Hallo zusammen,
nachdem ich in ,,Eisige Zeiten" (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48297.msg355085#msg355085) etwas zum Aufbau meines Kühltisches geschrieben hatte, möchte ich jetzt für alle, die es interessiert, ein paar erste Erfahrungen mitteilen.
Kühltisch_07.jpg
Nun, es lag nahe, mit Wassereis zu beginnen. Natürlich ist es ein Klacks, einen Tropfen am Objektträger festfrieren zu lassen. Aber ich hatte ja Bilder von Designer-Schneekristallen in Erinnerung. Wer wissen will, was ich meine, empfehle ich die Seiten von Prof. Kenneth G. Libbrecht. Besonders das Video ,,Why are snowflakes like this?" (https://www.youtube.com/watch?v=ao2Jfm35XeE) (18:48 min) sei jedem Interessierten empfohlen.
Mal vom Knowhow des Prof. Libbrecht abgesehen, das eingesetzte Equipment lässt auch nicht gerade hoffen, mit einem Orthoplan und 100 EUR-Budget irgendetwas Vorzeigbares aus der Kälte zu zaubern. Müssen ja nicht unbedingt Schneeflocken sein, ein paar interessante Kristalle wären auch schon schön.
Es zeigte sich schnell, dass ein blanker OT auf dem Kühltisch im Nu mit einem dichten Rasen aus kleinen Kristallen besetzt war. Nichts zum Fotografieren. Ich habe dann versucht, das Ganze ein wenig zu steuern, indem ich der Luftfeuchtigkeit alles Mögliche zur Eisbildung angeboten habe, von Münzen über Unterlegscheiben bis zur Stahlwolle. Naja, wurde schon besser. Das sah dann so aus:
Humidity-Test 709.1-1.jpg
Bei weiteren Versuchen zeigte sich, dass ich irgendwie die Luftfeuchtigkeit verringern musste. Im Raum hatte ich eine relative Luftfeuchte von etwa 45 % gemessen. Das war zu viel.
Ich habe dann den OT gegen ein Dia-Glas ausgetauscht und eine Kunststoffhülse über das Objektiv geschoben. Das hat die Luftzufuhr von außen stark eingeschränkt, sodass das Kristallwachstum schon nach einigen Minuten weitgehend zum Erliegen kam. Ich hoffe, dass die Objektive das klaglos mitmachen.
Kühltisch_27.jpg
Über die Spannungsversorgung des Peltierelements und die Zeit hatte ich jetzt Möglichkeiten, Einfluss auf die Kristallbildung zu nehmen. Nun musste noch etwas gefunden werden, um die Kristallbildung selbst zu steuern. Im Grunde geht es darum, ,,Keime" für weiteres Wachstum zu legen.
Ich habe für mich dann eine einfache, aber gut funktionierende Methode gefunden. Ein paar Striche oder Punkte mit dem Edding o.ä. auf dem Dia-Glas reichen aus. Die Kristalle wachsen jetzt fast ausschließlich an den Rändern der Striche oder im Bereich der Punkte. Begrenzt man das Wachstum durch Reduzierung der Luftfeuchtigkeit, hat man eine Reihe kleiner Kristalle, die man dann bei wohldosierter Zufuhr von feuchter Luft prächtig wachsen lassen kann.
Kühltisch_28.jpg
Humidity-Test 709.5-1.jpg
Humidity-Test 709.5-5.jpg
Soweit der Überblick. Aber es sei gesagt, man sollte für dieses Thema schon einige Geduld mitbringen. Insgesamt ist das alles schon recht tricky.
Aber wenn man Glück hat, wachsen dabei sogar Schneekristalle:
Humidity-Test 709.5-2.jpg
Humidity-Test 709.5-3.jpg
Humidity-Test 709.5-4.jpg
Okay, das geht noch besser. Schaun wir mal ...
Beste Grüße
Michael
Noch ein paar Bilder aus Versuchen:
Humidity-Test 709.3-2.jpg
Humidity-Test 709.5-7.jpg
Humidity-Test 709.5-6.jpg
Humidity-Test 709.3-1-1.jpg
Grüße
Michael
Lieber Michael, ich bin völlig begeistert! Du machst Deinen eigenen Schnee.
Herzliche Grüße,
Olaf
Hallo Michael,
danke für Dein geduldiges Ausprobieren und dass Du uns teilhaben lässt.
Die Idee mit dem Kunststoff-Tubus finde ich gut. Dort sollte sich dann ebenfalls größere Kälte einstellen, da ja die umgebene Luft weniger stark fließen kann und entsprechend auch weniger Wärme zugeführt wird, wie bei der Feuchtigkeit. Andererseits wird die Schicht der Kaltluft höher, kommt näher an die Linse.
Die Spannungen im Objektiv würde ich daher im Auge behalten, Kälte ist da sicher nicht ideal. Vor allem bei größeren Vergrößerungen und entspr. geringen Arbeitsabständen ....
Die Schneeflocken sehen vielversprechend aus. Wie schnell wächst denn so ein Kristall / Schneeflocke?
LG Frank
Hallo,
lieber Olaf, danke, aber ein Schneekristall macht noch keine Flocke und bis zum Schneemann brauche ich noch etwas. :)
Es ist viel Zufall im Spiel.
Frank, das mit den geringen Arbeitsabständen ist tatsächlich ein Problem. Nicht nur für die Objektive, auch was die Schneekristalle betrifft. Ich habe z.B. vom 10er auf das 20er gewechselt, ein paar Sekunden nach dem Fokussieren war die ganze Winterlandschaft weggetaut.
Ich habe nun das 20er im oberen Teil der Hülse über 20 Minuten abkühlen lassen. Das geht dann schon, aber Stacken dauert trotzdem zu lange. Ich werde mal versuchen, zügig Videos aufzunehmen und dann die Einzelbilder stacken. Geht dann natürlich nur mit JPG.
Zu deiner Frage, wie schnell so ein Schneekristall wächst, die Zeit zwischen dem ersten und dritten Bild beträgt 4:08 min.
img_021_1.jpgimg_022_1.jpgimg_023_1.jpg
Herzliche Grüße
Michael
Hallo Michael,
danke für die Rückmeldung.
Über 4 Minuten, eigentlich hätte ich gedacht das das schneller geht, bei der Kälte.
Bei den natürlichen Kristallen sind immer alle sehr symmetrisch, wachsen in alle Richtungen gleichmäßig. Da muss wohl auch die Luftzufuhr "symmetrisch" = frei von allen Seiten zugänglich sein sein.
Ich denke dass man besser mit Objektiven mit großem Arbeitsabstand arbeiten sollte, wenn möglich. Kommt dann auf die ToDo Liste bei mir, entweder mit Stemi, oder mit Mitutoyo´s.
Ich bin ja bisher mit meiner Idee es mit -20°C Kühlpacks zu versuchen gescheitert. Obwohl das Unterlegen eines Furnieres hat zumindest das untere Umfeld trocken gehalten, dafür war es dann verzogen. Aber die Kälte reichte bisher nicht aus, trotz Vorkühlen im Gefrierschrank.
Die Kristalle bilden sich um Keime, hattest Du ja schon festgestellt. Gibt es da ggf. Materialien die gut geeignet sind? Hoch in der Luft bildet glaube ich Staub den Keim um den sich der Kristall bildet. Da gibt es bestimmt beim Profi Libbrecht Infos zu.
Es bleibt ein schönes Projekt, mal sehen wie weit man ohne Großinvestition kommen kann.
LG Frank
Hallo Frank,
so kalt ist das bei den Schneekristallen gar nicht. Ich hatte zwar mal – 26 °C angegeben, aber das ist das maximale, was ich im Moment mit diesem Aufbau erreichen kann. Dabei läuft das Peltierelemt mit 12V und 4,8 A. Das nutze ich aber nur am Anfang für ca. 15 min, um erst mal alles abzukühlen. Dann drehe ich die Spannung runter auf 8-10 V. Da geht dann die Kristallbildung langsamer, aber ,,kontrolliert", soweit man das überhaupt sagen kann. 8V ist auch die Spannung, bei der sich dann, nach einiger Zeit nicht mehr viel verändert, also gut zum Fotografieren.
Was die Arbeitsabstände anbetrifft, habe ich beim 5er 14 mm und beim 10er 7mm. Die 1,1 mm beim 20er sind schon arg wenig für diese Zwecke.
Zu Keimen hat Prof. Libbrecht auch was gesagt. Ich glaube, er erzeugt die mit einer Schippe Trockeneis, das er in die Tiefkühltruhe kippt. Dann wirbeln die Keime nur so rum. Na ja, oder so ähnlich.
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
in dem Video und auch in den Unterlagen vom Prof. werden die Kristalle scheinbar durch Strom an einer Lanze zum Wachstum angeregt. Da kann er dann natürlich gut drauf fokussieren, weil er genau die Stelle der Entstehung kennt.
Der Arbeitsabstand des 10x ist recht groß, das sollte reichen um das Objektiv nicht in Gefahr zu bringen. Das 20x wäre mir da zu nahe am Geschehen.
Ich meine mit dem Stemi sollte da noch was gehen. Die Kristalle sind ja nicht so klein, das man die nicht auch damit ablichten könnte. Da ist mehr Platz für die Vorrichtungen. Oder eben Mitutoyos, oder beides.
Mal schauen, ob ich mir auch eine Wasserkühlung zulege, dann kann ich besser experimentieren. Du hast da ja schon schöne Vorarbeit geleistet.
LG Frank
Hallo Frank,
Prof. Libbrecht hat ja in ,,An Experimental Apparatus for Observing Deterministic Structure Formation in Plate-on-Pedestal Ice Crystal Growth" (https://arxiv.org/pdf/1503.01019.pdf) sehr gut seine Ausrüstung beschrieben und sehr detailliert erläutert, was er mit den einzelnen Gerätschaften/Komponenten macht.
Das zeigt natürlich auch die Grenzen von solchen Low Cost Ansätzen auf, mit denen wir uns hier beschäftigen. Trotzdem ist es für mich immer wieder eine besondere Herausforderung, auch mit einfachen Lösungen interessante Ergebnisse zu erzielen.
Was sich aber zeigt, ist, dass man für ,,ordentliche" Schneekristalle entsprechende Keime (sechseckige Platten) braucht, ohne eine Impfkristall-Wachstumskammer zur Verfügung zu haben. Da habe ich noch keine Idee, wie man das machen könnte. Es genügt auch nicht, die sechseckigen Platten zu erzeugen, man muss diese ja auch noch unversehrt unter das Objektiv bekommen.
