Liebe Pflanzenschnippler,
ich denke, dass die meisten von uns zum Eindecken botanischer Schnitte Euparal verwenden. Dieses seit Jahrzehnten bewährte Einschlussharz hat den großen Vorteil, relativ tolerant gegenüber kleineren Mengen Restfeuchtigkeit im Schnitt zu sein und außerdem verschwinden auch größere Luftblasen oder wandern zum Deckglasrand. Zudem reicht eine Entwässerung in Isopropanol, die Xylolstufe wie z.B. bei Malinol oder Kanadabalsam entfällt.
Leider braucht Euparal jedoch eine längere Zeit zum Aushärten: bis Präparate sicher senkrecht archiviert werden können, sollten sie mindestens eine Woche auf der Wärmeplatte gelegen haben. Vollständig ausgehärtet ist ein Präparat mit einem z.B. 50 µm dicken Schnitt oft erst nach 5 bis 7 Monaten. Eindecken und direkt mikroskopieren ist also zumindest schwierig, zumal der optimale Brechungsindex erst nach einiger Zeit erreicht wird. Öl-Immersion geht erst mal gar nicht: zu groß ist die Gefahr, dass sich das Deckglas verschiebt und das Präparat somit unbrauchbar wird und neu eingedeckt werden muss (was immerhin möglich ist).
Hier kommen die schnell aushärtenden Eindeckmittel ins Spiel, wie wir sie z.B. mit Eukitt ebenfalls seit Jahren kennen. Eukitt muss jedoch über Xylol eingedeckt werden, weil es keine Toleranz gegenüber Wasser hat, und Luftblasen bleiben in der Regel stehen. Dafür ist das Präparat nach ca. 20 Minuten durchgehärtet. Seit einiger Zeit gibt es nun mit Eukitt UV ein UV-aushärtendes Eindeckmittel, das laut Hersteller-Beschreibung unter UV-Licht (365 nm) innerhalb von 60 Sekunden aushärtet, und über das wir vor einiger Zeit hier im Forum (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=36376.0) bereits gesprochen haben.
Eukitt UV von ORSAtec ist für Präparierautomaten in der Pathologie und Histologie gedacht und gehört zu einem Set aufeinander abgestimmter Reagenzien für diese Geräte. Dabei muss man auch sehen, dass die Schnittdicke bei dieser Anwendung fast eine Größenordnung geringer ist, als die meiner Pflanzenschnitte mit 50 µm. Trotzdem macht die neue Technologie neugierig und auch die Aussicht, nach einer Minute fertige Präparate zu erhalten, ist attraktiv. Zumal zu erwarten steht, dass sich der Farbeindruck der Schnitte nach dem Aushärten nicht mehr in dem Umfang ändert, wie es im Euparal bei ein wenig Restfeuchtigkeit üblich ist.
Den ersten Versuch mit Eukitt UV haben wir im September bei Wolfgang in Kassel gestartet: leider war ein großer Teil (8 von 10) der nach dem Eindecken und Aushärten einwandfreien Präparate schon am nächsten Morgen von Blasen oder Einschlüssen übersät und unbrauchbar. Dabei entstanden die Blasen sowohl direkt am Schnitt als auch kreisförmig in der freien Fläche um den Schnitt herum. Und zu allem Überfluss wachsen diese Artefakte langsam, aber stetig und lassen sich auch durch Nachbelichten nicht stoppen. Was war da wohl passiert?
Bilder 1a-e: Blasenbildung an den Präparaten der ersten Serie. Eingedeckt am 09.09., Fotos vom 26.09.
(https://up.picr.de/46531827bp.jpg)
(https://up.picr.de/46531830ei.jpg)
(https://up.picr.de/46531832oa.jpg)
(https://up.picr.de/46531834ba.jpg)
(https://up.picr.de/46531836zc.jpg)
(https://up.picr.de/46531837um.jpg)
Laut Herstellerprotokoll können Schnitte sowohl aus Isopropanol als auch aus Xylol eingedeckt werden. Dazu gibt man ein Wenig (Zahnstocher oder feiner Tropfstab) des Eukitt UV auf einen gereinigten Objektträger, legt den Schnitt mit dem Pinsel vorsichtig in den Tropfen, wartet mindestens Zwei Minuten, damit das Eindeckmittel den Schnitt durchdringen kann (das Deckglas kann als Staubschutz schon aufgelegt werden) und drückt das Deckglas dann bei Bedarf leicht an. Dabei ist zu beachten, dass das Eukitt UV nach Möglichkeit nicht unter dem Deckglasrand hervorquillt, sondern eher ein wenig vom Rand entfernt bleiben sollte. Es wird also wirklich vergleichsweise wenig Eindeckmittel benötigt.
Anschließend belichtet man das Präparat von oben für 60 Sekunden mit einer 365 nm UV Lampe, die auch beim Hersteller erhältlich ist oder anderweitig im Netz beschafft werden kann.
Danach ist das Präparat fertig und kann sofort – auch unter Öl-Immersion – genutzt werden.
Bild 2: Anleitung zum Eindecken mit Eukitt UV R vom Hersteller ORSAtec (O.Kindler)
(https://up.picr.de/46531887ra.jpg)
Im ersten Lauf haben wir die zwei Minuten Wartezeit sicherlich nicht immer genau eingehalten und auch die Belichtung erfolgte nach Gefühl. Bei dem Ergebnis mussten also weitere Versuche mit sorgfältiger Einhaltung der Herstellervorschriften gemacht werden. Gesagt getan, das Ergebnis war wieder nicht berauschend (6 von 10 mit Blasen), obwohl ich eine andere UV Lampe mit deutlich größerem Beleuchtungsfeld genutzt habe.
Bilder 3a-e: Blasenbildung bei den Präparaten aus der 2. Serie
(https://up.picr.de/46531929qv.jpg)
(https://up.picr.de/46531930ia.jpg)
(https://up.picr.de/46531931ot.jpg)
(https://up.picr.de/46531932yb.jpg)
(https://up.picr.de/46531933kr.jpg)
Also noch mal überlegt: da Pflanzenschnitte deutlich dicker sind, können zunächst zwei Aspekte zum Tragen kommen: das Eukitt UV braucht länger als zwei Minuten, um den dickeren Schnitt ausreichend zu durchdringen und / oder der Schnitt schattet das darunterliegende Eindeckmittel ggf. so weit ab, dass es nicht mehr durchpolymerisiert.
Ich habe dann nochmals zwei Serien gemacht, in denen ich nur wirklich dünne, fehlerlose Schnitte verwendet habe (Efeu 50 µm und Seerose wegen der Astrosklereiden 60 µm), vor dem Beleuchten 4 Minuten gewartet habe und das Präparat anschließend für je 60 Sekunden von oben und unten mit 365 nm beleuchtet habe. In beiden Fällen hatte ich von 4 Präparaten eines mit Blasen, beim letzten Versuch erst am dritten Tag.
Bilder 4a-c: Blasenbildung bei den Präparaten aus der 3. und 4. Serie
(https://up.picr.de/46531943ig.jpg)
(https://up.picr.de/46531944xm.jpg)
(https://up.picr.de/46531945jl.jpg)
Bilder 4a nud 4b dokumentieren die Entwuicklung innerhalb von 2 Tagen.
Wirklich sicher in der Anwendung ist das Eukitt UV für die dicken Pflanzenschnitte also noch nicht und wir müssen immer im Hinterkopf behalten, dass wir das Produkt für einen Zweck nutzen, für den es nicht gemacht worden ist.
Aber wenn das Präparat gelingt, wird man mit knackigen Farben und klarem Hintergrund belohnt. Zum Thema Langzeitstabilität sichert der Hersteller 10 Jahre zu – eben genau auf den Punkt für die Archivierungspflicht von Befunden in der Medizin. Ob diese auch in unserem Fall erreicht oder überschritten wird, muss die Zeit zeigen.
Fotos aus fehlerfreien Präparaten findet Ihr in meinem aktuellen Thread zur Weißen Seerose (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=47504.0).
Wer selbst weiter experimentieren möchte, findet hier das genaue ,,Rezept", wie ich es bei den letzten Beiden Reihen verwendet habe.
