Die sogenannte binäre (aus zwei Namen bestehende) Nomenklatur (Namensgebung) geht auf den schwedischen Naturforscher Carl von Linné zurück.
Basierend auf früheren Ansätzen führte Carl von Linné in seinem Buch Species Plantarum im Jahre 1753 ein System zur Benennung von Pflanzenarten ein. Dieses System unterschied sich von vorigen Systemen darin, dass einem Gattungsnamen nur ein einziger Artname hinzugefügt wurde.
Welche Bedeutung hat das
x in einem botanischen Namen?
Mitunter finden sich bei botanischen Namen Schreibweisen in denen ein Gattungsname vom Epitheton durch ein
x getrennt wird. Das ist ein Hinweis darauf, dass es sich
nicht um eine reine Ausgangsart handelt, sondern um eine Vermischung zweier nahe verwandter Arten.
Das x gibt an, dass sie keine reine Art ist, sondern eine
Hybride, wobei vor dem x der weibliche Elternteil steht und nach dem x der männliche.
Wuchs- und Blattmerkmale je nach Elternteil sehr uneinheitlich.
Wie sie Gold - Ulme genau botanisch ein zu ordnen ist, scheint äußerst schwierig, wie ich aus meiner Literatur ersehe.
Aber die Stellung der Ulmen in der Systematik und ihre wissenschaftliche Nomenklatur sind noch nicht vollständig geklärt, da die Pflanzen mit einer ungewöhnlichen Leichtigkeit Hybriden erzeugen.
Die Gattung Ulme hat ungefähr 25 Arten, die sich aus Japan, ganz Asien, Europa und auf Nordamerika bis zu den Rocky Mountains verteilen.
Die Ulme ist seit dem
Oligozän nachweisbar.
Der Beginn des
Oligozän liegt 33,9 Millionen Jahre zurück, das Ende wurde auf vor 23,03 Millionen Jahren festgelegt. In dieser Zeit begann unter anderem die Auffaltung der Alpen und der Rocky Mountains.
Welche Tiere lebten im Oligozän?
In den Meeren des Oligozän finden sich Muscheln, Schnecken, Seeigel, Rochen und Haie. Unter den Pflanzen, die im sehr warmen Klima des Oligozäns gediehen, finden sich Fossilien von Palmen, Zimtbäumen und Lorbeergewächsen.
Die Ulmen wurden bereits von Vergil (Publius Vergilius Maro, 70 – 19 v. Chr.) genannt. Nach der germanischen, anthropologischen Vorstellung entstammt der Mann der Esche, die Frau hingegen der Ulme.
Vergil war ein römischer Dichter und Epiker.
Bild 01 Habitus, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348036/1.jpg)
Urheber: C. Löser
Das Holz der Ulme ist braun, hart und beständig wie das Eichenholz.
Das Holz wird zu Möbeln, Bögen, Gewehrschäfte, Wagenaufbau und Holzbauten verwendet.
Der Brauch, die Rebenstöcke mit Ulmenstäben zu stützen ist sehr alt.
Es ist auch ein gutes Brennholz, gibt aber viel Asche.
Die Ulme kann mehrere hundert Jahre alt werden, und dies ist keine Seltenheit, im Kanton Tessin am Luganer See lässt sich ein Alter zwischen 300 und 400 Jahren belegen.
Systematik:Ordnung: Rosenartige Rosales
Familie: Ulmengewächse Ulmaceae
Unterfamilie: Ulmoideae
Gattung: Ulmen Ulmus
Art: Gold-Ulme, Säulen-Goldulme
Wissenschaftlicher Name: Ulmus x hollandica 'Wredei'
Gültiges Synonym: Ulmus minor 'Wredei'
Ungültige Synonyme: Ulmus carpinifolia 'Wredei', Ulmus minor 'Dampieri Aurea',
Trivialnamen: Stadt-Ulme oder Holländische Ulme, Goldulme, Wredei, Golden Elm, Goudiep
Englische Bezeichnung: elm tree
Herkunft: Die Gold - Ulme ging aus Kreuzung und Selektion unterschiedlicher Ulmenarten hervor. Die Kreuzung wurde vom Königlichen Garteninspektor Josef Wrede in Deutschland durchgeführt. Seit dem Ende des18. Jahrhunderts gehört sie zu den auffälligsten Ulmen.
