Die einzelnen Zellen einer Volvox aureus Kolonie besitzen bereits eine einfache Spezialisierung/Arbeitsteilung. Während einzelne Zellen vor allem der Fortbewegung mittels Geißeln dienen, sind andere Zellen vornehmlich auf die Energiegewinnung mittels Photosynthese spezialisiert.
Die einzelnen Nachbarzellen einer Kolonie sind bei Volvox aureus über sogenannte Plasmabrücken miteinander verbunden. Diese bilden ähnlich wie die Nähte eines Fußballs eine Verbindung zu den jeweiligen Nachbarzellen, welches sich wie ein Netz um die ganze Kolonie erstreckt.
Nachdem auf einer Fluoreszenzaufnahme von Carsten Wieczorrek im Bereich dieser Plasmabrücken auffällige "globuläre Strukturen" sichtbar wurden, wollte ich wissen um was genau es sich dabei handelt. Meiner Recherche zufolge dürfte es sich bei diesen Strukturen um sogenannte interzelluläre Transportversikel handeln.
Ähnlich wie kleine Seilbahngondeln werden diese mit z.b. Nährstoffen gefüllte Bläschen von Motorproteinen angetrieben entlang dieser Plasmastränge von einer Zelle zur Nachbarzelle transportiert. Auf diesem Standbild sieht man sie aufgereiht wie eine Perlenkette zwischen den Zellen IMG_20250109_160347.jpg
Sie ermöglichen es der Kolonie beispielsweise die auf Fortbewegung spezialisierten Zellen mit Energie zu versorgen oder auch die Tochterzellen zu ernähren. So wie es aussieht werden über diesen Weg wohl aber auch Informationen ausgetauscht.
*Edit: Nach tiefergehender Recherche aktueller Literatur, läßt sich die These es handele sich bei den gezeigten Strukturen um Transportvesikel, nicht mehr aufrecht erhalten. Weiteres dazu im Verlauf dieses Beitrags.
Um diese Vesikel fluoreszenzmikroskopisch darstellen zu können, habe ich eine Volvoxprobe mit Rhodamin 6G angefärbt.
Beleuchtet wurde mit einer 467nm LED mit KP490nm Anregungsfilter, Strahlteiler FT 510nm, Emissionsfilter LP500nm.
Objektiv war ein Nikon Fluor 40/ 1.15 für Wasserimmersion. Um die Strukturen überhaupt erst erkennen zu können wurden die Bilder und das Video nachbearbeitet.
Entstanden ist folgende Aufnahme:
Hallo Holger,
fantastischer Beitrag!
Gibt es Angaben, wie lange die Gondeln unterwegs sind, also wie lange der Transport von Zelle zu Zelle dauert?
Lieber Holger,
das ist wirklich super! Wie hast Du eigentlich die Volvox zum Stillhalten gebracht?
Hallo Jürgen,
Die Volvox war unter dem Deckglas eingeklemmt. Ausserdem war sie auch schon halb "durchgegart" aufgrund der Lichtbestrahlung.
Hallo Peter,
Dazu hab ich keine Angaben gefunden, hab's aber unter dem Mikroskop an den noch aktiven Volvox beobachten können. Das konnte ich aber bisher leider nicht filmen. Ich schätze so 1-2Minuten von Zelle zu Zelle.
Schau auch mal genau auf's Video, ich meine da sieht man auch noch ein wenig Bewegung.
Ich verlinke unten mal ein paar Artikel, wo es um Volvox im allgemeinen und auch die Plasmabrücken im Speziellen geht. Hochinteressant. Vor allem die großen Interschiede zwischen den einzelnen Volvox Arten finde ich total faszinierend. Jede Art hat einen anderen Bauplan und anders organisierte Abläufe, z.b bei der Fortpflanzung oder der vegetativen Vermehrung. So als wäre es eine "Prototypenreihe" zum Thema wie baut man einen Mehrzeller...
Hier ein paar Links zum schmökern:
https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/volvox
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1550-7408.1968.tb02098.x
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK6424/
Beste Grüße Holger
Zitat von: Spectrum in Januar 09, 2025, 18:35:37 NACHMITTAGSSchau auch mal genau auf's Video, ich meine da sieht man auch noch ein wenig Bewegung.
