Das ist wohl eher ein mentales Thema:
Ich schau mir meine Tümpelproben an, finde ein faszinierendes, aber kleines Objekt, und denke mir: Das solltest du mit dem 100er Öl anschauen.
Dann habe ich aber keine Lust auf das Gepansche und Geschmiere, denn wenn das Deckglas einmal eingeölt ist, dann wird es mit dem 10er und 40er irgendwie riskant, ich möchte diese Objektive ja nicht mit Öl in Verbindung bringen. Also lass ich es und ärgere mich hinterher, dass ich das 100er nicht einsetze, obwohl ich es eigentlich hätte.
Ist das irgendwie nachvollziehbar, oder nur Panne von mir? Und gibt es hierzu den einen oder anderen Rat? Ich dreh den Revolver schon bewusst anders rum, wenn Öl auf dem Deckglas ist.
Hallo Peter,
Von Leica (zum Beispiel) gibt es 40er, 25er und 16er Öl- bzw. Mulitimmersionsobjektive. Von anderen Marken gibt es ähnliches. Das 10er hat meist so viel Freiraum oberhalb der Probe, dass es zumindest noch als Suchobjektiv auch nach dem Ölen genutzt werden kann.
Dein "Problem"/ Deine Phobie haben aber viele!
Persönlich nutze ich am Leica DMR z.B. fast nur noch Öl-Objektive, bis auf das 10er und 5er, die aber wie gesagt eh genug Freiraum haben. Ein 20er und 40er habe ich zusätzlich noch als Trockenobjektive...
Viele Grüße
Diana
Du kannst mit Wasser beginnen, das du leicht mit einem Filterpapier absaugen kannst. Nicht ideal, aber besser als nichts.
Grüße, René
Diana, das tröstet mich ...
Eine dumme Frage: Schraubst Du dann die Objektive um, wenn Du z.B. Pflanzenschnitte oder Polarisation auf dem Objektträger hast?
Rene: Wasser geht bei Ölobjektiven?
Zitat von: Peter T. in November 19, 2024, 22:31:56 NACHMITTAGSRene: Wasser geht bei Ölobjektiven?
Hallo Peter,
Es geht besser als das Immersionsobjektiv trocken zu benutzen.
Brechungsindex:
Luft: 1,00
Wasser: 1,33
Glyzerin: 1,47
Immersionsöl: 1,52
Das Objektiv ist für eine Immersion mit 1,52 gerechnet. Je größer die Abweichung des Brechungsindex des Immersionsmediums davon ist, desto größer ist der Qualitätsverlust.
Mir ist unklar, weshalb man sich über den Qualitätsunterschied zwischen Plan-Achromat und Plan-Apochromat einen Kopf macht und gleichzeitig bereit ist, einen weit größeren Qualitätsunterschied wegen der Ölphobie zu akzeptieren.
Wenn man schon eine Ölphobie hat, würde ich eher Glyzerin als Wasser vorschlagen. Da bleibt der Qualitätsverlust in Grenzen.
Viele Grüße
Alexander
Hallo,
das Immergieren mit Wasser ist wie Steak essen aber vegan. ;D
Ich halte es wie Diana, 20/40/60/100 alles mit Öl. Die gute Bildqualität ist es allemal wert. Und bei mir gib es weder Gepansche noch Geschmiere.
Gruß
Peter
Nun, es gibt natürlich einen Unterschied zwischen dem Wunsch, einen schnellen Blick auf etwas zu werfen, und dem Wunsch, ein Spitzenfoto zu machen.
Glyzerin wäre in der Tat besser, ergibt aber die gleiche Sauerei.
Mit freundlichen Grüßen, René
Zitat von: Peter T. in November 19, 2024, 22:31:15 NACHMITTAGSDiana, das tröstet mich ...
Eine dumme Frage: Schraubst Du dann die Objektive um, wenn Du z.B. Pflanzenschnitte oder Polarisation auf dem Objektträger hast?