Bei der Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei' handelt es sich um eine Sorte, die um 1877 vom Königlichen Garteninspektor Wrede in Geltow bei Potsdam selektiert wurde.
Die Eltern der gekreuzten Sorte sind die Feld - Ulme und die Berg – Ulme (Ulmus minor x Ulmus glabra).
Die Ulmen zählen zu den wenigen Bäumen, die vor der Belaubung nicht nur blühen, sondern auch fruchten.
Die Frucht ist eine kleine Nuss, die von einem membranartigen, sehr breiten Flügel umschlossen ist, der eine blasse Farbe und eine elliptische oder spitzovale Form zeigt.
Die Holländische Ulme ist ein sehr wuchskräftiger Baum, häufig mit dickem, etwas krummem Stamm, weit ausgebreiteter, offener, relativ flacher Krone und steil aufwärts gerichteten, kräftigen, stark verzweigten Ästen.
Ulmus x hollandica 'Wredei' ist ein bis 10 Meter hoher, langsam wachsender Großstrauch oder kleiner Baum mit säulenförmiger Krone und meist durchgehendem Stamm, Seitenäste straff aufrecht.
Die Blütezeit ist von März bis April.
Die Rinde ist braun bis graubraun, in Streifen zerreißend oder mit kleinen, glatten Schuppen.
Ulmus x hollandica 'Wredei', Gold - Ulme Wredei ist ein Baum der auf Anhieb durch seine auffallende Helligkeit beeindruckt. Diese Ausstrahlung verdankt er seinen kleinen Blättern, die im Frühjahr goldgelb, und im Sommer grünlichgelb sind.
Bild 02 Blatt, oberseits kahl, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348034/2.jpg)
Urheber: Rasbak
Blätter dieses Hybriden sind etwa 5-8 cm lang, breit eiförmig, gedreht und wellig, zugespitzt, tief doppelt gesägt, Zähne nach vorne gerichtet, tiefgrün, etwas rau. Blattbasis stark asymmetrisch. Im Austrieb leuchtend gelb, später gelb bis gelb-grün. Herbstfärbung gelb. Das Blatt ist nie 3-spitzig und hat Achselbärte wie die der Feld – Ulme.
Bild 03 Sommerblätter, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348035/3.jpg)
Urheber: Wouter Hagens
Dieses Werk ist gemeinfrei.
Während der Vegetationsperiode verändert sich die Blattfarbe noch einmal von grüngolden im Sommer zu leuchtend gelb im Herbst, bevor sie dann abfallen.
Nach dem ersten Weltkrieg seit etwa 1920 verursacht das Ulmensterben, eine durch den aus Holland eingeschleppten Schlauchpilz Ceratocystis ulmi ausgelöste Verstopfung der Wasserleitbahnen des Baumes. Infolgedessen kommt kein Wasser mehr in die Krone und die Blätter vertrocknen.
In ganz Europa große, gebietsweise bestandsbedrohende Verluste.
Die Gold – Ulme galt zunächst als widerstandsfähiger gegenüber der Ulmenkrankheit, was sich aber nicht bestätigte.
Teil 1
Spross, Querschnitte
25 Mikrometer
Bild 04 Schnittstellen, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348037/4.jpg)
Bild 05 Detailaufnhme, ungefärbter Schnitt, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348039/5.jpg)
Bild 06 Detailaufnahme, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348038/6.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.30 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony alpha 6000
Bild 07 Übersicht, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348041/7.jpg)
Bild 08 Detailaufnahme, mit Beschreibung, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348042/8.jpg)
MP = Markparenchym, MST = Markstrahl, XY = Xylem, K = Kambium, SK = Sklerenchym, PH = Phloem, PE = Periderm, RP = Rindenparenchym
Bild 09 Detailaufnahme, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348040/9.jpg)
Bild 10 Detailaufnahme, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348043/10.jpg)
Bild 11 Korkleiste, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348044/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348045/12.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 13 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348048/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348047/14.jpg)
Bild 15 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348046/15.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitte
25 Mikrometer
Bild 16 Aufgeklebter Spross, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348049/16.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Seitenknospe mitsamt den ihn umhüllenden jugendlichen Blattanlagen.