Den Eindruck hatte ich auch, war mir aber nicht sicher. 1-2 Min. wäre ja high speed.
Kann mich nicht erinnern, jemals einen Transport (von was auch immer) zwischen Zellen
gesehen zu haben.
100% sicher bin ich mir da auch nicht, da ich immer wieder den Fokus verloren hab. Die Aufnahmen sind auch schon an der Grenze dessen was mit meinen Mitteln machbar ist. Man sieht im Live View auch nur ein sehr verrauschtes Bild. Alles wackelt und muss nachfokussiert werden. Schnell muss es auch noch gehen, weil ich die maximale Lichtmenge für solche Videoaufnahmen benötige+hohe Isowerte. Da hat man dann auch mit Bleaching und bei Lebendbeobachtungen mit der Phototoxizität zu tun.
Ich versuche aber weitere Aufnahmen zu machen.
Hallo Holger
sehr interessant sind deine Beobachtungen und die Dokumentation. Mitreden kann ich da nicht, du befasst dich ja intensiv mit der Materie. Ich kann dabei nur etwas dazu lernen. Danke.
Gruß von Siegfried
Du Siegfried,
Das ist bei mir auch alles gerade noch "learning by doing".
Sowohl was die Ausrüstung als vor allem auch die Nachbearbeitung angeht. Wie du ja weißt mache ich alles aufgrund mangeldem PC an meinem Smartphone. Für die Videobearbeitung nutze ich Luma Fusion. In die Bearbeitung muss ich mich mühsam einarbeiten, aber langsam wird's. Versiertere Softwarenutzer holen da sicher mehr aus den Rohaufnahmen raus. Ich verlinke mal die Originalaufnahme wie sie aus der Kamera kam, inklusive meiner jodelnden Hauskatze im Hintergrund. Wer will kann sich da gerne dran versuchen (an der Nachbearbeitung, nicht am Jodeln):
https://drive.google.com/file/d/1WZfVX21IJlq8f5gSGqENfnSbiHpscOAD/view?usp=drivesdk
Hallo Holger
Was du nur willst, das Video würde ich so lassen wie es ist. Ich finde es klasse. Hab mal meinen Lautsprecher etwas lauter gemacht und deine Katze gehört. Da kam Wehmut auf. Unsere Lissi (Liesbeth) hat uns voriges Jahr nach 17 Jahren verlassen, das hat uns sehr mitgenommen. Jetzt sitzt sie oben auf einer Wolke.
Gruß von Siegfried
Ja Katzen sind wohl auch so eine Art Prototyp der Schöpfung. 😅😾
Absolut liebenswerte Geschöpfe, und immer auch sture Freigeister. Meine heißt übrigens Zora. Wenn ich am Mikroskop, sitze schmeckt ihr das meistens gar nicht (Eifersucht?).
Sie turnt und hampelt dann noch mehr als sonst in der Wohnung herum. (Hatte ich als Erschwernisfaktor für verwacklungsfreie Aufnahmen noch gar nicht erwähnt.)
Hallo Peter,
Hier noch eine Nachtrag zur Geschwindkeit von Motorproteinen, je nachdem um welches Motorprotein es sich handelt sind sie zwischen 18nm/s - 60000nm/s schnell.
https://book.bionumbers.org/how-fast-do-molecular-motors-move-on-cytoskeletal-filaments/
Hallo Holger,
vielen Dank für den Link.
"Magical sleight of hand", das ist genau das, was ich empfinde, wenn ich das alles sehe. Dass an der "Demystifizierung" dieser Vorgänge gearbeitet wird, verschiebt die Thematik um eine Stufe der Erkenntnis. Das Wunder bleibt (für mich). Je mehr ich verstehe, desto mehr staune ich.
Geht mir genauso, lieber Peter.
Was die Natur im Laufe der Evolution alles hervorgebracht hat ist und bleibt unfassbar.
Hallo Holger,
gigantischer Beitrag! Gratulation!