Ich habe aber festgestellt, dass sich auch ohne den großen Aufwand interessante Eiskristalle bilden, wenn man mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielt. Schöne Schneekristalle, wie ich sie schon gezeigt habe, bilden sich dabei aber nur selten. Was ich häufig sehe, sind ,,halbe" Schneekristalle, Schneekristalle für Arme sozusagen. ;)
Beste Grüße
Michael
Übrigens, falls jemand keine Lust hat, das 16-seitige PDF in Englisch zu lesen, der Google Übersetzer (https://translate.google.com/?hl=de&sl=de&tl=en&op=docs) macht in weniger als 20 Sekunden ein fast perfektes Dokument in Deutsch daraus, incl. der Zeichnungen.
Ein paar Schnappschüsse:
Humidity-Test 709.7-2.jpg
Humidity-Test 709.3-3.jpg
Hallo Michael,
im Video vom Prof. zeigt er auch, dass sich 2 parallel bildende Kristalle sich gegenseitig die "Nahrung" wegnehmen und verstümmeln.
Ich könnte mir vorstellen, das das bei den Kristallen "für Arme", welche ich übrigens schon für sehr ansehnlich halte, auch zutrifft. Also der Feuchtezufluss müsste "irgendwie" geregelter sein. Hatten wir ja schon mal angesprochen und Deine Versuche waren ja auch schon besser geworden dank des Tubus.
Deine Ansätze mit einfachen Mitteln auch ansehnliche Ergebnisse zu erreichen finde ich auch erstrebenswert.
Vielleicht machen ja noch andere mit und Frank Fox holt seine Vorrichtung nochmals raus.
LG Frank
Hallo Michael,
dumme Frage des interessierten, aber zeitlich limitierten Mitlesers: Peltier-Elemente gibt es doch auch in ringförmiger Bauweise, siehe beispielsweise hier: https://lairdthermal.com/de/products/thermoelectric-cooler-modules
Ich denke da also an Durchlicht, Deckglas und Kristallisation aus der flüssigen Phase.
Eine/keine Option?
Viele Grüße,
Heiko
Hallo zusammen,
@Frank - Luftfeuchtigkeit und Temperatur in diesem kleinen Raum kontrollieren zu wollen, halte ich für kaum machbar. Selbst die Temperatur, die ich auf der Oberfläche des OT gemessen habe, ist ein paar Zehntel Millimeter darüber schon wieder ganz anders. Und dann die Luftfeuchtigkeit ...
Aber dass die Kristalle sich aus der Umgebung an der Feuchtigkeit bedienen, stimmt. Daher auch der Titel meines Beitrags: Sternentstehung. :)
Die Vorgänge erinnern an das Entstehen junger Sterne, die alles aufsaugen, was sich um sie herum in der Akkretionsscheibe befindet.
Humidity-Test 709.3-4.jpg
Durch meine Kunststoffröhre über dem Objektiv schaffe ich es, dass das Kristallwachstum nach einiger Zeit zum Erliegen kommt, also die verfügbare Luftfeuchtigkeit wohl aufgebraucht ist. Das sieht man auch daran, dass auf dem OT keine Kondenswassertröpfchen mehr zu sehen sind. Das funktioniert, obwohl am oberen Rand der Röhre immer noch ein ca. 1 mm breiter Luftspalt ist.
Kippe ich die Kunststoffröhre unten kurz an, beginnt das Kristallwachstum erneut. Kann man wiederholen, bis die Kristalle groß genug sind.
Ich habe auch schon mal über den Einsatz von Molekularsieben nachgedacht, aber das macht die Sache ja noch komplizierter.
@Heiko – ja, ich hatte mir die Peltierelemente mit einem Loch in der Mitte angeschaut, aber nicht das Richtige gefunden. Zum einen von der Größe her, dann sind die meisten ,,Non-Sealed", was auch ungünstig ist. Auch der Preis liegt deutlich über dem der üblichen quadratischen Peltiers.
Da ich bei meinem Kühltisch von vornherein Durchlicht vorsehen wollte, habe ich mir dann diese Lösung überlegt. Damit kann ich sowohl Durchlicht als auch Auflicht machen, ich brauche den Kühlkblock nur hin und her schieben:
Kühltisch_29.jpg
Hier ein Bild vom gerade gefrierenden Wasser unter einem Deckglas.
DL-Test 708.1-1.jpg
Im Moment bin ich noch bei Wassereiskristallen im Auflicht. Das sind aber alles noch Experimente. Mit Durchlicht habe ich nur ein paar Versuche gemacht, um zu sehen, ob das mit der Kupferplatte funktioniert.
Viele Grüße
Michael
Lieber Michael,
dieser synthetische Schneekristall ist eine wahre Pracht! Herzlichen Dank für den Genuss,
Olaf
Lieber Olaf,
danke! Mal sehen, was der Eismann noch so bringt.
Viele Grüße
Michael
Es müssen ja nicht immer Schneekristalle sein.
Auf dem Bild ist zum einen der Bereich zu sehen, den ich mit dem Edding/Lumocolor geschwärzt habe. Dort habe ich die beiden folgenden Kristallbilder aufgenommen.
Kühltisch_30.jpg
Eiskristalle 7.1 AL-DF BB = 0,8 mm.jpg
Eiskristalle 7.2 AL-DF BB = 0,7 mm.jpg
Neben diesem schwarzen Bereich ist alles vereist, unter dem Mikroskop ist das als ein "Wildwuchs" von kleinen Kristallen zu erkennen. Das sieht man gut im 3D-Bild (Bildbreite 0,85 mm, mit Picolay erstellt). Mit dabei, wie es sich für Wasser gehört, viele Sechsecke.
Eiskristalle 8 AL-DF recy BB = 0,85 mm.jpg
Was sich bei allen Bildern zeigt, so ganz trivial ist das Fotografieren dieser Kristalle nicht...
Viele Grüße
Michael
Auch ich bin als Laie begeistert von den tollen Bildern!
Gratulatino! Super auch das dreidimensionale Bild mit der rot-grün-Brille zu sehen.
Gruß Peter Wff
Hallo Peter,
danke, freut mich, dass dir das 3D-Bild gefällt. Ich habe noch ein paar gemacht, aber wie es wirkt, hängt schon sehr vom konkreten Motiv ab. Ist alles Wassereis, hergestellt aus Luftfeuchtigkeit. :) Bildbreite 0,7 mm bis 1,7 mm.
Viele Grüße
Michael
Eiskristalle 9.1 AL-DF recy BB = 0,7 mm.jpg
Eiskristalle 9.2 AL-DF recy BB = 1,7 mm.jpg
Eiskristalle 9.4 AL-DF recy BB = 0,9 mm.odt.jpg
Hallo
man kann auch die Entstehung bzw. fertige Eiskristalle direkt von den Eispacks bzw. Kältepacks ansehen.
Ich habe gestern mal so ein auf -20°C tiefgekühltes Kältepack auf ein Stück Styropor gelegt und konnte dann für über 20 Minuten Kristalle ansehen.
Allerdings bekommt man die richtige Stelle unter dem Mikroskop kaum mit, wo es denn tatsächlich, gemäß des Thread-Themas "Sternentstehung", voran geht.
Die Bilder sind durch die andere Lichtführung nicht so kontrastreich und schön wie die von Michael. Aber es wimmelte nur so von Kristallen.
Aufgenommen mit Koaxiallicht bei 30° schräg gestelltem Mikroskop, praktisch alle Bilder gestackt. Aufgrund der geringen Kontraste musste ich "etwas" Hand anlegen.
Die Formen waren hier von typischen Kristallen, Nadelstichen über Tubus bis zur ungewöhnliche "Freiform" alles dabei.
LG Frank
Bild 1
Kältepack 1200Px 20240309_224859 bearbeitet.jpg
Bild 2
Kältepack 1200Px 20240309_221618 bearbeitet.jpg
Bild 3
Kältepack 1200Px Ausschnitt 20240309_222220 bearbeitet.jpg
Bild 4
Kältepack 1200Px 20240309_222348 bearbeitet.jpg
Bild 5
Kältepack 1200Px 20240309_225422 bearbeitet.jpg
Bild 6
Kältepack 1200Px 20240309_230112 bearbeitet.jpg
Bild 7
Kältepack 1200Px 20240309_230342 bearbeitet.jpg
Hallo Frank,
sehr schön! Man braucht also nicht unbedingt einen Kühltisch, um sich mit Eiskristallen zu beschäftigen. Es ist schon faszinierend, die Vielfalt an Formen zu sehen, die so aus dem "Nichts" entstehen.
Irgendwie kommt man vom Thema gar nicht wieder los. Dabei will ich ja noch frostige Durchlicht-Aufnahmen machen...
Ich nutze beim Orthoplan vor allem Auflicht-Dunkelfeld. Alle Eiskristalle habe ich so fotografiert. Deine Lichtführung hat mich auf die Idee gebracht, es mal so zu versuchen, wie ich früher beleuchtet habe, als ich noch kein Orthoplan hatte. Das folgende Bild ist entstanden, indem ich die Kristalle von der Seite angeblitzt habe. Da der Arbeitsabstand beim 20er eher klein ist, habe ich von Hand schräg von oben auf den OT geblitzt, so dass auch ein Teil des Lichts durch Reflektion im OT zum Eis gekommen ist. Vermute ich jedenfalls.
Das Bild ist nur eine "Machbarkeitsstudie", um zu sehen, ob das geht. Es geht.
img_013-Blitz.jpg
Dann habe ich noch ein 3D-Bild von Picolay berechnen lassen.
Eiskristalle 10 AL-DF BB recy = 0,8 mm.jpg
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
sehr schön Dein 3D Bild, sehr plastisch, gefällt mir gut.
Das geblitzdingste Bild ist etwas unscharf, aber beim 20x ist die Schärfentiefe natürlich auch zu gering ein vollständig scharfes Bild hinzubekommen. Aber eben machbar!
Ich habe noch irgendwo was vom Liberkühn-Spiegel in Erinnerung, dann könnte man auch von unten blitzen, richtig?
Die Form folgt ja ansatzweise den vorherrschenden Temperaturen am Set, zumindest lt. dem Nakaya-Diagramm.
Im Prinzip sollte man dann, wenn es wärmer wird (Strom verringern, warten) "einfach" automatisch auf feine Eiskristalle (Dendrites) kommen können.
Suchst Du dann immer die gesamte Objektträgerkante ab, ob sich was neues bildet?
Eiskalte Grüße
Frank
Anlage Nakaya-Diagramm
Nakaya-diagram-1024x781.jpg
Hallo Frank,
ja, das geblitzte Bild ist nicht gut. Es war nur ein Schnappschuss und nicht gestapelt. Das war nur der Versuch, zu sehen, ob man auch ohne Auflicht-Dunkelfeld-Möglichkeiten des Mikroskops diese Eiskristalle vor schwarzem Hintergrund fotografieren kann. Das 3D-Bild habe ich auch mit dem 20x aufgenommen.