- Ausgangspunkt: gespülte und differenzierte Pflanzenschnitte in Aqua dest.
mit einer Schnittdicke zwischen 40 und 60 µm
- Entwässern in Isopropanl 99,8% (3* im schnellen Wechsel, 2 * 2 Minuten, 2 * 5 Minuten)
- Überführen der Schnitte in Xylol
- Spülen in Xylol (3 * 1 Minute, 2 * 5 Minuten)
- Lagern der Schnitte in Xylol
- Ein Tropfen Euparal UV R auf den frisch gereinigten und staubfreien Objektträger
- Übertragen eines Schnittes per Pinsel in den Tropfen auf dem Objektträger
- Dabei darauf achten, dass nicht zu viel Xylol übertragen wird, ggf. etwas abdampfen lassen, hängende
Tropfen unbedingt vermeiden (abstreifen)
- Deckglas blasenfrei auflegen
- 4 Minuten einwirken lassen
- Deckglas ggf. etwas andrücken, dabei sollte das Eukitt UV R möglichst nicht unter dem Deckglas hervorquellen
- Für je 60 Sekunden von der Ober und Unterseite mit UV belichten 365 nm LED-Taschenlampe
- Präparate in der ersten Woche auf auftretende Schäden prüfen, spätere Schäden sind selten aber möglich
Ausblick:
Wenn sich das Verfahren stabilisieren lässt, wäre auch eine Belichtung in einem UV Nageltrockner möglich. Da diese Geräte mit 365 nm UV LED nur von oben belichten, müsste geprüft werden, inwieweit ein unter den Präparaten liegender Spiegel sicher stellt, dass auch von unten belichtet wird. Der Spiegel dient dann gleichzeitig als Tablett für mehrere Präparate und bedient – wie sonst die eingelegte Hand – die Einschaltautomatik des Geräts. Nageltrockner sind im Netzt für um die 20 Euro erhältlich.
Bezugsquelle:
Fa. ORSAtec
O. Kindler, Mikroskopische Gläser Eukitt
https://www.orsatec.de/eukitt-uv.php
info@orsatec.de
+49 (0) 761 81077
100 ml rund 28 Euro ohne Lampe
Vielen Dank fürs Lesen! Anregung und Kritik und besonders eigene Erfahrungen mit Eukitt UV sind wie immer willkommen.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
ich nutze ja schon seit etlichen Jahren den UV-Kleber CONLOC®665. Er ist ideal für Dünnschliffe, da man nach dem Anschliff der ersten Fläche diese sofort auf einen Objektträger kleben kann und 2 Minuten später absägen und weiter schleifen kann.Auch zum Eindecken der Schliffe nutze ich dann zum Schluss den gleichen Kleber. Das geht so lange ganz wunderbar, solange es keine dicken Klebeschichten gibt. Tritt Kleber unter dem Deckglas hervor. wird dieser nicht hart. Oft ist nur eine dünne Lage fest, der Rest bleibt flüssig bis gelartig, auch wenn ich statt 120sek 2 oder 3 x so lange belichte. Die Schliffe sind bei mir i.d.R etwa 25..30µm dick, aber die Klebeschicht darunter und darüber deutlich dünner.
Was die Schliffe aber gar nicht mögen ist starker Druck. Übte man den beim Belichten aus, dann kann man im Anschluss fast immer mit Hungerblasen rechnen. Also immer nur wenig Medium verwenden und nur leicht andrücken.
Pflanzenschnitte sind natürlich was anderes, aber vielleicht helfen diese Zeiten trotzdem etwas weiter. Ich denke, es ist wirklich die Schnittdecke, die sich hier negativ auswirkt.
LG Gerd
Hallo Jörg,
ich habe mir das Sicherheitsdatenblatt von Eukitt UV sowie die Patenteinreichung von Orsatec zu den Eindeckmitteln angeschaut. Eukitt UV besteht hauptsächlich aus einem dreifach-funktionellen Acrylat sowie einem dazugehörigen Photoinitiator. Im Patent sind Substanzen genannt, die zwar ähnlich aufgebaut sind, aber offenbar nur in modifizierter Art im eigentlichen Produkt verwendet werden. Das Patent wurde übrigens bereits fallengelassen, somit scheint kein Schutz auf Eukitt UV zu bestehen.
Acrylate polymerisieren radikalisch, was eine Empfindlichkeit gegenüber Sauerstoff zur Folge hat. D.h. eventuell vorhandener Restsauerstoff in den Schnitten kann die Polymerisation inhibieren, wodurch es zu einer unvollständigen Aushärtung kommt. Das könnte erklären, warum das Material trotz Belichtung gelartig bzw. teilweise flüssig bleibt.
Das im SDB genannte Tri-Acrylat ist durch die hohe Funktionalität sehr reaktiv, allerdings schrumpft es auch relativ stark. In den vergleichsweise dicken Schichten herrschen nach der Belichtung also große Schrumpfungsspannungen, was in Kombination mit der unvollständigen Aushärtung das Entstehen der Blasen erklären könnte.
Bei den dünnen histologischen Schnitten ist das alles weniger ein Problem, bei dicken botanischen Schnitten aber offenbar schon.
Chemisch ist Eukitt UV den lichthärtenden Kompositen, die man vom Zahnarzt kennt, sehr ähnlich. Dort hat man sich intensiv mit Inhibierung und Schrumpfungsspannungen beschäftigt und diese Probleme über verschiedene Ansätze gelöst. Aus dieser Anwendung kann man sicher Inspiration für ein verbessertes lichthärtendes Eindeckmittel bekommen.
LG
Jürgen
Lieber Gerd, lieber Jürgen,
vielen Dank für Eure Ergänzungen!
Ja, Hungerblasen aufgrund von Schrumpfungen, genau so sieht es aus. Und dieser Effekt tritt natürlich bei höherer Schichtdicke verstärkt auf. Und für 60 bis 70 µm Schichtdicke ist Eukitt UV ja auch nicht gemacht.
Echten Druck wie beim Euparal habe ich bisher nicht ausgeübt, da das Eukitt UV ja auch nicht unter dem Deckglas hervorquellen soll. Und das Belichten (Härten ) habe ich immer aus der freien Hand, gänzlich ohne Druck gemacht.
Jürgen erklärt mit der Chemischen Brille auch schön, warum ein Hervorquellen unter dem Deckglas vermieden werden soll: die Kontaktfläche mit dem Luftsauerstoff ist so wesentlich geringer.
Weitere Experimente sollten also mit Schnitten erfolgen, die so dünn wie möglich ausgeführt wurden und das Eindeckmittel muss unter dem Deckglas bleiben.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
ich habe auch schon mit Eukitt UV experimentiert und bin noch nicht überzeugt für die Verwendung mit botanischen Schnitten.
Ich habe allerdings andere Probleme gehabt - bei mir gab es keine ordentliche Aushärtung mit UV-Lampen. Wenn ich die Proben einen Nachmittag in die Sonne gelegt habe war alles gut.
Meine Schnitte waren dünner als deine - 25 - max. 40 µm - und ich habe die gefärbten Schnitte aus ISO in Rotihistol übergeführt, danach auf den Objektträger. Auf den Schnitt habe ich Eukitt UV aufgegeben und einwirken lassen. Deckglas leicht angedrückt, so dass sich das Eukitt möglichst vollständig unter dem Deckglas verteilt hat. Danach 2 min mit UV365 Taschenlampe beleuchtet. Hie und da war die Probe tatsächlich fest - meistens allerdings nicht ganz.
Ich verwende meistens mit recht gutem Erfolg Eukitt Neo spezial. Hie und da gibt es Probleme mit Luftblasen. Bei manchen Präparaten mehr bei anderen weniger - allerdings nicht reproduzierbar. Wahrscheinlich spielt auch die Färbemethode eine Rolle. In meinem Workflow entwässere ich nach der Färbung 3 x mit 100% ISO und danach 2 x zusätzlich mit Rotihistol. Ich habe auch probiert zuerst Eukitt auf Objektträger und dann die Probe einlegen. Ich habe allerdings weniger Blasen, wenn ich zuerst die Probe und dann Eukitt auf den Objektträger gebe.
Eine zusätzliche Verbesserung erwarte ich mir, wenn ich als letzte Stufe vor dem Eindecken eine Mischung Eukitt und Rotihistol verwende. Die Versuche stehen allerdings noch aus.
