Guten Morgen geschätzte Gemeinschaft,
ich konnte nicht widerstehen, denn dieser bei Ebay angebotene Kondensor hat schon mal einen passenden Durchmesser (39,5 mm) für die Aufnahme in der Halterung meines Zeiss Jena Gl Lg und er sollte auch für mein Zeiss Junior passen.
Ich glaube auch, dass allein schon wegen des günstigen Kaufpreises, ein Fehlgriff auszuhalten wäre ... ;) :)
Man erkennt (angefügtes Bild mit 4 Ansichten), dass die Aperturblende nicht dabei ist. Ich halte das für ein nicht allzu großes Problem, denn ich habe durch einen Schnäppchen-Kauf (€ 1,-) einen markenlosen Kondensor bei dem die Irisblende zusammen mit dem Filterhalter abschraubbar ist. Vom oberen Durchmesser dieses Teils her betrachtet, passt es an die untere Hülse dieses Kondensors.
Ich muss mir nur noch überlegen, wie ich eine (zentrierte) Fixierung erreiche. Gegebenenfalls mit 3 winzigen Tropfen Klebstoff um 120 Grad versetzt. In diesem Fall sollte man die Teile mit minimalem Kraftaufwand durch Drehen wieder trennen können.
Der Grund für den Gebrauch eines aplanatischen Kondensors?
Mir erscheint es logisch, dass die Art und Weise der Beleuchtung in einem mikroskopischen System ein nicht trennbarer Bestandteil in der Anordnung der optischen Konstruktion, Konzeption ist. Verwendet man beispielsweise hochwertige, stark vergrößernde planapochromatische Objektive, könnte ein ,,nur" achromatischer Kondensor möglicherweise eine Schwachstelle darstellen.
Glaube ich halt ... :)
UND: Es gab erst neulich einen ausgesprochen interessanten Thread hier in unserem Forum, in dem es um aplanatische Kondensoren und deren Eigenschaften ging. Da blieb gewissermaßen etwas bei mir hängen. ;)
Was meint Ihr bitte zu diesem Teil? Wer könnte der Hersteller gewesen sein? Usw. ...
Meinungen aller Art zu diesem ,,aplanatischen" Thema zu lesen, würde mich sehr freuen!
Liebe Grüße
Jakob
Hallo Jakob,
ZitatVerwendet man beispielsweise hochwertige, stark vergrößernde planapochromatische Objektive könnte ein ,,nur" achromatischer Kondensor möglicherweise eine Schwachstelle darstellen.
ein aplanatischer Kondensor ist kein achromatischer Kondensor.
Und: Die Lage der Aperturblende darf dann auch nicht irgendwo unten am Kondensor sein, wenn man alle "Schwachstellen" beseitigen möchte. ;)
Hubert
Hallo Jakob,
Ein feiner Kondensor, einer der gut durchdachten Entwürfe aus den alten Zeiss-Werken. Viel besser als der Abbe.
Eine Blende unter dem Kondensor ist der Platz, der dafür neu konzipiert wurde. Ein Tipp: Wegen der hohen NA kann er Objektive mit geringer Vergrößerung (10x) nicht voll belichten. Die alten L- und N-Stative hatten zu diesem Zweck eine starke Klapplinse direkt unter der Blende. Oder man schraubt die obere Linse jedes Mal ab, aber das ist wohl keine praktische Lösung. Und auch ohne die obere Linse ist dieser Kondensor nicht in der Lage, ein 8x-Objektiv oder darunter herauszuheben. Also keine praktische Wahl, dieser Kondensor ohne die zusätzliche einziehbare Klapplinse unter der Blende..
Grüße,
René
Hallo erstmal,
@ René
ZitatAlso keine praktische Wahl, dieser Kondensor
das ist relativ! Wenn man wirklich die "eierlegende Wollmilchsau" haben will, dann brauchts einen pankratischen Kondensor. Gibts schlicht von Lomo und etwas feiner im Revolver von Zeiss.
