Hallo,
ich bin relativ unerfahren in der Mikroskopie. Ich habe zwar seit zehn Jahren ein Motic BA310 Durchlichtmikroskop, aber ich nutze es nicht so oft. Ich habe mir schon einiges an Literatur durchgelesen, aber das Thema ist doch ein sehr weites Feld.
Aktuell versuche ich mich an Folgendem und frage mich, wie dabei die beste Herangehensweise wäre:
Ich habe hier 150ml einer Salzwasserprobe, in der bestimmte Algen (unbeweglich) enthalten sind. Ihre Größe beträgt 200-500 µm, sind also relativ groß. Man kann sie mit bloßem Auge erahnen. Das Problem ist, dass in der Probe auch eine Menge an sonstigem Detrius enthalten ist, an denen sich die Algen ablagern. Ich möchte daher gern diese Algen separieren, um sie dann gesondert zu vermehren. Dabei hatte ich bisher folgende Ideen:
1. Filtern/Sieben.
Da aber der Detrius ebenso relativ groß ist, wird er wohl nicht rausgefiltert und verstopft das Filter/Sieb. Auch könnte das Filtern/Sieben die Algen beschädigen.
2. Per Pipette separieren.
Dazu habe ich bereits mit einer 15-fachen Lupe (eigentlich ein Objektiv von einem alten Teleskop) die freischwebenden Exemplare der Algen nach durchschütteln der Probe in einem Wasserglas ausgemacht und dann versucht, mit einer Pateurpipette per Hand (und Pasteurpipettenhütchen) frei aus dem Wasser abzusaugen. Das Problem die Algen genau unter die Pipette zu bekommen ist das eine - das ging noch einigermaßen. Aber den Wasserfluss zu kontrollieren scheint unmöglich! Dazu fehlt für diese Größendimensionen dann doch das Feingefühl. Man bläst sie einfach weg oder saugt zu früh zuviel Detrius mit ein. Würde sich dazu evtl. eine Einkanal-Pipette eignen? (sowas wie das hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=39516). Ich bräuchte ein Instrument, das gezielt Wasser einsaugt auf Kommando und den Druck reguliert. Falls ja, dann wäre die Frage welche Größe/Volumen dafür geeignet wäre.
3. Evtl. einige Proben auf einen Hohlschliff-Objektträger platzieren und dann dort versuchen unter dem Mikroskop die Algen abzusaugen? Aber da passt nur ein Tropfen hinein. Da müsste ich dann Glück haben Algen zu erwischen. Und es bleibt das Problem des abpipettierens.
Welche Möglichkeiten das Problem zu lösen gibt es noch und ist für einen Wohnhaus-Mikroskopiker am besten geeignet?
EDIT: Habs grad selber hinbekommen, indem ich einfach Watte ins Pateurpipettenhütchen gesteckt habe. Das hat den Druckpunkt zum Einsaugen verfeinert. Funktioniert einwandfrei. :)
Moin Karsten,
Ich benutze zur Auswahl ein Steromikroskop MBS10(vor Jahren günstig vom Flohmarkt).Meine Probe kommt in eine Petrieschale oder Joghurtbecher und unter dem Stereomikroskop schiebe ich den Schmutz zur Seite.Dazu nehme ich ein Haar oder eine Pinselborste die ich vorne in eine Glaspasteurpipette geklebt habe(Griff).Dann sauge ich die vereinzelte Alge mit einer AutomatikMiroliterpipette(Epppendorf 50mül)auf.Das Volumen reicht zum Einsammeln mehrerer Algen.Bei den 50mül ist der Tropfen später nicht zu gross für meine Deckgläser.Tipp mit den Fingern am Nasenflügel reiben(Fett)und das Haar oder die Borste durch die Finger ziehen.Dann bleibt meistens weder die Alge noch der Schmutz daran kleben.
Viel Spass und Erfolg,Jörg
Hallo Karsten,
zum pipettieren nehme ich (und wohl die meisten Tümpler) Pasteurpipetten aus Glas, die ich über einer Spiritusflamme möglichst fein ausziehe. Dadurch sind Öffnungen von einigen 10µm möglich. Früher habe ich die Organismen unter einem Stereomik mit einem Gummihütchen auf der Pipette abgesaugt - was einigermaßen geht. Seit einiger Zeit nehme ich einen Schlauch (gibts im Baumarkt) der genau in die Pipette passt und sauge mit dem Mund ab. Dadurch kann man sehr fein dosieren.
