hallo!habe mehrere mik.-bücher.(bruno kremer,das gr.komos-mikroskopiebuch,mik. einfach gemacht,mikroskopie im alltag, mikroskopie für jedermann v.stehli und d.krauter,mikroskopieren ganz einfach v.d.gerlach)in diesen sind einzelne versuche beschrieben.tol.was muss ich beachten,wenn ich andere farblösungen verwenden wil.z.b.tannennadeln statt mit etzols-lösung mit z.b.eosin oder kongorot.kann eine andere wie in versuchen angegebene lösung dann schaden???welche grundfarb
lösungen sind wofür?stengel=,pflanzen=,blüten=,tierische objekte=,bakterien=woher weiss ich,womit ich was mit welchen einschlussmittel einbetten muss?habe bisher mit glyzeringelatine eingebettet.habe aber auch euperal.malinol.was verwende ich wofür?diese fragen stelle ich mir als ,ich betone,anfängerin.ich verwende überwiegeng lösungen von fa.chemlab.ich bitte um verständnis für meine "anfängerfragen".da ich leider zu keiner gruppe fahren kann(i.rollst.,auf pflegerin angewiesen)
bitte ich auf diesem wege um klärende worte von praktikern.für die mühe danke ich im voraus.
mit freundlichen grüssen aus hamburg pfueki
Hallo Pfueki,
bevor ich Ihnen einige Einbettmittel empfehlen möchte, seien ein paar kurze Worte zu Einbettmitteln allgemein gesagt. Als wesentliches Kriterien zur Auswahl eines Einbettmittels gilt die von Ihnen bereits genannte Farbbeständigkeit, der Brechungsindex und der Schwindungsgrad. Die Farbbeständigkeit hängt vom enthaltenen Lösungsmittel und vom Säurerungsvermögen des Harzes oder Balsames (bei "natürlichen" Einbettmitteln) ab. Der Brechungsindex ist für die meisten Einbettmedien auf Werte zwischen nD 1,4 und 1,51 egalisiert worden. Nur für das Einbetten zum Beispiel von Diatomeen werden Einbettmittel mit deutlich höheren Indices empfohlen. Ein für den Mikroskopiker entscheidendes Kriterium stellt der Schwindungsgrad dar. Hierunter ist zu verstehen, inwieweit sich das Volumen eines Einbettmittel durch ein Verdampfens des Lösungsmittels und/oder im Zuge einer Polymerisations- oder Kondensationsreaktion verringert. Diese Verringerung führt häufig zu einem Blaseneinzug unter dem Deckglas, ein Vorgang, der sich auch erst nach Monaten zeigen kann.
Ich würde Ihnen empfehlen langfristig folgende Einbettmittel bereit zu halten:
1. Malinol oder besser hochviskoses natürliches Kanadabalsam, (leider) gelöst in Xylol für alle schichtdicken, nicht gefärbten oder totalgefärbten Präparate (Kleinkrebse, Insektenglieder, Haare, usw.)
2. Alkohollösliches Euparal für gefärbte, pflanzliche Schnitte.
3. Xylolhaltiges DePeX (Firma Serva) oder Entellan (Firma Merck) zur Einbettung zoologisch-histologischer Schnitte.
4. Polyvinylacetat (PVA)- und Polyvinylpyrolidon (PVP)-haltige Einbettmitel sowie Polyvinyl-Lactophenol zur Einbettung von Milben, Pollen, Algen, usw.
Bitte beachten Sie, dass für das Arbeiten mit xylolhaltigen Einbettmitteln besondere Sicherheitsbestímmungen gelten. Vielleicht können Sie sich mit
Ihrem Kundenberater der Firma Chemlab noch einmal über die genannten Einbettmittel und deren Lieferbarkeit unterhalten. Mit dem hier vorgeschlagenem Sortiment, sind Sie für die meisten Einbettungen gerüstet.
Viele Grüße!
Dieter
Hallo,
um Missverständnissen vorzubeugen, sollten wir uns an die allgemein übliche Konvention halten und in diesem Fall von Einschlussmedium sprechen. Das übliche Einbettmedium wäre z.B. Paraffin, in das die Objekte vor dem Schneiden eigebettet werden. Das soll keine Rechthaberei sein, sondern nur der Klarheit dienen.
Wenn schon ChemLab ins Spiel kommt, würde ich gleich Includal CB empfehlen. Das ist ein synthetisches Kanadabalsam, entspricht also dem Malinol, ist aber in Butylacetat, oder Ethylacetat gelöst und daher unbedenklich. Dieses bietet auch den Vorteil, dass man die Objekte direkt aus Isopropanol einschließen kann, wie in Euparal. Und vor allem liefert ChemLab an privat; an Malinol, Entellan, Eukitt, Euparal usw. kommt eine Privatperson überhaupt nicht mehr dran.
ChemLab hat darüber hinaus auch eine Palette von wasser-mischbaren Einschlussmitteln, wie z.B. Phenol-freie Glycerin-Gelatine.
Wer nicht direkt bei ChemLab bestellen möchte, kann dies auch bei Biologie-Bedarf (Dr. Thorns) oder Astroshop.at tun.
