Der Fächer-Ahorn (Wildform) kam ursprünglich in Japan, Korea und China vor. Viele Sorten werden als Zierpflanzen verwendet. Es gibt zahllose Formen, die sich im Wuchs sowie in der Blattform und - farbe unterscheiden.
Die Gattung der Ahorne aus der Familie der Seifenbaumgewächse ist, je nach Autor, mit 152 Arten auf der Nordhalbkugel der Erde beheimatet.
Die Gattung ist seit der
Oberen Kreide (Zeitraum von etwa 72 bis etwa 66 Millionen Jahren) bekannt.
In der
Oberkreide konkurrierten bereits viele Laubbäume wie Ahorn, Eiche oder Walnuss mit Nadelbäumen. Gräser breiteten sich auf dem Festland aus und veränderten stark das Erosionsverhalten.
Den Artennamen führt der Baum nach den schön geformten Blättern, deren 5 oder 7 Lappen zu mehreren feinen Spitzen ausgezogen sind.
Der Ahorn wird seines festen Holzes wegen vom Tischler (Möbelindustrie) und Drechsler hochgeschätzt, forstwirtschaftlich ist er unbedeutend.
Zu den in der Farbe abweichenden Sorten gehört der Fächerahorn, Acer palmatum 'Atropurpureum'. In seinen Blättern überlagern Anthocyan – Farbstoffe das Grün des Chlorophylls.
Im Hebst baut sich das Blattgrün ab und die leuchtend roten Anthocyane bleiben übrig.
Bild 01 Habitus, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386415/1.jpg)
Ist der Standort licht genug bleibt das dunkle- bis granatrote Laub beständig in der Farbe bis zum Herbst. Auf trockenen, zu dunklen oder zu sonnigen Standorten kommen es auch vor, dass die Blätter ihr Rot ab etwa August nach und nach einbüßen.
Das Resultat ist meist eine Mischung aus Rot und Grün. Der Vorteil ist, dass der Mangel an rot der Herbstfärbung zu mehr Gelb- und Orangetönen verhilft, anstelle der sonst üblichen, leuchtenden Rottöne.
Bild 02 Blattoberseite im Sommer dunkelrot, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386416/2.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 03 Blattunterseite im Sommer dunkelrot, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386417/3.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Handförmig gefächerte Blätter sind je nach Art gelappt bis stark geschlitzt.
Sehr unterschiedlich in Form und Größe meist 5 - 7cm lang zugespitzt, eilanzettlich, fein gesägte Lappen und tiefe Buchten.
Die Blätter können auch klein und zierlich sein (z.B. Acer palmatum).
Bild 04 Kreuzgegenständigen, gelappte Blätter, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386420/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Gegenständige Blattstellung, bei der zwei Blätter an einem Knoten (Nodium) stehen.
Bild 05 Blütenstände, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386419/5.jpg)
Verfasser: Famartin
Die Blütezeit ist der Mai. Die Blüten in Rispen sind 6-8 mm breit und stehen in endständigen Trugdolden.
Rötliche Kelchblätter und cremefarbene Kronblätter.
Bild 06 Flügelnüsse, Spaltfrüchte, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386418/6.jpg)
Geflügelte Nüsschen paarweise in flachem Winkel angeordnet. Jedes Flügelpaar ist 2 cm breit und bildet einen stumpfen Winkel.
Die Flügelnüsse rotieren beim Abfallen wie Hubschrauber und fliegen dadurch weit von der Elternpflanze weg.
Bild 07 Illustration, Fächerahorn Acer polymorphum
(https://www2.pic-upload.de/img/37386421/7.jpg)
Dieses Werk ist gemeinfrei.
Quelle: Illustration aus Philipp Franz von Siebold, Joseph Gerhard Zuccarini: Flora Japonica, Sectio Prima (Tafelband), 1870
Urheber: Philipp Franz von Siebold and Joseph Gerhard Zuccarini
Systematik:Ordnung: Seifenbaumartige Sapindales
Familie: Seifenbaumgewächse Sapindaceae
Unterfamilie: Rosskastaniengewächse Hippocastanoideae
Gattung: Ahorne Acer
Art: Rotlaubiger Fächer-Ahorn
Wissenschaftlicher Name: Acer palmatum 'Atropurpureum'
Trivialnamen: Schlitz-Ahorn, Fächer-Ahorn, Japanischer Ahorn Atropurpureum
Englische Bezeichnung: Red-leaved Japanese maple
Die früher nach den Ahornen benannte Familie ,,Aceraceae" Ahorngewächse wird heute in die Familie Sapindaceae Seifenbaumgewächse eingegliedert.
