Moin,
gibt es eigentlich so etwas wie eine Grundausstattung an Färbemitteln, wenn man noch nicht so genau weiß, wohin die Richtung in der Mikroskopie gehen soll?
Und hat jemand Erfahrung mit veraltetem Einschlußmittel (Entellan). Mit meinem wirklich schon altem Zeug ist es fast unmöglich Dauerpräparate blasenfrei hinzukriegen. Deshalb denke ich mal, altes weg und neues her.
Mit besten Grüßen,
Stefan
Hallo Stefan,
für fast alles Botanische mimmst Du am besten Etzold (AFC). Mit dieser kinderleicht zu handhabenden Trichchrom-Eintopf-Färbelösung (schönes Wort, wird G.Ch. erfreuen! ;)) hast Du schnell schöne Ergebnisse. Mit BKB (Brillantkresylblau) habe ich und andere inzwischen auch gute Erfahrung gemacht für Anfärbung von unfixiertem Pflanzenmaterial (z. B. Moosblättchen, Epidermisabzüge)
Tierische Histologie ist von der Präparateherstellung weitaus schwieriger - wenn man mal von einfachen Ausstrichpräparaten absieht wie Mundschleimhaut. Da tut´s etwas Methylenblau oder Eosin.
Ein Eintopfgemisch ähnlich Etzold ist für tierisches Gewebe KK = Kernecht-Kombinationsfärbung.
Mit Entellan habe ich schechte Erfahrungen gemacht: nach einiger Zeit gibt es Schrumpfrisse. Euparal ist m. E. nach wie vor sehr gut geeignet und einfach in der Anwendung, weil man nur Isopropanol als Intermedium braucht.
Lugol-Reagenz für Stärke habe ich noch vergessen.
Also oben Etzold dann BKB dann Stärke mit Lugol
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/30602_29514189.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/30602_53070131.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/30602_39345664.jpg)
Farbige Grüße
Klaus
Hallo Klaus,
danke für Deinen Tipp, das wird mir erstmal wirklich weiterhelfen :D, denn Deine abgebildeten Präparate sind absolut überzeugend! Das dritte Bild von oben, sind das Blütenpollen?
Gruß,
Stefan
Danke Stefan,
ich habe das vielleicht etwas unvollkommen beschrieben:
ZitatLugol-Reagenz für Stärke habe ich noch vergessen.
Also oben Etzold dann BKB dann Stärke mit Lugol
Das obere Bild ist ein Beispiel für eine Etzold-Blau-Färbung (Spross vom Wiesenkerbel)
Das 2. ein Epidermisabzug Tulpenblatt mit BKB und das 3. ist Kartoffelstärke (mit Lugol-Reagenz gibt Stärke die typische Blaufärbung)
Alles kinderleicht anzuwenden. Habe damit in der Schule immer Erfolge gehabt!
Hallo Stefan,
nein, das ist Kartoffelstärke mit Lugol gefärbt.
Du findest übrigens alles, was Klaus angeführt hat, mit Anleitungen und Beschreibungen im Sortiment von ChemLab, das problemlos an Privatpersonen verkauft wird.
Gruß
Detlef
Hallo,
ZitatDu findest übrigens alles, was Klaus angeführt hat, mit Anleitungen und Beschreibungen im Sortiment von ChemLab, das problemlos an Privatpersonen verkauft wird.
Man kann das auch bei Klaus für kleines Geld bekommen. Dann weiss man wenigstens über wen man schimpfen kann, wenn es nicht wie gewünscht funktioniert ;D
Herzlicher Gruss
Eckhard
ZitatDann weiss man wenigstens über wen man schimpfen kann, wenn es nicht wie gewünscht funktioniert
Richtig lieber Eckhard, und Deine bescheidenen Bilder zeigen ja oft genug, dass es einfach nicht klappen will! :P
Habe jetzt übrigens auch noch die vereinfachte Wackerfärbung gemixt. Acridinrot und Acriflavin als Eintopf und das Astrablau separat.
Hallo Alle.
Meine Grundfärbemittel sind Rote, Blaue und Grüne Tinte aus dem Schreiwarengeschäft.
Nach oder vor dem fixieren zu verwenden - einfach mal mehrere Varianten ausprobieren..........
Billig und gut.
Präparate können mit einem UHC-Filter + Gelb - Filter (Astro-Zubehör) ungeahnte Kontraste bringen.
Gruss aus Lünen (Nähe Dortmund) von
Günter
Hallo Günter,
ZitatMeine Grundfärbemittel sind Rote, Blaue und Grüne Tinte aus dem Schreiwarengeschäft.
solche einfachen Tipps sind doch wirklich hochwillkommen, kannst Du denn nicht mal Beispielbider zeigen?
Oft ist es ja so, dass einer die 5 Euro für eine Farblösung nicht so ohne weiteres locker machen kann, dann sind so billige Tinten (
Was kostet denn so ein Fläschchen?) eine gute Möglichkeit Geld zu sparen!
Wir machen z. B. in Schulen Mikroskopiepraktika, die Schulen sind dauernd unterfinanziert, da ist man schon froh um jede brauchbare Alternative!
Dabei ist es natürlich schon wichtig, dass das Ergebnis vernünftig interpretierbar ist!
Hallo Alle.
So ein Tintenfässchen (ca. 50ml) aus Glas kostet ca.5 € im Schreibwaren-Laden.
Die Tinte sollte mit dest. H2O oder Kranwasser verdünnt werden.
Filtrieren vor der Benutzung hilft Schwebstoffe zu vermeiden.
Manche Tinten sind alkalisch andere sauer (können vor dem filtrieren mit tropfenweise schwacher Natronlauge oder Essig
neutralisiert werden)
Variationen, Versuche und Experimente führen zum Erfolg (auch zur Erstellung vom Dauerpräparaten)
Photos mach ich keine.
Ich verwende ein ganz billiges Bresser/Meade Biolux Al (Mikroskop) 60 € (Lidl-Nord)
Das Gerät hat aber schon einen "vernünftigen" Kreuztisch, Auf- und Durchlicht, 220 V -Beleuchtung, dimmbar
Die PC Schnittstelle bringt Kontrast-Verluste.
Grüsse von Günter aus Lünen (Nähe Dortmund)