Hallo zusammen,
es gab im fast vergangenen Sommer einige Tümplertreffen, ich hoffte immer wieder auf interessante Funde oder wenigstens auf ein paar schöne Planktonbilder von den Teilnehmern..., leider war im Forum nicht viel davon zu sehen.
Ich zeige einfach mal wieder 3 Bilder aus den Freiberger Gewässern.
Grüße
Kurt
Ganz tolle Aufnahmen!
(DIC scheint wohl mittlerweile Standard zu sein.)
Lieber Kurt,
danke für die Bilder. Du hast recht, es gab ein paar Treffen von Tümplern. Vergangenes verlängertes Wochenende war das Dörnberg-Treffen. Da steht aber das Tümpeln und Bilder machen nicht wirklich im Mittelpunkt. Aber beim Pillersee-Treffen wurden viele Bilder, hauptsächlich von Zieralgen, gemacht. Und es stimmt, davon wurde bisher wenig gezeigt.
Man kommt von so einem Treffen zurück mit Hunderten von Bildern sehr unterschiedlicher Qualität, die man dann auswählen, sortieren und bearbeiten müsste. Aber irgendwie fehlt immer wieder die Zeit. Bei mir kommt dazu, dass ich unterwegs mein Leitz Dialux dabei habe und nicht das Leica DMRB, mit dem ich viel bessere Bilder machen kann. Also nehme ich Proben mit nachhause, um weitere Bilder zu machen, aber auch da fehlt dann immer wieder die Zeit. Ich weiß, alles blöde Ausreden, aber es ist wie es ist.
Grüße
Stephan
Lieber Kurt
Dazu bin ich heuer gar nicht gekommen, sehe mir aber gerne die Ergebnisse der KollegInnen an.
Ich habe mir erlaubt einen Verbesserungsvorschlag zu machen. Für mich sind die Bilder "vergraut" (zu dunkel, zu viel Grau).
(https://www.naturfoto-zimmert.com/wp-content/uploads/2024/09/DSCF3306-Helligkeit-und-Kontrast-GZ.jpg)
Ich habe zwei Dinge verändert:
1.) Steuerungsebene Tonwert-Korrektur (Photoshop), Verschieben des Graupunkts in Richtung Schwarz. Dadurch bekommen die hellen Töne mehr Raum (Asymmetrie der Tonwerte zu Gunsten der Lichter)
2.) Steuerungsebene Gradationskurve (Photoshop), damit wird der Kontrast leicht angehoben.
Liebe Grüße
Gerhard
@Stephan, das mit dem Rückstand an Bilddaten die retuschiert werden müssen kenne ich - leider - sitze vor den Bilddaten aus einem Monat Sommer .-)
Hallo Kurt
Mir gefallen deine Bilder sehr gut. Wie mit allem, ist es natürlich immer Geschmackssache. Ich bin ja eigentlich derjenige welcher in der Vergangenheit fast immer mit überkontrastierten Fotos etwas negativ aufgefallen ist. Habe meine Ansicht hierzu verändert. Wenn ich bedenke, daß du so gut wie keine Bilbearbeitung machst, finde ich das von Gerhard nachbearbeitete Foto, schon etwas zu strahlend und nicht mehr natürlich und das Plastische hat auch gelitten.
Bei dieser Gelegenheit muß ich noch meinen Eindruck loswerden, den ich hatte, als ich letztlich einige Siegferfotos bei der Nikon's Small World mir anschaute. Da sage ich nur "Abstoßend"
Gruß von Siegfried
Zitat von: Siegfried in September 08, 2024, 16:11:49 NACHMITTAGSWenn ich bedenke, daß du so gut wie keine Bilbearbeitung machst, finde ich das von Gerhard nachbearbeitete Foto, schon etwas zu strahlend und nicht mehr natürlich.
Mit dem Ausdruck "nicht natürlich" habe ich meine Probleme. Was ist denn natürlich, was wir durchs Okular sehen? Stelle deine Beleuchtung bissl heller oder dunkler, was von beidem ist dann "natürlich"? Und sind DIC-Aufnahmen natürlich? Sie sind klasse, super, aber "natürlich" sind sie (in meinen Augen) nicht.
Insofern finde ich Gerhards (sehr zurückhaltende) Bearbeitung durchaus gelungen und ein Fortschritt fürs Bild.
