Zur Ahornblättrigen Platane gibt es bereits einen hervorragenden Beitrag von Hans-Jürgen Koch aus 2011, den ich erstmal hier verlinke:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9514.msg67388#msg67388 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9514.msg67388#msg67388)
Die Ahornblättrige Platane ist eine Art Ost-West-Kreuzung. Sie ist ein Hybrid aus Platanus orientalis und Platanus occidentalis. In unserer Welt zunehmender Spaltungen ist das doch ein erfreulich verbindender Baum!
Mein Exemplar (ich habe einen Blattstiel angeschaut) steht in Sevilla, wo sehr viele dieser großen Bäume zu finden sind.
Hier sieht man, wie diese Art zu ihrem Namen kam. Die Form der Blätter erinnert an Ahornblätter.
Ph ba.jpgPh b.jpg
Meine Schnitte sind schon vor einiger Zeit mit dem Euromex-Tischmikrotom entstanden, damals hatte ich noch kein Schlittenmikrotom. Unregelmäßigkeiten in der Schnittebene führe ich darauf zurück. Die Färbung ist FCA nach Etzold.
Den Blattstiel habe ich an zwei Stellen geschnitten, blattnah und sprossnah. Der sprossnahe (proximale) Schnitt zeigt, was ein hohler Knoten ist. Hier werden Zellen "eingespart", was zu einem großen Hohlraum führt. Dies verringert Gewicht, ohne die Stabilität zu gefährden.
Als erstes der Überblick über den hohlen Knoten. Man erkennt die ringförmige Anordnung der Leitbündel (Pano aus 10 Einzelbildern, 4x Obj.)
Ph 8.jpg
Dann der distale (blattnahe) Schnitt (Pano aus 4 Einzelbildern, 4x Obj.)
Ph 1.jpg
Ein Leitbündel (40x Obj.). Mein alter Freund (na gut, es ist eher eine Hassliebe), das Kambium, ist hier mit seinen ziegelförmig angeordneten Zellen zwischen Phloem und Xylem gut zu erkennen (40x Obj.)
Ph 2.jpg
Und hier ein Bereich, in dem das Sklerenchym zwischen den einzelnen Leitbündeln eine regelrechte Brücke bildet (40x Obj.)
Ph 3.jpg
Besonders interessant am Querschnitt ist aus meiner Sicht der äußere Bereich. Hier finden sich mehrzellige Haare (40x Obj.)
Ph 4.jpg
Und hier - was ist das? Pilze auf der Epidermis? Natürlich nicht, obwohl ich beim ersten Anblick lachen musste aufgrund der Ähnlichkeit. Es handelt sich auch um Haare, aber um so genannte Drüsenhaare. Diese hier sind mehrzellig, eine Zelle bildet die Basis und die Verankerung in der Epidermis und eine andere Zelle das Köpfchen. Weitere Zellen produzieren den Inhalt des Drüsenhaares, meist ätherische Öle. Nennenswerte oder gar wirtschaftlich verwertbare aromatische Stoffe sind bei der Ahornblättrigen Platane nicht bekannt, das heißt, letztlich wissen wir nicht, warum sich gerade am Blattstiel dieser Pflanze doch sehr viele dieser Drüsenhaare finden. (Ojektive 40x und 100x)
Ph 5.jpg
Ph 6.jpg
Wie immer freue ich mich über Kommentare, eventuelle Berichtigungen und Ergänzungen.
Hallo Peter,
eine spitzen Arbeit, gelungene Schnitte und super Bilder von den Haaren.
Als nächster Schritt folgt die Beschriftung, nur Mut.
Frohe Weihnachten
Hans-Jürgen
Hallo Hans-Jürgen,
ganz herzlichen Dank für die bestätigenden Worte.
Dir auch schöne Weihnachten mit viel Ruhe und Freude am Blick durchs Okular!
Hallo Peter
Wirklich gelungen und der Blattstiel zeigt wunderbare Details.
Frohe Weihnachtstage & liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
besten Dank!
Hallo Peter,
Deine Schnitte und Bilder sind erste Sahne.
Beschauliche Feiertage Dir und den Deinen und Alles Gute fürs nächste Jahr.
Lieber Jürgen,
Zu viel der Ehre, aber ich freue mich sehr über Dein Lob.
😀
Lieber Peter,
sehr schön geworden und gelistet!
Beste Grüße
Jörg
Lieber Jörg,
herzlichen Dank!