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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Rasmus in September 23, 2024, 19:34:24 NACHMITTAGS

Titel: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Rasmus in September 23, 2024, 19:34:24 NACHMITTAGS
Hallo zusammen!

Ich habe gerade von meinem Olympus CH2 auf ein Zeiss Primostar 3 Trino gewechselt, um daran mit meiner Olympus OM-D EM-1 (Micro Thirds-Sensor) Bilder zu machen. Nun habe ich zu meiner Enttäuschung festgestellt, dass die Stacking-Funktion der Olympus ausgegraut und damit nichr verfügbar ist. Als Objektive sitzen am Mikroskop 4 verschiedene Plan-Achromaten. Hätte ich mich vorher gründlicher schlau gemacht, hätte ich wohl drauf kommen können, dass ich mit dem Equipment keine Stacking-Aufnahmen machen kann, komme jetzt jedoch nach Recherche nicht so recht darauf, was ich ändern/wechseln muss, um dies möglich zu machen. Hat hier jemand einen Rat hierzu? Ich sehe unter den Pilzkundlern regelmäßig wunderbare gestackte Mikrobilder von Sporen etc, die mich dazu angeregt haben so etwas für meine Flechtenfotografie auch zu versuchen. Bin dankbar für jeden Rat!

Lieben Gruß,

Rasmus Kray aus Freiburg
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: reblaus in September 23, 2024, 19:49:23 NACHMITTAGS
Hallo -

für Normalansprüche genügt Handstacking mit Einzelbildern und Nachbearbeitunng, falls der Mikrotriebrieb entsprechend feine Schritte zulässt. Bei Pilzsporen sollten um die 10 Fotos ausreichend sein.

Gruß

Rolf
 
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: K. B. in September 23, 2024, 19:58:29 NACHMITTAGS
Hallo Rasmus,

wie Rolf schon erwähnt hat ist die einfachste Option das händische durchfokusieren und anschließende zusammenrechnen per Software, andernfalls kommen noch Mikroskopkameras mit Stackingfunktion in Betracht, die kosten aber ordentlich.

Die meisten Systemkameras können ihre Stackingfunktion nur mit geeigneten Objektiven oder Adaptern nutzen, die ein elektronisches Zoomen erlauben.

Viele Grüße
Kay
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Peter T. in September 23, 2024, 20:06:54 NACHMITTAGS
Hallo Rasmus,

Hat die Olympus eine Filmfunktion?

Ich selbst nehme kurze Filme (mp4) auf, bei denen ich den Fokus langsam durch die Schärfenebenen führe. Das Video lade ich dann in Helicon Focus hoch, das das Video in Einzelbilder zerlegt und stackt.
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Gerd Schmahl in September 23, 2024, 20:31:06 NACHMITTAGS
Hallo Rasmus,
wie sieht denn Deine Adaption der Kamera aus: mit oder ohne Kameraobjektiv? Das Fokus-Staking als Funktion der Kamera, funktioniert natürlich nur mit einem Objekltiv, dessen Fokus die Kamera steuern kann. Bei einer Adaption der Kamera mit Kameraobjektiv über einem Okular/Projektiv, könnte es in gewissen Grenzen gehen. Ich mache allerdings auch nur Handstaking, mache nach und nach die Fotos der verschiedenen Ebenen und lasse sie von dem kostenlosen Programm PICOLAY verrechnen, das über sehr viel Einstellmöglichkeiten verfügt und so mit den Anforderungen verschiedener Objekte klar kommt.

LG Gerd
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Rasmus in September 24, 2024, 00:18:38 VORMITTAG
Hallo in die Runde!

Danke für eure Antworten. Ich habe es jetzt auch erstmal per Handstacking gemacht und nähere mich langsam halbwegs zufriedenstellenden Ergebnissen. So die richtig scharfen, kontrastreichen Bilder sind es noch nicht aber dafür muss es vielleicht auch ein besseres Objektiv sein.

@Cidrin/Peter: Das mit dem Video ist ja eine klasse Sache, das erspart einem die ganzen Einzelfotos, das probiere ich morgen mal, danke! :)

@plaenerdd/Gerd: Ich habe die Kamera über einen entsprechenden Adapter an den Trinotubus angeschlossen. Und ja, auf die Idee, dass die Kamera den Fokus des Objektivs natürlich können steuern muss, hätte ich auch vor dem Kauf kommen können  ::) Aber nur mal aus Interesse, gibt es Mikroskopobjektive, die dafür gebaut sind?

Liebe Grüße und danke an alle Beteiligten,
Rasmus
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: K. B. in September 24, 2024, 07:01:25 VORMITTAG
Hallo Rasmus,


solche Mikroskopobjektive wird es nicht geben, die Elektronik wäre viel zu groß und die meisten Mikroskope sind für die nutzung mit Mikroskopkamera ausgelegt.
Stacking wird da eher mit motorisiertem Feintrieb reaisiert.

Viele Grüße
Kay
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Peter Reil in September 24, 2024, 08:15:17 VORMITTAG
Hallo Rasmus,

stacking ist mit jeder Kamera am Mikroskop möglich. Allerdings nicht mit in der Kamera eingebautem Equipment, sondern "Handstacking" oder mit Video.

