Hallo,
"der Sporophyt bei den Laubmoosen besteht immer nur aus einem einzigen, meist deutlich gestielten Sporangium (Sporenkapsel)"
Um die Sporen zu sehen, drückt man auf die Sporenkapsel. Die natürliche Freisetzung der Sporen läuft anders und weit raffinierter ab.
2024-01-20 23_05_06-.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
P.S.
Was eigentlich so erstaunlich ist, dass nur der Sporophyht 2n ist.
Nicht einmal die braune Spitze ist 2n.
Sporophyt der Laubmoose.jpg
Das eigentliche grüne Moos(Gametophyt) ist 1n, die Sporen sind es auch. Der darauf wachsende kleine braune Stengel ist der Sporophyt 2n.
2024-01-21 07_08_32-Sporophyt der Laubmoose – Mozilla Firefox.jpg
Eigentlich ist alles 1n beim Moos.
Das erscheint sehr ungewöhnlich, weil normalerweise der sichtbare Teil bei allen Pflanzen 2n ist.
(Manche Pflanzen haben 4n, 8n)
Wir, der Mensch sind 2n.
1n =
haploid =
"h" =
halber Chromosomen-Satz
2n =
diploid =
"d" =
doppelter Chromosomen-Satz
- Sporophyt(2n) macht Sporen(1n) durch Meiose
- Gametophyt(1n) macht Geschlechtszellen(1n), bzw. zuerst die Fortpflanzungsorgane
- Meiose aus 2n wird 1n
2n bedeutet, der Sporophyt hat den zweifachen Chromosomensatz. Sonst ist das Moos mit 1n unterwegs.
Nehmen wir den Menschen, da ist nur Same und das Ei 1n. Sonst ist er mit 2n unterwegs.
https://www.u-helmich.de/bio/botanik/Systematik/Embryophyten/Moose/Laubmoose-Allgemeines.html
ZitatDa die Entwicklung des Sporophyten innerhalb des Archegoniums stattfindet, ist er auch ständig von den Halswand- und Bauchwandzellen umgeben. Beim Wachstum des Sporophyten reißt die Archegonienwand ein, und die Halswandzellen verbleiben auf dem Sporophyten, es entsteht eine Haube, die Kalyptra, die im Gegensatz zum Sporophyten nach wie vor haploid ist, weil es sich ja um Gametophytengewebe handelt.
Botanik Helmich_ Das System der Bryophyta_ Laubmoose.jpg
Calyptra w [von griech. kalyptra = Kopfhülle, Haube]Enstanden ist der Sporophyt durch die Befruchtung von beweglichen Spermien, Spermatozoiden mit einem Ei. ("Sind wir nicht alle Moos ;) - unglaublich oder?!, ist doch grün, eine Pflanze und dann schwimmen da Spermien rum).
"Die zweigeißeligen Gameten der männlichen Geschlechtsorganen (Antheridien) von Moosen, Farnen und Bärlapppflanzen werden Spermatozoide genannt." Den halben Satz 1n braucht man eigentlich nur um den Genpool neu zu mischen.
Vater und Mutter bringen die Hälfte ein. Und dann beginnt schon der Ärger. Von welchem Satz schreibe ich jetzt das Protein ab. Damit es keinen Ärger gibt, denkt sich das Moos, halte ich es eher einfach - oder so 8) .
Bryophytes and the Life Cycle of Plants, Professor Dave Explains
https://www.youtube.com/watch?v=eN5ROvxpx8Q
2024-01-21 07_29_59-Bryophytes and the Life Cycle of Plants - YouTube – Mozilla Firefox.jpg
- Archegonium ist das weibliche Fortpflanzungsorgan/Sexualorgan(Gametangium) der Landpflanzen
- Ei/"die Eizelle" wächst im Archegonium
- Antheridium ist das männliche Fortpflanzungsorgan/Sexualorgan(Gametangium)
- Spermien/die beweglichen Spermatozoiden werden im Antheridium gebildet
- Gameten (bzw. Geschlechtszellen oder Keimzellen) stehen für den zusammenfassenden Begriff von Samenzellen (Pollen) und Eizellen. Im Unterschied zu den übrigen Zellen besitzen die Gameten nur einen einfachen Chromosomensatz. Gameten werden in der Reifeteilung (Meiose) für die geschlechtliche Vermehrung bereitgestellt.