Herzliche Grüße
Detlef Kramer
Hallo Herr Dr. Kramer,
vielen Dank für Ihre ergänzenden Ausführungen. Selbstverständlich werde ich mich in Zukunft, um Verwirrungen zu vermeiden, an Ihre vorgegebene Konvention halten.
An dieser Stelle möchte ich noch einiges zu den von Ihnen vorgeschlagenen Ersatzprodukten anmerken. Hierbei ist mir besonders das von Ihnen beschriebene synthetische Kanadabalsam unangenehm aufgestoßen. Das natürliche Kanadabalsam besteht im Wesentlichem aus Diterpenen, Harzsäuren und Harzestern. Wird hingegen ein synthetische Kanadabalsam auf seine Bestandteile untersucht, findet man, in Abhänigigkeit vom Lieferanten, unterschiedliche Zusammensetzungen. In der Regel handelt es sich um modifizierte, hochviskose Polyacrylsäureester, deren Zusammensetzungen nicht mir der des natürlichen Kanadabalsams übereinstimmen. Dementsprechend schwindet sythetischen Kanadabalsam häufig im gleichem Maße, wie übliche acrylathaltige Einschlussmittel. Den Gebrauch von Essigsäureestern (Butyl- und Ethylacetat) als Lösungsmittel für Einschlussmittel ist, in Hinblick auf die Langzeitstabilität von Präparaten, unter besonderer Berücksichtigung der Farbstabilität, sicher keine gute Wahl, da diese Ester nach einiger Zeit unter Hydrolyse Essigsäure abspalten. Des Weiteren habe ich bei der Durchsicht von Gebinden des künstlichen Kanadabalsams bereits mehrfach feststellen müssen, dass keine Langzeitstabilität besteht. Eine "Rücklösung" dieser Ansätze war leider nicht möglich.
An diesem Bespiel möchte ich klar machen, dass ich bisher mit Ersatzprodukte keine guten Erfahrungen gemacht habe und vermute, dass auch Sie zur Herstellung farbbrillianter, langzeitlich stabiler Präparate im Umgang mit Ersatzprodukten sehr vorsichtig seien werden. Sicher gebe ich Ihnen Recht, dass in Hinblick auf eine Gesundheitsgefährdung Ersatzprodukte in der Hand des Hobby- und Anfängermikroskopikers in jedem Fall sinnvoll sind und wahrscheinlich auch die einzige Alternative darstellen. Hierbei muss aber auch gesagt werden, dass für diese Sicherheit ein Preis bezahlt werden muss. Der Preis besteht meiner Meinung nach darin, dass bei der Verwendung von Ersatzprodukten mit Präparaten zu rechnen ist, die nicht die Eigenschaften besitzen, die beim Gebrauch "ursprünglicher" Einschlussmittel zu erwarten sind.
Nochmals vielen Dank für Ihre ergänzenden Ausführungen und viele Grüße!
Dieter Stoffels
Hallo Herr Stoffels,
bezüglich der chemischen Zusammensetzung des synthetischen Kanabalsam hatten wir kürzlich hier eine ausführliche Diskussion, zu der auch der Hersteller des Includal CB beigetragen hat. Ich will das nicht in aller Breite wiederholen. Fakt ist, dass Canadabalsam eine CAS-Nr. trägt und damit eine definierte Zusammensetzung hat (es ist ein Diterpen, kein Metacrylat), im Gegensatz zum Beispiel zu Euparal, das ein völlig undefiniertes Gemisch von natürlichen Harzen darstellt.
Die Bedenken hinsichtlich des Lösemittels muss man wohl ernst nehmen. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass dieses in relativ kurzer Zeit rückstandsfrei verdunstet. Ich werde das Problem mit dem Hersteller diskutieren. Fakt ist halt leider, dass das immer wieder gelobte Malinol, das chemisch identisch ist, in Xylol gelöst ist und deshalb nicht in den freien Handel gelangen kann, so blödsinnig das auch sein mag.
Herzliche Grüße
Detlef Kramer (der Dr. steht nur in meinem Ausweis)
Hallo Herr Kramer,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Leider habe ich bisher noch nicht die Möglichkeit gehabt, das Produkt INCLUDAL CB auszuprobieren aber mir scheint, eine Prüfung und Analyse lohnt sich.
Viele Grüße!
Dieter
Hallo Dieter,
(ich merke, wir nähern uns) Hier noch der Link zu der damaligen Diskussion: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2186.0, insbesondere der letzte Beitrag von Bern Heim beantwortet die Fragen zur chemischen Zusammensetzung.
Herzliche Grüße
Detlef
Zitat von: Detlef Kramer in Januar 22, 2010, 11:24:11 VORMITTAG
Hallo Herr Stoffels,
bezüglich der chemischen Zusammensetzung des synthetischen Kanabalsam hatten wir kürzlich hier eine ausführliche Diskussion, zu der auch der Hersteller des Includal CB beigetragen hat. Ich will das nicht in aller Breite wiederholen. Fakt ist, dass Canadabalsam eine CAS-Nr. trägt und damit eine definierte Zusammensetzung hat (es ist ein Diterpen, kein Metacrylat), im Gegensatz zum Beispiel zu Euparal, das ein völlig undefiniertes Gemisch von natürlichen Harzen darstellt.
