Hallo,
auf dieser Seite
https://robert-goerke.de/mikroblitz
fand ich folgenden Hinweis:
ZitatGanz wichtig! Das Pilotlicht darf den Kamerasensor nicht belichten! Weil beim Fotografieren mit dem Mikroblitz das Pilotlicht nicht ausgeschaltet wird, erzeuge ich eine Belichtungssituation (Tv 1/1000s oder kürzer), bei der das Pilotlicht auf dem Kamerasensor nicht mehr sichtbar ist. Sonst würde es zu unerwünschtem ,,Mischlicht" kommen, was sich ungünstig auf den Fotos zeigt. Aus diesem Grund ist diese Art der Blitzlichtfotografie mit dem lichtdurchlässigen Blitzadapter am Mikroskop nur möglich mit der Highspeedsynchronisation!
Ich gebe zu, dass mich da etwas irritiert.
Bislang vermeide ich (weitestgehend) - und anders habe ich es eigentlich bisher auch nicht gehört - während der Blitzsynchronzeit (heutzutage üblicherweise 1/160 bis 1/250 s, je nach Kamera) die Belichtung durch das Beobachtungslicht, in dem ich dieses soweit herunterregle, dass es erade noch zum Mikroskopieren kurz vor der Aufnahme reicht. ich dachte, das sei das gängige Vorgehen.
Natürlich erscheint es zunächst reizvoll, kürzere Belichtungszeiten verwenden zu können, um damit das Beobachtungslicht heller nutzen zu können. Dafür ist dann die High Speed Synchronisation erforderlich, die hier gut erklärt wird:
https://www.youtube.com/watch?v=SzETdWaAMTI&t=210s
Ich habe das gestern einmal ausprobiert (EOS 70D, Godox TT685IIc und Godox Transmitter Godox X Pro). Da ich hier keine Objekte mit Cilien hatte, habe ich zur Simulation von Bewegung des Präparat mit dem Objekttisch schnell bewegt und im HSS-Modus bei 1/1000 deutlich verwaschene (= bewegungsunscharfe) Bilder bekommen.
Wenn man sich das obige Erklärvideo anschaut, erklärt sich das für meine Begriffe auch, denn HSS macht das Blitzlicht quasi zu einem Dauerlicht. Und das ist ja m.E. kontraproduktiv, denn gerade durch den kurzen Eizelblitz werden doch die Bewegungen eingefroren.
Wo ist denn dann überhaupt der Sinn des Blitzes? Wenn dieser quasi die gesamte Öffnungszeit des Verschlusses als gepulstes Dauerlicht vorhanden ist, kann man doch gleich das normale Beobachtungslicht verwenden.
Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Nutzt jemand HSS bei Mikroblitzen schnell beweglicher Objekte und kann mir dann die Funktionsweise erklären?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter
Ja, aber, wenn die Aufnahme während eines Verschlussablaufes aufgenommen wird hat man dieses Problem. Die Sony mit dem Global Shutter hat die Lösung, auch bei anderen Profimodellen (Canon R1 und Nikon Z9) geht das deutlich besser, weil viel schneller ausgelesen wird als bei den Gehäusen unter 2000.- Euro
Das Einstelllicht muss also so verwendet werden, das es nicht belichtungsrelevant ist. Sonst produzierst du das so genannte "Geisterbild".
Eine Auslösungssteuerung auf den 2. Verschlußvorhang hilf da geringfügig ==> auch das Blitzlicht wirkt nach. Leicht zu sehen wenn man einen Tischtennisball fallen lässt, durch das Nachleuchten bekommt man den Eindruck das er nach oben fällt.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
leider verstehe ich jetzt Deine Erklärungen im Zusammenhang mit HSS nicht so ganz...