- Zygote ist das durch die Spermatozoiden befruchtete Ei
- Embryo, aus einer befruchteten Zelle/Zygote entwickelt sich ein mehrzelliger Organismus und bezeichnet das frühe Stadium nach der Befruchtung
Archegonium(Einzahl)
Archegonia(Mehrzahl)
Bei den Moosen und Gefäßpflanzen (Farne und Samenpflanzen) wird das weibliche Gametangium(Fortpflanzungsorgan) Archegonium, das männliche Antheridium genannt.
FYI
Bei den Algen und Pilzen wird das weibliche Gametangium Oogon, das männliche Antheridium, Spermatogonium oder Androgametocyste genannt. 2024-01-20 23_04_38-.jpg
Hallo Rudolf,
danke für diesen herrlichen Beitrag!
Das betrifft sowohl den hochinformativen Erklärungen zur Fortpflanzung der Laubmoose wie auch die eindrucksvollen Makroaufnahmen der Sporophyten.
LG Klaus
Hallo Rudolf,
auch von mir ein herzliches Dankeschön für diesen lehrreichen und wundervoll bebilderten Beitrag.
Hallo Rudolf,
du schreibst zu deinem ersten Bild:
ZitatWenn man Druck auf diese Sporenkapsel ausübt, dann treten die Sporen aus.
Du zeigst eine Sporenkapsel die vermutlich noch nicht reif ist und durch mechanischen Druck von aussen auf der Seite aufgerissen ist. Da wird kein natürlicher Vorgang gezeigt.
Das Operculum sitzt noch auf der Kapselöffnung. Das Peristom ist nicht geöffnet. Erst wenn die Sporenkapsel reif ist, fällt das Operculum ab und das Peristom kann sich öffnen. Nun können die Sporen natürlch austreten.
Gruss Arnold Büschlen
Hallo Arnold,
wir haben im Winter Moose gesucht zum Mikroskopieren im Verein.
Das ist ein Quetschpräparat. Du hast natürlich Recht, das ist kein natürlicher Vorgang,
obwohl das Sporgangium(Sporenbehälter) bei einigen Arten nicht passiv entleert wird, sondern unter Druck steht und dann aufplatzt.
Kennst du die optimale Zeit, um Spermatozoiden zu finden?
Ich zitiere hier wieder die wunderschöne Seite von Ulrich Helmich
https://www.u-helmich.de/bio/botanik/Systematik/Embryophyten/Moose/Laubmoose-Allgemeines.html
2024-01-21 13_39_33-Botanik Helmich_ Das System der Bryophyta_ Laubmoose – Mozilla Firefox.jpg
- Sporophyt(Sporenmacher)diploid, Gametophyt(Gametenmacher)haploid
- Sporogon = aus dem befruchteten Ei wächst das Sporogon
"Das Sporogon besteht meist aus einem haustorialen Fuß, der die Verbindung zum Gametophyten darstellt, einem Stiel (Seta) und einer Kapsel, die oft eine Calyptra trägt."
https://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/sporogon/11108
- Sporangium = Sporenbehälter
Die Kapselränder sind vielfach von einem Zahnkranz (Peristom) umgeben, der, wie die anderen morphologischen Eigenarten des Sporophyten, ein wichtiges Bestimmungsmerkmal der Laubmoose ist.
Botanik online-Moose (https://s10.lite.msu.edu/res/msu/botonl/b_online/e46/46c.htm)
Das Peristom
Das Pflanzenreich: Moose/Peristom-youtube (https://youtu.be/JFBZ9gUu-XE?t=781)
2024-02-03 10_39_33-Das Pflanzenreich_ Moose - YouTube – Mozilla Firefox.jpg
Das Pflanzenreich: Moose/Kalyptra-youtube (https://youtu.be/JFBZ9gUu-XE?t=755)
Das Pflanzenreich_ Moose.jpg
Die Kalyptra und der Deckel sind nicht identisch .
Die Kalyptra ist eine schützende Schicht, die vor der Sporenreifung abgeworfen wird.
Was ich gerade noch bemerkt habe, ist das liebevolle Detail, wo der Hutdeckel(Kalyptra) vom Sporophyten wegfliegt.
2024-02-03 10_34_26-Vortrag_Moose.pptx - Microsoft PowerPoint.jpg
Warum eigentlich weiblicher Gametophyt?
Weil aus dem befruchteten Ei = Zygote, der Sporophyt wächst.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
Mosse haben eine dankbare Eigenschaft, sie laufen nicht weg. Mann/Frau kann sie vor Ort beobachten. Sporophyten entwickeln sich über Monate hinweg.
