Hallo zusammen,
schon seit ein, zwei Jahren beschäftige ich mich immer wieder damit, mir ein Mikroskop anzuschaffen. Ich bin viel in der Natur unterwegs und mich fasziniert schon immer das Kleine, wie z. B. Blattläuse und Springschwänze. Obwohl im Vergleich zu dem, was man in einem Wassertropfen sehen könnte, sind es ja Riesen!
Ich möchte gerne das Leben z. B. einer Pfütze, Regentonne oder anderer Stillgewässer beobachten und kennenlernen. Kürzlich wurde der Mikroskopwunsch wieder angefacht, da ich interessante Würmchen in einer Pfütze gefunden hatte (Tubifex) und bei näherer Betrachtung meiner Fotos sah ich u. a. noch Wasserflöhe und Hüpferlinge. Ich finde sie so spannend!
Nun die Frage, die schon so oft gestellt wurde, was für ein Mikroskop...
Ich habe einige herausgesucht, die zu meinen finanziellen Möglichkeiten passen.
Gerne sollte es ein Trinokular sein, weil ich (unbedingt) Fotos machen möchte.
Allerdings tun sich da schon die nächsten Fragen auf. Ich würde gerne mit meiner Kamera (Olympus M1 Mark II) die Fotos machen. Die Adapter dafür sind preislich im niedrigen zweistelligen bis guten dreistelligen Bereich. Woher diese Unterschiede? Oder habe ich da Äpfel mit Birnen verglichen, auf z. B. dieser Seite:
https://www.optical-systems.com/Mikroskopie/Mikroskopzubehoer/Kameraadapter/
Und welchen Mount bräuchte ich?
Die nächste Unsicherheit ist, wie kommt die Optik bzw. der Sensor meiner Kamera mit der Optik des Mikroskops zurecht. Olympus hat ja den" Four Thirds-Sensor." Muss ich da etwas beachten?
Man kann natürlich auch mit dem Handy Fotos machen (ich habe ein Samsung S20 FE). Wahrscheinlich ist dann die Sache mit dem Adapter einfacher... - aber wie schlecht wird dann das Ergebnis sein im Vergleich zur Olympus?
Nun folgen die Mikroskope, die ich mir herausgesucht habe:
(wenn ich den Link einstelle, dann kommt immer so ein ellenlanges Teil. Ich hoffe, das ist kein Problem. Denn eine Möglichkeit einen Link einzufügen, der anklickbar ist, ohne den ellenlangen Rattenschwanz, habe ich nicht gefunden. Ich habe zwar gesehen, dass man eine "Verknüpfung einfügen" kann, aber das scheint trotzdem den Link nicht zu verkürzen; oder es sieht nur beim Erstellen so aus und ist nachher beim Absenden anders...)
Bresser trinokulares Stereomikroskop Analyth STR Trino 10x - 40x mit getrennt dimmbarem LED-Auf- und Durchlicht und Tragegriff für mobilen Einsatz
Euro 279,-
