Hallo,
ich schreibe im Moment meine Facharbeit, dabei gehe ich auch auf die Kristallisationsversuche unter dem Mikroskop ein.
Ein Versuch den ich beschreibe ich die Koffein-SUblimierung aus Teeblättern. (Klaus Herrmann hat dazu mal einen Beitrag geschrieben, bei Suche Coffein eingeben und man findet diesen)
Was ich mich nun Frage ist, wie man begründeet, dass Koffein immer so lange Nadelartige Kristalle bildet.
Kann man das an der Strukturformel festmachen?
Oder am Kristallgitter?
Hier mal ein Bild um meine Frage zu verdeutlichen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/33204_45562356.jpg)
Das Bild ist leicht mit dem Computer bearbetiet. (Schärfe, Helligkeit)
Vielen Dank für jegliche Hilfe
freundliche Grüße
Jonathan
Hallo Jonathan.
Die Art der Flächen, die ein Kristall ausbildet, und ihre relative Größe, werden bestimmt durch das Bestreben des Kristalls, seine Grenzflächenenergie zum umgebenden Medium zu minimieren. Verschieden Flächen haben verschiedene spezifische Oberflächenenergien. Warum die eine höher ist als die andere weiß man glaube ich nicht im Detail. Wohl weiß man, dass mit Atomen dicht besetzte Flächen eine niedrigere Energie haben und darum bevorzugt ausgebildet werden. Wenn man die Kristallstruktur von Koffein kennte (ich kann sie so schnell im Internet nicht finden), dann könnte man vielleicht erkennen, wie das mit den langen Prismenflächen der Koffeinnadeln ist.
Die spezifische Oberflächenenergie der einzelnen Flächenarten ist übrigens abhängig von der umgebenden Phase oder der Temperatur. Ganz ganz vielleicht könntest in einem anderen Lösungsmittel oder bei anderen Temperaturen andere Kristalle züchten. Wäre vielleicht auch ganz witzig.
Grüße
Ole
Hallo,
vielen Dank für eure Antworten.
XXXX, wäre es dir möglich die betreffenden Seiten einzuscannen und mir zuzuschicken?
Das wäre die einfachste Lösung. Zur nechsten Hochschul Bibliothek ist es von mir aus ein gutes Stück und zur nechsten guten noch ein gutes Stück weiter. Es wäre super, wenn du mir solceh Texte zukommen lassen könntest. Wenn du auch nicht so einfach darauf zugreifen kannst, dann muss ich mir halt was überlegen.
Miner, deine Erklärung ist interessant aber etwas kompliziert, da ich noch nie etwas von dem entsprechenden Thema gehört habe.
Wie und Wo könnte ich mich am besten darin einarbeiten?
Hast du ein Lehrbuch wo das drinn steht?
Vielen dank!
Jonathan
Hallo Jonathan,
hilft Dir das weiter:
http://www.chemikalienlexikon.de/cheminfo/0160-lex.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Hexagonales_Kristallsystem
http://www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/kap_3/backbone/r3_3_1.html ?
Zu Kristallstrukturen allgemein ist vielleicht Literatur zu Festkörper-Physik ganz gut, die Frage ist, wie verständlich das ist. Da könnte einiges über dem Level sein, das man am Gymi lernt (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/33275_31473901.jpg)
Ich guck gleich mal, ob ich was einigermaßen Verständliches finde.
Miner, laut chemikalienlexikon.de ist es ein hexagonales Prisma
Hallo moniaqua,
vielen Dank für deine hilfereichen Links, vor allem das Chemikalienlexikon kannte ich nicht und dieses hat mir auch sehr geholfen.
Immerhin kenne ich jetzt die Kristallstruktur von Koffein.
Ich glaube es geht sehr tief in die Chemie, diese zu begründen und zu erklären.
Ich weis nicht ob es zu tief ist für eine Chemie Facharbeit. Naja, vielleicht erhalte ich von irgendjemand hier einen guten Text, sodass ich den Sachverhalt gut erklären kann. (Dafür muss ich das halt erstmal selbst verstehen)
Vielen dank und viele Grüße
Jonathan
Guten Abend.
Zitat von: icho_mann in Februar 26, 2010, 18:58:59 NACHMITTAGS
Immerhin kenne ich jetzt die Kristallstruktur von Koffein.
