Ich weiß gar nicht wie lange ich nach so einem Mikroskop gesucht habe.
Jetzt habe ich eins, unverbastelt und zum Schnäppchenpreis erworben!
Und jede der wunderschönen blau angelassenen Schrauben ist wie neu, ohne Macken.
Und ein hübsches Möller Präparat war auch dabei.
Übrigens, der Kanadabalsam ist noch flüssig! :o
Grüße, Thomas.
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P.S. Ich hätte es ja ins Mikroskop Unterforum eingestellt, aber ich habe keine Schreibrechte.
Hallo Thomas,
ein schönes Stück (sagt ein Leitz black midcentury fan ! 8) )
Das 7er Objektiv war glaub ich 63:1, zusammen mit dem wohl extra dazu erworbenem 1/12 Oel ein damals recht teurer Spass. Einer meiner früheren Chefs sammelte auch Messingmikroskope und pflegte zu sagen, so gut wie dieses Mikroskop aussieht war der Erstbesitzer Chirurg oder Psychiater geworden (will meinen "hat es nie routinemäßig benutzt / benutzen müssen")
Interessant auch der Lochblendenkondensor hinten im Kasten, wie auch der Linsenkondensor mit dem Kontrastverfahren der Wahl 1895: schiefe Beleuchtung.
Beste Grüße Stefan
Kann man eigentlich irgendwie feststellen was sowas früher gekostet hat?
Und was das heutzutage an Geld wäre?
- - -
Habe gestern, nach ein wenig Optik putzen, etwas mikroskopiert.
Schon beeindruckend die Qualität des Bildes.
Und das Möller Streupräparat ist auch im perfekten Zustand.
Lieber Thomas,
Ein wunderschönes und perfekt erhaltenes Instrument - ganz herzlichen Glückwunsch dazu (und das von einem, der normalerweise biologisch- medizinischen Mikroskopen nicht so viel abgewinnen kann)!
Herzliche Grüße, Olaf
Hallo,
anzumerken ist noch das insbesonders ab 1880 viele amerikanische Ärzte nach Europa und insbesondere Berlin kamen und die Medizin des Kaiserreichs in den USA hohes Ansehen genoss. Auch sind einige dt. Mediziner in dieser Zeit in die USA ausgewandert, besonders an die dort exponentiell wachsende Universitätsmedizin (wohingegen im Dt. Reich diese trotz steigender Studierendenzahl stagnierte!).
Das alles dürfte für die dt. Mikroskophersteller die Türe dorthin weit geöffnet haben.
Beste Grüße Stefan
New York 1887
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Eine Schönheit, Thomas! Ja, die Qualität der Objektive aus dieser Zeit hat auch meine Erwartungen übertroffen. Ich spreche dann von den A-Marken. Ich habe auch einige Mikroskope von Winkel (Göttingen) um 1910, und die Qualität der Objektive ist offenbar deutlich schlechter als die der Zeiss- oder Leitz-Objektive.
Was den Preis von Forschungsmikroskopen angeht (darüber kannst du mit deinem Modell sprechen), so lag er immer in der Größenordnung des Jahreseinkommens eines durchschnittlichen Arbeiters. Das ist vielleicht der deutlichste Vergleich.
Mit freundlichen Grüßen, René
Zitat von: Rene in Januar 18, 2024, 14:58:24 NACHMITTAGSWas den Preis von Forschungsmikroskopen angeht (darüber kannst du mit deinem Modell sprechen), so lag er immer in der Größenordnung des Jahreseinkommens eines durchschnittlichen Arbeiters. Das ist vielleicht der deutlichste Vergleich.
Auweia! :o
Falls Du Preise finden solltes 1 Mark 1895 ("Goldmark" bis 1914) = 0,358 g Feingold, 1$ = 4,2 Mark.
Beste Grüße Stefan
Glückwunsch zu diesem schönen Gerät!
Es handelt sich um ein Stativ Ib. Im Katalog für den amerikanischen Markt von 1894 gibt es diese Zusammenstellung der Komponenten nicht genau (siehe Anhang). Dadurch, daß das 1/12er Objektiv und das 5er Okular offensichtlich später zugekauft wurden, hat Dein Stativ "nur" einen 2fach-Revolver. Dennoch würde ich schätzen, daß das Mikroskop damals c. 140$ gekostet hat. Ein Heidengeld...
Grüße
Martin
140$ x 4,2 x 7,9 (Kaufkraftäquivalent (https://www.bundesbank.de/resource/blob/615162/5a2ab631c106f9a6438899323321ec31/mL/kaufkraftaequivalente-historischer-betraege-in-deutschen-waehrungen-data.pdf)) entspräche 4645€ Kaufkraft
Beste Grüße Stefan
Schönes Objekt, Glückwunsch.
