Moin ihr Lieben,
ich kaufte vor Kurzem besagtes Leitz Messing Objektiv, in der Annahme es passt zu meinem uralt Leitz Mikroskop.
Auch war ich der Meinung es ist mit meinem anderen Leitz 8mm Apo zu vergleichen.
Das Wort Oelimmersion auf dem Objektiv war in der Artikelbeschreibung nicht zu lesen.
Ohne Immersionsöl ist das Bild flau.
Mit, knackig scharf und einfach super.
Die Abgleichlänge ist deutlich geringer im Vergleich zu den anderen Objektiven am Mikroskop.
Und man benötigt reichlich Öl um mit dem Objektiv was sehen zu können.
Was habe ich da jetzt eigentlich erworben?
Wahrscheinlich irgendwas sehr Spezielles?!
Falls Fotos erwünscht sind kann ich diese nachliefern.
Grüße, Thomas.
Hallo Thomas,
das finde ich sehr wissenwert. Auch wegen der (8 mm) Brennweite, die (Tubuslänge dividiert durch die Objektivbrennweite) noch eine relativ geringe Gesamtvergrößerung bewirkt.
Falls Du paar Ansichten/Fotos des Objektivs zeigen würdest, wäre das bitte fein.
Gegebenenfalls bitte auch Fotos, die mit dieser Optik gemacht wurden.
Bist Du ohne RMS-Adapter zurechtgekommen (wegen der Länge des Objektivs)?
Die Angelegenheit, dass manchmal etwas mehr Immersionsöl notwendig ist, kenne ich auch.
Es könnte sein (reine Vermutung, bitte ;) ), dass die Benetzung der Linse samt dem Metall rundherum bei Messing mit vielleicht etwas Korrosion anders verläuft als bei (beispielsweise) den heute gebräuchlichen Legierungen.
Ein Beispiel: Ich musste tatsächlich (ein ca. 80 Jahre altes Leitz-100-fach Objektiv) ein paarmal mit der Fokussierung klein wenig (und vorsichtig) rauf und runter fahren, damit eine gleichmäßige Verteilung des Öls gegeben war.
Übrigens fasziniert mich die Qualität ,,antiker" Objektive zur Zeit immer mehr und mehr. Die Vergleiche zwischen Alt und Neu(er) können ausgesprochen imponierend (für alte Optik) ausgehen ...
Liebe Grüße
Jakob
Möglicherweise eine Oel+Wasser (!) Immersionsobjektiv mit 37mm Abgleichlaenge.
Ist es mit Apo oder A. gekennzeichnet? Dies ist kein Apo-Objektiv, aber es ist ein gutes Objektiv für Plankton!
(https://www.mikroskop-online.de/IMG_7165.JPG)
Mit freundlichen Grüßen, René
Wahrscheinlich
Gruesse, René
Zitat von: Rene in März 07, 2024, 12:17:40 NACHMITTAGSIst es mit Apo oder A. gekennzeichnet?
Mit "Apochromat".
Es könnte ein Vorgängermodell dieses Objektivs gewesen sein.
Ich hatte sowohl das 8mm 0,65 trocken (apo) als auch das Wasser-Öl-Objektiv (achro), und sie waren von der Konstruktion her sehr ähnlich. Das brachte mich zu der Annahme, dass nur der Abstand zwischen den beiden optischen Elementen des Objektivs angepasst wurde, so dass es wieder sphärisch ist. Dies führte zu einer gewissen chromatischen Aberration, weshalb das Objektiv als achromatisch bezeichnet wurde.
Wenn ich mich recht erinnere, hatten sie einen kurzen Arbeitsabstand. Normal für trockene 0,65NA-Objektive (etwa ein halber mm), aber wenig für ein 20x-Wasserimmersionsobjektiv. Mit den späteren Leitz-Wasserimmersionsobjektiven habe ich im Vergleich dazu viel mehr Spielraum (25x/0,6 SW, 50x/1,0 WI).
Viele Grüße, René
Hallo Thomas,
zu den Einsatzmöglichkeiten fällt mir die Verwendung am Panphot und evtl noch UV-Lumineszenz ein.
Beste Grüße Stefan
Jetzt endlich die Fotos.
IMG_9898.jpeg
IMG_9900.jpeg
IMG_9899.jpeg
IMG_9902.jpeg
IMG_9902.jpeg
IMG_9903.jpeg
Hallo Thomas,
bist Du sicher, daß das Messingobjektiv in die Apochromat-Dose gehört?
Auf dem Objektiv kann ich nichts von Apochromat lesen.
Haben beide Objektive die gleiche Vergrößerung?
Ich bezweifle dass angesichts der großen Frontlinse des Messingobjektivs.
Hallo Thomas,
ich denke, Hugo hat recht. Ich hab mal die Objektivtabelle von 1930 drangehängt.
