Werte Foren-Gemeinschaft,
der Mikroskopietag (18.) in Jena ist sicher eine gute Gelegenheit zu sehen was bei Zeiss, speziell im Mikroskopiebereich, so läuft. Wer sich einen (groben) Überblick verschaffen möchte, kann sich ja mal hier umschauen: https://www.zeiss.com/microscopy/de/c/ind/24/tag-der-mikroskopie-jena.html
Neben den Workshops (Vortrag, Vorführungen bis hin zum selber mikroskopieren) gab es die Möglichkeit, in 8 Bereiche aufgeteilt, Mikroskope für z.B. Materialwissenschaften, für die Routine und für den biologischen (medizinischen) Bereich zu begutachten, Proben zu untersuchen und natürlich Fragen loszuwerden.
Sehr wohl war auch an das leibliche Wohl gedacht, aber auch die Kultur kam nicht zu kurz. Die ausgewiesene Show präsentierte eine Sandshow, die Künstlerin formte dabei verschiedene Darstellungen rund um die Mikroskopie..., sehr ansehenswert! Ich hätte gerne einige Bilder eingestellt, aufgrund des Kunst-Urhebergesetzes verzichte ich lieber ...
Da ja sehr viel von KI die Rede ist, auch bei der Veranstaltung, wurde diese (wohl erstmals) bei den Vorträgen eingesetzt. Zumindest dürfte dass allen Besuchern, welcher der deutschen Sprache nicht mächtig waren, gut gefallen haben, da diese für die Übersetzung in die englische Sprache verantwortlich war. Selbst der Vortrag eines Teilnehmers aus dem Schwabenland wurde durch die KI gut gemeistert.
So waren die Themen Vernetzung, KI etc. auch ein wesentlicher Bestandteil des 1. und 2. Vortrages.
Was ist mir an technischen Dingen noch aufgefallen (erhebt keinen Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit, Wesentlichkeit oder Vollständigkeit!)
Die Routine-Mikroskope enthalten wohl heutzutage mehr oder minder (vernetzungsfähige) Mikroskopkameras, als Besonderheit erschien mir dass diese fest verbaut sind.
Im 3D-Fluoreszenz-Vortrag wurde, u.a., auch das Verfahren des optischen Schnittes (Apotome [plus]) gezeigt, was, wie auf einer Folie des Vortrages geschrieben steht, eine ,,confocal like image quality for your widefield microscope" bringt. Ein Verfahren, basierend auf Gittern (3 Metallgitter mit jeweils noch gut sichtbarer Periode).
https://www.zeiss.com/microscopy/de/produkte/lichtmikroskope/weitfeldmikroskope/apotome-3.html
Die Vorträge sind uns auch zur Verfügung gestellt worden, den sehr ausführlichen Teil zur Fluoreszenz hätte ich hier gerne hochgeladen. Schwierigkeiten bereitet die Dateigröße. Und meine Anfrage bei Zeiss, um sie hier zur Verfügung stellen zu können, ist noch nicht beantwortet. Gewisse Teile sind auch in dem Dokument zu finden welches hier genannt worden ist. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=47765.msg351617#msg351617
Allerdings ist die Quelle: https://www.zeiss.de/content/dam/Microscopy/de/tdm/mikroskopieren_von_anfang_an_2.0.pdf nicht mehr erreichbar, allerdings bei ,,Yumpu" zu finden.
Auch DIK wurde weiterentwickelt, so durch Verwendung von zirkular polarisiertem Licht. Der Vorteil besteht wohl darin, die Probe nicht mehr drehen zu müssen.
Bei den Workshops wurde immer mal wieder die Zeiss-Software ZEN erwähnt. Wobei die ZEN-Lite Version kostenfrei ist. Es sei gleich erwähnt, dass die Software aktuell nicht für Windows 11 vorgesehen (Warnung der Installationssoftware) ist. Ich habe diese unter Windows 11 (64 Bit) installiert, stürzt aber, nach mehrmaligen Versuchen im Programm, immer wieder zuverlässig ab. Unter Windows 10 funktioniert die Sache. Zum Paket, bestehend aus mehreren Programmen, werden ich bei Gelegenheit im Bereich ,,Software" berichten.
Der Tag verging wie im Flug und wurde am Abend durch eine kleine Feier an der improvisierten Bar abgeschlossen. Leider verbot mir mein DB-Zugbindungs-Ticket (ich bin an einer öffentlichen Institution beschäftigt!) die wissenschaftliche Untersuchung dieser Flüssigkeiten durch Selbstversuch ...
Trost wurde aber durch eine ,,Zeiss-Tüte" gespendet, die unter anderem ,,Carl Zeiss" persönlich enthielt. Aus rechtlichen Gründen (Abbildung von geschützten Marken) verzichte ich auch hier auf eine Abbildung und verlinke zum Thema.
https://blog.jena.de/jenakultur/2024/03/26/carl-zeiss-als-playmobil-sonderfigur-von-der-idee-zum-75cm-mann/
Der Link hat ohnehin den Vorteil noch sehr viel zur Hintergrundgeschichte zu erfahren ...
