Hallo und guten Tag,
schon seit längerem bin ich dabei, die vielen Teile aus dem Nachlass meines Opas passend zusammenzufügen.
Aktuell auf dem Tisch habe ich verschiedenste Teile einer Mikroskop Beleuchtung. Besteht aus der Leuchte, dem Lampeneinsatz (Fassung) Transformator und der Glühlampe.
Ich bin Elektriker und weiß, dass einfache Transformatoren eine sehr hohe Leerlaufspannung haben, die dann bei Belastung sinkt. Idealerweise auf Nennspannung bei Nennlast.
Bei der mir vorliegenden zusammenstellung haben die Glühlampen (fürstlich teuer und selten 15 Watt Leistung der Transformator 30 Watt. Bevor ich das Teil auseinander Schraube oder irgendwie versuche, im Betrieb die Spannung zu messen: wer hat erfahrung kann mir dazu was sagen, ob die Spannung dann zu hoch wird und die Glühlampen durchbrennen?
So in etwa, als wenn man am Fahrrad nur noch eine Birne am Dynamo hat, die ist ja dann auch bald hinüber. Oder ist der Transformator geregelt?
Danke für euren Input, bei der Exklusivität der Leuchtmittel möchte ich da nicht rum experimentieren.
Fotos anbei
https://photos.app.goo.gl/mhyfyrJUVt2e1R667
Grüße, Sven.
Hallo Sven,
wenn der Trafo 6 Volt liefert und die Lampe 6 Volt benötigt, ist das schon mal passend.
Wenn deine Lampe 15 Watt verträgt, dann sollte der Trafo mindestens 15 Watt liefern können. Wenn der 30 Watt, 100 Watt oder noch mehr kann, spielt das keine Rolle.
Unser Stromnetz hat 220 V und kann locker 3000 Watt liefern. Die 20 Watt Glühlampe im Kühlschrank hat damit auch kein Problem.
Gruß
Peter
Hallo Peter,
tatsächlich interessiert sich euer Stromnetz nicht für deine Glühlampe.
Wenn ihm gegen eine ganze Stadt abgeschaltet wird, geht die Spannung gefährlich nach oben. Derselbe Effekt ist ja beim analogen Transformator, z.b bei Halogenlampen. Werden die an ungeregeltem Transformator betrieben sollte die Summe der Leistung alle Lampen etwa mit dem Trafo übereinstimmen. Die Spannung geht sonst einfach zu hoch.
Ist halt ein altes analoges Thema, heutzutage wird ja alles digital geregelt.
Meine Hoffnung ist, dass jemand Erfahrung mit Dauerbetrieb von 15 Watt an eben diesem 30 Watt Trafo hat.
Vielleicht nehme ich mir aber doch mal die Zeit, mach irgendwo einen Abgriff und messe das mal, ob die anliegende Spannung und der fließende Strom nicht über 15 Watt sind.
Hallo Seven,
Die Spannung des Transformators hängt vom Verhältnis zwischen den Windungen der beiden Wicklungen ab (viele auf der 220-V-Seite und einige auf der Niederspannungsseite). Die Leistung hängt von der Dimensionierung (Querschnitt) der Eisen- und Kupferleiter ab. Alles verhält sich wie ein Spannungsgenerator und eine Impedanz (eine Batterie und ein Widerstand in Reihe, wenn wir Gleichstrom hätten). Dadurch wird unabhängig von der Belastung eine nahezu konstante Spannung innerhalb der zu erwartenden Leistungsgrenzen erreicht. Wenn ich die Last zu sehr erhöhe, indem ich zu viele Verbraucher parallel schalte, wäre der zu liefernde Strom zu groß, die Spannung würde sinken und der Transformator würde überhitzen.
Wenn also die Spannung der Lampe entspricht, ist der Transformator ausreichend, auch wenn er die doppelte Leistung hat, was im Allgemeinen auch der Fall ist.
Viel Spaß und viele Grüße.
Enzo
Hallo Sven,
als Elektromeister kenn ich das Problem.
Meiner einer nutzt eine 12V 50W Wotan-Birne mit dem dazugehörenden Netzteil. Im Betrieb beträgt der Strom die rechnerischen ~4 A. Der Einschaltstrom beträgt allerdings ~10A, da das Netzteil 100W liefern kann.
Begründung:
Der Widerstand des Glühfadens ist im kalten Zustand wesentlich geringer als im heißen Zustand (wäre bei 0°C auch null).
