Die Geschichte des Weißen Maulbeerbaumes ist eng mit der Seide verknüpft.
Bei Aristoteles heißt die Seide ,,sir", das ursprünglich ,,glänzend" oder ,,Lichtträger" bedeutet.
Vor etwa 60 Jahren konnte man noch in der oberen Poebene auf den Feldern viele Maulbeerbaumpflanzungen sehen.
Die Po-Ebene erstreckt sich entlang des Inneren des Alpenbogens und nördlich des Apennin bis an die Obere Adria.
Hauptsächlich erstreckt sich die Po-Ebene von Westen nach Osten und ist insgesamt etwa 400 km lang. In der Breite misst sie zwischen 70 und 200 km.
Maulbeerbäume dienten der Seidenraupenzucht.
Die Blätter sind die Hauptnahrung des Seidenspinners. Diese verpuppen sich in einen Kokon, der aus einem einzigen Seidenfaden besteht und bis 3500 Meter lang weden kann.
Durch das Aufkommen neuer Chemiefasern, und da vor allem niemand mehr die Mühe der Seidenraupenzucht auf sich nehmen will, besonders die Sorgen in den Wochen zwischen dem Ausschlüpfen der Seidenraupe und das Sammeln der Kokons, wurde die Maulbeerbaüme ausgeschlagen, um den Boden einer anderen landwirtschaftlicheen Nutzung zuzuführen.
Bild 01 Habitus, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_63208015.jpg)
Quelle: Van den Berk GeldernVVan den Berk Geldern GmbH an den Berk Geldern GmbH
Systematik:Ordnung: Rosenartige Rosales
Familie: Maulbeergewächse Moraceae
Gattung: Maulbeeren
Wissenschaftlicher Name: Morus alba
Englische Bezeichnung: White Mulberry
Etwa 10 Arten zählen zu dieser Gattung, die vor allem in Ostasien beheimatet ist und wird bereits seit über 4500 Jahren in China (Mittel- und Nordchina) kultiviert.
Die lat.Bezeichnung Morus ist dem griechischen"morea" entlehnt und war in der Antike drr Name für Baum, abgeleitet von griechisch ,,meros" = Teil, wohl wegen der zusammengesetzten ,,Früchte".
Es wird behauptet, dass der Maulbeerbaum breits vor viereinhalbtausend Jahren in China angepflanzt wurde.
Der Kreter Nearchos, ein Admiral Alexanders des Großen, soll die Pflanze im 4. Jahrhundert v. Chr.nach Europa gebracht haben.
Der Weiße Maulbeerbaum gelangte erst im 11. oder 12, Jahrhubdert nach Italien.
Aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden Maulbeerbaumpflanzen angelegt.
Die ersten Pflanzungen Deutschlands dürften aus dem 16. Jahrhundert stammen.
Zur Zeit Friedrich des Großen (1712 – 1786) gaben die hohen Preise der Rohseide Anlass, die Seidengewinnung auch nördlich der Alpen zu versuchen, so beispiellsweise in Westpreußen, Schlesien und Brandenburg.
In Hannover wurden zur selben Zeit Pflanzungen angelegt, so unter anderem 1764 bei Celle, Herrenhausen, Plattensen und Koldingen.
Bild 02 Querschnitt durch den Stamm, Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_32001227.jpg)
Fotograf: Roger Culos
Der Stamm ist über 20 Jahre alt.
Die Borke ist orange bis rotbraun mit Längsrissen und tiefen Furchen. Aus Verletzungen entstehen oft dicke und knollige Vernabungen.
Das Holz ist
ringporig mit gelbbraunem bis braunem Kern (
Kernholzbaum), ziemlich hart schwer und haltbar.
Ringporige Hölzer (
Ringporer) sind Hölzer, bei denen im Frühjahr (Frühholz) weitlumige Gefäße (Tracheen) gebildet werden.
Das Holz wird leider wenig genutzt.
Kernholzbäume wie beispielsweise Esche, Hickory, Ulme und Eiche.
Bild 03 Schnittarten am Holzstamm, Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_19575591.jpg)
Quelle: The Woodbook
Querschnitt - Schnitt quer zur Längsrichung
Radialschnitt – durch die Stammachse geführt
Tangentialschnitt ist auch unter der Bezeichnung Brettschnitt bekannt.
Der Maulbeerbaum hat einen runzligen, 10 – 15 Meter hohen Stamm und wird bis zu 1 Meter dick. Die Pflanze ist sowohl ein- und auch zweihäusig.
Wie fast alle Vertreter der Familie besitzen die Maulbeerbäume einen weißen, klebrigen Milchsaft, der bei Verletzungen austritt und die Wunde verschließt.
Bild 4 Blattvariante, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_41962596.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blattform ist sehr variabel; es kommen am gleichen Baum unregelmäßig gelappte, gespaltene und unzerteilte Blätter vor.
Die breiten, sommergrünen 6 – 12 cm langen Blätter sind an der Basis oft herzförmig, stark und unregelmäßig gezähnt.
Die Blätter des Weißen Maulbeerbaums sind nicht behaart, weniger rauh und oft tief geschlitzt, sie sind sommergrün, wechselständig.
Der Blattstiel ist 2,5 cm lang.
Bild 05 Blüten der Weißen Maulbeere
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_42119052.jpg)
Quelle: Suyash Dwived
Weibliche Blütestände mit weißen Narben (Stigma)
Der einhäusige Baum hat unauffällige männliche und weibliche Blüten.
