Hallo zusammen,
ich habe ein selbst erstelltes Dauerpräparat eines Menschenflohs unter dem Fluoreszenzmikroskop untersucht. Dabei habe ich verschiedene Anregungswellenlängen verwendet: 365 nm, 436 nm, 485 nm und 546 nm. Die dabei entstandenen Bilder sind sehr interessant, allerdings fehlt mir die Expertise, um diese richtig zu deuten.
Hat jemand Erfahrung mit der Fluoreszenzmikroskopie bei Insekten oder speziell bei Flöhen? Ich frage mich, welche Strukturen bei diesen Wellenlängen typischerweise fluoreszieren könnten und ob es bestimmte Marker oder autofluoreszierende Substanzen gibt, die in Flöhen häufig vorkommen.
Ich wäre für jeden Hinweis oder jede Literaturquelle, die mir weiterhelfen könnte, sehr dankbar!
Beste Grüße,
Daniel
Hallo Daniel,
bei der Interpretation von Fluoreszenzaufnahmen kann ich dir wenig helfen, in der Anatomie von Flöhen kenne ich mich aber inzwischen schon ein klein wenig aus.
Hast Du auch ein "normales" DL-HF-Bild? Wichtig wäre auch zu wissen: Wie wurde das Präparat erstellt (wurde mazeriert, fixiert oder die Chitinhülle aufgehellt und wenn ja womit)? In welchen Medium hast Du eingedeckt?
Beim letzten, und auch bei den beiden vorherigen Fotos fällt auf, dass auch Bereiche außerhalb des Flohkörpers leuchten.
LG Gerd
Hallo Gerd,
das Präparat wurde, um ehrlich zu sein, ziemlich dilettantisch eingedeckt. Weder ordentlich marzeriert noch sonst irgendwie fachgerecht behandelt 🙈. Der Floh hat einfach ein paar Stunden in Ethanol gebadet und wurde anschließend in Kunstharz eingebettet.
Nach dieser Aktion habe ich glücklicherweise hier im Forum wertvolle Tipps für zukünftige Präparate erhalten – und ich gelobe Besserung! ☺️
Der Floh lag eine Weile auf dem Tisch herum und ist dann eher zufällig unter das Mikroskop geraten.
Anbei noch ein Bild desselben Flohs ohne Fluoreszenz.
Beste Grüße
Daniel
Hallo Daniel,
Ok., Die Innereien sind also noch drin, aber wahrscheinlich nicht vollständig fixiert. In den 3 ersten Aufnahmen dürfte vor allem die Muskulatur leuchten. Könntest Du Dir auch mal in polarisiertem Licht ansehen. Bei den 3 letzten tippe ich auf ein Präparationsartefakt. Sieht aus aus wäre Luft eingedrungen oder nach der Einbettung noch irgendwelche Fäulnisprozesse im Gang gewesen wegen unvollständiger Fixierung. Luft fluoresziert ja eher nicht. Es könnten aber auch Verwesungsprodukte sein, die dort Räume eingenommen haben. Sieht für mich eher nicht nach bestimmten Organen aus.
Was ist das für ein Beleuchtungsverfahren im Übersichtsbild? Auflicht, Durchlicht oder beides zusammen?
LG Gerd
Das war auflicht polarisiert im Übersichtsbild. Mit den verwessungsprodulten könntest du Recht haben, wenn ich den analysator drehe kommen die Strukturen wie in den letzten Bildern auch wieder zum Vorschein.
Zum durchleuchten ist der Floh viel zu dick und dunkel..... Schade das die Katze selten Flöhe hat🥳
Hallo Daniel,
ZitatSchade das die Katze selten Flöhe hat🥳
Dafür ist jetzt die richtige Zeit Vogelflöhe zu "ernten". Hier steht wie 's geht (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=45266).
LG Gerd
Hallo Daniel.
Ich finde Ihre ersten vier Fotos ausgezeichnet.
Ihnen ist ein interessanter Farbeffekt gelungen, auf den ich bei der Beobachtung von Insekten im UV-Bereich immer achte.
Bei Insekten ist es mir noch nie gelungen, deren Inneres im UV-Bereich zu beobachten.
Ich meine EPI-Beleuchtung, also Top-Beleuchtung, bei der Sie reflektiertes Licht beobachten.
Vielleicht würde das Bild bei geringerer Beleuchtung, also DIA, anders aussehen, aber ich bin nicht sicher.
Möglicherweise sind die Exoskelette von Insekten auch undurchlässig für UV-Strahlung.
Ähnliche Effekte wie auf Ihren letzten Fotos habe ich erzielt, als ich die Probe durch eine Mikroskoplinse beleuchtet habe. Ich war nicht zufrieden.
Ein völlig anderes Ergebnis erhielt ich, als ich begann, die Probe mit UV-Taschenlampen direkt auf dem Tisch zu beleuchten.
Vielleicht sollte ich auch anfangen, nach Flöhen zu suchen. :)
Grüße
Matthias
Liebe Flohfreunde,
jetzt weiß ich wie die Viecher aussehen, die uns nach dem Kriege geplagt haben.
Gruß Peter Wff