Liebe Grüße
Gerhard
Lieber Gerhard,
in wie weit und wie schnell Eukitt UV aushärtet, hängt sicherlich auch mit der Intensität der Taschenlampe und dem Batterieladezustand ab. Ich habe eine recht starke lampe, die ich auch zur Bernsteinsuche nutze und da klappt das eigentlich ganz gut.
Hattest Du Deine Schnitte auf einem Spiegel in der Sonne liegen oder auf einer nicht spiegelnden Oberfläche?
Ich denke, je dünner die Schnitte sind, desto näher ist man am eigentlichen Einsatzgebiet des Eukitt UV und um so kleiner ist das Risiko von Hungerblasen.
Schön zu hören, dass Rotihistol auch funktioniert. Es ist doch etwas angenehmer in der Handhabung als Xylol.
Für mich war das schnelle Aushärten unter UV Licht der Anreiz, mir das Eukitt UV einmal anzusehen. Ich werde es nur noch einsetzen, wenn ich das Präparat schnell nutzen muss. Vielleicht mache ich auch ab und an mal ein solches Präparat, wenn ich die Färbung erhalten möchte.
Beste Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
Ich hatte die Schnitte auf einem weißen Tablett in die Sonne gestellt - ohne Spiegel.
Rotihistol funktioniert aber nur mit Eukitt Neo Spezial - vielleicht ist das der Grund, warum bei mir die Aushärtung von Eukitt UV nicht ordentlich funktioniert. Muß einmal mit Xylol probieren.
Ligrü
Gerhard
Guten Abend
Mit der Aushärtung von Eukitt UV hatte ich auch, allerdings lag das an der Taschenlampe. Bei den Chinesen ist halt nicht immer das drin was die Beschreibung sagt - das habe ich mit dem Sekonic Spektrometer auch bewiesen. Mit der passenden Lampe ist das kein Problem, die Aushärtungsreaktion ist sehr schmalbandig und damit sensibel.
Das Problem mit dickeren Schnitten habe ich auch, hervorquellendes Eindeckmittel kann man leicht wegwischen, ist also kein Problem.
Bin gespannt was Jürgen so hervorbringt :-)
Übrigens, Gerhard, Roti ist mit diesem Einbettungsmittel keine gute Idee, geht nichts über Xylol (zumindest in der letzten Stufe). Das bringt eindeutig bessere Ergebnisse.Mit Roti hatte ich auch keine stabilen Ergebnisse.
Liebe Grüße
Gerhard
Zitat von: Rawfoto in Dezember 02, 2023, 19:39:36 NACHMITTAGSÜbrigens, Gerhard, Roti ist mit diesem Einbettungsmittel keine gute Idee, geht nichts über Xylol (zumindest in der letzten Stufe). Das bringt eindeutig bessere Ergebnisse.Mit Roti hatte ich auch keine stabilen Ergebnisse.
Liebe Grüße
Gerhard
Das kann ich mittlerweile bestätigen
Liebe Grüße
Gerhard
Guten Abend geschätzte Runde!
Ich hatte mit Eukitt UV bei, zwecks Transporttauglichkeit zum Herzeigen, Diatomeen-Präparaten durchwegs gute Ergebnisse. Natürlich abgesehen vom eigentlich für Diatomeen viel zu geringem Brechungsindex. Ebenso abgesehen davon, dass eine Fixierung bei fossilen Proben kein Thema ist.
Eukitt UV habe ich auch, nach einer eher improvisierten Fixierung mit Methanol (für Fotografie nicht weiter problematisch, da meine Präparate nicht auf dauernde Haltbarkeit konzipiert waren) für Pollen-Präparate verwendet. Die Ergebnisse waren in Ordnung.
Als Quelle für UV-Licht verwende ich auf Anraten Gerds einen LED-Nagellacktrockner, der ausgesprochen günstig (deutlich unter € 20,-) zu bekommen war.
Anmerkung und Warnung am Rande, bitte: Dieses China-made UV-Gerät (und dies dürfte nicht unbedingt einen Einzelfall darstellen) ist mit einem 24 Volt Netzteil (USB!) ausgestattet, somit ist ein Verstoß gegen einschlägige Normen gegeben. Man sollte unbedingt darauf achten, ein solches Netzteil bitte NICHT für andere Geräte mit USB-Stromversorgung usw. zu nutzen, denn bei z. B. Handys könnte dies sehr ,,endgültige" Folgen haben ...
Ich habe übrigens auch mit einer Bestrahlung durch einen (mit einer Leuchtröhre ausgestatteten) ,,Insektenvernichter" eine einwandfreie Härtung des Mediums erzielt. :D
UV-,,Taschenlampen" mit einer hinreichend intensiven Leistung für Eukitt UV-Härtung sind mir – dies zumindest teilweise – als relativ teuer aufgefallen.
Jedenfalls meine ich, dass Eukitt UV eine wirklich praktische, angenehme Sache sein kann, denn die Trocknungszeiten anderer Medien sind nicht gerade selten lästig lang ...
Liebe Grüße
Jakob
Hi Jorg, have you tried an intermediate step with ipa or xylene:eukitt 1:1 ?
Best wishes, René
Hi René,
no, I didn't. For the moment I'm through wit Eukitt UV. :)
Best
Jörg
Hello René,
I use E-UV only for small dry objekts, floated in Xylol (to remove the air). That works good. Big objekts (or coming from Alkohol) doesnt work! To harden it, I use the genuin UV-Lamp from Osim, it needs a little time, but it works.
For all other objekts I use Eukitt-Neo, it´s better then the old Eukitt.
Regards
Wolfgang
Zitat von: Rawfoto in Dezember 02, 2023, 19:39:36 NACHMITTAGSBin gespannt was Jürgen so hervorbringt :-)
Hallo Gerhard,
ich bin dran, erste Ergebnisse gibt es bereits. Für die von Jörg beschriebenen Probleme könnte es aus meiner Sicht zwei Ursachen geben:
(1) Luftsauerstoff, der in den Schnitten verblieben ist, inhibiert die Polymerisation.
(2) Reste von Lösungsmitteln (Isopropanol, Xylol), die in den Schnitten enthalten sind, agieren als Weichmacher bei der Ausbildung des Polymernetzwerkes, bzw. das Polymer bleibt trotz Polymerisation bei UV-Belichtung ein Gel.
In beiden Fällen können Schrumpfungsspannungen im umgebenden Polymernetzwerk dazu führen, dass sich Blasen bilden, weil sich das weiche, unvollständig polymerisierte Material vom Schnitt ablöst. Bei den dünnen histologischen Schnitten (<10µm Dicke), für die Eukitt UV entwickelt wurde, sind die obigen Punkte weniger kritisch, da sich das Lösungsmittel aus dem dünnen Untersuchungsmaterial recht schnell durch Diffusion entfernen lässt. Bei den dicken Schnitten (>35µm), die man für botanische Proben üblicherweise verwendet, ist das natürlich anders.
UV_Einbettung_Abb-1.jpg
Um das Problem anzugehen, habe ich einen "Primer" gemischt, der lösungsmittelfrei ist und ähnliche Komponenten enthält wie Eukitt UV. Die Zusammensetzung von Eukitt UV ist im Detail natürlich nicht bekannt, aber aus dem Sicherheitsdatenblatt kann man den reaktiven Vernetzer (
Trimethylolpropan polyoxyethylen triacrylat) sowie den Photoinitiator (
2-Hydroxy-2-methylpropiophenon) herauslesen.
Um eine möglichst dünnflüssige Formulierung zu erhalten (hilfreich für das Herauslösen des Lösungsmittel aus dem Schnitt), habe ich noch einen Reaktivverdünner (
Ethylenglykol-basiertes Acrylat) dazugegeben. Als UV-Lampe habe ich eine Taschenlampe (365nm) von Amazon verwendet, siehe Abbildung oben.
UV_Einbettung_Abb-2.jpg
Die Herstellung und Färbung der Schnitte erfolgte ganz klassisch: Der Vorweihnachtssaison entsprechend, wurde ein Mistelzweig geschnitten. Verwendet habe ich dazu mein Eigenbau-Mikrotom, siehe unten.
Schnittdicke war 40µm.
UV_Einbettung_Abb-3.jpg
Die Schnitte wurden für einige Minuten in AFE fixiert, danach wurde das Fixiermittel in Wasser entfernt. Gefärbt habe ich mit
Etzold FCA für ca. 5min.
