Ich habe ein Update angehängt. Wer nur das lesen will, bitte bis zum Ende springen. :)
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Hallo zusammen,
gleich zu meiner Frage: Welche Substanzen eignen sich für die Mikrosublimation?
Ich beschäftige mich schon längere Zeit mit Mikrokristallen. Meist geht es um Motive, die ich im polarisierten Licht fotografiere. Die Präparate entstehen oft aus Lösungen, oder es sind Schmelzpräparate. Sublimation hatte für mich, bis auf ein paar Ausnahmen, lange Zeit keine große Rolle gespielt. Zu den Ausnahmen gehörten zum Beispiel Coffein, Flechtensäure (Gelbflechte), Benzoesäure und ein paar andere. Von diesen ist allgemein bekannt, dass sie sublimieren und unter welchen Bedingungen. Entsprechende Beiträge findet man auch hier im Forum.
Ich finde Sublimation im Zusammenhang mit Mikrokristallen ein äusserst faszinierendes Gebiet! Zum einen entstehen oft Kristalle, die so, bei den anderen Kristallbildungen, nicht zu sehen sind. Das zarte und filigrane Aussehen der Kristalle und die Tatsache, dass sie oft in die 3. Dimension wachsen, hat schon was. Allerdings wird das Fotografieren dadurch nicht einfacher...
Insgesamt ist es schwierig, herauszufindenden, welche Stoffe sich für Sublimationsversuche eignen. Besonders für einen Nichtchemiker/Nichtphysiker.
Auch Wikipedia und viele ,,Chemieseiten" geben nur die Schmelztemperatur an. Der Hinweis auf Sublimation fehlt oft ganz, oder man findet keine Angaben zu Bedingungen und Temperaturen. Ich denke, dass Problem ist, dass das Sublimationsverhalten stark druckabhängig ist. Werden irgendwo Sublimationsvorgänge beschrieben, finden diese oft im Vakuum statt.
Im Forum kann man unter Interessante Download-Links für Mikroskopiker (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16694.msg131828#msg131828) etwas zu Mikrosublimation zu finden. Besonders interessant ist das Buch von Otto Tunmann, auch, weil es das Anfertigen der Präparate und mikroskopisches Arbeiten mit einbezieht. Auch Hans Molischs ,,Mikrochemie der Pflanze" ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert.
Über die Zeit habe ich eine Reihe von Stoffen gefunden, die sich gut für eigene Sublimationsversuche unter Normaldruck eignen:
- Ammoniumchlorid
- Anthracen
- Benzoesäure
- Bernsteinsäure
- Coffein/Teein
- Erythrit
- Flechtensäure
- Harnstoff
- Hippursäure
- Juglon
- Vanillin
- Zimtsäure
Alles selbst ausprobiert und Bilder im Forum gezeigt!
Natürlich habe ich schon noch das eine oder andere auf meiner Liste, Theobromin zum Beispiel, auch Saccharin, Iod, Iodoform, Salicylamid, Salicylsäure, Naphthalin und Cumarin. Das Problem sind, wie oft, die Beschaffungsmöglichkeiten. :(
Dann vielleicht noch Betulin aus Birkenrinde.
Okay, es kommt noch keine lange Weile auf. Aber dann? Ich komme wieder zu meiner Frage:
Welche ,,normal" beschaffbaren Substanzen eignen sich noch für die Mikrosublimation?
Viele Grüße
Michael
Bei meinen Recherchen im Netz bin ich auf einige interessante Seiten zum Thema gestoßen, ein paar verlinke ich hier mal, falls jemand Interesse hat, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen.
https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.chemmater.7b04170
https://diglib.uibk.ac.at/ulbtirolhs/download/pdf/4646247?originalFilename=true
https://www.research-collection.ethz.ch/bitstream/handle/20.500.11850/135742/eth-21713-02.pdf?sequence=2&isAllowed=y
https://rosdok.uni-rostock.de/file/rosdok_disshab_0000002563/rosdok_derivate_0000103954/Gronbach_Dissertation_2021.pdf
http://daten.didaktikchemie.uni-bayreuth.de/experimente/ktk/kakao_theobromin_sublimation.htm
Moin Michael,
da fallen mir zum Beispiel weitere Ammoniumsalze, wie A-carbonat, A-nitrat, A-sulfat und weitere Ammoniumsalze ein. Dann noch weitere bei Raumtemperatur feste organische Säuren. Grundsätzlich denke ich auch an weitere Medikamente. Mal sehen was da noch an Vorschlägen kommt.