@ Jakob
das kann man anpassen, kleben geht, ist aber die zweitbeste Wahl; such Dir einen guten Dreher :-)
Wolfgang
PS
den passenden Dunkelfeld-Kardioidkondensor im schmucken Bakelitkästchen hätt ich auch noch da
Zitat von: Lupus in April 03, 2023, 09:47:32 VORMITTAG
Hallo Jakob,
ZitatVerwendet man beispielsweise hochwertige, stark vergrößernde planapochromatische Objektive könnte ein ,,nur" achromatischer Kondensor möglicherweise eine Schwachstelle darstellen.
ein aplanatischer Kondensor ist kein achromatischer Kondensor.
Und: Die Lage der Aperturblende darf dann auch nicht irgendwo unten am Kondensor sein, wenn man alle "Schwachstellen" beseitigen möchte. ;)
Hubert
Servus Hubert,
Ich bedanke mich. Deine Anmerkung: ,,... ein aplanatischer Kondensor ist kein achromatischer Kondensor ..." ist selbstverständlich ein mustergültiges Beispiel für eine wahre Aussage. Da ist keinerlei Spielraum zum Deuteln gegeben! ;) :)
Mit dem Hinweis von wegen des Abstands der Irisblende zum Kondensor sprichst Du ganz sicher einen wesentlichen Aspekt der optischen Anordnung dieses Teils an. Allerdings geht es dabei nur um einige Millimeter, also nicht mehr als sonst bei der üblichen Bauart von Kondensoren.
Da ich bislang recht gute Erfahrungen mit einer maximal geöffneten Aperturblende gewonnen habe, kann es leicht sein, dass ich auf ein Anflanschen einer Irisblende – zumindest vorläufig – verzichte.
Danke Dir für Deinen Kommentar, lieber Hubert.
Beste Grüße
Jakob
Zitat von: Rene in April 03, 2023, 10:06:23 VORMITTAG
Hallo Jakob,
Ein feiner Kondensor, einer der gut durchdachten Entwürfe aus den alten Zeiss-Werken. Viel besser als der Abbe.
Eine Blende unter dem Kondensor ist der Platz, der dafür neu konzipiert wurde. Ein Tipp: Wegen der hohen NA kann er Objektive mit geringer Vergrößerung (10x) nicht voll belichten. Die alten L- und N-Stative hatten zu diesem Zweck eine starke Klapplinse direkt unter der Blende. Oder man schraubt die obere Linse jedes Mal ab, aber das ist wohl keine praktische Lösung. Und auch ohne die obere Linse ist dieser Kondensor nicht in der Lage, ein 8x-Objektiv oder darunter herauszuheben. Also keine praktische Wahl, dieser Kondensor ohne die zusätzliche einziehbare Klapplinse unter der Blende..
Grüße,
René
Servus René,
Dankeschön, das sind wirklich interessante Informationen zu den Eigenschaften dieses Kondensors. Deine Hinweise zum Verhalten desselben beim Gebrauch deutlich niedrig vergrößernder Objektive sind hilfreich. Momentan nutze ich solche Optiken allerdings eher selten. Ausgenommen botanische Präparate, bei denen ich leider (achromatische Objektive) eine äußerst heftige Wölbung des Bildfelds sehe, noch dazu so etwas wie eine ,,verzerrende" Unverträglichkeit ;) :) zu/mit/gegenüber den von mir genutzten eh nur 2 Kameras (Canon EOS 600D, CMOS QHY 183c) ...
Ich muss mich mal informieren, welche (halbwegs leistbar gehaltene) Objektive sehr guter Qualität und zwischen 4-facher bis 10-facher Vergrößerung anzuraten wären.
Danke René, liebe Grüße
Jakob
Zitat von: liftboy in April 03, 2023, 11:20:01 VORMITTAG
Hallo erstmal,
@ René
Zitat
[...]
@ Jakob
das kann man anpassen, kleben geht, ist aber die zweitbeste Wahl; such Dir einen guten Dreher :-)
Wolfgang
PS
den passenden Dunkelfeld-Kardioidkondensor im schmucken Bakelitkästchen hätt ich auch noch da
Servus Wolfgang!
Na ja, einen guten ,,Dreher" zu haben, ist ganz sicher eine feine Sache. Ich hatte bereits mal die Absicht, solche Dinge selber zu bewältigen und habe mal geguckt, was die ,,noch" Heimwerker-Drehbänke von z. B. Emco (deren Unimat-Reihe) so kosten.