UV_Einbettung_Abb-4.jpg
Nach dem Färben wurden die Schnitte für ca. 10min in Wasser belassen, um den überflüssigen Farbstoff zu entfernen. Im nächsten Schritt (siehe Abbildung unten) kamen die Schnitte in zwei Isopropanol-Stufen, um das Wasser aus dem Material herauszubekommen. Anstatt die übliche 3. Iso-Stufe zu verwenden, wurde mit dem Primer gearbeitet. Die Schnitte blieben ca. 5min in der Primerlösung. Der Primer ist gut verträglich mit Isopropanol. In Kombination mit gelegentlichem Schwenken des Schälchens hoffe ich, dass alle nicht-reaktiven Komponenten aus dem Schnitt entfernt werden.
UV_Einbettung_Abb-5.jpg
Parallel zur Lagerung der Schnitte im Primer wurden Objektträger vorbereitet. Dazu habe ich mit einer Eppendorf-Pipette zwei kleine Tropfen von Eukitt UV (danke an Gerhard für's Ausborgen!) auf dem Objektträger platziert. Mit einer Präpariernadel wurden im nächsten Schritt die Schnitte aus dem Primer gefischt. Überschüssigen Primer habe ich an einem Linsenreinigungspapier abgetupft. Dann kamen die Schnitte in das Eukitt UV auf dem Objektträger, und ein Deckglas (18mm Durchmesser) wurde auf dem Schnitt platziert.
Nach kurzem leichten Andrücken habe ich mit der UV-Lampe (Vorsicht: sehr hell, deshalb mitgelieferte Schutzbrille verwenden!) für 30sec belichtet. Danach war der Schnitt ausgehärtet und konnte direkt unter's Mikroskop gelegt werden. Das Ergebnis des Ganzen zeigt die Abbildung unten.
UV_Einbettung_Abb-6.jpg
Ob die 30sec ideal sind, weiß ich noch nicht. Bei einem der Objektträger (ich habe aktuell 3 Stück versucht) konnte ich ein paar Blasen entdecken. Da muss ich vermutlich noch die Parameter optimieren. Aber insgesamt sieht das Konzept für einen ersten Versuch schon recht vielversprechend aus.
LG
Jürgen
Lieber Jürgen,
danke für die ausführliche Dokumentation! Schnitt und Färbung sind fantastisch.
Bitte beobachte die Präparate aber noch für mindestens eine Woche. Direkt nach dem Härten (ich habe beidseitig für 60 Sekunden beleuchtet) sahen meine auch so aus, das Drama begann am nächsten Tag und bei einigen Präparaten erst nach einer Woche und länger.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo zusammen,
ich habe hier einen evtl. brauchbaren Tipp von "Profis" gefunden:
Vielleicht spielt die Aushärtegeschwindigkeit, die Zeit, die Belichtungsleistung und/oder das Profil eine Rolle.
Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Reaktion das Material warm wird und es zu Schrumpfungen oder Spannungen kommt.
Was passiert, wenn man von unten (etwas länger) und von oben kurz belichtet und dann nachbelichtet, seitlich belichtet.
Oder eine viel schwächere UV-Quelle verwendet. Damit ist natürlich der Vorteil weg, dass man das Präparat sofort verwenden kann.
Was ich nicht weiß ist, wann die Blasen entstanden sind, sofort oder später?
UV - Kleber - Amazon - Rezension (https://www.amazon.de/Harz-Lampe-Kristallklarer-Schmuckherstellung-Transparenter/dp/B0C36WSDLQ/ref=sr_1_18?keywords=UV%2Bkleber&qid=1701855759&sr=8-18&th=1)
Issues to be aware of:
-I've noticed that over time it gets dirty, so I have to polish my earrings every so often to remove the layer of oil/dirt the epoxy holds. It's strange.
-I have noticed that if I put the epoxy directly under a UV light, it will cause bubbles. So I started placing the epoxy around the UV light, so the light hits it but is not directly under and this has seemed to help harden it enough to prevent the bubbles. Then I place the earrings in direct sunlight for an hour and have not noticed any issues with tackiness.
Das Belichtungsprofil
ZitatIch habe festgestellt, dass sich Blasen bilden, wenn ich das Epoxidharz direkt unter eine UV-Lampe halte. Also habe ich angefangen, das Epoxidharz um das UV-Licht herum zu platzieren, so dass das Licht es trifft, aber nicht direkt darunter ist, und dies scheint zu helfen, es genug zu härten, um die Blasen zu verhindern. Dann lege ich die Ohrringe eine Stunde lang in das direkte Sonnenlicht und habe keine Probleme mit der Klebrigkeit festgestellt.
Doch nicht ganz ausgehärtet?
ZitatIch habe festgestellt, dass es mit der Zeit schmutzig wird, so dass ich meine Ohrringe ab und zu polieren muss, um die Öl-/Schmutzschicht zu entfernen, die das Epoxidharz festhält. Es ist seltsam.
Noch eine Idee:
Wenn man schon einen "Kieselstein" mit 50µm unters Deckglas legt,
dann muss man dem Eindeckungsmittel Zeit geben, nachzufließen.
Steigt die Viskosität bei Erwärmung?
Noch eine Idee:
Genauso könnte ich mir vorstellen, dass man durch Kälte die Reaktionsgeschwindigkeit reduzieren kann.
Also hört auf die Wissenschaft und probiert das durch. ;-)
Wer es auf die Spitze treiben will, macht es unter Schutzgas.
CO2, Argon. Mal sehen, ob das Exposid dann vollständig aushärtet.
Liebe Grüße
Rudolf
Zitat von: Fahrenheit in Dezember 05, 2023, 06:43:25 VORMITTAGBitte beobachte die Präparate aber noch für mindestens eine Woche. Direkt nach dem Härten (ich habe beidseitig für 60 Sekunden beleuchtet) sahen meine auch so aus, das Drama begann am nächsten Tag und bei einigen Präparaten erst nach einer Woche und länger.
Hallo Jörg,
hier ein Bild von heute, selbe Probe. Bzgl. Blasen hat sich da nichts getan.
UV_Einbettung_Abb-7.jpg
Ich habe auch das Deckglas von einer Probe mit dem Skalpell abgehoben, das Material und die Probe waren gleichmäßig durchgehärtet, ohne flüssige Einschlüsse in oder um den Schnitt herum.
Allerdings fürchte ich, dass Eukitt UV zu weich für so dicke Proben ist: Beim Drücken auf das Deckglas hat man gemerkt, wie der Untergrund nachgibt. Das liegt vermutlich am Vernetzer (TMPPTA), der laut Datenblatt im ausgehärteten Zustand recht gummiartig ist. Bei den dünnen Schnitten fällt das nicht so auf, aber bei den dicken botanischen Schnitten merkt man, dass das Deckglas auf einer Art Gummisockel liegt. Das kann bei mechanischer Belastung dazu führen, dass sich das ausgehärtete Eindeckmittel leicht vom Deckglas löst, was natürlich nicht sein soll.
Meine aktuelle Sicht ist somit:
(1) Die Lösung mit dem Primer hilft, alle unreaktiven Komponenten (Wasser, Iso, ..) aus dem Schnitt herauszubekommen und eine längerfristig blasenfreie Probe zu erhalten.
(2) Eukitt UV ist für dicke Schnitte vermutlich nicht die ideale Formulierung. D.h. ich werde versuchen ein Eindeckmittel zu mischen, dass die richtige Härte aufweist und eine gute Haftung an Glas zeigt. Idealerweise sollte der Brechungsindex auch etwas höher sein als bei Eukitt UV.
Insgesamt gefällt mir das Konzept aber, da keine toxischen Lösungsmittel im Spiel sind, und das ausgehärtete Eindeckmittel recht beständig gegen organische Lösungsmittel (Reinigung des Deckglases vor der Mikroskopie) sowie Immersionsöl sein sollte.
LG
Jürgen
Zitat von: rlu in Dezember 06, 2023, 11:03:32 VORMITTAGich habe hier einen evtl. brauchbaren Tipp von "Profis" gefunden:
Mal sehen, ob das Exposid dann vollständig aushärtet.
Hallo Rudolf,
Lichthärtende Epoxide härten chemisch über einen anderen Mechanismus (ringöffnende kationische Polymerisation) aus als Acrylate (radikalische Polymerisation). Epoxide haben dadurch den Vorteil, dass sie weniger schrumpfen (Ringöffnung) und nicht durch Sauerstoff inhibiert werden. Dafür reagieren sie deutlich langsamer als Acrylate und sind empfindlich gegen Wasser (was bei Acrylaten nicht der Fall ist).