Lieber Herr Kramer!
Die CAS-Nummer (Chemical Abstracts Service) der
American Chemical Society ist eine reine und willkürliche Registriernummer ohne jede chemische Bedeutung, in unserem Fall
bezeichnet sie die Substanz "Kanadabalsam, für welche die Nummer vergeben wurde. Ein Hersteller oder Händler ist nicht verpflichtet, eine solche Nummer für sein Erzeugnis zu beantragen. Er kann jederzeit unter dem Begriff Kanadabalsam eine abweichende oder völlig andere Substanz in den Handel bringen. Bei Festlegung der Nummer findet keine Prüfung auf chem. Beschaffenheit statt.
CAS ist ein kommerzieller Dienst der ACS, die Nutzung der Datenbank kostet Geld.
Hier eine Erklärung:
http://www.freieck.de/Chemie/Lexikon/CAS-Index/cas-index.html
Für "Kanadabalsam" gibt es
keinerlei Normung. Wir haben das ja schon früher ausführlich diskutiert, aber weil es so lange her ist, bringe ich noch einmal die Erläuterung, die ich vor 7 Jahren dazu im Forum gegeben hatte. - Ist vielleicht für die "neueren" Leser interessant. Vielleicht lohnt es sich, den Text (auszugsweise) unter "Mikro-KnowHow" abzulegen?
Gruß KH
Zitat Anfang/
Normung und Standardisierung in der Mikroskopischen Technik
[ Mikroskopie-Forum ]
Geschrieben von Klaus Henkel am 04. Juli 2003 22:50:19:
Werte Mikroskopiker!
Einer der Diskussionspartner schrieb unter dem Thema Pfeiffersche Fixierlösung:
"... in einem Rezept eine Substanz anzugeben, deren wesentliche Bestandteile ... entweder nicht bekannt oder nicht definiert sind. Wenn das wirklich so wichtig ist, müßte man versuchen, es zu standardisieren."
Das veranlaßt mich, einmal darzustellen, wie und in welchem Ausmaß in der Mikroskopischen Technik heute Standardisierung und Normung betrieben wird.
Dabei ist zu unterscheiden zwischen solchen Stoffen und Methoden, die einer Normung überhaupt nicht zugänglich sind, und solchen, bei denen Standards formuliert werden können, so daß eine Normung angestrebt werden kann.
Bei einer durchaus nennenswerten Anzahl von Farbstoffen und Farblösungen haben wir es mit Naturprodukten zu tun. Drei Beispiele mögen genügen: Karmin, Hämatoxylin und Azocarmin G. Alle drei gehören zu den beliebtesten, weltweit verbreiteten und sehr häufig angewandten Färbungen, die vornehmlich in der tierischen und menschlichen Histologie eine große Rolle spielen.
** Karmin besteht in der Grundsubstanz aus getrockneten und pulverisierten Weibchen der Cochenilleblattlaus, die in Mittelamerika auf bestimmten Kakteen lebt und dort auch gezüchtet wird. Für 1 kg Cochenille werden 140.000 Blattläuse benötigt. Karmin ist ein sehr wichtiger Farbstoff, aber als Naturprodukt nicht einheitlich und auch nicht normierbar.
** Das Hämatoylin ist ein Blauholzextrakt aus dem amerikanischen Campecheholz. Die Hämateine, die man zum Färben, z. B. nach Mayer oder Ehrlich, benützt, entstehen durch Sauerstoffaufnahme des Hämatoxylins an der Luft. Diese notwendige "Reifung" kann zwar auch künstlich herbeigeführt werden, doch kann trotzdem niemand genau sagen, welche Zusammensetzung die jeweiligen Reifegrade haben. Eine Normung - selbst nur des Reifungsprozesses - ist unmöglich, wie Versuche seit mehr als 80 Jahren ergeben haben.
** Bei der ebenso wichtigen, echten Azanfärbung ist nach 1950 in den USA eine gewisse Standardisierung bei der industriellen Herstellung des Azokarmin G erreicht worden. Seitdem leuchtet die Azanfärbung aber nicht mehr so schön, der herrliche Rotton ist merklich stumpfer geworden. Es scheint so zu sein, daß die früheren Verunreinigungen, die bei den heutigen Chargen von Azocarmin G fehlen, den schönen Farbton erzeugt bzw. als Katalysatoren gewirkt hatten.
Am Beispiel dieser drei Stoffe, die für die Histologie von überragender Bedeutung sind, läßt sich recht gut abschätzen, wie gering die Aussichten einer Normung im Einzelfall sein können.
Merck und zwei weitere Farbstoffe herstellende Firmen (Gurr und Harleco) haben vereinbart, unter der Bezeichnung Certistain gewisse Qualitätsrichtlinien einzuhalten, die gewährleisten, daß die Ergebnisse der Anwendung der Farbstoffe so sind, "daß die klassischen Färbebilder erhalten bleiben". Nicht "genormt" sind Herstellungsprozesse und chemische Beschaffenheit der Farbstoffe. Ferner sollen "die Anforderungen der amer. Biological Stain Commission (BSC) übertroffen werden". Doch das ist nicht schwer.