Spermatozoiden würde ich bei zweihäusigen Arten suchen z.B. Polytrichum sp.
Anstelle von einem Quetschpräparat mit einer unreifen Sporenkapsel würde ich reife Sporenkapseln suchen und Diese längs aufschneiden und entleeren damit lassen sich dann schöne Präparate erstellen daran das Peristom mit seinen wunderschönen Strukturen, die Kapselwand mit den Spaltöffnungen am Mikroskop beobachtet werden können. Als mögliches Eindeckmittel kann Chloralhydrat verwendet werden, das hellt auf und mögliche Lufteinschlüsse lassen sich mit Wärme austreiben.
Gruss Arnold Büschlen
Hallo,
Klaus und Jürgen vielen Dank.
Hier habe ich ein Video gefunden, wo die Kappe bereits weg ist und sich bei der Urne die Zähne vom Peristom öffnen und die Sporen werden freigesetzt.
https://youtu.be/hlHPYjZp6FQ?t=24
2024-01-29 02_22_33-Sperm transfer in mosses (by Hans Berggren) - YouTube – Mozilla Firefox.jpg
2024-01-29 02_44_58-Sperm transfer in mosses (by Hans Berggren) - YouTube – Mozilla Firefox.jpg
Animated gif im Anhang ;-)
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
Es passt zwar nicht mehr ganz zum Titel, aber ich finde den Teil mit der Sporenkeimung noch interessant und wenig bekannt. Die Sporen wachsen nicht direkt zum Gametophyten, sondern es bildet sich noch ein Zwischengewebe, das Protonema.
ZitatNachdem die Keimfäden zu einem thallösen Protonema ausgewachsen sind, bilden sich an einigen Stellen des Chloronemas Knospen, aus denen dann die eigentlichen Gametophyten hervorgehen:
Zitiert von u-helmich.de (https://www.u-helmich.de/bio/botanik/Systematik/Embryophyten/Moose/Laubmoose-Allgemeines.html)
Nun stellt sich für mich nur noch die Frage, ob aus diesen Knospen ein einziger Gametophyt oder viele Gametophyten entstehen?
https://www.u-helmich.de/bio/botanik/Systematik/Embryophyten/Moose/Laubmoose-Allgemeines.html
2024-02-01 11_48_05-Botanik Helmich_ Das System der Bryophyta_ Laubmoose – Mozilla Firefox.jpg
Die Sache ist so unbekannt oder unbedeutend, dass nicht einmal chatGPT eine Ahnung davon hat.
ChatGPT: Was ist mit
thallös gemeint?
Es scheint, dass es sich bei "thallös" um ein nicht allgemein bekanntes oder weit verbreitetes Wort handelt. Es ist möglich, dass es sich um einen Begriff handelt, der in einem bestimmten Kontext, Fachgebiet oder möglicherweise auch in einer speziellen Region verwendet wird. Ohne weiteren Kontext ist es jedoch schwer zu sagen, was genau mit "thallös" gemeint ist.Mal anders gefragt:
Ein Thallus ist eine strukturell einfache, nicht differenzierte Körperform bei einigen Organismen, insbesondere bei Algen, Flechten, Pilzen und manchen Bakterien. Im Gegensatz zu höher entwickelten Pflanzen oder Tieren besteht der Thallus nicht aus klar differenzierten Organen wie Wurzeln, Stängeln und Blättern.Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Arnold,
ZitatSpermatozoiden würde ich bei zweihäusigen Arten suchen.
Ich komme mit den Begriffen einhäusig/zweihäusig durcheinander.
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Bedeutet dann
- einhäusig auf dem Gametophyten wachsen gleichzeitig Antheridien- und Archegonienstände?
- zweihäusig auf dem Gametophyten wachsen entweder Antheridien- oder Archegonienstände?
Gibt es
überhaupt ein Geschlecht bei den Moosen?
Aus einer "männlichen" Spore würden Antheridien wachsen .
Aus einer "weiblichen" Sporen würde Archegonien wachsen.
Was ist, wenn beide aus einer haploiden Spore entstehen?
Es ist nur eine Vermutung? Weißt du etwas Genaueres dazu?
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
hast du Zugang zu einem "Strasburger" Lehrbuch der Botanik. ? Dort kannst du unter "Fortpflanzung und Rekombinationssystem" nachlesen. Es sind nur ca. drei Seiten.
Das auf die Schnelle.
Gruss Arnold