Mikroskop 1 (https://www.amazon.de/Bresser-trinokulares-Stereomikroskop-Analyth-Trino/dp/B098QZ6DNC/ref=sr_1_1_sspa?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=2JZNH4WZAS6MB&dib=eyJ2IjoiMSJ9.dB_CkdwUNr1pVGvMPk2c9sbFCJHtY_FSZ0YH-0F9GcqqhjJGkAzUKznjaFRrMxx8yRcJYSSsN_C5xCrAHSwSLIqqZrZoF6cLU1DJBIH0DqapHQFLL1GSizlZM2i-BMtZJ1-2QnRNOrnKO7tmTpd9CX5Xa3m3fKLc21DvoCzJ_3cp2rmZj87zzHAldYwXCai4Qd5dLWscBLMoDHhSa-FyzXM8W-5o4Cx23e8qEaum5hDk2y8WoqJduXvFgfiqjMvE8b4sav0rEWbfJJ3UtwGSaX-TlUObCc9RgulhjwiR3cc.P5eLIa1JLwhHY2s_WvPsklbuveXMKBAaVw5_yGhbffA&dib_tag=se&keywords=Bresser+trinokulares+Stereomikroskop+Analyth+STR+Trino&qid=1719848413&sprefix=bresser+trinokulares+stereomikroskop+analyth+str+trino%2Caps%2C88&sr=8-1-spons&ufe=app_do%3Aamzn1.fos.335e368b-29e8-4542-bb58-939a88195e78&sp_csd=d2lkZ2V0TmFtZT1zcF9hdGY&psc=1)
Zusammengesetztes optisches Mikroskop mit drei Augen, Vergrößerung 40X-5000X, mit elektronischem Okular und mechanischem Stadium, Okulare WF10x und WF25x, Abbe-Kondensator
Euro: 270,-
Mikroskop 2 (https://www.kentfaith.de/GW45.0066_zusammengesetztes-optisches-mikroskop-mit-drei-augen-vergr%C3%B6%C3%9Ferung-40x-5000x-mit-elektronischem-okula?gad_source=5&gclid=EAIaIQobChMIv8Dcppz8hgMVWaloCR13xAb_EAQYASABEgJiwfD_BwE)
SWIFT 380T Trinokulares Mikroskop 40X-2500X Trinokulares Mikroskop, Durchlicht, Siedentopf Kopf, Labor Compound Mikroskop mit WF 10X/25X Okulare Ultrapräzise Fokussierung, Kamera-kompatibel
Euro: 300,-
Mikroskop 3 (https://www.amazon.de/SWIFT-Trinokulares-Ultrapr%C3%A4zise-Fokussierung-Kamera-kompatibel/dp/B0B8H7BV2G/ref=sr_1_2_sspa?crid=2IYOT52S4JB00&dib=eyJ2IjoiMSJ9.jcbwMV3Pl7KlS7jqqP3QzbqXExr9t7NNVgr5lKzyQpdnBcDIra3IKnLc_4xiNZdAjVePdKPjE39CH2nlX6feF1Y8Dpr_qhIXm8Eq7r_94lbJf51E7_MdI_uh2v509-Qfrwcti5rKqdWfQbtD8adPDaSpU5UGR0c_xp1poMMb-93oS2LxI_wEg3YKRD5_apfS7-TfEPRm-H7yFiCkhwH8YnvJipTgiAnouJZ3btTaiIScO9BabXyFZoTaezxhy322Ip-ZjkZmzPUu645ZXNrbDMGLYcYKU0g7yblPGThrsj8.MrFbt3YbjnK2j51voMdOLqIjbC9_o4f8mL-3TYF0piE&dib_tag=se&keywords=trinokulares%2Bmikroskop&qid=1719505537&sprefix=trinok%2Caps%2C107&sr=8-2-spons&ufe=app_do%3Aamzn1.fos.335e368b-29e8-4542-bb58-939a88195e78&sp_csd=d2lkZ2V0TmFtZT1zcF9hdGY&th=1)
Das hier geht wahrscheinlich eher in Richtung "Spielzeug"?
2000x Mikroskopen Bewegliches Lineal Mikroskopen Labor LED mit vorbereiteten und leeren Objektträgern Mikroskop Objektiv Adapter Zubehör
Euro: 118,-
Mikroskop 4 (https://www.amazon.de/MAXLAPTER-Mikroskopen-Bewegliches-vorbereiteten-Objekttr%C3%A4gern/dp/B07ZPM4CHF/ref=sr_1_13_sspa?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=WCARML1E8EI4&keywords=mikroskop+bis+200+euro&qid=1700283436&sprefix=mikroskope+bis+200+euro%2Caps%2C75&sr=8-13-spons&sp_csd=d2lkZ2V0TmFtZT1zcF9tdGY&psc=1)
Passen die herausgesuchten Geräte zu dem, was ich mit ihnen vorhabe?
Danke schon einmal für Eure Antworten!
Viele Grüße
Adelheid
Have look here Einführung für Tümpler
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43401.0
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43044.0
Best, Maarten
Hallo Adelheid,
mit Mikroskop 1 kannst du nur große Lebewesen entdecken. Das ist eine Stereolupe und kein Mikroskop. Du brauchst eines, das mindestens 400-fach vergrößern kann.