Die BSC vergibt ihre C.I.-Nummern nämlich nur aufgrund des vom einreichenden Hersteller beschriebenen Färbeergebnisses. Die chemische Beschaffenheit des Farbstoffes ist überhaupt nicht Gegenstand des Prüfverfahrens, sondern nur die Brauchbarkeit der vom Hersteller beschriebenen Methode. Es handelt sich also gar nicht um eine Normung bzw. Standardisierung, sondern um den Nachweis der Brauchbarkeit. So kann in USA, deren Firmen sich übigens als einzige dieser aufwendigen Anmeldeprozedur unterwerfen, jeder Hersteller unter derselben C.I.-Nummer etwas anderes liefern (in gewissen Grenzen), vorausgesetzt, der beschriebene Färbeeffekt trifft unter den dargestellten Voraussetzungen ein. Wenn man die eng genug faßt, müssen die Ergebnisse unter anderen Voraussetzungen bei verschiedenen Herstellern keineswegs übereinstimmen. Das ist also weder eine Standardisiserung der Farbstoffe noch der Methoden, sondern nur eine Absicherung der Ergebnisse unter bestimmten (Test-)Bedingungen, die nach Ansicht des Herstellers in der Praxis üblich sind. Das widerspricht allen Definitionen einer Normung, die sich stets auf die nachprüfbaren physikalischen und chemischen Eigenschaften eines Produktes beziehen muß, aber nicht auf dessen Anwendung.
In Deutschland geht man zur Zeit einen anderen Weg, zusammen mit den anderen EU-Ländern. Jeder kommerzielle Farbstoff, der beansprucht, ein Produkt gemäß der DIN-Spezifikation zu sein, muß den DIN-Kriterien entsprechen. Dabei ist Ausgangspunkt für die europäische Standardisierung, daß Konsistenz in den Färbeeigenschaften einer Farblösung eine Konstanz in den Farbstoffeigenschaften erfordert. Es wird also unterschieden zwischen dem eigentlichen Farbstoff (engl. dye) als einem trockenen Pulver und einer Färbelösung (engl. stain), die den Farbstoff gelöst enthält. Das 1987 gegründete Subkomitee für Referenzmaterial von Gewebefarbstoffen (heute: European Subcommittee on Reference Materials for Tissue Stains, SRMTS) unter den Auspizien des Eur. Council for Clinical and Laboratory Standardization, ECCLS, hat diese DIN-Kriterien akzeptiert.
Bisher sind nur 11 (elf) Farbstoffe standardisiert: Thionin, Methylgrün, Pyronin Y, Pararosanilin, Rosanilin, Magenta II, New Fuchsin, Victoriablau B, Methylgrün / Pyronin Y, Azure B / Eosin Y und Thionin / Eosin Y. Ob man weitere Farbstoffe normieren wird, ist mir nicht bekannt. (Meine Angaben fußen auf einer Meldung, die jetzt etwa 2 Jahre alt ist.)
Wenn man die etwa 300 Farbstoffe und -lösungen bedenkt, die von Chroma in Münster, Gurr in England oder Fluka in der Schweiz angeboten werden, ist die Anzahl der genormten nicht gerade hoch.
Die europäische Methode hat zweifellos ihre Vorteile. Aber die Farbstoffe müssen hochgereinigt sein, weil sie sonst die Kriterien nicht einhalten können. Die amer. BSC vermeidet die enormen Kosten für die Herstellung hochgereinigter Farbstoffe, sie orientiert sich einfach an ihrer Brauchbarkeit bei einer bestimmten, beschriebenen Methode. Die chem. Zusammensetzung kann dort also variieren. Der Nachteil ist aber, daß für jede Färbemethode, d. h. auch für Varianten einer Methode mit denselben Farbstoffen, die Brauchbarkeit aufs neue getestet, nachgewiesen und der Nachweis von der Biolog. Stain Commission geprüft werden muß, was zeitraubend und kompliziert ist.
Im Vergleich zu der genannten Eur. DIN-Normung ist die private Vereinbarung zwischen Merck, Gurr und Harleco eher unbedeutend, weil sie im Grunde nach derselben Methode gestaltet ist wie die der amer. BSC, nur "übertrifft" sie deren Anforderungen, was kein Kunststück ist, weil jene niedrig genug sind. Trotzdem ist das positiv, was die drei Firmen da machen, wenn es auch aus Gründen des Marketing als etwas zu bedeutend dargestellt wird.
Ich bezweifle, daß es außer für die klinisch-medizinisch wichtigsten Farbstoffe jemals eine Standardisierung auf breiterer Basis geben kann. Denn die phys.-chem. Eigenschaften eines Stoffes hängen ganz entscheidend vom Herstellungsprozeß ab. Und der ist ausschlaggebend dafür, ob der Hersteller damit Geld verdient oder nicht – und deswegen meist streng gehütetes Betriebsgeheimnis, das auch nicht im Interesse einer internationlen (evtl. nur europäischen) Standardisierung preisgegeben wird. So kennt man bei vielen Farbstoffen durchaus die genaue Zusammensetzung, aber nicht den Herstellungsprozeß, weil der aus gutem Grund geheim gehalten wird. Er ist als Kapital der Herstellerfirma zu betrachten.