Enzo
Hallo Thomas,
auch ich gratuliere zu diesem Prachtstück!
ZitatÜbrigens, der Kanadabalsam ist noch flüssig! :o
MÖLLER hat seine frühen Diatomeenpräparate in flüssiges Bromnaphthalin oder Phosphorlösung eingeschlossen, später in eine Mischung aus Bromnaphthalin und Kanadabalsam. Auch diese späten Präparate dürften nicht wirklich fest geworden sein. Also gut auf den Lackring aufpassen!
Siehe dazu Matthias Burba: "Johann Diedrich Möller (1844-1907) - Über die Kunst, Diatomeen zu legen" in Mikroskosmos 96 (2007) S.7-17
LG Gerd
Lieber Thomas,
herzlichen Glückwunsch zu diesem herrlichen Instrument!
Es hatte mich auch schon in den Fingern gejuckt (ist doch von eBay oder Kleinanzeigen?!) ich hab's dann aber doch gelassen, hatte ja ein paar nette Neuzugänge und ich möchte die Toleranz meiner Frau auch nicht überstrapazieren und bei dir ist's auch in den richtigen Händen!
Ich kann nächste Woche gern auf zwei Festplatten nachsehen, ob ich einen zeitgenössischen deutschen Katalog habe.
Zitat von: Hugo Halfmann in Januar 18, 2024, 20:28:36 NACHMITTAGSIch kann nächste Woche gern auf zwei Festplatten nachsehen, ob ich einen zeitgenössischen deutschen Katalog habe.
Moin Hugo,
wie der Zufall es so wollte, gab es ein paar Tage nach dem Kauf des Mikroskopes einen Leitz Katalog von exakt 1895 und eine zum Mikroskop passende Anleitung als Konvolut bei Ebay.
Glückstreffer würde ich sagen. :D
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Das letzte Bild hat Cat Content... ;D
Ein Gruß in die Leitz-Fan-Runde ,
selbst auf die Gefahr hin, daß ich Eulen nach Athen trage, hier ein Lit.-Hinweis:
Rolf Beck: " Mikroskope von Ernst Leitz in Wetzlar"
Reihe Archivbilder; Sutton-Verl., ISBN 3-89702-292-3,Rolf Beck 2002
Ich habe nur ein " Leica CME"
Gruß Peter
Zitat von: Wutsdorff Peter in Januar 19, 2024, 09:08:56 VORMITTAGEin Gruß in die Leitz-Fan-Runde ,
selbst auf die Gefahr hin, daß ich Eulen nach Athen trage, hier ein Lit.-Hinweis:
Rolf Beck: " Mikroskope von Ernst Leitz in Wetzlar"
Reihe Archivbilder; Sutton-Verl., ISBN 3-89702-292-3,Rolf Beck 2002
Ich habe nur ein " Leica CME"
Gruß Peter
Danke für den Tipp Peter!
Ist bestellt. :D
Habe gerade viel mit dem 3er Objektiv mikroskopiert.
Hauptsächlich histologische Schnitte.
Ein Traum von Bild!
Das habe ich so dermaßen gut nicht erwartet.
Seit vielen Jahren fristet ein älteres 8mm Apo Objektiv sein einsames Dasein im Zubehörschrank.
An meinen anderen Mikroskopen passte es irgendwie nie so richtig.
Am Ib dagegen ein Träumchen. ::)
Hallo Thomas,
ist zwar eher anekdotisch, aber mein Eindruck ist dass der Lisenkitt der messing bis chrom/ungefederten Apos schöner gealtert ist, als die der späteren gefederten 170 mm Apos; evtl. sind aber die Besitzer früher nur sorgsamer damit umgegangen und haben nicht soviel Lichtenergie über die Jahrzehnte in den Kitt gebrutzelt ;)
An unserem Ferienhäusel- Hufeisenmikroskop leisten meine zwei einzigen (ungefederten) Messingobjektive ihren Dienst ein 8 er (Fl 69:1) und ein Apo 3mm (66:1), interessanterweise konnte ich die vor Jahren deutlich einfacher und günstiger als ihre Pendants in Chrom erwerben.
Beste Grüße Stefan
Zitatselbst auf die Gefahr hin, daß ich Eulen nach Athen trage,
nein nein, Du bringst Uhus nach Griechenland :-)
Grüße
Wolfgang
Kleines Update.
Ich bin durch Zufall bei Kleinanzeigen über einen Leitz Kreuztisch gestolpert.
Der sah verdächtig nach: ,,er könnte an das Ib passen" aus.
Auch zeitlich...
Also gekauft, generalüberholt, und noch ein Plättchen gebastelt, damit die Feststellschraube nicht in den Lack des Mikroskops piekt.
Sieht gut aus und scheint mir ein Teil aus der gleichen Zeit zu sein, wie das Ib.
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