Hallo zusammen
Ich unternehme momentan erste Versuche mit Mikroblitz
an meinem Zeiss Standard und PZO Pluta-DIK.
Meine eigentliche Kamera, die 5D MKII hat ja einen USB Buchsenschaden.
Auch wenn ich mir "demnächst" eine neue Kamera kaufen will,
versuche ich im Moment mit meiner EOS 600D und einem Metz AF-1 Blitzgerät,
Stahlschmidtsche Blitzwürfel.
Anne hatte mir ja den Hinweis gegeben,
(Ich blitze bei 1/200 im M Modus, geht das bei Dir nicht?)
Habe ich versucht, aber da wurden die Bilder bei mir zu hell.
Eingestellt am Blitzgerät habe ich ETTL HSS. (Vielleicht ist das falsch?)
Auslösen tue ich in Canon Utility mit Fußtaster(Mauszeiger auf Auflöser)
Ich habe heute Stunden probiert mit verschiedenen Einstellungen.
Am besten ging es bei mir mit Stellung T an der Kamera, 1/600sek bei unbewegten Objekten
und über 1/1000s bei bewegten.
Habe ich mit weniger als 1/1000 sek geblitzt war es viel mehr unscharf verschwommen.(bei bewegten)
Welche Hinweise habt ihr?
Anbei 3 Bilder. (alle unbearbeitet)
Gruß von Siegfried
Hallo Siegfried,
Deine Lernkurve geht steil nach oben. Die Bilder werden immer besser, Respekt.
Ich habe bisher noch nicht mit dem Blitz unterstützt, aber im meine, das an der Kamera Blitz auf den 2. Vorhang eingestellt werden sollte, dann kommt der Blitz erst am Ende der Belichtung.
Ich denke Anne, oder ein anderer "Profi-Blitzer" kann die Einstellung an der Canon richtig erklären.
Es sollte so wenig Fremdlicht wie möglich einstreuen, sonst wird das Objekt nicht 100%ig scharf.
LG Frank
Hallo Siegfried,
ich habe nun auch zahlreiche Blitzversuche mit - mittlerweile zumeist - brauchbarem Ergebnis hinter mir. Ich gebe einmal alles wieder, was ich über das Mikroblitzen zu wissen glaube. Grundsätzlich ist es ja so, dass der Mikroblitz dazu dient, eine so kurze Belichtungszeit zu realisieren, dass Bewegungen eingefroren werden. Dabei bestimmem nicht die Kamera und ihre Verschlußzeit diesen kurzen Zeitraum, sondern die Abbrennzeit des Blitzes.
Die übliche sogenannte Synchronisationszeit (also die Zeit, die an der Kamera einzustellen ist, damit der Blitz sicher in die Zeit des geöffneten Verschlusses fällt) liegt üblicherweise bei 1/60 bis 1/250 s. Wenn der Blitz abgebrannt wird, muss der Verschluss vollständg geöffnet sein, was bei kürzeren Verschlußzeiten der Kamera nicht mehr gewährleistet ist.
Das heißt: Der Verschluß der Kamera ist während dieser Synchronisationszeit vollständig geöffnet und in diesem Zeitfenster zündet der Blitz mit z.B. 1/10.000 s. Belichtet wird also der Chip (nur durch den Blitz) nur in dieser 1/10.000 Sekunde.
Damit aber wirklich nur der Blitz den Chip relevant belichtet und nicht das Licht des Mikroskops selbst, muss letzteres möglichst weit heruntergedimmt werden, wenn man beobachtet und dabei auslöst. Hin und wieder wird das Licht, mit dem mikroskopiert, übrigens "Pilotlicht" genannt (falls Du mal auf diesen Begriff stößt).
