Hallo zusammen,
nach eurer sehr freundlichen Aufnahme hier im Forum möchte ich nun hier einige Fotos zeigen.
Der Grund für meinen Mikroskop-Kauf war ursprünglich die Begutachtung von Orchideensamen, allerdings lassen sich damit natürlich auch andere Dinge anstellen. Da Fotografie ebenfalls ein großes Hobby von mir ist, hier meine mikroskopischen Aufnahmen mit Orchideenbezug.
Eure Kommentare sind natürlich jederzeit gerne gesehen!
Ein Samen von Dendrochilum sp. 10x NPL Fluotar.
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Pollinium von Macroclinium manabinum setzt Pollen frei. 10x NPL Fluotar.
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Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
Schöne Aufnahmen.
Grüße Holger
Hallo Tim,
für einen Mikroskopieneuling machst Du schon ganz respektable Aufnahmen.
Wie hast Du beleuchtet? Das ist doch sicher Auflicht-Dunkelfeld, oder?
LG Gerd
Vielen Dank!
Das ist Durchlicht-Dunkelfeld mit einem 3D-gedruckten Blendenhalter und dem bereits verbauten Hellfeld-Kondensor. Bei 5x und 10x klappt das wunderbar, ab 32x geht es dann aber leider nicht mehr.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
ich finde die Aufnahmen auch sehr gelungen. Vor allem zeigen sie etwas, das man hier nicht so oft sieht.
Insofern gerne mehr Orchideen. :)
Hallo Tim,
Zitat von: dude in Dezember 06, 2024, 23:28:08 NACHMITTAGSDer Grund für meinen Mikroskop-Kauf war ursprünglich die Begutachtung von Orchideensamen, ...
das finde ich sehr interessant! In welcher Hinsicht beschäftigst du dich mit Orchideen? Züchtest du, oder arbeitest du an einem wissenschaftlichen Projekt?
Grüße
Alex
Vielen Dank!
Ich züchten privat und hobbymäßig Orchideen im kleinen Heimlabor. Oft ist es so, dass man bei Saatgut nicht wirklich weiß, ob es überhaupt keimfähig ist. Da Orchideen unter Sterilbedingungen in vitro ausgesät werden, ist es aber wichtig zu wissen, ob die Keimfähigkeit vor der Oberflächensterilisation vorhanden war oder nicht. Das war der ursprüngliche Verwendungszweck des Mikroskops.
Dass ich in meiner Ahnungslosigkeit ein Mikroskop gekauft habe, dass eher für Metallurgie und Auflicht ausgerüstet war, sei mal dahingestellt ;D
Aber die weitere Auf- und Ausrüstung läuft ja und es macht auch Spaß, sich detaillierter damit zu beschäftigen.
Viele Grüße,
Tim
So, hier noch mal etwas Nachschub. Zwei verschiedene Arten aus der Gattung Calanthe. In beiden Fällen wurde mit Stacking gearbeitet.
Calanthe lamellosa, 10x/0.22 NPL Fluotar und 10x Okular.
Calanthe lamellosa.jpg
Calanthe tricarinata, 10x/0.22 NPL Fluotar und 10x Okular.
Calanthe tricarinata.jpg
Hier nochmal zwei Aufnahmen eines Phalaenopsis Samen (ohne und mit Viabilitätsfärbung). Die Keimfähigkeit korreliert hier mit der Reduktion von TTC (Triphenyltetrazoniumchlorid) (farblos) zu zu einem intensiv rot gefärbten Formazan-Derivat.
20250106_234515.jpg
Hallo Tim,
interessant, das TTC sollte sich ja generell für den Nachweis der Vitalität resp. Stoffwechselaktivität eignen.
Beste Grüße Stefan
Hallo Stefan,
genau - solange Dehydrogenase-Aktivität da ist sollte die Reduktion zum Formazan stattfinden.
TTC wird sehr gerne in der Saatgutanalytik eingesetzt.