Herzliche Grüße
Peter
Hallo nochmal,
an anderer Stelle
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=44399.msg327742#msg327742
fand ich diese Aussage (Zitat reblaus):
ZitatMit HSS kann man aber wenigstens die kürzeste Belichtungszeit der Kamera ausnützen - bei den heutigen Modellen meist bis zu 1/8000 sec, ohne dazu erst die Beleuchtung stark hochdrehen zu müssen, dass die beobachteten Organismen ja meist nicht besonders schätzen. Das leichte Risiko, dass es bei bewegten Objekten zu Bildverzerrungen kommt, kann man in Kauf nehmen.
Das ist dann ja wieder ein anderes Ziel des HSS-Einsatzes: Nicht die Möglichkeit, mit dem möglichst hellen Beobachtungslicht zu arbeiten (das bei der üblichen Synchronzeit vomn ca. 1/200 s viiiel zu hell wäre), aber auch nicht mit dem Beobachtungslicht wiederum auch nicht "so" hell sein zu müssen, dass man mit sehr niedrigen Belichtungszeiten ohne Blitz arbeiten kann.
Ich verstehe das so: Der Blitz dient nur dazu, eine sehr kurze (eben die vorgerwählte z.B. 1/8000s ) Belichtungszeit ein ausreichend helles (gepulstes Blittz-Dauer-)Licht zur Verfügung zu stellen, wobei man bei der vorherigen Beobachtung selbst mit deutlich niedrigerer Helligkeit arbeiten kann, die die Ciliaten nicht so stört.
Das hieße aber für mich nach wie vor, dass die gesamte Zeit von z.B. 1/8000 s belichtet wird und der primäre Sinn den Blitzes, nämlich des Einfrierens durch eine extremst kurze Belichtungszeit (kleiner als 1/8000), NICHT erreicht werden kann.
Sehe ich das so richtig?
Hezrliche Grüße
Peter
Lieber Peter -
lang, lang ist's her, dass ich Versuche mit HSS gemacht habe...
Vielleicht wäre aber bei der ganzen Diskussion noch zu berücksichtigen, dass die sehr kurze Belichtungszeit bei HSS nur auf den Sensor zu beziehen ist. Die armen Ciliaten kriegen aber das Pulslicht vom Blitz mindestens über 1/200 oder 1/250 sec ab. Solange brauchen die derzeitigen Kameras halt um bei Belichtung < 1/200 den Schlitz des Verschlusses über den Sensor zu führen. Wahrscheinlich dauert das Pulslicht sogar noch etwas länger, weil es zur Sicherheit etwas früher an- und später abgeschaltet wird.
Viele Grüße
Rolf
Hallo,
wenn ich die Verschlusstechnik richtig verstehe, läuft bei z.B. 1/1000sec der zweite Verschluss sehr nah an dem ersten hinterher. Das Bild kann dadurch nur zeilenweise aufgenommen werden. Jede Zeile bekommt dabei genau so viel Licht wie es bei 1/200 für das ganze Frame richtig wäre. Sonst käme es zu Überbelichtung. Der Prozessor/die SW fügt dann alle Streifen zu einem Bild zusammen. Eigentlich eine Collage aus Teilaufnahmen zu den unterschiedlichen Momenten. Daher ist das Dauerfeuer von HSS nötig.
Warum dabei es zu schärferen Details führt, muss ich mir noch überlegen.
Gruß
Igor
Zitat von: IgorR in Januar 12, 2025, 17:19:37 NACHMITTAGSWarum dabei es zu schärferen Details führt, muss ich mir noch überlegen.
Hallo,
Kann es nicht und tut es nicht.
HSS-Blitzen ist eine Technologie die für die Portait- und Beauty-Fotografie entwickelt wurde. HSS erlaubt es, bei strahlendem Sonnenschein trotzdem die Gesichter mit Blitz aufzuhellen, obwohl sehr kurze Verschlusszeiten erforderlich sind.