Viel Erfolg
Michael
Lieber Karsten,
ich mache es genauso wie Jörg, auch mit einem MBS 10, das man schon für unter 100 Euro bekommen kann, und einer Eppendorf-Pipette, die bei mir zwischen 10 und 100 µm einstellbar ist. Da gibt es aber preiswertere Modelle als Eppendorf. Um den Detritus wegzuschieben, nehme ich Präpariernadeln, die man im Zubehörhandel für ein paar Euro bekommt: https://www.bioform.de/shop.php?action=tree&wg=1&pid=707&treeid=130. Ich habe mir der Vorgehensweise sehr gute Erfahrung gemacht. Was Stereolupen angeht, gibt es auf eBay unheimlich viele auch sehr preiswerte. Ich arbeite mit Durchlicht beim MBS10 und einem drehbaren Spiegel, aber man kann das auch mit Auflicht machen, eine einfache LED-Leuchte von Ikea wie JANSJÖ reicht da völlig.
Grüße
Stephan
Hallo,
hir zwei "Klassiker" zu dem Thema ;):
https://www.youtube.com/watch?v=9L2bpAbkls4 (https://www.youtube.com/watch?v=9L2bpAbkls4)
https://www.youtube.com/watch?v=QB5CrUnZ6Kw (https://www.youtube.com/watch?v=QB5CrUnZ6Kw)
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: unkenheini in Oktober 09, 2022, 04:33:14 VORMITTAG
[...] Das Volumen reicht zum Einsammeln mehrerer Algen.Bei den 50mül ist der Tropfen später nicht zu gross für meine Deckgläser.Tipp mit den Fingern am Nasenflügel reiben(Fett)und das Haar oder die Borste durch die Finger ziehen.Dann bleibt meistens weder die Alge noch der Schmutz daran kleben.
Hallo Jörg, zum Verständnis: Kann man mit einer Eppendorf-Pipette das eingestellte Volumen in Teilschritten aufnehmen oder nur alles auf einmal?
Der Tipp mit dem Einfetten ist gut. Erklärt, wieso Bartträger ihren Bart zwirbeln: Damit der Staub und die Suppe nicht so haften bleibt. :D
Zitat von: Michael in Oktober 09, 2022, 09:42:24 VORMITTAG
[...] Seit einiger Zeit nehme ich einen Schlauch (gibts im Baumarkt) der genau in die Pipette passt und sauge mit dem Mund ab. Dadurch kann man sehr fein dosieren.
Hallo Michael, das klingt sehr gut. Muss ich mal ausprobieren, wie der Unterschied der Kontrolle des Volumens in der Pipette ist im Gegensatz zum Hütchen. Mehr Luftvolumen sollte die Dosierung vereinfachen!
Zitat von: Peter V. in Oktober 09, 2022, 19:33:22 NACHMITTAGS
hir zwei "Klassiker" zu dem Thema ;):
https://www.youtube.com/watch?v=9L2bpAbkls4 (https://www.youtube.com/watch?v=9L2bpAbkls4)
https://www.youtube.com/watch?v=QB5CrUnZ6Kw (https://www.youtube.com/watch?v=QB5CrUnZ6Kw)
Hallo Peter, vielen lieben Dank! :) Das war sehr hilfreich und aufschlussreich. Genau nach so etwas habe ich gesucht. Aber sag bitte nicht, dass ich diese Videos hier in einem festgepinnten Beitrag übersehen habe...
Was sagt Ihr: Würde auch eine 2-20µl Pipette ausreichen oder wäre das zu wenig? Wenn 50 µl einem Tropfen auf einem Objektträger entspricht, wäre das nur die Hälfte.
Hallo Karsten,
wenn es darum geht kleine Mengen zielgerichtet zu pipettieren, dann schau doch mal diesen Faden an.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43883.msg324091#msg324091
LG Frank
Zitat von: katzenhai2 in Oktober 09, 2022, 21:32:58 NACHMITTAGS
Was sagt Ihr: Würde auch eine 2-20µl Pipette ausreichen oder wäre das zu wenig? Wenn 50 µl einem Tropfen auf einem Objektträger entspricht, wäre das nur die Hälfte.