Ebenfalls interessant wäre wohl Fluoresceindiacetat, allerdings habe ich dafür bis jetzt weder eine vernünftige Quelle gefunden, noch die Zeit gehabt mich mal selbst mit der Synthese auseinander zu setzen.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
super Bilder und eine spannende Färbung!
Ich müsste noch irgendwo etwas Fluoresceindiacetat haben, davon könnte ich sicher etwas abgeben.
Das es so wenig verkauft wird, liegt sicher auch daran das nicht besonders stabil ist sobald es mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt.
Die Synthese ist machbar, aber eine riesen Sauerei bei der noch Wochen später überall Fluoreceinflecken auftauchen.
Viele Grüße
Kay
Hallo Kay,
Vielen Dank! Falls du ein paar Milligramm abzugeben hättest, wäre ich natürlich für einen ersten Versuch interessiert.
Schreib mir doch gerne eine private Nachricht, was du gerne dafür hättest.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
sehr spannende Bilder, danke für's Zeigen! Weißt Du, wie man diese "Kugeln" im Inneren des Samens bezeichnet?
LG
Jürgen
Hallo Jürgen,
das ist eine sehr gute Frage, da es zugegebenen etwas seltsam aussieht. Ich vermute, dass es sich dabei um die Zellen des Embryos handeln (auch im nicht gefärbten Fall schwach erkennbar), wobei sich durch den entstehenden, unlöslichen Farbstoff die Form ändert.
Ich bin allerdings kein Botaniker, daher ist das nur meine persönliche laienhafte Erklärung.
Viele Grüße,
Tim
Guten Abend,
heute möchte ich euch mal ein paar Fluoreszenzversuche vorstellen. Von einem freundlichen Forumskollegen habe ich Fluoresceindiacetat erhalten (an dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür) und mit diesem jetzt eine Viabilitätsbestimmung an Orchideensamen vorgenommen. Die Ergebnisse seht ihr anbei:
Vanda testacea 10x.jpg
Vanda testacea im Hellfeld (Leitz Fluoreszenz 10/0.45 Oel, trocken verwendet)
Vanda testacea 10x fluo.jpg
Vanda testacea unter Fluoreszenz (Blauanregung, Leitz Fluoreszenz 10/0.45 Oel, trocken verwendet)
DSC_8083-2.jpg
Phalaenopsis parishii im Hellfeld (Leitz Fluoreszenz 10/0.45 Oel, trocken verwendet)
DSC_8085-2.jpg
Phalaenopsis parishii unter Fluoreszenz (Leitz Fluoreszenz 10/0.45 Oel, trocken verwendet)
Phal parishii - 25x.jpg
Phalaenopsis parishii unter Fluoreszenz (Leitz PL Fluotar 25/0.60)
Phal parishii - 40x.jpg
Phalaenopsis parishii unter Fluoreszenz (Olympus LWD CDPlan 40/0.60)
Dichaea hookeriana.jpg
Dichaea hookeriana im Hellfeld (Leitz PL Fluotar 25/0.60)
DSC_8137.jpg
Dichaea hookeriana unter Fluoreszenz (Leitz PL Fluotar 25/0.60). Schön zu sehen die unterschiedliche Emission von Fluoresceindiacetat (Kristalle) und Fluorecein (im Samen).
Viele Grüße
Tim
Hallo Tim,
Wie viele Samenkörner / Probe werden untersucht damit du brauchbare Werte zur Vitalität hast?
Warum verwendest du dein Objektiv 10/0.45 Oel ohne Oel?
Und, ist P. parishii ein Wild- oder ein Zuchttyp?
Gruss Arnold
Hallo Arnold,
ich selbst schaue nur qualitativ, zähle also nicht aus. Dennoch werden sicherlich einige hundert Samenkörner angefärbt, einfach weil sie staubfein sind.