Das im Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen, Mittelniederdeutschen und Altsächsischen gebräuchliche Wort ,,Ahorn" leitet sich vom germanischen ,,ahuma" ab. Der aus dem Lateinischen kommende Gattungsname ,,Acer" bezeichnet einen Baum mit spitz gelappten Blättern; ethymologisch geht er auf das keltische Wort ,,ac"= Spitze zurück.
Der botanische Name des Baumes stammt von ,,Palma", was lateinisch Handfläche bedeutet und an die Form der Blätter angelegt ist.
Der Acer palmatum 'Atropurpureum' ist ein kleiner Baum bis 16 Meter, in seiner Heimat wird er etwas größer.
Dieser Rotlaubiger Fächerahorn kann bis zu 100 Jahre alt werden.
Die Krone ist gewölbt. Der Stamm ist meist sehr kurz und gebogen.
Die Rinde junger Bäume ist glatt und tiefbraun, oft mit heller Zeichnung, später eher einheitlich dunkelbraun.
Die ausgebreiteten Äste enden in waagerecht abstehende. Zweige.
Bild 08 Schnittstellen, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386423/8.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 09 Spross, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386422/9.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Diesen dicken Spross habe ich mit dem R. Jung Tetrander II geschnitten.
Die Probenhalter meiner anderen Mikrotome sind für große Pflanzenteile nicht geeignet.
Bild 10 R. Jung Tetrander II
(https://www2.pic-upload.de/img/37386424/10.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Das Tetrander II (Gewicht ca. 40 kg) ist ein spezielles Mikrotom zur Anfertigung großer Schnitte. Man kann zwar auch Schnitte in üblichen Dimensionen damit herstellen, aber auch ganze Tierkörper wie z.B. Ratten, Mäuse, Vögel e.t.c. schneiden.
Es gab oder gibt noch einen Tedrander I, der ist für noch größere Präparate entwickelt worden.
Teil 1
Spross, Querschnitt
20 Mikrometer
Bild 11 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386425/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386426/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386427/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386429/14.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 15 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386428/15.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.30 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony alpha 6000
Eine Übersichtsaufnahme konnte ich nicht erstellen, mein kleinstes Objektiv vergrößert 5 X.
Bild 16 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386430/16.jpg)
Bild 17 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386433/17.jpg)
Bild 18 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386432/18.jpg)
Bild 19 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386431/19.jpg)
Die folgenden Bilder zeigen einen jüngeren Spross.
Bild 20 Übersicht, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386435/20.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme, mit Beschriftung Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386436/21.jpg)
P = Periderm, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, SK = Sklerenchym, K = Kambium, HST = Holzstrahl, XY = Xylem, MP = Markparenchym
Das blaue Band zeigt das Reaktionsholz (Zugholz).
Geraten Bäume durch Schneedruck oder ständig einseitigen Windeinfluss in eine Schiefstellung, so versuchen sie, sich wieder aufzurichten. Ihr Kambium, das laterale Bildungsgewebe, von dem das sekundäre Dickenwachstum ausgeht, bildet dann ein Sondergewebe, das sogenannte Reaktionsholz.