Schönen Sonntag und beste Grüße
Peter
Hallo Michael,
danke für die Auflistung der Substanzen, die Du schon ausprobiert hast. Das erleichtert, genau wie Deine Bilder, die ersten Gehversuche.
Auch wenn ich bis jetzt noch keine eigenen Versuche mit Sublimation gestartet habe, schaue ich doch immer bei meinen Recherchen zu interessanten Stoffen für Kristallaufnahmen, ob ich irgendwas zu Sublimation finde. Leider bin ich auch nicht erfolgreicher als Du.
Bei Stoffen, die einen Schmelzpunkt unter 250-300°C haben, könnte man zumindest versuchen, ob sich Sublimation einstellt. Vielleicht kann man auch was aus dem Dampfdruck ableiten, der auch selten in Wikipedia angegeben ist.
Bei Ammoniumsalzen (z.B. Ammoniumsulfatnitrat, Ammoniumperchlorat, ...) muss man aber immer die Explosivität im Blick haben. Mit sowas würde ich nicht experimentieren.
Viele Grüße
Ludger
Hallo Peter und Ludger,
danke für die Tipps und Hinweise. Ammoniumnitrat ist ja noch aus Beirut bekannt...
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
und die Fenster im Wormser Dom sind auch nicht im 2. Weltkrieg kaputt gegangen, sondern bei einer Ammoniumnitrat-/Ammoniumsulfatnitrat-Explosion bei der BASF in Ludwigshafen. Das sind immerhin über 30km Entfernung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Explosion_des_Oppauer_Stickstoffwerkes (https://de.wikipedia.org/wiki/Explosion_des_Oppauer_Stickstoffwerkes)
Gruß
Ludger
Hallo,
Ammoniumsalze sind kein Iota gefährlicher als andere Salze. Die meisten Nitrate sowie alle Chlorate und Perchlorate machen bei falscher Handhabung mächtigen Krawall.
Iod ist ja der Sublimationsklassiker und auch problemlos zu beschaffen. Bor müsste eigentlich auch ganz gut gehen, ist aber nur als Trioxid zu bekommen und die Darstellung des reinen Elements daraus eine ziemlich kriminelle Operation. Kann man daher nicht empfehlen.
Ich ebenfalls mit bei Zimmertemperatur festen organischen Säuren experimentieren. Da sind über die bekannten Vertreter wie Benzoesäure und Hippursäure sicher einige brauchbare dabei.
Meine Vorschläge dazu wären Oxalsäure, Salicylsäure und Zitronensäure. Alles problemlos und für kleines Geld zu beschaffen.
Aluminiumchlorid müsste eigentlich auch sublimieren.
Viele Grüße
Alexander
Hallo,
es gibt organische Substanzen die schon bei niedrigen Temperaturen sublimieren und nicht so gefährlich sind. Z.B. Kampfer oder Thymol. Kampfer wird teilweise medizinisch oder bei Kosmetika verwendet, Thymol wirkt gegen die Varroa-Milbe und dürfte Imkern bekannt sein.
Liebe Grüße
Tilman
Hallo zusammen,
vielen Dank für die Tipps!
Mit Salicylsäure vertreibe ich mir gerade die Zeit. Und Zitronensäure, Kampfer, Thymol und Oxalsäure kommen auf die To-do-Liste.
Viele Grüße
Michael
Moin Michael,
Günther Dorn bietet zur Zeit aus einem Nachlaß zahlreiche Chemikalien an. Ich schätze da wird für Dich einiges dabei sein.
Beste Grüße
Peter
Hi Peter,
ja habe ich gesehen. Danke für den Tipp!
Ich habe schon einiges an Chemikalien hier, so etwa achtzig verschiedene, plus eine Reihe von Lösungsmitteln. Das habe ich mir alles im Laufe der Zeit zielgerichtet für das Thema ,,Mikrokristalle" besorgt. Dazu noch "Allerweltszeug" und einige Färbemittel, u.a für Fluoreszenz.
Mir geht es jetzt darum, möglichst konkrete Tipps zu bekommen, um dann die ,,Zutaten" für weitere Sublimationsversuche zu besorgen. Auf den Bildern von Günther konnte ich da leider nichts für mich Brauchbares entdecken. Es handelt sich wohl vorwiegend um Färbemittel. Aber vielleicht schicke ich Günther mal eine Liste, mit den Vorschlägen aus diesem Thread.