Wolfgang
Ich hatte auch in meiner Sammlung von Leitz Prospekten gesucht und kein Apo Öl 8mm gefunden. Und erst recht keines mit Apertur 0,7.... (ob trocken oder ölig, achro oder apo).
Grüße
Martin
Tja, das 0,7 ist schon etwas verwirrend.
Gerade mal nachgemessen.
Das silberne 8mm hat eine 25er Vergrößerung.
Das Messing Objektiv ca. 22.
Erstaunlich! Bei einem Frontlinsendurchmesser von 7 mm (Schätzung anhand des Fotos) und einem NA von 0,7 errechne ich einen Arbeitsabstand von 6,5 mm. Das ist eine anständige Entfernung, um mit Ölimmersion zu arbeiten.
Können Sie Bilder zeigen?
Mit freundlichen Grüßen, René
Zitat von: Rene in März 08, 2024, 21:55:18 NACHMITTAGSErstaunlich! Bei einem Frontlinsendurchmesser von 7 mm (Schätzung anhand des Fotos) und einem NA von 0,7 errechne ich einen Arbeitsabstand von 6,5 mm. Das ist eine anständige Entfernung, um mit Ölimmersion zu arbeiten.
Können Sie Bilder zeigen?
Mit freundlichen Grüßen, René
Allen Berechnungen zum Trotz, sieht die Realität anders aus. :-)
IMG_9918.jpeg
Hallo,
Ich habe letztens Wochenende versucht eine Ölimmersion in dem Vergrößerung Bereich um die 20 - 25x zu ersteigern und konnte dann wegen Funklochs mein Gebot nicht abgeben.
Könnte das Objektiv um das es hier geht, wegen der kurzen Abgleichlänge, sich vielleicht um ein Metallobjektiv mit der Tubuslänge 215 mm handeln, oder einen Vorgänger?
Grüße
Das könnte natürlich sein.
Bei 215mm wäre ich deutlich dichter am Objekt und ich bräuchte weniger Öl.
Nur so eine Idee:
Leitz gibt im Katalog von 1899 für Immersion mit Bromnaphtalin bei 50° Öffnung eine numerische Apertur von 0,70 an (im Vergleich dazu normales Immersionsöl 0,64).
Könnte das Messing-Objektiv für die Immersion mit Bromnaphtalin-Öl bestimmt gewesen sein?
Grüße
Martin
Zitat von: Peter_le in März 09, 2024, 11:42:56 VORMITTAGKönnte das Objektiv um das es hier geht, wegen der kurzen Abgleichlänge, sich vielleicht um ein Metallobjektiv mit der Tubuslänge 215 mm handeln, oder einen Vorgänger?
Heiße Spur!
Das hier wäre übrigens abzugeben, falls Du noch eins suchst.
Wolfgang
ist auch ein Öl....
Schau mal hier:
http://www.museum-optischer-instrumente.de/abbe_ref_30264.html
https://de.wikipedia.org/wiki/1-Bromnaphthalin
Es stinkt wohl fürchterlich und hat sich vielleicht deshalb nicht durchgesetzt...
Grüße
Martin
Ich habe das Thema heute beim Online-Stammtisch der Tübinger Mikroskopischen Gesellschaft angesprochen:
Solche hochaperturigen aber eher schwach vergrößernde Immersions-Objektive finden in der Mineralogie Verwendung Olaf Medenbach verwies auf seinen Beitrag hier im Forum:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35974.msg263144
Die numerische Apertur von 0.7 in Verbindung mit Bromnaphatalin macht dort durchaus Sinn.
Grüße
Martin
Klasse Martin, vielen Dank!
Dann habe ich jetzt ein seltenes Objektiv im falschen Behälter, was ich nicht sinnvoll nutzen kann.
Naja, dann ist das halt so. ☺️
In dem von Martin verlinkten Beitrag geht es nur um die Verwendung hochaperturiger Objektive für die Betrachtung von Interferenzbildern von Kristallen mit hohen Achsenwinkeln. Noch bedeutender ist die Verwendung von Immersions-Objektiven in der Auflicht- oder Erzmikroskopie, da man dadurch eine hervorragende Kontrastierung von opaken Phasen gegen transparente Phasen erreicht. Das sieht man andeutungsweise in diesem Beitrag (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9850). Der handelt zwar in erster Linie von Immersionskontrast-Objektiven, aber präsentiert auch einen schönen Vergleich der unterschiedlichen Verfahren Luft-Öl-Immersionskontrast, woran man den Vorteil der Ölimmersion zur Kontrastierung sieht.
Herzliche Grüße,
Olaf
Zitat von: olaf.med in März 10, 2024, 17:20:13 NACHMITTAGSNoch bedeutender ist die Verwendung von Immersions-Objektiven in der Auflicht- oder Erzmikroskopie, da man dadurch eine hervorragende Kontrastierung von opaken Phasen gegen transparente Phasen erreicht.
Und natürlich in der Kohlepetrographie.
Wolfgang