Liebe Foristen,
https://www.nikonsmallworld.com/galleries/2022-photomicrography-competition/embryonic-hand-of-a-madagascar-giant-day-gecko (https://www.nikonsmallworld.com/galleries/2022-photomicrography-competition/embryonic-hand-of-a-madagascar-giant-day-gecko)
wie jedes Jahr ein Augenschmaus!
Meine besondere Gratulation den hier bekannten Teilnehmern!
Liebe Grüße
Manfred
Hallo zusammen,
ich gratuliere auch allen Mitgliedern dieses Forums zu Ihren Gewinnen!
lg
anne
Hallo,
auch von mir Herzlichen Glückwunsch! Was auffällt (aber auch nicht neu ist), ist die Tatsache, dass man anscheinend nur noch mit kanllbunten Bildern, oft nur mit sehr spezieller Technik erstellt, wirklich guten Chancen hat. Und was einer Mitforistin aufgefallen ist, ist ein signifikates Überwiegen schwarzer Hintergründe. Stimmt! Ich habe mal gezählt, 60 von 92 Bilder zeigen eine knall"buntes" Motiv mit schwarzem Hintegrund.
Ich habe ein wenig den Eindruck, dass sich die Jury auf einen ganz bestimmte Ästhetik "eingechossen" hat. Oder fast nur noch deratige Fotos eingereicht werden..?
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Adalbert in Oktober 16, 2022, 19:49:40 NACHMITTAGS
BTW, mein Favorit ist die böse Ameise (Nr. 60)
Ist auch mein Favorit!
Glückwunsch an die Beteiligten des Mikroforums.
Die schwarzen Hintergründe sind wohl durch die verwendete Technik, meist Konfokale Mikroskopie, SIM, Lightsheet etc bedingt. Wir reden hier über eine mikroskopische Ausstattung, die meist mehr als 1 Mill Euronen kostet (mit allen Peripherie-Geräten). Die Geräte zeigen die Fluoreszenzfarben vor einem schwarzen Hintergrund. Eine gewisse Ästhetik kann man diesen Bildern nicht absprechen-oder? Wenn auch manche sehr poppig rüberkommen und die Laser oder die Bild-Software der Geräte oft "malträtiert" wird.
Beste Grüße
Manfred
Hallo Manfred,
natürlich haben sie eine gewisse Ästhetik. Aber ist letztlich doch ein wenig monoton, immer die gleiche "Machart" und zudem ist es schade, dass andere sehr gute Mikrofotos, die mit einfacherer Technik erstellt wurden, kaum noch eine Chance haben.
Hezrliche Grüße
Peter
Zitat von: MikroManni in Oktober 17, 2022, 09:57:42 VORMITTAG
Die Geräte zeigen die Fluoreszenzfarben vor einem schwarzen Hintergrund.
Moin in die Runde der Mikroskopierer!
Ein herzlicher Glückwunsch natürlich auch von mir. Sehr schöne Bilder sind wieder einmal zu sehen.
Darüber hinaus aber noch eine kurze Information: Konfokalmikroskopie und vergleichbare Geräte zeigen keine(!) Fluoreszenzfarben. Die gezeigten Farben haben nichts mit dem emittierten Licht der Fluoreszenzfarbstoffe zu tun und lassen keinerlei Rückschlüsse auf die emittierten Wellenlängen zu.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
Hallo,
aber wie kommt denn diese knallige Farbpalette bei all diesen als "confocal" bezeichneten Bilder zustande? Eigenfarben können es doch auch nicht sein? Leider sind die Angabe zur Technik bei diesen Wettbewerben ja immer mehr als spärlich.
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo,
ZitatKonfokalmikroskopie und vergleichbare Geräte zeigen keine(!) Fluoreszenzfarben.
Hängt davon ab, ob das jeweilige Konfokalmikroskop als Fluoreszenzmikroskop entwickelt wurde, oder nicht..... ;)
Hubert
Zitat von: Lupus in Oktober 19, 2022, 19:53:48 NACHMITTAGS
ZitatKonfokalmikroskopie und vergleichbare Geräte zeigen keine(!) Fluoreszenzfarben.
Hängt davon ab, ob das jeweilige Konfokalmikroskop als Fluoreszenzmikroskop entwickelt wurde, oder nicht..... ;)
Das ist, mit Verlaub, völlig wumpe. Die gezeigten Farben sind immer(!) rein willkürlich den Kanälen zugeordnete Farben aus der Farbpalette, welche die Software des Geräts dem Bediener anbietet. Das Mikroskop selber kann nur Schwarzweiß sehen.
Dies allerdings in unterschiedlichen, exakt trennbaren Kanälen, wenn das Konfokalmikroskop als Fluoreszenzmikroskop benutzt wird.Die Anzahl der Kanäle ist ein wenig von Gerät und Gerätegeneration abhängig und natürlich von der Anzahl der im Präparat vorhandenen Farbstoffe. Diese Farbstoffe werden wie beim gewöhnlichen Epi-Fluoreszenzmikroskop angeregt (und man benötigt dafür keineswegs zwingend Laser als Lichtquelle) und die emittierten Photonen über eine Aufnahme-Elektronik ausgewertet. Der Clou dieser Geräte liegt ja unter anderem da, dass - wenn alles richtig eingestellt ist und läuft - jeder Kanal zeitlich getrennt successiv abgearbeitet wird. Dies entweder bildweise oder zeilenweise.