Beste Grüße
Michael
Hallo zusammen,
eigentlich hatte ich mir etwas mehr aus dem Forum erwartet. Da vermisse ich den Klaus (Herrmann) schon sehr...
An mangelnder fachlicher Kompetenz kann es ja nicht liegen. Na gut, es wird Gründe geben.
Zum Dank an die Vier, die auf meine Frage geantwortet haben, hier ein Bild von Kristallen der Salicylsäure (danke für den Tipp, Alexander!) an einer Deckglaskante .
Sublimation bei knapp 80°C und polarisiertes Licht, Bildbreite 0,5 mm
Vielen Dank und beste Grüße
Michael
Hallo Michael,
unter dem Suchbegriff ,,sublimiert" schlummern auf meinem Rechner folgende Fotos:
Theobromin,
Schwefel,
Indigo,
Hydrochinon,
Chinhydron,
Saccharin, freigemacht mit HCl.
Viele Grüße, Heiko
Hallo Michael,
zum Thema kann ich leider keine eigenen Erfahrungen beitragen, aber bei der Suche nach Resublimation hier im Forum gab es einen Treffer in dem Klaus Herrmann die Bücher von D´Ans Lax zitiert, dort sind Angaben der Schmelzpunkte enthalten. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21545.msg160856#msg160856
Bei Wikipedia ergaben sich weitere Infos zu den Büchern.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Taschenbuch_f%C3%BCr_Chemiker_und_Physiker.
Nur mal zur Info, falls Du die Bücher nicht schon kennst.
LG Frank
Zitat von: Aljoscha in November 14, 2022, 11:33:06 VORMITTAG
Bor müsste eigentlich auch ganz gut gehen, ist aber nur als Trioxid zu bekommen und die Darstellung des reinen Elements daraus eine ziemlich kriminelle Operation.
Bor:
Schmelzpunkt 2349 K (2076 °C)
Siedepunkt 4203 K (3930 °C)
Wenn Du es schaffst, das zu Sublimieren, bekommst Du von mir persönlich den Nobelpreis.
Viele Grüsse
Florian
Hallo Michael,
und natürlich das Küchen-Intérieur – Illicium verum, Sternanis, Sublimat der Fruchtschale, eben probiert.
Viele Grüße,
Heiko
Hallo zusammen,
danke für eure Rückmeldungen!
@Heiko – danke für die Liste. Sehr schön, deine Aufnahme von Sternanis. Weißt du, was da genau sublimiert?
@Florian – Bor, das wird dann wohl nix, selbst wenn ich mein Sublimationsöfchen mit 24 V übertakten würde. :)
@Frank – Ja, hatte ich gelesen, aber Klaus hat ja selbst geschrieben: ,,Ich kenne keine Tabelle mit Sublimationspunkten. Für Schmelzpunkte gibt es die im D´Ans Lax, aber das nützt hier wenig!".
Ich habe mir den D´Ans Lax trotzdem mal bestellt (Band 2). Ansonsten habe ich den RÖMPP.
LG Michael
Hallo,
interessant wäre Osmiumtetroxid, das ja auch in der Mikroskopie verwendet wird. Vielleicht hat das ja jemand von den professionellen Mikroskopikern hier im Giftschrank. Müsste man ja schon durch die Ampulle sehen, wie sich da Kristalle ablagern.
Viele Grüsse
Florian
Hallo, viel Vergnügen damit. Ist hochgiftig, reizend und teuer. Aber wenn man es will...
Liebe Grüße
Tilman
PS. Sublimat (HgCl2) würde da noch passen. Hochgiftig! nicht so teuer, aber schwer zu kriegen.
Zitat von: Tilman in November 19, 2022, 18:42:43 NACHMITTAGS
Hallo, viel Vergnügen damit. Ist hochgiftig, reizend und teuer. Aber wenn man es will...
Liebe Grüße
Tilman
Drum meinte ich ja, wer das professionell benutzt und im Labor hat, könnte das mal zeigen. Wird ja auch in der Elektronenmikroskopie ausgiebig benutzt. Dazu müsste man wohl noch nicht mal eine Ampulle öffen. Ich habe bis jetzt keine optischen Daten zu den Kristallen gefunden.
Viele Grüsse
Florian
Hallo Michael,
leider habe ich keine Ahnung. Wär's die Shikimisäure, dann $$$ ...
;)
Gruß, Heiko
Hallo,
Bin gerade über eine weitere Substanz gestolpert, die gute Sublimation zeigt: Hexamethylentetramin.
