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Bibliothek => Mikro-Know-How => Technik => Thema gestartet von: Jakob_Wittmann in August 31, 2023, 06:19:30 VORMITTAG

Titel: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in August 31, 2023, 06:19:30 VORMITTAG
Guten Morgen liebe Runde,

es geht um ein Laborlux III, das ich seit ein paar Wochen nutze.

Grundsätzlich bin ich nicht bloß ,,zufrieden" mit diesem Instrument, sondern eher sehr angetan, begeistert. So in diese Richtung gehend.  :)

Gemäß seiner Seriennummer dürfte es 1967 gefertigt worden sein. Alles funktioniert einwandfrei. Es ist auch sehr schön erhalten. Allein dieses perfekt konstruierte Mikroskop nur anzusehen, bereitet mir Freude.

Allerdings scheint es eine Anpassungslinse zu benötigen, denn das Köhlern funktioniert nicht so recht.

Momentan ist ein Leitz 600-Kondensor mit der 0,90 As Frontlinse im Einsatz. Bei niedrigen Vergrößerungen und ausgeschwenkter Frontlinse sind die Abbildungen perfekt.

Bei höheren Vergrößerungen kann ich mit einem leicht mattierten Blaufilter und Korrekturbildern (Flats) gar nicht so schlecht arbeiten, aber das ist keine ideale Lösung.

Daher bitte die Frage an Euch:

Was für eine Linse (Typbezeichnung) benötigt man bitte für das Mikroskop?

Gibt es eventuell auch andere Möglichkeiten, um ein scharfes Abbild der Leuchtfeldblende zu erreichen?

(von alternativen Kondensoren mal abgesehen, bitte ...)

Ein Teil der beigefügten Bilder verdeutlicht (hoffentlich  :) ;) ), was ich meine.

Wie immer freue ich mich bitte über alle Hinweise, Tipps, Kommentare von Euch und ich bedanke mich im Voraus für diese!

Ach ja, auch ,,sonstige" Kommentare aller Arten zum Laborlux & Verwandtschaft sind bitte sehr willkommen.

Liebe Grüße

Jakob

Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: A. Büschlen in August 31, 2023, 07:23:51 VORMITTAG
Hallo Jakob,

hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=28757.0 gibt es Einiges zu lesen.

Gruss Arnold
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in August 31, 2023, 08:50:13 VORMITTAG
Hallo Jakob,
ein paar Fragen:
welche Leuchte nutzt Du? Ist sie so justiert, dass bei offener LFB, wenn Du ein Blatt Papier auf sie legst ein gleichmäßig ausgeleuchteter Kreis entsteht, der die LFB ausfüllt?
Ist der Kondensor mittig zentriert?  Ganz im Schlitten eingeschoben? Der Kondensorkopf mittig achsengerecht zum Kondensor? (Kondensor absenken, Kopf ausschwenken Aperturblende zu, zentrieren, hiernach Kopf einschwenken, Kondensor hoch und ggf Kondensorkopf-Anschlag/ Position variieren.
Nachtrag: Kommst du mit dem Kondensorkopf bis an den Objektträger ran, oder stoppt der Kondensortrieb mit (zuviel) Abstand darunter(Schnittweite 1,2 mm bei diesen Kondensoren)?
Du merkst an den Fragen, dass ich Dein Problem eher in einer zu punktförmigen Beleuchtung und eines zu schiefen Strahlengangs irgendwo von Leuchte bis Kondensorkopf sehe..
Bester Gruß Stefan
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Gerd Schmahl in August 31, 2023, 19:25:41 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,
da schließe ich mich Stefan an: Dass da was schief läuft im Strahlengang sieht man deutlich an den Farben im großen bunten Foto von der LFB. Da sind an gegenüberliegenden Blendenrändern Komplementärfarben zu sehen. Das gibt 's nur im dezentrierten Beleuchtungsstrahlengang.
LG Gerd
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in September 04, 2023, 01:57:30 VORMITTAG
Hallo liebe Runde!

Ich bedanke mich sehr herzlich für Eure Hinweise.