Kommen wir zurück zu unserem diskutierten Beispiel Holzessig, und zwar dem rohen (!) Holzessig, bei dem undefinierbare Anteile verschiedener Gerb- und Huminsäuren anscheinend dafür sorgen, daß eine Fixiermischung nach Art der Pfeifferschen neben der Fixage auch dafür sorgt, daß die fixierten Objekte, sofern man sie gleich in der Lösung beläßt, auf Jahrzehnte unverändert konserviert werden. Daß Gerb- und Huminsäuren diese Wirkung haben, wissen wir durch die Funde von Moorleichen in Norddeutschland und Dänemark.
Angesichts der vielen Hunderte in der Mikroskopie verwandten Stoffe ist zu fragen, warum nicht mehr davon standardisiert werden. Vier Gründe sprechen nach meiner Meinung dagegen.
Erstens. Der große Aufwand. Er muß sich finanziell lohnen, d. h. der zu standardisierende Stoff muß kommerziell von erheblicher Bedeutung sein, oder die Kosten der Standardisierung müssen aus einem internationalen "Pott" der EU o. ä. bezahlt werden. Ein solcher Normungsprozeß mit verbindlichem Ergebnis verschlingt in der Regel manche Million Euro und kann jahrelang dauern - mit ungewissem Ausgang, was den Normungserfolg anbelangt.
Zweitens. Es gibt keine Vereinbarung über Standardisierung von Inhaltsstoffen von Substanzen für die Herstellung von Fixiermitteln. Dieses Feld ist irrelevant, weil nahezu gleichartige Fixierungsergebnisse stets auch mit alternativen Fixierlösungen andersartiger Zusammensetzung erzielt werden können. Es gibt auch kein schlüssiges Argument für eine Standardsierung von Fixierlösungen, weil der Erfolg einer bestimmten Fixierung am Objekt optisch kaum nachweisbar ist, im Gegensatz zu Färbungen.
Drittens. Beispiel roher Holzessig. Er wird meines Wissens in der Mikroskopie nur für die Pfeiffersche Fixierlösung verwendet und diese eigentlich nur für die Fixierung von Kryptogamen oder pilzinfizierten Blättern der Phanerogamen. Der Verbrauch von rohem Holzessig ist also in der wissenschaftlichen Welt völlig unbedeutend bzw. nahezu "Null" und zudem findet er nicht in "sicherheitsrelevanten" Prozessen statt, wie z. B. in der medizinisch-klinischen Histologie oder Anatomie, wo es nicht nur um die Gesundheit von Patienten geht, sondern in diesem Zusammenhang auch um juristische Konsequenzen bei fehlerhaften Auswertungen histologischer Befunde.
Viertens. Roher Holzessig ist ein reines Naturprodukt (das auch mit entsprechenden Katalysatoren künstlich hergestellt werden kann) - wie die Hämateine und das Karmin - das sich jeder Kontrolle entzieht und sowieso nur als Zwischenstadium für die Herstellung anderer Produkte dient. Nur ein äußerst geringer, gar nicht bezifferbarer Anteil von Holzessig wird für mikr. Zwecke einiger weniger Spezialisten abgezweigt.
Fazit: Ein Normungsvorhaben für Naturprodukte, deren Inhaltsstoffe niemals konstant sein können, wäre ein Widerspruch in sich und wissenschaftlich-technisch undurchführbar. Das trifft auf eine große Anzahl von Farbstoffen zu, die oftmals nur von einem einzigen Betrieb mit Verfahren hergestellt werden, die streng gehütetes Betriebsgeheimnis sind.
/Zitat Ende
Lieber Herr Henkel,
über die formale Bedeutung der CAS-Nr. mag ich mich nicht auslassen. Vielleicht kann hier ein Chemiker oder Herr Heim selbst etwas äußern.