Hallo Peter,
Am DMR habe ich 7 Objektivplätze...derzeit wie folgt bestückt:
10er trocken
20er trocken
25er Öl
40er trocken
40er Öl
63er Öl
und je nachdem ein 5er (trocken) oder ein 100er Öl, das ich nicht so oft brauche, weil ich ein 63er mit verstellbarer Apertur bis 1.40 habe (mehr geht fast nicht) und einen Vergrößerungswechsler bis Faktor 1.6.
Das reicht eigentlich für meine gängigen Hobby-Anwendungen.
Wenn ich ein bestimmtes Objektiv (fürs Geschäft) testen muss, schraube ich tatsächlich auch mal was um.
Ich tendiere aber auf ein DMRX zu wechseln, das hat dann einen Wechselrevolver.
Dann habe ich ja auch nicht nur ein Mikroskop, sondern ganz viele.
Für Pol-Anwendungen bevorzuge ich das Orthoplan (Pol) ein endlich Leitz Mikroskop, das ich ganz allgemein als das flexibelste und komfortabelste Mikroskop überhaupt halte, wenn es darum geht, mal eben schnell etwas umzubauen. Es gibt dafür auch ganz "verrückte" Kontrastverfahren...aber das führt hier zu weit. Es kann im Grunde "alles" im Durch- wie im Auflicht.
Pol ist aber auch nicht so mein Hobby, sondern eher Tümpeln.
Auch Pflanzenschnitte schaue ich eher selten an, auch wenn ich wunderschöne aus dem Nachlass eines hier sehr bekannten Mikroskopikerfreundes habe. Ich nutze auch diese eher, um etwas zu testen, z.B. Fluoreszenz, denn die Schnitte sind entspr. gefärbt.
LG Diana
Es müssen nicht gleich teuerste Objektive zum Einsatz kommen. In der Serie der schwarzen Zeiss-Achromate gab es ein hervorragendes 40er Öl. Mit dem kann man leicht zum 100er hin und her wechseln.
Grüsse
Martin
Zitat von: Rene in November 19, 2024, 22:55:22 NACHMITTAGSGlyzerin wäre in der Tat besser, ergibt aber die gleiche Sauerei.
Hallo René,
Glyzerin hat gegenüber Öl einen entscheidenden Vorteil, wenn es um "Sauerei" geht. Es ist wasserlöslich.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Peter,
die Ölphobie verschwindet schnell wenn man sich an den Ablauf gewöhnt hat, ich mache das ähnlich wie bei der Pilzmikroskopie, erst mit 2x oder 4x Objektiv einen Überblick verschaffen, dann mit 10x/ 20x genauer ansehen und danach geht es mit dem 40x und 100x ins Öl für die feinen Details, evtl. kann man mit dem 4x und mit manchen 10x Objektiven nochmal überprüfen wo man sich im Präparat befindet(Wenn der Arbeitsabstand groß genug ist).
Danach dann nur das Öl etwas vom Objektiv abtupfen so das nur ein dünner Film übrig bleibt, wirklich sauber mache ich das Objektiv erst wenn ich komplett fertig bin oder das Mikroskop länger veräumen möchte.
Das 40x Öl würde ich dafür aber auf jeden Fall empfehlen, weil man sich damit besser im Präparat orientieren kann als mit dem 100er.
Viele Grüße
Kay
Hallo Peter,
ich bin auch sehr Öl faul. Insbesondere beim Tümpeln.
Ich kann es jedoch durch ein sehr gutes 40er trocken Objektiv sehr oft vermeiden. (SPlanApo 40, NA 0,95 mit Deckglaskorrektur)
Das wäre also der andere bzw. alternative Weg...
Was ich aus meiner Erfahrung nicht empfehlen kann, sind 60er oder 63er Trockenobjektive mit einer Apertur von z.B. 0,95.
Diese sind unglaublich schwer im Handling und im Ergebnis nicht befriedigend.