Mikroskop 2 und 3 sind qualitativ das, was man für den Preis erwarten kann. Schon die Werbesprüche von 2500-5000 - fache Vergrößerung sind absoluter Unsinn. Mehr als 1000 (max. 1250) sind gar nicht möglich.
Meine Tipps:
- Verrate uns in welcher Gegend du zu Hause bist. Evtl. findet sich in deiner Nähe jemand, der dir mal zeigen kann, was ein gescheites Mikroskop ausmacht.
- Schaue dich im Mikrosmarkt um. Da werden immer wieder gebrauchte, qualitativ hochwertige Mikroskope angeboten - auch mit Rückgaberecht.
- Evtl. gibt es in deiner Nähe eine mikroskopische Vereinigung oder einen Arbeitskreis. Die sind eigentlich immer sehr hilfsbereit bei Anfängern.
Freundliche Grüße
Peter
Hallo Adelheid,
für den Einstieg in die Mikrowelt und in das Leben im Wassertropfen sind sicher alle Geräte außer dem ersten geeignet, für halbwegs schöne Fotos leider keines. Es kommt natürlich auf Deine Ansprüche an. Um das, was man sieht zu dokumentieren, reicht immer das Smartphone, aber die Gewässer haben sehr viele verschiedene Bewohner. Die oft sehr schönen Algen halten ja meist still, aber bei vielen Tieren braucht man zwingend einen Blitz, um ihre schnellen Bewegungen einzufrieren. Den bringt kaum ein Gerät "von der Stange" mit. Da muss man selber bauen oder bauen lassen.
Keines der von Dir verlinkten Geräte verfügt über eine KÖHLER-Beleuchtung. Die bietet, auch wenn vor 130 Jahren erfunden, noch immer das Optimum der Beleuchtung für die Fotografie. Es wird viel darüber diskutiert, ob sie noch zeitgemäß ist, da es sehr viel bessere Vergütungen gibt als vor 130 Jahren und das Problem der Lichtstreuung damit auf anderem Wege stark minimiert wurde, aber diese Optiken haben auch ihren Preis. Wenn man mit wenig Geld gute Ergebnisse erzielen will, sollte man sich nach einem guten gebrauchten Mikroskop aus den 70er, 80er oder 90Jahren umsehen. Da bekommt man mehr Mikroskop für sein Geld und zur Not kann man es auch wieder gut verkaufen (Preisverfall weitestgehend abgeschlossen). Die von Dir verlinkten Mikroskope spielen in einer Liga, in der sie gebraucht kaum noch 20..30 € erzielen.
Hüte Dich als Anfängerin aber vor Online-Auktionen. Es ist sehr schwer bis unmöglich an Hand von Fotos den Zustand eines Mikroskops zu beurteilen. Wenn Du Dich hier im Forum im Mikromark umschaust, findest Du immer wieder gute Angebote. Du kannst dort auch eine Suchanfrage stellen. Vereinbare immer eine Rückgabe bei Nichtgefallen, oder hole das Gerät selber ab und lass Dir alles zeigen.
Ich rate Dir: Fang erst mal mit einem einfachen gebrauchten Mikroskop an. Wolfgang (liftboy) verkauft z.B. gut überholte russische Mikroskope aus den 80er Jahren, die sehr gut sind für den Einstig.
Die Tücken liegen weniger bei der Beherrschung der Mikroskoptechnik als bei den Präparationstechniken. Das ist nur was für geduldige Menschen. Das solltest Du erst herausfinden ob Du daran Freude hast, bevor Du stärker investierst. Die Fotoadaption ist noch mal ein extra Thema und hängt von jeweiligen Gerät ab. Das würde ich wirklich als Schritt 2 sehen.
Vielleicht meldet sich ja auch noch jemand aus Deiner Nähe, bei dem Du etwas Starthilfe bekommen könntest.
In Bonn (1/2 Stunde von Leverkusen) gibt es eine sehr rege Mikroskopische Vereinigung, das Mikroskopische Kollegium (https://www.mikroskopie-bonn.de/) Die haben auch Leihgeräte für Anfänger. Vielleicht besuchst Du mal eine ihrer Veranstaltungen.