An Arnold:

Dankeschön, lieber Arnold, zwar kannte ich Wolfgangs gediegene Ausführungen bereits, aber es ist ganz, ganz sicher kein Fehler diese erstklassigen Informationen zu verlinken. Ich bin mir relativ sicher, dass auch das Team von Leica, vormals Leitz, diese erstklassige Quelle nutzen dürfte, wenn es um Anfragen zu historischen Instrumenten geht.

Generell: Ich beantworte mal Stefans Fragen zum Thema:

Die Beleuchtung des Laborlux ist die originale aus der Ära seiner Fertigung. Eine Niedervolt-Glühlampe (5 Volt), die in einer einsetzbaren Hülse sehr präzise zu platzieren geht.

Mit einer auf die Öffnung der LFB gelegten (neutralfarbigen) Scheibe aus mattiertem Glas erkennt man keine Unregelmäßigkeiten der Lichtverteilung am Lichtscheibchen.

Ich habe den Kondensor rausgenommen und wieder bis zum Anschlag eingesteckt. Möglicherweise ist vorher dessen Lage tatsächlich fehlerhaft gewesen, denn die bunten Erscheinungen sind nicht mehr wahrzunehmen. Danke Euch, Stefan und Gerd!

Was allerdings nach wie vor zu verzeichnen ist, dürften meine beigefügten Bilder verdeutlichen. In einem deutlich großen Bereich ergeben sich bei einer Vergrößerung des Leuchtfeldes (bis hin zum Maximum) keine Unterschiede des Abbildes.

Auch die Bildschärfe scheint mir sehr mäßig zu sein. Das Präparat ist ein Efeu-Spross, 25 µm, quer.

Danke Euch allen, liebe Grüße

Jakob
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in September 04, 2023, 07:43:14 VORMITTAG
Hallo Jakob,

nähern wir uns mal dem Problem der zu fokussierten Beleuchtung.
Im Fuß sieht der Strahlengang ja wie folgt aus: Lampe, mattierte plan-konvexe Linse und vor dem Spiegel eine Linsenfassung. Diese letztere kann einen grünen, roten oder gar keinen Punkt tragen. Ist diese vorhanden und welche Farbe hat der Punkt, bzw hat gar keinen Punkt?
Bester Gruß
Stefan
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jürgen H. in September 04, 2023, 08:59:30 VORMITTAG
Hallo Jakob,

möglicherweise benötigst Du die Anpassungslinse K1 von Leitz. Fag mal Diana: https://www.microscopia.de/p/leitz-anpassungslinse-k1-fuer-kondensoren-der-baureihe-600-400-und-700-am-laborlux-sm-lux-neu-ovp

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in September 04, 2023, 11:27:09 VORMITTAG
Hallo,
ob die Anpassungslinse ( für diesen Fall K1 oder Laborlux beschriftet) das Leuchtfeld auf das Doppelte zu vergrößern vermag, wage ich jetzt mal arg zu bezweifeln. Jakob, ein Bild von unten deines Laborlux III mit der Lampe in Positon, würde sehr helfen.
Die von mir o.g. Kollektorlinsen (vor dem Spiegel im Fuß) unterscheiden sich übrigens erheblich, die ungemarkte und die mit rotem Punkt haben die gleiche Brennweite, anders hingegen die mit grünem Punkt, diese sollte in den späteren (mattierte Fokusknöpfe) verbaut sein, sie macht auch ein dtl. größeres Leuchtfeld. Wichtiger als die Bauart dürfte für Jakobs Problem sein, ob überhaupt vorhanden und richtig positioniert. Auch die Lampe muss nicht nur richtig zentriert sein sondern sich an der genau richtigen Position in der Achse des Strahlengangs befinden .
Bester Gruß Stefan
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in September 04, 2023, 13:31:17 NACHMITTAGS
Danke Euch allen,


anbei ein Foto der Unterseite des Sockels. Eine eindeutige Farbe des Punkts am Fuß der Glühlampenfassung kann ich nicht bestimmen. Aber rot ist das sicher nicht ... :)