Prinzipiell könnte man sicher mit einem Lieberkühn-Spiegel (https://www.google.de/books/edition/Th_Handbuch_der_allgemeinen_Mikroskopie/X7g9AAAAIAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=lieberk%C3%BChn+spiegel+mikroskopie&pg=PA60&printsec=frontcover) arbeiten. Keine schlechte Idee. Dann könntest du von unten blitzen. Du musst nur deine Eiskristalle kalt halten.
Ich habe vor einiger Zeit mit diesem Prinzip bei Makro-Aufnahmen Versuche (https://www.focusstackingforum.de/t3022f22-Lieberkuehn-Reflektor.html) angestellt. Das ging ganz gut, war aber alles eine Nummer größer.
Reflektor-01.jpg
Das Nakaya-Diagramm ist eine gute Orientierung. Da ich aber mit meinem Aufbau Temperatur und Luftfeuchtigkeit an der Stelle, wo sich die Schneekristalle bilden sollen, nur grob beeinflussen kann, spielt der Zufall eben eine große Rolle. Also Trial-and-Error. Ich werde aber noch weiter mit dem Aufbau experimentieren, denn davon werden die Ergebnisse auch bestimmt.
Trotzdem wird man mit dieser ,,Billiglösung" wohl kaum reproduzierbar ,,Dendrites" oder ,,Stellar Plates", wie in Nakayas Diagramm gezeichnet, produzieren können.
So wie mein Aufbau jetzt ist, habe ich nicht mehr die Objektträger-Kanten im Fokus, sondern die Kanten und Flächen meiner Filzstift-Striche. Dazu hatte ich ja oben schon etwas geschrieben. Das ist die bisher ergiebigste Art, die ich gefunden habe, um verschiedene Kristalle wachsen zu lassen. Dieser Methode könnte man noch variieren.
Aber eigentlich müsste man es nur so machen, wie Prof. Libbrecht. Der hat ja alles detailliert erläutert. :)
Was ich übrigens bei deinen Bildern echt gut finde, ist der räumliche Eindruck.
Viele Grüße
Michael
Ich habe mein Smartphone ans Mikroskop geschraubt und versucht, die Eiskristalle beim Wachsen zu filmen. Das Ergebnis ist nicht berauschend, aber man kann vielleicht erahnen, was da in der Kälte so abgeht. Hauptproblem ist, dass man immer unscharfe Bereiche hat. Bei den 3D-Bildern konnte man ja sehen, dass die Kristalle nicht nur in der Breite, sondern auch in der Höhe wachsen. Schlecht für die Schärfentiefe. Aber ständig nachfokussieren wollte ich auch nicht. Problematisch ist bei Kristallen auch immer die Belichtung.
Wer sich das Video trotzdem ansehen mag, findet es hier: @Mikrokristalle (https://youtu.be/9cTMkz8B6bk)
Kühltisch_01-1.jpg
Die Kristalle, die sich hier bilden, entstehen nur durch die Luftfeuchtigkeit. Ein leichtes Anhauchen zeigt, wie das Wachstum schlagartig zunimmt.
Das Kreuz auf dem OT ist durch die schon mehrfach erwähnten Marker-Striche entstanden.
Die Originalaufnahmezeit beträgt insgesamt etwa 1 Stunde.
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
ich finde Dein Video doch recht informativ, man kann ja schön sehen, wenn Du angehaucht hast, denke ich zumindest (ist dann statt schwarz kurz braun und schnell wieder weg, aufgemampft von den Kristallen ;D ).
Du hast es ja schon mehrfach geschrieben, dass durch schwarze Striche das Wachstum aufhört, bzw. später = kontrollierter, anfängt. Aber warum ist das so?
Dunklere Bereiche sind wohl wärmer, d.h. dass dort das Kristallwachstum bei höheren Temperaturen statt findet und die Kristalle mehr der gewünschten feineren Strukturen entsprechen. Ist das so richtig interpretiert?
Wenn Du nun auf einen Teil des schwarzen Kreuzes, sagen wir mal unten rechts, den Fokus legst und dann mit ganz feiner Pipette auf das Glas Luft zuführst, sollten doch die feinen Kristalle dort entstehen können. Ich dachte da an diese sehr dünnen Klebstoff-Spitzen, wenn man die an eine 5-10 ml Pipette anklemmt, kannst Du feuchte Umgebungsluft da recht zielgenau hinbringen, von oben in Deinen Kunststofftubus. Ggf. kann man die Spitze ans Objektiv mit Tesa ankleben.
Dann einfach mal ein Video machen und öfters Durchfokussieren. Die passenden Einzelbilder kann man ja einfach heraussuchen und dann stacken.
Eine Idee zu den Impfkristallen --> könnten Salzkörner o.ä. da helfen?
LG Frank
PS: meine Anschaffung von einer Wasserkühlung habe ich erst einmal auf EIS gelegt.
Klebstoffspitze mit Pipette.jpg
Hallo Frank,
ja, die Flächen, die kurz bräunlich werden, sind die Bereiche, die beim Anhauchen beschlagen. Das Braun kommt von der Kupferplatte, auf der der Objektträger liegt. Da reflektiert beim Dunkelfeld schon mal was rein.
Warum sich diese schwarzen Striche so "kooperativ" verhalten, kann ich nicht sagen. Wärme spielt wohl keine große Rolle, denn bei anderen schwarzen Stiften ist der Effekt nicht so ausgeprägt. Außerdem, nach dem Abtauen und vorsichtigem Abtrocknen, lässt die Wirkung nach. Ich vermute eher etwas in Richtung Oberflächenspannung oder Hydrophobie. Da kenne ich mich aber zu wenig aus.
Ich habe das mit dem Stift ausprobiert, da ich ja einige Erfahrung mit Mikrokristallen habe. Speziell bei Sublimationsversuchen braucht man oft irgend etwas, wo die Kristalle gern resublimieren. Das geht los bei Glaskanten (Deckglassplitter) bis zu Stahlwolle. Auch Eierschale habe ich schon verwendet. Manchmal ist auch ein Marker-Strich hilfreich um Einfluss zu nehmen. Das hängt natürlich auch von den Rahmenbedingungen ab, ein weites Feld.
Bei den Eiskristallen habe ich schon mit allen einschlägigen ,,Keimen" experimentiert. Auch mit Salz. Spektakuläre Ergebnisse habe ich nicht gesehen. Vielleicht sollte ich mal Silberiodid testen? Die Idee mit der Pipette ist nicht schlecht, muss ich mal versuchen.
Schade, dass du dein Projekt auf EIS legen willst.
Hier ist noch ein aktuelles Bild:
Eiskristalle 11 AL-DF BB = 0,56 mm.jpg
Viele Grüße
Michael
Zitat von: witweb in März 15, 2024, 19:06:55 NACHMITTAGSSchade, dass du dein Projekt auf EIS legen willst.
Hallo Michael,
EIS kann ja schmelzen! Spannend ist es allemal. Schade dass Frank Fox da nicht nochmal etwas zu beiträgt.
Das Bild finde ich gut, kommt ja schon recht symmetrisch rüber, was bedeutet, dass Feuchtigkeit allseitig ähnlich stark zugeführt wurde. Ist das über dem schwarzen Punkt entstanden, oder war der Keim zufällig mal mittendrin?
Wenn nicht irgendwie der Farbton schwarz die Hautrolle spielt, dann wäre ja vielleicht etwas Öl, oder besser Fett als Kreuz oder Punkt auszuprobieren. Also ohne schwarzen Strich drunter.
Das Thema Keim ist und bleibt spannend. Ich befürchte dass es für unterschiedliche Temperaturebereiche auch mehr oder weniger gut geeignete Keime gibt.
LG Frank
Hallo,
ohne Striche geht es auch, wenn alles gleichmäßig mit kleinen Kristallen bedeckt ist, kurz antauen lassen. Dann bleiben größere Tropfen auf dem OT, die dann wieder die Basis für neue, größere Kristalle bilden. Meistens. Das ist dann wie Bleigießen. :)
Der Kristall vom letzten Beitrag ist irgendwo außerhalb der Markierungen entstanden.
Ich werde mal langsam mit Auflicht, Dunkelfeld und den Eiskristallen zum Schluss kommen. Man kann natürlich immer noch etwas ausprobieren. Ich denke aber, spektakulär Neues werde ich wohl mit diesem einfachen Aufbau nicht mehr entdecken. Jetzt werde ich die Möglichkeiten, die der Kühltisch bietet, mit Durchlicht ausloten.
Hier sind noch ein paar Bilder. Die Freunde des schwarzen Hintergrundes mögen mir verzeihen, dass ich auch ein wenig Rot ins Spiel gebracht habe. ;)
Einen Teil der Bilder habe ich als Video aufgenommen (1920x1080, Full HD), danach mit Helicon Focus gestackt und beschnitten. Das ist nicht perfekt für die Qualität, aber ich denke, es geht gerade noch.
Viel Freude beim Anschauen!
Michael
Eiskristalle 12.6 AL-DF BB = 0,4 mm.jpg
Eiskristalle 12.7 AL-DF BB = 0,47 mm.jpg
Eiskristalle 12.1 AL-DF BB = 0,7 mm.jpg
Eiskristalle 12.2 AL-DF BB = 0,43 mm.jpg
Eiskristalle 12.3 AL-DF BB = 0,55 mm.jpg
Eiskristalle 12.4 AL-DF BB = 0,45 mm.jpg
Moinsen Eisheilige,
etwas neues aus der Eisküche.
Ohne aktive Kühlung kann man ja dennoch ein paar Kristalle erzeugen.
In den Vorversuchen zeigte sich, dass mit Kühlakkus und Kältepads schon etwas geht. Allerdings waren die wenig scharfen Kanten übersät mit Kristallen, zum Fotografieren nicht besonders geeignet.
Daraus abgeleitet wurden Versuche durchgeführt:
- mit einer eingefrorenen schwarzen Metallspitze (Insect Pins, Größe 000)
- mit einem eingefrorenem Kupfer-Erdungskabel
Vorbereitung:
- Mikroskop soweit wie möglich vorjustiert (Objektivhöhe, Objekttisch mittig justiert).
- Auf den Objekttisch ein Stück Furnier und darauf Papiertuch aufgelegt (Schutz vor Feuchtigkeit im Mikroskop).
- 2 Schwanenhals-LED Leuchten vorjustiert
Die Metallspitze funktionierte nicht, bereits auf dem Weg vom Gefrierschrank zum Mikroskop waren alle Kristalle wieder geschmolzen.