Übersehe ich was? Ich habe unter keinem der drei Links die Kristallstruktur von Koffein gefunden. Wenn ich sie übersehen haben sollte, dann bitte nochmal den EINEN Link posten, der zu ihr führt. Und ihr verwechselt auch nicht die Strukturformel des Moleküls mit der Kristallstruktur, die die Kristalle (des Koffeinmoleküles) haben? So wie ich das sehe, gibt es mehrere Phasen von kristallinem Koffein, ausdrücklich wird im Internet eine wasserfreie (anhydrous) erwähnt. Das deutet startk darauf, dass es auch mindestens eine mit Kristallwasser gibt. Im Zweifelsfall wirst du, Jonathan, vielleicht eher eine solche haben.
Ist die Facharbeit für einen Chemieleistungskurs?
Ole
Es mag durchaus sein, dass ich etwas falsch verstanden habe, in Chemie bin ich so gar nicht drin. Das folgende steht auf dem ersten link, den ich gepostet habe:
ZitatBei diesem zu den Purinen zählenden Pflanzen-Alkaloid handelt es sich um ein geruchloses, weißes Kristallpulver oder um farblose Kristalle (hexagonale Prismen) von bitterem Geschmack.
Die Strukturformel ist doch dieses Gekringele mit den C und H und N, dachte ich?
Zitat von: moniaqua in Februar 26, 2010, 22:44:54 NACHMITTAGS
Die Strukturformel ist doch dieses Gekringele mit den C und H und N, dachte ich?
Exakt. Und die Frage ist nun, wie diese Moleküle im Kristall angeordnet sind.
Ole
Naja, was heisst denn
Zitatoder um farblose Kristalle (hexagonale Prismen)
?(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/33330_15179668.jpg)
Zitat von: moniaqua in Februar 26, 2010, 23:37:55 NACHMITTAGS
Naja, was heisst denn
Zitatoder um farblose Kristalle (hexagonale Prismen)
?
Na dass das Zeug Kristalle bilden kann, dass diese häufig zum hexagonalen Kristallsystem gehören und nadelförmig und farblos sind. (Das gilt auch für ZnO und sicher noch viele andere Verbindungen.) Aber wie die Moleküle im Kristall angeordnet sind, dass wird in diesem kurzen Satz doch nicht gesagt.
Schönen Abend
Ole
Tag XXXX,
ZitatDamit ein Kristall optisch aktiv sein kann, muss ein Kohlenstoffatom eine asymetrische Konfiguration aufweisen. Dann wird in einer Strukturformel das asymetrische C-Atom als "C*" bezeichnet.
Da muss ich doch widersprechen. Das erste Gegenbeispiel, welches mir da einfällt, ist der gute alte Quarz, der optisch aktiv ist und bestenfalls ganz ganz wenig Kohlenstoff enthält. Damit ein Kristall optisch aktiv sein kann, muss er vielmehr erstmal zu einer der 15 Kristallklassen gehören, in denen optische Aktivität erlaubt ist.
Was hat die optische Aktivität eigentlich mit der Kristallstruktur von Koffein zu tun?
Schönen Abend
Ole
Guten Tag Herr/Frau XXXX,
vielleicht sollten wir eines vorweg klären: unter optischer Aktivität verstehe ich die Eigenschaft eines Materials (ob nun Kristall, Flüssigkristall, Lösung oder Gas), die Schwingungsebene linear polarisierten Lichtes beim Durchlauf durch das Material zu drehen. Wenn Sie unter optischer Aktivität etwas anderes verstehen, dann bitte ich um Aufklärung, und mein Widerspruch ist gegenstandslos geworden.
WENN in einem oder mehreren Büchern steht, dass nur jene Kristalle optisch aktiv sein können, in denen ein asymmetrisches Kohlenstoffatom vorliegt, dann widersprechen diese Bücher vielen anderen bewährten Fachbüchern, in denen geschrieben steht, dass bspw. NaBrO3, alpha-Quarz (SiO2), LiIO3 oder Na3SbS4*9H2O optisch aktiv sind (siehe Siegfried Haussühl: Kristallphysik, S. 417). Ich gebe zu, dass ich noch nie in einem Kristall dieser Stoffe optische Aktivität beobachtet habe (und es auch noch nie probiert habe), aber ich neige dazu, eher diesen letzteren Fachbüchern (auch: Kleber, Einführung in die Kristallographie) zu glauben als den von Ihnen genannten über Pharmakognosie. Leider ist unsere Bibliothek heute zu, aber morgen werde ich versuchen, den Römp zu finden. (Bei den anderen Büchern mache ich mir wenig Hoffnung.)