Aus diesem Grund werden Netzteile passend für die Lampenleistung geliefert, da beim Einschalten ganz einfach die Spannung zusammenbricht; da passiert dann nichts.
Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Zitat von: liftboyDer Widerstand des Glühfadens ist im kalten Zustand wesentlich geringer als im heißen Zustand (wäre bei 0°C auch null).
Du meinst bestimmt 0°Kelvin nicht Celsius.
LG Gerd
Swen hat gewissermaßen schon recht mit seiner Frage!
Miniaturtrafos haben im LEERLAUF eine relativ hohe Überspannung, da der dort zwangsweise verwendete sehr dünne Draht (<0,1mm) einen merklichen ohmschen Widerstand hat. Der Trafo soll unter NENNLAST die geforderte Spannung liefern, was nur durch Erniedrigung des Übersetzungsverhältnisses erreicht werden kann, was eine höhere Sekundärspannung erzeugt. Ein dickerer Draht als Abhilfe paßt nicht in das Wickelfenster. Aber: Eine Glühbirne ist kalt niederohmiger als hellglühend und zieht die zu hohe Sekundärspannung sofort runter, bevor sie gefährdet werden kann.
Besonders tritt das auf bei den kleinsten Trafos (1W) mit dem schlechtesten Wirkungsgrad (60 %) und wird mit steigender Größe deutlich besser. Ab 30W (M55, EI55) kann man die Überspannung vernachlässigen.
Dazu kommt noch, daß alle Daten mit ± 10 % Toleranz betrachtet werden müssen - wegen der erlaubten Netzschwankungen.
Eine 12-V-Autobirne ist eigentlich eine 15-V-Birne, da das Autonetz mit laufendem Motor 14,5 V hat. (Es steht aber 12 V auf der Birne).
Empfehlung: Wikipedia - Glühlampe
Gruß - Werner
Hallo,
es gibt immer zwei kritische Momente im Leben einer Glühlampe: Das Ein- und das Ausschalten. Ich schalte vor so einen Trafo einen Steckdosendimmer (https://www.amazon.de/Steckdosendimmer-Helligkeitsregler-Steckdosen-Dimmer-stufenlos-regelbar-wei%C3%9F/dp/B00BSD766Y/ref=sr_1_21?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=3ILZ7Q9K8TGRF&dib=eyJ2IjoiMSJ9._UhgjUsZmZOYHCJwikmi6h1qLJjt3FT7c1mk2nYONcZG5fA-Kqf-sBxyfG2NYR9jGPGPccplYXK_CdF9QXo_pr_CykOnHN8T9zKM4u0PU4rSo2ytf00syVb29ybckqXlWPTy37XBayNWHaxLQfKq03bKsWvJml0O13v30gHkjLyWo6Sl3Na71p9MXNobpZbJZHW7kg6XRLdP7EYzMRvT924Mz-qclQFVN5U7Zv99xKKd5LCdOIN07haEK-KLdQ9ANaA1-gSvYwx8d--XxUErD3LKzn3Sbj00BxaPMZ36T90.QrgUABJKBvpa25YFrBZD1vg4iiFSb3JrpeE2aqRMZvA&dib_tag=se&keywords=Steckdosendimmer&nsdOptOutParam=true&qid=1731829221&sprefix=steckdosendimmer%2Caps%2C164&sr=8-21). Damit lässt er und die Helligkeit sich regeln. Vor dem Ausschalten wird herunter geregelt.
LG Gerd
Grüß´ Dich Peter
""Unser Stromnetz hat 220 V und kann locker 3000 Watt liefern.""
Ich bin nur Maschinenbauer, aber das hängt von dem Srom ab, den die Sicherung zuläßt
Gruß Peter Wff
Hallo Peter,
die "normale" Haushaltssicherung" hatte bisher 16A pro Stromkreis, das waren dann gut 3KW. Durch die Spannungserhöhung auf 350V (max bis 400V!) könntest Du nun mehr als 5KW ziehen. Wenn man sich die Leistung der heutigen Haushaltgeräte ansieht, ist das auch nötig. Die Wohnungsabsicherung im Mehrfamilienhaus war mit je 35A, die fürs ganze Haus je nach Wohneinheiten 63A je Strang oder 85A fürs ganze Haus.