Da sich das meiste unter dem Deckglas abspielt (kein Kontakt zu Luft), und wir eine Lösung für rasches Eindecken suchen, finde ich den Ansatz über Acrylate den passenderen.
Temperatur, Atmosphäre und Belichtungsstrategie spielen natürlich eine Rolle, aber der ganze Prozess soll am Ende des Tages ja möglichst einfach bleiben. Da muss die Formulierung des Materials halt entsprechend angepasst werden.
LG
Jürgen
Guten Morgen Jürgen
Das schaut wirklich vielversprechend aus, was aber zur Sicherheit noch zu überprüfen ist, wie sieht das mit der UV-Fähigkeit aus. Wurde die beeinflusst oder bleibt alles glasklar. Ich meine natürlich die ausgehärteten Präparate.
Gespannte Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
erkennbare Färbung nach dem Eindecken sehe ich nicht.
Ich habe die Probe auch kurz unter UV-Fluoreszenz angeschaut, da ist ein grünlicher Untergrund erkennbar. Kann sein, dass der Initiator nicht komplett fluoreszenzfrei ist, das müsste ich mir noch genauer anschauen.
LG
Jürgen
Hallo Jürgen,
dann hast du ja erst mal eine brauchbare Rezeptur für den Einsatz von Eukitt UV bei dicken Pflanzenschnitten gefunden zu haben.
30 Sekunden Belichtung ist sicherlich auch etwas kurz: der Hersteller empfiehlt auch bei reguklärer Verwendung mit histologischen Schnitten 60 Sekunden.
Vielleicht wäre das Eukitt UV nach längerer Belichtung weiter ausgehärtet.
Danke Dir und herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
ich habe eine Stechmückenlarve und einen Trockenausstrich mit folgenden UV-Kleber als Eindeckmittel(YIEHO UV Resin UV-Harz Upgraded Crystal Clear Hard UV) verwendet.
ErfolgFolgendes ist mir aufgefallen: TrockenPräparat ohne Isopropanol
- Der Kleber wird hart
- Unter dem Deckglas
- Neben dem Deckglas
- Der Kleber wird sofort fest, zieht dann ~Tag noch mehr an und wird hart.
- Das Harz riecht fast nicht
- Das Harz ist völlig klar
- Keine Blasen
- Brechungsindex OK, aber unbekannt
, aber so gut, dass ich feinste Strukturen, siehe Sonnentier (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?msg=352492) aufnehmen konnte.
Belichtet mit 365nm für 30s
Bei der Stechmückelarve ging das schief:a.
Unter dem Mikroskop bildeten sich nach dem Aushärten plötzlich riesige Luftblasen.
Aber waren das Luftblasen? Ich interpretiere das anders. Die Stechmückenlarve war in Isopropanol eingelegt.
Durch die Schrupfung wurde das Iso rausgepresst, was ich vermutlich sah war das Iso.
b.
Um das Objekt gibt es Schlieren, das ist vermutlich das Iso, das sich nicht gelöst hat.
c. Die Objektdicke vom Trockenpräparat und den scheinbar dickeren Stechmückenlarven waren ähnlich.
These: Stellt sich das Eindeckmittel automatisch auf seine Größe ein?!
Im Falle der Stechmückenlarve wird die Larve gequetscht durch Schrumpfungen.
These: Wird ein schnellhärtendes Eindeckmittel verwendet, dann muss man es als Einbettmittel denken.
Im Falle der Stechmückenlarve müßte also das Iso vollständig durch das Harz ersetzt werden.
So wie das beim Iso/Butanol mit Paraffin geschieht(Einbettmittel).
Ich denke das ist auch der Grund warum dicke Pflanzenschnitte nicht funktionieren, weil sie ja noch voll mit Iso sind.
Alternativ muss man das Iso durch ein anderes Lösungsmittel ersetzen, das sich mit dem Harz des UV-Klebers verträgt.
Oder man muss das Präparat lange genug im Harz liegen lassen, bevor man es aushärtet (dann ist der Zeitvorteil weg).
Also was verträgt sich mit dem UV-Harz? Xylol? Vermutlich sind wir beim Primer vom Jürgen.
Liebe Grüße
Rudolf
Meßwerte:
Nur mit Meßschieber gemessen, die Genauigkeit geht also nur auf ein Hundertstel
Die Mückenlarven sind natürlich unterschiedlich groß und das Deckglas liegt schief, da es nur einen Auflagepunkt gibt.
Was auffällt ist die große Schichtdicke vom Trockenpräparat.
Aufpassen!!!
- UV-Brille verwenden
- Wegwerfhandschuhe anziehen
- Lüften
Hallo zusammen,
ich habe vor drei Tagen eine kleine Versuchsreihe gestartet, ziemlich dicke botanische Schnitte in Eukitt UV. Die gefärbten Schnitte habe ich gründlich mit Isopropanol und Xylol entwässert und dann auf ein Tröpchen Eukitt UV gegeben, dann ein Tröpfchen Eukitt UV oben drauf. Dann unterschiedliche lange gewartet, 2,5 - 5 - 7 - 9 - 11 Minuten etwa. Dann Deckglas angedrückt, kurz mit Taschenlampe gehärtet, dann in den Fingernagelbeleuchter für 10 Minuten. Das herausgequollene Eukitt UV ist nur zähhart geworden und etwas klebrig geblieben. Es ist aber auch schon etwas älter. Die Präparate mit 1,5 und 5 Minuten Wartezeit zeigen noch deutliche Blasen, danach sind sie bislang ganz oder fast optimal. Da die Schnitte sich unterschieden würde ich die Ergebnisse nicht als optimal beurteilbar bezeichnen, aber die Tendenz ist, dass Xylol und längeres Warten positiv ist. Falls hier also noch jemand am Experimentieren ist wäre das eine Richtung für weitere Versuche.
Für mich ist das Eukitt UV weitgehend nur interessant für Arbeiten bei den Treffen der MIKRO Hamburg. Der Anspruch ist da nicht so hoch, für perfekte Präparate fehlt bei so einem Treffen doch die Ruhe. Aber es wäre schon ein Erfolg wenn man soweit transportable Präparate in passabler Ausführung herausbekommen würde.
Viele Grüße,
Bob
Liebes Forum,
hier ein kurzes Update meiner Versuche zu UV-härtenden Eindeckmitteln für botanische Schnitte. In den vorigen Versuchen habe ich gemerkt, dass Eukitt UV einerseits zu weich ist für dickere Schnitte, andererseits die Haftung an Glas nicht besonders gut ist.
Ich habe deshalb das "gummiartige" Monomer TMPPTA (bekannt aus dem Sicherheitsdatenblatt von Eukitt UV) zur Hälfte durch ein aliphatisches Urethandiacrylat (UDA) ersetzt, welches die Haftung und die Festigkeit des ausgehärteten Polymers verbessert. Dadurch erhöht sich zwar die Viskosität des Eindeckmittels, welche jetzt etwas höher ist als die von Euparal. Das Eindecken hat dennoch problemlos funktioniert.
Den oben beschriebenen Primer habe ich unverändert gelassen. Hier das erhaltene Ergebnis (Zirbennadel mit Etzold FCA eingefärbt, 40µm Schnittdicke, Aufnahme mit 10x-Objektiv):
eindeck_uv-2.jpg
Nach dem Aushärten (ca. 60sec Belichtungszeit) ist das Material jetzt deutlich härter und die Haftung verbessert. Da der Primer noch kein UDA enthält, sieht man in der Aufnahme ein paar schwarze Ränder. Ich vermute, dass sich an diesen Stellen Primer und Eindeckmittel noch nicht ausreichend vermischt haben. Ansonsten sieht das Ganze schon recht gut aus. Ich denke, nach 1-2 weiteren Iterationen wird das eine halbwegs brauchbare Lösung für das UV-Eindecken dickerer Schnitte werden.