LG Gerd
Hallo Adelheid,
Peter und Gerd haben es schon gesagt: Keines der Geräte würde mich auch nur ansatzweise begeistern, eher gruseln. Ernsthaft!
Für meine Begriffe ist das aus dem Fenster geworfenes Geld, vor allem, wenn man den Anspruch hat, mit diesen Mikroskopen auch einigermaßen vernünftige Fotos zu machen. Man kann damit allenfalls etwas in die Mikrowelt hineinschnuppern, mehr aber auch nicht. Erst recht nicht, wenn es Dir speziell um das Leben im Wasser geht.
Wie auch alle anderen kann ich Dir nur zu einem guten gebrauchten Mikroskop raten und selbst dann wird es in dem von Dir genannten Preisrahmen knapp, wenn es ein Trinokularmikroskop sein soll. Ich denke, Du solltest selbst bei einem Gebrauchtgerät eher ein Budget ab ca. 500 EUR einplanen.
Mein Rat mag Dich enttäuschen, aber bevor ich mir so etwas wie die genannten Mikroskope antun würde, würde ich lieber noch etwas sparen, bis Du ein venrünftiges Gebrauchtgerät erwerben kannst. Glaub mir - mit den von Dir aufgeführten Mikroskopen wirst Du keine Freude haben.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Adelheid,
schau bitte mal in deine privaten Nachrichten.
Bei den Mikroskopierabenden des NVW in der Uni Wuppertal kannst du dir völlig kostenlos und unverbindlich richtig gute, neue und gebrauchte, Mikroskope ansehen und ausprobieren.
Erfahrene Mikroskopiker stehen Dir dort mit Rat und Tat zur Seite, nicht nur im Hinblick auf den Kauf eines Mikroskops, vor allem beschäftigen wir uns mit der Herstellung von Präparaten. Da ist alles dabei: botanische Schnitte, Tümpelproben, Insekten und Käfer usw.
Leverkusen ist nicht weit, komm einfach vorbei!
Guten (Spät)abend Adelheid.
und ein herzliches Willkommen!
Tja, ,,Tümpeln" (= ein Begriff der die Untersuchung der mikroskopischen Lebewelt aus unterschiedlichen Quellen von Wasser meint) UND ein hinreichend sinnvoll taugliches Mikroskop für so etwas ist damit verknüpft regelmäßig ein Thema ...
Zuerst Mal: Dieses Forum stellt eine erstklassige Adresse für eine Anfrage wie die von Dir betriebene dar. Allen bisherigen Antworten ist vollkommen zuzustimmen, die Kompetenz dieser unserer Forenmitglieder steht außer Zweifel.
Die Frage nach gleich zwei Themen, die teils durchaus ein wenig komplex sind, sollte man meiner Meinung nach so verständlich wie nur möglich behandeln.
Kurz: Der Umgang mit einem Mikroskop:
Mikroskopie, die Bedienung eines Mikroskops muss man erlernen, das ist aber keine monumentale Schwierigkeit. Mit Motivation und Lernbereitschaft geht das durchaus. Und man lernt immer im Laufe der Zeit mehr und mehr dazu.
Aber zu den ,,zwei Themen", die den Kern Deines Anliegens betreffen:
• Wahl eines geeigneten Mikroskops
Nicht ganz trivial. Die von Dir aufgezählten Mikroskope würde ich eher nicht erwerben wollen. Wobei das Modell von Swift zumindest halbwegs passabel sein könnte. Allerdings hast Du einen Riesen-Qualitätssprung nach oben, falls Du hier im Mikromarkt des Forums eine Anfrage nach einem
Mikroskop einer etablierten Marke tätigst.
• Die Fotografie:
Für Mikrofotografie mit Deiner (sehr guten!) Olympus OM-D E-M1 Mark II wäre – wie auch sonst – ein Trinokular-Tubus optimal.
Nur: solche Tuben sind leider manchmal etwas (Nachfrage ...) teuer.
Aber das Gewicht dieser Kamera halten auch monokulare oder binokulare Tuben von diversen CARL ZEISS, ZEISS Jena oder Leitz-Typen aus.