Liebe Grüße

jakob
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in September 04, 2023, 13:36:38 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,

der Punkt wäre auf der Kollektorlinse kurz vor dem Spiegel. leider auf deinem Bild nicht drauf....
BG Stefan
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Lupus in September 04, 2023, 13:39:17 NACHMITTAGS
Hallo,

das Problem dürfte weniger mit dem Kondensor und einer möglicherweise fehlenden Anpassungslinse zu tun haben, sondern mit einer falschen Ausleuchtung der Leuchtfeldblende. Dass das Bildfeld eines 40x Objektives so gering ausgeleuchtet ist, selbst bei weit geöffneter Leuchtfeldblende, deutet darauf hin. Denn normalerweise müssten fast 5 mm Leuchtfeldblende zur Ausleuchtung durch den Kondensor reichen. Wenn z.B. eine Kollektorlinse fehlt, wird das aus der Leuchtfeldblende austretende Licht nicht konvergent zum Kondensor hin gelenkt, der Bildrand des Objektives bleibt dunkel. Teste ohne Kondensor mit Hilfe eines weißen Papiers an seiner Stelle, wie dort die Ausleuchtung aussieht. Durch Schließen der Leuchtfeldblende darf der Leuchtfleck am Kondensor nicht viel kleiner werden, nur dunkler.

Hubert
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in September 04, 2023, 13:54:22 NACHMITTAGS
Hallo Hubert,
vielleicht dringen wir ja gemeinsam damit durch, dass es sich um ein basales Beleuchtungsproblem handelt

Hallo Jakob,
Lampe sieht gut aus , aber ich meine diese Linse  X (hier kleiner grüner Punkt  oben drauf zu sehen):
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in September 04, 2023, 22:21:14 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ein herzliches Danke für Eure wirklich sehr nützlichen und genauen Tipps bzw. Hinweise!

Huberts Anleitung bezüglich Testen der Ausleuchtung werde ich ausführen. Ich bin wirklich neugierig, was sich dabei ergeben wird.

Vorläufig habe ich nur die sichtbare Linse des Kollektors betrachtet bzw. auch fotografiert. Allerdings ging das mit dem Blitzlicht (EOS 600D) nicht so gut, ich muss das bei Tageslicht wiederholen.

Mir kommt nicht vor, dass beim Kollektor irgendetwas entfernt oder geändert wurde, wobei ich mich natürlich damit irren könnte. Es wäre vielleicht sinnvoll, diesen auszubauen und näher zu betrachten. Allerdings habe ich dabei Bedenken, da ich nicht weiß, wie sehr so etwas von wegen Justage heikel ist.

Stefans Hinweis (danke!) zu der Farbmarkierung habe ich nachvollzogen. Der Punkt ist eindeutig grün.

Danke sehr, mal sehen wie das alles zu lösen ist. Anbei sind Fotos zu sehen. Das Foto mit der Kollektorlinse ist wie erwähnt sehr dürftig, sorry.

Beste Grüße

Jakob
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Lupus in September 05, 2023, 10:03:11 VORMITTAG
Hallo,

ich habe mit dem gleichen Leitz 40x Achromat und Kondensor NA 0.9 einen Vergleich zweier Beleuchtungseinstellungen gemacht, mit Smartphone durchs Okular aufgenommen. Die Lichtquelle wurde seitlich eingespiegelt.

Das 2. Bild zeigt eine kleine ("punktförmige") Lichtquelle ohne Kollektor und ohne Diffusor, im Okular sieht man die eingeengte Ausleuchtung und den prächtigen Farbfehler des Kondensors bei dieser "gerichteten" divergenten Beleuchtung. Also etwa wie das Foto am Anfang des Thread.
Das 3. Bild zeigt den identischen Aufbau, nur mit Diffusor auf dem Lichtaustritt. Der Kondensor hat keine auf die Austrittsöffnung angepasste Korrekturlinse.

Hubert
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in September 05, 2023, 10:32:59 VORMITTAG
Hallo Hubert,
schöner kann man es nicht zeigen.
Hallo Jakob,
du hattes ja bereits wage geschrieben
ZitatMir kommt nicht vor, dass beim Kollektor irgendetwas entfernt oder geändert wurde, wobei ich mich natürlich damit irren könnte
und ich hatte bereits den Strahlengang des Laborlux III (c/d) so beschrieben
ZitatIm Fuß sieht der Strahlengang ja wie folgt aus: Lampe, mattierte plan-konvexe Linse und vor dem Spiegel eine Linsenfassung
, ich denke wir haben eine hochverdächtig Abhandene, oder?
Beste Grüße Stefan
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in September 05, 2023, 13:31:42 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

Unglaublich! Ihr habt das Verhalten der Beleuchtung perfekt analysiert, deren Mängel absolut richtig erkannt!