Bleibt noch meine Frage: Wie hat sich die optische Aktivität in diesen Thread öber Koffein verirrt?
Liebe Grüße
Ole
Zitat von: Miner in Februar 28, 2010, 10:29:40 VORMITTAG
Bleibt noch meine Frage: Wie hat sich die optische Aktivität in diesen Thread öber Koffein verirrt?
Das ist nicht der erste Thread, den der gute Herr XXXX sich gekapert hat :-\
Das mit der Kristallstruktur scheint gar nicht so leicht zu sein; Koffein scheint durchaus verschiedene Strukturen zu bilden. Ich habe auch Quellen gefunden, die etwas von monoklitisch schrieben.
Zitat von: XXXX in Februar 28, 2010, 10:59:13 VORMITTAG
Es sollte aber klar sein, dass auch Kristalle aus der anorganischen Chemie optisch aktiv sein können.
Schliesslich stammen die Kenntnisse der doppelbrechenden Eigenschaft von Kristallen aus der anorganischen Chemie (Kalkspat).
...letzteres wird man nicht ganz abstreiten können ;D
Aber was hat nun wieder optische Aktivität mit Doppelbrechung zu tun??
Gespannte Mikrogrüsse
Bernhard
Und was hat Doppelbrechung mit der Struktur von Koffeinkristallen zu tun?
Ich würde mich freuen, wenn wir wieder zum eigentlichen Thema zurück finden können, nicht das ich die sache mit der optischen Aktivität nicht interessant finde, aber ich will eigentlich bald mit meiner Facharbeit fertig sein, um mit meiner BLL anfangen zu könne.
Achja, ich hab Chemie Leistungskurs.
Viele Grüße und vielen Dank soweit
Jonathan
Hallo Jonathan,
und meine PM liegt ungelesen im Briefkasten.
mfG
Wolfram Weisshuhn
Hallo Jonathan
Wiki sagt dazu
Optische aktivität:
http://de.wikipedia.org/wiki/Optische_Aktivit%C3%A4t
Hallo Jonathan,
erstmal, aus Neugier: was ist BLL?
Wie ich anfangs schon andeutete, kristallisiert Koffein scheints in mehreren Phasen, nicht nur in einer hexagonalen, sondern vielleicht auch noch in einer monoklinen. Ich werde morgen (wenn ich es bis dahin nicht wieder vergesen habe) mal sehen, ob ich die Strukturen in einer Datenbank finden kann. Ich werde berichten.
Hast du denn die Möglichkeit, die Koffeinkristalle bei gekreuzten Polfiltern zu betrachten? Dann könntest du mal schauen, in welcher Stellung sie auslöschen. Wenn das der Fall ist, wenn sie parallel zur Schwingungsrichtung von Polarisator oder Analysator liegen, dann sind sie wahrscheinlich hexagonal, vielleicht aber auch monoklin. Wenn sie in einer schrägen Stellung auslöschen, kann man ausschliessen, dass es hexagonale Kristalle sind. Und wenn du keine Möglicheit hast zur Polmikroskopie, dann würde ich die Kerle mit Vergnügen unter mein Mikroskop legen.
Hallo Herr MINKAT,
1.
ZitatWenn Sie mein Eintritsschreiben gelesen haben, können sie feststellen, dass ich männlicher Natur bin.
Tut mir leid, den Hinweis habe ich da durchaus nicht gefunden. Ich erinnere mich jetzt aber, dass sie in irgendwelchen anderen Diskussionen Ihre Frau erwähnten. Da hätte ich zugegebenermaßen Rückschlüsse ziehen können, die aber ja auch nicht bewiesen wären.
2.
ZitatVieleicht sind Sie über meine Formulierung gestolpert, weil ich die Sache verallgemeinert hatte.
Doch hier geht es um die kristalline, organische Substanz Koffein!!