Ich möchte hier nur noch einmal zitieren, was Bernd Heim selbst kürzlich dazu hier im Forum geäußert hat:
Zitat
"Die wohl ältesten und bekanntesten Einschlussmittel sind Bernstein und Baumharz. Wie allgemein bekannt, hat die Natur diese Einschlussmittel schon lange im Gebrauch. Bei den genannten Einschlussmitteln handelt es sich um Stoffgemische, Hauptbestandteile sind der sogenannte Harzkörper, höhere Ester der Diterpensäuren, wie z.B.Abietinsäure, Primarsäure etc.,freie Säuren, Terpene und leichter flüchtige Bestandteile. Die so vorliegenden Harze sind als Einschlussmittel nicht verwendbar. Insbesondere die freien Fettsäuren stören, sie verursachen einen sauren pH, sodass Farbstoffe nicht stabil bleiben und verhindern, dass sich eine stabile Harzschicht bilden kann, die Masse wird bröselig. Um diese Nachteile zu beseitigen, müssen diese Harze gereinigt werden. Dies erfolgt in der Weise, dass die leichtflüchtigen Bestandteile und die Terpene unter Vakuum abdestilliert werden, und ein mit Harzestern angereicherter Sumpf zurück bleibt. Dieser Sumpf enthält aber immer noch in angereicherter Menge die freien Harzsäuren, diese werden durch bilden schwerlöslicher Salze aus dem Sumpf entfernt. Übrig bleibt eine neutrales, elastisches, klares und gefärbtes Harz, löslich in polaren und unpolaren Lösungsmitteln mit einem Brechungsindex von 1,5. Es handelt sich zwar um ein Naturprodukt mit, in gewissen Grenzen schwankenden Gehalten, aber das Harzgerüst (Ester der Diterpencarbonsäuren) bleibt nahezu gleich, mit sehr geringen Schwankungen. Man hat natürlich auch nach Syntheseprodukten gesucht, insbesondere die im sauren und alkalischen Bereich kondensierten Kunstharze( ausgehend von den genannten Harzsäuren) zeigten vergleichbare Ergebnisse, insbesondere bezüglich des Brechungsindexes auch hier 1,5. Diese Syntheseharze wurden zum Teil in grosstechnischem Massstab hergestellt, vornehmlich als Bindemittel. Ein weiterer Grund diese Harze einzusetzen war natürlich, dass ihre Zusammensetzung immer gleich war, denn sie wurden unter stöchiometrischen und physikalisch definierten Bedingungen hergestellt. INCLUDAL CB synth. ist ein solches Harz. Zwischenzeitlich gibt es INCLUDAL CB nat. hier ist der Ausgangsstoff ein natürliches Baumharz, das dem oben beschriebenen Aufbereitung unterworfen wurde, BI = 1,5. Die Säurezahl ist < 1. Der Vorteil bei der Verarbeitung dieser Harze liegt darin, dass eine Entwässerung über Isopropanol ausreicht, um stabile Präparate zu erhalten. Die Abtrocknung dauert ca. 6 - 8h. In beiden Fällen wird der Film nicht spröde oder reisst, die Schwindung ist minimal.
Der vollständigkeithalber möchte ich noch erwähnen, Euparal ist ein Stoffgemisch verschiedener Harze u.a. Sandarak, Kopal einem Terpenalkohol umgesetzt mit Paraldehyd unter nicht bekannten Bedingungen.
Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Grüsse Bernd Heim"
Ich habe einige Passagen, der Deutlichkeit halber, hervorgehoben. Es könnte natürlich sein, nachdem was Sie, Herr Henkel schreiben, dass Malinol, das ausdrücklich als künstliches Canadabalsam beschriftet ist, ein solches gar nicht ist. Das gleiche würde eventuell dann auch für Roti-Histokitt zutreffen. Aber, warum eigentlich? Wenn diese Hersteller, ohne Not, sagen, ihr Produkt sei künstliches Canadabalsam, anstatt bspw. "synthetisches Einschlussmittel, universell einsetzbar, mit hervorragenden optischen Eigenschaften", wie z.B. Eukitt oder von mir aus auch das Caedax aus meiner Schulzeit, das ich trotz seiner Mega-Giftigkeit bis heute überlebt habe, dann nehme ich einfach an, dass es sich eben tatsächlich um dieses Produkt handelt. Und selbst wenn nicht und das Ganze nur ein Marketing-Gag wäre, Bernd Heims Produkt entspricht der von ihm geschilderten Definition und der entsprechenden CAS-Nummer.
Viel tiefer kann ich, mangels Chemie- und Gesetzeskenntnissen nicht in die Diskussion eintauchen. Meine Präparate, die ich mit Includal CB eingeschlossen habe, sehen jedenfalls gut aus und ich hoffe sie tun es auch noch, trotz Herrn Stoffels Bedenken bezüglich der Lösungsmittel, die ich ernst nehme, in ein paar Jahren. Dann kann die übernächste Generation von Mikroskopikern auf unsere positiven oder negativen Erfahrungen (s. Klaus Herrmann und Entellan) aufbauen.
Herzliche Grüße
Detlef Kramer
Hallo,
vielen Dank für dieses Thema und für die ausführlichen Erklärungen dazu. Ich habe grade angefangen Pflanzenschnitte zu färben und einzubetten. Leider noch mit fürchterlichen Ergebnissen, was aber nicht an den Materialien, sondern an meiner ungenügenden Schneidetechnik liegt. Ich hoffe auf Verbesserungen, wobei mich die herrlichen Bilder im Forum immer mehr verzeifeln lassen.
Viele Grüße aus Kärnten
Wilhelm Meister
Hallo Herr Meister,
bitte verzweifeln Sie nicht an Ihren eigenen bisherigen Schneideergebnissen. Frusttolleranz und das eigene Bemühen das Probleme lösen zu wollen ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Eigenschaften eines "Wissenschaftlers". Gerade durch eine noch nicht perfekte Schnittechnik lernt man am meisten und hierbei lernt man nie aus. Auch bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich häufig um ausgewählte Einzelschnitte. Die Menge des "Schnittabfalls" bekommt dabei keiner zu sehen. Auch gehört viel Übung dazu, solche Schnitte anzufertigen. Bei scheinbar unüberwindbaren Schwierigkeiten hilft Ihnen das forum sicher gerne weiter!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg!
