Hallo zusammen,
ich habe mal eine Frage zu Pleurax.
Wie hart darf Pleurax im "getrocknetem" Zustand sein? Momentan experimentiere ich ja mit verschiedenen haushaltsüblichen Klebern die Pleurax verträglich sein müssen.
Das funktionellste was sich bich jetzt raus gestellt hat ist "Bastelkleber" es enthält PVA ist wie normaler Holzleim. Ich habe es 1:1:0,5 Kleber/Wasser/Glyzerin getestet.
Diatomeen aufgelegt, angehaucht Diatomeen klebten, nächste Diatomee usw. Danach Xylol aufgetropft zum Luft austreiben, dann Pleurax drauf und auf die 90 Grad
heisse Platte für etwa 15 Min gelegt. Im kalten Zustand war der Pleuraxtropfen noch mit Nadel eindrückbar. In dem Zustand habe ich das DG auf ein OT gelegt und nochmals auf 90 Grad erhitzt bis sich der Tropfen unter den DG ausgebreitet hat. Die Diatomeen blieben an Ort und Stelle. Die Aktion mit 60 Grad reichte nicht aus. 90 Grad ist besser, ich möchte Blasenbildung vermeiden. Ich orientiere mich dabei an der Verarbeitung von Speedax.
Aber wie fest darf oder muss Pleurax sein? Hart wie Glas oder weich wie Radiergummi oder gelartig? Da habe ich keinerlei Infos drüber.
Danke für die Antowrten.
Gruss
Michael
Hallo Michael,
Pleurax schätze ich wie Canadabalsam ein - habe es aber nie separat ohne Deckglas getestet. Bisher ist mir nur Dammarharz als extrem glasharte Substanz nach Austrocknung untergekommen.
Bei der Synthese von Pleurax wird darauf geachtet, möglichst viel nicht-umgesetztes Phenol abdampfen zu lassen - >2 h bei ca. 220°C wäre mein Vorgehen (Modifikation nach http://www.mikrohamburg.de/Tips/T_Hochbrechende%20Einschlussmittel.html (http://www.mikrohamburg.de/Tips/T_Hochbrechende%20Einschlussmittel.html)). Alternativ wird auf einer Wärmeplatte der Objektträger/das Deckglas langsam auf 180-200°C erhitzt, dann 15 min bei dieser Temperatur gehalten. D.h. mit Deinen 90°C bist Du vielleicht ein wenig zu niedrig dabei?
Bin kein Diatomeen-Leger - andere können Dir sicher besser weiterhelfen.
Viele Grüße
Sven
Pleurax is a bit tricky. Zrax and Naphrax bubbles between 120 and 130oC and schluss, Pleurax keeps bubbling till at least 180oC. At lower temperatures it takes a long time to set. It does set, eventually.
HTH, René
Hallo zusammen,
Da ich den ersten Versuch mit der Bastelklebermischung nicht für eine Eintagsfliege halten will, habe ich vorhin nochmal ein "quick an dirty" Versuch gemacht.
Ich habe ein Kunststoffstäbchen genommen etwas Lösung aufgenommen und auf das 10mm DG spiralförmig von innen nach aussen aufgerieben.
Danach habe ich es auf der Heizplatte trocknen lassen. Wenn man es durch eine Gasflamme zieht gehts noch schneller. Es bleibt eine leicht milchige Schicht
zurück. Aber die stört nicht nachdem Einschlussmedium zugegebn wurde.
Ich habe also "Standart" Diatomeen eine nach der anderen ohne grosses aussuchen gelegt und nach jeder leicht angehaucht. Die Diatomeen sitzen fest. Wieder ein Tropfen Xylol und kurz danach das Pleurax zu gegeben. Ich habe solange gewartet bis unter dem Stemi keine Konvektionen mehr erkennbar waren. Erst dann habe ich das DG auf die 90 Grad heisse Heizplatte gegeben. Nach 5 Min war es im abgekühlten Zustand bereits schon gummiartig. Ich habe zum Prüfen einfach mit einer Nadel vorsichtig drauf gedrückt. nach weiteren 5 Min auf der Heizplatte und erneuter Kontrolle im kalten Zustand ist es fast fest. Das war der Zeitpunkt wo ich das DG auf ein alten OT gelegt und nochmals erhitzt habe, damit sich das Pleurax unter dem DG ausbreitet.
Nach erkalten und Kontrolle unter dem Stemi kann man das DG nicht mehr herunter drücken auch der Pleuraxrand verformt sich nicht mehr. Das heisst für mich das es fest genug ist. Bei dem Versuch habe ich zuwenig Pleurax genommen aber so kann man kontrollieren ob sich das Medium unter dem DG und Druck verformt. Die Diatomeen sehen unter dem Mikroskop völlig normal aus. Das rechte Bild ist mit einem 3,2 er Objektiv gemacht worden. Die anderen mit Handy über das Stemi Okular.
Das Foto vom verwendetem Kleber habe ich ebenfalls bei gefügt.
Ob das alles nun ein Ersatz für den professionellen Klebegrund ist, kann ich noch nicht sagen. Vielleicht möchte der oder die andere den Versuch wiederholen und mir
die Meinung mitteilen.
---- Nachtrag ----
Letztes Bild ist mit 40er Objektiv gemacht worden. Sieht völlig normal aus.
Gruss
Michael
Hallo Michael,
das mit PVA war eine gute Idee.
Ich hatte das schon mal gehört und habe auch immer eine PVA Lösung für die Distanzstückchen da.
Warum ich letztendlich PVA nicht als Kleber für die Diatomeen nehme, hatte wohl irgendeinen Grund, da müsste ich tief in den alten Unterlagen kramen.
Auf jeden Fall scheint der Kleber nicht alkohollöslich zu sein, und dadurch eignet er sich für Pleurax.
Das einzige was mich irritiert, ist die "leicht milchige Schicht" die Du erwähnst, das wäre für mich nicht akzeptabel.
Ich erhitze Pleurax bei Streupräparaten immer sehr hoch um evtl. vorhandenes Restphenol auszutreiben. (siehe Beitrag von Sven) Dieses würde den Brechungsindex erniedrigen. Solche Temperaturen hält natürlich kein Klebegrund aus. Daher würde ich noch über lange Zeit bei ca. 60°C "nachtrocknen" um das Isopropanol rauszubekommen. Mit Restphenol müsstest Du dann leben. Ich habe Dir heute Pleurax geschickt, bei welchem das Restphenol sehr sauber entfernt wurde.
lg
anne
Yes, as Anne says if you have removed excess phenol during the preparation of Pleurax, then it is a good solid mounting medium. I have given my procedure for it here: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=46229.0
You can heat Meakin's dextrin/glycerine adhesive to very hot temperatures and it's fine. I use an alcohol flame as did Meakin.
Bill