Das war dann gleich zweifach ernüchternd:
1.) die Preise
2.) der Kommentar eines guten Freundes (Feinmechaniker), der ganz trocken fragte, ob es mir denn bewusst sei, dass ,,Dreher" eher (reimt sich, wie schön! :) 8)) ein Beruf ist, der nicht unbedingt mit den Tätigkeiten eines ,,durchschnittlichen" Heimwerkers verglichen werden sollte. :) ;D ;)
Sonst, lieber Wolfgang: Es ist fast schon unheimlich, was Du in Deinem Fundus alles aufzuweisen hast. Wirklich wahr! 8) :o :) :) :)
Beste Grüße
Jakob
Hallo Jakob,
das stimmt natürlich. Wer noch nie an einer Drehbank gearbeitet hat, sollte es (wenn er es ernst meint) bei einem Schlossermeister lernen. Der Rest ist dann learning by doing ;-)
Die Preise der Drehbänke haben mich auch ernüchtert :-( Ein Chinese nicht unter 1000€, ein deutsches Fabrikat (auch nicht besser) vom Werkzeughändler nicht unter 2000€. Im Baumarkt gabs seinerzeit eine von Rothwerk http://www.rotwerk.com/ (http://www.rotwerk.com/) für 800€ in (für mich) ausreichender Qualität. Feingewinde möchte ich auf dem Teil nicht drehen müssen! ginge aber. Inzwischen möchte ich auf das Teil nicht verzichten; spiele sogar mit dem Gedanken den dafür erhältlichen Fräsaufsatz zu kaufen.
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Jakob und Wolfgang,
wenn man eine Drehbank und eine Fräsmaschine hat, so wie ich, kann man sich immer noch ein Mikroskop, oder mehrere kaufen.
Aber wenn man ein Mikroskop hat, sollte man sich noch lange nicht eine Drehbank kaufen.
Falls von allen meinen Maschinen die Drehbank kaputt gehen würde, würde ich mir morgen eine neue kaufen.
Die Fräsmaschine brauche ich weit weniger.
Ich bin auch Modellflieger (Hubschrauber), in jedem ModellFlugclub gibt es Feinmechaniker, Elektriker etc.
Kannst du denn sagen, was du für ein Teil brauchst?
Zeichnung?
Gruß
Walter
Hallo Jakob,
Dieser Kondensor kannst du gut für schiefe Beleuchtung verwenden. Die schiefe Beleuchtung funktioniert am besten mit maximaler Kondensor-Apertur. Auch könntest du den Kondensor für Dunkelfeld verwenden mit Objektiven grösserer Apertur (>0.65), dann den Kondensor immergieren mit Öl oder Wasser. Da muss du dann auch eine Dunkelfeldblende im Kondensor plazieren, z.B. einen (besser zwei) schwarze runde Aufkleber auf die Feldlinse (die grosse linse) anbringen. Beste Grüsse,
Rolf
Hallo René,
ZitatEin feiner Kondensor, einer der gut durchdachten Entwürfe aus den alten Zeiss-Werken. Viel besser als der Abbe. Eine Blende unter dem Kondensor ist der Platz, der dafür neu konzipiert wurde.
dazu eine Ergänzung:
Die Bezeichnung Abbe-Kondensor ist eigentlich nicht genau definiert, aber üblicherweise wird damit ein nichtachromatischer und nichtaplanatischer Kondensor bezeichnet. Die ersten Zeiss Kondensoren mit hoher NA waren solche zweilinsige (NA 1.20) und dreilinsige (NA 1.40) Kondensoren mit kompaktem Design und hatten daher die Blende unter dem Kondensor. Dann kam (etwa 1889) ein achromatischer Kondensor mit NA 1.0 und wegen des komplexeren 5-linsigen Aufbaus einer Blende innerhalb des Kondensors dazu, später ein achromatischer 6-linsiger mit NA 1.30.
Etwa um 1910 wurde zusätzlich ein aplanatischer nichtachromatischer dreilinsiger Kondensor mit NA 1.40 mittels asphärischer Linsen angeboten, aber gleichem Aufbau wie der ursprüngliche dreilinsige und daher ebenfalls mit Blende unter dem Kondensor. Die Konstruktion dürfte nahezu unverändert dem beschriebenen Kondensor entsprechen.