Dieter
Liebe Mikroskopiker, Liebe Mikroskopikerinnen,
zu den hier geäusserten Bedenken zur Stabilität von Ersatzlösungsmitteln (Ester) für Toluol etc. möchte ich wenige Bemerkungen machen. Wichtig bei Einschlussmitteln für eingefärbte Präparate ist die pH Neutralität de Einschlussmitels. Bei natürlichen Einschlussmitteln wie Benzoe,Tolubalsam, Canadabalsam etc. ist es erforderlich die enthaltenen freien Säuren zu entfernen, dies erfolgt durch entsprechende Reinigungsoperationen, es bleibt ein neutraler inerter Harzkörper zurück, der in gelöster Form zum Einsatz kommt. Bei der Herstellung synthetischer Harze sind herstellungsbedingt im Rohharz saure oder alkalische Inhaltsstoffe vorhanden, abhängig davon ob eine saure oder alkalische Kondensation durchgeführt wurde. Auch hier ist es erforderlich das feingemahlene Rohharz intensiv zu waschen, um auch hier ein neutrales Harz zu erhalten. Die von Herrn Stoffels angesprochene Hydrolyse der Ester geht im sauren Bereich sehr langsam vor sich, um diese Hydrolyse in Gang zu setzen ist ein stark saurer pH erforderlich und erhöhte Temperatur > 80° über mehrere Stunden, anders ist es im alkalischen Bereich, hier erfolgt schon bei moderaten pH Werten 9 - 10 eine Verseifung der Ester (Spaltung in Säure und Alkohol). Die Gefahr einer Esterhydrolyse in diesem Anwendungsbereich sehe ich nicht. Soviel zur Chemie.
Die Verweilzeit des Esters im angewendeten Einschlussmittel ist sehr kurz, daraus folgt die Kontaktzeit zwischen Harz und Lösungsmittel reicht nicht für eine Reaktion aus. Das Problem der Instabilität von Färbungen in Einschlussmitteln rührt nicht von den Harzen oder deren Lösungsmitteln her, sondern von insbesondere sauren Bestandteilen, die während des Präparationsvorganges in das Präparat gelangen. Daher ist es zwingend erforderlich die gefärbten Präparate sorfältig zu waschen, bis auch diese neutral sind. Bei diesem Waschvorgang ist es wichtig auf den pH Wert des dest. Wassers zu achten pH 7, besser ist es einen Puffer zu nehmen bspw. nach Weise pH 6,8 und 7,2. Auch sollte den Präparaten eine gewisse Verweilzeit in den Spüllösungen gegeben werden, damit eine diffusion erfolgen kann, um Säurereste vollständig zu entfernen.
Grüsse Bernd Heim
Hallo Herr Heim,
vielen Dank für Ihre Ausführungen. Bitte erlauben Sie mir eine Nachfrage. Ich schätze am natürlichen Kanadabalsam (leider mit Xylol als Lösungsmittel) besonders den geringen Schwindungsgrad. Xylolhaltiges Kanadabalsam "trocknet" und härtet relativ langsam aus. Um den Vorgang zu Beschleunigen trockne ich solche Präparate bei 50 Grad Celsius im Wärmeschrank. Xylol hat hierbei einen Siedepunkt zwischen 137 und 140 Grad Celsius (je nach Isomer). Der Siedepunkt des Butylacetates beträgt 126 Grad Celsius und liegt somit niedriger als der eines Xylols. Ihrer Beschrei-bung entnehme ich, dass sich das Butylacetat sehr schnell aus Ihrem Einschlussmittel verflüchtig. Wie wirkt sich diese kurze "Trockenzeit" auf den Schwindungsgrad Ihres Produktes aus?
Für Ihre Antwort möchte ich mich im Voraus bedanken!
Dieter Stoffels
Hallo Herr Stoffels,
antworte Ihnen gerne, wie folgt: In den bisher hergestellten Präparaten konnte ich keine Schwindung erkennen. Als Parameter nehme ich die Veränderung des Präparates in der Längs - und Querachse das wäre eine Kontraktion, die konnte ich nicht beobachten. Auch der von Ihnen vorgeschlagene Test mit einem Filterpapier führt nicht zu dem befürchteten Effekt. Die Kondensationsharze, die als Bindemittel für Bauteile (Platten etc.)vor vielen Jahren entwickelt wurden, wurden nach ihrem Schwindverhalten ausgesucht. Für diesen Einsatzzweck ist natürlich das Schwindverhalten bezüglich Verformung durch Temparturunterschiede wichtig. Ich habe diesen Test bei allen Einschlussmitteln gemacht. Auch bei dem Neuen für den Einschluss von Dünnschliffen, hier ist allerdings EtOH das Lösungsmittel, hier hatte ich eher die Befürchtung einer Schwindung, war aber nicht der Fall. Ich möchte es mal ganz salop formulieren. Die Harze liegen im Lösungsmittel wie toter Hund, bei der Aufnahme des Lösungsmittels quillt das Harz nicht, bei der Abgabe des Lösungsmittels schwindet es nicht, d.h. es findet keine Wechselwirkung zwischen Harz und Lösungsmittel statt, ein inertes System.