Eine solche Adaption lässt sich mit einem ca. 35- bis 40 mm Objektiv (es geht auch mit sehr deutlich günstigen gebrauchten mit ggf. einem Adapter) für Deine Kamera als sogenannte Relaisoptik, plus einem geeigneten Okular plus einem Adapter, der eben dieses Okular hält, sodass man diese Anordnung in den Tubus stecken kann, (ab ca. € 40 zu bekommen) tadellos realisieren.
(Sorry, ein Satzungetüm ... ;) ;D )
Ich überlege gerade, ob ein ZEISS STANDARD KF2, das ich selten nutze und günstig abgeben könnte, nicht eine qualitativ sehr gute Lösung für Adelheids Vorhaben sein könnte.
Daher bitte ich Euch um Meinungen dazu.
Der Kondensor dieses Typs ist zwar nicht für Köhlerbeleuchtung geeignet, dafür aber erstklassig für schiefe Beleuchtung.
Und gerade für eine Einsteigerin – wie Adelheid – ist die Bedienung eines KF2s angenehm einfach.
Ich könnte auch ein Objektiv-Set mitgeben, das gerade für Wasseruntersuchungen gut geeignet wäre.
Eure Meinungen dazu wären bitte, wie erwähnt, von Interesse.
Liebe Grüße, Adelheid. Solltest Du Fragen haben, melde Dich bitte. Ich würde mich freuen!
Jakob
Vielen Dank für Eure vielfältigen und mir sehr weiter helfenden Antworten! Ich muss mich gleich auf den Weg zum Zahnarzt machen, komme aber heute Nachmittag dazu, auf die einzelnen Beiträge einzugehen und mir Notizen zu machen. Dann habe ich auch Zeit, mich wieder zu melden! Bis hierhin aber schon einmal ein dickes Danke an alle!
Viele Grüße
Adelheid
Hallo,
das KF2 ist ein hervorragendes Einsteigermikroskop! Meines Wissens gibt es dafür leider keinen Trinokulartubus bzw. wenn es ihn gibt, ist er extrem selten. Die Tuben der normalen Zeiss Standard-Serie passen leider nicht, man müsste einen solchen Trino ggf. mechnanisch anpassen.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
wie kommst du darauf ?
Das Zeiss KF2 hat die ganz gewöhnliche Zeiss Standard Tubusschwalbe, somit passen alle Tuben aus dem Standard-Programm.
Herzliche Grüße
Christoph
Hallo Christoph,
dann habe ich das etwas völlig Falsches im Hinterkopf gehabt. Ich war mir sicher, dass es darüber vor vielen, vielen Jahren lange Diskussionen gab. Wenn es nicht so ist - usmo besser!
Hezrliche Grüße
Peter
Noch einmal vielen lieben Dank an alle, die mir geantwortet bzw. geschrieben haben! Ich bin ganz überwältigt von den schnellen, vielen und so informativen Antworten!
Der Gesamtenor ist, dass die von mir vorgestellten Mikroskope keine gute Wahl sind... - ich bin sehr froh, dass ich nachgefragt habe. Das wäre ein teurer Flop geworden!
Zitat von: deBult in Juli 01, 2024, 18:17:51 NACHMITTAGSHave look here Einführung für Tümpler
Thanks Maarten!
Zitat von: Peter Reil in Juli 01, 2024, 21:13:04 NACHMITTAGSMeine Tipps:
- Verrate uns in welcher Gegend du zu Hause bist. Evtl. findet sich in deiner Nähe jemand, der dir mal zeigen kann
- Evtl. gibt es in deiner Nähe eine mikroskopische Vereinigung oder einen Arbeitskreis. Die sind eigentlich immer sehr hilfsbereit bei Anfängern.
- ich komme aus Leverkusen
- auf die Möglichkeit nach Bonn oder Wuppertal zu kommen hat man mir geschrieben bzw. mich eingeladen. Danke!
Danke für Deine Spät-Abend Antwort, Jakob.
Zitat von: Jakob_Wittmann in Juli 02, 2024, 01:47:35 VORMITTAGZuerst Mal: Dieses Forum stellt eine erstklassige Adresse für eine Anfrage wie die von Dir betriebene dar. Allen bisherigen Antworten ist vollkommen zuzustimmen, die Kompetenz dieser unserer Forenmitglieder steht außer Zweifel.