Wie hast du denn am CH2 gestackt?

Gruß
Peter
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Aljoscha in September 24, 2024, 09:06:33 VORMITTAG
Hallo,

Automatisiertes Stacking erreicht man zum Beispiel mit so etwas:

https://wemacro.de/product/micromate-with-5-kinds-shutter-release/

Das ist dann so eine Art motorisierter Feintrieb. Man erreicht deutlich kleinere Schritte als beim Stacking per Hand und es ist nicht ermüdend.

Hier wird nicht der Fokus durch die Kamera gesteuert, sondern die Kamera wird durch das Stacking-System ausgelöst.

Viele Grüße

Alexander
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: mikropit in September 24, 2024, 09:44:52 VORMITTAG
hallo, das mit dem Handstacking geht doch ganz gut. Je nach Dicke des Präparats bekommt man da schon 10 - 40 Schritte hin. Ich mache immer vorher einen Probedurchlauf. Mit einem Fussschalter zur Kameraauslösung ist es noch einfacher. Bei dickeren Präparaten ist das Stacking manchmal nicht optimal, weil man da Überlagerungen von verschiedenen Zellschichten bekommen kann.
Peter Mikropit
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Nochnmikroskop in September 24, 2024, 10:24:15 VORMITTAG
Hallo Rasmus,

ggf. kannst Du auch eine Intervall-Aufnahme an Deiner Kamera machen, dazwischen dann einfach den Fokus etwas verstellen. Bei den Panasonic geht das im Menü, oder per App-Steuerung (Android, Windows).  Deine Kamera kenne ich nicht, aber die Bedienungsanleitung sollte da Auskunft geben können.

Ansonsten können auch Astro-, Mikroskopkameras halbautomatisch Stacks erzeugen. Z.B. die von Herrn Linkenheld, unserem Forenbetreiber, oder z.B. die Kameras von Touptek in der Software ToupView (die habe ich). 

LG Frank
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Lupus in September 24, 2024, 10:35:44 VORMITTAG
Hallo,

Zitatggf. kannst Du auch eine Intervall-Aufnahme an Deiner Kamera machen, dazwischen dann einfach den Fokus etwas verstellen
das halte ich für die sinnvollste Methode, die verwende ich auch. Man hat dann gleich die Einzelbilder und muss sie nicht aus dem Video extrahieren. Außerdem kann man die Bildzahl besser begrenzen und auch mit längeren Belichtungszeiten arbeiten´.

Hubert
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: witweb in September 24, 2024, 12:17:05 NACHMITTAGS
Hallo Rasmus,


ich stacke fast alle meine Bilder. Liegt an den Objekten, die ich aufnehme.
Das mache ich fast ausschließlich von Hand. Ausnahme: Makroaufnahmen mit mehr als 400 Bildern

Zunächst ermittle ich die notwendige Schrittweite. Das geht sehr gut mit dem Rechner für die Ermittlung der Stackschrittgrösse von Kurt Wirz (http://www.focus-stacking.com/A/Schaerfentiefe_Kurt_Wirz.xls).

Damit ist man schon mal auf der sicheren Seite. Welchen Bereich man stackt, ob man die Auslösung der Kamera für eine vorgegebene Anzahl von Bildern automatisch machen kann und ob man Hilfen wie Markierung des Fokusbereichs nutzen kann, hängt von der Kamera ab und der Aufnahmesoftware. Ich habe eine Canon EOS 750D und nutze Helicon Remote, da geht das alles sehr gut.

Unabhängig davon, wenn ich einen Stack mit 50 Bildern mache und mal 6 Sekunden pro Bild ansetze, dauert das in Summe nur 5 min. Das ist die Größenordnung von Kaffee aus der Küche holen. Alle anderen Tätigkeiten, von Präparation bis zur Nachbearbeitung der Aufnahmen, dauern viel länger.

Also Stacken von Hand ist keine Sache.

Beste Grüße

Michael
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Peter Reil in September 24, 2024, 13:12:59 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

das machst du am Mikroskop?

Gruß
Peter
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: witweb in September 24, 2024, 13:55:22 NACHMITTAGS
Hallo Peter,
ja, am Mikroskop. Wobei ich für Makroaufnahmen einen extra Aufbau habe. Aber für Bilder, wie dieses aktuelle, habe ich 140 Aufnahmen gemacht, handgedreht. Schrittweite 5 µm beim 10er-Objektiv.

Wismut 1 AL-DF BB = 1,5 mm.jpg
Kann natürlich sein, dass man u. U. nicht alle braucht.

Viele Grüße
Michael
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Gerd Schmahl in September 24, 2024, 19:44:14 NACHMITTAGS
Hallo,
hat es schon mal jemand mit der Serienbildfunktion probiert? Müsste doch fast so ähnlich gehen wie Video. Jedenfalls hätte man dann die volle Bildgröße zur Verfügung. Beim Video ist das ja je nach Kamera doch eingeschränkt.
LG Gerd
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Peter Reil in September 24, 2024, 20:02:22 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

oh ja, probiert habe ich es. Aber die Kamera (CANON EOS D60) wackelte dann wie verrückt. Es gab keine scharfen Bilder mehr.