Sorry, Sie meinen "eingeschränkt", und zwar auf organische Kristalle. DA will ich nicht widersprechen.
3.
ZitatHexa = Sechs / gonal = Winkel
hex = sechs, gonia = Winkel.
Viele liebe Grüße
Ole
Hallo Jonathan,
schau mal in deinen Briefkasten.
mfG
Wolfram Weisshuhn
Hallo,
ich verfüge auch über Polarisationsfilter, und habe natürlich auch im Zusammenhang mit meiner Facharbeit ein Bild von Koffeinkristallen im Polarisierten Licht gemacht:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/33490_22351170.jpg)
BLL bedeutet Besondere lern Leistung. Kann man wie eine Facharbeit freiwillig schreiben soll aber über 25 nicht 12 Seiten gehen.
Dafür kann man die BLL auch im Grundkurs schreiben. Meine werde ich wohl in Biologie machen.
ZitatHast du denn die Möglichkeit, die Koffeinkristalle bei gekreuzten Polfiltern zu betrachten? Dann könntest du mal schauen, in welcher Stellung sie auslöschen. Wenn das der Fall ist, wenn sie parallel zur Schwingungsrichtung von Polarisator oder Analysator liegen, dann sind sie wahrscheinlich hexagonal, vielleicht aber auch monoklin. Wenn sie in einer schrägen Stellung auslöschen, kann man ausschliessen, dass es hexagonale Kristalle sind. Und wenn du keine Möglicheit hast zur Polmikroskopie, dann würde ich die Kerle mit Vergnügen unter mein Mikroskop legen.
Ich habe nicht genau verstanden was du meinst, das oben gezeigte Bild wurde bei gekreuzten(dann wenn das Feld ohne Objekt am dunkelsten ist) Polfiltern aufgenommen.
Hallo Jonathan,
das ist ja schon mal gut dass du Polarisator und Analysator hast. Sind die fest in's Mikroskop eingebaut oder lose in den Strahlengang gelegt? Wenn ersteres der Fall ist, dann liegen ihre Schwingungsrichtungen wohl immer O-W und N-S (Konvention aller Mikroskophersteller). Dann kann man erkennen, dass Nadeln, welche die gleichen Ausrichtungen (N-S oder O-W) haben (im oberen Bildbereich sieht man da ein paar) durchaus nicht ausgelöscht sind, sondern recht hell. Stattdessen scheinen aber immer Nadeln ausgelöscht zu sein, die auf 10Uhr-4Uhr oder 1Uhr-7Uhr zeigen. Wie gesagt: Wenn dein Polarisator und Analysator die gleichen Ausrichtungen hatten, wie die ausgelöschten Nadeln, dann stinkt das nach hexagonalem (oder trigonalem oder tetragonalem) Kristallsystem. Wenn sie bei einer schiefen Stellung auslöschen, deutet das stark auf eine monokline Kristallstruktur. Falls du lose eingelegte Filter hast, und deren Schwingungsrichtungen sind nicht markiert, dann müsstest du diese erst ermitteln.
Schönen Abend
Ole
Zuallererst:
Ich habe lose Filter.
Wie ermittle ich die Schwingungsrichtung?
Vielen dank dir, Ole
Grüße
Jonathan
Hallo Jonathan,
ZitatIch habe lose Filter.
Wie ermittle ich die Schwingungsrichtung?
da bin ich selber gespannt auf die Lösung dieser Aufgabe, wenn keiner der beiden Polfilter eine Angabe der Schwingungsrichtung hat! ???
Irgendwie so wie mit dem Kompass die Nordrichtung fest zulegen, wenn der magnetische Pol ausgefallen ist!
Zitat von: icho_mann in März 01, 2010, 22:31:47 NACHMITTAGS
Zuallererst:
Ich habe lose Filter.
Wie ermittle ich die Schwingungsrichtung?
Ich mache mal einen Vorschlag, vermutlich bekommst Du noch deutlich bessere!
Material: Fensterscheibe, Nacht, Bruder/Schwester/Mutter/Vater/Freund, Lichtquelle
Es ist ja so, dass bei einer Reflektion das einfallende Licht teilweise polarisiert wird.