Das Kupferkabel habe ich dann mit etwas größerem Wasservorrat eingefroren. Es wurde eine großer Pipettenkopf (3 ml Pipette) abgeschnitten und darin das Ende des Erdungskabels eingefroren, es guckte nur ein ca. 3 mm langes Stuck der Kupferlitze heraus.
Abschließend kann man feststellen, es muss seeeehr schnell gehen. Die Kristalle, welche sich bereits auf dem Transport zum Mikroskop bilden sind nach ungefähr 30 s fast nicht mehr erkennbar. Also sind sehr feine Strukturen kaum abbildbar.
Nachdem ich eigentlich Bilder stacken wollte, gab es nur noch kurz die Möglichkeit ein Video herzustellen mit Bewegung der Z-Achse. Daraus habe ich dann die mit Helicon Focus ein Bild erzeugen können.
Aus dieser Erfahrung heraus habe ich nun Eisspray bestellt, sodass man etwas mehr Zeit für die Bilder hat.
Soweit erst einmal das Update.
LG Frank
"Vorrichtung" im Gefrierschrank, das 4,5 mm breite Erdungskabel wurde in den Kopf einer 3 ml Pipette eingelassen. Nur ein kleiner Teil schaute heraus.
Vorrichtung Kupfer-Erdung.jpg
Erstes Bild unter dem Mikroskop, man sieht schon die zahlreichen Kristalle. Der Pipettenkopf wurde flach auf den Objekttisch gelegt.
Übersicht bearbeitet 20240317_093819.jpg
Stack aus Video - die Kanten an den Kristallen sind wohl schon etwas abgetaut
Eiskristalle aus Video gestackt groß2 SW bearbeitet.jpg
Hallo Michael,
die Bilder sind mal richtig schön. Rot geht auch. ;D
LG Frank
Hallo,
bei weiterem Versuch habe ich festgestellt, dass auch scharf mit Kristallen geschossen wird.
Vermutlich werden durch Neubildung ältere Kristalle wegkatapultiert.
LG Frank
Bild ist ein Snapshot aus dem Video
Kristallgeschosse.jpg
Hallo Frank,
du machst ja tolle Versuche!
Ich staune, dass du überhaupt Bilder machen konntest. Aber dein Vorgehen ist sehr interessant.
Ich kann mir aber nicht recht vorstellen, wie das mit dem Eisspray gehen soll.
Was das Stacken mit Video und Helicon betrifft, ich habe das jetzt aus dem gleichen Grund auch gemacht. Schon das Annähern des vorgekühlten 20er-Objektivs zum Fokussieren führt nach wenigen Minuten zu ersten Schmelzeffekten. Ein 10-s-Video ist da noch gut möglich, aber einen Stack mit 50-100 Aufnahmen nicht mehr. Vielleicht mache ich das jetzt öfter so.
Zu den wegfliegenden Kristallen, ich habe das auch gesehen. Ich hatte allerdings vermutet, dass sich bei der ,,Zugabe" von feuchter Luft in der Nähe der kalten Oberfläche kleine Kristalle bilden, die sich dann absetzten. Aber du kannst mit dem Blick von der Seite her das besser beurteilen, als ich mit meiner Draufsicht. Geht halt alles sehr schnell, sieht aus wie ein Sternschnuppen-Schauer.
Willst du nicht doch mal einen Kühltisch bauen?
Viele Grüße
Michael
Zitat von: witweb in März 17, 2024, 17:30:19 NACHMITTAGSIch kann mir aber nicht recht vorstellen, wie das mit dem Eisspray gehen soll.
Hallo Michael,
nach ca. 30s ggf. auch 40s ist der "Spaß" vorbei, also werde ich die geschmolzenen Tropfen mit Tuch abwischen und sofort wieder herunterkühlen (womöglich noch tiefer herunter, Spray hat ja -50°C), ab unters Mikro und gucken. Ohne erneutes Laufen in den Keller und so weiter. So der Plan.
Zitat von: witweb in März 17, 2024, 17:30:19 NACHMITTAGSEin 10-s-Video ist da noch gut möglich, aber einen Stack mit 50-100 Aufnahmen nicht mehr
Mein Keyence kann einen kurzen Stack (geringe Vergrößerung der Schärfentiefe, geschätzt 30-40 Bilder) in ca. 4s anzeigen. Bei
größeren Stacktiefen benötigt man dann ca. 15s bis 45s. Es gibt 3 Stufen, die ich voreinstellen kann. Aber beim Video habe ich ja noch mehr Möglichkeiten später etwas an den Einzelbildern zu optimieren, die Auflösung ist dann auch gleich.
Zitat von: witweb in März 17, 2024, 17:30:19 NACHMITTAGSAber du kannst mit dem Blick von der Seite her das besser beurteilen, als ich mit meiner Draufsicht. Geht halt alles sehr schnell, sieht aus wie ein Sternschnuppen-Schauer.
Hier hatte ich ja auch senkrecht von oben gefilmt, das Kupfer hat flach gelegen.
Die Kristalle fliegen schneller bzw. wesentlich mehr, wenn das Objekt noch richtig kalt ist. Mit zunehmender Erwärmung nimmt das alles wieder ab.
Von meinem beschriebenem Vorgehen hatte ich mir eigentlich mehr versprochen, sprich länger Eiskristalle ansehen können.
Außerdem möchten wir ja noch feinere Strukturen sehen, idealerweise so wie der Herr Professor die zeigt. 8)
Das mit dem Kühltisch ... ich schiebe das noch vor mir her, nicht wirklich wegen der Investition, sondern wegen des Platzes.
Vielleicht reicht ja das Kühlspray ....
Grüße aus Minden
Frank
Hallo Frank,
jetzt verstehe ich das mit dem Eisspray. Ich dachte zunächst, du willst während des Beobachtens sprayen.
Da hast du natürlich gute Möglichkeiten mit dem Keyence. Da bin ich schon ein bisschen neidisch.
Ich habe die Aufnahmen mit der EOS 750D gemacht. Bei den Videos von ca. 10 s Länge extrahiert Helicon Focus die 250 JPG-Bilder in etwa 5 Sekunden. Da die Bilder nur im 1920x1020 Format vorliegen, geht auch das Rendering ziemlich schnell, bei den 250 Bildern dauert das auf meinem Rechner etwa 4 Sekunden.
Im Zusammenhang mit den Videos gibt es aber oft ein paar Dinge, die man beim Video gar nicht oder nur umständlich bearbeiten kann, die aber auch beim gerenderten Bild Probleme bereiten können. Was aber viele nicht wissen, man kann nach dem Rendern alle Einzelbilder zusammen als Projektdatei speichern. Lädt man diese Bilder dann in Adobe Camera RAW oder ein vergleichbares Programm, kann man alle Einstellungen vornehmen, die einem sinnvoll erscheinen. Ich denke da z.B. an Rauschreduzierung oder Reduzierung von Spitzlichtern. Nach dem Bearbeiten kann man die Bilder dann wieder in Helicon Focus laden und nochmal rendern.
Zum Kühltisch. Eigentlich benötigt der Aufbau nicht viel Platz. Den Kühltisch kann man von Pumpe und Wasserkühler gut trennen. Lediglich die beiden Schläuche müsste man unterbringen, wobei die auch länger sein könnten. Da die Schläuche etwa Raumtemperatur haben, auch kein Problem. Die regelbaren Labornetzgeräte können auch irgendwo stehen.
Bleibt noch die Teetasse, denn man muss beim Schnee machen schon öfters mal abwarten. ;)
Das ist alles, was man braucht:
Kühltisch_31.jpg
Labornetzgeräte.jpg
Viele Grüße
Michael
Zitat von: witweb in März 18, 2024, 15:27:44 NACHMITTAGS.... zusammen als Projektdatei speichern
Hallo Michael,
genau, das habe ich bei den Videos auch gemacht.
Die Einzelbilder habe ich dann mit XnView in einem Rutsch beschnitten, da nur ein Teil des Videos interessant war.
Die Nachbearbeitung des ersten Bildes habe ich dann als "Rezept" in ACDSee abgespeichert und auf die nachfolgenden genau gleich angewandt. Ist aber
nicht in einem Rutsch gemacht, da muss trotzdem jedes Einzelbild aufgerufen werden. Zumindest habe ich das nicht gefunden.
Mit XnView würde es komplett in einem Durchgang funktionieren, aber die Bild-Nachbearbeitung ist da nicht so doll.
Zuletzt dann mal mit Picolay gestackt, da geht doch noch etwas mehr, als mit Helicon. Wobei, man müsste mal eine Session mit Heribert Cypionka machen, der holt da bestimmt noch mehr raus! Das Spielen mit der Tiefenkarte hat schon was, aber man kann ja schnell mal etwas versuchen. Wobei Helicon deutlich zügiger arbeitet.
Gestern habe ich ein anderes Video (Moor-Viecher) mit Sub-Stacks versucht, aber da bin ich noch nicht viel weiter gekommen.
Zum Thema Platz: ich habe ja noch den Keller, so 42m². Aber wer möchte sich schon nur im Keller aufhalten. Mal sehen, im Hochsommer vielleicht.
Ich neige etwas :-[ zum Chaos, deshalb ist mein Platz im Arbeitszimmer eigentlich meist stark begrenzt.
Würden die Eiskristalle so feinstrukturiert herauskommen, hätte ich wohl schon den Platz geschaffen 8) .
Wenn Du den Stein des Waisen gefunden hast .... (Entschuldigung, ist gemein alles auf Deine Schultern zu laden)
Das Eisspray soll morgen kommen, dann werde ich wohl weitere Versuche durchführen, die ggf.
feinere Kristalle in
Großaufnahme ermöglichen.
Nochmals schade, dass sich keine weiteren experimentierfreudigen Leute des Themas annehmen wollen.
LG Frank
Hallo Michael,
schau mal hier:
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=25&t=16085&hilit=snowcrystals&start=15
Da wird in einer Kühlkammer eine Angelschnur aufgehängt und von oben mit Essigsäure beträufelt. Soll das Wachsen der Kristalle anregen.
Kann man das in Miniatur nachvollziehen? Mit Deinem Kühltisch könnte da was gehen.
LG Frank
Nabend,
das Kältespray ist da!!! ;D
Man muss schnell sein.
LG Frank
GIF aus Stemi-Video per Handy - Echtzeit!
Mal sehen, ob ich auch einzelne Bilder daraus stacken kann.
LG Frank
erste Entstehung an der Spitze der Nadel
VID_20240319_181740_1.gif
Dann kommt man mit dem Nachfokussieren kaum nach
VID_20240319_181740_2.gif
Hallo,
hier mal ein bearbeiteter Stack aus dem 4K Video.