Für die Mikrofotografie ist das mehr oder minder unbrauchbar.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Alexander,
Es bedeutet dann, wenn ich die Zeiten kürzer als 1/250s bei Mikrophotos brauche, funktioniert es nur über die Steigung von ISO Werten. (Die Blende ist bereits max. geöffnet bzw. es gibt gar kein Photo Objektiv.)
Bewegliche Cilien sind eventuell noch leichte Kost. Wenn aber ein Tierchen sich sprunghaft, mit einer in km/h umgerechneten absolut suborbitalen Geschwindigkeit sich bewegt, sind sehr kurze Zeiten unentbehrlich.
Gruß
Igor
Zitat von: IgorR in Januar 12, 2025, 21:20:12 NACHMITTAGSEs bedeutet dann, wenn ich die Zeiten kürzer als 1/250s bei Mikrophotos brauche, funktioniert es nur über die Steigung von ISO Werten.
Hallo Igor,
Es funktioniert auch über das Blitzen. Die Belichtungszeit entspricht der Synchronzeit der Kamera, also zwischen 1/60 und 1/250 Sekunde. Die Leuchtdauer des Blitzes kann erheblich kürzer sein. da sind Werte von 1/10.000 Sekunde oder kürzer möglich. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst wenig Pilotlicht vorhanden ist.
Viele Grüße
Alexander
...dann muss man aber mit schwarzen Balken rechnen, die im schlimmsten Fall fast das ganze Bild ausmachen.
Ich verstehe es jetzt - hier ist eine Technik erforderlich, die aus den Rahmen Consumer Photografie (mit allen Flaggschiff Modellen) herausgeht.
Zitat von: IgorR in Januar 12, 2025, 22:12:53 NACHMITTAGS...dann muss man aber mit schwarzen Balken rechnen, die im schlimmsten Fall fast das ganze Bild ausmachen.
Hallo Igor,
Beim HSS-Blitzen wird eine schnelle Folge von Blitzen abgegeben. Das wirkt wie Dauerlicht und produziert keine schwarzen Balken.
Viele Grüße
Alexander
Zitat von: IgorR in Januar 12, 2025, 22:12:53 NACHMITTAGSIch verstehe es jetzt - hier ist eine Technik erforderlich, die aus den Rahmen Consumer Photografie (mit allen Flaggschiff Modellen) herausgeht.
Oder mit ein wenig Bastelei einen Zentralverschluss an der Kamera montieren.
Geht alternativ auch zwischen Lampe und Kondensor erfordert aber dann ein wenig manuelle Arbeit bei jeder Aufnahme.
Hallo Alexander,
mein Denkfehler. Danke.
Morgens denkt man besser....
HSS = Dauerlicht.
Das Blitzgerät leidet extrem.
Die zeitliche Begrenzung auf die Kamera wird in HSS Modus ausgeschaltet und die beliebig kleine Verschlusszeiten können eingestellt werden.
Bei gleicher Blitzleistung wird dann eine Kombination Zeit/ISO-Wert gesucht, wo mehr Details bei noch verträglichen Rauschen vorliegen. Wenn man am Ende auf 1/250s landet, dann ist HSS gar unnötig.
Nur wegen Aufrechterhaltung von Pilotlicht würde ich HSS niemals nutzen. Vor dem Knipsen schaltet man einfach ein paar ND Filter in den Strahlengang ein.
Gruß
Igor
Hallo,
schade, dass sich (außer Gerhard) keiner der Praktiker meldet, die selbst am Mikroskop blitzen. Mich hätte mal interessiert, ob jemand Erfahrung mit HSS am Mikroskop hat und wenn ja, welche. Oder ist das überhaupt kein Thema?
Ich kam ja eben darauf, weil es in der Passage auf dem im Eingang erwähnten seite quasi apodiktisch heißt, dass es ohne HSS gar nicht ginge. ich habe bislang ehe rden Eindruck, dass HSS für das Blitzen am Mikroskop nicht geeignet ist.