LG
Jürgen
Hallo,
ich bin gerade bei den Verarbeitungshinweisen zu dem UV-Kleber, den ich schon seit Jahren verwende (CONLOC 665 (https://www.ego.de/fileadmin/Website/Service/03_Verarbeitungshinweise/DE/Verarbeitungsinformation_CONLOC_UV.pdf)) auf einen sehr interessanten Hinweis gestoßen: Um Schrumpf-Spannungen in den Klebeflächen zu vermeiden, die ja auch der Grund von Hungerblasen sind, wird eine schrittweise UV-Beleuchtung von innen nach außen mit Hilfe von Loch-Masken empfohlen. So kann der noch ungehärtete Kleber vom Rand in die Mitte nachfließen, bevor auch dieser mit der nächst größeren Maske gehärtet wird. Das wäre doch u.U. auch mal einen Versuch wert, um die geschilderten Probleme bei dickeren Präparaten in den Griff zu bekommen, vielleicht mit einer Iris-Blende, die man nach und nach aufzieht.
LG Gerd
Hallo zusammen,
eine Info möchte ich noch nachreichen: Mein Eukitt UV von 06/2020 ist nicht mehr gut, es härtet nicht mehr richtig aus, wird nur noch so klebrig-geleeartig. Sobald ich eine neue Lieferung habe werde ich
Deine angepasste Eindeckmittelvariante, Jürgen, klingt auf jeden Fall vielversprechend. Auch Dein Hinweis auf die Irisblende, Gerd, finde ich gut weil die Wirkung nachvollziehbar und die Methode umsetzbar ist.
Gerade für Mikrotreffen fände ich einen Arbeitsprozess praktisch, der es erlaubt mit 10-20 Leuten innerhalb einer Stunde jeweils 3 Präparate an zwei Arbeitsplätzen herzustellen. Meine Hoffnung ist immer, dass die Leute beim Betrachten eines hübschen Präparats Lust bekommen, es mal selber zu versuchen.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Gerd, Bob,
spezielle Belichtungsstrategien können sicher helfen, das Thema Schrumpfungsspannungen zu minimieren. Es wird allerdings dennoch notwendig sein, möglichst alles Lösungsmittel (egal ob Isopropanol oder Xylol) aus dem Schnitt zu entfernen. Die Lösungsmittel bewirken, dass das Polymer nach der Belichtung gelartig bleibt, da sich die Lösungsmittelmoleküle ins Netzwerk einlagern. Spätestens wenn das Lösungsmittel langsam aus dem Material herausdiffundiert, sind Probleme vorprogrammiert.
Am meisten Inspiration kann man dazu aus den lichthärtenden Kompositen in der Zahnmedizin gewinnen, wo genau diese Themen der Schrumpfungsspannung großteils gelöst sind. Auch das Thema Anpassung des Brechungsindex spielt dort eine Rolle.
LG
Jürgen
Hallo,
meine Idee ist es Luftblasen, Iso oder eventuell auch das Aceton über ein Vakuum zu entfernen.
Habe mir jetzt von Zwilling ein Vakuumgefäß + Pumpe bestellt.
Mit Vakuum werden auch Luftblasen in Epoxid entfernt.
Vermutlich reicht bei dieser kleinen Pumpe der UnterDruck nicht. Die Messermacher(Holz festigen) oder Harzgießer(Luftblasen entfernen) raten zu -0,9bar bis -0,95bar.
Es gibt Ölfreie Pumpen, das wäre dann der nächste Versuch.
Wenn ihr euch die Technik vom Hagen/Plastination/Körperwelten anschaut, arbeitet er ähnlich.
http://www.meduniwien.ac.at/plastination/about.html
pdf: eng + dt
Harz + Aceton. Das Aceton wird mit Vakuum entfernt.
Danach wird lichtgehärtet oder gasgehärtet.
Gashärtung + Wärme
https://youtu.be/5nOJ--F9jQc?t=338
https://youtu.be/aKRFYQ3--dY?t=207
Hat jemand Erfahrung, ob das Härten von Euparal in einem Vakuum schneller geht? Um wieviel schneller?
Könnte mir Vorstellen, dass das Lösungsmittel Isopropanol dann schneller entweicht und wir nicht mehr von Monaten oder Wochen sprechen, sondern von Stunden bis das Deckglas fest ist.
Die Idee vom Gerd klingt auch auch interessant. Wie groß muss die Lochmatrix sein, wie lange belichten, wie verschieben?
Liebe Grüße
Rudolf
Zitat von: Bob in Dezember 30, 2023, 10:19:45 VORMITTAGeine Info möchte ich noch nachreichen: Mein Eukitt UV von 06/2020 ist nicht mehr gut, es härtet nicht mehr richtig aus, wird nur noch so klebrig-geleeartig.
Hallo Bob, I did note my UV glue to get noticably thicker after a year or so (not Eukitt btw). Nowadays I keep my stock in the freezer, after a tip from my supplier.
Best wishes, René
Hi René,
thanks for the hint, I will put my Eukitt UV into the freezer from now on and tell my wife who suggested it... ;D
No problem really, there are always a few non food items in the freezer.
@Jürgen: Die Vermischung mit dem Xylol könnte tatsächlich Ursache für die eingeschränkte Aushärtung sein. Muss ich mal gucken, nächstes Jahr.
Viele Grüße,
Bob
Zitat von: Bob in Dezember 30, 2023, 22:00:45 NACHMITTAGS@Jürgen: Die Vermischung mit dem Xylol könnte tatsächlich Ursache für die eingeschränkte Aushärtung sein. Muss ich mal gucken, nächstes Jahr.
Da bin ich gespannt auf das Ergebnis! Das Lösungsmittel behindert zwar nicht die Polymerisation, quillt aber das Netzwerk stark an und agiert als effizienter Weichmacher. Da Eukitt UV von Haus aus (in meinen Augen: zu) weich ist, ist das Endresultat in der Gegenwart von Lösungsmitteln eventuell mehr ein Gel als ein Festkörper.
Vorest aber einen Guten Rutsch an alle, mal schauen, was 2024 in mikroskopischer aber auch in sonstiger Hinsicht bringt
Jürgen
Hallo,
ich habe heute mal ein wenig experimentiert mit der Idee des Belichtens mit UV aus der Mitte heraus, um das Nachlaufen des Klebers bei der Schrumpfung durch die Aushärtung (2%) zu erlauben in der Hoffnung so Hungerblasen zu vermeiden und auch dickere Schichten zu verkleben. Dazu habe ich die UV-Taschenlampe (10W, 365nm Wellenlänge) in das Beleuchtungsrohr eines alten Nf mit pankratischem Kondensor gesteckt. Der Kondensor erlaubt die stufenlose Anpassung der auszuleuchtenden Fläche von weniger als 3 mm auf ca. 1,5cm. Mit dem Stufenlosen ist das so eine Sache. Ich habe jetzt in drei Stufen belichtet: 3mm, ca 8mm und 22mm Durchmesser (Lampe direkt auf das Präparat gestellt). Man sieht deutlich die Ränder dieser Beleuchtungszohnen als Unterschiede im Brechungsindex. Wahrscheinlich muss ich den Pankraten doch wirklich von Anfang an langsam aufziehen. Meine "Präparate" waren aber auch wirklich sehr dick: 250µm oder 0,25mm. Ich habe Angelschnurstücke dieser Dicke verwendet. Dünnere habe ich leider nicht.
Was wohl auch ein Problem ist: Die Polymerisation wird vom UV-Licht nur angeschoben. Das volle Aushärten dauert nach der Belichtung an. Laut Datenblatt etwa 4 Stunden. Ich konnte tatsächlich zusehen, wie sich über den Angelschnurstücken Risse bildeten, die im Laufe einer halben Stunde bis in die Mitte des Präparates wanderten, wo keine Schnur lag. Auch konnte ich im Stereomikroskop mit Polfiltern deutlich die Spannungen als Spannungsdoppelbrechung sehen. Hier ein Foto X-Pol mit Rot-1:
SpannungenDEckglas-UV-Kleber-CONLOC.JPG
Die sehr überstrahlten Striche sind zwei der sehr stark doppelbrechenden Angelschnurstücken. Man sieht die beiden inneren Belichtungsbereiche und die von den Schnüren ausgehenden Risse. Die dritte Schnur liegt links unten außerhalb des Bildbereiches in der Verlängerung des Risses.
Mein Fazit: Die empfohlene Schichtdicke von 0,01 bis 0,1mm sollte keinesfalls überschritten werden. Das gleicht auch die Belichtung mit Masken aus der Mitte heraus nicht aus.