P. parishii ist eine Naturform und die Samen habe ich selbst durch Bestäubung erzeugt. Interessant ist hier auch, dass eine solche Samenkapsel fast ein Jahr braucht, um heranzureifen.
Das 10x habe ich nur ohne Öl verwendet, weil ich noch kein Immersionsöl besitze. Bin aber überrascht, dass das doch ziemlich gut klappt.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
die Bilder sind ja super geworden und die Färbung sieht perfekt aus!
Welche Konzentration des FDA hast du benutzt?
Viele Grüße
Kay
Hallo Kay,
vielen Dank! Ich habe 2.5 mg/mL (6 mM) Fluoresceindoacetat verwendet. Die Samen waren vorher in 10% m/m Sucroselösung für 24 Stunden und ich habe einfach 1:1 mit einer Lösung von 5 mg/mL in DMSO verdünnt.
Aufgrund der geringen Löslichkeit sieht man auch die Kristalle. Ich denke im Idealfall wäscht man die Samen nochmal mit DMSO oder iPrOH nach der Färbung (wobei das mit den Kristallen finde ich schon hübsch aussieht).
Viele Grüße,
Tim
Hallo Forum,
heute möchte ich ein paar Fotos von Samen meiner Lieblingsgattung zeigen: Chiloschista.
Chiloschista sind blattlose, epiphytische Orchideen aus Asien. Aktuell tut sich in dieser Gattung sehr viel, und es werden regelmäßig neue Arten beschrieben.
Hier seht ihr nun Samen von Chiloschista lindstroemii, die aus Thailand stammt und 2020 wissenschaftlich beschrieben wurden.
Samen von Chiloschista weisen als Besonderheit eine Art spiralförmige "Anker" auf, die sich im Wasser entfalten und wohl dem Anhaften des Samens an z.B. Baumstämme dient. Mehr dazu findet ihr bei Interesse in dieser Publikation: https://www.researchgate.net/publication/269275652_Orchid_seed_diversity_A_scanning_electron_microscopy_survey
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Alle Fotos wurden mit dem Leitz PL 20x/0.60 aufgenommen. Die Fluoreszenzaufnahme wurde mit einem Samen nach Oberflächensterilisation und Viabilitätsfärbung mit FDA angefertigt.
Ich hoffe diese etwas ungewöhnlichen Präparate sind interessant.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
und ob die Aufnahmen interessant sind!
Eine Frage noch zur Fluoreszenzaufnahme: Oberflächensterilisation, wozu?
Hallo Jürgen,
die Aussaat von Orchideensamen findet unter Sterilbedingungen statt, da sie am besten auf stark sucrosehaltigem Nährboden funktioniert. Ohne die Oberflächensterilisation kommt es sofort zu Kontamination.
Wichtig ist dabei, Bedingungen zu finden unter denen die Viabilität des Samens erhalten bleibt und zusätzlich Sporen effektiv abgetötet werden.
Daher ist es nützlich, die Viabilität auch nach der Sterilisation zu überprüfen.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
vielen Dank für die Aufklärung!
Hallo Tim,
Ich lese hier nun auch schon eine Weile still und leise mit, und wollte nur mal sagen, dass mich deine Arbeit wirklich schwer beeindruckt! Sehr interessant!
Mikrogrüße Holger
Hallo Tim,
allererste Sahne, Deine Orchideenbilder! Ganz tolle Ecke der Mikroskopie, in der Du da unterwegs bist. Ich würde mich freuen, wenn Du ein Bild von Chiloschistra lindstroemii posten könntest (also die ganze Pflanze).
Hallo Holger und Peter,
vielen Dank für Eure Worte und das Interesse!
Hier zwei Fotos der Pflanze von letztem Jahr, aktuell bereitet sie sich aber wieder auf die nächste Blüte vor:
1000058815.jpg
1000058814.jpg
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
weil ich mit dem natürlichen Lebensraum etwas vertraut bin, eine Frage zur Kultivierung: wie simulierst du die kühlen Trockenphasen im Gewächshaus?