Hallo Karsten,
die von Jörg erwähnten Mikroliterpipetten sind eine sehr feine Sache. Wenn man sie einmal verwendet hat, gibt man sie nicht mehr her. Das mit dem Einstellrad gewählte Volumen ist das Maximalvolumen, das man einsaugen kann. Man kann aber auch recht feinfühlig kleinere Mengen ein-und auspipettieren. Unten ein Bild einer solchen Pipette (20-200µl), sowie eine Aufnahme der entsprechenden Pipettenspitze, in dem Fall ist der Durchmesser des Kanals 0,5mm.
LG
Jürgen
ZitatWas sagt Ihr: Würde auch eine 2-20µl Pipette ausreichen oder wäre das zu wenig? Wenn 50 µl einem Tropfen auf einem Objektträger entspricht, wäre das nur die Hälfte.
Die 2-20µl wird auch funktionieren. Ich verwende sogar eine noch kleinere Eppendorf, mit 0,2 - 10µl sehr erfolgreich. Die 10µl reichen immer, um das Individuum der Begierde einzusaugen. Einfach dann auf den Objektträger weitere 10 bis 20µl der Probeflüssigkeit hinzugeben.
Viele Grüße
Jochen
Moin Karsten,
Mit der Automatikpipette kannst du sehr feinfühlig Teilvolumen einsaugen.Ich lege mir meistens mehrere Algen in der Petrieschale frei und sauge die dann gezielt nacheinander auf.Teilweise nutze ich noch nicht einmal die ganzen 50müL.Bei ganz viel Schmutz einfach im klares Wasser pipettieren und den Vorgang wiederholen.An Zieralgen klebt gerne Schmutz.Mit zwei Borsten oder Haaren(Augenbraue) einfach zu entfernen.Mit einen Haar die Alge runterdrücken mit dem anderen den Schmutz wegwischen.
Viel Spass .Jörg
P.s.Hilfe wo finde ich das Mü Zeichen(Samsung Tablett)
Vielen Dank
Moin Jörg,
auf dem PC ist das mit der Tastenkombination ALT GR und M leicht machbar.
Beste Grüße
Peter
Zitat von: jcs in Oktober 09, 2022, 22:20:38 NACHMITTAGS
die von Jörg erwähnten Mikroliterpipetten sind eine sehr feine Sache. Wenn man sie einmal verwendet hat, gibt man sie nicht mehr her. Das mit dem Einstellrad gewählte Volumen ist das Maximalvolumen, das man einsaugen kann. Man kann aber auch recht feinfühlig kleinere Mengen ein-und auspipettieren. Unten ein Bild einer solchen Pipette (20-200µl), sowie eine Aufnahme der entsprechenden Pipettenspitze, in dem Fall ist der Durchmesser des Kanals 0,5mm.
Halo Jürgen, danke für das Querschnittsfoto, hat mir sehr geholfen. Knapp 500 µm würde gut für die Algen hier passen.
Danke an alle. Ich habe mir nun eine (Billig-)Mikropipette bestellt: Von einem chinesischen Hersteller (Four E`S) für 40 €. Soweit ich das dem anderen Thema entnehmen konnte besteht der hauptsächliche Unterschied in der pipettierten Volumen-Genauigkeit gegenüber den bekannten Markenherstellern (oder sogar Erfindern?) wie Eppendorf, Sartorius usw. Da es mir nicht so sehr auf die Menge ankommt, hoffe ich das ich damit auch zum Ziel komme. Sie geht von 0,5 - 10 µl. Wenn mir das nicht reicht kann ich sie auch umtauschen. Oder wahlweise ergänzen.
Hallo Karsten,
bitte berichte, ob die billige Variante auch gut funktioniert! Ich brauche auch noch so ein Ding. Bisher mache ich das immer mit der normalen mit Gummisauger entweder aus der Petrischale am Inveren Mikroskop oder unter dem Stereomikroskop (MBS-10 oder SM-XX).
Hier noch die genial einfache Lösung von Tilo Bauer, der einfach ein Stereomikroskop auf die Seite gelegt hat, um einzelne Ciliaten aus seinen Kulturen zu fischen, die er meist in den viereckigen Gurkengläsern aus dem REWE-Markt anlegt, weil die fast so schöne ebene Seiten haben wie ein Aquarium. Die Stativstange ruht auf einem Korkschleifklotz. Die Proben können auf einem Scheren-Tisch hoch und runter gefahren werden. Daneben die Mikropipette. Das Foto stammt von Peter V. und ist aus dem Bexbach-Nachlese-Faden (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=44723.msg330056#msg330056), wo noch 3 weitere Fotos der Anordnung zu sehen sind.