Wichtig ist fürs Tümpeln ein dünnflüssiges Immersionsöl.
Und es ist nicht "Panne" von Dir. Der Umgang mit dem 100er Objektiv für Tümpelproben ist nicht einfach und macht nur Spass, wenn kein einziges kleines Sandkorn unterm Deckglas ist und die Schichtdicke optimal ist an allen Stellen. Das 100er drückt sonst alles weg. Ich mache das wirklich nur wenn optimale Voraussetzungen vorhanden sind.
lg
anne
Moin,
es gibt von Leitz auch ein 10er Ölobjektiv mit ervorragenden Eigenschaften (sehr gute Auflösung und Lichtausbeute). Ich verwende am Orthoplan einen Wechselrevolver, welcher komplett mit Ölobjektiven bestückt ist (10x, 25x, 40x, 63x und 100x). Mit modernem, dünnflüssigem Immersionsöl ist es nicht nötig die Objektive jedesmal plank zu rubbeln 😉. Wie Kay schon beschrieben hat, reich es diese abzutupfen. Das 10er Ölobjektiv gibt es nicht sehr oft, aber gelegentlich taucht es in der Bucht auf.
Aber wie Anne schon schreibt ist Öl bei Tümpelpräparaten generell etwas problematisch.
Hallo,
die Anwendung von Immersionsoel ist einfach und muss nicht über den Umweg mit Wasser oder Glycerin erlernt werden. Es geht auch ohne einen ganzen Satz hochpreisige Immersionsobjektive.( Den Spass mit Diesen will ich nicht verderben, denn ich habe auch Sollche... :) )
Wichtig scheint mir, dass man die Anwendung von Immersionsoel übt und dass neben den 100er Oel Objektiv ein Objektiv <20er angeordnet ist.
Üben würde ich mit einem gut gefärbten Dauerpräparat darin man sich gut orientieren kann. Ich verwende für das aufbringen von einem kleinen Tropfen Oel eine Flasche mit einer langen feinen Spitze.
Ich mache das immer ohne den Tisch abzusenken direkt auf das Präparat beim Objektivwechsel zwischen den Objektiven. Alles klar?
Gutes Gelingen!
Grüsse Arnold
Vielen Dank an alle für die Erfahrungen und Empfehlungen.
@Anne: Das mit dem Edel-40er Objektiv klingt wirklich sehr verlockend. Ich bin sehr froh, solche Tipps vor einem Mikroskop-Upgrade zu bekommen, das erleichtert die Planung.
@Arnold: Danach das Dauerpräparat vorsichtig abwischen? Sonst hat man ja den Ölfilm drauf.
Hallo Peter,
auf Dauerpräparaten reinige ich immer: zuerst das Oel mit einem Wattestäbchen abtupfen und dann mit einem Wundbezinfeuchten Wattestäbchen den Oelfilm vom DG reinigen.
Alle Objektive für Immersion <100 sind ein Genuss. z.B. 25/40/63/100 Aber das geht dann ins Geld.
Grüsse Arnold
Hallo,
Es gab Wasserimmersions Objektive (Endlich-Optik) die fürs Tümpeln doch eigenlich besser geeignet wäre. Von Lomo (z.B. Apo 70/1.23), Zeiss (z.B. die Plan-Neofluare 25 und 40, WI 40/0.75) und Leitz (WI 50/1.0). Aber wer nur das beste will sollte vielleicht auch bereit sein 20.000 oder mehr zu zahlen :o . Beste Grüsse,
Rolf
Hallo Rolf,
ich hatte den kompletten Satz Wasserimmersionsobjektive (30, 40, 60, 80) und war damit auch sehr zufrieden. Weil ich jetzt "kleinere Brötchen backen muss", hab ich sie alle weggegeben. Aber die waren fürs Tümpeln prima geeignet. Für meine Immersionen nehm ich Glycerin statt Öl, putzt sich einfacher und reicht für mich aus. Das original russische Immersionsöl taugt leider nur, um Panzerketten zu schmieren :-)
Grüße
Wolfgang
Hallo Peter,
die Alternative bis zum 60 er oder 70 er sind natürlich sicherlich auch die Wasserimmersionsobjektive.