Also leuchtet zur Zeit beispielsweise ein 488nm-Laser - und nur(!) der - dann wird zu dieser Zeit eben nur das Licht emittiert, welches von einem Farbstoff ausgesendet wird, der sich von 488nm anregen lässt, beispielsweise das bekannte FITC oder heute (viel) besser Alexa 488.
Filter und spezielle optische Elemente sorgen im Strahlengang dafür, dass nur die gesuchten Photonen von eben diesem Farbstoff auf den Strahlempfänger (Photomultiplier, Gallium-Arsenid-Detektoren, höchstempfindliche Fernsehkameras u.a.m.) fallen. Gleiches gilt für die anderen Anregungswellenlängen und Farbstoffe. Dieser Wechsel zwischen den Kanälen geht u.U. - je nach Gerät, Methode und Zielsetzung - rasend schnell. Aber dadurch dass man die ankommenden Photonen immer zuordnen kann, ist eine farbliche Zuordnung über die Wellenlänge unnötig. Das Gerät weiß ja auch bei monochromer Wiedergabe immer was was ist und wohin gehört.
Interessant wird die Farbe erst für den auswertenden Bediener/Wissenschaftler, und der geht meist den Weg der Gewohnheit und weist den Kanälen die Farben zu, die er vom Epifluoreszenzmikroskop gewohnt ist: blau/grün/gelb/orange/rot und fällt oft genug über das selbst gestellte Bein, indem er Realität und Pseudorealität miteinander vertauscht. Darum habe ich am Konfokalmikroskop immer gerne empfohlen Mischfarben zu verwenden. Also anstelle von blau, grün und rot beispielsweise gelb, cyan und magenta. So fällt einem beim Betrachten der Bilder sofort auf dass die Farben nichts mit der Realität zu tun haben.
Sollten noch Unklarheiten sein ... fragen
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
ZitatDas ist, mit Verlaub, völlig Pumpe. Die gezeigten Farben sind immer(!) rein willkürlich den Kanälen zugeordnete Farben aus der Farbpalette, welche die Software des Geräts dem Bediener anbietet. Das Mikroskop selber kann nur Schwarzweiß sehen.
Das ist, mit Verlaub, Definitionssache. Natürlich sieht man bei einem rein sensororientierten Mikroskop das Licht nicht direkt, das ist eigentlich trivial. Das Mikroskop "sieht" aber nicht nur Schwarzweiß, sondern selektiert z.B. über die Filter die jeweils zu beobachtende Fluoreszenzfarbe. Wenn man die Farbzuordnung dann abweichend von der realen Wellenlänge wählt, ist das eine willkürliche Entscheidung des Anwenders.
Hubert
Zitat von: Lupus in Oktober 19, 2022, 20:46:14 NACHMITTAGS
Wenn man die Farbzuordnung dann abweichend von der realen Wellenlänge wählt, ist das eine willkürliche Entscheidung des Anwenders.
Du schreibst das ganz richtig. Es ist eine rein willkürliche Entscheidung, welche Farbe ich welcher Wellenlänge zuordne und die Farbgebung des Schirmbildes des Konfokalmikroskops hat im Grunde nichts mit den tatsächlichen Verhältnissen zu tun. Man wählt in der Regel die Farben welche sich maximal voneinander unterscheiden lassen, nicht mehr. Ich habe oben das Beispiel angeführt mit dem ich vorzugsweise arbeite bzw. gearbeitet habe:
UV-Anregung 405nm DAPI - hellblaue Fluoreszenz im Epifluoreszenzmikroskop - Farbdarstellung gelb
Anregung 488nm ALEXA 488 - grüne Fluoreszenz im Epifluoreszenzmikroskop - Farbdarstellung cyan
Anregung 561nm ALEXA 555 - rote Fluoreszenz im Epifluoreszenzmikroskop - Farbdarstellung magenta
Dies unter anderem auch deswegen weil der Helligkeitseindruck dieser Mischfarben für den Betrachter ähnlich ist, während sonst blau im Vergleich ziemlich dunkel wirkt und grün übermäßig hell.
Interessant wird dann die farbliche Darstellung einer Emission, die ich im Epifluoreszenzmikroskop garnicht mehr sehen kann, weil sie im infraroten Bereich stattfindet. Der Detektor kann sie zwar messen und auch sichtbar auf dem Schirm wiedergeben, aber welche Farbe soll ich denn zur visuellen Darstellung nun wählen? Infrarot ja wohl kaum.
Ob das nun trivial ist? Sehe ich nach 12 Jahren Unterricht und praktischer Unterweisung mit einer ganzen Reihe solcher Geräte etwas anders.
Wolfgang