Eine Frage stellt sich mir, da es sich um eine Art Bläschen handelt, wären diese nicht auch im DIC sehr gut zu sehen?
lG
Anne
Morgen Anne,
Ich denke das im DIC das Bild wohl auch durch die Tubuli der Plasmabrückem selbst überdeckt wird. Das tolle an Fluoreszenz ist ja, das auch sehr kleine Strukturen dargestellt werden können. Aber Versuch macht klug. Die Hülle schmiegt sich ja wenn das Deckglas aufliegt, sehr schön an. Vielleicht kommt man da mit einem hochaperturigen 100er dran.
Grüße Holger
Hallo,
nachdem ich auf meinem Monitor diese "Kügelchen" nur mit viel Mühe zu erahnen versuche (ich sehe sie wirklich nicht - komme mir vor wie bei "Kaisers neue Kleider"), bin ich mir nicht sicher, ob ich es richtig verstanden habe.
Volvox PL40-Ausschnitt.jpg
Gemeint sind die Kügelchen auf den strangartigen Verbindungen zwischen den grünen Zellen?
Volvox PL40-Ausschnittps.jpg
Aufnahmen im Phasenkontrast (40x Objektiv).
Freundliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
Ja, genau, das müssten sie sein. Tolles Bild.
Tatsächlich sogar viel deutlicher als meine Fluoreszenzaufnahme.
Sieht man da auch wie sich diese (vermeintlichen) Vesikel bewegen?
Vermeintlich deshalb, weil ich bei meiner Recherche nur auf diese Vesikel als mögliche Erklärung gestoßen bin.
Ein Beweis ist das sicherlich nicht. Es ist eine Vermutung und sowohl das sie von Rhodamin 6G angefärbt werden, als auch Position und auch das sie sich scheinbar(!) auch entlang der Plasmabrücken bewegen, würden zu meiner Erklärung passen. Ich lasse mich da aber gerne berichtigen. Mitochondrien wären ja z.b. auch eine mögliche Erklärung.
Und ja, auf den Fluoreszenzaufnahmen sind sie schwer zu sehen. Der Kontrast zur Umgebung ist nicht sonderlich groß.
(Kommt bestimmt auch auf den Monitor an.)
Grüße Holger
Hallo zusammen,
Vesikel sind ja in Plasmakanälen innerhalb der Zellen weit verbreitet und erfüllen sehr unterschiedliche Transportaufgaben. Von daher spricht eigentlich nichts dagegen, dass auch ein interzellulärer Transport in Plasmabrücken stattfinden kann.
Ich habe allerdings bei Volvox auf noch nie auf einen solchen Vesikeltransport geachtet. Ich denke jedoch, dass diese "Körperchen" prinzipiell auch im DIK sichtbar sein sollten.
In einer älteren Aufnahme von Volvox globator im DIK 50 meine ich, auch solche "Teilchen" zu erkennen. Ich habe aus einer Originalaufnahme nochmals einen Crop gewählt und die vermeintlichen Vesikel mit weißen Pfeilen gekennzeichnet.
Oft sieht man bei Plasmatransporten auch bläschenartige (ringförmig in Aufsicht) Strukturen. Ich habe mal zwei mögliche "Bläschen" rot gekennzeichnet.
Auch die netzartige Struktur darunterliegender Plasmabrücken scheint etwas hindurch.
Durch den starken Auschnitt leidet natürlich die Bildschärfe.
(https://i.postimg.cc/cLgpz5kd/Volvox-17-globator-Wimperkugel-Gro-e-Plasmabr-cken-mit-Vesikel-DIK-50.jpg) (https://postimg.cc/21Y9bTft)
Viele Grüße
Klaus
Hallo Klaus,
Das was du uns da auf deinem sehr gelungenen Foto zeigst dürften sogenannte "medial bodies" sein. Eine Struktur die es aber nur bei Volvox globator nicht aber bei "adulten" Volvox aureus giebt.
Sie ist in diesem wissenschaftlichen Artikel ausführlich beschrieben:
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1550-7408.1968.tb02098.x
Zumindest sprechen Größe und die zu globator passende Morphologie der Einzelzellen wie ich denke hinreichend dafür.