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
das Thema ist gerade einmal 22 Stunden alt, insoweit ist noch etwas Geduld angesagt.
Vielleicht meldet sich Robert auch einmal dazu.
Es ist aber wohl Fakt, das HSS aus Leistungsgründen nicht für den Einsatz als Hauptblitz vorgesehen ist. Darüber hinaus hat die Einspiegelung des Blitzlichtes mit einer Glasscheibe einen Wirkungsgrad von circa 5-10 %. Etwas Skepsis erscheint mir insgesamt angebracht.
Beste Grüße von Jürgen.
"Darüber hinaus hat die Einspiegelung des Blitzlichtes mit einer Glasscheibe Wirkungsgrad von circa 5-10 %."
Es gibt tolle Spiegelfolien, der Wirkunggrad steigt knapp vor 100%.
Z.B.
https://www.velken.de/spiegelfolien/?sPartner=gBrand_at&gad_source=1&gclid=Cj0KCQiAkJO8BhCGARIsAMkswyg-Ap6JDa-IqDm72ZhVKKMLPLCpVZG0dpsRUFcTgKSYwUjOZcUXoaQaAlKjEALw_wcB
O.k. Igor,
das Verhalten der Spiegelfolie müsste man einmal gesondert betrachten.
Grüße von Jürgen
Hallo
'Aus diesem Grund ist diese Art der Blitzlichtfotografie mit dem lichtdurchlässigen Blitzadapter am Mikroskop nur möglich mit der Highspeedsynchronisation!'
Ja die Aussage stimmt!
Ich denke hier gibt es ein Durcheinander bei den Begrifflichkeiten:
Highspeedsynchronisation erlaubt die Synchronisation eines Blitzes mit sehr kurzen Verschlussgeschwindigkeiten.
Dieses Feature ist mit Hilfe der Steuerungssoftware oder direkt an der Kamera einzustellen. Je nach Modell erlaubt es dann Verschlusszeiten von 1/1000, 1/2000s oder vielleicht noch kürzer. 'Highspeedsynchronisation' ist nicht dasselbe wie ein Stroboskopblitz (heisst bei Godox 'RPT') bei der es eine rasche Abfolge von Einzelblitzen gibt.
Bei meiner Kamera ist die kürzeste (synchronsierbare) Verschlusszeit bei Verwendung des elektronischen Verschlusses 1/2000s, sodass die Überlagerungen vom Pilotlicht sehr klein bleiben.
Aus praktischen Erwägungen ist bei sich schnell bewegenden Objekten eine möglichst kurze Verschlusszeit ja von Vorteil, da man manuell das Pilotlicht nicht im Sekundenbruchteil auschalten kann. Selbst wenn man dafür eine Lösung hätte, leuchten dennoch alle Leuchtmittel nach.
Grüße,
Michael/M59
Doppelpost,
(Also manchmal nervt die Forensoftware, wenn man etwas schreibt während andere etwas schreiben...)
Hallo,
zu HSS / RPT kann ich nix beitragen, scheint mir aber auch zu stark auf die Langlebigkeit der Blitzröhre zu schlagen.
Bei u.a. Rollei gibt es Blitze mit eingebautem Pilotlicht (ich habe den HS Freeze 1s). Das Pilotlicht kann in 3 Stufen variiert werden (3 Watt LED). Wenn der Blitz gezündet wurde vergehen ca. 0,25s bis das Pilotlicht wieder erscheint (geprüft mit 240 B/S am Handy). In der Zeit kann die Kamera schon wieder auf Standby gehen und Verwacklungen und Geisterbilder sind dann auszuschließen.
Wie man den Blitz bei Canon aus dem LiveView zündet wurde glaube ich schon mal hier gezeigt.
LG Frank
Hallo Peter
Ich versuche ein paar Sätze umfangreicher zu formulieren, Blitzen ist ein sehr komplexes Thema ...