Bild 22 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386434/22.jpg)
Bild 23 Leitbündel, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386438/23.jpg)
Bild 24 Markparenchym, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386437/24.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386439/25.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 26 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386441/26.jpg)
Bild 27 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386440/27.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 28 Übersicht, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386442/28.jpg)
Bild 29 Übersicht, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386444/29.jpg)
Bild 30 Radialschnitt, Acer palmatum 'Atropurpureum`
(https://www2.pic-upload.de/img/37386443/30.jpg)
HS = Holzstrahl, SV = Spiralverdickung
Bild 31 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386445/31.jpg)
Bild 32 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386448/32.jpg)
Bild 33 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386447/33.jpg)
Bild 34 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386446/34.jpg)
Teil 3
Blattstiel, Querschnitt
25 Mikrometer
Bild 35 Übersicht, Negativaufnahme, ungefärbter Schnitt, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386449/35.jpg)
Bild 36 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386451/36.jpg)
Bild 37 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386450/37.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 38 Übersicht, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386454/38.jpg)
Bild 39 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386453/39.jpg)
Bild 40 Detailaufnahme, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386452/40.jpg)
Bild 41 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Acer palmatum 'Atropurpureum'
(https://www2.pic-upload.de/img/37386455/41.jpg)
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Dieter Böhlmann, ,,Gehölzbiologie", ISBN: 978-3-494-01547-7
Humphries ,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 3-440-06140-X
Bernd Miggel ,,Holzbestimmung mit dem Mikroskop", ISBN: 978-930167-81-4
Spohn ,,Kosmos Baumführer Europa", ISBN: 978-3-4440-44741-5
Peter A. Schmidt ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
P. Schütt ,,Lexikon der Bäume und Straucharten", ISBN: 978-3-86820-123-9
P. Schmidt, U. Hecker ,,Die wildwachsenden und kultivierten Laub- und Nadelgehölze Mitteleuropas, ISBN: 978-3-494-01800-3
Schmeil ,,Leitfaden der Pflanzenkunde", 1952
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Flora" Wunderwelt der Pflanzen, ISBN: 978-3-8310-3783-4
The Woodbook, ISBN: 978-3-8365-3603-5
,,Welcher Baum ist das?", ISBN: 978-3-440-16449-5
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
Das Kosmos ,,Wald & Forst – Lexikon", ISBN: 978-3-440-15219-5
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen.
Ich recherchiere dann weiter, suche die zugrundeliegenden Studien heraus, werte sie aus und verbinde alles miteinander.
Beim Recherchieren öffnet sich oft nicht nur eine neue Tür, sondern gleich mehrere. Dahinter verbargen sich weitere spannende Informationen.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen,
das wird ist (du warst schneller) wieder ein toller Beitrag, danke!
Hallo Hans-JÜrgen,
wie immer sehr lesens-und ansehenswert, herzlichen Dank!
Du zeigst ja auch Bilder ungefärbter Frischpräparate, die mir sehr gut gefallen.
Anhand der Bilder mag ich das nicht beurteilen, deshalb die Frage. Siehst Du in diesen Präparaten nach Färbung/und Differenzierung Strukturen, die im Frischpräparat nicht erkennbar sind? Welche wären das?
Kann man da allgemeinere Aussagen treffen welche Strukturen bei botanischen Schnitten erst durch Färben erkennbar sind?
Herzliche Grüße,
Michael/M59
Hallo Jürgen und Michael,
danke für eure Rückmeldung.
@ Michael,
am frischen, ungefärbten Schnitt lassen sich mit etwas Übung alle Gewebe und anatomischen Details erkennen.
Will man von den Objekten alle Einzelheiten untersuchen und diese genau betrachten, müssen die Objekte angefärbt werden.
Die Färbungen kommen auf verschiedene Weise zustande und werden nach einer großen Zahl von Rezepten ausgeführt.
Färberezepte siehe die Homepage von Armin Eisner:
http://www.aeisner.de/
Gruß
Hans-Jürgen
Hallo Hans-Jürgen,
Zitatam frischen, ungefärbten Schnitt lassen sich mit etwas Übung alle Gewebe und anatomischen Details erkennen.
Das war auch hier mein Eindruck, die Qualität der frischen Schnitte fand ich ausgezeichnet.
(Die 'alten' Rezeptsammlungen wie die auch im 'Kremer' haben für den Hobbyisten ja eher theoretischen Wert, aber das Thema ist ja bereits oft genug besprochen worden.)
Grüße,
Michael
Hallo Michael
Bevor es die "neuen" Färbungen gab hat man die Holzschnitte mit Russ gefärbt um die Strukturen leichter sichtbar zu machen.
Es gibt dazu ein Buch eines ungarischen Professors, ist 70 Jahre alt. Zu dieser Zeit wurde ja auch die Fotodokumentation in SW angefertigt. Hat vollkommen gereicht um Holzbestimmung durchzuführen.
Guten Morgen Hans-Jürgen,
Ist wieder ein toller Beitrag geworden, du publizierst schneller als ich für das Lesen deiner Beiträge benötige .-)
Liebe Grüße & einen Schönen Tag
Gerhard
Lieber Hans-Jürgen,
wie immer ein toller Faden! Diesmal empfinde ich die Färbungen als besonders differenziert und lebendig. Sehr schön geworden!
