Grüße an die Forumsteilnehmer.
Ich bitte um Rat zum Reinigen von Spiegeln mit einer reflektierenden Oberflächenschicht. Man sagt, dass man sie nur mit Flüssigkeiten reinigen sollte, um Schäden zu vermeiden, aber mit welchem ��Produkt und mit welcher Methode? Wenn das Teil nicht demontiert werden kann, wie gehe ich vor, um die anderen Komponenten nicht zu überfluten?
Insbesondere der Spiegel des Beleuchtungssystems meines Amplival wies einen deutlichen Schleier aus fettigem Staub auf, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hatte, und ebenso deutliche Mikrokratzer von früheren Reinigungen.
Ich habe es mit einem kleinen Pinsel aus nassem optischem Papier versucht, dann mit Isopropylalkohol und schließlich mit Xylol, wobei ich mehrere Male durchging, aber es blieben immer Rückstände zurück. Schließlich musste ich trockenes Papier verwenden, das den Spiegel mit meinem Atem beschlägt, und ich werde sicherlich auch meins zu diesen Kratzern hinzugefügt haben. Ich freue mich über einige Ratschläge.
Vielen Dank und viele Grüße.
Enzo
Hallo Enzo,
Augenwatte aus der Apotheke um ein Bambusstäbchen wickeln (ohne direkten Fingerkontakt) mit Wundbezin leicht tränken dann ganz vorsichtig abwischen. Mit trockener Watte nachreinigen, ggf. vorher anhauchen. Oberflächenspiegel sind kritisch eigentlich sollte man sie nur mit dem Blasebalg abpusten aber die Schmutzbeläge sind oft sehr hartnäckig.
Gruß
Michael
Hallo Enzo,
ich würde eine fusselfreie Kompresse unterhalb des Spiegels Positionieren und von oben mit einer Pipette sauberes Leichtbenzin, Xylol oder andere leichtflüchtige unpolare Lösemittel über den Spiegel laufen lassen.
Wenn sich der schmierige Belag gelöst hat müsste man auch Staub und anderen Belag mit einem Blasebalg entfernen können.
Wenn der Belag hartnäckiger ist würde ich den Spiegel in das Lösemittel tunken oder den Spiegel überschichten und nach etwas Einwirkzeit das Lösemittel mit Druckluft runterpusten.
Lack etc. müssen halt beständig gegen das Lösemittel sein.
Viele Grüße
Kay
For a haze on top of an old mirror: put a tissue on top of the mirror, add aceton untill it is saturated and then pull the tissue down over the mirror. Repeat until the haze is removed.
A few spots or dust is seldom a problem. A rough move generally always is.
Good luck, René
Hallo Enzo,
für solche Zwecke nehme ich c-Hexan, leicht flüchtig, absolut keine Rückstände wie z.B. Wundbenzin. Aceton höchstens zur Vorreinigung.
Viele Grüße
Sven
Was haltet Ihr von optical wonder?
Damit habe ich bei einem großen O-Spiegel gute Erfahrung gemacht
Gruß Peter Wff
Hallo Peter,
gut, dass Du das erwähnst, benutze ich u.a. auch dafür. Ich gehe so vor, dass ich Optical Wonder flächig aufbringe und einige Zeit einwirken lasse. Dann stelle ich den Spiegel schräg und spüle großzügig damit. Wenn sich Verdunstungsrückstände bilden, wird das ganze wiederholt, anschließend mit Xylol, Aceton und schließlich Heptan (ist etwas unkritischer als Hexan) nachgespült. Wie schon oben empfohlen, muss man irgendein aufsaugendes Medium "strategisch" positionieren, wenn der Spiegel in einem Gehäuse verbaut ist. Berühren oder noch invasivere mechanische Putzmethoden meide ich bei Oberflächenspiegeln vollständig, auch das Abziehen einer feuchten Kompresse, Linsenpapier o.ä.; es gibt durchaus Spiegel, die selbst das nicht tolerieren, leider weiß man das immer erst hinterher.
Ich habe für Photometerspiegel beim Kunden (IR, UV) am Ende vieler Versuche nur noch eine "exzeptionelle" Methode erfolgreich angewendet:
Aqua dest, Spüli, Pinzette und weiches Klopapier (Damentoilette).
Damit gelang die Spiegelreinigung auch an der Grenze zum Vakuum-UV bei der Arsenlinie 193 nm.
Hatte ich früher mal beschrieben:
ZitatZitat von: Werner in Mai 03, 2016, 14:07:27 NACHMITTAGSHallo Michael!
Das Reinigen von Oberflächenspiegeln ist kein Problem, habe es jahrzehntelang gemacht.
