Guten Abend liebe KollegInnen
Wir haben im Zuge des Sommertreffens der Mikroskopischen Gesellschaft Wien vor, uns mit dem Schneiden von unterschiedlichen Schachtelhalmen zu beschäftigen. Die ersten Proben liegen bereits in AFE und stehen im Schloss Weinberg bereit.
Wir werden mit PEG Einbettung arbeiten, da haben wir ja bereits im Vorjahr Erfahrungen gesammelt und anstehende Optimierungen bereits umgesetzt und erprobt. Es geht um die Kieselsäurekristalle ...
Jetzt gilt es noch ein Problem zu lösen: Schachtelhalme verfügen ja eine verstärkende Kristallstruktur, die beim Schneiden eine zerstörende Wirkung hat, da sie durch das Messer vor dem Schnitt hergeschoben werden und damit das Gewebe zerstören.
Jetzt ist die Frage wie die Kristalle vor der PEG Einbettung aufgelöst werden können ohne das Gewebe zu schädigen.
Danke und liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
ich würde mich zwar nicht als Pflanzenpräparationsspezialist bezeichnen, habe aber in der Vergangenheit schon Schachtelhalme geschnitten. Meines Erachtens ist es nicht notwendig, die amorphe Kieselsäure vor dem Schneiden aufzulösen. Die Verkieselungen der Zellwände sind nicht so stark, dass die Schritte dadurch deswegen zerreißen würden. Jedoch sind die einzelnen Schachtelhalmarten in unterschiedlichem Maße verkieselt: am stärksten meines Wissens der Ackerschachtelhalm und vielleicht der Winterschachtelhalm, während der Riesenschachtelhalm eher einen weichen Eindruck macht. Ich würde mal vermuten, dass beim Schneiden eher unterschiedliche Gewebearten mit großen Härteunterschieden, wie man sie zum Beispiel beim Adlerfarn bei den Sklerenchym-Platten im Vergleich zu dem normalen Parenchym findet, Probleme machen und die Schritte zerreißen lassen, als die Kieselsäureeinlagerungen in den Zellwänden der Schachtelhalme und der Gräser. Höchstens, dass deshalb die Klingen schneller abgenutzt werden. Es würde sich aber gegebenenfalls anbieten, die Verkieselungen durch Veraschungspräparate darzustellen, was sie aber selber noch nicht ausprobiert habe. Eine Anleitung dafür gibt meiner Erinnerung nach Werner Schlüter, der verdiente Lehrer des Volkes, in seinem Buch. Viel Erfolg!
Hallo Gerhard,
es gibt ein Rezept mit verdünnter Flusssäure - ich habe es nicht mehr, weil ich angesichts der Gefährlichkeit die Finger davon gelassen habe.
Damit lassen sich die Kieselsäurekristalle entfernen, aber ich hantieren mit der Säure nicht herum
Es funktioniert NUR die Flußsäure, nichts anderes.
Man kann durchaus mit Flußsäure hantieren, wenn man nüchtern ist und überlegt handelt. Z.B. Werkzeug bereitlegen und einen Eimer Wasser daneben stehen zu haben. Glasbläser arbeiten zum Tiefätzen mit 70 %iger Flußsäure im Freien ohne Verletzungen.
Gruß - Werner
Ich habe in meinem Leben auch schon mit Flußsäure gearbeitet. Sie ist wirklich eklig und ich rate zu besonderer Vorsicht.
Das Problem ist der hohe Diffusionskoeffizient. Bevor es auf der Haut merklich weh tut, hat die Säure schon die Knochen erreicht und richtet dort ihr zerstörerisches Werk an. Es darf nichts auf die Haut kommen, auch nicht unbemerkt. Und wenn, sofort, wirklich sofort, abspülen.
Salzsäure ist dagegen Bonbonwasser.
Guten Morgen
Danke, gibt es da wirklich nur Flußsäure? Neben dem hohen Risiko kommt man ja nicht wirklich mehr in die Verlegenheit diese käuflich erwerben zu können.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo,
eh' ich mir über die absolut nicht in Amateurhand gehörende Flußsäure Gedanken mache, verwende ich zum Schneiden von Schachtelhalmproben lieber eine Einmalklinge mehr.
Viele Grüße!
Rainer