Die Johannisbeere wurde zum ersten Mal von dem französischen Dichter Rutebeuf oder Rustebeuf im 13. Jahrhundert erwähnt.
Er nannte sie ,,groiselle", woraus später ,,Grossularia" entstand; das französische ,,Groseille" und das englische ,,grosseberry" gehen auf den von Rutebeuf gebrauchten Namen zurück.
Die wilden Roten Johannisbeeren hat man sich erst im 15. Jahrhundert in die Gärten geholt. Meistens handelt es sich bei der Garten-Johannisbeere um Kreuzungen mit anderen Wildarten; sie hat im Vergleich zur Wildform deutlich größere Beeren.
Die im Gartenfachhandel erhältlichen Pflanzen sind häufig auf die besonders wüchsige und unempfindliche Gold-Johannisbeere (Ribes aureum) gepfropft. Hier findet man auch diverse andere Zuchtformen mit unterschiedlichen Beeren und Wüchsigkeiten.
Die Römer kannten die Johannisbeere nicht; sie ist eine Frucht der nördlichen Gegenden Europas.
Ribes rubrum ist eine Kulturpflanze, an deren Entstehung Ribes patraeum und Ribes spicatum beteiligt sind.
Ab Beginn des 15. Jahrhunderts ist Ribes rubrum bekannt und als Fruchtholz genutzt. 100 g Beeren enthalten ca. 36 mg Vitamin C und 2,37 g organische Säuren.
Es existiert eine große Anzahl an Kultursorten, auch solche mit weißen Früchten.
Rote Johannisbeeren gehören zu den säurereichsten heimischen Früchten.
Die Rote Johannisbeere ist ein
Nanophanerophyt.
Zu den
Nanophanerophyten zählen holzige Sträucher und Bäume mit einer regulären Höhe zwischen 0,5 Meter und 5 Meter.
Nanophanerophyten sind eine Untergruppe der Phanerophyten, also Pflanzen, deren Überwinterungsknospen über dem Niveau der Schneedecke liegen. Im Unterschied zu den Makrophanerophyten ragen sie nicht über das Niveau der umgebenden Vegetation hinaus und sind daher teilweise windgeschützt.
Johannisbeersträucher sind sommergrün und besitzen keine Stacheln noch Dornen. Abhängig von der Art können sie bis zu 2 Meter hoch werden. Rote Johannisbeeren wachsen aufrecht und sind daher auch für Hecken geeignet.
Rote Johannisbeeren gehören zu den Herzwurzlern, wachsen also etwa gleichermaßen in die Tiefe wie in die Breite.
Junge Zweige sind behaart und etwas drüsig, später rotbraun und kahl.
SystematikOrdnung: Steinbrechartige Saxifragales
Familie: Stachelbeergewächse Grossulariaceae
Gattung: Johannisbeeren Ribes
Art: Rote Johannisbeere
Wissenschaftlicher Name: Ribes rubrum
Trivialnamen: Wilde Rote Johannisbeere, Rote Ribisel
Englische Bezeichnung: Red currant
Der Gattungsname ,,Ribes" kommt vom Arabischen ,,Ribas", mit dem die Arber eine saure Rhabarberart (Theum ribes) bezeichneten, die im Libanon wächst.
Lat. Rubrum = rot.
Ihren Namen tragen die Johannisbeeren übrigens nach der Reifezeit ihrer Früchte, die meist um den Johannistag /24. Juni) beginnt.
Bild 01 Habitus, Ribes rubrum
Foto: H.-J_Koch
(https://www2.pic-upload.de/img/37327343/1.jpg)
Diese Pflanze wächst in unserem Garten. Im zweiten Jahr nach dem Pflanzen trug der Johannisbeerstrauch Früchte.
Bild 02 Blütenstand, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327342/2.jpg)
Urheber: Aiwok
Bild 03 Nahaufnahme einer Blüte, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327341/3.jpg)
Urheber: Frank Vincentz
Die Blütentrauben stehen zuerst fast aufrecht, neigen sich dann aber nach unten, sobald die Beeren reifen.