Ja, aber, wenn die Aufnahme während eines Verschlussablaufes aufgenommen wird hat man dieses Problem. Die Sony mit dem Global Shutter hat die Lösung, auch bei anderen Profimodellen (Canon R1 und Nikon Z9) geht das deutlich besser, weil viel schneller ausgelesen wird als bei den Gehäusen unter 2000.- Euro
Erläuterung: Je nach Kameramodell wird bei schnellen Verschlusszeiten, z.B. 1/250 Sekunde das Bild nicht auf Einmal belichtet, es eilt ein Spalt über den Bildausschnitt. Daher ist es notwendig mehrere Blitze auszusenden um die gesamte Bildfläche zu belichten. Das geht natürlich nur bei Leistungsreduzierung und genau das macht HSS. Zwei Gründe: Die Elkos (Leistungsspeicher im Inneren des Blitzgeräts) haben nicht Zeit sich wieder voll aufzuladen, es gibt thermische Gründe warum nicht die volle Leistung abgegeben können. Aber, wir belichten in der Mikrofotografie ja ohnedies nur mit Teilleistungen - bei mir konkret zwischen 1/32 bis 1/256 der maximalen Blitzleistung. Ein weiteres Problem, Blitzlicht wird nicht digital Ein/ausgeschalten, es gibt ein sogenanntes Nachleuchten (technisch als e-Funktion beschrieben) - das produziert den so genannten Kometenschweif.
Das Einstelllicht muss also so verwendet werden, das es nicht belichtungsrelevant ist. Sonst produzierst du das so genannte "Geisterbild".
Erläuterung: aktuelle Kameras können einen Kontrastumfang von bis zu 15 Lichtwerte am Sensor darstellen, um nicht bildwirksames Einstellicht zu haben muss das Einstelllicht mindestens 8 Lichtwerte unter dem Blitzlicht liegen.
Eine Auslösungssteuerung auf den 2. Verschlußvorhang hilf da geringfügig ==> auch das Blitzlicht wirkt nach. Leicht zu sehen wenn man einen Tischtennisball fallen lässt, durch das Nachleuchten bekommt man den Eindruck das er nach oben fällt.
Erläuterung: Wenn der 2. Verschlussvorhang den Sensor vor dem Nachleuchten abdeckt hat man das Problem mit dem Nachleuchten nicht. Weiters gibt es Blitzgeräte die das Nachleuchten abregeln (elektronisch), das geht aber nur wenn sie nicht die volle Leistung abgeben.
Also, HSS kann durchaus verwendet werden, wenn man mit der geringen Lichtmenge das Auslangen findet, aber, durch die Belichtung in Teilen werden rasch bewegte Objekte verwischt dargestellt ==> das ist das Problem sehr kurzer Verschlusszeiten.
Global Shutter ist da die ideale Lösung, alternativ kann z.B. eine Hasselblad verwendet werden, die hat den Zentralverschluss im Objektiv und macht daher den Lichtstrahl Richtung Sensor (hinter dem Okular) auf der gesamten Bildfläche auf.
Es gibt aber auch Kameras mit kleinem Sensor für C-Mount die einen global shutter haben.
Wie schnell der Sensor ausgelesen werden kann hat einen Einfluss auf die (kurze, schnelle) Zeit der Blitzsynchronisation.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo,
@Gerhard: Ja, soweit habe ich es verstanden.
@ M59-Michael:
ZitatHighspeedsynchronisation erlaubt die Synchronisation eines Blitzes mit sehr kurzen Verschlussgeschwindigkeiten.