(https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?action=dlattach;topic=44723.0;attach=27732;image)
LG Gerd
Zitat von: plaenerdd in Oktober 11, 2022, 17:41:29 NACHMITTAGS
bitte berichte, ob die billige Variante auch gut funktioniert. Ich brauche auch noch so ein Ding. Bisher mache ich das immer mit der normalen mit Gummisauger entweder aus der Petrischale am Inveren Mikroskop oder unter dem Stereomikroskop (MBS-10 oder SM-XX).
Hallo Gerd, ich werde auf jedenfall Rückmeldung geben. Gummisauger mit Watte darin ist schon um einiges besser, da kann ich den Volumenfluss viel feiner dosieren. Bleibt aber, mikroskopisch gesehen, grobmotorig.
Zitat von: plaenerdd in Oktober 11, 2022, 17:41:29 NACHMITTAGS
Hier noch die genial einfache Lösung von Tilo Bauer, der einfach ein Stereomikroskop auf die Seite gelegt hat, um einzelne Ciliaten aus seinen Kulturen zu fischen, die er meist in den viereckigen Gurkengläsern aus dem REWE-Markt anlegt, weil die fast so schöne ebene Seiten haben wie ein Aquarium. [...]
Da fällt mir ein: Ich habe auch eine Menge an eckigen Gläsern. Wieso habe ich die Algen da nicht eingefüllt? ???
Mein Versuch heute mit dem Durchlichtmikroskop mit 4x Objektiv und Pasteurpipette mit Gummisauger war sehr frustierend! Da wirken ungeheure Kräfte. Zuerst habe ich es mit einem Tropfen auf einem Objektträger probiert: Unmöglich. Ich kann nur sehr flach mit der Pipette rangehen, also muss der Tropfen sehr viel Wasser enthalten, damit die Spitze unter Wasser ist. Wenn ich mich dann der Alge nähere, verdrängt die Pipettenspitze das Wasser und sie 'fliegt' förmlich weg. Dasselbe beim Einsaugen, wohl weil der Winkel so flach ist. Sie strömt dann an den Rand des Tropfens und von da ist es unmöglich sie einzusaugen. Habe mir eine Wimper von mir mit (rotem) Nagellack an einer Pipettenspitze festgeklebt, aber noch nicht im Einsatz getestet, zum 'festhalten' der Alge. Hoffe der Nagellack hat keine Auswirkungen auf das Wasser bzw. gibt dort etwas ab? Ich möchte die Alge nicht fotografieren, sondern von einem Becke n in ein anderes umsetzen. Lebend. Damit sie sich weiter entwickelt.
Im Übrigen habe ich zweimal garantiert eine Alge eingesaugt aus einer Glas-Wasserprobe mit dem 20-fach Objektiv. Aber auf dem Objektträger kam dann nichts an. Entweder zerfetzt es sie beim Einsaugen in der Pipette oder sie kleben darin oder daran. Ich weiß nicht wo die abgeblieben sind.
Mit einem Petrischalenersatz (Deckel von einem Mini-Einmachglas) im Durchmesser von 5 cm brauche ich unglaublich viel Wasser, da muss ich lange suchen und am zu flachen Eintauchwinkel ändert das natürlich auch nichts. Ein weiteres Problem ist dann, dass die Schale irgendwann am Loch zum Kondensor reinrutscht und dort auf der Linse aufsetzt oder schiefliegt. Hieße, ich benötige hierzu erst eine Glasscheibe die ich auf das Loch lege um darauf dann die Schale zu legen. Irgendwie alles unbefriedigend. So ein Bastler bin ich eigentlich ungern. Bisher funktioniert das händische Einsaugen mit 20-fach Lupe und Pipette aus der Glas-Wasserprobe am einfachsten. Das muss doch unter dem Durchlicht auch funktionieren...