Nun gibt es einen bestimmten Winkel, ich denke man nennt den Brewster-Winkel,
bei dem nur noch eine Schwingungsebene reflektiert wird, nämlich die, die senkrecht
zur Einfallsebene steht. (Die Enfallsebene ist die Ebene, in der die Lichtquelle und
der Punkt an dem reflektiert wird liegen, ausserdem steht sie senkrecht zur Glasoberfläche).
Wenn Du also mit Hilfe einer Taschenlampe ungefähr in diesem Winkel auf eine Fensterscheibe strahlst
und das reflektierte Licht durch deinen Filter beobachtest, solltest Du eine Stellung maximaler
Dunkelheit ermitteln können, wenn das gelingt, hast Du die Schwingungsrichtung ermittelt.
Sind ja bloss zwei Variablen, die Du variieren kannst, Winkel Scheibe/Lichtstrahl und Rotation des
Polfilters. Sollte fix gehen.
Ich meine mich zu erinnern, dass dieser Brewster-Winkel irgendwo zwischen 50 und 60 Grad liegt, je
nach Material.
Daran, ob das funktioniert, kann ich mich nicht mehr erinnern, mein Physikpraktikum ist schon
bestimmt über 15 Jahre her :-) Ich hoffe nicht, dass ich etwas wesentliches vergessen habe.
Aber dauert ja nur 5 Minuten.
Viele liebe Grüße
Timm
Jetzt hat Timm schon einen Trick genannt, während ich noch am Schreiben war, aber jetzt schreib ich nicht mehr alles neu. Also:
Zitat von: icho_mann in März 01, 2010, 22:31:47 NACHMITTAGS
Zuallererst: Ich habe lose Filter.
Mist.
ZitatWie ermittle ich die Schwingungsrichtung?
Wenn ich das mal wüsste. Also, ich geh mal davon aus, dass du irendwo einen TFT-Schirm zur Verfügung hast. Der strahlt linear polarisiertes Licht ab. Bei allen, bei denen ich das bis jetzt überprüft habe, schwang das Licht entweder SW-NO oder NW-SO. Man kann erwarten, dass die Hersteller so sorgfältig waren, ihre Polfolie hübsch orientiert aufzukleben. Gewiss ist das aber nicht.
Wenn jemand mit einem Funken Anstand deine losen Folien rechteckig aus einem größeren Stück geschnitten hat, dann hat er das so getan, dass die Schwingungsrichtung längs einer Kante ist. Wenn du also rechteckige Stücke hast, und du kannst damit rechnen, dass jemand die orientiert zurechtgeschnitten hat, dann vereinfacht sich das Problem dahingegehend, dass du nur doch ermitteln müsstest, langs welcher der beiden Kanten das Licht schwingt. Halt mal beide Stücke (nacheinander) plan vor den Monitor und dreh, bis kein Licht mehr durchkommt. Ist das der Fall, wenn die Kanten genau diagonal oder genau waagerecht/senkrecht stehen, bist du fertig. Dann weisst du zwar nicht, längs welcher Kante das Licht schwingt, aber das ist für das Problem mit der Polmikroskopie auch nicht wichtig. Haupsache du weißt, dass das Licht parallel zu einer und senkrecht zur anderen Kante eines jeden Folienstückes schwingt.
Wenn du runde Folienstücke hast, oder schief ausgeschnittene, dann kannst du trotzdem auf die Sorgfalt der Monitorhersteller vertrauen. Halt eine Folie plan vor den Monitor, dreh bis es schwarz wird, und markier z.B. die SO-NW-RIchtung mit einen Stift. Und wie schwingt das Licht nun, SO-NW oder NO-SW? Da hilft der Brewster-Winkel. Halt jedes Stück Folie dicht vor ein Auge und blicke unter einem Winkel von ca. 45-50° auf die (schwache) Spiegelung einer Lichtquelle an einer matten oder schwach glänzenden (nicht stark glänzenden) Oberfläche. Wenn du die Folie um die Blickrichtung drehst, verschwindet die Lichtreflexion in zwei Stellungen (180° auseinander) weitestgehend. In diesen beiden Stellungen liegt die Schwingungsrichtung der Folie genau senkrecht (ich gehe mal davon aus, dass die reflektierende Fläche genau horizontal ist, also eine Tischplatte oder der Fussboden). Im Idealfall siehst du nun, dass der Strich, den du zuvor beim Test am Flachbildschirm gemacht hast, genau waagerecht oder genau senkrecht steht.