Es hat sich herausgestellt, dass bei manchen Kameras/Blitzen/Kamera-Blitz-Kombinationen TTL funktioniert bei anderen nicht. Üblicherweise wird daher zumeist manuelll geblitzt. Das heißt, dass man die Kamera auf den Modus "M" stellt, die Synchronisationszeit wählt und die sogenannte Blitzleistung an den Blitzgeräten, ebenfalls im Modus "M", zwischen voller Leistung (1/1) bis zur kleinsten Leistung (z.B. 1/128) stufenweise eingestellt wird. Man wählt dann nach Testaufnahmen die passende Leistung. Mit Erfahrung hat man nach einiger Zeit heraus, welche Blitzleistung man bei welchem Objektiv benötigt. Zu beachten ist dnoch, dass die Blitze ihre Lichtmenge, die sie abgeben, über die Abbrennzeit steuern. Viel Licht = lange Abbrennzeit, weniger Licht = kürzere Abbrennzeit. Wenn man also extrem viel Licht beötigt, kann es sein, dass die Abbrennzeit so lang ist, dass der Einfriereffekt auch nicht mehr so ausgeprägt ist.
Ich blitze bisher mit der EOS und und dem Yongnuo-Blitz für Canon oder dem Canon Speedlite im oben beschriebenen Modus, mit der Sony Alpha 6400 und dem Godox-Blitz hingegen TTL, nachdem mich Roli ("Schraube") darauf aufmerkam gemacht, hat, dass das mit der Kombination gut funktioniert. Das ist in der Tat so, wobei es gegelentlich allerdings schon einmal voll in die Hose geht und der Blitz mit voller Kraft feuert - warum auch immer...
Dass Du mit so kurzen Zeiten an der Kamera arbeitest und das funktioniert, wundert mich. Letztlich muss man einfach Vieles ausprobieren...wenns mal wettermäßig im Hasental nicht so schön ist ;)
Falls ich irgendetwas falsch ode unverständlich dargestellt habe, möge man mich darauf hinweisen.
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo Siegfried,
falls es Dein Wunsch in diesem thread war mit dem Blitz richtig zu belichten, ist Dir das fast perfekt gelungen. Ich sehe da kaum noch ein Verbesserungspotential.
Beste Grüße
Peter
Hallo Frank,
Peter V.
und Peter (Frenzel)
Danke für euer Meinungen und Hinweise.
Klar, das Pilotlicht muß so wenig wie möglich gehalten werden.
@Peter V. -- der hervorragende Erklärer
Lieber Peter
Deine Ausführungen sind für mich sehr verständlich.
Auf so Etwas habe ich gewartet.
Das kann man nachvollziehen, was ich auch machen werde.
Dieser Zusammenhang war mir bis jetzt nicht richtig klar.
Über die Ergebnisse werde ich berichten und bei Fragen mich melden.
Danke.
Kann aber etwas dauern, muß heute erst meinen neuen Holzspalter ausprobieren,
bei schönem Wetter in Hasenthal. ;D
Was aber auch nicht immer so ist, manchmal ziehen auch dunkle Wolken über HT. ;)
lg von Siegfried
Moin Siegfried,
Ich kenne die Blitzabkürzung HSS aus analog Zeiten als High Speed Synchronisierung. Dabei wird nicht ein Blitz ausgelöst sondern viele kurze hintereinander, ähnlich einem Storoskop.
E-TTL war bei meiner Digital Kamera Nikon D7000 ein kurzer vorblitz wird gezündet um die Belichtung zu ermitteln.
Ich Blitze wie folgt.
1. Kamera immer auf die kürzeste Syncronzeit im manuellen Modus ist meistens 1/250
Den Blitz auch auf manuellen Modus und durch Probe Aufnahmen die Leistungsstufe am Blitz ermitteln. zB 1/32.
Oder ich stelle bei den gleichen Kamera Einstellungen den Blitz auf TTL und ermittel durch Probe Aufnahmen den BLITZ KORREKTUR! Wert an der Kamera nicht die normale Belichtungskorrektur.
Wenn man die Beleuchtungsart am Mikroskop ändert Hellfeld Dunkelfeld oder sonstiges. Einfach die Blitzbelichtungskorrekutur in der Kamera anpassen.