Seitlich an den Sprossachsen stehen die Seitenknospen, die bei den Samenpflanzen stets blattachselständig angelegt werden und dann auch Achselknospen genannt werden. Von ihnen geht die Verzweigung des Sprosssystems aus.
Beim Großteil der ausdauernden Pflanzen der gemäßigten und arktischen Zonen sind die Knospen zum Schutz vor ungünstigen Umweltbedingungen wie Frost oder Trockenheit (Aridität) mit einer mehr oder weniger großen Anzahl von Knospenschuppen bedeckt.
Bild 17 Übersicht, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348050/17.jpg)
Bild 18 Übersicht, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348051/18.jpg)
Bild 19 Übersicht, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348053/19.jpg)
Bild 20 Detailaufnahme, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348054/20.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348052/21.jpg)
Bild 22 Übersicht, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348056/22.jpg)
Bild 23 Übersicht, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348057/23.jpg)
Bild 24 Übersicht, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348055/24.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348060/25.jpg)
Bild 26 Detailaufnahme, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348059/26.jpg)
Bild 27 Radialschnitt, Autofluoreszenz, Gold - Ulme Ulmus x hollandica 'Wredei'
(https://www2.pic-upload.de/img/37348058/27.jpg)
Schraubentracheen im Xylem
Tracheen und Tracheiden sind die häufigsten und wesentlichen Elemente des Xylems bzw. des Holzes. Sie besitzen charakteristische Wandverdickungen, die dem Unterdruck (Transpirationssog) in ihrem Lumen standhalten und ein Zusammenfallen verhindern.
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Gregor Aas ,,Bäume", ISBN:3-7742-4058-2
Dieter Böhlmann, ,,Gehölzbiologie", ISBN: 978-3-494-01547-7
U. Hecker ,,Bäume und Sträucher", ISBN: 3-8354-0021-7
Bernd Miggel ,,Holzbestimmung mit dem Mikroskop", ISBN: 978-930167-81-4
Dieter Grosser ,,Die Hölzer Mitteleuropas", ISBN: 3-935638-22-1
Humphries ,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 3-440-061-40-X
Spohn ,,Kosmos Baumführer Europa", ISBN: 978-3-4440-44741-5
Peter A. Schmidt ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
Bernd Schulz ,,Gehölzbestimmung im Winter", ISBN: 978-3-8001-7986-2
P. Schütt ,,Lexikon der Bäume und Straucharten", ISBN: 978-3-86820-123-9
P. Schmidt, U. Hecker ,,Die wildwachsenden und kultivierten Laub- und Nadelgehölze Mitteleuropas, ISBN: 978-3-494-01800-3
,,Welcher Baum ist das?", ISBN: 978-3-440-16449-5
,,Der Kosmos Pflanzenführer", ISBN: 978-3-44016318-4
,,Der Kosmos Waldführer", ISBN: 978-3-440-17680-1
,,Pflanzen bestimmen für Dummies", ISBN: 978-3-527-71428-5
,,Tiere und Pflanzen", ISBN: 978-3-440-14136-6
,,Die Pflanzen", 1985
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
,,Das Kosmos Wald & Forst – Lexikon", ISBN: 978-3-440-1529-5
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen.
Ich recherchiere dann weiter, suche die zugrundeliegenden Studien heraus, werte sie aus und verbinde alles miteinander.
Beim Recherchieren öffnet sich oft nicht nur eine neue Tür, sondern gleich mehrere. Dahinter verbargen sich weitere spannende Informationen.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Hans-Jürgen