Hallo,
welches Eindeckmittel ist das sinnvollste, wenn ich (hauptsächlich) pflanzliche Schnitte dauerhaft binden will?
Grüße,
René
Lieber Rene,
bei botanischen Schnitten habe ich bisher beste Erfahrungen mit Euparal gemacht. Das dazugehörige Lösungsmittel ist Isopropanol, eine Xylolstufe in der Entwässerung des Schnittest kann also entfallen.
Auch der Einschluss mit Malinol funktioniert einwandfrei, hier muss jedoch nach der Entwässerung mit Xylol gearbeitet werden.
Beide Einschlussharze sind nicht ohne Weiteres erhältlich. Vielleicht übernimmt auch der Apotheker Deines Vertrauens die Bestellung bei z.B. Chroma.
Das dritte Mittel im Bunde ist Includal CB - dieses habe ich jedoch noch nicht selbst verwendet.
Vielleicht hilft Dir auch der folgende Thread weiter:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2186.0
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Rene
ich komme am besten hier mit zu recht:
http://cgi.ebay.de/Canadabalsam-Kanadabalsam-kuenstlich-50-ml_W0QQitemZ170438265028QQcmdZViewItemQQptZLH_DefaultDomain_77?hash=item27aee988c4
Was das genau ist, kann ich nicht sagen. Ich komme damit besser klar, als mit Euparal. Frag mich nicht warum, irgendwie mag mich Euparal nicht ;)
Viele klebrige Grüsse
Bernhard
Lieber Bernhard,
Zitatirgendwie mag mich Euparal nicht
wahrscheinlich ist der Kolophoniumgehalt im Kanadabalsam höher??
The Filddler in the black forest :D
Klaus
Hallo René,
ZitatAlso wir haben in der Uni Präparate, die vor paar Monaten eingedckt worden sind und schon jetzt, trotz sorgfältiger Behandlung, auseinanderfallen...
Womit waren die eingedeckt???Wenn mit einem der drei, dann waren die Objektträger nicht fettfrei oder es war noch Paraffin drauf.!
Lieber Rene,
zur Langzeitstabilität kann ich Dir leider nichts sagen, da ich erst seit ca. einem Jahr mit Euparal und seit 5 Monaten mit Malinol arbeite. Bisher sieht es gut aus. ;D
Aber bei den Münchenern gibt es einen Vergleich zu verschiedenen Einschlussmitteln, der Dir da vielleicht weiterhilft:
http://www.mikroskopie-muenchen.de/balsame.html
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
ich sage mal, da habt Ihr etwas falsch gemacht. Man muss natürlich den Schwund beim Trocknen berücksichtigen und das erfordert Erfahrung. Bei Euparal erscheint mir dies besonders schwierig. Bei Includal CB besteht das Problem auch, aber in geringerem Umfang. Aber, dass Präparate auseinander fallen, habe ich noch nicht erlebt, auch nicht mit Entellan und Eukitt, beide haben ja keinen guten Ruf.
Aber, vielleicht habe ich das Problem auch nicht richtig verstanden. Jedenfalls bleibt Canadabalsam, ob künstlich oder Natur (beides bei Chemlab erhältlich) zähflüssig, aber so, dass man die Präparate unbedenklich senkrecht lagern kann, versprödet also nicht.
Herzliche Grüße
Detlef Kramer
Also ich habe Präparate mit Euparal aus den Anfang 80er Jahren aus Inzikofen,
die noch tadellos sind.
Zur Zeit brauche ich eine Flasche Euparal von 1984 auf. Also ich bin überzeugt, dass das Harzgemisch sehr stabil ist!
Hallo René,
ZitatKenne mich da wie ihr seht recht wenig an, darum die detailliert-blöden Fragen
Das verstehe ich nicht! Hast Du bei Euch an der Uni, die Info nur von der Flüsterpropaganda oder aus eigener Anschauung?
Wie wird es denn dort gehandhabt? Welches Harz, wie wird gereinigt? Am Besten ist es doch du fragst dort mal, was Sache ist!
Dann haben wir hier auch verwertbare Erkenntnisse - aber so ist das eine heitere Ratestunde!
Lieber Rene,
wie ich selbst mit Euparal arbeite, habe ich in dem PDF "Von der Probe zum Präparat" (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1278.0) kurz beschrieben.