LG Holger
Ich habe mich jetzt nochmal durch folgende englischsprachige Publikation die ich hier bereits vorher angefügt hatte tiefergehend durchgearbeitet:
Es handelt sich um diese zeitgenössische Veröffentlichung:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK6424/#A52966
Und es scheint als sei das Thema noch viel komplizierter als ich ursprünglich angenommen hatte.
Der Text befasst sich mit dem Stofftransport zwischen den Einzelzellen verschiedener Volvox Arten sowie zwischen den Zellen der äußeren Sphäre und den Embryonen (Tochterzellen) einer Kolonie.
Fakt ist das es diesen Austausch giebt.
Nachbarzellen werden ganz offensichtlich mit Nährstoffen mitversorgt.
Bei Volvox Arten die über besagte Plasmabrücken verfügen, und bei denen diese Plasmabrücken gekappt werden, wächst die isolierte Einzelzelle stärker als ihre Nachbarn. Sie muss ihre produzierten Nährstoffe nicht mehr zwecks Wachstum von Tochterzellen und Fortbewegung weiterreichen.
Was die Sache nun in Bezug auf die Plasmabrücken (im weiteren Verlauf mit PB abgekürzt) so kompliziert macht, ist die Tatsache das verschiedene Volvoxarten über ganz unterschiedliche Baupläne dieser Plasmabrücken verfügen.
Über die Hälfte der bekannten Volvox Arten besitzt sie nur im Embrionalstadium (Tochterkugeln). Später wenn sich die Tochterkugeln im Inneren der großen Kolonie "umstülpen" (dieser Entwicklungsschritt wird Inversion genannt), verschwinden sie und sind bei der adulten Kolonien nicht mehr vorzufinden.
Die restlichen Volvox Arten wurden dann von einem Wissenschaftler namens Smith GM nochmals bezüglich der Struktur der Plasmabücken in drei Kategorien unterteilt.
Einmal in eine Kategorie zu der nur eine Art (Volvox dissipatrix) gehört deren PB "feiner als ein Flagellum" sind, dann in eine Kategorie zu der ebenfalls auch nur eine Art gehört nämlich Volvox aureus. Hier sind die PB laut Smith in etwa so breit wie ein Flagellum.
Und schließlich in eine Gruppe von Arten deren PB breit und sternförmig angeordnet sind. Dazu gehört dann auch Volvox globator.
Was mit breit und sternförmig gemeint ist, sieht man super auf den Aufnahmen von Klaus. Bei Volvox globator werden ausserdem die sogenannten "medial bodies" beschrieben. Ich denke das müssten die deutlich erkennbaren runden Strukturen auf der DIK-Aufnahme von Klaus sein. Soweit ich das herausfinden konnte, findet man diese "medial Bodies" aber nicht bei ausgewachsenen Volvox aureus Mutterkolonien.
Ausserdem wurde ich stutzig als ich gelesen habe das man sich bis heute nicht sicher ist wie genau der Stofftransport zwischen den Zellen nun genau abläuft.
Da ich nicht glaube, das nicht schon vor mir jemand auf die Idee gekommen ist, die Plasmabrücken von Volvox aureus mit Rhodamin 6G anzufärben, oder sich die ganz einfach mal genauer im Phasenkontrast anzuschauen, glaube ich selbst nicht mehr so recht an meine Aussage: "Meiner Recherche zufolge dürfte es sich bei diesen Strukturen um sogenannte interzelluläre Transportversikel handeln."
Aber was genau sehen wir denn da nun? Diese auffälligen runden Strukturen sind ja definitiv vorhanden...
Grüße Holger
Hallo Holger,
das ist wirklich ein spannendes Thema. Herzlichen Dank für deine vertiefenden Ausführungen.
Ich finde solche Ausflüge in die Mikrobiologie immer interessant, wenn man sie mit eigenen Beobachtungen verbinden kann.