Hallo,
ich seh mir Eure Bilder immer gerne an und verfolge Eure Diskussion interessiert. Hier handelt es sich ja wirklich um nur einen kleinen graduellen aber merklichen Unterschied, je schneller und kürzer unser Blick umso mehr verlangen wir nach Kontrast.
Für mich darf es gern etwas weniger Kontrast sein und zum Thema DIK, auch da reicht mir eher die Andeutung eines Relief-Effekts vollkommen.
Diese Fragen trieben Mikroskopiker übrigens schon vor fast 120 Jahren um:
"Soweit es sich um die subjektive mikroskopische Beobachtung handelt, ist es vor allem nötig, die Frage zu erörtern, inwieweit den mikroskopischen Bildern eine Ähnlichkeit mit dem Objekt zukommt, welche wichtige Rolle dabei die Art der Beleuchtung spielt, und innerhalb welcher Grenzen man überhaupt noch von einer Objektähnlichkeit sprechen kann." H. Ambronn 1907
(Eine Zeit in der noch kräftig beleuchtet werden musste um etwas aufs Foto zu bekommen und nicht selten die Präparate dabei gekocht wurden :o)
Zum Thema des Nikon small world Wettbewerbs: alles was gestackt, dekonvoluiert und demnach gerechnet werden muss, wirkt schnell etwas künstlich. Wenn dann, wie bei den konfokalen Aufnahmen, auch noch reichlich Farbkorrektur hinzukommt hat das mit unserer klassischen (Durch-)Lichtmikroskopie, natürlich auch vom Bildeindruck her, nichts mehr zu tun.
Beste Grüße Stefan
Hallo Kurt,
ich freue mich immer sehr über Deine Bilder. Auch ich habe am Samstag sehr schön "getümpelt", zuerst am Moorteich im Tharandter Wald mit ein paar Besuchern, die sich sehr gefreut haben, über das was sie sahen und abends in meinem Garten aus meinem Gartenteich. Das war fast noch schöner: massenweise Sumpfwürmer und auch Volvox war zahlreich. Da ich aber mit dem Reisemikroskop nur durch das Okular fotografiert habe, sind die Bilder nicht so toll. Zwei Objekte möchte ich trotzdem zeigen.
Zum einen ein blaues Trompetentier, das sich verrenkt, um zu strudeln. Ich habe den Fuß mal mit einem roten Pfeil gekennzeichnet:
VerrenktesBlauesTrompetentier.JPG
Zum anderen eine leere Schale einer Schalenamöbe, der ich ins "Maul" schauen konnte:
SchalenamöbeMündung.JPG
Durch die Öffnung auf die Innenseite des Schale hindurch fokussiert sah auch interessant aus:
SchalenamöbeDurchfokussiert.JPG
Tja, auch ich habe jetzt noch eine Probe neben mir stehen, werde heute aber auch nicht mehr dazu kommen sie unter das VANOX zu legen.
LG Gerd
Hallo Kurt,
ich war zwar auch bei einem Treffen, aber ohne Kamera. Wir haben aber tolle Sachen gesehen, viel auch in Fluoreszenz.
Mir gefällt das Original von Dir wesentlich besser als das bearbeitete Bild.
Jeder hat seinen eigenen Stil und dieser sollte respektiert werden.
lg
anne
Hallo zusammen,
es ist klar, dass Bildeindrücke immer subjektiv und Geschmackssache sind. Das Kriterium der "Natürlichkeit" würde ich nicht anwenden, denn das ist extrem relativ.
Auf den ersten Eindruck wirkt Gerhards Bearbeitung etwas leuchtkräftiger und Kurts Original etwas stumpfer (bitte nicht abwertend verstehen). Vergleicht man beide Aufnahmen in gezoomter Ansicht, merkt man bei Gerhards Bearbeitung schon einen leichten Verlust an Detailschärfe. Dies ist aber gerade eine der herausragenden Merkmale von Kurts weitgehend unbearbeiteten Fotos.
Ich neige auch ganz gern zu der etwas brillianteren Form einer Pretty-Picture-Bearbeitung. Die Kontrastierung sollte allerdings dort ihre Grenzen finden, wo Kanten zu stark angehoben, helle Bereiche überstrahlt und feine Details verloren gehen. Bei einigen Bilder beispielsweise von Martin oder Ole empfinde ich einen optimalen Kompromiss zwischen Detailreichtumg und ansprechender Brillianz.