Übrigens wer das Modell des Mikroskops erkennt, melde sich bitte, der Katalog von 1881, in der linken Hand von Carl Zeiss, hilft hier leider nicht weiter ...
Bei Dienstreisen nehme ich mir immer etwas Zeit um die Gegend zu erkunden. Die Wahl viel (diesmal) auf die Mineralogische Sammlung und die Schott-Villa.
Mineralogische Sammlung der UniversitätDer Eintritt ist kostenfrei. Die Homepage teilt mit:
,,Durch Einnahmen wie Spenden und den Verkauf von mineralogischen Erinnerungen an Ihren Museumsbesuch können wir unseren Bestand an Mineralstufen erweitern."
Die Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag, ich hatte aber Montag – Donnerstag gelesen, demzufolge stand ich am Dienstag vor verschlossener Tür. Also ab zur
Schott-Villagleich am Bahnhof Jena West gelegen. Der Eintritt ist übrigens auch frei und es gibt 3 Parkplätze (2+1) für Besucher, auf dem Gelände.
Ausblick_BalkonTerrasse.jpg
Blick von der Terrasse nach Jena, rechts geht es in Richtung Firmengelände
Der Besuch lohnt allemal, da viele interessante Details aus dem Leben von Otto Schott präsentiert werden. Neben den Ausstellungstücken werden 3 Filmvorführungen geboten. Sehr interessant auch, dass viele Details aus der Ursprungszeit der Villa dokumentiert worden sind. Auch das Badezimmer mit Wanne, Bidet, Dusche und WC (mit rein technischen (!) Geräuschen aus dem Lautsprecher) gilt es zu bewundern,..., leider habe ich nicht gefragt wie original die Gegenstände sind. Auf alle Fälle eher etwas, was zum Schmunzeln anregt, mitten in einer normalen Ausstellung rund um das Thema Glas (und unweigerlich auch immer Politik). Fazit: Der Abstecher lohnt sich auf alle Fälle, ich war ungefähr 1,5 Stunden in der Villa ...
Telefon_Schott.jpg
Ich will natürlich nicht zuviel verraten, deshalb lediglich ein kleines Detail zum Telefon.
Bereits 1886 lässt sich Otto Schott zwischen seiner Wohnung und dem Werksbüro eine Telefonleitung legen, um rund um die Uhr für die Glashütte erreichbar zu sein.
So schrieb Käthe Schott in einem Brief, im Jahre 1922, an ihre Tochter: ,,Vater bringt immer Neues zu Tag, telefoniert noch um halb 12 nachts und früh schon wieder vor 8 Uhr, da er seit Monaten immer wieder neue Versuchsschmelzen vor hat. Gottlob sind die jetzt zum Abschluß gekommen. Aber für ihn ist es eben das Leben..."
Danach habe ich mich gefragt wo sich denn das Fabrikgelände befand. Da es ja nicht üblich war, das Wohnhaus in der Nähe des Werksgeländes oder sogar auf ihm zu bauen, sollte es ja in der Nähe liegen. Die Brache (z.B. Google Maps) wies den Weg und weitere Recherche förderte dies zutage:
https://www.initiative-erfurter-kreuz.de/fileadmin/media/Pressearbeit/Pressespiegel/2019/OTZ_Erfurter_Kreuz_17012019.pdf
https://www.zeiss.de/corporate/ueber-zeiss/gegenwart/daten-fakten/zeiss-standorte/jena/rueckbauphase-abgeschlossen.html
Die Reproduktion eines Gemäldes von 1925 zeigt sehr schön die damaligen Anlagen und die Villa. Einige Gebäude, neben der Villa, existieren immer noch. So z.B. das Gebäude von Jenapharm, gut zu erkennen an den Rundbogenfenstern (Google Maps vom Bahnhof Jena West).
Laborgeräte und ChemiekalienNoch etwas für die Privat-Labor-Besitzer.
Bei der Stadtbesichtigung ist mir eine Apotheke aufgefallen bzw. die daneben befindliche Drogerie (Löbderstr. 5), welche beide den Namen Flora tragen. Wer die Drogerie besucht, wird, möglicherweise wie ich, feststellen dass sie irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Es werden Laborgeräte und Chemiekalien angeboten, was übrigens auch deutlich sichtbar an der Ladenfront geschrieben steht.
Leider habe ich vor Staunen keine Fotos geschossen, aber im Internet gibt es Fotos (Suche über Google), auch von den speziellen Glasgeräten für das Labor. Also wer z.B. mal einen Vorstoß (z.B. als Spinne ausgeführt) benötigt, wird hier fündig. Da auch ein großer Laborkatalog dalag kann man wohl auch Wünsche äußern. Was die Chemiekalien betrifft habe ich Hirschhornsalz, Pottasche, Kupfersulfat, Oxalsäure, Natriumhydroxid und einiges mehr gesehen..., auf alle Fälle ein Besuch wert. Einem Mitbringsel konnte auch ich nicht widerstehen ...
Viele Grüße,
Michael