Je nach Auffassung werden 50 – 80 Arten oder bei Anerkennung oder Annahme
apomiktischer Kleinarten bis über 400 Arten unterschieden.
Apomiktisch: ungeschlechtlich (ohne Befruchtung) fortpflanzend (von bestimmten Pflanzen).
Zwergmispeln sind von der meridionalen (in Nord-Süd-Richtung verlaufend) bis in die nemorale (kühl-gemäßigte) Zone Euroasiens verbreitet, vom Mittelmeergebiet auch bis N-Afrika reichend. Verbreitungsschwerpunkt sind der Himalaja und die Gebirgsregion Süd-Chinas.
Die von Tibet bis Süd-China verbreitete Art gelang um 1870 nach Europa.
Viele Arten, und vor allem Zuchtformen der Zwergmispel, sind als beliebte Zierpflanzen (z.T. Bodendecker) in Anlagen und Gärten zu finden.
Die meisten Arten stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden und vertragen städtische Umweltbedingungen recht gut. Diverse Arten verwildern in Europa aus Kultur und treten dann wildwachsend auf.
Manchmal handelt es sich nur um aufgelassene Pflanzen (Kulturrelikte).
Bild 01 Habitus, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_42119052.jpg)
Foto: Filip Verloove
Cotoneaster horizontalis wächst vorrangig in kühlfeuchten Wäldern und auf Strauchflächen und ist meist in einer Höhe von 1500 Meter bis 3000 Meter anzutreffen.
Die Fächer-Zwergmispel ist ein sommergrüner 1 Meter hoher Strauch mit horizontal ausgebreiteten und senkrecht stehenden, fächerförmig, verzweigten Ästen, deren 2-zellig angeordneten Zweige auffällig in einer Ebene stehen (fischgrätenartig)
Bild 02 Früchte, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_43527150.jpg)
Quelle: www.baumschule-horstmann.de
Bild 03 Blüten, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_56200037.jpg)
Urheber: Père Igor
Die ziemlich kleinen Blüten (1-2 cm) stehen einzeln oder in vielblütigen Doldentrauben (Doldenrispen), meist endständig an kurzen Seitentrieben; Kronblätter aufrecht, weiß bis rosa.
Die Früchte sind kugelig bis ellipsoidisch, 5-6 mm Durchmesser und leuchtend rot.
Die Früchte sind kleine Nussapfelfrüchte, d. h. Scheinfrüchte mit 3 Steinkernen, die von einem mehligen Achsengewebe mit roter, gelegentlich auch schwärzlicher Außenhaut umgeben sind.
Wie giftig ist Cotoneaster?
Beim Zerreiben der Rinde ergibt sich ein Marzipangeruch (Blausäure).
In den Früchten, aber auch in anderen Pflanzenteilen ist das blausäurehaltige Glycosid ,,Amygdalin" enthalten, deshalb sind für den Menschen alle Pflanzenteile inklusive der Früchte schwach giftig.
Eine Verwendung als Heilpflanze oder ähnliches konnte nicht recherchiert werden.
Systematik:Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Zwergmispeln (Cotoneaster)
Art: Fächer-Zwergmispel
Wissenschaftlicher Name: Cotoneaster horizontalis
Trivialnamen: in Österreich und der Schweiz Fächer-Steinmispel
Englische Bezeichnung: rock cotoneaster
Bild 04 Illustration, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_36038289.jpg)
Photo: Pearson Su, Royal Botanic Gardens Victiria
Der lateinische Name Cotoneaster stammt bereits aus römischer Zeit und bedeutet so viel wie "unnütze Quitte".
Die Bezeichnung ,,Fächer" resultiert wahrscheinlich aus dem Wuchs der Zweige der Pflanze, da sich diese fächerförmig ausbreiten.
Der Name ,,Zwergmispel" verweist auf den niederen Wuchs.
Die Blühmonate sind Mai und Juni.