Wenn allerdings die Optik - wie bei mir - feinste Details ohnehin nicht immer zeigt, neigt man eher zu einer angehobenen Kontrastierung. Ein nicht unerhebliche Rolle für den Bildeindruck spielt dabei auch die Farbgebung des Hintergrunds, die im DIK und/oder der anschließenden Raw-Bearbeitung recht gut kontrollierbar ist.
Herzliche Grüße
Klaus
Hallo,
ZitatAuf den ersten Eindruck wirkt Gerhards Bearbeitung etwas leuchtkräftiger und Kurts Original etwas stumpfer (bitte nicht abwertend verstehen). Vergleicht man beide Aufnahmen in gezoomter Ansicht, merkt man bei Gerhards Bearbeitung schon einen leichten Verlust an Detailschärfe.
es hat immer Auswirkungen wenn man in einem Helligkeitsbereich etwas ändert (z.B. um die Helligkeit des Hintergrundes anzuheben) weil bei begrenztem Tonwertumfang dafür an anderer Stelle durch Kontrastverlust Bildinformationen verloren gehen können. Im Beispiel befinden sich im "gestreckten" Helligkeitsbereich auch die zarten Algen-Fortsätze oder andere Feinstrukturen (wie sie im blauen Rahmen unten vergrößert hervorgehoben wurden), die nach der Bearbeitung an Detail verlieren.
Algen Vergleich 1.jpg
In den Histogrammen sieht man die "Dehnung" der mittleren Helligkeitswerte in Richtung Lichter durch die Nachbearbeitung.
Algen Histogramm Vergleich.jpg
Hubert
Hallo,
über Geschmack lässt sich hervorragend bei jedem Foto streiten. ;)
Gruß
Peter
Hallo zusammen,
danke für alle Rückmeldungen zu diesem kleinen Beitrag. Eigentlich wollte ich keine Diskussion zur Bildbearbeitung auslösen, da ich Photoshop nicht benutze. Ich beschränke mich bei der Bearbeitung (immer JPG-Dateien) auf die einfachen Grundprogramme Vorschau und Fotos von Apple, der "Rest" wird mit den Einstellungen des Mikroskopes gemacht - bin eben eher Mikroskopiker als Fotograf.
Gerd - das Bild mit der Schalenöffnung gefällt mir gut, muss mal sehen, ob mir Ähnliches mit dem Apo 100x gelingt.
Grüße
Kurt
Liebe KollegInnen
Zum Glück haben wir alle unseren eigenen Geschmack, das ist sehr gut.
Der Detailverlust stammt vom Umstand das ich als Ausgangsbasis ein JPG hatte, dieses bearbeitet habe und ein 2. Mal als JPG abgespeichert habe. Das war mir natürlich bewusst und den Preis muss man bezahlen wenn nur JPGs zur Verfügung stehen. Der Fachausdruck dafür ist JPG-Artefakt und kommt durch die 2x Komprimierung aus dem Ende des vergangenen Jahrhunderts.
Eine Helligkeit zu verändern ist natürlich ebenfalls so ein Thema, warum, ich sitze am eingemessenen Fotoarbeitsplatz und die meisten Betrachter nicht. Ich überlege wie ich dieses Thema in einem getrennten Beitrag allgemein verständlich machen kann. Das Ergebnis ist, von 100 Betrachtern sehen 100 Leute das Bild unterschiedlich. Um das zu umgehen gibt es standardisierte Foto/Film-Arbeitsplätze und auch da gibt es zwei unterschiedliche Standards (D50 und D65), einen für Mitteleuropa und einen für die Rest dieser Welt.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo,
und dazu kommt noch, dass 100 Leute 200 verschiedene Augen haben, vor allem aber 100 verschiedene Gehirne, die Sehen höchst individuell machen....
LG Gerd
und keiner dieser 100 Leute hat einen standardisierten Arbeitsplatz....., die Bilder von Kurt begeistern aber auch ohne diesen Standard.
Hallo,
ich würde das Thema mit der Monitorkalibrierung für nicht-professionelle Anwendungen nicht überbewerten. Natürlich ist wichtig dass der Monitor richtig bezüglich Kontrast und Helligkeit eingestellt ist. Das kann eigentlich jeder mit brauchbaren Ergebnissen mit Hilfe der üblichen Graukeile ausreichend genau machen.
ZitatDer Detailverlust stammt vom Umstand das ich als Ausgangsbasis ein JPG hatte, dieses bearbeitet habe und ein 2. Mal als JPG abgespeichert habe.