Mir ist schon klar, dass man als Laie mit etwas angelesenem Vorwissen viele Objekte erst mal grob kategorisierend benennt ohne eigentlich zu wissen, worum es sich dabei genau handelt. Ich hätte Körperchen, die sich in Plasmakanälen bewegen, einfach Vesikel genannt. Dabei ist mir im Falle von V. globator gar nicht klar, ob sich diese Dinger tatsächlich bewegen. Eine entsprechende Videoaufnahme habe ich nicht.
Wenn es sich, wie du sagst, eher um "medial bodies" handelt, würde ich gerne wissen, was es mit diesen Körperchen auf sich hat.
Schönen Abend
Klaus
Hallo Kay,
Alles was ich zu dem Thema "medial bodies" bei Volvox globator finden konnte, steht in dem Beitrag den ich direkt unter deinem DIK Foto verlinkt habe. Wenn da jemand mehr zu weiß, wäre das hochinteressant.
Ich finde die Thematik auch superspannend. Ich habe auch gelesen, das genetische Analysen der verschiedenen Volvox Arten nahelegen, das sich bei den Arten die solch eine Verbindung zwischen den einzelnen Zellen einer Kolonie besitzen, die verschiedenen "Versionen" (Baupläne) der Plasmabrücken wohl stammesgeschichtlich unabhängig voneinander entwickelt haben!
So wie es aussieht ist aber bis heute noch nicht abschließend geklärt wie genau der Stofftransport denn nun genau bewerkstelligt wird.
Und das bei einem auf den ersten Blick doch eher simpel wirkenden Prototyp zum Thema Mehrzelligkeit!
Noch weniger Erkenntnisse gibt es darüber wie es Volvox Kolonien schaffen im Kollektiv eine zielgerichtete Bewegung in Richtung eine Lichtquelle zu orchestrieren...
Ich war ja von Anfang an schon fasziniert von diesen kleinen runden Wunderwerken der Natur, aber je tiefer ich in das Thema einsteige, desto erstaunlicher wird's (Peter T. hat das mit dem Erkenntnisgewinn ja eingangs schon so schön auf den Punkt gebracht)
Baffe Grüße Holger
*Nachdem ich meine anfängliche Aussage nun nach tieferer Recherche sozusagen selbst in Frage gestellt habe, setze ich die "Interzellulären Transportvesikel" nachträglich mal besser in Klammern...
Grüße Holger
Stelle gerade fest das sich die ursprüngliche Überschrift des Beitrags leider nicht wie gewollt bearbeiten lässt.
Hallo Holger,
dazu musst Du in Deinen allerersten Beitrag gehen und es geht auch nur, wenn Du bei "MEHR" in "Bearbeiten" gehst, nicht aber bei "SCHNELL BEARBEITEN". Bei letzteren kannst Du tatsächlich nur den eigentlichen Text bearbeiten und hast auch nicht die ganze Palette an Werkzeugen wie "Link einfügen" u.s.w.
LG Gerd
Hallo Gerd,
Vielen Dank für den Tip, hab's jetzt geändert.
Heute habe ich mich einmal mit meinem Pluta DIC an den Plasmabrücken von Volvox aureus versucht:
IMG_20250121_184945.jpg
Auch hier erkennt man wieder die auffälligen runden bis tropfenförmigen Strukturen an den Plasmasträngen:IMG_20250121_185207.jpg
Leider konnte ich dazu bisher immer noch keine Informationen finden worum es sich handelt.
Allerdings hatte ich gelesen, dass es im Bereich wachsender junger Tochterkolonien auffällig viele dieser Plasmabrücken zu finden gibt.
Das konnte ich heute auch so beobachten:
IMG_20250121_141634.jpg
Eine Bewegung der runden Strukturen konnte ich nicht feststellen. Ich habe aber noch nicht alle Videoaufnahmen genau angeschaut. Aber schnell entlang der Stränge bewegt, hat sich da heute nichts.
Grüße Holger
Hier noch eine Zeitrafferaufnahme der Plasmabrücken in 6facher Geschwindigkeit:
Hallo Holger,
Und so wundervoll stimmungsvoll aufgemacht :)
Danke!