Da gibt es wirklich tolle Optiken!
Waren bei meinem geschenkten Mikroskop als 40er und 60er auch dabei, da sich der vorherige Anwender bevorzugt mit Rädertieren beschäftigt hatte.
Das 100er hatte er dann aber auch logischerweise in Öl.
lg
anne
(Das Schöne an der Verwendung von Endlich Mikroskopen ist dass man sich wirklich einen kleinen "Zoo" an Objektiven leisten kann und diese speziell für Anwendungen nutzt.)
Liebe Ölfreunde
Ich löse das Problem mit einem vollen Satz Ölobjektive, von 10x aufsteigend. Beim 10x Öl war ich der einzige Bieter 😊
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Anne,
Zitat(Das schöne an der Verwendung von Endlich Mikroskopen ist dass man sich wirklich einen kleinen "Zoo" an Objektiven leisten kann und diese speziell für Anwendungen nutzt.)
Was das angeht, war ich mal "Zoodirektor".
Lomo bedeutet nun mal: "Liebhaber ominöser Optiken".
Da kann man quasi alles was 160mm Tubuslänge hat dranstricken; Zeiss/J passt PZO und Meopta bedingt (der DIK von PZO passt auch). Dadurch, dass das Biolam nicht den Tisch, sondern den Tubus bewegt, kann man auch lange Objektive dranschrauben (hab ich mal mit einem Satz Nikon gemacht; war gut.
liebe Grüße
Wolfgang
Hallo,
Ich denke das Wasserimmersion fürs Tümplen einfach besser ist weil Aberrationen entstehen können bei Verwendung von Oelimmersions-Objektive in Kombination mit wasserige Präparate. Ich meine das René da mal etwas über geschrieben hat. Beste Grüsse,
Rolf
From the Bresser blurb:
Product information "Nexcope NE620T Upright biological microscope for professional applications"
LENSES
The panchromatic lenses ensure a flat field of view. The 100x lens is resilient to contact and is designed for a water immersion (NA: 1.10). The 40x lens has a very high working distance of 1.5 mm, which prevents contact with immersion fluids.
The nosepiece has five positions and is equipped with four lenses (4x, 10x, 40x, 100xW). These feature an M25 thread and a parfocal length of 60 mm.
What does it say on your 100x??
and infinity, that rules out the cheap LOMO's...
Best, René
Hallo,
Also, dieses Mikroskop sieht doch sehr gut aus. Ich bin mir sicher, mit dieses Mikroskop sollte es möglich sein eine weit bessere Foto-Qualität zu erreichen als das was PeterT gerade in Bestimmungshilfe zeigt (Süßwasser-Algen aus Spanien). Beste Grüsse,
Rolf
Rene: There is also a water immersion 100. Mine is the oil immersion 100.
n 100 oil.jpg
Hi Rene´,
Zitatand infinity, that rules out the cheap LOMO's...
thats why I use the old Lomo Microscopes! You can use every part with 160mm tubuslength and they are undistroyable. You can make every service atself (they use screws and no glue). There is no plastic only brass. I´m satisfied with my Lomo´s :-)
best regards
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Ich bin der gleichen Meinung, aber jetzt ist das Unendliche ein Muss. Lomos haben keine engen Fokusgrenzen und ermöglichen die Verwendung jedes Objektivs.
Aufgrund meiner begrenzten Erfahrung mit den Mikrovals der ersten Serie kann ich sagen, dass ich mit der Planachromatik für den Phasenkontrast auf einem endlich konjugierten Mikroskop bessere Ergebnisse erzielt habe als mit dem unendlich konjugierten.
Vielleicht haben sich die Dinge mit modernen Mikroskopen geändert.
Beste grüße.
Enzo