Das Bild zeigt einen Stahlwollfaden mit sublimierten Kristallen. Auflicht-Dunkelfeld ohne Polarisation. Objektiv 20x.
Man sieht dem Bild deutlich an, dass ich nicht Michaels Geschick für solche Sachen habe. :'(
Viele Grüße
Alexander
Hi,
@Heiko - Ja, das kommen ja unzählige Stoffe infrage. Ich werde mal einen Stern aus der Weihnachtsbäckerei stibitzen und versuchen dein Ergebnis nachzuvollziehen.
@Alexander - Sieht doch super aus! Sehr interessante Kristallformen.
Hexamethylentetramin ist mir bisher noch nicht untergekommen. Aber scheint als E 239 ja nichts völlig Exotisches zu sein.
Mach mal weiter mit Mikrokristallen und Auflicht-Dunkelfeld, da wirst du sicher deine Freude daran haben.
Viele Grüße
Michael
Hallo,
interessant finde ich ja immer auch, was man da eigentlich sieht oder sehen sollte. Nach
"The optical properties of organic compounds", Alexander N. Winchell,
kristallisiert Hexamethylentetramin in der isometrisch hextetraedralen Kristallklasse, Raumgruppe I bar(4)3m mit Brechungsindex N=1.5856 (667.6 nm) bzw. 1.5893 (587.6 nm).
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian,
Da habe ich so meine leisen Zweifel. Die Kristalle sind ganz klar isotrop, was auf das kubische Kristallsystem hindeutet. Doppelbrechung konnte ich im Polarisationsmikroskop nicht beobachten.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Alex,
isometrisch und kubisch ist doch synonym?
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian,
Ich hatte das "isometrisch" schlicht überlesen. :'(
So passt es natürlich.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Heiko,
meine Sternanis-Versuche waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Ich habe die Schalen zerkleinert und dann in einer kleinen Petrischale langsam erhitzt, von ca. 80 °C bis 260 °C. Einen OT darüber mit "Kühlmutter" habe ich immer mal gewechselt. Am Anfang hat es einen Beschlag gegeben, aber das war vor allem Wasser, vielleicht waren auch ein paar Öle dabei. Bei der höchsten Temperatur ging das Ganze dann langsam in "Holzkohle" über. Hätte ich nicht eine Fussel eingefangen, wäre im polarisierten Licht garnix zu sehen gewesen.
Ich denke, die Sterne waren entweder zu alt, oder eine billige Imitation aus Asien (Spässle).
Viele Grüße
Michael
Hallo,
bei Laborversuchen bei hohen Temperaturen (> 200° C) mit Phthalsäureestern (Weichmacher) bildeten sich immer wieder mal lange Nadeln von Phthalsäureanhydrid (PSA). Wenn man das hat, kann man es auch sublimieren. Bei Reaktionen mit Benzoesäure bildeten sich in unseren Rührkesseln bei >130° C Benzoesäure-Nadeln.
Beide Dämpfe sollte man nicht einatmen. Kampher und Jod sublimieren auch schon bei Raumtemperatur an der Glaswand.
Jochen
Hallo Jochen,
danke für die Tipps. Phthalsäureanhydrid (PSA) ist mir nicht ganz geheuer. Abgesehen davon, dass ich darauf keinen Zugriff habe, scheint das Zeug doch nicht ganz ungefährlich zu sein.
Solche Substanzen meide ich lieber in meinem Schreibtischlabor. Mit Benzoesäure habe ich schon viel gemacht und kürzlich auch einige Bilder gezeigt. An Benzoesäure kann man wirklich seine Freude haben. :)
Viele Grüße
Michael
Lieber Florian,
isometrisch und kubisch ist keinesfalls synonym! Auch nichtkubische Kristalle werden als isometrisch bezeichnet, wenn ihre Kristallform in erster Näherung kugelförmig ist. Insofern ist isometrisch kein Symmetriebegriff, sondern eine Bezeichnung für eine Habitus-Form.
Herzliche Grüße,
Olaf
Hallo Sublimierer
Etwas über die Sublimation mit der Versuchsanordnung von Gelbflechten findet ihr hier:
http://www.hdds-mikrowelten.de/Steine%20/%20Mineralien/Kristalle%20durch%20Sublimation.html (http://www.hdds-mikrowelten.de/Steine%20/%20Mineralien/Kristalle%20durch%20Sublimation.html)
Schöne Grüße
Horst-Dieter
Hallo Michael,
muss Dir zustimmen, habe das Ergebnis von neulich heute nicht nachvollziehen können. Erhalte Kondensat-Tröpfchen, die dann teilweise kristallisieren und auch mikrokristallines Resublimat bei höherer Temperatur ... aber nicht den gezeigten Kristallbelag. Die ,,Aromaverpackung" ist ja nun seit einiger Zeit geöffnet – ob's daran liegt?
