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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: tlansing in Oktober 07, 2023, 01:28:52 VORMITTAG

Titel: Das schwimmende Deckglas
Beitrag von: tlansing in Oktober 07, 2023, 01:28:52 VORMITTAG
Kürzlich habe ich mit der Technik der schwimmenden Deckgläser einige sehr schöne Ergebnisse erzielt. Man stellt eine Petrischale mit Teichwasser auf, die organisches Material (Blätter, Algen, Teile von Wasserpflanzen) enthält, und lässt Deckgläser auf der Wasseroberfläche schwimmen (siehe auch https://realmicrolife.com/the-floating-coverslip-2/).  Ich lasse einfach 25x25mm große Deckgläser auf die Wasseroberfläche fallen. Die Oberflächenspannung des Wassers verhindert ein Absinken des Deckglases.   Das Deckglas wird dann einige Tage bis Wochen liegen gelassen, während Protisten und Algen im Wasser beginnen, die Unterseite des Deckblatts zu besiedeln. Das Deckglas kann in regelmäßigen Abständen mit einer Stempelsammelzange aus der Petrischale genommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Die Besiedlung des Deckglases erfolgt recht schnell, oft innerhalb eines Tages, und die Vielfalt der Organismen auf dem Deckglas ändert sich mit der Zeit. Diese Methode eignet sich auch hervorragend zum Fotografieren, da die Organismen an der Unterseite des Deckglases haften und dort oft schön abgeflacht sind. Ich beobachte oft eine Vielzahl von sessilen und beweglichen Organismen, und einige von ihnen lassen sich mit dieser Methode leichter beobachten als mit einem normalen Nasspräparat, wie z. B. einige kleine testate Amöben. Hier sind einige Fotos von meinen jüngsten Funden. Das Mikroskop ist ein Zeiss Photomikroskop III mit einer Canon 1300D Kamera.

Tim
Titel: Re: Das schwimmende Deckglas
Beitrag von: Gerd Schmahl in Oktober 07, 2023, 07:04:35 VORMITTAG
Hallo Tim,
ich verwende diese Technik auch schon seit vielen Jahren. Sie erlaubt es gerade der ganz kleinen und sehr empfindlichen "Tierchen" habhaft zu werden. Noch ein Tipp: Du kannst die Deckglasbesiedlern ruhig eine dickere Wasserschicht auf dem Objektträger gönnen, damit sie sich ungestörter fühlen. Ich benutze dazu Vaselinefüßchen oder verarbeite das Deckglas zu einem geschlossenen Mikroaquarium (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33985.msg248779#msg248779), in dem dann auch Langzeitbeobachtungen möglich sind. Das muss auch gar nicht unbedingt ein Objektträger mit Hohlschliff sein. Da hat man dann zwar einen größeren Wasserraum, aber über dem Hohlschliff selber macht das Mikroskopieren keine Freude.

LG Gerd
Titel: Re: Das schwimmende Deckglas
Beitrag von: tlansing in Oktober 07, 2023, 17:49:18 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

danke für deinen Kommentar und deinen Rat.  Wenn viel Wasser vom Deckglas abgetropft ist, wenn ich es aus der Petrischale nehme, gebe ich einen Tropfen Wasser auf den Objektträger, bevor ich das Deckglas auf den Tropfen lege.  Das hilft auch, um Blasen zu entfernen, wenn sich viele davon auf der Unterseite des Deckglases befinden.  Ich habe nicht versucht, Vaseline-"Füße" auf dem Deckglas zu verwenden.

Tim
Titel: Re: Das schwimmende Deckglas
Beitrag von: Walter M in Oktober 14, 2023, 16:12:57 NACHMITTAGS
Wunderschöne Bilder! Danke fürs Teilen.

LG Walter
Titel: Re: Das schwimmende Deckglas
Beitrag von: tlansing in Oktober 15, 2023, 13:15:51 NACHMITTAGS
Vielen Dank, Walter.  Ich freue mich, dass Ihnen die Bilder gefallen haben.

Tim