Entweder bringst Du einen Tropfen Harz auf den gereinigten Objektträger und lässt den Schnitt lösungsmittelfeucht einsinken, bevor Du das Deckglas auflegst oder Du richtest den Schnitt lösungsmittelfeucht auf dem gereinigten OT aus und gibst dann vorsichtig einen Tropfen Harz hinzu.
Wenn der Schnitt austrocknet, gibt es zu viele Luftblasen, die trotz einer gewissen Toleranz von Euparal und Malinol (wie sich Includal da verhält, kann ich leider nicht sagen) nicht alle verschwinden. Die richtige Tropfengröße hängt natürlich von der Dicke und der Größe des Schnittes ab und es braucht Erfahrung, um nicht zu viel oder zu wenig Harz zu verwenden.
Herzliche Grüße
Jörg
Zur Haltbarkeit von Präparaten in Kanadabalsam:
Ich habe einige von mir selbst gefertigte botanische Präparate (gefärbte und ungefärbte) in Kanadabalsam, die ziemlich genau 51 Jahre alt sind. Sie sehen heute noch genauso aus, wie sie damals ausgesehen haben - nicht nur unter dem Mikroskop, sondern auch äußerlich. Keine Blasen, keine Schwundstellen, keine Ablösungen. Allerdings hat das Harz einen deutlichen Gelbstich, der im Laufe der Zeit eher stärker wird. Er stört allerdings nicht.
Ob man diese persönliche Erfahrung aber auf alle Kanadabalsam-Zubereitungen übertragen kann, das weiß ich nicht.
Gunther Chmela
Lieber Rene,
ja, definitiv ohne Wasser. ;D
Du musst sogar peinlich genau darauf achten, dass das zum Schluss verwendete Isopropanol wasserfrei ist. Also lieber kleinere Mengen frisch kaufen, als immer wieder aus dem Riesenkanister abfüllen - das Zeug ist hygroskopisch.
Euparal toleriert zwar geringe (wirklich geringe!) Mengen Restwasser, aber in aller Regel leidet die Färbung und verblasst innerhalb weniger Tage bis einiger Wochen.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
ich arbeite jetzt seit einem Jahr mit Euparal und kann eigentlich nur gutes berichten. Ich schätze vor allem, dass es fast nie Blasen gibt. Auch erstrahlen die Schnitte nach dem Trocknen in brillianten Farben. Und ich mag den angenehmen Geruch :D
Anfangs hatte ich leichte Probleme mit hervorquillendem bzw. schrumpfenden Euparal, mittlerweile klappt es aber sehr gut. Es quillt fast nie mehr was am Deckglasrand hervor und Schrumpfungen konnte ich auch nicht mehr beobachten. Ein dünner Schnitt ist für die klecker- und schrumpffreie Verarbeitung jedenfalls stark von Vorteil. Ebenfalls muss der Schnitt noch Isopropanolfeucht sein (nicht abgetrocknent aber auch nicht nass!).
An die Einschlussmittel-Experten hätte ich da noch eine Frage: Ich habe gelesen dass Euparal unschön fluoresziert. Wenn ich meine Präparate zukunftig mit Auflichtfluoreszenz betrachten und fotografieren möchte, wäre das ja ein unschöner Nachteil. Was ist beste Alternative zu Euparal welche nicht fluoresziert, aber ähnlich gute Eigenschaften besitzt? Was wäre eine gute Alternative?
Viele Grüße
Michael
Hallo Rene,
als Alternative zu Euparal benutze ich auch Glyceringelatine nach Kaiser (bei Omikron zu beziehen). Der Vorteil von Glyceringelatine ist, dass Du nur destilliertes Wasser benötigst z.B.nach einer Färbung mit Etzold, die wasserbasiert ist und keinerlei Lösemittel wie Isopropanal oder Xylol. Nachteil: Das Deckglas sitzt zwar fest aber weniger fest als bei den Harzen wie z. B. Euparal.
Gruß
Klaus
Zitat von: Klaus in Februar 11, 2010, 12:56:25 NACHMITTAGS
Hallo Rene,
als Alternative zu Euparal benutze ich auch Glyceringelatine nach Kaiser (bei Omikron zu beziehen). Der Vorteil von Glyceringelatine ist, dass Du nur destilliertes Wasser benötigst z.B.nach einer Färbung mit Etzold, die wasserbasiert ist und keinerlei Lösemittel wie Isopropanal oder Xylol. Nachteil: Das Deckglas sitzt zwar fest aber weniger fest als bei den Harzen wie z. B. Euparal.