Zeiss West hat dann 1949 den bekannten nichtachromatischen und nichtaplanatischen Klappkondensor mit NA 0.9 und (anfänglich) NA 1.30 eingeführt, um das lästige Abschrauben der Frontlinse bei Verwendung schwächerer Objektive zu vermeiden. Zwangsläufig musste dann wegen des technisch erforderlichen großen Frontlinsenabstandes die Blende wieder innerhalb des Kondensors platziert werden.
Hubert
Hallo,
das ist kein alter Kondensor. An dem Teil war auch nie eine Aperturblende direkt montiert. Er gehört zu dem System der MIKROVAL-Serie, in dem es zumindest für die hochwertigeren Stative wie AMPLIVAL und ERGAVAL verschiedene Kondensorträger gab. Auf diesen wurde so ein Kondensor aufgesetzt. Die Aperturblende war im Träger, von denen es wie gesagt verschiedene gab (im Beyer sind 4 verschieden abgebildet).
Mit "JENA" oder "ausJENA" wurde eine kurze Zeit für den West-Mark gelabelt, nachdem Zeiss-West den Rechtsstreit gewonnen hatte, den Namen "ZEISS" führen zu dürfen. Im Ostblock wurden die gleichen Geräte weiter mit "Zeiss-Jena"-Label verkauft.
Beste Grüße
Gerd
Hallo erstmal,
nur so zum Anschauen, die verschiedenen Bauarten von Kondensoren (sorry, hatte nur Lomo)
http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/KOH-3.pdf (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/KOH-3.pdf)
http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/KOH-1.pdf (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/KOH-1.pdf)
http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/OI-10.pdf (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/OI-10.pdf)
Die einfachen Kondensoren hatten am Anfang keine Klapplinse, man musste für die kleinen Vergrößerungen die Frontlinse abschrauben (sehr fummelig wegen Feingewinde).
Die Klapplinse wurde dann unter dem Kondensor unter dem Filterhalter angebracht; leichter zu händeln als die Klapplinsen mancher Hersteller, bei denen die Klapplinse vor die Frontlinse eingeschwenkt wird.
Grüße
Wolfgang
Zitat von: liftboy in April 03, 2023, 14:19:57 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,
das stimmt natürlich. Wer noch nie an einer Drehbank gearbeitet hat, sollte es (wenn er es ernst meint) bei einem Schlossermeister lernen. Der Rest ist dann learning by doing ;-)
Die Preise der Drehbänke haben mich auch ernüchtert :-( Ein Chinese nicht unter 1000€, ein deutsches Fabrikat (auch nicht besser) vom Werkzeughändler nicht unter 2000€. Im Baumarkt gabs seinerzeit eine von Rothwerk http://www.rotwerk.com/ (http://www.rotwerk.com/) für 800€ in (für mich) ausreichender Qualität. Feingewinde möchte ich auf dem Teil nicht drehen müssen! ginge aber. Inzwischen möchte ich auf das Teil nicht verzichten; spiele sogar mit dem Gedanken den dafür erhältlichen Fräsaufsatz zu kaufen.
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
danke Dir für Deine Erläuterungen. Ja, so eine Drehbank zu haben, ist zweifellos angenehm. Aber ich glaube (nur beispielsweise, bitte) nicht so wirklich, dass man das Drehen von Feingewinden durch bloßes Anschauen von paar YouTube-Videos bewältigen kann ... :)
Mich erinnert das ein wenig daran, wie mein Vater einmal (Jahrzehnte her) mit einer Emco Unimat mutig Schachfiguren aus Holz gedrechselt hat ...
Keiner der Bauern sah gleich aus, lauter Unikate! :) ;)
An sich würde mich ja ebenso 3D-Druck interessieren, das ist aber auch wieder so eine Sache, in die man sich zumindest anfangs ,,vertiefen" muss. Nur nebenbei betrieben, geht mutmaßlich damit auch nicht sehr gut.
Mich hat schon in der Amateurastronomie die fast schon Abzocke bei notwendigen Adaptern aller Arten (sehr) gestört. Irgendein ein kleiner Zylinder mit 2 simplen Gewinden dran um z. B. € 60,- ist meiner nach heftig überbezahlt. Natürlich überlegt man sich dann irgendwann, so etwas selber zu machen ...
Wegen des von Dir erwähnten DF-Kardioid Kondensors. Welchen Durchmesser (Steckhülse) hat dieser, bitte?