Ein signifikanter Detailverlust durch das JPG-Datenformat entsteht aber nur wenn man auch auf entsprechend hohe Kompression eingestellt hat. Bei maximaler eingestellter JPG-Qualität habe ich in der Praxis noch nie eine Verschlechterung im Vergleich zu verlustfreien Datenformaten feststellen können.
Hubert
Hallo Gerhard,
in meinem kleinen Beitrag "nur ein paar Grünalgen aus dem Plankton..." möchte ich keine weiteren verschlimmbesserten Bilder und auch keine klugen Sprüche über Standards D50 und D65, welche für den Rest der Welt bestimmt sind, mehr sehen und lesen.
Gruß
Kurt
Hallo,
ach Du lieber Himmel! :-\ Ich habe verschiedene Monitore daheim, am Arbeistplatz, Handy, diverse Tablets...und überall sehen die Bilder anders aus! Was mache ich jetzt nur?
Ich fürchte, es wird dringend Zeit, dass ich mich endlich mal um D50 und D65 und einen standardisierten Arbeitsplatz kümmere. 8)
:D Grüße
Peter
Lieber Kurt,
du weißt, dass deine Bilder von mir und vielen anderen sehr geschätzt werden. Einmal wegen der "natürlichen" Umgebung deiner Objekte und insbesondere aufgrund der hervorragenden Detailschärfe deiner Aufnahmen.
Ich will jetzt keinen neuen Faden eröffnen, aber zumindeest noch eine kleine Anmerkung:
In einem Mikrofoto-Forum empfinde ich es durchaus legitim, sich anhand eines Beispiels Gedanken über eine "bessere" Bildbearbeitung zu machen, auch wenn 100 verschiedene Betrachter 100 verschiedene Vorlieben haben.
Die Bearbeitung von Gerhard ist jetzt nicht unbedingt "verschlimmbessert", aber sie überzeugt mich auch nicht. Seine Vorschläge zur Monitorkalibrierung sind für mich als Alltagsmikroskopiker einfach praxisfern.
Trotzdem gibt es über die Qualität der Optik hinaus für mich gute und weniger gut bearbeitete Fotos. Mein Ideal wären hochaufgelöste Aufnahmen mit einer verlustfreien Anhebung der Brillianz. Das ist wie gesagt immer Geschmackssache. Ich erlebe aber des öfteren, dass sich der Bildeindruck am Okular leuchtkräftiger und kontrastreicher darstellt als in meinen eher neutralen RAW-Aufnahmen. Um dem entgegenzuwirken, steht man immer auch in der Gefahr, die Kontrastierung zu überziehen. Gerade beim Blick meiner älteren Aufnahmen habe ich zuweilen diesen Eindruck.
So, das wollte ich noch loswerden, weil ich Gerhards Intention jetzt nicht vom Tisch bügeln will.
Nun will ich aber damit deinen schönen Spontanaufnahmen nicht weiter mit diesem Thema belasten.
Liebe Grüße
Klaus
Hallo,
Na, wenn wir schoneinmal bei Gruenalgen sind, hier noch ein Schnellschuss mit meinem Amplival, Pediastrum spec.
Ob mir wohl jemand von Euch bei der genaueren Bestimmung helfen kann?
Aus dem kuehlen und windigen Portugal viele Gruesse an alle,
Martin
Hallo Martin,
ich würde auf P. duplex tippen, das "Durchbrochene Zackenrädchen".
LG Gerd
Hallo Gerd,
Und danke dir! Diese huebsche Alge finde ich sehr haeufig in einem alten Brunnen im Sintragebirge. Sehe ich immer wieder gerne.
LG,
Martin
Hallo Martin,
Gerd ist mir zuvor gekommen und hat natürlich recht, es ist Pedeastrum Duplex.
In einer Probe auf dem Fensterbrett habe ich z.Z. viele Pedeastrum sp. und habe auch ein Bild mit 2 verschiedenen Arten gemacht. Zu sehen sind P. duplex und P. simplex.
Das Bild ist mit dem PA 100/1,30 und Vergrößerungswechsler 0,8x aufgenommen.
Viel Spaß beim Anschauen
Grüße
Kurt
Ein feines Bild, Kurt!
Diesmal gefällt mit der DIK-Hintergrund mit dem Gradienten besonders gut.
LG Klaus