Liebes Forum,
ich brauche ein paar Ideen. Ich habe ein Zeiss Stemi 508 und möchte jetzt Foraminiferen fotografieren und dann auch die Größe angeben können. Mir ist bekannt, dass das mit einem Greenough-Stemi nicht so einfach ist wie mit einem Mikroskop. Ich habe mir überlegt, neben die Objekte einen Maßstab zu legen, aber ein Objektmikrometer ist vermutlich etwas zu klein und ein Lineal etwas zu groß. Aber bestimmt hat jemand aus dem Forum eine tolle Idee.
Grüße
Stephan
Lieber Stephan,
https://www.ebay.de/itm/255798653365?_nkw=objektmikrometer&itmmeta=01J6VR6383VEJK43X5FB3S4YSG&hash=item3b8ec9b1b5:g:vscAAOSwnlBjW5uV
https://www.optoteam.at/produkte/lichtmikroskope/mikroskop-zubehoer/objektmikrometer-strichplatten/
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Stephan,
ich verstehe Dich so, dass Du den Maßstab mit fotografieren möchtest? Das scheitert bei mir immer daran, dass ich den Maßstab, z.B. ein Stahllineal mit 0,5mm Teilung, nicht in die selbe Höhe bekomme, wie das zu fotografierende Objekt.
Somit ist entweder der Maßstab scharf abgebildet oder das Objekt, falls es nicht zu hoch ist.
Ich vermute, dass Du den Maßstab für jede Vergrößerung bestimmen und ihn dann nachträglich in das Foto einfügen musst. Zum Glück hat das 508er eine zuschaltbare Rastung für die Vergrößerungen, damit sind die definiert.
Das sichtbare Bildfeld bei maximaler Vergrößerung ist beim 508er 4,5mm, das lässt sich noch mit einem Lineal ausmessen.
Grüße
Thomas
Für das Problem von Thomas habe ich eine passende Lösung erarbeitet:
Ich habe das Messobjekt fotografiert und kann es anschließend präzise in das Bild integrieren.
liebe Grüße
Daniel
Lieber Daniel,
die passende Lösung würde mich interessieren, aber es ist kein Link vorhanden.
Grüße
Stephan
Hallo Stephan,
leider gibt es keinen Link, aber ich habe eines der Fotos zur Veranschaulichung beigefügt.
Momentan fotografiere ich mein Objekt ganz normal und füge dann das (Mess)Bild in Photoshop ein (ich glaube, ich verwende die Subtrahieren-Funktion), um die Größe zu evaluieren.
In Zukunft möchte ich diese Bilder verwenden, um eine Software zu kalibrieren. ImageJ scheint dafür ein vielversprechender Kandidat zu sein, aber so weit bin ich noch nicht – das nur als Anregung. :-)
Liebe Grüße
Daniel
Hallo Stephan,
Es sind doch im Grunde zwei Probleme:
- das Einfügen einer Messskale in ein Bild des Objekts: Dazu hat Daniel einen Vorschlag gemacht.
- das Vermessen eines Objekts unter dem Seziermikroskop: Das geht am besten und schnellsten über ein Okularmikrometer, zu dessen Kalibrierung man ein Objekt-Mikrometer benötigt, so wie Peter Solche vorgeschlagen hat.
Das Problem bei ZOOM-Optiken ist der stufenlose Übergang der Vergrößerung, was eine Skalierung vereitelt.
Deshalb haben manche Seziermikroskope, m.W. auch das Stemi 508 von Zeiss die Möglichkeit, eine Rasterung einzuschalten: Dann spürt man beim Zoomen die jeweils fixierten Vergrößerungsstufen (5x, 10x, 40x etc.).
Manchmal ist diese Einstellmöglichkeit der Rasterung nur schlecht zu erkennen oder verharzt!
So kann man das Okularmikrometer kalibieren, z.B. bei Vergrößerung 40x und 10x Okular entspricht ein Okular-Skalenintervall ca. 20 µm (je nach Gerät und Okularskala! - wenn man Glück bzw. die richtige Kombination von Skala und Okular verwendet, sind dies bei Zeiss runde Zahlen!).
Der große Vorteil: Man kann das Objekt, das ja oft 3-dimensional ist, zum Vermessen drehen und wenden und ebenso das Okular samt Skala, so dass Länge/Durchmesser des Objekts und Messkala in exakter Ausrichtung sind. Dann ist die Vermessung eine Frage von Sekunden..
Die erforderliche Genauigkeit solcher Messungen wird dabei oft überschätzt: Die biologische Variabilität eines Merkmals ist regelmäßig so groß, dass sich jede Größen-Angabe 'hinter dem Komma' erübricht.
Viel Erfolg!
Alfons
Zitat von: Alfons Renz in September 03, 2024, 16:00:00 NACHMITTAGSDie erforderliche Genauigkeit solcher Messungen wird dabei oft überschätzt: Die biologische Variabilität eines Merkmals ist regelmäßig so groß, dass sich jede Größen-Angabe 'hinter dem Komma' erübricht.
Viel Erfolg!
Alfons
;D ;D ;D ;D Da gebe ich dir absolut recht.