Liebe Grüße
Jakob
Zitat von: plaenerdd in April 03, 2023, 20:25:45 NACHMITTAGS
Hallo,
das ist kein alter Kondensor. An dem Teil war auch nie eine Aperturblende direkt montiert. Er gehört zu dem System der MIKROVAL-Serie, in dem es zumindest für die hochwertigeren Stative wie AMPLIVAL und ERGAVAL verschiedene Kondensorträger gab. Auf diesen wurde so ein Kondensor aufgesetzt. Die Aperturblende war im Träger, von denen es wie gesagt verschiedene gab (im Beyer sind 4 verschieden abgebildet).
Mit "JENA" oder "ausJENA" wurde eine kurze Zeit für den West-Mark gelabelt, nachdem Zeiss-West den Rechtsstreit gewonnen hatte, den Namen "ZEISS" führen zu dürfen. Im Ostblock wurden die gleichen Geräte weiter mit "Zeiss-Jena"-Label verkauft.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
danke für diese Deine hilfreichen Erklärungen. Ich habe mich bei diesem Kondensor schon darüber gewundert, dass im unteren Teil kein Gewinde vorhanden ist. Jetzt ist mir der Grund dafür klar ... ;)
Beste Grüße
Jakob
Zitat von: Lupus in April 03, 2023, 19:15:18 NACHMITTAGS
Hallo René,
ZitatEin feiner Kondensor, einer der gut durchdachten Entwürfe aus den alten Zeiss-Werken. Viel besser als der Abbe. Eine Blende unter dem Kondensor ist der Platz, der dafür neu konzipiert wurde.
dazu eine Ergänzung:
Die Bezeichnung Abbe-Kondensor ist eigentlich nicht genau definiert, aber üblicherweise wird damit ein nichtachromatischer und nichtaplanatischer Kondensor bezeichnet. Die ersten Zeiss Kondensoren mit hoher NA waren solche zweilinsige (NA 1.20) und dreilinsige (NA 1.40) Kondensoren mit kompaktem Design und hatten daher die Blende unter dem Kondensor. Dann kam (etwa 1889) ein achromatischer Kondensor mit NA 1.0 und wegen des komplexeren 5-linsigen Aufbaus einer Blende innerhalb des Kondensors dazu, später ein achromatischer 6-linsiger mit NA 1.30.
Etwa um 1910 wurde zusätzlich ein aplanatischer nichtachromatischer dreilinsiger Kondensor mit NA 1.40 mittels asphärischer Linsen angeboten, aber gleichem Aufbau wie der ursprüngliche dreilinsige und daher ebenfalls mit Blende unter dem Kondensor. Die Konstruktion dürfte nahezu unverändert dem beschriebenen Kondensor entsprechen.
Zeiss West hat dann 1949 den bekannten nichtachromatischen und nichtaplanatischen Klappkondensor mit NA 0.9 und (anfänglich) NA 1.30 eingeführt, um das lästige Abschrauben der Frontlinse bei Verwendung schwächerer Objektive zu vermeiden. Zwangsläufig musste dann wegen des technisch erforderlichen großen Frontlinsenabstandes die Blende wieder innerhalb des Kondensors platziert werden.
Hubert
Hallo Hubert,
danke für diese sehr interessanten Informationen. Die Kompetenz von Zeiss als Hersteller von Mikroskopen war schon im 19. Jahrhundert ausgesprochen beeindruckend. Manchmal frage ich mich, ob andere Firmen sich seinerzeit fast ausschließlich mit Nachbauten der Zeiss-Instrumente begnügen mussten. Gab es – von Zeiss abgesehen – in diese Ära nennenswerte Innovationen auch anderer Hersteller?
Liebe Grüße
Jakob
Zitat von: rhamvossen in April 03, 2023, 16:48:29 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,
Dieser Kondensor kannst du gut für schiefe Beleuchtung verwenden. Die schiefe Beleuchtung funktioniert am besten mit maximaler Kondensor-Apertur. Auch könntest du den Kondensor für Dunkelfeld verwenden mit Objektiven grösserer Apertur (>0.65), dann den Kondensor immergieren mit Öl oder Wasser. Da muss du dann auch eine Dunkelfeldblende im Kondensor plazieren, z.B. einen (besser zwei) schwarze runde Aufkleber auf die Feldlinse (die grosse linse) anbringen. Beste Grüsse,
Rolf
Hallo Rolf,
danke Dir für Deine Tipps von wegen Möglichkeiten zum Variieren der Beleuchtung. Ich finde, dass die schiefe Beleuchtung eine einfache und sehr brauchbare Methode ist. Natürlich werde ich auch diese mit dem Kondensor ausprobieren bzw. anwenden.