Die Trauben sind fast oder ganz kahl, mit 6 – 24, grünlichbraunen Blüten. Die Blütezeit ist von April bis Mai.
Honigbienen und Hummeln haben für die Falterblüten zu kurze Rüssel, so dass die nicht auf normalem Wege an den Nektar kommen. Sie behelfen sich, indem sie die Nektarbehälter, insbesondere Nektarsporne seitlich aufbeißen.
Blühende Kurztriebe sind mehrere Jahre fruchtend.
Bild 04 Früchte, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327345/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Früchte hängen an kleinen Rispen, die sich mit einer Gartenschere einfach von Strauch in eine Schüssel schneiden lassen.
Verwendung:Die Beeren frisch als Obst oder zu Marmelade oder Mischkonfitüre, Saft, Gelee und Johannisbeerwein (
Alkoholgehalt: 12,5 % Vol.).
Anwendung in der Volksheilkunde als kühlendes und durstlöschendes Getränk bei fieberhaften Krankheiten.
Die Rote Johannisbeeren sind ein wichtiger Bestandteil der Cumberlandsoße.
Rote Johannisbeeren tragen viel Vitamin C in sich, außerdem Kalium und Eisen sowie Ballaststoffe und wirken sich positiv auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel aus.
Mit einer Menge von 100 g nimmt man bis zu 36000 µg des Vitamins auf. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist sehr wichtig für eine gesunde Ernährung und den Aufbau der Knochensubstanz. Zudem reguliert das Vitamin den körpereigenen Kalzium- und Phosphorhaushalt.
Droge:Ascorbinsäure 5 - 15 mg%
Fruchtsäuren: Apfel-, Bernstein-, Zitronen-, Isocitronen- und Weinsäure; Pektine 10 – 15 %; in den Samen fettes Öl 25 %.
100 g frische rot Johannisbeeren enthalten:
Energieträger Mineralstoffe Vitamine43 kcal 2 mg Natrium 7 µg Vitamin A
181 kJoule 240 mg Kalium 36 mg Vitamin C
0.6 Broteinheiten 13 mg Magnesium 0.7 mg Vitamin E
7,3 Kohlenhydrate 30 mg Calcium 3 µg Folsäure
1,1 g Protein 30 mg Phosphor
0,2 g Fett 0.9 mg Eisen
0,1 g mehrf. unges. FS 0,2 mg Zink
Bild 05 Knospen, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327344/5.jpg)
Die kegelig - eiförmigen Knospen besitzen lockere Knospenschuppen und weisen eine Länge von 5 bis 7 mm auf.
Die Knospenschuppen sind dunkel graubraun bis rotbraun, unten bewimpert, obere kurz, hell behaart.
Bild 06 Schnittstellen, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327346/6.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die glatten, meist kugeligen Beeren weisen einen Durchmesser von 6 bis 11 Millimeter auf, sind rot, durchscheinend und enthalten zahlreiche Samen.
Die Beerenreife ist Juni (Johannistag 24. Juni) – Juli.
Schwarze und rote Johannisbeersträucher kann man durch Reiben der Blätter unterscheiden: Blätter der roten Johannisbeeren sind geruchlos, die Blätter der schwarzen Johannisbeeren duften.
Die grünen, geruchlose Blätter wachsen wechselständig und besitzen lange Stiele. Die Blätter sind 3- bis 5-lappig, bis 8 cm breit, am Grunde tief herzförmig und am Rand gesägt.
Die Beeren sind kugelig, rot.
Teil 1
Einjähriger Spross, Querschnitte
25 Mikromete
Bild 07 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327348/7.jpg)
Bild 08 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327347/8.jpg)
Bild 09 Detailaufnahme, Autofluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327349/9.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Schnitte mit Eau de Javel (5 %ig) gebleicht; Einwirkzeit: 1 Minute; mehrfach ausspülen mit Aqua des., keine Zugabe von Essigsäure (meine Wackerfarblösungen ist leicht angesäuert); gefärbt mit Acridinrot-Acriflavin-Astrablau.
