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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Peter V. in Februar 05, 2010, 08:37:52 VORMITTAG

Titel: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: Peter V. in Februar 05, 2010, 08:37:52 VORMITTAG
Hallo!

Eine Frage an die Jenaval (-vert, -lumar ) DIK-Anwender:

Ich probiere gerade eine DIK-Einrichtung an meinem Jenaval aus. Bei der Justierung ergibt sich eine Verständnisfrage:
In der Bedienungsanleitung finde ich den Satz

ZitatSteckschlüssel (Bild 3/36) links und rechts in die
Zentrierlöcher im Prismenrevolver (Bild 5/57) einführen,
und zwar in die, die der optischen Achse am nächsten liegen.
Schlüssel drehen, bis das Feld am dunkelsten erscheint
und keine reliefartige Kontrastierung zu sehen
ist.

Handelt es sich bei "keine" um einen Druckfehler oder ist wirklich gemeint, dass man bei diesem Schritt keine reliefartige Kontrastierung sehen soll?

Aber so recht glaube ich nicht an einen Tippfehler, dern bei der Beschreibung einer zweiten Anleitung für ein etwas anderes DIK-System am Jenaval ist diese Formulierunmg identisch.

Hier habe ich irgendwie ein Verständnisproblem, denn das Ziel beim DIK ist doch ( u.a. ) die reliefartige Darstellung - oder doch nicht  ???


Zum Verständnis des Zusammenhangs unten der gesamte Text.

Herzliche Grüße
Peter



2.1. Einrichtung für differentiellen Interferenzkontrast
DIK d
• Zwischenringe mit Prismen (Bild 5/56) der Einrichtung
DIK d auf die DlK-fähigen Objektive der Standardausrüstung
aufschrauben; die Zuordnung Zwischenring-Objektiv
geht aus der aufgedruckten Vergrößerung hervor, bzw. ist
der Tabelle unter Punkt 2.3. zu entnehmen. (Die Zwischenringe
DIK d 12,5/25 funktionieren sowohl mit GF-PA 12,5x
als auch mit GF-PA 25x).
• Die Kombinationen Zwischenring-Objektiv in den Objektivrevolver
einschrauben. Das Objektiv 12,5x vorteilhaft in
das am Revolver mit 1 gekennzeichnete Auge, übrige Objektive
in der Reihe steigender Vergrößerungen sinngemäß in die
Augen 2, 3, 4 ... schrauben. Diese Zuordnung auch bei
späteren Arbeiten mit der DIK-Einrichtung beibehalten, um
Justieraufwand zu vermeiden.
• Prismenrevolver DIK (Bild 6/57) in die entsprechende
Schwalbenführung (Bild 1/4) des Kondensoreinhängers bis
Anschlag einschieben und mit Rändelmutter klemmen.
Prismenrevolver so schalten, daß im Sichtfenster das
Symbol o erscheint.
• Analysatorschieber DIK d (Bild 5/51) in den Ausbruch
(Bild 1/2) bis Anschlag einschieben und Markierung 0 auf
objektivbezogen,
4 verschiedene Ausführungen
9
Indexpunkt stellen.
• Filteraufnahme (Bild 1/8) nach vorn vom Stativfuß abziehen
und an ihre Stelle den Polarisator DIK d (Bild 5/
52) aufschieben; drehbaren Polarisator so stellen, daß
der Hebel zwischen die beiden Striche zu liegen kommt.
λ - und λ/4-Platte aus dem Strahlengang ausschwenken«
• Präparat auflegen, Objektiv einschalten, Objekt scharfstellen
und nach Köhler beleuchten. (Auffinden und Scharfstellen
schwer sichtbarer Objekte vorteilhaft bei weitgehend
geschlossener Aperturblende. Danach Aperturblende wieder
voll öffnen).
• Durch geringfügiges Drehen von Polarisator und/oder
Analysator maximale Dunkelheit im Feld einstellen.
• Bertrandlinse einschalten. Dazu Zugstange (Bild 1/1)
herausziehen. Mit Knebel an der Zugstange Bertrandlinse
auf Aperturblende fokussieren und diese mit Zentrierschrauben
(Bild 1/6) zur Pupille zentrieren. Gegebenenfalls muß
die Aperturblende etwas geschlossen werden.
• Stifthebel in einen der beiden Schlitze im Zwischenring
DIK d einführen und damit den gerändelten inneren Ring so
lange drehen, bis der in der Pupille sichtbar werdende
zentrale, schwarze Interferenzetreifen waagerecht liegt.
• Prismenrevolver DIK so schalten, daß die Vergrößerung des
Objektivs im Fenster erscheint. Die Pupille muß nahezu
einheitlich gefärbt bzw. in einheitlicher Helligkeit erscheinen;
falls sich die Zahl der Interferenzstreifen verdoppelt,
liegt das Prisma im Zwischenring DIK d um 180°
im Azimut verdreht. In diesem Fall Prismenrevolver wieder
auf 0 zurückschalten, Prisma im Zwischenring um 180°
weiterdrehen, bis das Interferenzstreifensystem wieder
waagerecht erscheint; erneut Prismenrevolver auf Arbeitsobjektiv
schalten, die Pupille erscheint jetzt nahezu
einheitlich gefärbt bzw. in einheitlicher Helligkeit.
• Aperturblende mit Stellring (Bild 1/9} In Arbeitsstellung
bringen (1/2 bis 2/3 geöffnet).
10
• Zugstange (Bild 1/1) wieder hineinschieben und damit
Bertrandlinse ausschalten; Feld beobachten.
• Steckschlüssel (Bild 3/36) links und rechts in die
Zentrierlöcher im Prismenrevolver (Bild 5/57) einführen,
und zwar in die, die der optischen Achse am nächsten liegen.
Schlüssel drehen, bis das Feld am dunkelsten erscheint
und keine reliefartige Kontrastierung zu sehen
ist.
• Prisma im Zwischenring DIK d mit Stifthebel geringfügig
verstellen, bis das Feld am dunkelsten erscheint. Damit
ist die Einrichtung justiert.
Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: Nomarski in Februar 05, 2010, 09:47:03 VORMITTAG
ZitatHandelt es sich bei "keine" um einen Druckfehler oder ist wirklich gemeint, dass man bei diesem Schritt keine  reliefartige Kontrastierung sehen soll?