Bei Hellfeld habe ich eine Blitzbelichtungskorrektur von minus 1,7EV eingestellt. Es könnte auch sein das die Fotos noch zu hell sind ,Da der Blitz nicht weit genug runtergeregelt werden kann .Einfach einen
ND Filter zwischen legen.Das Pilot Licht immer so dunkel wie möglich einstellen.
Mit freundlichen Grüßen Jörg
Lieber Siegfried -
Deine HSS-Erfahrungen haben mich interessiert, weil sie vielleicht eine Möglichkeit bieten mit einigen widersprüchlichen Ansprüche beim Tümpeln beweglicher Organismen fertig zu werden.
Einerseits möchte man ja ein ordentliches Arbeitslicht haben um gut beobachten zu können, andererseits eine möglichst kurze Blitzbelichtungszeit um Geiselbewegungen einfrieren zu können. Ein sehr kurzer Blitz < 1/20.000 sec oder so ist aber sehr schwächlich, sodass man das Arbeitslicht möglichst zurückdrehen muss weil es sonst bei der normalen Blitzbelichtungsdauer von 1/200 sec den Blitz störend überlagert und zur Verwischung von bewegten Strukturen führt. Abschalten des Lichtes bringt nichts - das geht auch mit der LED zu langsam und das Objekt ist schon wieder wo anders.
Mit HSS kann man aber wenigstens die kürzeste Belichtungszeit der Kamera ausnützen - bei den heutigen Modellen meist bis zu 1/8000 sec, ohne dazu erst die Beleuchtung stark hochdrehen zu müssen, was die beobachteten Organismen ja meist nicht besonders schätzen. Das leichte Risiko, dass es bei bewegten Objekten zu Bildverzerrungen kommt, kann man in Kauf nehmen.
Viele Grüße
Rolf
Hallo Sigi,
Deine Bilder sind klasse, letztendlich zählt das Ergebnis.
Peter hat es hervorragend erklärt, aber wenn Du mit Deiner Methode zum Ziel kommst, ist es doch gut.
Dass andere Schreiber hier das Blitzen mit Zeitverzögerung empfehlen und in völliger Dunkelheit kann nur bedeuten, dass diese keine Ahnung haben und noch nie versucht haben einen Ciliaten zu blitzen, ist mal wieder wie Muttertag.
lg
Anne
Die Aussage des Vorredners möchte ich kommentarlos noch um die PN ergänzen,
lg
anne
Hallo Adalbert,
ZitatDiese Methode wird, wie das Blitzen auf den zweiten Vorhang, am häufigsten in der Dunkelheit verwendet.
Das bedeutet, dass man das Licht ausschaltet, bevor man das Bild (oder die Stack-Serie) aufnimmt,
da die Verschlusszeiten relativ lang sind.
darf ich Dir auch mal einen Rat geben? Kauf Dir bitte mal ein einfaches Mikroskop (ich leihe Dir auch gerne eines) und
mikroskopier mal! Es kann manchmal recht hilfreich sein, dass - wenn man sich in einem
Mikroskopie(!)-Forum zu
mikroskopischen Themen, speziell der Tümpelei und ganz speziell der Fotografie sich schnell bewegender Organismen äußert - selbst schon einmal in einen Wassertropfen geschaut hat und die Gegebenheiten kennt. ;)
Ich streite Dir keinesfalls Dein großes Wissen um die Makrofotografie ab, aber nicht alles aus Deiner Stacking-Makro-Welt ist auf die Mikroskopie übertragbar.
Herzliche Grüße
Peter
PS: Oder zeige mir bitte mal ein Beipsiel aus dem Ami-Forum, wo diese Methode beim Tümpeln angewendet wurde; dann nehme ich natürlich sofort alles zurück und behaupte das Gegenteil.
Zitat von: Adalbert in Juli 09, 2022, 16:27:03 NACHMITTAGS
Hast Du denn überhaupt gar keinen Anstand?
Hallo,
tja, wer solche Mails schreibt, sollte sich vielleicht diese Frage zuerst mal selbst stellen.