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.30 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minuten
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony alpha 6000
Bild 10 Übersicht, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327350/10.jpg)
Bild 11 Detailaufnahme mir Beschriftung, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327351/11.jpg)
MP = Markparenchym, XY = Xylem, T = Trachee, JG = Jahresringgrenze, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, PE = Periderm, K = Kambium, PMS = Primärer Markstrahl, EP = Epidermis
Beginnt ein Holzstrahl direkt im Mark des Holzes, so heißt er primärer Holzstrahl oder auch Markstrahl.
Bild 12 Detailaufnahme, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327352/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327353/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327354/14.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 15 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327355/15.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 16 Übersicht, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327363/16.jpg)
Bild 17 Markparenchym, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327364/17.jpg)
Bild 18 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327362/18.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 19 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327366/19.jpg)
Bild 20 Markparenchym, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327367/20.jpg)
Bild 21 Periderm, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327365/21.jpg)
Bei den nächsten beide Bildern ist ein kleiner Ast - Ansatz zu erkennen.
Bild 22 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327368/22.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327369/23.jpg)
Teil 3
Blattstiel, Querschnitt
25 Mikrometer
Der Blattstiel ist mit 3 bis 6 cm ungefähr so lang wie die Blattspreite und ebenso reingrün. Der Grund der Blattstiele ist meist kahl oder selten mit langen, drüsenlosen Haaren und einzelnen sitzenden Drüsen besetzt.
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 24 Übersicht, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327370/24.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme mit Beschriftung, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327371/25.jpg)
MP = Markparenchym, XY = Xylem, SK = Sklerenchym, CU = Cuticula, EP = Epidermis, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem
Bild 26 Detailaufnahme, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327372/26.jpg)
Bild 27 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327373/27.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 28 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327374/28.jpg)
Bild 29 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Ribes rubrum
(https://www2.pic-upload.de/img/37327375/29.jpg)
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Dieter Böhlmann, ,,Gehölzbiologie", ISBN: 978-3-494-01547-7
Hans-Joachim Conert ,,Flora in Farben", 1962
U. Hecker ,,Einheimische Laubgehölze", ISBN: 978-3-494-01442-5
Hans E. Laux ,,Wildbeeren und Wildfrüchte", ISBN: 3-440-05125-0
Peter A. Schmidt ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
Otto Schmeil ,,Tabellen zum Bestimmen von Pflanzen", ISBN: 978-3-494-01493-7
Bernd Schulz ,,Gehölzbestimmung im Winter", ISBN: 978-3-8186-1138-5
Martin Schretzenmayer ,,Taschenbuch der heimischen Bäume und Sträucher", 1954
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
,,Welche essbare Wildpflanze ist das?", ISBN: 978-3-440-16445-7
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1977
,,Wildkräuter & Beeren", ISBN: 978-3-8338-2611-5
Der Kosmos ,,Pflanzenführer", ISBN: 978-3-440-16318-4
,,Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen". ISBN: 978-3-89996-508-7
,,Flora – Wunderwelt der Pflanzen", 978-3-8310-3783-4
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen.
Ich recherchiere dann weiter, suche die zugrundeliegenden Studien heraus, werte sie aus und verbinde alles miteinander.
Beim Recherchieren öffnet sich oft nicht nur eine neue Tür, sondern gleich mehrere. Dahinter verbargen sich weitere spannende Informationen.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen,
wieder einmal phantastisch, ich habe wieder viel gelernt. Danke!
Du weißt ja: Ich schreibe nicht zu jedem Deiner Beiträge etwas, lese sie aber immer gerne und sehr interessiert. Ab und zu muss ich Dir dann applaudieren.
Hallo Jürgen,
danke für dein Interesse an meiner Arbeit.
Ich freue mich immer, auf deine Rückmeldung.