LG Diana
Hallo Holger
Dieses Video gefällt mir auch sehr. Durch die Zeitrafferaufnahme hat man einen größeren Erkenntnisgewinn, meine ich. Deine musikalische Untermalung finde ich äußerst erfrischend. Danke.
Gruß von Siegfried
Hallo Holger,
sehr schönes Video. Die pulsierenden Vakuolen sind beeindruckend, aber die Strukturen auf den Plasmabrücken scheinen sich nicht zu bewegen.
LG Gerd
Hallo Gerd,
Ja zumindest war da in dem Zeitraum von 6min keine erkennbare Veränderung auszumachen. Auch auf meinen anderen Aufnahmen nicht. Diese Kügelchen erkennt man im DIC auf jeden Fall schonmal deutlich besser als in den vorherigen Fluoreszenzaufnahmen. Die vermeintlich schnelle Bewegung innerhalb von 2Min von Zelle zu Zelle: Da hab ich mich sicher getäuscht!
Auch ist meine anfängliche Vermutung es handelt sich dabei um Vesikel wohl so auch nicht richtig.
Die sogenannten "medial bodys" im ursprünglichen Sinn, sind es aber wohl auch nicht.
Diese finden sich bei adulten Volvox-Kolonien nur bei Volvox globator.
Man sieht sie auf der Aufnahme von Klaus (KayZed).
Aber das Thema mit diesen auffälligen granulären Strukturen verschiedener Volvox Arten scheint, nach allem was ich bisher herausfinden konnte, sehr komplex zu sein. Es giebt dort große Unterschiede im Aufbau der Plasmabrücken, sowohl zwischen verschiedenen Volvox-Arten als auch in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium der Kolonie. Vieles ist wohl auch noch immer Gegenstand aktueller Forschung.
Ich habe zum Thema "medial bodys" in der oben bereits verlinkten englischsprachigen Publikation folgende Textstellen mal ins Deutsche übersetzt:
[Von besonderem Interesse war die Struktur des "Körnchens", von dem seit langem bekannt war, dass es in den zytoplasmatischen Brücken aller Mitglieder der Sektion Euvolvox in der Mitte zwischen den durch diese Brücke verbundenen Zellen vorhanden ist. Sie entdeckten, dass es sich bei dem Körnchen um eine scheibenförmige Struktur handelte, die sich von allem unterschied, was in den embryonalen Brücken anderer Volvocaceen-Arten oder in den adulten Zytoplasma-Brücken von V. aureus (Sektion Janetosphaera - die einzige andere Volvox-Art mit adulten Zytoplasma-Brücken, die untersucht worden war) zu finden war. Sie nannten diese Struktur den "medial body" ]
Quelle:
Cytoplasmic Bridges in Volvox and Its Relatives
Harold J. Hoops, Ichiro Nishii, and David L Kirk
Übersetzt mit DeepL.com
Weiter unten werden die Plasmabrücken zweier weiterer Volvox Arten (V.carteri und V.rousseletti) genauer beschrieben. Dabei wird dann auch auf Volvox aureus Bezug genommen:
[In gewisser Hinsicht ähneln die E-E-Brücken von V. rousseletii denen von V. carteri-Embryonen, die oben besprochen wurden: Sie haben einen Durchmesser von etwa 170 nm und treten in regelmäßig verteilten Clustern auf, die sich bei spaltenden Embryonen auf subnuklearer Ebene befinden, aber an den Chloroplastenenden der Zellen, wenn die Inversion abgeschlossen ist. Sie unterscheiden sich jedoch in einem wichtigen Punkt von den V. carteri-Brücken: Ein ER-Röhrchen durchzieht jede E-E-Brücke von V. rousseletii, während ER bisher in keiner der zytoplasmatischen Brücken von V. carteri-Embryonen nachgewiesen werden konnte.(Wir stellen jedoch mit großem Interesse fest, dass ER-Tubuli auch die zytoplasmatischen Brücken in V. aureus, einem Mitglied der Sektion Janetosphaera, durchqueren, in der sich persistente zytoplasmatische Brücken offenbar unabhängig entwickelt haben). ]