Die Blütezeit ist Mai und Juni, die Bestäubung erfolgt durch den Wind.
Die Blüten stehen in zylindrischer oder kugelförmigen Blütenständen zusammen.
Die männlichen haben ein Perigon (Blütenhülle) aus 4 Gliedern und 4 Staubblätter. Das der weiblichen Blüten ist 4- oder 5 gliedrig.
Bild 06 Weiße Maulbeere (Morus alba), Früchte
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_43527150.jpg)
Quelle: Luis Fernández García
Die Fruchtreife ist von Juli bis September.
Die weiße Frucht ähnelt einer Brombeere, ist aber in Wirklichkeit nur der Fruchtstand, der aus kleinen Einzelfrüchten besteht.
Der Fruchtstand hat eine ungewöhnliche Entstehung:
Die Blütenhüllen weden werden fleischig – saftig und verwachsen zu einer Sammelfrucht.
Diese haben die Form einer Steinfrucht, die von den Resten des Perigons und dem weichen Meoskarp (mittlere Schicht der Fruchtwand) gebildet ist und den von Endokarp (innerste Schicht der Fruchtwand) umschlossenen Samen birgt.
In früheren Jahrhunderten intensivierte man mit Schwarzen Maulbeeren die Farbe des Rotweines.
Teil 1
Spross, Querschnitte
20 Mikrometer
Bild 07 Schnittstellen, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_56200037.jpg)
Foto; H.-J_Koch
A = älterer Spross, B = junger Spross
Älterer Spross (A)Bild 08 Detailaufnahme,, ungefärbter Schnitt, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_36038289.jpg)
Bild 09 Detailaufnahme, Autofluoreszenz, Detailaufnahme, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_55909147.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.30 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minuten
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis :Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000
Bild 10 Übersicht, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_33420276.jpg)
Bild 11 Detailaufnahme mit Beschriftung,, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_32347029.jpg)
PXY = Protoxylem, MP = Markparenchym, St = Strahl, XY = Xylem, T = Trachee, PH = Phloem, SK = Sklerenchym, RP = Rindenparenchym, EP = Epidermis
Bild 12 Detailaufnahme, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_22687807.jpg)
Bild 13 Übersicht, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_2863675.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Junger Spross (B)Bild 14 Detailaufnahme mit Beschriftung, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_25773083.jpg)
Bild 15 Trichome, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_30631159.jpg)
Bild 16 Gegenüberstellung, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344010_7244975.jpg)
Teil 2
Sprossgabel , Längsschnitt
25 Mikrometer
Bild 17 Aufgeklebte Sprossgabel, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_65204782.jpg)
Bild 18 Aufgeklebte Sprossgabel, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_49972132.jpg)
Bild 19 Schnitte in einer Petrischale, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_47096010.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 20 Übersicht, Tangentialschnitt, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_21210914.jpg)
Bild 21 Übersicht, Tangentialschnitt, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_56680499.jpg)
Bild 22 Detailaufnahme, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_40362448.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_27717712.jpg)
Bild 24 Detailaufnahme,Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_48132822.jpg)
Teil 3
Blattstiel, Querschnitt
20 Mikrometer
Da der weiche Blattstiel winzig klein ist (ca.1 mm) und beim Einspannen im Probenhalter zerquetscht habe ich zum Schneiden eine gebastelte Gefriereinrichtung für das Reichert Schlittenmikrotom eingesetzt.
Der biegsame Blattstiel ermöglicht es der Pflanze, dem Druck durch Wind und Regentropfen nachzugeben, ohne dabei abzuknicken oder einzureißen.
Bild 25 Peltier-Element; Gefriereinrichtung zum Reichert Schlittenmikrotom
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_30542218.jpg)
Bild 26 Computer – Lüfter; Gefriereinrichtung zum Reichert Schlittenmikrotom
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_6444509.jpg)
Bild 27 Explosionszeichnung - Gefriereinrichtung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_58000584.jpg)
Bild 28 Ungefärbter Schnitt, Übersicht,Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_52243212.jpg)
Bild 29 Ungefärbter Schnitt, Detailaufnahme, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_426867.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 30 Übersicht, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_3841804.jpg)
Bild 31 Leitbündel, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_34576242.jpg)
Bild 32 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Weißer Maulbeerbaum Morus alba
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures013/344011_42750725.jpg)
Quellen und weiterführende Informationen:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Gregor Aas ,,Bäume", ISBN:3-7742-4058-2
Bachofer ,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 978-440-14660-6
U. Hecker ,,Bäume und Sträucher", ISBN: 3-8354-0021-7
Wolfgang Kawollek, ,, Die Pflanzen der Bibel", ISBN: 978-3-8186-1299-3
Bernd Schulz ,,Gehölzbestimmung im Winter", ISBN: 978-3-80017986-2
P. Schütt ,,Lexikon der Bäume und Straucharten", ISBN: 978-3-86820-123-9
P. Schmidt ,,Taschenbuch der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
P. Schmidt ,, Die wildwachsenden und kultivierten Laub – und Ndelgehölze Mitteleuropas", ISBN:978-3-494-01800-3
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Killerpflanzen", ISBN: 978-3-440-16068-8
,,The Woodbook", ISBN: 978-3-8365-3603-5
,,Welcher Baum ist das?", ISBN: 978-3-440-16449-5
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1977
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