Gruß
Hans-Jürgen
Hallo HJ -
JB hat mir die Lobesworte aus dem Mund bzw. von der Tastatur genommen! Auch ich bilde mich durch Deine Beiträge noch laufend weiter.
Diese Früchte haben mich in meiner Kindheit/Jugend begleitet und ich habe sie nicht geliebt, weil ich da immer zum Pflücken kommandiert wurde und die Fruchtsäure den Eigenkonsum begrenzt hat. In meinem Erntekarton lag dann aber meist ein Karl-May-Band, dessen Lektüre auch meinen Ernteertrag pro Zeiteinheit begrenzt hat.
Die sog. "Träubla" (schwäbisch, meine badische Oma sagte "Hansträublen") wurden überwiegend für die Moooscht-Produktion meines Opas verwendet um diesem Apfelsaftgetränk etwas mehr Pep zu verleihen.
Es wäre noch zu vermerken, dass unseren südöstlichen Nachbarn mit "Ribisl" noch den wissenschaftlichen
Namen verwenden.
Ein ertragreiches frohes neues Jahr!
Rolf
Hallo Rolf,
danke für deine netten Worte.
Die beiden Namen "Träubla" und "Hansträublen" kannte ich noch nicht,
Gruß
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen,
vielen Dank für Deinen schönen und interessanten Beitrag, den ich gerne gelesen habe und gleich listen werde.
Herzliche Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
danke.
Gruß
Hans-Jürgen
Grüß´ Dich Hans-Jürgen,
das ist viel besser als jedes Silvesterfeuerwerk !!
Das sind ja wieder hervorragende Fotos.
Gratualtion
Auch die Hintergrundinformationen sind wieder suuuper!
Da ich (Grufi83) seit meinem 12-ten Lebensjahr an Nieren Kalz.-Oxalatsteinen leide, darf ich sie, wie alles weitere Beerenobst nicht essen, da sie Oxalsäure enthalten.
Die Bestandteile, die Du nennst, enthalten Oxalate/Oxalsäure nicht.
vielleicht kann ein Medizinfachmann dazu etwas sagen.
Mit allen guten Wünschen für 2024
Peter
Hallo Peter,
danke für deine Rückmeldung.
Meine Quelle zur Angabe der Droge von Ribes rubrum ist das Buch:
,,Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen". ISBN: 978-3-89996-508-7.
Hier wird die Oxalsäure nicht erwähnt.
Kleesäure ist ein natürlicher Inhaltsstoff von Lebensmitteln.
Johannisbeeren enthalten 15-19 mg/100 g Oxalsäure (Quelle: Documenta Geigy, Wissenschaftliche Tabellen), dieser Wert ist für mich eher gering.
Wo ist am meisten Oxalsäure drin?
Rhabarber: 460 Milligramm. Spinat: 442 Milligramm. Mandeln: 431 bis 490 Milligramm. Weizenkleie: 457 Milligramm (mg/100 g).
Gruß nach Lorsch
Hans-Jürgen
Grüß´ Dich Hans-Jürgen,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Im Frühsommer, so erzählte man mir in der Urologie im Mainz, hätten sie gehäuft Nierensteinpatienten mit Oxalatsteinen, da zu dieser Zeit viel Rhabarber gegessen wird.
Als ich in Berlin ca. 1963 meinen Urologen fragte, warum man Nierenstene bekomme: Wenn ich das wüßte, bekäme ich den Med.-Nobelpreis.
Wichtig ist nach wie vor: Trinken-Trinken-Trinken.
Ich trinke tgl. 2 1/2 - 3 Liter.
"Paulus schrieb and die Epheser: setzt euch nicht vor leere Gläser"
Auch schrieb er an die Korinther: "Saufet wie die Bürstenbinder"
Im Alter soll die Steinbildung nachlassen?
Spinat ist mir bekannt, Mandeln neu.
Gruß Peter
Noch ne Frage: Deine Fotos sind ja wundervol brilliat und scharf b is alle Ecken. Sind sie gestackt?
Peter
Hallo Peter,
stacken von Bildern habe ich noch nicht probiert, zu aufwendig.