Liebe Grüße
Jakob
Zitat von: Walter Kaiser in April 03, 2023, 16:29:01 NACHMITTAGS
Hallo Jakob und Wolfgang,
wenn man eine Drehbank und eine Fräsmaschine hat, so wie ich, kann man sich immer noch ein Mikroskop, oder mehrere kaufen.
Aber wenn man ein Mikroskop hat, sollte man sich noch lange nicht eine Drehbank kaufen.
Falls von allen meinen Maschinen die Drehbank kaputt gehen würde, würde ich mir morgen eine neue kaufen.
Die Fräsmaschine brauche ich weit weniger.
Ich bin auch Modellflieger (Hubschrauber), in jedem ModellFlugclub gibt es Feinmechaniker, Elektriker etc.
Kannst du denn sagen, was du für ein Teil brauchst?
Zeichnung?
Gruß
Walter
Hallo Walter,
danke für Deine Nachfrage, ob ich ein bestimmtes Teil benötige.
Momentan ist es noch etwas zu früh, um dies beurteilen zu können. Aber ich bin bitte so frei, Dich zu kontaktieren, wenn ich so etwas benötige. Und wenn es Nur ein helfender Tipp von Dir ist: So eine Hilfe ist sehr nett von Dir, und hilfreich sowieso ... Dankeschön nochmals!
Liebe Grüße
Jakob
Hallo Jakob,
der Kondensor hat 39,5mm Steckdurchmesser, würde also passen.
Ist aber Kardioid, muss also immergiert werden (geht auch mit Wasser).
Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
woran siehst Du dass das ein Kardioid sein sollte? Ich halte das Teil nicht für einen DF-Kondensor. Natürlich schöpft man die volle Power eines Kondensors mit so hoher n.A. nur mit einer Immersion aus und auch die Korrektur ist natürlich dafür gerechnet, dass der mit Öl immergiert wird, aber für Objektive geringer n.A. braucht 's nicht zwingend Öl.
Hallo Jakob,
ich schaue morgen mal bei dem EGAVAL in der Schule, ob da so eine Kondensor und vor allem ein passender Kondensorträger dran ist, an dem ich messen kann, in welcher Entfernung zum Unterrand die Aperturblende liegen muss.
LG Gerd
Hallo Gerd,
ääh... wenn Du den Text richtig gelesen hättest, wäre aufgefallen, dass ich Jakob da einen hübschen DF-Kondensor im Original-Kästchen angeboten hatte :-)) das bezog sich nicht auf das Teil, was er schon hat.
Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
sorry, das hatte ich jetzt nicht zusammengebracht. Da hast Du natürlich Recht.
LG Gerd
Zitat von: plaenerdd in April 04, 2023, 17:36:31 NACHMITTAGS
[...]
Hallo Jakob,
ich schaue morgen mal bei dem EGAVAL in der Schule, ob da so eine Kondensor und vor allem ein passender Kondensorträger dran ist, an dem ich messen kann, in welcher Entfernung zum Unterrand die Aperturblende liegen muss.
LG Gerd
Servus Gerd,
ganz herzlichen Dank, das ist wirklich ausgesprochen nett von Dir.
Am Freitag oder montags kommender Woche dürfte der Kondensor geliefert werden. Ich bin wirklich neugierig, wie sehr sich Unterschiede von Abbildungen im Vergleich zum Zeiss Jena N.A. 1,2 des
Gl Lg-Mikroskops bemerkbar machen. Ich vermute allerdings, dass diese nicht besonders auffällig sein werden. Eher subtil. Natürlich kann ich mich mit dieser Einschätzung auch irren. Wird man alles sehen ...
Liebe Grüße
Jakob
Zitat von: liftboy in April 04, 2023, 17:48:55 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,
ääh... wenn Du den Text richtig gelesen hättest, wäre aufgefallen, dass ich Jakob da einen hübschen DF-Kondensor im Original-Kästchen angeboten hatte :-)) das bezog sich nicht auf das Teil, was er schon hat.