Jakob
Und gerade deshalb bin ich sehr froh, Euch gefunden zu haben.
Ich denke, den Umgang mit dem Mikroskop kann ich gut erlernen, da ich ein Autodidakt bin. Im Bio-LK haben wir zwar mal die übliche Zwiebelschale untersucht, aber das ist schon ewig her...
Ich werde Dir gleich noch eine Nachricht schreiben, Jakob.
Danke Gerd für Deine umfangreiche Antwort.
Zitat von: plaenerdd in Juli 01, 2024, 21:44:37 NACHMITTAGSUm das, was man sieht zu dokumentieren, reicht immer das Smartphone,
Und das könnte ich quasi am Tubus bzw. Okular an jedem Mikroskop befestigen?
Die Algen haben mir auch schon sehr gut gefallen mit ihren feinen Strukturen!
Es gibt auch Mikroskope mit Blitz?
Vielleicht könnte man das auch mit einem entfesselten Blitz realisieren, aber das müsste ich ausprobieren.
Viele Grüße
Adelheid
Das mit der KF2-Schwalbe ist teilweise richtig. Manche Modelle haben die ganz normale Zeiss-Schwalbe, wo alles drauf paßt. Die erkennt man an der seitlichen Rändelschraube. Daneben gibt es Modelle, wo der Binotubus sozusagen fix ist. Hier ist statt der Rändelschraube seitlich eine versenkte Schraube mit Inbuskopf verbaut. In diesem Fall passen keine Standard-Tuben drauf.
Grüße
Martin
Was sich unter dem nicht kompatiblen Tubus verbirgt, sieht übrigens so aus (Maße habe ich nicht zur Hand):
Hallo Adelheid,
das Wichtigste:
1) Nichts übereilen!!!
2) Keines dieser neuen Billigmikroskope kaufen!
3) Unbedingt das Angebot der "Wuppertaler" annehmen! Mikroskopiker sind nette, unkomplizierte und extrem hilfsbereite Menschen, da braucht niemand Berührungsängste zu haben. Und alle haben mal so klein angefangen wie Du.
Alles andere wird sich ergeben. Wenn das Budget recht begrenzt ist, ist das KF2 tatsächlich eine schönes Anfängermikroskop, das vermutlich auch in dieser Preisklasse liegt. Es muss dann allerdings die Version sein, die auch zu Zeiss Trinotuben der Stanadr-Serie kompatibel ist.
Mein altes beruflich genutztes weißes KF2 ist jedenfalls zu den anderen Zeiss-Tuben kompatibel, wie man hier sieht. Das sind aber eben nicht alle KF2, das sollte vor einem ggf. Kauf unbedingt geklärt werden.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22495.msg167560#msg167560
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Adelheid,
als jemand der sich ausschließlich Tümpelproben anschaut und ebenfalls Anfänger ist kann ich dir nur dazu raten, dir ein gutes gebrauchtes Mikroskop mit einem Kondensor zuzulegen, der schiefe Beleuchtung / Schieflicht unterstützt! Das macht optisch einen extrem dramatischen Unterschied beim beobachten und sollte nicht unterschätzt werden! Alles sieht viel plastischer aus und man sieht Dinge die im normalen Hellfeld blass und kontrastarm bleiben und in der Situation dazu verleiten, die Blende zu weit zuzumachen.
Ich habe ein Lomo Biolam von Wolfgang (liftboy) mit entsprechendem Kondensor gekauft und freue mich jedes mal wenn ich durchschaue über das tolle, plastische Bild, dass sich durch das drehen des Kondensors und verschieben der Blende der Effekt super einstellen lässt!
Weiter oben hatte jemand ein KF2 mit Kondensor für schiefe Beleuchtung angeboten, das würde ich an deiner Stelle auch in Betracht ziehen.
