Glückauf Forumisten,
es gibt hier ja schon tolle Bilder der verkieselten Pflanzen aus dem Rhynie Chert, z. B. von Holger Adelmann.
Ich habe seit kurzem ein Wild M400 Makroskop und daran jetzt auch eine ordentliche Kameraadaption.
Zum Test hier ein gekaufter Grossschliff mit Aglaophyton major, einer devonischen Landpflanze.
Rhynie_Aglaophyton_major.jpg
Viele Grüsse
Florian
... dann noch das Sporangium links der unteren Mitte im Detail.
IMG_0026.JPG
Ich möchte mit Euch noch ein Bild eines Chytridpilzes teilen. Dieser wächst in Form mehrerer blasenförmiger Sporen aus einer grossen dickwandigen Pilzspore einer anderen Art heraus, (vielleicht Paläomyces), in welcher man das Pilzhyphen des Chytriden findet. Sehr ähnliche Abbildungen finden sich in "Fossil Fungi", von Thomas N Taylor, Miyael Krings und Edith L. Taylor.
Bei den Chytridpilzen handelt es sich wahrscheinlich um die primitivsten Pilze. Sie haben noch begeisselte Sporen. Es sind bekannte Schmarotzer z. B. auf Pollen. Gefürchtet ist der Batrachochytrium dendrobatidis, der gerade für ein weltweites Amphibiensterben verantwortlich ist.
Viele Grüsse
Florian Chytrid.jpg
Hallo Florian,
vielen Dank für 's Zeigen. Die Aufnahme vom Pilz finde ich sehr interessant. Mich haben die zahlreichen Verpilzungen in den fossilen Pflanzenstängeln aus Rhynie auch immer sehr fasziniert, ohne da irgendwelche Literatur dazu zu haben. Deshalb bin ich für den Literaturhinweis besonders dankbar.
Hier mal noch ein Verweis zu einem Beitrag von 2019, wo ich auch Pilzsporen mit Hyphen gezeigt habe: noch ein Blick 400 Mill. Jahre zurück (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33877.msg248243#msg248243) (die beiden letzten Fotos des Beitrags).
Was mich ein wenig wundert: Die Zerrissenheit der besonders klaren Stellen im Präparat, die schon fast an Trümmerquarz erinnern. Das kannte ich bisher so nicht. Mag sein, dass das daran liegt, dass ich bisher nur Anschliffe in den Händen hatte und das dort nicht so zutage tritt, aber vielleicht ist der Hersteller des Präparates auch etwas sehr derb herangegangen beim Zersägen. Jedenfalls hat er ja auch jede Menge Luftblasen mit eingeschlossen, was bei einem Großschliff natürlich auch nicht einfach zu verhindern ist.
LG Gerd
Interessant ist dieses Paper:
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0016699515000790?via%3Dihub
Noch ein paar neue Sporenbilder:
IMG_6416.JPG
Die grossen Sporen von Palaeomyces gordonii var. major sind fast so gross wie das Leitbündel des Pflanzenrestes.
Sie sind ihrerseits mit vielen kleinen Sporen wohl ebenfalls eines Glomeromyceten oder Chytridiomyceten gefüllt:
IMG_6409.JPG
IMG_6412.JPG
IMG_6410.JPG
Viele Grüsse
Florian
Lieber Florian,
danke für den Einblick in diese "andere Welt".
Das Makroskop hat sich auf jeden Fall gelohnt ;) .
lG
Anne
Hallo Florian,
ich hänge mal zwei Fotos hier mit dran, die ich heute gemacht habe. Auch aus dem Rhynie-Chert, auch im Gewebe von Aglaophyton, allerdings im Auflicht (Anschliff vor dem Aufkleben auf einen OT, um einen Dünnschliff zu erstellen).
Zunächst eine Übersicht:
Pilzsporen ÜbersichtCZJ4 BB3100µm-1200pix.jpg
und hier noch mal etwas näher heran:
Pilzsporen CZJ15 BB880µm-1200pix.jpg
Das sind sicher andere Pilze, aber auch Pilze.
LG Gerd
Lieber Gerd,
das sieht ja vielversprechend aus!
Ich vermute, das sind auch Palaeomycessporen.
Viele Grüsse
Florian
Hallo,
der erste Dünnschliff ist fertig. Obwohl: Das ist eher ein Dickschliff (ca. 200µm). Da es aber nicht um Mineralbestimmung geht, sondern um die Fossilien, ist das so gewollt. Da das Material sehr transparent ist, kann man sehr schön in die Tiefe gehen und auch räumliche Zusammenhänge erkennen.
Zunächst ein Übersichtsbild das zeigt, wie die Pilzsporen im Gewebe eines schon recht zersetzten Stängels von Aglaophyton liegen.
Übersicht.JPG
Dann gehts nahe ran an eine mit Kugeln gefüllte Kugel mit dem 40er SPlanApo, gestakt mit PICOLAY:
Pîlzsporen-b-lSPA40.jpg
als Wackelbild:
Pîlzsporen-b-lSPA40.gif
Und zum In-Ruhe-Schielen:
Pîlzsporen-b-R-L-SPA40.jpg
Beste Grüße
Gerd
Hallo,
und hier noch eine gefüllte Kugel. Man beachte die Oberflächenstruktur der kleinen Kugeln, die man besonders gut links unten sieht:Pilzsporen-c-.jpg
Pilzsporen-c-.gif
Pilzsporen-c-R-L.jpg
Viel Freude beim Betrachten dieserm ca.410Millionen Jahre alten Fossilien wünascht
Gerd
Hallo Gerd,
super Bilder. Ja, die Sporen haben ein Netz.