Gruß
Peter
Hallo Adalbert,
Zitatwie kommst Du denn darauf, dass ich kein Mikroskop habe?
weil wir hier ein Mikroskopie-Forum sind und ich noch nie von Dir ein Bild gesehen habe, das mit Mikroskopie zu tun hat.
Aber jetzt erklär mir mal bitte, wie Du bei einer Verschlußzeit von 1 s sicherstellen willst, dass sich das schnell bewegende Objekt noch im Bild befindet?
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo,
Sigfrieds Frage lag eigentlich ganz wo anders, ich hoffe er bekommt noch die Antworten die er braucht.
Ich würde dann ganz (un-)sachlich den alten Spruch einwerfen, der aber wohl den Nagel auf den Kopf trifft: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte...
Vielleicht lernen wir nun alle eine bahnbrechende neue Methode für schnell bewegliche Wasserorganismen kennen und haben jahrelang alle umsonst Ciliaten stundenlang verfolgt um ein gutes Foto einzufrieren. Man lernt ja nie aus, es gibt ja angeblich auch schwarze Löcher die Fake sind in Radiolarien😉.
lg
Anne
Hallo,
könnte Adi bitte aufhören mich anzuschreiben per PN, wenn er hier etwas beitragen will, dann bitte doch für alle.
lg
Anne
Lieber Siegfried -
es scheint mir, dass Du den HSS-Modus nur verwendet hast, weil Du mit dem "Normalverfahren" immer überbelichtete Bilder bekommen hast. Es ist mir nichts Neues, dass die ETTL-Automatik beim Mikroblitzen oft gewaltig daneben liegt und vielleicht auch das Beobachtungslicht zur Überbelichtung beiträgt. Mit HTTL bei 1/2000 spielt letzteres keine Rolle, aber vom Blitz wird das meiste Licht verschwendet, sodass sich dadurch eine normale Belichtung einstellt.
Kannst Du mal unter den Bildeigenschaften nachschauen welchen ISO-Wert die Kameraautomatik eingestellt hatte?
Kannst Du bei Deinem Blitz nicht mit Handbetrieb mit kleinen Bruchteilen der vollen Leistung 1/2 ... 1/125 arbeiten? Nachteil natürlich, wie erwähnt, dass dabei trotz sehr kurzer Blitzdauer, das Beobachtungslicht stören kann, weil der Verschluss mindestens 1/200 sec offenbleiben muss.
Viele Grüße
Rolf
Hallo liebe Ratgeber
Erst mal vielen Dank für die vielen Hinweise und Vorschläge.
Ich will jetzt nicht auf alles eingehen, aber zu gegebener Zeit
zu den einzelnen Vorschlägen und Hinweisen antworten.
Ich bin da eher ein Praktiker und muß alles Gelesene durch
viel Versuche nachvollziehen und eigene Ideen mit einbringen.
Aber das dauert.
Gut Ding will Weile haben.
Mit den hohen Synchronisationszeiten habe ich mich von Robert Goerke inspirieren lassen.
http://robert-goerke.de/mikroblitz
Aber Versuch macht klug. Deshalb probiere ich sowohl nach klassischem Muster als auch
nach meinen Vorstellungen.
Nochmal zu meiner teildefekten Canon 5D MKII.
Durch ein Mißgeschick (am USB Kabel hängen geblieben)
ist anscheinend ein Kontakt innen an der USB Buchse abgebrochen.
Dadurch kann ich die Kamera nicht mehr über EOS Utility steuern( auch der Blitz kann über EOS Utility gesteuert werden)
und habe auch kein Lifebild auf dem PC Monitor.
Alles andere mag ich nicht.
Deshalb, wenn ich mir eine neue kaufe, müssen diese Voraussetztungen erfüllt sein.
Es gibt ja auch noch schöne Töchter von anderen Vätern.
So, wenn ich weiter gekommen bin melde ich mich wieder.
lg von Siegfried aus HT