Moin Karsten,
Beim 4er Objektiv bist du ja schon bei 40facher Vergrößerung.Ich nutze bei meinem Stereomikroskop 8bis 16 fache Vergrösserungen.Ganz selten gehe ich höher.Bei einem Stereomikroskop ist der Arbeitsabstand viel größer,ich meine um 80mm,da kann man viel einfacher mit einer Pipette hantieren.Und das Bild ist nicht spiegelverkehrt.Bei meiner Automatikpipette sauge ich den Tropfen einfach mehrfach ein.Meistens kommen die Algen dann mit raus,denn an den Kunststoffspitzen bleiben sie selten haften.
Mit freundliche Grüßen Jörg.
Vielen Dank für den Tipp fürs Mü Zeichen am PC finde ich es nur an meinem Samsung Tablett nicht
Hallo,
ich denke, am einfachsten ist es unter einem Stereomikroskop im Durchlicht von einer Petrischale oder einem Objektträger. Letztlich muss jeder seine Tecknik entwickeln, der eine arbeitet lieber mit Mikroliterpipette, der andere mit ausgezogener Glaspipette mit Gummiball. Wie sagt Martin Kreutz so schön in seinem Video?:"Wenn man das tausendmal gemacht hat, kann man das." ;) Er ist eben alles Übungssache.
Hezrliche Grüße
Peter
Zitat von: unkenheini
Vielen Dank für den Tipp fürs Mü Zeichen am PC finde ich es nur an meinem Samsung Tablett nicht
/quote]
Hallo Jörg,
beim Handy kann man einfach kurz auf Handschrifterkennung wechseln, das funktioniert gut. Anschließend einfach das mü (µ) einfügen, wie hier, mit Samsung Handy geschrieben!
Probier es mal mit den Tab aus.
LG Frank
Hallo,
ich wollte kurz berichten, dass ich heute die (chinesische) Mikropipette 0.5-10 µl von FOUR E`S erhalten habe. Das sind ja Welten! Damit war es kinderpipieinfach eine Alge aus der Glas-Wasserprobe auf einen Objektträger und von dort in die Pipette und von dort wieder zurück auf den Objektträger zu transferieren. Ohne zusätzliches Wasser. So ein rumgehampele mit der Glaspasteurpipette und dem Gummihütchen... wie Jürgen schon schrieb: "Wenn man sie einmal verwendet hat, gibt man sie nicht mehr her". ;D Genauigkeit ist mir nicht wichtig, daher kann ich nichts zu den Volumina sagen. Augenscheinlich wirkt es als habe jede Probe das gleiche Volumen, aber bei den winzigen Mengen kann das gewaltig täuschen.
Ich stelle sie auf 5.0 µl ein. Weniger ist schwierig, mehr unnötig (bei 40-fach). Der Kunststoff scheint auch nicht so hydrophil zu sein und durch die halb so große Spitze gegenüber einer Glaspasteurpipette ist das handling viel einfacher. Die Menge die man einsaugt ist mit dem Finger sehr fein dosierbar: Wenn man den Finger nicht bewegt, bewegt sich auch die Flüssigkeit in der Pipette keinen Millimeter. Beim testen habe ich festgestellt, dass 25-30 µl etwa einen Tropfen aus der Glaspasteurpipette entspricht.
Die Verarbeitung wirkt eher billig. Also das Gehäuse ist unschönes ABS. Wenn man sie schüttelt klapperts. Aber als Arbeitsinstrument für Hobby-Mikroskopiker mehr als ausreichend. Ich wüsste jetzt auf Anhieb auch nicht was ich bei einer Eppendorf mehr erwarten würde. Zumindest nichts für meinen Anwendungsbereich momentan. Ich hatte erst gedacht dass der Hubweg der Pipette immer gleich wäre, sich nur die einzusaugende Menge in Abhängigkeit der Einstellung ändern würde. Dem ist nicht so: Wenn man das Volumen auf weniger einstellt, dann verringert sich auch der Hubweg. Aber das ist in der Praxis doch kein Problem wie ich anfangs dachte, weil sie dennoch so fein dosierbar ist.
Ich habe mir auch eine Wimper von mir an einer Glaspipette mit Nagellack befestigt um die Alge zu fixieren oder zu reinigen. Allerdings erhielt ich auch heut einen "Fehhaar"-Pinsel: Diese Haare sind nur etwa 1/5 so dick wie eine Wimper. Damit kann ich noch feiner arbeiten. Dann will ich mal schauen wie weit ich nun mit meinen neuen "Präzisionsinstrumenten" komme. ;)