Grüße
Wolfgang
Hallo Sven,
anbei ein Diagramm das sich auf meinem stelllbaren Leitz Trafo befindet:
Lampe_6V_15W.jpg
Ich habe die Lampe die sehr Ähnlich aussieht wie deine auch schon kurzzeitig mit maximaler Spannung ca,7,4V betrieben was nach dem Diagramm einem Strom von 2,7A also ca.20 Watt Leistung entspricht dabei wird wohl Farbtemperatur gegen Lebensdauer der Lampe getauscht.
Das mache ich aber nicht, möchte ich eine höhere Farbtemperatur haben, nehme ich die LED die ich mir gebastelt habe.
Die Leerlaufspannung meines (ungeregelten)Trafos ist ca.9V
Vor einem Dauerbetrieb würde ich die Spannung oder den Strom messen besser beides.
Mit einer Blinkerbirne 6v15W Könntest du testen, die gibt es auch heute noch billig (1Euro)
Gruss
Martin
Hallo Sven,
Kleintransformatoren können in der Tat eine deutlich höhere Leerlaufspannung haben. Der Glühlampe ist es jedoch egal, ob sie mit Wechsel- oder Gleichstrom leuchtet. Ich würde statt des vorhandenen Trafos eine geregelte Gleichspannungsquelle mit entsprechender Belastung nehmen:
- prüfen, ob 5 Volt auch ausreichen, dann ein passenden USB-Netzteil besorgen (Prüfung z.B. mit einem Labornetzgerät, das bei (fast) jedem Funkamateur vorhanden ist, eventuell beim nächsten DARC-Ortsverband nachfragen)
- es gibt sog. geregelte Universalnetzgeräte (Gleichspannung), die sich stufig auf unterschiedliche Spannungen einstellen lassen, darunter auch 5 V und 6 V, Belastbarkeit beachten! (ca. 20 - 30 € bei den bekannten Elektronik-Versendern)
- ein billiges Labornetzgerät nehmen mit stufenlos einstellbarer Spannung und - wichtig - stufenlos einstellbarer Strombegrenzung, bei einigen Versendern bereits ab ca. 50 € zu erhalten (z.B. bei Pollin). Zwar ist das Wort 'Labor' hier sehr optimistisch, aber um eine Glühlampe zum Leuchten zu bringen, reichen diese allemal aus. Hat man Angst, die Spannung versehentlich zu verstellen: den Knopf des entsprechenden Potentiometers abziehen, mit einer Zange auf die gewünschte Spannung einstellen und dann die Potiachse festlegen (radikal mit UHU plus endfest, weniger radikal mit Tesaband oder ähnlich). Mit dem Strombegrenzungsregler läßt sich die Helligkeit der Glühlampe dann bequem und sicher regeln.
Möglich ist natürlich immer der Umbau auf eine LED-Beleuchtung (eventuell Stephan Hiller kontaktieren) oder der Eigenbau eines genau passenden Gleichstromnetzgerätes (bei einer Elektrofachkraft sogar völlig 'legal').
Grüße
H. Ott
Hallo,
so langsam frage ich mich, wie haben es die "Altvorderen" wohl geschafft, die Glühlampe mit Trafo zum Leuchten zu bringen. Die müssen richtig mutig gewesen sein, diese "Angst vor Zerstörung" zu überwinden. ;D
Gruß
Peter
Hallo erstmal,
für meine Haloleuchten verwende ich Netzteile von PZO. Die haben das elegant gelöst:
Der Trafo hat mehrere Wicklungsabgriffe wodurch ich die Ausgangsspannung stufenweise auf 9,5, 10, 10,5, 11
11,5 und 12V schalten kann. Standardmäßig verwende ich für die 12V 50W Halobirnen 10,5V. Die Farbtemperatur korrigiere ich mit Blaufilter. Insgesamt geht die Lebendauer der Birne ins unendliche :-)
Grüße
Wolfgang
Hallo Peter und die Anderen,
ich zähle mich fast schon zu den Altvorderen und habe in meinem früheren Leben mehr als nur einige Glühlampen an Kursmikroskopen ausgewechselt. Kein Problem, wenn die Ersatzlampen als Dutzendware in einer Schublade liegen. Eines meiner Zeiss Standard betreibe ich nach wie vor mit einem simplen Trafo mit Buchsen verschiedener Spannung. Sind die Ersatzlampen jedoch kaum mehr zu bekommen und wenn, dann nur zu sündhaften Preisen, wird man halt etwas vorsichtiger, so wie Sven wohl auch.
Grüße
H. Ott