Das Wachstum ist zu schnell und auch zu schnell vorbei um einen einzelnen, guten Kristall herauszuarbeiten.
Eiskristalle Kältespray 1 bearbeitet.jpg
Aber immerhin scheint, bei weiterer Reduzierung der Luftfeuchtigkeit, ein filigranerer Kristall möglich zu sein.
Das Kältespray kühlt bei starkem Strahl auf -50°C und ist leicht brennbar (lt. Aufdruck).
Also muss man das zu kühlende Objekt extern besprühen, oder ggf. durch ein herangeführtes System mit Kupferunterlage, so wie Michael hier beschrieben hat, indirekt abkühlen, oder das komplette Umfeld vom trockenen Sprühstrahl abschirmen. Letzteres ist bei Auflicht sicher möglich.
Die Idee, erst alte, oder bereits geschmolzene Kristalle / Tropen wegzublasen scheint hiermit möglich zu sein. So kann man nach erneuter Abkühlung eigentlich zu warmer Proben direkt weitermachen.
LG Frank
Hallo Frank,
das gefällt mir gut! Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut funktioniert. Wie groß ist denn der Eisblumenstrauß vom letzten Bild?
Bilden sich die Kristalle nur an der Spitze der Nadel oder auch an den Seiten?
Zu dem Link auf photomacrography.net (https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=25&t=16085&hilit=snowcrystals&start=15). Das Entscheidende ist dort, wie auch bei allen anderen Aufbauten rund um die Infos auf SnowCrystals.com, dass sich alles in Kühlkammern abspielt. Das kann ich mit meinem Kühltisch nicht nachbilden. Ich habe immer nur eine flache, kalte Fläche.
Ich habe schon mal einen kleinen Petrischalen-Deckel (Kunststoff) auf das Diaglas gesetzt, um einen kleinen Raum zu schaffen, der von der Außenluft isoliert ist. Abgesehen davon, dass das optisch natürlich nix ist, beschlägt der auch schnell auf der Außenseite. So musste ich mit Q-Tips als Mini-Wischmopp die Stellen unter dem Objektiv ständig sauber halten.
P1050148.jpg
Es hat sich aber gezeigt, dass mit Minusgraden nur bis maximal einem Millimeter über der Oberfläche des kalten OT zu rechnen ist. Vielleicht ließe sich das noch verbessern, wenn man lange genug wartet und alles isoliert. Man könnte natürlich die Temperatur am Peltier-Element noch weiter verringern. Durch einen Vorkühler. Überlege ich mir mal.
Trotzdem wird das keine Kältekammer. Und egal, was man sich da ausdenkt, man muss ja immer noch mit dem Objektiv herankommen. Ein inverses Mikroskop wäre da vielleicht eine Möglichkeit. Habe ich aber nicht.
Welches Eisspray hast du denn verwendet? Es gibt da ja unendlich viele verschiedene.
Ich würde das auch gern mal versuchen.
Vielleicht mache ich auch noch Versuche mit Silberiodid. Mal sehen, ob das in kleiner Menge bezahlbar zu beschaffen ist.
Viele Grüße
Michael
Zitat von: witweb in März 20, 2024, 17:05:13 NACHMITTAGSWie groß ist denn der Eisblumenstrauß vom letzten Bild?
Bilden sich die Kristalle nur an der Spitze der Nadel oder auch an den Seiten?
Hallo Michael,
die genaue Größe kann ich nicht sagen, habe noch nicht über Handy am Okular kalibriert, war aber recht klein.
Bis ich die genaue Position am Stemi scharf gestellt hatte, war schon rings um die nur minimal herausschauende Nadelspitze alles weiß. Dann habe ich gesehen, dass sich so ein kleiner Steg links bildete und von da ab gings es schnell weiter, s. Echtzeit-GIFs. Der Eisblumenstrauß war vielleicht um die 1,5 -2 mm Durchmesser??
Natürlich ist das ein großes Problem eine Miniatur Kältekammer zu bauen, in die man dann auch noch scharfe Bilder machen kann.
Also ist die Herausforderung den Frischluft-Zustrom zu begrenzen, da hast Du ja schon ganz guten Erfolg mit Deinem Kunststoff-Ring.
Aber ich glaube auch, dass die Kühlleistung
nicht bis weit genug oberhalb des Objektträgers ausreicht, wie Du geschrieben hast.
Da wäre möglicherweise der Ansatz mit dem Kältespray bei -50°C. Aber eben auch brennbare Gase, die mit hohem Druck herausschießen. Wenn ich auf einen Lappen im Papierkorb mein Objekt abkühle, dann fliegt immer der Lappen umher.
Das Peltierelement bringt ja richtig Abwärme nach oben, da geht schonmal reichlich Kälteleistung verloren, egal wie schnell der Wasserkühler läuft. Also entweder mit anderem Mittel, als Wasser herunterkühlen, oder das Wasser zwischendurch weiter abkühlen, oder ....
Ich finde das Teil von Leitz als Vorlage ideal. Ist ja ähnlich wie die Wasserkühlung nur eben
obendrauf auf dem Objektträger. Das müsste man haben. Aber das Teil gibt auch mehr Kälte ans Objektiv ab, da bin ich mir sicher. Andererseits kann da gut mit Kältespray gearbeitet werden. Ggf. eine kleine Gummimanschette ums Objektiv (welche auch zentrieren würde) und dann mit meiner Idee nur kleinste Mengen an feuchter Luft einspritzen. Aber alles nur Theorie!!
Heute habe ich auch diese Wirbelrohrkühlung bekommen, mal sehen ob ich das ans Laufen bekomme.
Mit meinem Keyence werde ich beim Thema wohl auch an meine Grenzen kommen, das Objektiv ist einfach zu teuer um da Risiken eingehen zu können. Aber am Stemi, ggf. mit montiertem Mitutoyo PlanApo geht auch was. Bestimmt ... ;D
Kältespray https://www.amazon.de/Spraytive-400ml-K%C3%A4ltespray-Werkstatt-Thermostatpr%C3%BCfung/dp/B0CTHY98Z8/ref=sr_1_9
LG Frank
Hallo zusammen,
hier mal noch eine kleine Ergänzung:
Bei diesem Aufbau des Kühltischs ist eine Messung der Temperaturen an verschiedenen Punkten schwer möglich bzw. sehr umständlich. Durch die Diskussion in einem anderen Faden angeregt, hat mir der Osterhase nun eine Wärmebildkamera fürs Tablet/Handy ins vorösterliche Nest gelegt.
Die ersten Versuche haben schon sehr interessante Ergebnisse gebracht.
Kühltisch_32-1.jpg
So habe ich festgestellt, dass mit dem Wasserkühler/Lüfter dauerhaft nur etwa -25 °C erreichbar sind. Zwar sind kurz nach dem Einschalten des Systems auch tiefere Temperaturen möglich, aber die Kühlwassertemperatur steigt schnell und pendelt sich nach ca. 10 Min. bei etwa 28 °C ein. Mehr schafft der Wasserkühler/Lüfter nicht. Und damit sind nur –25 °C zu erreichen.
1711466515089_100_1.jpg
Schalte ich den Lüfter ganz ab, läuft die Kühlwassertemperatur natürlich hoch, bei 42 °C habe ich abgebrochen, aber da wurde auf dem Kühltisch auch nur noch eine Temperatur von -12 °C erreicht.
1711467326741_100_1.jpg
-25 °C sind ja im Grunde nicht schlecht, aber wenn es noch etwas tiefer Temperaturen sein sollten, muss man sich Gedanken machen, wie man das Kühlwasser weiter abkühlen kann. Ein Eimer mit Eiswasser, wie Frank Fox es vorgeschlagen hat, wäre eine Möglichkeit. Oder eine ausrangierte Eismaschine mit Kompressor.
Das Ende des Eiszapfens ist also noch nicht erreicht!
Viele Grüße
Michael
Hallo Eisliebhaber,
ich möchte auch noch ein kurzes Update zur Anwendung eines Kältesprays geben.
Nach zahlreichen Versuchen, die z.T. auch schöne Eiskristalle zeigten, klappte es mit der größeren Vergrößerung am Stemi nicht mehr. Bis ich mit dem Mitutoyo 10x die richtige Stelle erwischt und scharf gestellt hatte, waren die Kristalle schon wieder auf dem Rückzug.
Die insgesamt besten Ergebnisse wurden mit einer Pipetten-, Klebstoffspitze erzielt. Also habe ich da mal weiter gemacht.
Letztendlich kam eine sehr primitive aber wirkungsvolle Methode doch noch zu ersten vielversprechenden Ergebnissen.
Es wurde ein 6,5 mm dicker Schaumstoff (altes Verpackungsmaterial) auf Größe eines Objektträgers zugeschnitten und mittig ein kleines Fenster herausgetrennt.
Seitlich habe ich dann mittig in den Schaumstoff das Ende einer Klebstoffspitze eingeschoben, fertig.
Das im "Fenster" überstehende Pipetten-Ende wurde gut mit Kältespray eingesprüht, auf ein Furnier zur Isolierung gelegt (ebenfalls mit einem Fenster) und sofort im Durchlicht mit schiefer Beleuchtung mikroskopiert.
Durch den Kunststoff verbleibt noch ca. 50s Zeit bis die sich permanent bildenden Kristalle wieder unschön zusammenfallen.
Ein Bild zeigt einen kurzen Stack (Helicon) aus einem Video. Das Bild wurde bearbeitet und in SW geändert.
LG Frank
Hilfsvorrichtung in Objektträger Größe
Eiskristalle mit Kältespray auf Schaumstoff 2000Px.jpg
Eiskristalle gestackt aus Video, es wurde nur Kältespray verwendet
Eiskristalle aus Kältespray bearbeitet.jpg
Hallo Frank,
super Idee! Noch zwei Fragen:
Welches Objektiv hast du für das Bild/Video mit den filigranen Kristallen verwendet? Das 10x?
Hast du das Schaumstoffteil auf dem OT festgeklebt oder festgefroren?
Da ich noch reichlich von diesem Verpackungsmaterial habe, werde ich das auch mal versuchen. Leider habe ich keine Klebstoffspitze, da werde ich wohl, wie du, erst mal alles, was man so findet, ausprobieren müssen. Eine Akupunkturnadel hatte ich schon mal in einem anderen Aufbau verwendet. Das ging ganz gut. Mal sehen ...
Beste Grüße
Michael
Hallo Michael,
das Video habe ich mit meinem Keyence aufgenommen (15 mm Arbeitsabstand) und daraus das Bild extrahiert.
Mein Bild des "Schaumstoff-Objektträgers" ist etwas irreführend, der echte Objektträger sollte nur als Vergleich dienen.