Zum Beispiel beobachte ich seit ein paar Tagen Ostrakoden. Einige sind größer als das Sichtfeld, während andere kaum zu erkennen sind. Ich vermute, dass es sich bei allen um dieselbe Art handelt, da sie aus derselben Wasserprobe stammen.
lg Daniel
Liebe Foristen,
danke für die Schwarmintelligenz! Aber ich habe mich jetzt für eine weitere Variante entschieden, die mir auch gleich hätte einfallen können. Bei meinen Mikroskopbildern füge ich mit AxioVision von Zeiss einen Maßstabsbalken ein. An die Variante hatte ich überhaupt nicht gedacht, weil ich dort mit dem Objektmikrometer geeicht habe. Ich habe jetzt alle zehn Vergrößerungen am Zeiss Stemi 508, die einrasten, ein Lineal fotografiert und dann in Axiovision neue Skapierungen im mm-Bereich eingefügt, was problemlos geht. Problem gelöst und das Forum unnötig verrückt gemacht. Anbei ein Bild von Foraminiferen, das ich gerade gemacht und mit einem Maßstabsbalken in AvioxVision versehen habe.
Grüße und nix für ungut,
Stephan
Hallo Stephan,
schönes Bild! Stammen die Foraminiferen aus dem Roten Meer? Im Bild sind auch 3 Schwammnadeln.
LG Gerd
Hallo Stephan,
hat AxioVision den Balken dorthin ins Bild gelegt wo er jetzt ist? Oder kannst du den Balken manuell bewegen und dorthin legen wo du ihn gerne haben möchtest?
Grüsse Arnold
Lieber Gerd,
der Foraminiferensand ist von einem Strand am Roten Meer. Den hat mir beim Dörnbergtreffen Hermann H. gegeben. Da sind natürlich neben Foraminiferen auch noch andere Sachen drin.
Lieber Arnold,
den Balken in AxioVision kann man frei verschieben und auch formatieren.
Grüße
Stephan
Woher bekommt man das Programm?
Lg Daniel
Hallo Daniel,
es geht auch mit jedem Bildprogramm, das mit Ebenen arbeitet. Ich mache es so:
Für jedes Objektiv habe ich einen eigenen Maßbalken generiert, in dem ich in einer neuen Ebene die Fotografie des Mikrometers entsprechend als Maßstab genutzt habe, um meinen Maßbalken zu zeichnen. Diese Dateien befinden sich in einem Ordner "Maßstäbe". Ich habe sie im Format des Bildbearbeitungsprogrammes (in meinem Fall GIMP) gespeichert, so dass die Ebenen erhalten bleiben. Insgesmt sind es 4 Ebenen in der Maßdatei: Der Balken, die Maßzahl + Einheit, die Objektivbezeichnung + der Autorenschaft und ganz unten das Foto vom Mikrometer. Ich ziehe die entsprechende Datei als ganzes Ebenenpaket über mein Foto und wähle die gewünschten Ebenen aus. Die Ebenen, die erscheinen sollen (in der Regel die 3 erstgenannten) vereine ich, aber ich vereinige sie nicht mit dem Foto, so dass ich sie immer noch an jede beliebige Stelle verschieben kann. Erst danach wird zurecht geschnitten. Die vereinigte Maßbalkenebene mit den Beschriftungen kann dann immer noch verschoben werden.
Hier mal ein animiertes GIF, dass die Ebenen nacheinander auf dem Foto vom Objketmikrometer einblendet:
Ebenen.gif
Praktisch ist es, die relavanten Ebenen zu vereinen und das Resultat zum Einfügen zu benutzen. Sieht dann so aus:
relevante-Ebenen.jpg
LG Gerd
Danke Stephan.
Daniel: versuche es einmal mit der Zeiss Labscope App.
Grüsse Arnold
AxioVision von Zeiss kann man frei herunterladen. Es schon älter. Die neue Software von Zeiss ist ZEN lite. Eigentlich ist die moderner, aber sie hat mehrfach meinen PC durcheinander gebracht. Beides bekommt man auf der Zeiss Webseite. Ich bearbeite die Bilder immer erst in Photoshop Elements, ohne sie zu skalieren. Dann ziehe ich sie in AxioVision, füge den Maßstabsbalken ein und skaliere dann. Dadurch spare ich mir die ganzen Ebenen, die Gerd beschrieben hat. Ich finde das eleganter.
Stephan
Lieber Gerd,
noch ein Nachtrag. Du schriebst, dass in meinem Bild der Foraminiferen auch drei Schwammnadeln seien. Das sind meines Wissens aber Sklerite von Gorgonien, also Korallen. Somit keine Schwammnadeln.
Grüße
Stephan
Hallo Stephan,
da hast Du natürlich recht. Das war ein Schnellschuss von mir. Die sind auch etwas zu groß für Schwammnadeln. Ich habe ja auch von der Probe Material bekommen, hatte aber bisher noch keine Zeit da mal ausgiebig drin herum zu gucken, außer während des Vortrags über den Weg des Wassers beim Dörnbergtreffen.
LG Gerd
Lieber Gerd,
noch ein Tipp. Es gibt ein wunderbares Buch mit dem Titel "Das große Buch vom Sand". Kostet zwar 39,90 Euro, aber es ist sehr schön (fast poetisch) geschrieben, im Großformat und durchgehend vierfarbig bebildert bei super Qualität. Da sind auch elf Seiten über Foraminiferen drin mit schönen Bildern: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1063524287, und die Sklerite von Gorgonien.
Grüße
Stephan
Lieber Stefan,
das Buch habe ich schon seit etwa einem Jahr und habe es mit Begeisterung gelesen und die schönen Fotos bestaunt. Das ist wirklich mit viel Liebe gemacht.
LG Gerd