der Algenkurs, WS 1976 bei L. Kies (habe ich in meinem verstaubten Studienbuch gesehen).

Grüße
Stephan