Beste Grüße
Jörg
p.s.
Und natürlich gelistet.
Lieber Hans-Jürgen,
bin jedesmal beeindruckt von Deinen Werken, alle Achtung!
Zu den Bildern 20 bis 22 eine Frage: im Xylem ist das "Reaktionsholz" blau angefärbt, wieso eigentlich? Es muß ja dann eine andere Zusammensetzung haben - ist mir momentan leider unklar, was mit den Wacker-Farben spezifisch gefärbt wird.
Viele Grüße
Horst
Lieber Horst,
meines Wissens nach handelt es sich um Aufwachsungen auf der inneren Zellwand, sie zwar sklerifiziert, aber nicht lignifiziert sind. Daher erscheinen sie blau und nicht rot.
Beste Grüße
Jörg
Hallo Gerhard, Jörg und Horst,
danke für euer Lob.
@Jörg,
interessante Erklärung zum Reaktionsholz im Xylem.
Kannst du mir bitte die Quelleangabe mitteilen ?
Gruß
Hans-Jürgen
Hallo Jörg & Hans-Jürgen,
in Bild 22 sieht man an manchen Stellen tatsächlich die Ablösung einer dünnen blauen Schicht von der dicken roten Zellwand. Das spricht für eine Auflagerung. Vielleicht kann Hans-Jürgen mal ein Bild bei höherer Vergrößerung erstellen? Bei intakten Zellen sollte ein zweischichtiger Aufbau sichtbar sein. Wäre auch interessant für die Raman-Mikrospektroskopie: ob man unterschiedliche Ligningehalte feststellen kann?
Viele Grüße
Horst
Hallo Horst,
hier drei Bilder bei höherer Vergrößerung.
(https://www2.pic-upload.de/img/37389513/A.jpg)
(https://www2.pic-upload.de/img/37389514/B.jpg)
(https://www2.pic-upload.de/img/37389512/C.jpg)
Gruß
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen,
vielen Dank!
Ich sehe da tatsächlich eine aufgelagerte blaue Schicht, die sich stellenweise bei der Präparation abgelöst hat. Frage mich, wieso die zur Stabilität des Reaktionsholzes beiträgt - vielleicht hat der Jörg ja etwas Literatur.
Viele Grüße
Horst
Lieber Hans-Jürgen, lieber Horst,
ja, hab' ich. Z.B. in Pflanzenanatomie von Esau, deutsche Ausgabe 1969, S. 156:
ZitatIm Reaktionsholz von Dicotylen(Zugholz, Kap. 11) treten sowohl die Fasertracheiden als auch die Libriformfasern häufig in Form von gelatinösen Fasern auf 8Taf. 10C; Abb. 74; Comittee de Nomenclature, 1957); gelatinös deshalb, weil eine besondere Schicht der Sekundärwand eine eigentümliche Cellulosestruktur zeigt und Lignin fehlt. Diese Cellulosematrix hat eine grobe TExtur, bei einigen Arten ist sie kristallin, und ihre Micellen sind axial orientiert (Dadwell et al., 1958). Die Wand ist stark hygroskopisch, beim Trocknen wird sie auffallenddünner (Bailey und Kerr, 1937).
Der letzte Satz könnte ein Hinweis auf die Ablösungen enthalten, die aber auch durch den Schnitt bedingt sein können.
Ebenfalls aus Gleicher Quelle, S. 185 oben:
Zitat"... Die gelatinöse Schicht enthält reichlich Cellulose, ist aber nicht verholzt. Sie kann dadurch nachgewiesen werden, ... (dass sie) im Phasenkontrast dunkel erscheint (Jette und Isings, 1955) ..."
Eventuell klappt das mit dem Phasenkontrast auch noch am gefärbten Präparat.
Und in Esaus Pflanzenatomie, Ray F. Evert, deutsche Ausgabe 2006 gibt es das Kapitel 11.1.5 auf Seite 274 zum Reaktionsholz, dazu gehört Abb. 11.9 A auf Seite 277, das schaut genau so aus wie bei Hans-Jürgen.
Beste Grüsse
Jörg
Lieber Jörg,
danke für den Literaturhinweis.
Gruß
Hans-Jürgen