Grüsse Bernd Heim
Hallo Herr Heim,
das sind gute Nachrichten.
Herzlichen Dank!
Dieter Stoffels
Zitat von: Detlef Kramer in Januar 22, 2010, 16:52:08 NACHMITTAGS
Lieber Herr Henkel,
über die formale Bedeutung der CAS-Nr. mag ich mich nicht auslassen. Vielleicht kann hier ein Chemiker oder Herr Heim selbst etwas äußern.
Hallo Herr Kramer,
als Chemiker, der beruflich regelmäßig mit CAS-Nummern zu tun hat, möchte ich hier folgendes anmerken:
Die Nummern dienen im wesentlichen dazu, die Recherche nach bestimmten Substanzen in der Datenbank "Chemical Abstracts" zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Wer - wie ich - noch die "prä-Internet-Ära" erlebt hat, in der man in der Bibliothek Dutzende von Registerbänden der Zeitschrift "Chemical Abstracts" durchblättern musste, um Information zu einer bestimmten Substanz zu bekommen, weiß die Erleichterungen des Computerzeitalters zu schätzen, aber das Prinzip ist dasselbe:
Für jede neue Substanz, die in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben wird, wird eine CAS-Nummer vergeben - und genauso wurde bei Einführung des Systems darauf geachtet, dass die bekannten Substanzen CAS-Nummern erhielten. Jede neue Veröffentlichung, die bei CAS zitiert wird, wird von einem "Indexierer" durchgelesen, der sich vergewissert, welche bekannten Substanzen dort genannt werden, und ob ggf. neue Substanzen vorgestellt werden, für die neue Nummern vergeben werden müssen. Das Ziel dabei ist die Erstellung eines Datensatzes, der - heute mit Computerunterstützung - erlaubt, rasch sämtliche Literaturstellen zu finden, die sich auf eine bestimmte Substanz beziehen.
Die Kriterien, nach denen diese Nummern vergeben werden, sind dabei höchst unterschiedlich (wie bereits der Vorgang der "Indexierung" unleugbar eine subjektive Komponente enthält und damit einen gewissen Unsicherheitsfaktor ins Spiel bringt - manchmal passieren dabei nämlich Fehler): Auf der einen Seite wird beispielsweise etwa jedes (formal neue) Salz einer bekannten Base mit einer neuen Nummer versehen; auf der anderen Seite wurden und werden auch Mischungen und Naturprodukte indexiert, deren Zusammensetzung
deshalb aber nicht bekannt sein muss! Nochmal: Der Sinn des Systems ist der einer Zusammenstellung von Information für die Recherche - nicht die exakte Definition aller indexierten Verbindungen!
Machen Sie sich einmal den Spaß und schauen Sie etwa im Römpp Chemie-Lexikon oder im Merck-Index (den Bibeln für den schnellen Zugang zu chemischer Information) nach diversen Naturprodukten wie Naturharzen, Ölen etc. Sie werden feststellen, dass für zahlreiche Naturprodukte ebenfalls CAS-Nummern vergeben wurden, obwohl die Zusammensetzung nicht genau bekannt ist.
Ich hoffe, dies trägt ein wenig zur Klärung der Bedeutung dieser Registernummern bei. Für Rückfragen stehe ich aber gerne zur Verfügung.
Gruß,
Holger
Hallo Holger,
herzlichen Dank für diese Information und die angebotene Hilfe.
Dann wäre ich daran interessiert: 8007-47-4.
Herzliche Grüße
Detlef Kramer
Zitat von: Detlef Kramer in Januar 24, 2010, 23:32:21 NACHMITTAGS
Hallo Holger,
herzlichen Dank für diese Information und die angebotene Hilfe.
Dann wäre ich daran interessiert: 8007-47-4.
Herzliche Grüße
Detlef Kramer
Hallo Herr Kramer,
Sie meinen, welche Details zu der Verbindung mit der angegebenen CAS-Nummer angegeben sind, vermute ich? Nun, leider kann ich nicht frei auf die Datenbank zugreifen, ich werde aber sehen, dass ich diese Anfrage gelegentlich in eine Recherche einschmuggeln kann.
Gruß,
Holger
Hallo Detlef
Vielleicht hilft dir das.
http://www.chemexper.com/
Gruss Horst
Hallo Detlef,
die CAS-Nummer gehört zu Canadabalsam.
Bei der Recherche nach der Nummer bekommt man zusätzlich die Information, daß die Recherche mit und nach der CAS-Nummer allein vermutlich unvollständige Ergebnisse liefert, da die genaue Struktur und Zusammensetzung des Stoffes nicht bekannt ist.
Viele Grüße
Rainer
Lieber Holger,
lieber Horst,
lieber Rainer,
Herzlichen Dank! Im Grunde wissen wir ja, durch die Beiträge von Bernd Heim, um was es geht. Ich denke, wir können die Diskussion um das künstliche Canabalsam unterbrechen und Erfahrungen sammeln bzw. abwarten.
Herzliche Grüße
Detlef