Das Video mit Kristallen hat nur funktioniert, wenn ich keinen Objektträger aufgelegt habe. Dann bilden sich für kurze Phasen diese feinen Strukturen, recht zügig. Wenn Du eine Nadel aus Metall verwenden möchtest geht das auch, aber die zur Verfügung stehende Zeit wird noch kürzer. Wahrscheinlich weil sich das Metall schneller wieder erwärmt.
Dann hatte ich mit oben aufgelegtem Glas-Objektträger versucht, aber es wuchsen keine feinen Strukturen.
Die Vorrichtung füs Video war:
Abstandhalter (Stepdownring 52mm Durchmesser) auf Glas des Objekttisch gelegt,
Darauf ein Furnierstück mit Fenster
Darauf wurde dann der Schaumstoff aufgelegt und bei geringer Vergößerung mittig ausgerichtet.
Dann sofort höhere Vergrößerung (13x bis 33x) eingestellt und eine Stelle mit Kristallwachstum an der Klebstoffspitze gesucht, die ganze Zeit lief die Videoaufzeichnung.
Heute ist mein Kupfer gekommen, dazu hatte ich diese kleinen Reststücke bestellt (500g), s. im Foto rechts. Damit möchte ich auch weitere Versuche starten, dann mit Kühlung vom Peltier-Element.
LG Frank
Eiskristalle Vorrichtung.jpg
Alles klar, Frank,
ich habe das jetzt auch mal probiert. Allerdings habe ich den Schaumstoff auf dem OT mit zwei Tropfen Wasser auf dem Kühltisch festfrieren lassen. Und dann habe ich wieder ein paar Fussel Stahlwolle genommen, um die Eiskristalle anzulocken.
Das geht im Grunde ganz gut, unten ist ein Bild, das ich aus einem Video gestackt habe und dann noch etwas beschnitten. Bildbreite 0,6 mm.
Humidity-Test 710.01-4 BB= 0,6 mm.jpg
Beste Grüße
Michael
Hallo Michael,
Deine Idee mit der Stahlwolle, welche ja auch anderweitig oft funktioniert hat, liefert hier auch gute Ergebnisse, schön.
Bei meinen Tests mit dem Stück Kupfer (13 mm x 2,0 mm x 0,75 mm) gab es auch die üblichen Kristalle. Interessanterweise aber erst ca. 1,5 Minuten nach Besprühen. Aber dann war es auch recht schnell wieder vorbei. (noch ohne Dauerkühlung)
Dann habe ich oben ein Objektträger aufgelegt, was aber nur kleine, nicht besonders feine Kristalle gebracht hat (wie zuvor auch schon mal festgestellt). Also hat man mit dickerem Kupfer etwas mehr Zeit zu fokussieren, ist ja schon mal was. 8)
Bis jetzt habe ich das Ziel einzelne, feine, Schneekristall ähnliche Strukturen zu bekommen nicht ansatzweise erreicht. Nicht mal zufällig. :'(
Nachdem Du ja mit Dauerkühlung auch noch nicht in die Richtung gekommen bist, habe ich erste Zweifel, ob es mit unseren einfachen Mitteln noch erreichbar ist.
Mit wenig Luftzufuhr werden nur kurze grobe Kristalle erreicht, mit oben offener "Keimkammer" sind immer gleich große Blumensträuße mit recht feinen Strukturen anzutreffen.
Bleibt erst einmal nur die Keimart weiter zu optimieren. Tipps, Vorschläge sind sehr willkommen.
LG Frank
Hallo Frank,
ich habe auch versucht, oben noch ein Deckglas aufzulegen, aber das beschlägt relativ schnell. Da kann man zwar bis zu einem gewissen Grad "durchfotografieren", ist aber keine Lösung.
Ist halt alles nicht so einfach. Ich bin eigentlich recht zufrieden mit dem, was mit diesem einfachen Aufbau möglich ist. Wenn du überlegst, wo wir Ende Januar angefangen haben.
Was würde dich denn zufriedenstellen? Hast du mal ein Beispiel? Ganze Schneekristalle, wie sie Prof. Libbrecht auf seinen Seiten zeigt? Dann findest du dort auch die Hinweise zum notwendigen Equipment. ;D
Man könnte sich noch daran machen, sorgfältiger und planmäßiger zu fotografieren. Mal sehen, wenn mal große Langeweile aufkommt.
Ich habe ja noch das Thema "Frostiges im polarisierten Durchlicht" auf meiner To-do-Liste. Das ist sicher auch spannend. Erste Versuche haben schon gezeigt, wo die Herausforderungen liegen. Aber wenigstens gibt es dann wieder farbige Hintergründe. ;D
LG Michael
Hallo Michael,
ohne zusätzliche Dauerkühlung ist bei mir nix beschlagen, auch nicht, wenn ich nachträglich auf das außen überstehende Kupfer gesprüht habe. Scheint also irgendwie die durch das Eis gebundene Wasser sich wieder zu erwärmen und innen ?? abzusetzen. Oder ist das Beschlagene außen auf dem oberen Objektträger? Du hattest doch dieses Mittel gegen Feuchtigkeit, hast Du das mal versucht neben die Stelle der Beobachtung anzuwenden? Der Versuch steht bei mir ja auch noch aus, mit Silicagel.
Letztendlich soll es eine mehr oder weniger luftdicht verschlossene Kammer (sehr klein) sein. Da hat man dann durch gezielte Zugabe von vorgetrockneter Luft (wie weiß ich noch nicht) und Deiner Dauerkühlung eine Chance auf langsames Wachstum feiner Kristalle. Idealerweise natürlich ähnlich der Schneeflocken. 8)
Ich nehme mal an, das man, wie beim Wachstum von anderen Kristallen (z.B. Salz durch Anpusten, oder Anhauchen), auch hier noch Möglichkeiten findet das es langsamer abläuft und trotzdem filigran bleibt. Oder auch nicht! ???
Vielleicht hilft es ein paar Salzkristalle mitwachsen zu lassen, geht das bei Minusgraden? Die nehmen auch Luftfeuchte begierig auf.
Ein paar Ideen kann man noch ausprobieren. Noch gebe ich nicht auf. ;)
LG Frank
Eiskristall-Vorrichtung 3.jpg
Hallo Frank,
das sieht ja schon recht konkret aus. Bin gespannt auf deine Ergebnisse.
Du hast recht, das Silicagel bzw. Molekularsieb haben wir uns in diesem Zusammenhang noch gar nicht angeschaut. Könnte auch noch mal interessante Ergebnisse liefern.
LG Michael
Hallo zusammen,
ich habe mir noch ein paar Gedanken gemacht, wie weitere Versuche mit Schnee-und Eiskristallen aussehen könnten. Hier mal ein paar Ideen:
E1.jpg
E2.jpg
E3.jpg
E4.jpg
Viele Grüße
Michael
Hi Michael,
So sieht also KI am ersten April im Mikroskopie-Forum aus, cooool.
8)
Sehr sch... ön.
LG Frank
Michael,
ich hoffe Du hast Dir das alles patentieren lassen.
Herrlich!
Hallo Michael,
herrlich gelacht über deine Thermomiks™️ ;D ;D ;D
Beste Grüße Stefan
Danke!
Der 1. April ist ja nun vorbei, deshalb mache ich erst mal mit den bewährten Gerätschaften weiter. :)
Die Kristalle haben sich so vor dem Objektiv aufgebaut. Nur Feuchtigkeit aus der Raumluft. Temperatur des Kühltisches -25 °C. Bildbreite 1,6 mm.
Eiskristalle 13 AL-DF BB = 1,6 mm.jpg
Viele Grüße
Michael
Kurzes Update
Welche Minustemperaturen sind bei diesem Kühltisch mit Hausmitteln erreichbar?
Ich erreiche bei meinem Aufbau zwischen dem Kühlwasser, welches durch den Kupferblock unter dem Peltierelement strömt, und der Oberfläche des Peltierelements eine Temperaturdifferenz von etwa 50 K. Dieser Wert gilt grob für alle Versuche, die ich gemacht habe.
Bei Kühlwasser mit Raumtemperatur von 22 °C ist also mit einer Temperatur auf dem Peltierelement von -28 °C zu rechnen. Das deckt sich mit früheren Versuchen. Bei einem Wasserkühler mit Lüfter geht dann nicht mehr, denn der arbeitet ja bei Raumtemperatur.
Ich habe nun versucht, tiefere Temperaturen zu erreichen, indem ich das Kühlwasser durch zwei Spiralen aus Kupferrohr geleitet habe. Diese befindet sich in einem Behälter mit kaltem Wasser und XL-Eiswürfeln. Ohne Mühe war in diesem 3-Liter-Eisbad eine Temperatur von etwa +5 °C zu erreichen. Die Oberfläche der Kupferrohre ist nicht besonders groß, sodass im Kühlkreislauf während des Betriebs die Temperatur um 3 K höher lag, also bei knapp +8 °C.
Kühltisch_45.jpg
Auf dem Peltierelement waren dann -40,4 °C zu messen.
Kühltisch_43.jpg
Später habe ich die Kupferrohre durch Alu-Kühlblöcke ersetzt, weil diese weniger Platz beanspruchen. Passt mehr Eis rein. Auch hier ist die Oberfläche recht klein, sodass das bei den Temperaturen keinen großen Unterschied gemacht hat.
Kühltisch_38_1.jpg
Interessant ist, wie sich das Ganze zeitlich verhält. Die tiefsten Temperaturen werden nach relativ kurzer Zeit erreicht. Aber auch nach 45 Min. betrug die Temperatur noch -35,7 °C, nach 120 Min. immerhin noch - 24,9 °C.
Was könnte man noch tun, wenn die -40 °C nicht ausreichen?
- Kühlkörper auf die Kühlblöcke montieren (kleben). Das würde vielleicht 2 K bringen.
- Das Eiswasser direkt durch den Kühlkreislauf pumpen - 3 K weniger
- Mehr Eis
Dabei kann das Kühlwasser immer noch knapp über 0 °C haben und muss nicht mit Frostschutzmittel versetzt werden. So sollten etwa – 50 °C erreichbar sein.
Der Aufwand zum Vorkühlen des Wassers und für die Eiswürfelherstellung steigt natürlich an. Ich werde mich erst mal mit den -40 °C begnügen, solange kein konkreter Bedarf an tieferen Temperaturen besteht.
Für viele Versuche reicht es auch, das Kühlwasser gar nicht mit Eis zu kühlen, sondern einfach kaltes Leitungswasser zu verwenden. Da sind immer noch Temperaturen zwischen etwa -33 °C bis -22 °C (nach einer Stunde) möglich.