Reinigung mit dest. Wasser und 1 Tropfen vorverdünntem Pril. Als "Tampon" ein Streifchen weiches Klopapier (Damenklo, die obersten zwei Blatt verwerfen. Keine Recyclingware!) um eine Pinzette wickeln und 1 Minute im Prilwasser quellen lassen.
Damit kann man über den Spiegel wischen, notfalls mit leichtem Druck. Klopapier ist besser als eingeweichtes Linsenpapier, da es noch weicher als dieses wird - und vorhanden ist.
Sofort danach mit einer Spritzflasche dest. Wasser abspülen. Wenn der Spiegel völlig sauber geworden ist, läuft das Wasser in dünnen zusammenhängenden Gerinseln ab, ohne Spuren zu hinterlassen.
Wenn der Spiegel schon etwas korrrodiert ist, bleiben kleine Wassertropfen drauf. Diese werden mit einem Gummigebläse ("Klistier") zum Rand hin weggeblasen. Schwache Druckluft funktioniert auch.
Keine Dosenluft verwenden, damit kann die Oberfläche wegen des zu hohen Drucks beschädigt werden!
Das Reinigen geht schneller als die Beschreibung des Vorgangs...
Gruß - Werner
Eine weitere Alternative ist das gänzliche Ersetzen des Oberflächenspiegels.
Besonders wenn der Spiegel sich leicht justieren lässt, schon teilw. korrodiert ist und sich im unkritischen Beleuchtungsstrahlengang vor dem Kondensor befindet, lässt sich so etwas mittlerweile nach Maß (Form/Dicke/Reflexionsgrad/z.Teil auch Oberflächenebenheit) recht günstig aus Fernorst bestellen.
Vielen Dank an alle für die Vorschläge und insbesondere an Werner. Leider ist der Spiegel nicht austauschbar, da er werkseitig eingestellt ist und ich kein Kontrollwerkzeug habe.
Beste grüße.
Enzo
Sehr reines Wasser mit sehr reiner Seife (z. B. KODAK Photo Flo)
ist meiner Meinung nach ein guter Ansatz. Außerdem verwende ich Reiniger von Osim
https://www.osimoptik.de/de/Optikreiniger--VetroClean.html
Hallo Enzo!
Das eventuell nötige Einstellen des Umlenkspiegels vom Beleuchtungssystem ist gar nicht schwierig, der Strahlengang ist einfach. (Er ist auch umkehrbar).
Okularaufsatz und Kondensor entfernen, Lichtquelle auch.
Die optische Achse ist genau in der Mitte der Löcher, wo sonst normalerweise die Optik sitzt.
Du kannst einen Laserpointer mithilfe eines Laborstativs mit Klemme so einrichten, daß der genau durch die Mitte eines Loches im Objektivrevolver (1 Objektiv entfernt) auf die Mitte des Lichtaustritts im Fuß leuchtet. Kontrolle mit Papierstreifen. Durch den Spiegel soll das Licht etwa mittig an der Birnenstelle wieder austreten, diesmal als Kreis durch die Kollektorlinse.
Wenn das nicht der Fall ist, ist der Spiegel verkippt oder seitlich oder längs verschoben.
Das kann man über die Befestigungsschrauben durch Verschieben des Spiegelhalters korrigieren. Wenn keine Kippjustage(schraube) da ist, muß man mit unterlegter gefalteter Alufolie ausgleichen. Auch im Fuß sind die Mitten aller Bohrungen für den Lichtweg genau in der optischen Achse, ebenso die geschlossene Irisblende.
Gruß - Werner
Hallo Werner,
Vielen Dank für diese weiteren Anweisungen. Ich habe jedoch Schwierigkeiten zu verstehen, wann es dazu dient, mit der Bewegung des Spiegels und wann mit der Neigung oder Höhe zu handeln. Wenn Sie den Spiegel nach vorne oder hinten, rechts oder links bewegen, haben Sie ähnliche Bewegungen wie durch das Kippen des Spiegels oder das Anheben und Absenken bewegt werden.
Danke und die besten Grüße.
Enzo
Hallo Enzo!
Beim Kippen oder seitlich Drehen wird das Licht in einem anderen WINKEL abgelenkt.
Beim Hin- und Herschieben wird das Licht PARALLEL verschoben (nach oben oder unten).
Gruß - Werner
Hallo Werner,
Jetzt ist es mir klar, danke für die wertvollen Anregungen.
Beste grüße.
Enzo
Ein Trick, den Olaf mir mal gezeigt hat, um letzte Fettspuren zu entfernen, besteht darin, mit einem feinen, mehrfach mit Lösungsmittel gewaschenem Pinsel, einen Lösungsmitteltropfen in Serpentinen über die zu reinigende Oberfläche zu schleppen.