Gruß
Hans-Jürgen
Grüß´ Dich Hans-Jürgen
""stacken von Bildern habe ich noch nicht probiert, zu aufwendig""
mir auch. Da muß man erst ein Diplom machen.
Da ich schon eines habe, benötige ich kein weiteres!
Gruß Peter
Hallo Peter, hallo Hans-Jürgen,
da muß ich aber vehement widersprechen: Stacking ist keine Raketenwissenschaft, mit picolay kann man es ganz einfach ausprobieren.
Viele Grüße!
Rainer
Guten Abend Rainer,
dann benötige ich eine Kurzanleitung für Dummies.
Ich möchte bei verschiedenen Tiefenschärfen aus so ca. 3 - 5 Aufnahmen ein resulierendes Bild erhalten.
Vielen Dank im Voraus
Peter
Hallo Rainer,
jetzt bin ich neugierig geworden.
Picolay ist bereits auf meinem Rechner installiert.
Gruß nach Seligenstadt
Hans-Jürgen
Hallo Peter, hallo Hans-Jürgen,
heut bei beginnendem Glatteis hier in Seligenstadt kann ich die Zeit nutzen, meine Vorgehensweise mit picolay zu beschreiben. Prof. Cypionka hat einige instruktive Videos zu Benutzung von picolay veröffentlicht, es lohnt sich, diese anzuschauen.
- Ich lege einen neuen Ordner an, in den ich die einzelnen Bilder des Stapels später speichere.
- Dann überprüfe ich mit Grob/Feintrieb den Bereich, in dem ich das Präparat verfahren muß. (Ich hab noch ein altes Standard Universal mit dem begrenzten Verstellbereich des Feintriebs.) Ordentlich zentrierte Beleuchtung und maßvolles Schließen der Aperturblende zählt zu den üblichen Voraussetzungen, man kann die Blende auch etwas weiter als sonst öffnen, die erforderliche Tiefenschärfe kommt ja mit picolay.
- Danach fertige ich die Aufnahmen (Zeitautomatik an der Kamera, jpeg-Bilder) an, die Verstellwege des Feintriebs wähle ich nach Gefühl, es ist, für unsere Zwecke, nicht erforderlich, mit Schrittmotorsteuerung zu arbeiten. Wenn man möchte, kann man die Skala des Feintriebs zu Hilfe nehmen.
- In picolay lade ich die Bilder, wähle die Stacking-Parameter aus, ich lasse immer einen Satz von drei verschiedenen Einstellungen rechnen und wähle dann zur weiteren Bearbeitung mit gimp das Bild aus, das mir am besten gefällt.
- Das Anfertigen von Stapeln mit picolay ist also erst mal recht einfach, mit zunehmender Routine kommt dann der Wunsch nach mehr, wie beispeilweise 3D-Bilder.
Viel Erfolg beim Ausprobieren, wenn Fragen aufkommen, nur zu!
Viele Grüße!
Rainer
@Peter: hilft dir diese einführende Anleitung vom Picolay-Autor weiter?
Du brauchst anfangs nur eine Anzahl Bilder mit verschiedenen Schärfeebenen. Picolay öffnen, mit <Strg>-<A> wählst du deine Bilder aus und kannst im Picolay-Menü unter <Stack-Operations> die Berechnung mit dem Eintrag <Stack with current paramters> starten. Nach einiger Zeit siehst du im unteren rechten Fenster das Ergebnis, das mit einer Standardeinstellung von Picolay erzeugt wurde. Vielleicht erst mal so weit nachvollziehen - die "Parameteranpassung" ist dann noch ein paar Klassen höher. Und: vielleicht startest du eher mit ein paar mehr Aufnahmen, z.B: 8 oder 10 Bildern. Viel Erfolg!
Gruß, Peter
Hallo Rainer, hallo Peter,
danke für Eure Tipps zum Stacking mit Picolay.