Kühltisch_40_1.jpg
Ich melde ich mich wieder, sobald ich -173 °C erreicht habe.
Viele Grüße
Michael
Hallo zusammen,
auch von mir ein kurzes Update.
Inzwischen habe ich den Kühltisch unter das Stereomikroskop gebastelt. Ich wollte maximal flexibel bleiben, ohne technische Veränderungen am teuren Stativ vorzunehmen.
Ein vorhandener Kreuztisch mit Glasplatte wurde auf 4 Antirutschpads über der Durchlichtbeleuchtung angebracht. Das kleine Peltierelement mit mittiger Bohrung (Außendurchmesser 26 mm, Innendurchmesser 10 mm, 5V) wurde über eine Wärmeleitpaste mit dem Kupferträger verbunden.
Der Rest ist wie gehabt mit Wasserkühlung, ähnlich wie Michael es zeigt, wobei ich ein offenes System verwende.
Wie in den Bildern erkennbar, konnte ich nach wie vor noch keine Schneekristalle herstellen, aber ich bleibe dran. Bilder im Durchlicht werde ich auch noch versuchen.
LG Frank
Die Bilder (mit Handy durchs Okular) der Eiskristalle entstanden bei ca. 19°C Wassertemperatur und dadurch ca. -20°C Peltierelement-Temperatur. Alle im LED Auflicht und per Mitutoyo 10x Planapo.
Übersicht der Montage. Nicht im Bild das Mitutoyo Objektiv.
Montage auf Stemitisch 20240420.jpg
Das kleine Stück Kupfer dient zur Kristallbildung, hier mit einem Stück Litze, befestigt mit einem Wassertropfen.
Vorrichtung Auf- und Durchlicht.jpg
Eiskristalle Stack aus Video 04-24 1.jpg
Eiskristalle Stack aus Video 04-24 2.jpg
Eiskristalle Stack aus Video 04-24 3.jpg
Hallo Frank,
vielen Dank für dein Update. Es ist alles sehr interessant, was und wie du das da machst. Dein rundes Peltierelement scheint gut zu funktionieren und ausreichend zu kühlen. Verwendest du das TES1-04903?
Und die Ergebnisse/Bilder können sich auch sehen lassen!
LG Michael
Hallo Michael,
Bei Amazon wird das unter PUSOKEI TES1-04903 verkauft.
Eben habe ich noch etwas mit Durchlicht gespielt, aber bessere Ergebnisse als mit Auflicht sind mir noch nicht gelungen.
Updates folgen.
LG Frank
Hallo zusammen,
bisher hatte ich mich vor allem mit Auflicht-Experimenten beschäftigt. Aber ich hatte den Kühltisch so vorgesehen, dass auch Durchlicht-Aufnahmen im polarisierten Licht möglich sein sollten.
Ganz am Anfang hatte ich dazu schon mal kurz etwas geschrieben.
Hier nun ein paar kurze Infos dazu:
Das Bild zeigt den Kühltisch mit einem Loch für Durchlicht. Das 3 mm dicke Kupfer liegt auf dem Peltierelement und sorgt für die entsprechende Kühlung des Objektträgers.
Kühltisch_46.jpg
Ein großes Problem besteht darin, dass natürlich nicht nur das ,,Objekt" (z.B. Wasser, Salzlösung oder anderes) wie gewünscht gefriert, sondern es vereisen auch alle anderen Teile auf dem Kühltisch. So auch das Deckglas, wenn vorhanden, aber auch der Objektträger von unten.
Für POL-Aufnahmen machen sich außerdem die Kühlschläuche negativ bemerkbar, die ein Drehen des Tisches weitestgehend verhindern.
Davon abgesehen, kann man damit gut arbeiten. Hier also ein paar Aufnahmen. Es sind fast alle Schnappschüsse, die ich immer so nebenher mache, nix für die Galerie. Alles Aufnahmen im polarisierten Licht, die meisten mit Verzögerer.
Ich war überrascht, dass sich Wassereis deutlich doppelbrechend zeigte. Das betrifft sowohl Eis unter dem Deckglas (Eisdicke ca. 100 µm), als auch als Tropfen ohne Deckglas.
Wassereis 1.1 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Wassereis, POL, Bildbreite 4 mm
Wassereis 3.1 DL POL BB = 6,2 mm.jpg
Wassereis 3.2 DL POL BB = 6,2 mm.jpg
Gefrieren der Wasserschicht unter dem Deckglas. Passiert in Sekunden.
Wassereis 1.2 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Wassereis 2.2 DL POL BB = 3,5 mm.jpg
Wassereis, POL, Bildbreite 4 mm
Beste Grüße
Michael
Hallo Michael,
die Pol-Bilder sind ja ganz interessant, und das alles nur mit Wassereis!
Bist Du denn mit den anderen Stoffen schon weiter gekommen?
Ich habe erst einmal alles wieder abgebaut, man muss ja schließlich auch mal wieder was anderes ansehen. 8)
VG aus Minden
Hallo Frank,
die meiste Zeit habe ich damit verbracht, herauszufinden, wie ich das Beschlagen und das nachfolgende Vereisen des Deckglases verhindern kann. Aber der Fokus lag in den letzten Wochen nicht nur auf Mikroskopie, es gibt ja auch noch andere Dinge im Leben. ;)
Hier zwei Bilder. Auf dem ersten ist zu sehen, wie das Vereisen auf dem Deckglas beginnt. Gut zu sehen, die Spuren der Wasserkristalle.
Das andere Bild zeigt, hier ohne Deckglas, wie der Beschlag (Vereisung) vor dem Rand eines Tropfens haltmacht. Der Tropfen selbst bestand hier aus einer Ascorbinsäure-Lösung.
Wassereis 1.3 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Ascorbinsäure 1.2 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Und noch zwei Bilder einer gefrorenen Ascorbinsäure-Lösung.
Ascorbinsäure 1.3 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Ascorbinsäure 1.1 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
LG Michael
Hallo Michael,
gefriert die Ascorbinsäure erst bei höheren Minusgraden, hast Du das einmal gemessen, oder abgeschätzt?
Die Bilder sind sehr schön geworden, mir gefällt auch der "Schutzschild" um den Ascorbinsäure-Tropfen, interessant. Gab es dann irgendwann doch Berührung zwischen dem Wassereis und der Säure? Wäre Pol-technisch ggf. auch interessant.
LG Frank
Hallo Frank,
ja, sollte wohl so sein. Ich kann die Temperatur nicht direkt messen, da die Messstelle unter der ,,Dose" liegt und ich da, auch mit der Wärmebildkamera, nicht herankomme. Die blickt da nicht richtig durch. Ich könnte einen Sensor hineinhängen, aber das führt dann wieder zu Problemen mit der Dichte. Die Temperatur vom Kühlblock kann ich aber bestimmen. Da sehe ich, dass z.B. Salzwasser ab einer bestimmten Konzentration oder alkoholhaltige Flüssigkeiten tiefere Temperaturen, oder deutlich länger brauchen, um zu gefrieren.
,,Gab es dann irgendwann doch Berührung zwischen dem Wassereis und der Säure?". Kann ich nicht mehr sagen.
LG Michael
Noch ein paar Bilder, aufgenommen bei unter -20°C:
Salzlösung 1.1 DL POL = 2,1 mm.jpg
Salzwasser 3%
Amidosulfonsäure 1.1 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Amidosulfonsäure
Amidosulfonsäure 1.2 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Amidosulfonsäure
Hallo zusammen,
ich wollte noch anderen Substanzen als Wasser beim Gefrieren zusehen. Irgendetwas mit Zucker und Wasser, und mit Alkohol. Und grün sollte es sein. Genau! Pfefferminzlikör!
Ich habe einen Tropfen des grünen Zeugs ohne Deckglas bei ca. -20 °C gefrieren lassen. Erfahrungsgemäß beginnen die Kristalle am Rand des Tropfens und wachsen dann in Richtung Mitte. Also habe ich die Mitte angepeilt und gewartet. Das da die Trümmer plötzlich auf mich zufliegen, hatte ich nicht erwartet. Schreck! Da die Kamera eingeschaltet war, könnt ihr euch das kurze Spektakel im Video anschauen. Ich habe drei Clips zusammen geschnitten, alles in Originalgeschwindigkeit.
Sorry für die Werbung! Macht YouTube von sich aus. Ich bekomme nix dafür.
Pefferminzlikor V1 DL-POL BB = 4 mm.jpg (https://youtu.be/eInCMDb-Cos)
Kein Wunder, dass man von sowas Kopfschmerzen bekommt.
Viele Grüße
Michael
Mal was anderes: Gelatine
Ein interessanter Vortrag von Prof. Dr. Hans Molisch aus dem Jahr 1910 trägt den Titel ,,Das Erfrieren der Pflanzen". Darin stellt er u. a. seinen ,,Gefrierapparat für mikroskopische Beobachtungen" vor. Das PDF kann man sich hier ansehen: https://www.zobodat.at/pdf/SVVNWK_51_0141-0176.pdf (https://www.zobodat.at/pdf/SVVNWK_51_0141-0176.pdf)
Unter ,,Das Gefrieren lebloser Körper" (ab S. 152), beschreibt er dann detailliert, was man tun kann, um das Verhalten von Gelatine beim Gefrieren zu beobachten.
Mein Ergebnis des Versuchs ist hier zu sehen:
Gelatine 1.1 DL BB = 4,0 mm.jpg
Gefrorene Gelatine, Durchlicht, Bildbreite 4,0 mm
Übrigens: Wer einen Erlenmeyerkolben, etwas Gelatine, Wasser, Alkohol und eine Tiefkühltruhe hat, kann auch ohne Mikroskop mitmachen.
Viele Grüße
Michael
Zitat von: witweb in Juni 09, 2024, 15:52:31 NACHMITTAGSalles in Originalgeschwindigkeit.
Hallo Michael,
bei der zügigen Kristallisation hat man ja kaum Zeit irgendwas zu fokussieren. Schon krass wie schnell das ging. Beim nächsten mal mit 60 FPS aufnehmen, oder besser gleich mit 120 FPS. ;D ;D
Ehrlich gesagt sieht die gefrorene Gelatine nicht besonders appetitlich aus. Du machst sonst so schöne bunte Aufnahmen, hättest Du nicht etwas Farbei einmischen können? ;D
Interessant ist aber der "Werdegang", seit 1910, Respekt. Das gekühlte Mikroskop mit "Fernsteuerung", echt cool / kalt. Wo hast Du den Artikel denn aufgetrieben?
