Liebe Mikroskopiker/innen,
benutzt jemand von Euch die Panasonic Lumix G1 zum Fotografieren an seinem Mikroskop?
Ich habe diese Kamera mit einer Ofenrohrverbindung und einem Zoomobjektiv 14 - 45 mm auf meinen Trinotubus aufgesetzt, habe dabei leider eine starke Vignettierung. Leider kann ich nicht auf 40 mm zoomen, die Vignettierung bleibt erhalten und der Rand des Kreises wird total unscharf.
Heute habe ich nun mit einem T2-Adapter und einem entsprechenden Verbindungsteil inklusive Projektiv 2,5x versucht zu fotografieren. Das ging leider nicht, die Kamera verweigert dies ohne Objektiv.
Das ist sehr schade, bei anderen Kameras geht das ohne weiteres.
Bin gespannt ob jemand mir seine Erfahrungen schildern wird.
Liebe Grüße
Regi
Hallo Regi,
die Kamera hat einen Wahlschalter für die Motivprogramme, es ist der runde Drehknopf auf der Oberseite.
Bei den sogenannten Automatik-Programmen, dargestellt durch die verschiedenen Symbole kann man nur mit dem Original-Objektiv fotografieren. Mit einem T2-Adapter kann man nur in der Einstellung M für manuelle Belichtung oder allenfalls mit Zeutautomatik (Av) arbeiten. Für die anderen Motivprogramme wird die Elektronik in den Objektiven benötigt, welche über die Kontakte im Bajonett mit der Kameraelektronik arbeitet. T2-Adapter haben in der Regel diese Elektronik nicht und sollten so gebaut ein, daß die über die Steuerkontakte keinen Kurzschluß verursachen, was bei Fernost-Ware schon mal vorkommen kann.
Schöne Grüße
Bernd
Lieber Bernd,
danke für die schnelle Antwort. Ich hatte es mit der Einstellung "M" versucht, aber auch da ging es nicht. Werde es nochmal probieren.
Gut's Nächtle
Regi
ZitatIch hatte es mit der Einstellung "M" versucht, aber auch da ging es nicht. Werde es nochmal probieren.
Was passiert denn, wenn du den T2-Adapter abnimmst? Löst die Kamera dann wenigstens aus?
Gruß
Bernd
Hallo Regi,
die Lumixe haben da einen extra Menü-Punkt, um die Erkennung von Objektiven abzuschalten
und dann auch ohne Objektive auszulösen.
Das geht so :
in den Einstellmenüs (bei der L1 unter "Benutzerspezifisch", Symbol Schraubenschlüssel
und der GF1 unter "Individualmenü" Symbol C und Schraubenschlüssel,
die G1 kenne ich leider nicht,
gibt es den Menüpunkt "Objektivsperre" oder "Auslösen ohne Objektiv möglich" oder so ähnlich, ich bin zu faul nachzusehen...
den schaltest Du einfach auf off,
dann gehts.
Grüße,
Gerd
Lieber Gerd,
herzlichen Dank für Deinen Hinweis. Das ist genau der Punkt an dem ich auch angesetzt habe. Es hat mich natürlich geärgert und ich habe in der Gebrauchsanleitung rauf und runter herumgesucht und bin per Zufall darauf gestoßen. Es gibt unter "Arbeiten mit dem [INDIVIDUAL MENUE] als letzten Punkt die Möglichkeit [Auslösen o.Obj.], das steht werksseitig auf "off" muß auf "on" gestellt werden! Und dann das Stellrad auf "P" und die Kamera löst aus und speichert auch das Bild! Bei der Einstellung "M" am Stellrad löst die Kamera zwar auch aus, es wird aber kein Bild gespeichert.
Mein Resumee: die neuen Digitalkameras sind überzüchtet! Und Panasonic macht es einem insofern schwer als die Bedienungsanleitung KEINE alphabetische Inhaltsangabe hat. Den Rat, diese Anleitung vor dem Fotografieren durchzulesen (167 Seiten!) ist zwar lieb gemeint, aber wer kann sich diesen ganzen Wust von Kürzeln und Möglichkeiten schon merken.
herzliche Grüße
Regi
Hallo Regi,
ZitatUnd dann das Stellrad auf "P" und die Kamera löst aus und speichert auch das Bild! Bei der Einstellung "M" am Stellrad löst die Kamera zwar auch aus, es wird aber kein Bild gespeichert.