Viele Grüsse
Florian
Lieber Gerd,
dieses Stacken macht mich gerade süchtig!
In diesem Bild dünkt mich, dass man von den hübschen Sporen in den Parenchymzellen (?) (die Schnibbler mögen mich gerne korrigieren), sogar die Zellkerne erkennen kann.
pystk#4_sup1.jpg
pyrecy_zax40_pd1_vie4,0_x0_y0_z0.jpg
Viele Grüsse
Florian
Lieber Florian,
für mich sieht das eher so aus, als ob die Kügelchen einen Porus haben.
Was das für Zellen sind, läßt sich wahrscheinlich besser an einem Übersichtsbild entscheiden.
Auf jeden Fall gibt es noch ein sehr schönes Gesicht zu finden:
Rhynie-Gesicht.jpg
LG Gerd
Guten Abend
Danke an Alle, ist ein wirklich spannender Beitrag / Einblick geworden
Liebe Grüße
Gerhard
Gruss an die Schnibbler,
vielleicht hat ja von Euch einer eine Idee, worum es sich hier handeln könnte:
IMG_0179_klein.jpg
Das Objekt ist ca 1mm gross. Im Zentrum wohl eine Sprossachse, vielleicht von Aglaophyton. Aber was sind diese bogigen Strukturen aussenherum?
Hier nochmal ein Bogen im Detail (gestackt):
Stack_klein.jpg
Viele Grüsse
Florian
Hallo,
gerade ist ein neuer Artikel erschienen, wo eine neue Art arbuskulärer Pilze im Rhynie Chert beschrieben wird: https://nph.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/nph.70655
In diesem Artikel wird ein ganzes Arsenal moderner mikroskopischer Verfahren angewandt. Mit "FLIM" (Fluorescence Lifetime Imaging Microscopy) scheinen sich insbesondere pilzliche Überreste von pflanzlichem Material unterscheiden zu lassen.
Viele Grüsse
Florian
Hallo,
auch wenn die Überschrift dieses schon ganz leicht angestaubten Fadens nicht mehr so ganz passt, so passen doch meine heutigen Fotos zu den vielen anderen "Pilzkugeln" im weiteren Sinne, die hier schon in den letzten Beiträgen gezeigt wurden.
Ich habe ein wunderschönes Stück Rhynie-Chert geschenkt bekommen, das schon geschnitten, aber noch nicht geschliffen war. Das habe ich nachgeholt. Jetzt sieht das Stück so aus:
P1240030.JPG
Deutlich sieht man, wie sich die Pflanzenstängel drängeln. Die Schnittfläche ist ca. 15 x 15 cm groß. Rechts ist sie unnatürlich gerade. Das liegt daran, dass ich hier einen Streifen von ca. 2 cm abschneiden lassen habe, um daraus Dünnschliffe herzustellen. Von diesen wiederum möchte ich ein paar schöne Verpilzungen zeigen.
Als Erstes zwei mit Kugeln gefüllt Kugeln, ähnlich denen, die ich schon im Februar in diesem Faden gezeigt hatte:
KleineKugelKugeln.JPG
Dann aber etwas Neues: Kugeln zusammen mit Pilzmyzel!
Kugelinhalt-1600pix.jpg
Dgl. für die Anaglyphenbrille:
Kugelinhalt-Anaglyph-1600pix.jpg
Damit aber nicht genug, denn die sind wiederum in einer Kugel und rundherum noch andere Sporen:
Kugeliübersicht-1600pix.jpg
Und noch etwas weiter weg, zum zu zeigen, wie sie im Gewebe der Aglaophyton steckt. Besonders im oberen Bilddrittel sieht man die Zellen der Pflanze:
KugelKugelSPA10.JPG
Viel Freude beim Betrachten wünscht
Gerd
Lieber Gerd,
danke für's Zeigen der schönen Bilder. Ähnliche Sporen habe ich auch in den Präparaten gesehen. Anscheinend handelt es sich um Sporen von Glomerales.
Viele Grüße
Florian
Spore.jpg
Ich habe hier ein schönes Stück Rhynie Chert das ich zur Übersicht mit der Stereolupe durchmustere, mir Details dann aber mit Auflicht- Ölobjektiven mit gekreuzten Polarisatoren ansehe. Dabei bin ich jetzt auf ein paar Rhizoide gestoßen, wahrscheinlich von Horneophyton lignieri. Die Entwicklung von Wurzeln war ja eine neue Notwendigkeit der Landpflanzen, sowohl um Halt zu bieten, als auch, um Minerale und Wasser aus dem Boden aufzunehmen.
IMG_0122.JPG
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian,
das ist ja ein ganz toller Fund und ein illustratives Foto. Kannst Du die Rhizome nochmal bei höherer Vergrößerung zeigen, um sie besser mit den anderen Röhren zu vergleichen, die oft als "Nematophyten" gehandelt werden?
LG Gerd