Sag Bescheid, wenn es geklappt hat oder wenn es Probleme gibt. Eine andere Möglichkeit, die Schwingungsrichtung zu ermitteln, würde ein cm-dickes, klares Stück Doppelspat erfordern.
Schönen Abend
Ole
Hallo Jonathan,
zum Thema Polarisation/Schwingungsrichtung empfehle ich:
http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ph/14/ep/einfuehrung/wellenoptik/polarisation_b.vlu/Page/vsc/de/ph/14/ep/einfuehrung/wellenoptik/polarisation31.vscml.html
Das müßte nachvollziehbar sein.
Korrektur: Das führt wohl nicht zum Ziel. Also andersherum: Google Suchwort: "Brewster-Winkel Polarisation"
und dann nach o.g. Artikel suchen.
Wieso wird ein Teil der Internet Adresse in meinem Beitrag unterdrückt??
mfG
Wolfram Weisshuhn
Lieber Herr Weisshuhn,
da die Adresse (URL) als Link eingebunden ist, kann sie (rein optisch) verkürzt werden. Man muss sie ja nur anklicken. Oder habe ich Sie missverstanden?
Herzliche Grüße
Detlef Kramer
Hallo Jonathan,
es gibt auch nach meiner Erinnerung die Möglichkeit, die Schwingungsrichtung zu ermitteln, indem man einen O-Träger mit einem dichroitischen Farbstoff dünn mit erkennbaren feinen Pinselspuren bestreicht, die alle in eine Richtung verlaufen und ihn in den Strahlengang schiebt.
Mikrogrüße Jürgen
Lieber Herr Dr. Kramer,
ich habe mich inzwischen davon überzeugt, daß der Link jetzt funktioniert. Vielen Dank. Das Problem ist offenbar bei mir die fehlende Routine.
Zitatda die Adresse (URL) als Link eingebunden ist, kann sie (rein optisch) verkürzt werden. Man muss sie ja nur anklicken. Oder habe ich Sie missverstanden?
Normalerweise haben ja die Mikroskopiker Polfilter mit Kennzeichnung der Schwingungsrichtung.
Jetzt will ich den Inhalt des obigen Links mal experimentell nachvollziehen. Dann werde ich sehen, ob die Markierung auf den Polfiltern richtig ist.
Herzliche Grüße
Wolfram Weisshuhn
Zitat von: treinisch in März 01, 2010, 23:19:22 NACHMITTAGS
Ich meine mich zu erinnern, dass dieser Brewster-Winkel irgendwo zwischen 50 und 60 Grad liegt, je
nach Material.
So mich mein Spicker nicht verläßt ist die Formel: tan θ = n2/n1 Das wären dann bei n2=1.5 ca 56 Grad. Bin aber grad a bisserl zermantscht im Hirn.
Hallo Polfreunde,
es geht doch nichts über das Experiment.
Wie Herr Weisshuhn richtig bemerkte hat der Mikroskopiker doch Polfilter, auf denen die Nord-Süd Schwingungsrichtung auf der Fassung markiert ist.
Recht hat er! ;) - Mikroskopiker hat natürlich und zusätzlich einen Pol-Halbfilter, in dem 2 Halbmonde sitzen, deren Schwingungsrichtung um 90° versetzt sind.
Nun habe ich mal den Monitortest gemacht und konnte dabei feststellen, dass die Orientierung bei meinem Monitor anders ist wie erwartet:
nicht Nord-Süd= oben-unten sondern um 45° gekippt.
Zur Demo habe ich das Halbfilter genommen, überprüft habe ich mit einem CZ-Polfilter, der die Schwingungsrichtung auf der Fassung graviert trägt. Das Halbfilter eignet sich aber zur Veranschaulichung besser:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/33734_50833863.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/33734_5822459.jpg)
Hallo,
unter der Vorraussetzung, dass die Ausrichtung des Lichtes in meinem Monitor auch NW- SO oder andersrum ist, habe ich jetz die Schwingungsrichtung meiner Polfilter herrausgefunden (einer ist Eckig, einer Rund)
Das mit der Ausrichtung habe ich noch nicht ganz verstanden, kann mir das noch jemand erklären?