Ein dickes Danke an Euch für den Eurerseits betriebenen Aufwand, um dieses Verhalten so mustergültig zu erklären. Ich bin nicht nur dankbar dafür, sondern auch ohne Übertreibung beeindruckt davon.

Nun ja, ein Laborlux III Stativ mit einer korrekt ausgeführten Beleuchtungseinrichtung wäre mutmaßlich nicht allzu schwierig und auch nicht sonderlich teuer zu beschaffen. Allerdings dürfte ich mit einem Diffusor – wie ohnehin bereits im Gebrauch – das Mikroskop auch ,,so" passabel nutzen können.

Was mich eigentlich neugierig macht, ist, warum das Linsensystem (des Kollektors) des Instruments hier verändert bzw. etwas entfernt wurde. Eigentlich sehr merkwürdig. Oder?

Könnte dies eine Variante der Ausstattung sein?

Wie auch immer, auch durch das Nutzen von Flats alleine schon, konnte ich ganz gut mit dem Mikroskop umgehen.

Ich habe übrigens auch noch eine deutlich ältere aber de facto neuwertig erhaltene Beleuchtungseinrichtung für meine Laborlux I-Geräte, von denen ich zumindest eines instand setzen möchte (mir fehlt leider ein Tubus bzw. Tuben dafür). Ein ausgesprochen wuchtig ausgeführtes Teil, bei dem man sogar den Kollektor verstellen kann. Dessen Durchmesser ist allerdings für das Laborlux III zu groß.

Diese zwei sehr alten Laborlux I Typen waren ursprünglich als Ersatzteilspender für ein Leitz SM gedacht, sind mir aber mittlerweile dafür viel zu schade. Bereits in den Vierzigerjahren (und natürlich auch schon noch früher) waren solche Leitz-Instrumente beeindruckend solide gefertigt.

Ach ja, um beim Thema zu bleiben: Meint Ihr bitte, dass sich eine vollständig erhaltene Beleuchtungseinrichtung für das Laborlux III lohnen würde?

Ein sehr herzliches Danke für Eure beeindruckenden Bemühungen, liebe Grüße!

Jakob


Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Lupus in September 05, 2023, 13:56:56 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,

eine Köhler-Beleuchtung setzt sich immer aus einem Kollektor und einem (leichten) Diffusor zusammen. So ideal wie oft dargestellt wird, ist die Köhler-Beleuchtung nicht. Die Inhomogenität der Leuchtfläche der Lampe wird lediglich von der Objektebene in die Ebene der Kondensorausleuchtung (Aperturblende) verlagert. Letzterer Mangel ist unauffälliger und mit weniger Aufwand, also einem nur gering wirkenden Diffusor, zu beseitigen.

Der Kollektor bildet die Leuchtwendel (oder nach eventueller Umrüstung die LED-Diodenfläche) etwa in der Ebene der Aperturblende ab. Da der Kollektor sehr nahe an der Lampe angeordnet ist, ist der Abbildungsmaßstab entsprechend groß, d.h. die wenigen Millimeter Glühwendel werden auf die vielleicht 15-20 mm der Aperturblende vergrößert. Wenn Du eine Linse mit wenigen cm Brennweite findest könntest Du die fehlende Linse ersetzten. Eine nicht optimale Linse wäre besser als keine Linse. Im Prinzip reicht auch ein Diffusor allein aus, dann ist aber der Lichtverlust sehr hoch.

