Hallo,
ich bin auf ein recht kurioses Orthoplan-Zubehör gestoßen, das ich noch nie gesehen und für dessen Verwendung ich auch keine Idee habe.
Es ist ein (erstaunlich schmales) "Lampenhaus" mit einer Hochdrucklampe (HBO? XBO?), das aber neben dem Bajonett-Anschluß an das Mikroskop auf der gegenüberliegenden Seite das gegenteilige Bajonett zur Aufnahme von z.B. eben einem Lampenhaus hat. An beiden "Ausgängen" (oder sollte man besser "Ein- und Ausgang" sagen?) befindet sich jeweils eine Kollektorlinse. Dieses Lampenhaus wird also offenbar zwischen Mikroskop und irgendeiner weiteren Komponente geschaltet. Nur wozu? Und wer ist der "unbekannte Dritte"? Mir fehlt leider im Moment die Phantasie. Und wie gesagt: Gesehen habe ich so etwas noch nie. Erstaunlich ist auch die flache Bauform, bislang kenne ich Lampenhäuser gerade für Hochdrucklampen eher voluminös mit guten Belüftungsschlitzen, die hier vollständig fehlen.
Hat jemand eine Idee oder kennt dieses Teil?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
vielleicht um bequem von Weißlicht auf UV umschalten zu können? Wäre jedenfalls ein sehr interessantes Teil, um ein Blitzlicht an Stelle der HBO zu implementieren.
LG Gerd
Hallo,
Das Teil könnte dazu dienen, in Verbindung mit dem Kondensor 402aa Durchlicht-Fluoreszenz mit Phasenkontrast zu kombinieren.
Dagegen spricht die Farbe des Gehäuses. Zu der Zeit war Durchlicht-Fluoreszenz bereits ziemlich out.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Gerd und Alexander
ZitatHallo Peter,
vielleicht um bequem von Weißlicht auf UV umschalten zu können? Wäre jedenfalls ein sehr interessantes Teil, um ein Blitzlicht an Stelle der HBO zu implementieren.
LG Gerd
Dafür würde man aber eigentlich ein Spiegelhaus nehmen. Und wie soll die "Umschaltung" funktionieren? Solche Hochdrucklampen sind ja "Dauerbrenner"; man müsste sie aber immer wieder ausschalten, wenn man das "durchgeschleifte" andere Licht (z.B. Halogen) nutzen wollte. Das macht die HBO oder XBO nicht lange mit...
ZitatHallo,
Das Teil könnte dazu dienen, in Verbindung mit dem Kondensor 402aa Durchlicht-Fluoreszenz mit Phasenkontrast zu kombinieren.
Dagegen spricht die Farbe des Gehäuses. Zu der Zeit war Durchlicht-Fluoreszenz bereits ziemlich out.
Viele Grüße
Alexander
In der Tat war zu der Zeit DL-Fluoreszenz out. Ich wüsste aber auch, wie das funktionieren sollte.
Vielleicht dient es eher dazu, zwei Brenner in Reihe zu schalten, um die Lichtstärke zu erhöhen (ähnlich wie auch manchmal zwei Loks einen langen Zug ziehen) ;) ;) ;)
Ich weiß nicht, ob jemand einen Teilekatalog zu Orthoplan hat, vielleicht findet sich darin etwas? Ich habe ihn leider nicht, es gibt ihn aber.
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
vielleicht für die Spektroskopie? Da verwendet man manchmal mehrere Lampen gleichzeitig, um den gesamten Spektralbereich gleichmässig abzudecken.
Viele Grüsse
Florian
Dieses mickrige Gehäuse ist bestimmt nicht für den XBO-Dauerbetrieb geeignet. Da würde der Lack und die Kabelisolierung das Qualmen anfangen...
Für den Betrieb des Brenners als Blitzlampe würde das alles ausreichen, da wird nicht viel Wärme frei. JEDE Xenonlampe kann man auch als Blitzlampe verwenden, die kann sogar viel mehr Leistung ab als die kleinen Blitzröhrchen. Im Fokus eines Auto-Parabolreflektors (ex H1) montiert bekommt man einen gewaltigen Teleblitz (Verworfen, weil einfach zu hell).
Wenn sich die Lampe hier in der Zwischenabbildung der Mikroskopbeleuchtung befindet, gibt das sogar eine tadellose Ausleuchtung der Blitzröhre, besser als mit einem streuendem Spiegelkasten. Leitz hatte mal solch eine aufwändige Vorrichtung gebaut.
Gruß - Werner
Hallo Peter,
die Tatsache, daß das Gehäuse nicht dafür vorgesehen ist, große Wärmemengen abzuleiten, sollte auch die Lösung des Rätsels sein : Es kann sich nur um eine Blitzlampe handeln, worauf der Doppelkondensor ebenso hinweist. Eingespeist in ein Variolum ergäbe das eine absolut homogene Beleuchtung.
Es sollte an der Blitzröhre auch eine Zündeinrichtung angebracht sein, ein besseres Foto ließe das vielleicht erkennen. Wieviele Leitungen gehen in das Kabel ?
Leitz hat immer wieder Mikroblitzeinrichtungen geschaffen, auch schon für die Panphot-Generation. Ein solches Blitz-Lampenhaus habe ich mal Wolfgang vermachen können, vielleicht zeigt er es uns.
Herzliche Grüße
Christoph
Hallo Christoph und Werner,
Danke! Das ist ganz offenbar die Lösung. Mir war nicht klar, dass man mit einem solchen Brenner auch einen (Foto-)Blitz erzeugen kann.
Schade, dass - natürlich - Vorschaltgerät bzw. Ansteuerelektroniok nicht vorhanden sind. Aber das Modul selbst dürfte sich dann natürlich prima dazu eignen, eine Blitzvorrichtung der klasssichen Funktionsweise zu bauen (mit ausgelagerter Blitzröhre); diese Lösung ist ja heute zumeist zu Gunsten der Spiegelkastenlösung verdrängt.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter!
Eigenbau aus einem normalen Blitzgerät (modifiziert) oder einem alten Studioblitz sollte möglich sein. Einen dünnen Draht an die Xenonlampe hinwickeln und daran den Zündimpuls anlegen. Die gezündete Lampe entlädt dann den Blitzkondensator.
Gruß - Werner
Hallo Werner,
meinst Du einen Blitz unter Verwendung des vorhandenen Xenonbrenners? ich dachte eher aus Austausch desselben gegen die Blitzröhre des Blitzgerätes.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter!
Ich meine schon die eingebaute Lampe, der Kurzbogen paßt besser in die Zwischenabbildung als eine lange Blitzröhre (würde aber trotzdem funktionieren).
Wenn Du nicht selbst basteln willst, für einen "Elektroniker" ist das kein großes Problem (außer er ist ein reiner 5-Volt-Elektroniker). Ein Elektronenblitz ist keine Raketentechnik.
Gruß - Werner