Wieso das denn auf einmal? ??? Die Stellung P kann man am Mikroskop gar nicht gebrauchen, weil dabei Blende und Verschlußzeit automatisch ermittelt werden. Die Blende wird aber manuell eingestellt, nämlich über das Mikroskop, so wäre die Stellung Av für automatische Belichtung sinnvoll. Da man aber in einigen Fällen von der automatischen Belichtung abweichen muß, z.B. bei Phasenkontrast oder Fluoreszenz, arbeite ich im manuellen Modus. Und dabei werden die Bilder selbstverständlich auch abgespeichert.
Grüße
Bernd
Hallo Regi,
die micro-Four-Thirds-(MFT)-Kameras werden nicht nur wegen ihrer geringen Schnittweite (Objektivauflage bis Chipfläche) für günstige Geräte zur Adaption gehalten, sondern auch wegen der vergleichsweise unproblematischen Belichtungssteuerung und der Verwendung eines elektronischen Suchers (EVF). In der konventionellen Fotografie bedeutet dies, dass man praktische alle Objektive adaptieren und mit Arbeitsblende nutzen kann ohne bei Abblendung nur noch Finsternis im Sucher zu haben und ohne dass die Belichtungssteuerung den Dienst verweigert (wie z.B. bei den meisten kleineren Nikon-DSLR). Ohne Deine Lumix G1 zu kennen, kann ich mir deshalb kaum vorstellen, dass man diese Adaptionsmöglichkeit ausgerechnet an die Programmautomatik (Stellung P) knüpft, denn diese Art der Belichtungssteuerung beeinflusst üblicherweise sowohl Blende als auch Belichtungszeit.
Bernd hat es schon erwähnt: die Verwendung einer Belichtungsautomatik ist bei manchen (ich würde sagen: bei den meisten) mikroskopischen Motiven problematisch. Da bei der Adaption am Mikroskop einer der drei Belichtungsparameter (Zeit, Blende, Empfindlichkeit), nämlich die "Blende"*, ohnehin manuell am Mikroskop eingestellt wird, bleibt der Kamera die Aufgabe, eine dazu passende Belichtungszeit auszuwählen (bei Zeitautomatik) oder auszuführen (bei manueller Einstellung). Die Stellung "P" führt evtl. auch zu brauchbaren Ergebnissen, aber das würde ich dann eher für einen Zufall halten.
Übrigens gibt es für die MFT-Kameras auch ein Forum http://www.forum-fourthirds.de/, in dem allerdings so gut wie keine mikroskopischen Themen oder Technik-Probleme besprochen werden. Außerdem ist dieses Forum doch teilweise sehr stark von Marketing-Wasserträgern der MFT-Firmen durchsetzt, die dort ihre Werbetexte einstreuen. Einer der ganz wenigen Mikroskopie-Beiträge macht leider auch ein bisschen diesen Eindruck http://www.forum-fourthirds.de/sonstiges/4833-mikroskop-adapter-fuer-gh1.html.
Viel Erfolg bei der Adaption, Thomas
* ich meine mit "Blende" die Summe der Parameter, die den Lichtstrom zur Kamera beeinflussen - nicht deren Bedeutung für Tiefenschärfe und/oder Auflösungsvermögen.
Lieber Bernd, lieber Thomas,
ob nun Zufall oder nicht, es geht auch mit "P". Habe erstmal probiert ob es irgendwie geht. Hinter die Feinheiten werden ich sicher noch kommen. Klar, wenn keine Blende da ist braucht es auch keine Programmautomatik dafür. Die Schärfe jedenfalls (kleines Extra-Stellrad für MF = manueller Fokus) wird am Mikroskop eingestellt.
Jedenfalls freue ich mich daß ich endlich eine feste und sichere Adaption meiner neuen Kamera habe und damit auch arbeiten kann.
Danke für Eure Tipps!
Liebe Grüße
Regi