Weiterhin zeichnet die Pflanze noch etwas aus. Sie bietet Wildbienen und vielen weiteren heimischen Insektenarten Nektar und Pollen (Nektarwert 4 und Pollenwert 3).
Um eine klare Vorstellung davon zu bekommen, wie sinnvoll einzelne Pflanzen für das Bienenvolk sind, wurden die Begriffe ,,Nektarwert" und ,,Pollenwert" eingeführt.
Die Nummerierung erfolgt von 0 bis 4 für beide Werte, wobei 0 für keinen Nektar bzw. keine Pollen steht.
Zudem werden die Beeren von Vögeln verspeist, obwohl sie für diese nicht ganz so schmackhaft sind, wie z.B. Schlehe oder Weißdorn.
Teil 1
Spross, Querschnitte
25 Mikrometer
Bild 05 Schnittstellen, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_55909147.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 06 Querschnitt in Ethanol, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_33420276.jpg)
Bild 07 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_32347029.jpg)
Bild 08 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_22687807.jpg)
Bild 09 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_2863675.jpg)
Bild 10 Autofluoreszenz, Detailaufnahme, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_25773083.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 4 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.20 Sekunden!!!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 30 Sekunden.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000
Bild 11 Übersicht, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_30631159.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_7244975.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme mit Beschriftung, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_65204782.jpg)
EP = Epidermis, CU = Cuticula, RP = Rindenparenchym, tangential erweiterter Phloemstrahl, SK = Skleremchym-Inseln, PH = Phloem, ST = Strahl, XY = Xylem, MP = Markparenchym
Bild 14 Detailaufnahme mit Beschriftung, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_49972132.jpg)
K = Kambium, T = Trachee
Das Kambium (Zuwachsschicht, Wachstumsschicht) liegt zwischen der Rinde und dem eigentlichen Holzteil und ist ein teilungsfähiges Bildungsgewebe (Zellschicht) im peripheren Bereich von Spross und Wurzel der mehrjährigen Nacktsamer (Nadelbäume) und der zweikeimblättrigen Pflanzen. Durch die Zellenteilung (tangentiale Teilung) parallel zum Spross werden jedes Jahr nach außen Bastzellen und nach innen Holzzellen gebildet.
Bild 15 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_47096010.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 16 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_21210914.jpg)
Bild 17 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_56680499.jpg)
Bild 18 Markparenchym, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_40362448.jpg)
Bild 19 Sprossgabel, Querschnitte, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338584_27717712.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
Bild 20 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_48132822.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_30542218.jpg)
Bild 22 Autofluoreszenz, Detailaufnahme, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_6444509.jpg)
Bild 23 Autofluoreszenz, Detailaufnahme, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_58000584.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 24 Übersicht, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_52243212.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_426867.jpg)
Bild 26 Schrauben Trachee, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_3841804.jpg)
Bild 27 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fächer-Zwergmispel Cotoneaster horizontalis
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/338585_34576242.jpg)
Quellen und weiterführende Informationen:
Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Dietrich Böhlmann ,,Gehölzbiologie", ISBN: 978-3-494-01547-7
Ulrich Hecker ,,Bäume und Sträucher", ISBN: 3-8354-0021-5
Peter A. Schmidt "Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
Peter A. Schmidt ,,Die wildwachsenden und kultivierten Laub -und Nadelgehölze", ISBN: 978-3-494-01800-3
Martin Schretzenmayr ,,Taschenbuch der heimischen Bäume und Sträucher", 1954
,,Das Kosmos Wald & Forst – Lexikon". ISBN: 978-3-440-15219-5
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen.
Gerne zeige ich euch die schönen Seiten der Pflanzen.
Viele Aufnahmen von einer Pflanze ermöglichen eine umfassende Wahrnehmung.
Es freut mich natürlich sehr, wenn auch euch die Bilder gefallen.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Hans-Jürgen