Ansonsten wurde ja schon alles gesagt, Finger weg von neuen Mikroskopen im unteren Preisbereich. Anders bei den Stereolupen: Hier würde ich sagen kann man als Ergänzung zum richtigen Mikroskop günstig auch was neues kaufen, z.B. um größere Mengen einer Probe zu durchsuchen oder tote Insekten fürs fotografiert werden zu präparieren oder ähnliche Sachen. Größere Wasserflöhe und die Hüpferlinge sind in einer Petrischale sicher auch nett zu beobachten. Ich habe ein "Seben" Stereomikroskop (160 € vor 10 Jahren), das ist ganz nett bis 40x. Ein Trinokular macht bei so einem Gerät und in dem Preisbereich aber aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn wenn man gute Fotos machen möchte.
Gruß,
Gerrit
Hallo Adelheid,
Zitat von: AdelheidEs gibt auch Mikroskope mit Blitz?
Vielleicht könnte man das auch mit einem entfesselten Blitz realisieren, aber das müsste ich ausprobieren.
In aller Regel sind die Blitzeinrichtungen für Mikroskope selbst gebaut. Die bis vor etwa 40 Jahren angebotenen kommerziellen Lösungen wie der ZEISS-Doppelkollektor, sind praktisch nicht mehr zu bekommen.
Wenn es gut werden soll muss da einiges beachtet werden. Im Durchlicht-Mikroskop geht es nicht einfach darum, das Objekt zu beleuchten. Bei einem etwas besseren Mikroskop durchläuft das Licht bevor es auf das Objekt trifft mindestens genauso viele optischen Bauteile, wie danach. Zu einem Mikroskop mit KÖHLER-Beleuchtung gehören eine Kollektorlinse, eine regelbare Leuchtfeldblende, eine regelbare Aperturblende und ein höhenverstellbarer Kondensor, der wie ein großes umgekehrtes Objektiv funktioniert. Damit die optische Leistungsfähigkeit der Objektive ausgenutzt werden kann, muss der Winkel des Lichtkegels, mit dem das Objekt beleuchtet wird etwa dem Winkel entsprechen, mit den das Objektiv die Lichtstrahlen einfängt. Damit das auch beim Blitzen der Fall ist, muss die Blitzröhre in der gleichen optischen Ebene liegen wie die Leuchtquelle, mit der Du beobachtest.
Entweder baut man die Blitzröhre unmittelbar vor die normale Lichtquelle (dann stimmt es aber nur so ungefähr) oder
man baut sich einen zweiten Strahlengang, der über einen halbdurchlässigen Spiegel (im einfachsten Fall ist das ein schräg gestelltes Deckglas) den Blitz an der richtigen Stelle einspiegelt.
Die 3.Möglichkeit ist ein selbst gebauter Doppelkollektor. Dazu werden zwei Kollektorlinsen so hintereinander gesetzt , dass sowohl das Pilotlicht, als auch die Bltzröhre auf den gleichen Punkt fokussiert werden. Das Pilotlicht sitzt hinter der ersten Linse und die Blitzröhre zwischen der ersten und der zweiten Linse.
Im ersten und im 3. Fall muss dazu die Blitzröhre aus dem Blitz ausgebaut und mit längeren Kabeln neu verlötet werden. Das ist Hochspannungstechnik und nicht ganz ungefährlich!
Das gilt wie gesagt alles für "normale" Durchlichtmikroskope. Wenn Du mit dem Blitz einfach von oben auf das Objekt blitzt, was Du wahrscheinlich vor hattest, so ist das ein ganz anderes mikroskopisches Verfahren. Damit würde das Durchlichtmikroskop nämlich zum Auflichtmikroskop. Das macht aber für fast durchsichtige Objekte wie die meisten Wasserlebewesen es sind, wenig Sinn. Das Bild wäre auch vollkommen anders, nämlich mit dunklem statt mit hellem Hintergrund.
Fange bitte erst mal mit dem Mikroskopieren und Beobachten an. Sowohl die Mikrofotografie an sich und erst recht das Mikro-Blitzen sind Themen für Fortgeschrittene.
Häufigster Fallstrick bei der Fotografie am Mikroskop ist das Verwackeln durch die Schwingungen von Spiegelschlag (nur bei Spiegelreflex-Kameras) und mechanischem Verschluss. Wichtig ist also, dass Deine Mikroskopkamera über einen
elektronischen Verschluss verfügt.
