Ursprünglich sollte das eine Präsentation des Kaukasischen Efeus (Hedera colchica) werden. Die Bilderkennung von PlantNet, die in der Regel gute Ergebnisse liefert, hatte mir dieses Exemplar als H. colchica (mit 80%iger Wahrscheinlichkeit) vorgeschlagen.
Misstrauisch gemacht hat mich dann aber ein Beitrag der Bonner Mikroskopiker zur schwierigen Unterscheidbarkeit der beiden Arten:
https://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanik/384.html (https://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanik/384.html)
Daraufhin habe ich mich weiter umgeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei meinem Exemplar um Hedera helix handelt. In diesem Sinne ist auch bemerkenswert, dass sich ChatGPT ebenfalls sehr sicher ist, dass mein Bild H. helix zeigt. Ich nutze diese Künstliche Intelligenz immer öfter und bin mittlerweile sehr angetan von ihr. (Es wäre schön, wenn hier jetzt keine Diskussionen über Wohl und Wehe von KI losbrechen würden, das würde besser ins Cafe passen.)
Nun ja, hier im Forum Hedera helix zu präsentieren, hieße wohl, die dickste Eule aller Zeiten nach Athen zu tragen. Ich glaube, jeder hier, der schon mal ein Mikrotom in die Hand genommen hat, hat H. helix geschnitten und unter das Mikroskop gelegt.
Aber nun habe ich schon mal die Schnitte und die Färbungen und die Bilder und deswegen zeige ich es hier trotzdem.
Immerhin habe ich neben dem Blattstiel auch einen Fruchtstiel geschnitten, den man jetzt nicht so häufig sieht.
Mit Hintergrundinformationen zu dieser Efeu-Art halte ich mich zurück und zeige nur die Bilder.
Alle Färbungen sind FCA nach Etzold
Hier der Blattstiel (Pano aus 2 Bildern, 5x Obj.)
Hh 1.jpg
In der Detailaufnahme erkennt man die Sekretgänge, die im Rindenparenchym liegen
Hh 2.jpg
Davon auch noch eine Detailaufnahme
Hh n1.jpg
Standardmäßig möchte ich auch ein Leitbündel zeigen
Hh n2.jpg
Und jetzt der versprochene Fruchtstiel (5x Obj.)
Hh f1.jpg
In der Detailaufnahme erkennt man einen Unterschied zum Blattstiel: Die Sekretgänge liegen nicht frei im Rindenparenchym, sondern unmittelbar angrenzend an die Sklerenchymkappen, die die Rinde vom Leitbündel trennen. Es sind auch im Fruchtstiel deutlich mehr Sekretgänge angelegt als im Blattstiel.
Hh fsn.jpg
Auch hier noch eine Detailaufnahme
Hh fn1h.jpg
Das soll es gewesen sein vom Gewöhnlichen Efeu. Ich freue mich über Kommentare, Berichtigungen und Ergänzungen.