Viele Grüße,
Heiko
Hallo,
@Horst-Dieter - Von deiner Seite habe ich mich schon vor längerer Zeit inspirieren lassen. :)
@Heiko - kann sein. Vielleicht kann ich mir nochmal ein frisches Sternchen besorgen und die Versuche wiederholen.
Übrigens, ich habe mir MAYRHOFERs ,,Mikrochemie der Arzneimittel und Gifte" besorgt, hattest du mal irgendwo erwähnt. Sehr interessantes Buch, einschl. Tabellen, auch für Nichtchemiker ganz gut zu studieren.
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
im Bild die Phasenumwandlung des Schwefel-Kondensats im Silikonöl-Eindeckmittel nach einigen Tagen ...
Für Dich ist natürlich die kristalline Oberfläche im Auflicht interessanter. Auch in der Luft wachsen Kristalle aus den Schwefel-Tröpfchen – sind aber recht klein.
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Heiko,
schön, dass du das Thema noch weiter verfolgt hast. Ich bin gerade mit Menthol beschäftigt (tauchte hier noch gar nicht auf). Da hatte ich auch den Effekt, dass beim Sublimieren erst Tröpfchen entstanden sind, die dann später Kristalle bilden. Das Bild zeigt so ein Tröpfchen, die Nadeln können schon erahnt werden.
Viele Grüße
Michael
Zitronensäure
Zitonensäure 200 fach
Hallo Sarah,
schöne Aufnahmen. Generell sublimiert Zitronensäure ja ab etwa 175 °C, ich selbst habe das aber noch nicht versucht. Vielleicht kannst du dein Vorgehen mal kurz beschreiben?
Viele Grüße
Michael
Hi, ich habe es einfach in einer Wasserlösung auf dem Objektträger mitsamt einem Deckglas langsam verdunsten lassen.
LG
Alles klar, Sarah.
LG
Hallo Sarah
Das ist ein super Bild geworden. Hier passt alles.
Klasse gemacht. Fünf Daumen nach oben.
Viele Größe Horst-Dieter
Hallo Kristallfreunde,
bei dem Bild von Sarah, so schön es auch ist, handelt es sich aber doch nicht um eine Sublimation,
sondern um einfaches auskristallisieren durch Verdunstung, oder sehe ich das falsch?
LG
Heike
Hallo Heike,
das ist richtig. Also Thema knapp verfehlt, aber trotzdem schöne Aufnahmen. :)
Unabhängig davon sind hier ja noch einige Vorschläge zu Substanzen genannt worden, die sich für Sublimationsversuche eignen können. Zitronensäure ist eben auch dabei.
Hast du nicht mal wieder Lust ein wenig zu sublimieren? Dein Foto des Jahres 2013 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=18824.0) ist nach wie vor unerreicht!
LG
Michael
Hallo,
mal eine kurze Zusammenfassung:
Ich habe bisher folgende Substanzen hinsichtlich Mikrosublimation getestet. Alle geeignet.
- Ammoniumchlorid
- Äpfelsäure
- Benzoesäure
- Bernsteinsäure
- Campfer
- Coffein
- Erythrit
- Harnstoff
- Hippursäure
- L-Tryptophan
- Menthol
- Resorcin
- Salicylsäure
- Vanillin
- Zimtsäure
Und diese stehen noch auf meiner To-do-Liste, zum größten Teil basierend auf euren Vorschlägen und Tipps.
- Chinhydron
- Citronensäure, Citraconsäure
- Hexamethylentetramin (E239)
- Hydrochinon
- Indigo
- Iod
- Iodoform
- Naphtalin
- Oxalsäure
- Perylen
- Picolinsäure
- Pyren
- Saccharin
- Salicylamid
- Schwefel
- Theobromin (aus Kakao)
- Thymol
Vielen Dank fürs Mitmachen!
Michael
Letzte Woche bei der Aufarbeitung einer Synthese festgestellt, das Triphenylphosphin wohl auch zur Sublimation neigt. Angaben zur Temperatur kann ich direkt nicht machen, da bei 60°C und Unterdruck (< 100mbar) behandelt.