Aber so recht glaube ich nicht an einen Tippfehler, dern bei der Beschreibung einer zweiten Anleitung für ein etwas anderes DIK-System am Jenaval ist diese Formulierunmg identisch.

Hier habe ich irgendwie ein Verständnisproblem, denn das Ziel beim DIK ist doch ( u.a. ) die reliefartige Darstellung - oder doch nicht  Huch
Hallo Peter,

ohne das Jenaval direkt zu kennen nehme ich an, daß es sich bei dieser Einstellpunkt um den sogenannten Nullstreifen bei dem Interferenzfarbspektrum handelt, welches bei DIK die Mittelstellung zwischen Vertiefungen und den Erhebungen des Reliefbildes sind. Das Bild wirkt dabei wie Dunkelfeld mit schwarzen Hintergrund.
Von diesem Einstellpunkt lassen sich die verschiedenen Grautöne einstellen, wobei man sich den besten Kontrast aussucht.

Bei Zeiss-West ist das so, dann wird es vom Prinzip her bei Zeiss-Jena nicht anders sein.

Gruß
Bernd
Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: Peter V. in Februar 05, 2010, 10:51:00 VORMITTAG
Hallo!

Eigentlich bin ich mit dieser Frage bei Dir, Herr Nomarski, ja in besten Händen.
Aber ich verstehe es trotzdem nicht so recht: Das ist doch in der Beschreibung der letzte Einstellpunkt, danach soll an nichts mehr herumgeschraubt oder eingestellt werden.....

Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: Nomarski in Februar 05, 2010, 11:12:45 VORMITTAG
Hallo Peter,

ZitatAber ich verstehe es trotzdem nicht so recht: Das ist doch in der Beschreibung der letzte Einstellpunkt, danach soll an nichts mehr herumgeschraubt oder eingestellt werden.....

Dabei muß es sich um eine Art "Grundjustage" handeln, durch welche die Wollastons in Position gebracht werden.
Es muß aber noch eine Stellmöglichkeit geben, durch die man den den Kontrast, erzeugt durch die verschiedenen Dicken des Objektes in verschiedene Graustufen dargestellt werden und dadurch das Relief erzeugen. Beim schwarzen Nullstreifen ist natürlich kaum was zu erkennen.

Bei dir ist beschrieben, daß der Nullstreifen in der Brennebene waagerecht sein soll. Bei Zeiss-West ist dieser diagonal. Die Orientierung der Prismen zueinander und zu den Schwingungsebenen der Polrisatoren ist wichtig, da es sonst nicht funktioniert.

Grüße
Bernd
Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: Eckhard in Februar 05, 2010, 12:32:06 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

ich kenne das Mikroskop auch nicht.

Ich interpretiere das auch so wie Bernd. In der Stellung ist dann der Gangunterschied null. Ich habe im alten Forum ein Bild mit dieser DIC Einstellung gezeigt. Wie Bernd sagt, sieht es dann fast aus wie Dunkelfeld und die Reliefbildung ist minimal:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/31291_60658032.jpg)

Herzliche Grüsse
Eckhard

Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: pa3gmi in Juni 17, 2010, 18:07:26 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Ein alten Thema, aber  heute habe ich auch eine DIK Einrichtung am meine Jenaval, also für mich aktuell.
Ich weiß nicht ob Sie mittlerweile eine andere Anleitung haben, aber die von Ihnen ist nicht komplett, ich habe ein PDF für Sie wenn Sie das wünschen.

Grüße,

Rien.
Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: Gernot Armbruster in Juni 17, 2010, 20:34:06 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Deine Beschreibung stammt aus der Druckschrift:
"JENAVAL Durchlicht-Forschungsmikroskop Gebrauchsanleitung".

In den Druckschriften:
"Einrichtung für Phasenkontrast und differenziellen Interferenzkontrast (DIK) für die JENA Mikroskope JENAVAL und JENALUMAR" und
"aus JENA JENAVAL Durchlicht-Forschungsmikroskop 30-G 0020 a
geht die Beschreibung noch weiter mit den Punkten

.Justierung der Kompensatorplatten Lambda und Lambda/4:.....
. Einstellung des Kontrastes:.....
  Graukontrast:.....
  Farbkontrast:.....
  Quasi-Hellfeld:....

Wahrscheinlich ist es das, was Du suchst?

Herzliche Grüße

Gernot
Titel: Re: Frage zum DIK ( Justierung ) beim Zeiss Jenaval
Beitrag von: pa3gmi in Juni 17, 2010, 20:47:58 NACHMITTAGS
Hallo Peter und Gernot,

Genau diese meine ich.

Grüß,

Rien.