LG Gerd
Hallo,
das ist das "Problem" heute: Früher kamen die Mikroskopiker über die Mikroskopie zur Mikrofotografie, heute eher umgekehrt, also über die Fotografie zur Mikroskopie. Das, was frühr am Ende der Ebtwicklung stand, ist heute der Anfang und conditio sine qua non.
Man kann allerdings auch wirklich sehr sipmpel am Mikroskop blitzen. Leider gibt es die Webseite von unserem Bernhard Lebeda nicht mehr, der einfach über einen Objektträger im 45 Grad-Winkel als Strahlenteiler geblitzt hat.
Aber es ist schon so: Zunächst muss ein Mikroskop her, dann muss man sich mit dem Mikroskopieren an sich vertraut machen. Blitzen steht eigentlich eher ziemlich am Ende einer solchen Entwicklung.
Herzliche Grüße
Peter
Vielen Dank für Eure weiteren Erklärungen und Hinweise Peter, Gerd und Gerrit. Puh, da gibt es mehr zu beachten, als ich gedacht hatte.
Jetzt muss ich mich erst einmal mit den jetzt schon öfter erwähnten Bezeichnungen "Köhler-Beleuchtung", "Schieflicht" und "Kondensor" beschäftigen.
Zitat von: Peter V. in Juli 02, 2024, 21:47:00 NACHMITTAGSFange bitte erst mal mit dem Mikroskopieren und Beobachten an. Sowohl die Mikrofotografie an sich und erst recht das Mikro-Blitzen sind Themen für Fortgeschrittene.
Häufigster Fallstrick bei der Fotografie am Mikroskop ist das Verwackeln durch die Schwingungen von Spiegelschlag (nur bei Spiegelreflex-Kameras) und mechanischem Verschluss. Wichtig ist also, dass Deine Mikroskopkamera über einen elektronischen Verschluss verfügt.
LG Gerd
Obwohl ich natürlich lieber heute als morgen Mikroskopfotografie betreiben würde, sehe ich ein, dass ich einen Schritt nach dem anderen gehen muss, auch wenn es schwer fällt.
Meine Olympus ist eine spiegellose Kamera, so dass wenigstens das kein Problem wäre.
Wenn ich mich für ein Mikroskop entscheide und mich erst einmal einarbeite, dann sollte es natürlich eines sein, wo ich dann später einmal die Kamera adaptieren kann.
Viele Grüße
Adelheid
Hallo,
Ich möchte Anfängern sagen, dass die Beobachtung des Lebens in einem Wassertropfen ein Zweig der Mikroskopie ist, einfach, weil es keine Vorbereitung erfordert, aber einschränkend, weil Mikroskopie viel mehr ist. Ich bereite Objektträger mit Wassertropfen für meinen Neffen vor, um ihn für die Mikroskopie zu interessieren, und es funktioniert, aber ich hoffe, dass es dabei nicht aufhört.
Damit möchte ich nicht kritisieren, sondern darauf hinweisen, dass es auch andere interessante Bereiche der Mikroskopie gibt, etwa die Beobachtung der Strukturen höherer Pflanzen und vieles mehr. Der richtige Weg zur Mikroskopie ist das Interesse an der Biologie und daraus resultierend der Bedarf am Mikroskop.
Viel Spaß und viele Grüße.
Enzo
Vielen Dank, Enzo. Ich sehe das genauso, der Wassertropfen soll und wird der Einstieg sein. Ich habe großes Interesse an der Biologie und Zoologie und bin schon seit Jahren in der Natur unterwegs. Von daher interessieren mich natürlich auch die Strukturen von Pflanzen oder auch Gesteinen. Und je mehr ich dem auf den Grund gehen kann, um so spannender wird es für mich!
Deinen Beitrag empfinde ich nicht als Kritik, sondern als einen wichtigen und guten Hinweis.
Viele Grüße
Adelheid
Hallo Adelheid,
Ich bin froh, dass ich nicht missverstanden wurde. Obwohl die Untersuchung von Protisten, Kieselalgen usw. in einem Wassertropfen ein weites und interessantes Forschungsgebiet ist, ist es nicht alles.
Vorerst viel Spaß bei der Protistenjagd und einen herzlichen Gruß.
Enzo
Vielen Dank, Enzo. :)
Viele Grüße
Adelheid