Quelle:
Cytoplasmic Bridges in Volvox and Its Relatives
Harold J. Hoops, Ichiro Nishii, and David L Kirk
Übersetzt mit DeepL.com
Noch weiter unten heißt es dann immer noch in Bezug auf den Vergleich zwischen V. carteri und V.rousseletii:
[Während der Embryonalstadien sind die Ribosomen im Allgemeinen in einem Großteil der ER-Tubuli, die sich innerhalb einer Brücke befinden, nicht vorhanden, obwohl dieselben Tubuli im Zellkörper stark mit Ribosomen besetzt sind. Etwas später - zu dem Zeitpunkt, an dem das Sphäroid beginnt, extrazelluläre Matrix zu akkumulieren und zu expandieren - fehlen die Ribosomen in dem Teil des ER-Tubulus, der sich innerhalb der Brücke befindet, vollständig. Zu diesem Zeitpunkt schwillt auch der ER-Tubulus innerhalb der Brücke deutlich an, und zwischen der ER-Membran und der Plasmamembran der Brücke beginnt sich elektronendichtes Material anzusammeln, das sich von allem unterscheidet, was im Zellkörper zu sehen ist. Wir glauben, dass diese Anhäufung von elektronendichtem Material in der Brücke einen frühen Schritt in der Bildung des "media bodys" darstellt, aber bisher haben wir keine anderen Zwischenstadien der Medialkörperbildung beobachtet. Auch haben wir keine Unterschiede zwischen S-S-Brücken und zukünftigen S-E-Brücken während dieser frühen Stadien der Medialkörperbildung festgestellt.
Die Medialkörper in S-S-Brücken zwischen zwei adulten somatischen Zellen sind symmetrisch, mit zwei flachen, ˜40 nm dicken, elektronendichten Scheiben, die durch eine weniger dichte Scheibe von etwa der gleichen Dicke getrennt sind. Sie weisen beiderseits des durchschnittlichen Durchmessers von ˜250 nm, aber (wie bei V. globator) scheint ein "medial body" unabhängig von seinem Durchmesser den Teil der Zytoplasmabrücke, in dem er sich befindet, vollständig zu überspannen. ER-Elemente durchqueren die Brücken auch nach dem Erscheinen der "medial body". In einem Längsschnitt durch den Rand einer Brücke sind einige dieser ER-Elemente verzweigt und gewunden, und in Querschnitten sind die ER-Elemente oft ringförmig in der Nähe des Brückenrandes angeordnet. Während die ER-Elemente innerhalb der Brücken während des frühen postembryonalen Stadiums erweitert zu sein schienen, sind die Abschnitte innerhalb der Brücke zu diesem Zeitpunkt schmaler und scheinen durch den "medial body" eingeklemmt zu sein.]
Quelle:
Cytoplasmic Bridges in Volvox and Its Relatives
Harold J. Hoops, Ichiro Nishii, and David L Kirk
Übersetzt mit DeepL.com
Hm, also scheint es ausser bei Volvox globator auch bei anderen Volvox Arten so etwas ähnliches wie die "medial bodys" zu geben.
Das wäre für mich im Moment zumindest die naheliegendste Erklärung.Allerdings verstehe ich dann die Angabe zu Volvox aureus in der Literatur "sie habe im Gegensatz zu Volvox globator keine" medial bodys" nicht!
Kann jemand denn anhand meiner Aufnahmen zweifelsfrei bestimmen das es sich bei meinen Zimmerpflanzen eindeutig um Volvox aureus und nicht vielleicht doch um eine andere Art handelt. Oder auf einen Bestimmungsschlüssel verweisen.
Ich bin mir selbst da nicht mehr 100% sicher.
Kopfkratzende Grüße Holger
Liebe Diana, lieber Siegfried,
Ich freue mich das euch meine Aufnahme gefällt.
Mit der musikalischen Untermalung versuche ich auch, einen etwas unterhaltsameren Gegenpol zu meinen ellenlangen Ausführungen über winzigen Punkten auf Plasmafäden, zu finden...
Grüße Holger