Was ich in den nächsten Tagen noch versuchen werde: Nur kurz die Mitte belichten und schauen, ob die Aushärtung von allein weiterschreitet bis an den Rand.
LG Gerd
Hallo Gerd,
interessanter Versuch mit nützlichem Ergebnis!
Ein denkbarer Abstandshalter für einen Test mit etwas geringerer Dicke wären Deckglassplitter oder Getränkedose (meist 0,1-0,11mm).
Möglicherweise würde sich das Problem deutlich verringern, wenn man kleinere Deckgläser nimmt, z.B. geviertelte.
Den großen Nutzen der UV-Eindeckung sehe ich für mich in schnellen Präparaten auf Treffen. Allzu kompliziert darf das Verfahren dafür nicht werden damit es sich lohnt.
Viele Grüße,
Bob
Zitat von: plaenerdd in Januar 03, 2024, 21:42:11 NACHMITTAGSHallo,
ich habe heute mal ein wenig experimentiert mit der Idee des Belichtens mit UV aus der Mitte heraus, um das Nachlaufen des Klebers bei der Schrumpfung durch die Aushärtung (2%) zu erlauben in der Hoffnung so Hungerblasen zu vermeiden und auch dickere Schichten zu verkleben.
Hallo Gerd,
ich hab mir das Sicherheitsdatenblatt des Conloc Klebers angeschaut. Der Kleber besteht vor allem aus Isobornylacrylat und HEMA. Beide Substanzen werden vor allem als Reaktivverdünner verwendet, um das eigentliche zähflüssige Monomer verarbeitbar zu machen. In dicken Schichten wird reines HEMA/IBOA nicht gut funktionieren, ist meine Vermutung.
Da man als Einbettmittel durchaus etwas dickflüssigere Harze verwenden kann, ist die Auswahl an Grundsubstanzen sehr groß. Ich denke, man sollte sich da mehr an den 3D-Druck-Harzen orientieren, die für Schichten im Bereich 100µm ausgelegt sind. Die Glaskleber, mit denen sehr große Flächen verklebt werden sollen, haben andere Anforderungen und profitieren sicher von einer sehr dünnflüssigen Formulierung.
Für 3D-Druck-Harze werden monofunktionelle Reaktivverdünner (IBOA, HEMA, ..) in Kombination mit mehrfachfunktionellen Vernetzern eingesetzt. Durch geeignete Wahl des Spacers im Vernetzer kann man auch die Sprödigkeit des Materials reduzieren und Risse leichter vermeiden.
LG
Jürgen
Hallo Jürgen,
es gibt eine ganze Reihe von CONLOC-UV-Klebern mit unterschiedlichen Viskositäten, aber die dickflüssigeren legen sich naturgemäß nicht so gut an die Objekte an, es sei denn man weiß, mit welchem "Intermedium" man sie vorbehandeln muss, analog den Lösungsmitteln der gelösten Harze.
LG Gerd
Zitat von: plaenerdd in Januar 06, 2024, 09:37:31 VORMITTAGes gibt eine ganze Reihe von CONLOC-UV-Klebern mit unterschiedlichen Viskositäten, aber die dickflüssigeren legen sich naturgemäß nicht so gut an die Objekte an, es sei denn man weiß, mit welchem "Intermedium" man sie vorbehandeln muss,
Hallo Gerd,
da hast Du sicher recht. Allerdings muss man die Zusammensetzung des Klebers möglichst genau kennen, um das geeignete Intermedium/Primer zu finden. Ich probiere bei Gelegenheit, meine oben beschriebene Formulierung etwas zu optimieren, inkl. Primer. Falls das halbwegs funktioniert, kann ich Dir und/oder Bob gerne ein "Starter-Set" zum Ausprobieren schicken.
LG
Jürgen
Hallo Jürgen,
ich freue mich sehr über Dein Angebot, aber ich denke Du solltest lieber einem Pflanzenschnippler ein Starter-Set vermachen, vielleicht dem Starter dieses Fadens.
LG Gerd
Mittlerweile habe ich eine etwas adaptierte Formulierung vorbereitet (UVE2401) und eine weitere Probe damit getestet.
Das Material ist eine Nadel einer Grannenkiefer, 50µm Schnittdicke gefärbt mit Etzold FCA. Nach spülen in Aqua dest. wurden die Schnitte in 2 Durchgängen mit Isopropanol entwässert. Danach wurde das Isopropanol durch Überführen in UVE2401-Primer für eine Dauer von 5 Minuten entfernt. Auf den Objektträger kamen danach 2 Tropfen UVE2401-Eindeckmittel. Mit einer Präpariernadel wurden die Schnitte vom Primer auf den Objektträger übertragen und etwas eingetaucht. Mit der Pinzette ein Deckglas drauf, kurz angedrückt und mit der UV-Lampe von jeder Seite für 30sec belichtet.
Mit der neuen Formulierung hatte ich keine Probleme mit Hungerblasen, und die Randschicht am Deckglas ist ausreichend hart und nicht klebrig. Erreicht wurde das verbesserte Ergebnis durch Erhöhung des Anteils vom Urethanacrylat und von TTEG-DA. Ich denke, dass dieses System für botanische Schnitte deutlich besser funktioniert als Eukitt-UV.
Hier noch eine Aufnahme mit 10x-Objektiv am Leica DM 2000 LED:
P1003944-Edit.jpg
Die Vorteile dieser Vorgangsweise gegenüber Euparal&Co:
(1) Man kann in sehr kurzer Zeit eine große Anzahl an Präparaten herstellen, die nach 1min Belichtung endfest sind.
(2) Im vernetzten Zustand sind diese Polymere sehr beständig gegen Lösungsmittel und Hitze. Man kann derart präparierte Objektträger auch ohne Deckglasrand mit Isopropanol oder Alkohol reinigen.
(3) Ähnliche Formulierungen wie die von mir verwendete werden für Dentalkomposite und Beschichtungen im Außenbereich eingesetzt. D.h. man kann davon ausgehen, dass solche Eindeckmittel recht langzeitstabil sind.
(4) Die Formulierungen sind lösungsmittelfrei, d.h. Belastung der Umgebungsluft durch trocknendes Eindeckmittel gibt es nicht.
Nachteile gibt es natürlich auch ein paar:
(1) Sobald das Harz versehentlich aushärtet (z.B. auf nicht gründlich gereinigten Werkzeugen) klebt es bombenfest und kann mit keinerlei Lösungsmittel entfernt werden. D.h. sauberes Arbeiten ist erforderlich.
(2) Für 1-2 einzelne Objektträger ist der Aufwand (Reinigung, Aushärten des nicht mehr benötigten Primers für die Entsorgung, ..) fast zu groß. Da ist man mit Euparal/Malinol vermutlich besser bedient.
(3) Wie es mit Fluoreszenzeignung dieser Eindeckmittel ausschaut, muss ich mir noch anschauen.
LG
Jürgen
Lieber Jürgen,
das hört sich ja sehr positiv an!
Sind Primer und UVE2401 einfach herstellbar? Ich würde das gerne mal ausprobieren.
Beste Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
anmischen ist grundsätzlich nicht schwierig, allerdings sind einzelne Komponenten nicht so einfach zu bekommen. Ich kann Dir aber gerne ein Fläschchen Primer und Eindeckmittel zuschicken, wenn Du mir Deine Adresse per PN mailst. Feedback von den Schnippelprofis ist sehr gewünscht, vielleicht lässt sich das Ganze noch weiter optimieren.
LG
Jürgen
Lieber Jürgen,
danke Dir! PN mit Adresse ist raus.
Beste Grüße
Jörg
Lieber Jürgen, liebe Lichthärter,
so, nun kann ich mich zurück melden, auch wenn es etwas länger gedauert hat. Ich konnte Primer / Eindeckmittel UVE2401 ausprobieren und habe das, wie bei mir üblich, mit Schnitten vom Blattstiel des Efeues getan.
Gearbeitet habe ich exakt nach Jürgens Anleitung.
Schnitt und Färbung (W3Asim I) wie immer, mit Entwässern in Isopropanol 99,9% und dann:
1. Das Isopropanol wird entfernt, indem die Schnitte für ca. 5min in Primer UVE2401 gelagert werden. Dazu wird das Isopropanol aus dem Blockschälchen mit den Schnitten abpipettiert.