Und wenn ich jetz die Schwingungsrichtung weis, wie muss ich die Polfilter jetzt im Strahlengang ausrichten um das gewünschte Ergebnis zu erzielen?
Grüße
Jonathan
Hallo Moniaqua,
ZitatSo mich mein Spicker nicht verläßt ist die Formel: tan θ = n2/n1 Das wären dann bei n2=1.5 ca 56 Grad.
Das was im Kasten steht, ist korrekt. n1 = 1 Medium Luft. n2 ist das brechende Medium. Dann ist der Brewster-Winkel arc tan von n2. Wenn n2 = 1,5 ist, so ergibt sich ein Winkel von etwas mehr als 56 Grad. Alles o.k
Aber das gilt nur für Glas.!!!! mit einer Brechzahl von 1,5
mfG
Wolfram Weisshuhn
Hallo Polfreunde, lieber Herr Dr. Herrmann,
ZitatNun habe ich mal den Monitortest gemacht und konnte dabei feststellen, dass die Orientierung bei meinem Monitor anders ist wie erwartet
Ich habe einen XXXX-Trinitron Monitor. Da geht der Test leider garnicht.
Aber man muß sich zu helfen wissen. Der Test geht beim Handy Display. Ich versuchte es mit 2 Handys vom Typ NxxxA. Da findet man die Schwingungsrichtung parallel zur Längsachse des Handys.
Wir werden schon noch eine Lösung finden, um dem Jonathan zu einer definierten Schwingungsrichtung zu verhelfen.
viele Grüße
Wolfram Weisshuhn
Zitat von: icho_mann in März 02, 2010, 17:15:06 NACHMITTAGS
Hallo,
unter der Vorraussetzung, dass die Ausrichtung des Lichtes in meinem Monitor auch NW- SO oder andersrum ist, habe ich jetz die Schwingungsrichtung meiner Polfilter herrausgefunden (einer ist Eckig, einer Rund)
Das mit der Ausrichtung habe ich noch nicht ganz verstanden, kann mir das noch jemand erklären?
Und wenn ich jetz die Schwingungsrichtung weis, wie muss ich die Polfilter jetzt im Strahlengang ausrichten um das gewünschte Ergebnis zu erzielen?
Hallo Jonathan,
sehr gut. Jetzt musst du die Schwingungsrichtungen auf einem der Filter makieren, sodass du sie immer wiederfindest. Wenn Platz ist, wäre ein schmaler weißer Aufkleber mit einen aufgezeichneten Strich hilfreich. Andernfalls auch ein feiner Strich direkt auf dem Filter (der wird im Folgenden nicht stören). Je länger der Strich, desto besser, denn nun musst du diesen markierten Filter in den Strahlengang bringen, und zwar so, dass er genau O-W oder N-S schwingt (was von beiden ist egal). Je genauer die Ausrichtung, desto besser, darum ist u.U. eine lange Markierung besser als eine kurze. Den anderen, unmarkierten Filter bringst du anschliessend in den Strahlengang und richtest ihn so aus, dass er senkrecht zum ersten steht. Fertig. Oder, noch besser: Leg den markierten Filter erst auf den Objekttisch, da kannst du ihn vielleicht besser ausrichten als wenn du ihn z.B. auf die Leuchtfeldbende legst. Ich vermute, dass dein Objekttisch ein paar Kanten hat, die genau O-W oder N-S verlaufen, da ist prima dran ausrichten. Dann kommt der zweite Filter an seinen Platz und wird nach dem ersten ausgerichtet, und dann kommt der erste Filter runter vom Objekttisch und an seinen endgültigen Platz und wird nach dem zweiten ausgerichtet. Wiederum: fertig.
ZitatDas mit der Ausrichtung habe ich noch nicht ganz verstanden, kann mir das noch jemand erklären?
Meinst du das Ausrichten der Filter? In welchem Stadium? Wenn sie in den Strahlengang des Mikroskopen kommen?
Schönen Abend
Ole
Hallo Ole,
jetzt weis ich ungefähr, was ich machen muss.
Ich werde es gleich mal versuchen^^
Auf ein gutes gelingen.
Grüße
Jonathan