Hallo,
mit jugendlicher Unbekümmertheit habe ich eine dicke Leuchtfeldlinse ausgebaut und einfach auf die Arbeitsplatte gelegt. Wenige Tage später wollte ich sie wieder einbauen und bemerkte einen Kratzer auf der konvexen Seite, der vorher aber nicht vorhanden war. Irgendwie muss ich den Kratzer verursacht haben, indem ich das Teil auf dem Tisch verschoben habe.
Mit Glaspolierpulver und Wasser gab ich im händischen Verfahren mein Bestes - was aber nicht ausreichte. Der Kratzer ist immer noch da, wenngleich geringfügig verbessert.
Hat jemand Erfahrungen mit so einem Set: https://www.ebay.de/itm/383695521449 ?
Oder gibt es einfachere Möglichkeiten?
Gruß
Peter
Hallo Peter,
wie wird die Oberfläche denn beanspruch?
Viele Grüße,
Bob
Hallo Bob,
mechanisch gar nicht. Die konvexe Seite ist im Innern. Etwas Wärme von der Lampe eventuell.
Gruß
Peter
Risse in Uhrgläsern habe ich schon sehr dauerhaft mit Xylol+Kanadabalsam gefüllt.
Schön klar und spaltfüllend wäre auch Loca TP 2500.
Recht gute Linsen habe ich aus einem chinesischen UV-Fingernagellack herstellen können. Wird sehr hart aber auch spröde.
Die drei wären so meine Favoriten.
So richig tief wird der Kratzer nicht sein, ich würde es daher nicht übertreiben, sondern erstamal etwas einfaches probieren.
Hallo Peter,
vielleicht erzeugt ein kleiner Kratzer auf der Feldlinse keine nennenswerten Auswirkungen. Hast du kontrolliert?
Mit freundlichen Grüßen.
Enzo
Hallo Peter,
ich habe selber keine Erfahrungen mit Kratzerbeseitigung, könnte mir aber vorstellen, dass es hilfreich sein könnte, den genauen Brechungsindex des verwendeten Glases zu kennen und ein Medium zu benutzen was dem möglichst nahe kommt.
LG Gerd
Auf der Beleuchtungsseite hat eine minimale Verschlechterung des Kontrasts durch den Kratzer KEINE merkbare Auswirkung auf die Abbildung des Objektes, die erfolgt ja durch andere Linsen.
Keine Aktion erforderlich, einfach wieder zusammenbauen.
Gruß - Werner
Hallo,
danke für eure Ratschläge. Jetzt muss ich erst mal überlegen, was ich probiere. Werde Bescheid geben, wie "erfolgreich" ich war.
Natürlich habt ihr recht, der Kratzer hat keinerlei Auswirkung auf die mikroskopische Leistung.
Aber ich kann ihn halt sehen, wenn ich direkt auf die Leuchtfeldöffnung sehe.... :( ::)
Freundliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
wenn Du den Kratzer deutlich mit dem Fingernagel ertasten kannst, würde ich lieber nichts mehr unternehmen, dann ist der Katzer zu tief. Zumindest Abschleifen wird dann auch den Radius der konvexen Linse undefiniert verändern.
Auffüllen ist auch nicht sicher, da darf kein Luftbläschen verbleiben, es muss die Füllmasse mit Druck eingedrückt werden.
Wenn der Kratzer schon geringer geworden ist durch Deine Versuche, kann ggf. eine Reinigung mit feinstem Pinsel noch Politurreste entfernen? Dann ist er ggf. geringer sichtbar.
Gruß Frank
Hallo,
auspolieren halte ich für wenig sinnvoll, da müsste man je nach Tiefe des Kratzers eine Mulde in die Linse polieren.
Man kann einen Riss aber mit dünnflüssigem Epoxidharz o.ä. vorsichtig ausfüllen, man muss die Oberfläche mit einem Spatel vor Aushärtung dann abziehen. Es gibt auch speziell für Glasreparatur an Autowindschutzscheiben solches Harz in Kleinmengen.
Hubert
Hallo Peter,
in der Bucht gibt es Reparatursets für Handydisplays, die nach der Auffüll-Methode funktionieren. Wenn die zerkratzte Linsenfläche nicht zu stark gekrümmt ist, könntest Du so etwas verwenden. Habe damit einen üblen Kratzer auf einem Brillenglas praktisch "unsichtbar" gemacht.
Viele Grüße
Helmut
Hallo Peter,
ich würde da auf keinen Fall versuchen Kratzer auszupolieren. Auch Kleber oder Lacke, auch wenn sie nicht für die Optik gefährlich sind, würde ich nicht zu Reparaturversuchen nehmen.
Wie andere schon geschrieben haben, würde durch Polieren die Flächenform der Linse verändert, und es geht auch nur um den Beleuchtungsstrahlengang. Dies wäre viel, viel schlimmer als der der Kratzer selbst.
Bei der Selbstherstellung von Teleskopspiegeln kommt es immer zu feinen Kratzern, die aber keinerlei Auswirkungen auf die Funktion haben. Es entsteht durch die Kratzer zwar minimal Streulicht, welches zum größten Teil auf die Tubuswandung trifft und dort abgefangen wird, und somit die Abbildung nicht weiter stört. Der Flächenanteil der Kratzer, und damit auch der Anteil des verloren gehenden Lichtes, ist minimal gegenüber dem Licht, welches durch die unveränderte Spiegel-/Linsenfläche korrekt reflektiert / bzw. gebeugt wird. Bei anderen optischen Systemen sollte es sich analog verhalten.
Bekannt ist ausserdem die Anekdote, wo sich ein Besucher in der Fraunhofer´schen Manufraktur über einen Kratzer auf einer Linse eines Fernrohres mokiert hatte, und dieser zur Antwort gab, seine Fernrohre seien zum Durchgucken da, und nicht zum Angucken.
Ich hatte einmal vor Jahren für einen anderen (der selbst keine hohen Ansprüche hatte) über Ebay ein Stemi-Opjektiv bei Ebay erworben, welches sich als auf der Frontlinse als geradezu milchglasartig zerkratzt herausstellte. Trotzdem war die Abbildung noch erstaunlich gut, und da es nur 10 Euro gekostet hatte, hatte der Endabnehmer darauf verzichtet, es (bei dem seinerzeit hier im Forum berüchtigten Verkäufer) zu reklamieren, zumal dieser auf meine Beschwerden nicht reagierte.
Hallo,
meinen ersten Versuch habe ich mit verdünntem Kanadabalsam gemacht. In den Riss gefüllt, Luftblasen mit Vakuum entfernt, aushärten lassen.
Danach vorsichtig überstehendes Harz abgeschabt und mit Lappen poliert.
Ergebis: Minimale, kaum sichtbare Verbesserung.
Was habe ich gelernt?
So geht es nicht. Und ich habe keine Lust mehr, weiteres auszuprobieren. Ich lebe nun mit dem Kratzer und fertig.
Gruß
Peter