Gruß
Hans-Jürgen
Guten Morgen Rainer,
ich werde beide Beiträge ausprobieren
Gruß Peter
Ja, ist ja alles sehr schön mit dem Beitrag von Peter/Orkim .
Selbst wenn ich auf Vollbild stelle und starke Vergößerung einstelle, sind die Leisten, die angeklickt werden kaum zu erkennen .
Eine einfache und schnelle Methode stelle ich mir (Grufti 84) anders vor.
Auch der Ton ist ausgesprochen schlecht. Ich verstehe oft nur Bahnhof .
Jetzt werde ich die Anweisung von Rainer vornehmen.
Gruß Peter Wff
Zitat von: Wutsdorff Peter in Januar 21, 2024, 11:33:20 VORMITTAGSelbst wenn ich auf Vollbild stelle und starke Vergößerung einstelle, sind die Leisten, die angeklickt werden kaum zu erkennen .
Hallo Peter,
am Video kannst Du die Auflösung auf HD stellen, dann kann man im Vollbild alles erkennen.
LG Frank
Screenshot_20240121_114340_Chrome.jpg
Gueten Abend Peter u. Rainer.
Mit einem 6,3-Obj. habe ich 7 Schnitte mit unterschiedlicher Tiefenschärfe erstellt .
Die 7 Bilder erscheinen l.o.. man kann sie anklicken, dann erscheint das angekl. Bild l.u.
Dann habe ich Picol. aktiviert (wie weiß ich nicht mehr). und re. u. erschien als Ergebnis ein grünes Bild. Warum ist es grün?
Gruß Peter Wff
Ich werde mit einem stärkeren Obj. üben
Noch was : Wenn ich einen Beitrag downloade, wird das unter Downl. gespeichert. Wenn ich mir das im Downl. ansehe, erscheinen eine Vielzahl von Bildern, mit denen ich nichts anfangen kann.
Wie komme ich an das Original?
Gruß Peter Wff
Guten Abend Peter,
das "grüne Bild" wird im Youtube-Film ab Minute 9:30 erklärt. Das grüne Bild ist die "Tiefenkarte". Gleiche Farbe bedeutet gleiche Ebene der Tiefenschärfe. Dabei bedeutet gelb die oberste und blau die unterste Ebene. graue Bereiche stehen für Mittelwerte. Die Karte wird für dreidimensionale stackings verwendet, kann dir aber auch nutzen wenn du später mal an den Parametern drehen willst um das Ergebnis zu optimieren. Hast du im obigen Betrag #18 auch auf den "YouToube" Schriftzug rechts unten geklickt? Dann öffnet sich das Video direkt über Youtube, und du kannst es in voller Größe ansehen. Dann sind auch die einzelnen Vorgänge und das Auswählen der Menüpunkte gut erkennbar.
Hallo Peter,
die Vorgehensweise mit picolay ist die folgende:
- Man lädt die Bilder nach dem Aufruf des Programms picolay in picolay mit dem Befehl "File" - "Add images". Man muß dazu vorher in das entsprechende Verzeichnis, in dem Deine Bilder auf der Festplatte liegen, springen. In dem Fenster links oben erscheint dann eine Liste der ausgewählten Bilder.
- Danach wechselt man zu dem Menüpunkt "Stack operations" - "Set stacking parameters". Fürs Erste kann man die vom Programm vorgeschlagenen Parameter übernehmen, man sollte aber beim Punkt "Test 4 filter settings" den Haken setzen, dann probiert picolay 4 verschiedene Parametersätze aus.
- Nach dem Klick auf "Go" beginnt das Programm zu arbeiten.
- Links unten wird nach dem Ende der Berechnung eine Tiefenkarte (das grüne Bild) angezeigt, rechts unten das Resultat.
- Schließt man picolay, wird man gefragt, ob man die durch picolay erzeugten Bilder behalten möchte, das beantwortet man mit Ja.
- Anschließend kann man die Ergebnisbilder mit dem Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl bearbeiten, nachdem man sich aus den 4 Resultatbildern das Beste herausgesucht hat. Nicht jeder Parametersatz gibt mit jeden Objekt ein optimales Ergebnis. Da hilft nur ein polypragmatischer Ansatz. (Solange probieren, bis es klappt.)