LG Frank
Hallo Frank,
Zitat von: Nochnmikroskop in Juni 11, 2024, 21:07:24 NACHMITTAGSbei der zügigen Kristallisation hat man ja kaum Zeit irgendwas zu fokussieren. Schon krass wie schnell das ging. Beim nächsten mal mit 60 FPS aufnehmen, oder besser gleich mit 120 FP
Ja, kann ich schon machen. Aber ich fand gerade das Tempo und die Art, wie sich die Kristalle gebildet haben, interessant. Nach all den anderen Versuchen mit gefrierenden Flüssigkeiten hatte ich das so nicht erwartet. Flying Peppermint.
Zitat von: Nochnmikroskop in Juni 11, 2024, 21:07:24 NACHMITTAGSEhrlich gesagt sieht die gefrorene Gelatine nicht besonders appetitlich aus. Du machst sonst so schöne bunte Aufnahmen, hättest Du nicht etwas Farbei einmischen können?
Gelatine sieht halt so aus. Doppelbrechend ist da nichts. Und das Foto zeigt etwa das, was Prof. Molisch gezeichnet hat. Vielleicht untersuche ich mal noch ein rotes Gummibärchen, dann gibt es wieder Farbe...
Zitat von: Nochnmikroskop in Juni 11, 2024, 21:07:24 NACHMITTAGSWo hast Du den Artikel denn aufgetrieben?
Den Artikel habe ich schon länger hier liegen. Als wir im Januar mit der ganzen Kühlerei angefangen hatten, habe ich mal ein paar Tage im Netz geschaut, was für Themen da neben den Schneekristallen noch interessant werden könnten. Da hatte ich auch noch den Eindruck, dass sich mehr Leute für eine Arbeit mit einem Kühltisch interessieren würden.
Als Ergebnis meiner damaligen Recherche habe ich einiges gefunden, z.B. zum Gefrieren von Lebensmitteln, Pflanzen und Kälte, Eis und Bärtierchen, oder auch ,,Über Ausfrieren und Überkältung der Protozoen". Mit dabei der Vortrag von Prof. Molisch über ,,Das Erfrieren der Pflanzen" und eben die Ausführungen zu Gelatine.
Das werde ich aber alles nicht weiter verfolgen, ist zu sehr neben meiner Spur.
LG Michael
Hallo,
Kristallisation, interessantes Thema... Die Kristallistion geht noch schneller mit "Hot Ice"
Übersättigte Lösung von Natriumacetat-Trihydrat und Wasser. Verhätlnis etwa 1T Wasser zu 4T Acetat. Die Kristallisation kann man künstlich herbei führen in dem man die Lösung mit einer spitzen Nadel auslöst. Vorsicht exotherme Reaktion, wie in den Wärmepads. Es sind ca. 50 Grad.
Gruss
Michael
Hallo Michael,
findet man die Natriumacetat-Trihydrat-Lösung in diesen Handwärmern?
Viele Grüße
Michael
Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt seit etwa 5 Monaten mit dem Bau eines Kühltisches für mein Orthoplan und den Möglichkeiten, die sich damit für den Hobby-Mikroskopiker ergeben. Und ich muss sagen, selten hat mich ein Thema so fasziniert. Das auch, weil es eben etwas neben den ausgetretenen Pfaden liegt. Da war viel Neues zu entdecken, aufseiten der Technik, aber auch bei den beobachtbaren Objekten. Wann hat man schon mal bei wohligen Temperaturen Schneekristalle unter dem Mikroskop?
Ich habe nochmal geschaut, der ganze Kühltisch plus Wasserkühlung hat mich etwa 130 EUR gekostet. Nicht mit gerechnet Labornetzteil, Wärmebildkamera und Zeugs, was ohnehin da ist.
Ich habe im Laufe der Zeit auch ein paar Sachen gekauft, die ich letztendlich nicht gebraucht habe. Lag aber in Summe bei unter 50 EUR. Lehrgeld sozusagen.
Die meisten Aufnahmen, die ich gemacht habe, sind im Auflicht entstanden. Da kommen die Eiskristalle besonders schön zur Geltung. Die Durchlicht-Aufnahmen sind auch interessant, aber nicht besonders spektakulär. Trotzdem könnte man mit Durchlicht sicher noch einiges machen. Sollte ich ein Bärtierchen einfrieren und schauen, ob es nach dem Auftauen wieder losläuft? Macht es bestimmt.
An dieser Stelle fällt mir auch ein, zu welchem Zweck die Studenten das Konzept des Kühltischs bei JoVe vorgestellt haben: ,,Assembly and Operation of a Cooling Stage to Immobilize C. elegans on Their Culture Plates".
Ich werde jetzt mit der Kühlerei erst mal eine Pause machen. Der Umbau des Mikroskops beschränkt sich darauf, den Objektführer wieder gegen das Original auszutauschen.
Hier sind noch ein paar Bilder. Die ersten beiden von BALG (Beta Alanin und L-Glutamin), sehr beliebt in der ,,Crystal Art Photomicrography"-Szene. Dort allerdings ungekühlt, hier aufgenommen bei -20 °C. Und zum Schluss noch der letzte Schluck aus der Gebirgskräuter-Likör-Flasche (-30 °C). Prost!
Viele Grüße
Michael
BALG 1.1 DL-POL BB = 4,0 mm.jpg
BALG 1.2 DL-POL BB = 0,85 mm.jpg
Gebirgskräuter-Likör 1.4.1 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Gebirgskräuter-Likör 1.4.2 DL POL BB = 4,0 mm.jpg
Hallo Michael,
Zitatfindet man die Natriumacetat-Trihydrat-Lösung in diesen Handwärmern?
Ja das ist das selbe und auch schon in der richtigen Konzentration. Ein Haken gibts, es ist
hydrophil, zieht als Wasser.
LG
M.
Noch ein Nachtrag.
Bevor ich meinen Kühltisch wieder demontiert habe, habe ich noch schnell einen Versuch gemacht, der am Anfang meiner Experimente nicht funktioniert hatte. Eigentlich ganz simpel. Ich hatte ein paar Sandkörner auf den OT gestreut und wollte schauen, wie diese sich mit Eiskristallen überziehen. Da zeigten sich die Grenzen des Aufbaus. Alles, was direkten und flächigen Kontakt zum OT hat, gefriert recht schnell, aber selbst die geringe Höhe der Sandkörner erfordert schon recht tiefe Temperaturen vom Kühlaufbau. Meine -20 °C vom Anfang haben da nicht ausgereicht. Nun habe ich das Ganze nochmal mit -40 °C wiederholt und da haben sich relativ schnell Eiskristalle gebildet.
Geht doch!
Sand 14.1 AL-DF BB = 3,0 mm.jpg
Viele Grüße
Michael
hallo erstmal, ich weiß nicht ob sie's schon wussten,
aber mit Warzen-Entferner geht es noch etwas kühler.
LG Frank
7102024124135.jpg
Nach Aktivierung
7102024124048.jpg
Resultat - der Hersteller hat nicht zuviel versprochen
VideoCapture_20240810-123247.jpg
Hallo Frank,
Isch 'abe gar keine Warze. 8)
Das ist ja wirklich cool. Wo bekommen wir Distickstoffmonoxid her?
LG Michael
Hey Michael,
alsooo. Drauf gekommen bin ich durch eine Kochsendung, da wurde Eis mit gepimpt.
Das Zeugs ist lt. Wikipedia ja einfach käufliches Lackgas, das was manche wegschnüffeln. Das gibt es in diesen kleinen Kartuschen recht günstig zu kaufen.
Diese Warzen Entferner haben den Vorteil, das man erst einmal eine Art Docht tränkt (2s innerhalb der Kapsel), dann kann man diesen Docht ohne Druck aufsetzen. Der Spender soll für ca. 10 Anwendungen reichen. Investition <20 Euro.
Weitere Versuche habe ich bisher noch nicht unternommen, ich wollte nur mal das Thema wieder mit -80°C auftauen. :o
LG Frank
Hallo Frank,
sehr interessant. Na mal sehen, könnte man vielleicht mal testen, wenn wieder etwas Frost auf dem OT angesagt ist. Behalte ich auf jeden Fall mal auf der To-do-Liste. Und -80°C eröffnen ja auch wieder neue Möglichkeiten.
LG Michael
Hallo Michael und alle
Dein Tread mit dem Titel "Sternentstehung" hat mich schon im vorigen Jahr fasziniert. Da im Moment hier bei uns im Mittelgebirge der Tümpel Frühling noch nicht so richtig angekommen ist (letzte Nacht fast minus 10 Grad, der Gartenteich noch mit Eisschicht) habe ich mich überwunden und modifiziere ein altes Lomo Mikroskop zu einem "Kühlaggregat" um, so mit mehreren Peltierplatten usw. Darüber will ich aber erst später berichten. Bei ersten Versuchen bei minus 26 Grad habe ich heute ein Bild geschossen, welches mir irgendwie gefallen hat und mich irgendwie an eine Sternentstehung in einem Galaxy-Nebel erinnert. eigentlich kein schones Foto, aber ich dachte hängst es mal an Michaels Thread an. Wenn du es nicht möchtest , sage es. Bei weiteren Ergebnissen fange ich natürlich einen eigenständigen Thread an, aber erst dann wenn mein Projekt etwas vorangekommen ist. Hier nun mein erstes Bild und Ausschnitt einer Sternentstehung im Lomo-Nebel. ;D ;)
Tümpeln mit meinem Jenaval geht natürlich vor.
Gruß von Siegfried
EK95galaxy.jpg
EK97galaxy.jpg
Hallo Siegfried,
toll, dass du dich auch mit diesem coolen Thema beschäftigst. Deine Bilder sind hier sehr gern gesehen.
Wenn du schon -26 °C erreicht hast, bist du ja gut unterwegs. Ich bin gespannt, wie es bei dir weiter geht.
Wie hast du die Eiskristalle aufgenommen? Direkt auf dem Objektträger?
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael
Ich habe mir heute bei einem befreundeten Fototografen 2 Glas Diarahmen geholt und komplett aufgelegt, Stellen geschwärzt mit Staetler Lumocolor special, sind halt erste Versuche. Mit Canon 5D MKII aufgenommen.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?msg=373640
Gruß Siegfried
diarahmen.jpg
erstes Wasserkristall-3gut.jpg
EK97galaxy.jpg
Nabend Siegfried,
freut mich auch, dass Du hier mal neues Terrain betrittst. Wie ich Dich kenne, wird es wieder eine steile Lernkurve bei Dir geben, ich freue mich auf neuen Input hier. :)
Eiskalte Grüße,
Frank
Hallo Frank
mit der steilen Lernkurve wollen wir erst mal abwarten, hier bringt es nichts mit der heissen Nadel zu stricken, da ist eher ein kühler Kopf angesagt. Diese Sternentstehung ist nicht ohne. ::)
Gruß von Siegfried