Hubert
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: purkinje in September 05, 2023, 15:41:41 NACHMITTAGS
Hallo

lieber Jakob, unser kleiner Faden XY wer findet den Beleuchtungsfehler, Nebenaspekt " Nicht alles heilt die berühmte Hilfs/Anpassungslinse K1", inklusive Huberts präzisen hilfreichen Ausführungen, ist es mir wert ein kleines Präsent aus dem hiesigen nicht ganz kleinen Laborlux III Ersatzteillager Dir zukommen zu lassen, sende mir per PM bitte deine Adresse.
Die Linse ist nicht mehr jungfräulich aber recht tauglich, sie liegt lose nur durch den Ring gestützt in der Fassung, es sind also nur 3 Schräubchen der Linsenfassung, die Du ja hast zu lösen, Linse mit Ring einlegen, wieder festschrauben fertig!
Bester Gruß Stefan
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in September 05, 2023, 21:40:38 NACHMITTAGS
Zitat von: purkinje in September 05, 2023, 15:41:41 NACHMITTAGS
Hallo

lieber Jakob, unser kleiner Faden XY wer findet den Beleuchtungsfehler, Nebenaspekt " Nicht alles heilt die berühmte Hilfs/Anpassungslinse K1", inklusive Huberts präzisen hilfreichen Ausführungen, ist es mir wert ein kleines Präsent aus dem hiesigen nicht ganz kleinen Laborlux III Ersatzteillager Dir zukommen zu lassen, sende mir per PM bitte deine Adresse.
Die Linse ist nicht mehr jungfräulich aber recht tauglich, sie liegt lose nur durch den Ring gestützt in der Fassung, es sind also nur 3 Schräubchen der Linsenfassung, die Du ja hast zu lösen, Linse mit Ring einlegen, wieder festschrauben fertig!
Bester Gruß Stefan

Lieber Stefan!

Ich sage es bitte ganz unumwunden: Du bist ein Schatz!

was Du hoffentlich nicht als aufdringlich auffassen sollst, bitte. Aber ich empfinde das nun mal so. Dieses Ausmaß an Hilfsbereitschaft (was bitte für Euch beide gilt!) ist großartig. Ich sende Dir selbstverständlich die benötigten Informationen. Dankeschön!

Möglicherweise werde ich noch bei Dir nachfragen, wie der Ablauf für das Einsetzen der Linse genau geht. Mir kommt vor, dass etwas wenig Platz beim Einbau für das Kollektorsystem (Hantieren ...) vorhanden ist. Aber das sollte kein allzu großes Problem sein und wird schon gehen. Was ,,vorne" (bei der Linse) sein muss, dürfte auch kein großes Problem beim Einbau darstellen.

Das (nebenbei bemerkt) geringfügige Auftreten von Flugrost auf Teilen der Beleuchtung, sollte sich mit einem Wattestäbchen und behutsamen Einsatz von ein ganz klein wenig Öl ebenso beheben lassen. Vermute ich mal ...

Nochmals ein Dankeschön an Dich gerichtet, lieber Stefan, und beste Grüße!

Jakob






Zitat von: Lupus in September 05, 2023, 13:56:56 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,

eine Köhler-Beleuchtung setzt sich immer aus einem Kollektor und einem (leichten) Diffusor zusammen. So ideal wie oft dargestellt wird, ist die Köhler-Beleuchtung nicht. Die Inhomogenität der Leuchtfläche der Lampe wird lediglich von der Objektebene in die Ebene der Kondensorausleuchtung (Aperturblende) verlagert. Letzterer Mangel ist unauffälliger und mit weniger Aufwand, also einem nur gering wirkenden Diffusor, zu beseitigen.

Der Kollektor bildet die Leuchtwendel (oder nach eventueller Umrüstung die LED-Diodenfläche) etwa in der Ebene der Aperturblende ab. Da der Kollektor sehr nahe an der Lampe angeordnet ist, ist der Abbildungsmaßstab entsprechend groß, d.h. die wenigen Millimeter Glühwendel werden auf die vielleicht 15-20 mm der Aperturblende vergrößert. Wenn Du eine Linse mit wenigen cm Brennweite findest könntest Du die fehlende Linse ersetzten. Eine nicht optimale Linse wäre besser als keine Linse. Im Prinzip reicht auch ein Diffusor allein aus, dann ist aber der Lichtverlust sehr hoch.

Hubert

Lieber Hubert,

diese Deine Ausführungen sind gleichermaßen wissenswert wie auch hilfreich, danke.