Dieses Feature ist mit Hilfe der Steuerungssoftware oder direkt an der Kamera einzustellen. Je nach Modell erlaubt es dann Verschlusszeiten von 1/1000, 1/2000s oder vielleicht noch kürzer. 'Highspeedsynchronisation' ist nicht dasselbe wie ein Stroboskopblitz
Bist Du sicher? Ich habe jetzt ja einiges über HSS gelesen, aber es ist IMMER die Rede davon, dass HSS eine Abfolge zahlreicher Blitze in Sinne eines gepulsten Dauerlichtes (und nicht eines einzelnen Blitzes) bedeutet. Nirgendwo habe ich gefunden, dass es ein einzelner Blitz sei.
RPT (Stroboskopblitzen) ist sicher etwas ganz anderes als HSS, aber auch bei HSS wird nach meiner bisherigen Erkenntnis eine Art Stroboskoplicht erzeugt, wobei die einzelnen Blitze quasi zu einem Dauerlicht verschmelzen. Eine Kurve der Lichtintensität dürfte dann - so stelle ich es mir vor - ähnlich aussehen wie das Oszillogramm einer gleichgerichteten Wechselspannung mit Restwelligkeit).
Für mich halte ich aber erstmal fest, dass diese Aussage
'Aus diesem Grund ist diese Art der Blitzlichtfotografie mit dem lichtdurchlässigen Blitzadapter am Mikroskop nur möglich mit der Highspeedsynchronisation!'die mich überhaupt auf dieses Thema gebracht hat, s o nicht stimmt! Die Mehrzahl der Mikroblitzer arbeitet - nach einer kleinen unrepräsetativen PN-Umfrage ;) - ganz offenbar "oldschool" mit der normalen Synchronisation, also einer üblichen Verschlußzeit von bis ca. 1/250 s und mit entsprechend niedriger Lichtinetsität für die Beobachtung.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
das ganze scheint mir eher eine theoretische Frage zu sein. Praktisch gibt es mit einem "dunklen" Pilotlicht keinerlei Probleme. Man wählt die Kameraeinstellung sowieso so, dass man mit kleiner ISO etc. arbeitet.
Wenn man mit dieser Einstellung ein Foto mit ausgeschaltetem Blitz macht, erhält man i. A. ein "schwarzes", also absolut unterbelichtetes Bild, bei dem man nur mit heftiger Nachbearbeitung und Kontraststeigerung noch irgendwelche Objekte erahnen kann. Das trägt schlicht und einfach zu dem richtig belichtetem Bild mit Blitz nicht spürbar bei. Die sicherlich vorhandene, theoretische Verschlechterung durch die Belichtung mit dem Pilotlicht konnte ich - bei einigen tausend Blitzfotos - noch niemals bemerken.
Wer also sicher sein will, sollte einfach mal mit der Blitz-Kameraeinstellungen ein Foto ohne Blitz machen und sich dann fragen, ob eine Änderung der Aufnahmemethode nötig ist.
Viele Grüße
Michael
Hallo
Peter, Du hast HSS richtig verstanden und ich habe das falsch formuliert! HSS ist eine rasche Abfolge von Blitzen idealerweise gleicher Intensität, mit dem Ziel ein gleichmäßiges Blitzdauerlicht zu erzeugen. Weiterhin übersteigt die Gesamtdauer dieses 'Blitzes' die der Verschlusszeit.
Trotzdem sehe ich in der Verwendung von HSS Vorteile, auch weil Belichtungszeiten von 1/1000s oder kürzer bdas Risiko von Unschärfen durch Erschütterungen minimieren.
Weiter nehme ich an, dass durch die starke Lichtbündelung durch den Kondensor, die geringe Tiefe des Bildes ein 'rolling shutter' effect bei HSS weniger relevant ist, so dass ein 'Global shutter' oder Zentralverschluss am Mikroskop nicht so wichtig ist, wie bei Freilandaufnahmen schnell bewegender Objekte.
Gerhard, kannst Du das kommentieren/korrigieren?
O.T.: wenn ich am Peraval mit HSS blitze, sehe ich bei Verschlusszeiten kürzer als 1/400 s Streifen im Bild ('banding'). Her muss ich also das Pilotlicht (Halogenbeleuchtung) ausschalten oder mit der 'langen' Belichtungszeit leben.