Gruß
Peter
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in September 24, 2024, 20:55:45 NACHMITTAGS
Hallo Zusammen,

Mit der richtigen Kamera kann der Serien Modus auch mit dem elektronischen Verschluss zusammen verwendet werden. Meine schafft dabei bis zu 120 bps in RAW volle Auflösung, mindestens aber 60.

Ich bin aber der Meinung mit einer Fernbedienung in der einen Hand und dem feintrieb in der anderen bringt man das gut auch von Hand her.

Lg Daniel
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Heribert Cypionka in September 24, 2024, 21:03:00 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ich kann nur immer wieder das Video-Stacking empfehlen. Ab dem 10er-Objektiv reicht ein 4 K-Video (8,3 Mega-Pixel). Dann wird das Mikroskopobjektiv auflösungslimitierend, und man braucht nicht die volle Kamera-Auflösung.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?msg=173301 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?msg=173301)

(http://www.picolay.de/forum/ZeissPixelsMicroscope.jpg)

Man muss nur sehr viel Licht geben, das Video manuell mit kurzer Belichtungszeit aufnehmen (<= 1/320 sec/Frame), damit nichts verwackelt. Notfalls den ISO-Wert vergrößern, damit es reicht.

Herzlichen Gruß,
Heribert
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Michael K. in September 25, 2024, 10:06:19 VORMITTAG
Hallo,

Sehr interessantes Thema. Auch die Mechanischen Anbauten sind sehr interessant. Ich würde aber anstatt des Klemmringes ein Zahnrad nehmen und darüber eine Schnecke laufen lassen. Damit bekommt man noch feinere optische Schritte als wenn man den Fokus direkt antreibt. Beispiel: Zahnrad mit 100 Zähnen am Fokusknopf Schrittmotor mit 400 Schritten pro Umdrehung macht eine Drehung für den Fokustrieb mit
40.000 Schritten. Im Gegensatz zu 400 Schritten wenn es direkt angetrieben ist.
Ich habe mir schon länger so etwas überlegt. Mein Mikroskop steht auf einem Schenkel eines gewinkeltem Schreibtisch, der PC steht auf dem anderem. Ich muss also wenn ich Stackingbilder mache mit dem gestrecktem Arm den Fokus bedienen und mit dem Trackball ein Foto auslösen.
Wenn ich den Fokusantrieb baue werde ich es mit einem opt. Drehgeber machen und 2 Tasten für einzel Schritt.


Auf der Website gibt es auch Gerätschaften die sich zum Bau für einen Mikromanipulator eignen, das nur mal am Rande.


Gruss
Michael
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Nochnmikroskop in September 25, 2024, 10:43:51 VORMITTAG
Hallo Michael,
 Zitat: Ich muss also wenn ich Stackingbilder mache mit dem gestrecktem Arm den Fokus bedienen und mit dem Trackball ein Foto auslösen.

Da gibt es USB Fussschalter zur Auslösung.

LG Frank
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Peter Reil in September 25, 2024, 11:20:23 VORMITTAG
Zitat von: Heribert Cypionka in September 24, 2024, 21:03:00 NACHMITTAGSich kann nur immer wieder das Video-Stacking empfehlen. Ab dem 10er-Objektiv reicht ein 4 K-Video (8,3 Mega-Pixel). Dann wird das Mikroskopobjektiv auflösungslimitierend, und man braucht nicht die volle Kamera-Auflösung.


Danke Heribert,

ich sehe das auch so. Für das Mikroskop ist Video-Stacking völlig ausreichend.

Bei den Pilzlern hat sich das verdammt schnell verbreitet. Im Vergrößerungsbereich von (400 -) 1000 gibt es nur Vorteile.

Freundliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Stacking am Mikroskop
Beitrag von: Lupus in September 25, 2024, 12:59:22 NACHMITTAGS
Hallo,

es gibt sicherlich für unterschiedliche Aufnahmesituationen jeweils zu bevorzugende Stacking-Methoden.
Ich kann aber keinen allgemeinen Vorteil beim Video-Stacking im Vergleich zur automatischen Serienaufnahme erkennen - außer bei relativ schnell bewegten Objekten.

Der Vorteil einer Serienaufnahme ist neben der max. möglichen Kameraauflösung die beliebige Freiheit der Belichtungszeit, keine unnötigen Zwischenaufnahmen durch die hohe Video-Bildrate und kein Extrahieren der Einzelbilder aus dem Video. Die Erhöhung der Sensor-Empfindlichkeit bei zu kurzen Video-Belichtungszeiten verstärkt deutlich das Rauschen. Außerdem ist bei der Serienaufnahme das Verhältnis der Belichtungszeit zur "Ruhezeit", also der Zeit die zum Fokussieren verwendet wird und auch evtl. zum Abklingen von Schwingungen viel günstiger.

Hubert