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
das sieht wohl so aus!
Im Internet findet man auch entsprechende Hinweise, wie "Durch Sublimation gereinigtes Triphenylphosphan...". Ich weiß aber nicht, in wie weit sich das vom Triphenylphosphin unterscheidet. Leider ist Triphenylphosphin wohl keine Substanz, die man so in der Hausapotheke hat...
Vielleicht Kannst du mal ein paar Kristalle unter das Mikroskop legen und Fotos machen?
Viele Grüße
Michael
Hallo,
Triphenylphosphin ist die alte Bezeichnung, der neuere IUPAC-Name ist Triphenylphosphan. (C6H5)3P. Ist es überschüssiges, nicht reagiertes Triphenylphosphin oder Triphenylphosphin-oxid?
Jochen
Hallo Michael,
ich habe zwar TPP, aber dafür keine Hausapotheke, das würde ich dann mal ausgleichende Gerechtigkeit nennen ;). Ja, kann ich unter das Mikroskop legen, da kann mein DOCUVAL-(Neu)-Erwerb mal zeigen was in ihm steckt. Danke für den Hinweis mit konkreter Wortfolge, da gibt es doch gleich eine ganze Promotionsschrift zum Thema!
Hallo Jürgen,
berechtigte Frage. Hätte ich mal etwas davon zum Vergleich aufgehoben! Wenn TPP per Sublimation gereinigt werden kann, wäre es gut wenn TPPO nicht sublimieren würde, bzw. die Dampfdrücke sich genügend unterscheiden. Werde ich wohl nochmal verifizieren müssen. Das kommt davon, wenn man mal nicht darüber nachdenkt, was man der Öffentlichkeit präsentiert.
Viele Grüße aus Berlin
Michael
Hallo Jürgen,
danke für die Info!
Hallo Michael,
da bin ich gespannt. DOCUVAL sagt mir nix, aber vielleicht kannst du ja, wenn du die Foto zeigst, ein paar Worte zu deinem Neuerwerb sagen.
Viele Grüße
Michael
Hallo,
Triphenylphosphanoxid kann im Vakuum (0,1 Torr) bei 230 °C sublimiert werden. Das Triphenylphosphan kann schon bei 150° C bei 0,1 Torr sublimiert werden.
Jochen
Hallo,
das wird ja immer mysteriöser, ich habe bei ca. 60°C und einem Unterdruck gearbeitet, welcher an dieser Anlage minimal 6mbar betragen kann. Eine andere Substanz aus dem "Glaspott" kann es nicht sein! Wird ja langsam meine Neugierde angestachelt, was da passiert sein könnte, habe auch schon eine Idee...
Michael
Hallo zusammen,
hier mal ein kleines Update zum Thema. Nach wie vor untersuche ich fast alle Substanzen, die ich für das ,,Mikrokristallisieren" neu bekomme, auch dahingehend, ob sich diese für Mikrosublimations-Versuche eignen.
Wer sich für derartige Experimente interessiert, kann sich an folgender Liste orientieren.
- Ammoniumchlorid (Salmiak)
- Äpfelsäure
- Benzoesäure
- Bernsteinsäure
- Campfer
- Coffein
- Erythrit
- GABA
- Glycin
- Harnstoff
- Hexamethylentetramin (E239)
- Hippursäure
- Kojisäure
- L-Tryptophan
- Menthol
- Oxalsäure
- Resorcin
- Saccharin
- Salicylsäure
- Sorbit
- Theobromin (aus Kakao)
- Theobromin (aus Kakao)
- Thymol
- Vanillin
- Zimtsäure
Das sind alles Substanzen, die bei mir unter normalen Bedingungen, also ohne Vakuum, problemlos sublimieren und durch Resublimation oft interessante und faszinierende Kristalle bilden.
Neu hinzugekommen ist jetzt Kojisäure (https://de.wikipedia.org/wiki/Kojis%C3%A4ure).
Hier zwei Bilder von Kojisäure, das erste aufgenommen mit Rheinbergfilter, das andere zeigt Kristalle im polarisierten Licht, aufgefangen von einem dünnen Stahldraht.
Koji 8.2 RF BB= 1,2 mm.jpg
Koji 8.5 POL BB= 1,2 mm.jpg
Ich habe noch einiges auf der To-do-Liste, was ich aber bisher nicht beschaffen konnte oder noch nicht untersucht habe.
Viele Grüße
Michael