Grüße
Wolfgang
Servus Wolfgang,
der Jakob ist daran interessiert. :) ;) Meine bisherigen Erfahrungen mit Dunkelfeld sind recht überschaubar. Schwarzer Aufkleber am Filterglas als Hightech-Lösung usw. ... 8)
Eine ordentliche DF-Lösung wäre angenehm. Für Diatomeen ganz sicher, aber natürlich auch sonst.
Liebe Grüße
Jakob
Hallo Jakob
ZitatZeiss Jena N.A. 1,2 des Gl
Das taucht jetzt schon zum 2x mal auf. Du meinst aber wohl "Lg".
Tja, aber das Ergaval in der Schule hat einen anderen Kondensorträger. Der Kopf ist aufgeschraubt. Der Abstand von der Auflagefläche (Unterseite des Kragens) bis zur Blende beträgt 16mm.
LG Gerd
Zitat von: plaenerdd in April 05, 2023, 17:26:08 NACHMITTAGS
Hallo Jakob
ZitatZeiss Jena N.A. 1,2 des Gl
Das taucht jetzt schon zum 2x mal auf. Du meinst aber wohl "Lg".
Tja, aber das Ergaval in der Schule hat einen anderen Kondensorträger. Der Kopf ist aufgeschraubt. Der Abstand von der Auflagefläche (Unterseite des Kragens) bis zur Blende beträgt 16mm.
LG Gerd
Servus Gerd,
die unrichtige Benennung des CZJ Lg-Mikroskops ist mir jetzt schon etwas peinlich. Wird nicht wieder vorkommen ... (hoffentlich :) ;) )
Herzlichen Dank für die Recherche. 16 mm ist ein gar nicht so geringer Spielraum. Falls sich die Zentrierung bzw. das Befestigen der von mir für diesen Kondensor vorgesehenen Irisblende als heikle Angelegenheit erweist, lasse ich die Bastelei weg. Mir kommt vor, dass mit Objektiven ab 40-fach (,,nur so" Erfahrungen mit maximal geöffneter Aperturblende) ein Abblenden nicht unbedingt nötig ist.
Dazu kommt auch noch der Umstand, dass selbst eine kleine Abweichung der Genauigkeit einer Zentrierung – vor allem bei stärkerer Vergrößerung – andauernde schiefe Beleuchtung erzeugen könnte.
Wird sich alles bald herausstellen ... ;) UND: Experimentieren macht mir sowieso Freude ... :)
Danke Dir nochmals, lieber Gerd, für diese Deine Recherche!
Beste Grüße
Jakob
Hallo zusammen!
So, der Kondensor ist mittlerweile schon bei mir angekommen.
Die Tage mal werde ich einen Vergleich anstellen. Mit dem Zeiss Lg, denke ich mal. Dessen Kondensor (der Serienausstattung war) eben verglichen mit dem nicht achromatischen aplanatischen Typ.
Soweit ich das bisher bemerkt habe, würde das von mir oben erwähnte (abschraubbare) Teil eines simplen Kondensors mit Irisblende passen.
Allerdings müsste man es eventuell ankleben oder auf andere Weise befestigen.
Interessant ist, dass der Anbieter des aplanatischen Kondensors jetzt ein GENAU passendes (Unter)Teil mit Filterhalter & Irisblende (Original Zeiss) anbietet ...
Zufälle gibt es, unglaublich. ;) ;) ;)
Für das vergleichende Testen möchte ich jeweils:
1. Die Abbildung der Skala eines Objektmikrometers,
2. ein detailreiches botanisches Präparat mit Mehrfachfärbung und
3. ein Präparat mit Diatomeen
verwenden.
Objektive ab 40-fach aufwärts.
Es ist mir bitte natürlich bewusst, dass dies kein professioneller physikalisch-optischer Test sein kann. Für das Vermitteln von allfälligen Unterschieden der Abbildungen könnte aber so etwas auch schon interessant werden.
Falls Ihr dazu Vorschläge haben solltet, bitte ich Euch um diese. Ebenso Kommentare etc. natürlich ... :)
Euch allen beste Grüße und einen schönen Feiertag wünschend:
Jakob