Grüsse Arnold
Hallo Arnold,
da die Pflanzen in einer Orchideenvitrine in meinem Heimlabor untergebracht sind, kann ich keine wirklich kühle Trockenphase simulieren.
Im Winter reduziere ich aber die Wassergabe. Das klappt natürlich nicht für alle Arten, aber bis jetzt scheint es den Chiloschistas nichts zu machen und sie blühen regelmäßig.
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
ich war 2 Tage offline und habe Deine Bilder erst jetzt gesehen. Was sind das im Beitrag #20 für schraubenartige Strukturen um den Samen herum? Reste von Schraubentracheen einer weggefaulten Samenhülle?
LG Gerd
Hallo Gerd,
dabei handelt es sich um einen Teil der Samenhülle (Testa). Beim Kontakt mit Wasser strecken sich diese und dienen dem Samen zur Verankerung an der Oberfläche.
In der Originalpublikation dazu sind ein paar schöne elektronenmikroskopische Aufnahmen dazu zu finden:
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/j.1438-8677.1980.tb03349.x
Viele Grüße,
Tim
Hallo Tim,
super interessante Bilder und Erläuterungen und eine sehr schöne Orchidee, ist die wirklich so klein wie sie aussieht(<10cm)?
Viele Grüße
Kay
Hallo Kay,
das hast du richtig erkannt, die Pflanzen sind vielleicht maximal 10 cm im Durchmesser. Einige können jedoch mit der Zeit deutlich längere Wurzeln ausbilden.
Die Blüten sind etwa 1 cm im Durchmesser.
Hallo zusammen,
heute möchte ich mal etwas ungewöhnliches zeigen: so kann es nämlich durchaus vorkommen, dass mehrere Embryos in einer Samenhülle zu finden sind. Aber seht selbst:
Ein Embryo:
20250526_102347.jpg
Drei Embryos:
20250526_102247.jpg
Und noch ein Beispiel mit zwei Embryos im Hellfeld und Fluoreszenz:
20250526_102310.jpg
20250526_102325.jpg
Heute habe ich wieder etwas, das ich so auch noch nicht gesehen habe, aber seht selbst:
DSC_9066_scale.jpg
Einzelaufnahme, Kombination aus Epifluoreszenz und Dunkelfeldbeleuchtung. Leitz PL Fluotar 25x/0.60
Hierbei handelt es sich um ein Samenkorn von Paphiopedilum concolor, einer terrestrische Orchidee aus China, Thailand und Vietnam. Das besondere dabei ist die starke, grüne Autoaluoreszenz (keine Behandlung des Samens vor der Aufnahme).
Hi,
das ist gar nicht mal so unüblich, ich habe das selbe schon bei anderen Pollen gesehen :-)DSC07439.jpg
lg Daniel
Hallo Daniel,
Zitatdas ist gar nicht mal so unüblich, ich habe das selbe schon bei anderen Pollen gesehen :-)
Daniel zeigt uns als Objekt Orchideen Samen. Das sind keine Pollen.
Dazu kommt, dass sich Orchideen Samen in ihrem Aufbau deutlich von anderen Samen unterscheiden.
Grüss Arnold
Hallo Arnold,
Botaniker wird aus mir keiner mehr :-[ :-[ .... auch wenn es Intressant ist
lg Daniel
Hier geht's weiter mit etwas wie ich finde ganz hübschem:
Ein Samen von Ornithocephalus gladiatus, einer kleinen epiphytischen Orchidee aus Mittel- und Südamerika.
Schön zu sehen ist die Autofluoreszenz des Chlorophylls im Embryo (rot) sowie des Lignins der Samenhülle (grün).
Aufgenommen am Laborlux D, Blauanregungen, Leitz PL Fluotar 25/0.60 mit adaptierter Nikon D800.
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