Hallo Klaus
ich zitiere aus Gerlach, Botanische Mikrotechnik S. 152
" Da die GG sauer reagiert, sind die meisten Hämatoxylinfärbungen in ihr nicht haltbar. Insgesamt bleiben nur wenige Färbungen in diesem Medium unverändert. Hierzu gehört in erster Linie das Chromalaun-Alizarinviridin"
Ich wär da also vorsichtig!
Viele Grüsse
Bernhard
Edit: Zitat war unvollständig; "Hämatoxylinfärbungen" eingefügt!
Hallo zusammen,
... und noch als kleine Ergänzung: Glyceringelatine-Präparate solllte man mit Deckglaslack umranden (Stabilität der Deckgläser, Haltbarkeit - Glyceringelatine neigt zu Schimmelbefall).
Beste Grüße !
JB
Herr Boschert,
bis jetzt hatte ich zwar noch keinen Pilzbefall, Ihren Tip nehme ich aber gerne auf! Meine derzeitige Vorliebe für die Glyceringelantine hat hauptsächlich damit zu tun, dass ich bei Harzen mit mir unbekannter Zusammensetzung immer ein wenig misstrauisch bin hinsichtlich einer eventuellen Gesundheitsschädigung, wenn ich häufig und vielleicht nicht immer so sauber, wie es eigentlich sein sollte, damit arbeite. Das Phenol in der Glyceringelantine ist aber auch nicht schön....aber da weiß ich, was ich habe.
Die von Herrn Lebeda zitierte Farbinstabilität habe ich bei Etzold noch nicht beobachtet, laut Kremer, "Großes Buch der Mikroskopie" p.266, hat sich die Einbettung hiermit "bestens bewährt" aber ist es wichtig, säurefreie Gelantine zu verwenden.
Vielen Dank
Klaus
Zitat von: Klaus in Februar 11, 2010, 15:51:45 NACHMITTAGS
Die von Herrn Lebeda zitierte Farbinstabilität habe ich bei Etzold noch nicht beobachtet, laut Kremer, "Großes Buch der Mikroskopie" p.266, hat sich die Einbettung hiermit "bestens bewährt" aber ist es wichtig, säurefreie Gelantine zu verwenden.
Nun auf letzteres habe ich keinen Einfluss, wenn ich fertig bestelle http://www.omikron-online.de/lshop,showdetail,15083,d,1265900152-15103,feinchemikalien.chemikalien_g_.gly,100241-50,,Tshowrub--feinchemikalien.chemikalien_g_.gly,.htm
Bei Kremer steht: " für die Einbettung wasserhaltiger Objekte bestens bewährt"
Das wird nicht bestritten, über die Haltbarkeit von Färbungen steht kein Ton da!
Wir hatten hier diesbezüglich GG schon entsprechende Diskussionen!
Viele Grüsse
Bernhard
Zitataber ist es wichtig, säurefreie Gelantine zu verwenden.
Normale 0 8 15 Gelatine wird auch mit Sulfiten versetzt, daher wahrscheinlich die Säure.
Liebe Mikroskopikerinnen und Mikroskopiker,
zur Glyceringelatine möchte ich einen Hinwis geben. Bei der Herstellung der Gelatine wird ein saurer und ein alkalischer Aufschluss des Rohmateriales (Schwarte etc.) gemacht. In Abhängigkeit von der Qualität der dann folgenden Reinigungsschritte (spülen zum Entfernen der sauren und alkalischen Salze) erhält man eine Gelatine, die in Wasser mit exakt pH 7 gelöst wird, den pH Wert auf ca 5,8 - 6,2 absenkt, die Zugabe des Glycerins beeinflusst den pH Wert dieser Lösung nur marginal. Die in der Literatur beschriebene Zugabe des Phenols (Trivialname Carbolsäure) allerdings bewirkt auch eine Absenkung des pH Wertes pH Wert einer 5% igen Phenollösung ist 5. Die Zugabe von Sulfit erübrigt sich, da die Restfeuchte der Gelatine ca.12% beträgt, sie ist somit bei sachgerechter Lagerung gegen mikrobiellen Befall stabil. Hinzu kommt noch ein anderer Punkt. Wird eine Gelatinelösung über 60° erwärmt tritt Hydrolyse ein, es bilden sich freie Aminosäuren die den pH Wert zusätzlich absenken. Das zur Erläuterung zu dem Zitat von Herrn Lebeda aus dem Romeis. Bei phenolfreier Glyceringelatine beträgt der pH Wert ca 6, in diesem Millieu sind die meisten Färbungen stabil.