Danach werden 0,5-1ml Primer mit einer Pipette in das Blockschälchen pipettiert. Durch Schwenken des Schälchens bzw. durch Bewegen der Schnitte wird gewährleistet, dass sich das
verbliebene Isopropanol vollständig im Primer löst.
2. Jetzt können einzelne Schnitte mit einer Präpariernadel aufgenommen werden. Den am Schnitt anhaftenden Primer am Rand des Schälchens etwas abtupfen. Durch die Viskosität des
Primers ist kein Pinsel zum Aufnehmen des Schnittes erforderlich. Pinsel können grundsätzlich auch verwendet werden, sind allerdings nicht einfach zu reinigen, nachdem sie in Kontakt mit dem Primer waren.
3. Den Schnitt auf einem Objektträger platzieren.
4. Mit einer Pipette zwei kleine Tröpfchen Eindeckmittel UVE2401 auf dem Schnitt platzieren und ca. 30sec warten, damit sich Eindeckmittel und Primer mischen können.
Beide Substanzen haben sehr ähnliche Bestandteile, der Primer ist nur etwas dünnflüssiger im Vergleich zum Eindeckmittel.
5. Mit einer Flachpinzette das Deckglas aufnehmen und schräg auf den Objektträger legen. Das Deckglas langsam absenken und loslassen.
Das Eindeckmittel sollte sich jetzt blasenfrei bis an den Deckglasrand ausbreiten.
6. Das Deckglas leicht andrücken.
7. Von jeder Seite 30sec mit der UV-Taschenlampe (365nm) belichten.
8. Das Präparat ist jetzt fertig.
9. Überschüssiges Eindeckmittel am Deckglasrand kann etwas klebrig sein. Bei Bedarf die inhibierte Schicht mit Isopropanol reinigen.
10. Den verbliebenen Primer in einem kleinen Schälchen aus Alufolie leeren und mit der Lampe auspolymerisieren. Danach kann das Material im Restmüll entsorgt werden.
11. Werkzeuge können mit Isopropanol von eventuellen Primer-und Eindeckmittelresten gereinigt werden.
Hier nun die Ergebnisse:
Farbwirkung und Stabilität einwandfrei (hier an einem sehr alten Blattstiel):
(https://up.picr.de/47329453qi.jpg)
(https://up.picr.de/47329454aw.jpg)
Im Ersten Durchlauf habe ich mir dann aber doch einige Blasen gefangen, die entgegen ersten Befürchtungen stabil geblieben sind:
(https://up.picr.de/47329462ex.jpg)
(https://up.picr.de/47329463fh.jpg)
(https://up.picr.de/47329464se.jpg)
Was ist da passiert? Insbesondere UVE2401 ist deutlich zähflüssiger als Euparal und ich war wohl zu unvorsichtig beim Auflegen des Deckglases bzw. die Wartezeit zwischen dem Aufbringen des UVE2401 und dem Beginn der Belichtung war zu kurz.
In einem zweiten Versuch hat es problemlos ohne Blasen funktioniert:
(https://up.picr.de/47329483fw.jpg)
(https://up.picr.de/47329484sa.jpg)
Hier habe ich nach dem Auflegen des Deckglases noch einmal unter dem Mikropskop geschaut. Eventuell vorhandene Blasen verschwinden sehr schnell - ähnlich wie beim Euparal, nur schneller. Wenn man erst danach belichtet, ist alles gut.
Zu den hier sichtbaren Kristallen: diese sind keine Artefakte aus der UVE2401 - Eindeckung, was ich anhand zweier Leerpräparate belegen konnte. Es handelt sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die im Rahmen der Präparation ausgefallen sind, was besonders im zeitigen Frühjahr, kurz vor dem Beginn der Wachstumsperiode passieren kann.
Somit bleibt als einzige Ergänzung zwischen den Schritten 6 und 7 die Kontrolle unter dem Mikroskop (abwarten, bis eventuell vorhandene Blasen verschwunden sind).
Bei einer höheren Anzahl Präparaten ist die Aushärtung mit der UV Taschenlampe (365 nm!) etwas umständlich. Hier wäre zu prüfen, ob die UV-Härter aus dem Kosmetikbedarf brauchbar sind. Bei diesen hilft es ggf. einen kleinen Spiegel einzulegen.
Da die Dinger ab etwa 15 Euro zu haben sind, werd' ich das wohl mal ausprobieren.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
ich arbeite seit langem mit einem UV-Härtegerät für Fingernägel. Du musst aber aufpassen: Die modernen Geräte mit LEDs haben oft nicht die richtige Wellenlänge (eher Blau statt UV) und zweitens haben sie einen Infrarotsensor, der dafür sorgt, dass sie nur angehen, wenn man eine Hand hinein steckt. Besorge Dir eine Gerät mit Röhren und einem einfachen Timer wie dieses hier! (https://www.nails-factory-shop.de/uv-lichthaertungsgeraet-eckig-weiss?gad_source=1&gclid=EAIaIQobChMItYiYpaeahQMVlLRoCR0UaQ3eEAQYBSABEgKirfD_BwE) Die sind fast baugleich mit den teuren Laborgeräten bei KRANZ und nutzen auch die gleichen Röhren. Sie haben auch eine verspiegelte Schublade, die sich rein- und raus ziehen lässt.
LG Gerd
Guten Morgen Gerd,
super, danke für den Hinweis!
Beste Grüße
Jörg
Zitat von: Fahrenheit in März 29, 2024, 19:37:20 NACHMITTAGSLieber Jürgen, liebe Lichthärter,
so, nun kann ich mich zurück melden, auch wenn es etwas länger gedauert hat. Ich konnte Primer / Eindeckmittel UVE2401 ausprobieren und habe das, wie bei mir üblich, mit Schnitten vom Blattstiel des Efeues getan.
Hallo Jörg,
danke für das ausführliche Testen und die Zusammenfassung der Ergebnisse! Das sieht ja sehr erfreulich aus, bis auf offenbar eine etwas zu hohe Viskosität. Bei der nächsten Iteration werde ich versuchen, etwas mehr Reaktivverdünner zu nehmen, dann sollte die Viskosität näher an Euparal herankommen.
Die dickflüssige Komponente hat den Zweck, den Brechungsindex zu erhöhen und eine zu starke Versprödung des Materials zu verhindern. Aber ich denke, da ist noch Luft hin zu Formulierungen, die dünnflüssiger sind.
@Gerd: Sehr hilfreicher Hinweis zu den UV-Kammern, kannte ioch noch nicht. Für den Arbeitsablauf ist es jedenfalls wünschenswert, wenn mehrere Objektträger gleichzeitig ausgehärtet werden können. Das sollte in solchen Kammern gut machbar sein.
LG
Jürgen
Hallo,
inzwischen hat die renommierte Firma KRANTZ, die seit Jahrzehnten mit allem handelt was Steinsucher und -bearbeiter so brauchen auch gemerkt, dass es preiswerter geht und bietet offensichtlich das gleiche Gerät an, wenn auch fast zum doppelten Preis. (https://www.krantz-online.de/uv-haertungsbox-36-w/I5900). Ich habe da noch einen wesentlich höheren Preisabstand in Erinnerung.
LG Gerd
Hat sich erledigt
https://www.amazon.de/Salon-Uv-Sterilizer/s?k=Salon+Uv+Sterilizer
Kenne die Wellenlänge nicht ,müsste man mal googlen
Lg
Je kürzer die Wellenlänge, desto besser wirken UV-Strahlen keimtötend und auch UV-härtend. Daher wird dazu meistens 254 nm verwendet und nicht 366 nm.
Jochen
If it gets through the glass slide...
Hello Rene,
you have a point.
Two Spectra:
1 260nm UV Light 1 ms integrating time, intensity arbitrary units
2 260nm UV Light 100 ms integrating time, intensity arbitrary units
#2 is with cover glass of 170 µm
Regards
Jürgen
(https://www2.pic-upload.de/img/37443140/DGUVDurchlssigkeit.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
However,
366nm seem to work with little loss on intensity
LG
Jürgen
(https://www2.pic-upload.de/img/37443162/366nmmoDG.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
The sterilizer box covers multiple peak´s,
so, one would think it should work
(https://www2.pic-upload.de/img/37443166/sterilizerspec.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
LG
Jürgen
Neatly tested Jürgen!