Hallo Hans-Jürgen,
das sind ja wunderbare Aufnahme und die Infos fande ich sehr lehrreich. Vor allem die Farben stechen richtig schön hervor.
Ich bin noch ein Neuling und würde gerne auch ein paar Pflanzenpräparate anlegen. Ich habe bis jetzt mehrere Färbelösungen von Morphisto Safe Line Reagenzien gefunden und bin überfragt, welche zu Beginn sinnvoll wäre?
Leider gelingen mir die Schnitte auch noch nicht so, aber mir fehlt da noch die Übung😉
Viele Grüße
Nicole
Hallo Nicole,
die Färbungen von Hans Jürgen im Hellfeld sind Wacker-Färbungen (W3A). Leider, leider, leider....sind die nicht mehr erhältlich, es fehlt an einer wesentlichen Komponente, die nicht mehr auf dem Markt ist.
Es laufen meines Wissens aber Forschungen der berufenen Forenteilnehmer (hauptsächlich Chemiker), wie man diese Färbungen mit anderen Komponenten möglichst gut nachahmen kann.
Wenn du meinen Tip hören willst: beginne mit der FCA-Färbung nach Etzold. Die ist recht narrensicher, führt eigentlich immmer zum Erfolg und ist auch schön anzuschauen. Dann stößt du schon automatisch auf die Probleme, die damit zusammenhängen als da wären: Auswaschen des roten Farbstoffes Fuchsin durch wässrige Alkohollösung ("differenzieren") punktgenau hinkriegen, das Zerreißen der dünnen Handschnitte durch wechselnde Alkoholkonzentrationen möglichst vermeiden u.s.w. - also, du mußt die Probleme nicht suchen, sie kommen zu dir ;) ABER: das erste selbsgefertigte Dauerpräparat ist schon ein besonderes Ereignis - egal, wie schön es geworden ist. By the way: hast du schon Euparal zum Einbetten? Und schließlich: ich finde die Arbeitsanleitungen des Mikroskopischen Kollegiums Bonn und der Berliner Mikroskopischen Vereinigung sehr hilfreich. Viel Spaß bei deinen ersten Präparationen!
Gruß, Peter
Hallo Nicole,
danke für dein Interesse an meiner Arbeit.
Peter war mit seinem Tipp schneller, die FCA-Färbung nach Etzold ist eine gute Wahl für den Einstieg.
Erstellen von mikroskopischen Schnitten und die Färbungen sind reine Übungssache, ich wünsche dir Geduld und gutes Gelingen.
Gruß
Hans-Jürgen
Guten Abend Peter und Hans-Jürgen,
Vielen Dank für die Tipps. Dann werde ich mich mal an der FCA-Färbung ausprobieren. Ich habe bei der Seite Biologie Bedarf Thorns, ein FCA Färbekit gefunden. Dort ist enthalten : bestehend aus 50 ml Fixierlösung FCA, 25 ml Färbelösung FCA nach Etzold, 10 ml Spüllösung 1, 50 ml Spüllösung 2, 10 ml Einschlussmittel Includal A. Dieses würde ich mir zum Anfang zulegen. Ist das Includal A vergleichbar mit Euparal?
Viele Grüße
Nicole
ZitatIch habe bei der Seite Biologie Bedarf Thorns, ein FCA Färbekit gefunden.