Zu einem gewissen Teil ist mir aufgefallen, dass das Köhlern manchmal nahezu dogmatisch (etwas überspitzt formuliert) eingefordert wird. Als ich allerdings vor etwa knapp einem Jahr mit einem CZJ Lg das erste Mal diese Form der Beleuchtung zustande gebracht habe, war ich wirklich davon begeistert.

Ich konnte mich relativ genau daran erinnern, wie die Beleuchtung meines (in den Siebzigerjahren mit jugendlicher Begeisterung genutzten) LOMO Biolam (Spiegel & Schreibtischlampe  :) ) ausgesehen hatte ...

Die Köhlersche Beleuchtung wirkte dagegen beeindruckend und (vielleicht klingt dies übertrieben beschrieben) sehr ästhetisch.

Dennoch: Ich habe beispielsweise auch ein ,,Compra" (ein China made recht solide gehaltenes Labormikroskop) mit LED-Beleuchtung und Diffusor am Lichtaustritt. Dessen Abbildungen empfinde ich als durchaus ansprechend. Detto die eines italienischen Officine Galileo, leider mit 230 Volt ,,Heizstrahler"  :) plus Diffusor ... Ebenso kein schlechtes Mikroskop.

Es mag tatsächlich sein, dass die modernere Vergütung der Optiken bei solchen Instrumenten zumindest einiges wettmacht (jetzt im Vergleich zum Köhlern bei älteren ,,Klassikern").

Soweit bloß ,,nur so" einige Eindrücke von mir. :D

Nochmals ein herzliches Dankeschön, lieber Hubert.

Beste Grüße

Jakob


Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Lupus in September 05, 2023, 23:08:40 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,

eine Leuchtfeldblende wird nicht ausschließlich bei der Köhler-Beleuchtung verwendet, auch wenn unter Mikroskopikern beide Begriffe gerne als Synonyme verwendet werden. Mir ging es nur um den Teil, der den Kern der Köhler-Beleuchtung ausmacht.

Hubert
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Jakob_Wittmann in September 06, 2023, 01:44:16 VORMITTAG
Zitat von: Lupus in September 05, 2023, 23:08:40 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,

eine Leuchtfeldblende wird nicht ausschließlich bei der Köhler-Beleuchtung verwendet, auch wenn unter Mikroskopikern beide Begriffe gerne als Synonyme verwendet werden. Mir ging es nur um den Teil, der den Kern der Köhler-Beleuchtung ausmacht.

Hubert

Danke Dir, Hubert. Was mich übrigens n diesem Zusammenhang (Leuchtfeldblende) interessieren würde, ist, wie sich deren Lage (genauer die Ebene dieser) in einem speziellen Fall auf die Abbildung auswirkt. Denn es gibt ja bekanntlich auch die Berek-Bauart von Leitz-Kondensoren, deren Leuchtfeldblende (ich kenne diese Kondensoren bitte leider nur aus Beschreibungen) sich sehr nahe am optischen System des Kondensors befindet.

Ist das nun vorteilhaft oder nur eine Variante mit eben zwei Irisblenden nahe beieinander? Nur so angedacht: Da diese Bauart funktionell ist, würde man sich damit nicht etwas ersparen, weil man damit keine gesonderten Leuchtfeldblenden ,,extra" bei der Lichtaustrittsöffnung in diversen Ausführungen implementieren muss?

Gewissermaßen so etwas wie eine Vereinfachung des Aufbaus der Beleuchtung? In diese Richtung gehend.

Selbstverständlich schließe ich bitte damit nicht aus, dass dies ggf. naive bzw. unsinnige Annahmen meinerseits sein könnten ...  ;D

Beste Grüße

Jakob
Titel: Re: Laborlux III, Anpassungslinse?
Beitrag von: Lupus in September 06, 2023, 10:50:15 VORMITTAG
Hallo Jakob,

der Zweiblenden-Kondensor war nur eine relativ kurzzeitige Erscheinung, das beschreibt die Vorteile. Was soll man sich denn sparen? Man braucht immer zwei Blenden, eine kompakte Anordnung ist anspruchsvoller in der Mechanik und nicht so universell verwendbar.

Hubert