Grüsse Bernd Heim
Hallo Gunther,
genau das gleiche kenne ich auch!
Gelblich nachdunkelnd und die "antiquarischen" Präparate fast braun.
Aber haltbar und ohne jeden Makel (ist aber auch "echter" und kein synthetischer Balsam)
Gruß
Wolfgang
Zitat von: Klaus in Februar 11, 2010, 15:51:45 NACHMITTAGSist es wichtig, säurefreie Gelantine zu verwenden.
Hallo Klaus,
nein, aber vielleicht säurefreie
Gelatine. Gela
ntine gibt es gar nicht ;D
Gelatinösen Gruß, Thomas
Hallo Thomas,
Tatsächlich Gelatine. Ich habe leider mein Sprachgefühl nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt ein wenig verloren....
Auch mit gelatinösem Gruß
Klaus
Zitat von: Klaus in Februar 12, 2010, 10:08:58 VORMITTAG
Hallo Thomas,
Tatsächlich Gelatine. Ich habe leider mein Sprachgefühl nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt ein wenig verloren....
Auch mit gelatinösem Gruß
Klaus
Grämen Sie sich nicht. Das liegt nicht an Ihrem Sprachgefühl. Ich habe in der Gegend um Hannover und Hildesheim, aber auch im Brandenburgischen immer wieder festgestellt, daß man dort sehr häufig Gela
ntine ssspricht und schreibt.
KH
ZitatDu musst sogar peinlich genau darauf achten, dass das zum Schluss verwendete Isopropanol wasserfrei ist. Also lieber kleinere Mengen frisch kaufen, als immer wieder aus dem Riesenkanister abfüllen - das Zeug ist hygroskopisch.
Und bildet nachweisebare Peroxide, wenn auch nicht in den Mengen wie Ether.
Ich lagere meine Lösungsmittel alle unter Molsieb, somit sind sie immer wasserfrei.
Hallo,
Isopropanol ist nicht hygroskopisch, jedenfalls nicht so wie Ethanol. Die Flasche gut verschlossen halten, genügt vollkommen.
D.K.
Zitat von: XXXX in Februar 16, 2010, 04:32:05 VORMITTAG
Hallo René K.
Nun kann ich Ihnen auch per Mikro-Forum begegnen. Also, versuchen sie doch einaml das MEDI-Mount von der Firma MEDITE.DE. Sicher wird Ihnen die Schulleitung erlauben ein Fläschchen zu kaufen. 30ml ist keine grosse Menge. Doch der Erfolg wird Sie sicher begeistern, insofern Sie keine Entwässerungsstufen mehr benötigen.
XXXX
Medite macht keine Angaben über die Säurezahl, den Brechungsindex, die Trockenzeit, das Fließvermögen, den Schwund bei dickeren Präparaten.
Bisher haben alle
Schnelleinschlußmittel Eigenschaften gezeigt, die denen von Entellan und Eukitt sehr ähnlich waren.
Siehe: http://www.mikroskopie-muenchen.de/balsame.html
Wenn Sie Daten haben, XXXX, wäre es angenehm, sie hier zu lesen. Wenn nicht, empfehle ich Interessenten, solche Daten bei Medite anzufordern. Das kleine 30ml-Fläschchen kostet immerhin 36 Eu + MwSt. + Porto.
Gruß KH
Zitat von: Fahrenheit in Februar 10, 2010, 22:30:17 NACHMITTAGS
Wenn der Schnitt austrocknet, gibt es zu viele Luftblasen, die trotz einer gewissen Toleranz von Euparal und Malinol (wie sich Includal da verhält, kann ich leider nicht sagen) nicht alle verschwinden.
Das kenne ich anders: Mit Euparal verschwinden die Luftblasen völlig. Ich will gar nichts anderes probieren, denn ich bin rundum zufrieden. Der Geruch ist jedem zu empfehlen der gern schnüffelt. :-)
Viele Grüsse
Klaus
www.wagner-mem.de