Hallo Nicole, das kannst du natürlich so machen. Es geht aber auch einfacher und preisgünstiger:
- Thorns Art.-Nr. 388811 Färbelösung FCA Botanik
- aus der Apotheke: Isopropylalkohol 99,8 %
Dazu ein paar kleine Spritzflaschen aus Kunststoff, z.B. 50 ml von Thorns, ein paar Pipetten, ein Pinzettenset von einem großen ehem. Bücherversandhandel. Damit legst du die Alkohol-Verdünnungen 30%, 50% und 70% und unverdünnt an. Zum fixieren Alkohol und Essigsäure 25% (=Essig-Essenz; im Lebensmittelhandel); im Forum geistert ein Rezept von Dr. Detlev Kramer herum (ich glaube hier, Post Nr. 14 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1337.0)), du brauchst anfangs nicht unbedingt AFE-Gemisch. Was noch? Ach so, das Einbetten... Naturlich kannst du Versuche mit der SafeLine-Lösung machen, das Mittel der Wahl hier im Forum ist jedoch meist Euparal, damit machst du sicher nichts verkehrt. Einige haben mit Includal A über Bläschenbildung beim Einbetten berichtet; mit Euparal ist das Anfertigen von Dauerpräparaten ab dem 20. Versuch kein Problem mehr (aber es gibt da sicher begabtere als ich ::) ). Gutes Gelingen!
Gruß, Peter
Hallo Peter,
auch das ist sehr hilfreich. Vieles habe ich ja schon :D, mir fehlt dann nur noch das Färbemittel und das Euparal. Wo kann man das Euparal am besten kaufen? Bei Thorns habe ich es nicht gefunden.
Viele Grüße
Nicole
Nicole, schick´mir deine Adresse per PN. Ich sende dir dann Euparal für deine ersten 250 Präparate zu ;) Dann kannst du probieren, ob das was für dich ist. Beziehen kannst du Euparal dann später bei Bioform oder auch Omikron online.
Liebe Nicole,
oh, schön, noch jemand, der sich für Pflanzenschnitte interessiert!
Wenn Du Dich einlesen möchtest, empfehle ich Dir die beiden folgenden Links von den Seiten des MKB (Mikroskopisches Kollegium Bonn):
Von_der_Probe_zum_Praeparat_V1_5_170308.pdf (mikroskopie-bonn.de) (https://mikroskopie-bonn.de/_downloads/Von_der_Probe_zum_Praeparat_V1_5_170308.pdf) - Einfacher Arbeitsgang mit Handschnitten und FCA Färbung
Erstellung pflanzlicher Dauerpräparate (mikroskopie-bonn.de) (https://mikroskopie-bonn.de/themenseiten/erstellung_pflanzlicher_dauerpraeparate/index.php) - Das volle Programm mit vielen Beispielen, Tipps , Literatur rund Links
Schneiden selbst ist Handwerk. Da hilft nur Üben. Für den Anfang empfehle ich den Blattstiel von alten Efeublättern, der recht leicht zu schneiden ist. Dieser sollte um die 2,5 mm Durchmesser haben, gerne mehr.
Wenn Du Fragen hast, sprich mich gerne an.
Herzliche Grüße
Jörg
p.s.
Wenn Du nach Bonn kommen kannst: voraussichtlich im April biete ich im Rahmen der Treffen des MKB wieder den Workshop "Schneiden, Färben, Legen" an, der sich mit der Erstellung botanischer Dauerpräparate beschäftigt.
Hallo Jörg,
ja ich liebe Pflanzen, deswegen habe ich auch Gärtner gelernt :) und möchte gerne mehr erfahren.
Die Links sind sehr hilfreich. Vielen Dank für die ganzen Infos.
Ja das mit dem schneiden habe ich schon gemerkt, dass das nicht so einfach ist. Mein Versuchsobjekt, was ich ausprobieren möchte, ist ein Philodendron squamiferum.
Echt super das man hier bei Fragen, soviele Tipps bekommt.
Viele Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
dafür sind Foren da :)
Und es freut mich, dass die Texte auf der MKB Seite hilfreich sind.
Beim Philodendron squamifrtum würde ich sowohl beim Spross als auch beim Blattstiel ein eher schwammiges Gewebe bei relativ großem Durchmesser erwarten, was das Schneiden etwas erschwert. Du kannst ja einmal Bilder Deiner Präparate zeigen, das aber am besten in einem eigenen Faden. Da gibt es dann sicherlich noch mehr Tipps.
Beste Grüße
Jörg