@Michael, wenn es funktioniert muss man nichts ändern. Das ist sicher so!
Grüße,
Michael/M59
Lieber Michael,
ZitatWenn man mit dieser Einstellung ein Foto mit ausgeschaltetem Blitz macht, erhält man i. A. ein "schwarzes", also absolut unterbelichtetes Bild, bei dem man nur mit heftiger Nachbearbeitung und Kontraststeigerung noch irgendwelche Objekte erahnen kann. Das trägt schlicht und einfach zu dem richtig belichtetem Bild mit Blitz nicht spürbar bei. Die sicherlich vorhandene, theoretische Verschlechterung durch die Belichtung mit dem Pilotlicht konnte ich - bei einigen tausend Blitzfotos - noch niemals bemerken.
Genau das ist die entscheidende Anmerkung!!!
Herzlichen Dank!
Liebe Mikroblitzer,
sorry, dass ich mich erst jetzt zu meinem Erfahrungsbericht über das Blitzen auf meiner Webseite zu Wort melde.
Ich bin momentan nicht zu Hause und konnte nur sporadisch auf meinem kleinen Smartphone (iPhone-mini Mäusekino) die Diskussion zur HSS-Blitztechnik mitverfolgen.
Am Wochenende, wenn ich wieder eine normale Tastatur zur Verfügung habe, werde ich meine Sicht zur HSS noch einmal darlegen.
Herzliche Grüße,
Robert
Hallo Michael
ZU:
Weiter nehme ich an, dass durch die starke Lichtbündelung durch den Kondensor, die geringe Tiefe des Bildes ein 'rolling shutter' effect bei HSS weniger relevant ist, so dass ein 'Global shutter' oder Zentralverschluss am Mikroskop nicht so wichtig ist, wie bei Freilandaufnahmen schnell bewegender Objekte.
Gerhard, kannst Du das kommentieren/korrigieren?
Sehe ich leider anders, wenn schnelle Bewegung - wie z.B. bei einem Rädertier - eigefroren werden sollen, taugt HSS nichts. Handelt es sich um langsamere Bewegungen funktioniert es in Grenzen. HSS trumpft vor allem bei Mischlicht-Aufnahmen mit Tageslicht auf, bei denen Bewegung nicht das Problem ist. Das wollen wir ja in unserem Fall auf keinen Fall.
Liebe Grüße
Gerhard
Gut, besten Dank Gerhard!
Hallo M95-Michael,
ZitatTrotzdem sehe ich in der Verwendung von HSS Vorteile, auch weil Belichtungszeiten von 1/1000s oder kürzer bdas Risiko von Unschärfen durch Erschütterungen minimieren.
Aber gerade das wird ja umso besser verhindert, je kürzer die Belichtung ist und bei normalen Blitzen ist die Abbrennzeit des Blitzes (und damit die Zeit der effektiven Belichtung) deutlich kleiner als 1/1000.
Aber vielleicht meldet sich nach dem Wochenende noch Robert und sorgt im wahrsten Wortsinne für Erhellung.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
Die Zeit einfrieren – Blitzen mit dem elektronischen Verschluss < 1/12.000 Sek (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48106.0)
Wie dort beschrieben:
Die kürzeste Synchronzeit ist die Zeit, wo der Verschluss vollständig offen ist.
Das ist wichtig, sonst würde der Vorhang vom Verschluss den Blitz abschatten.
Die Abbrennzeit vom Blitz ist wesentlich kürzer als die Synchronzeit. Sie bestimmt die Belichtungszeit bei nicht vorhandenem/niedrigem Pilotlicht.
In der Mikrofotografie geht es daher nicht so sehr um das Aufhellen, sondern um das Einfrieren.
Je kleiner die Leistung, desto kürzer der Blitz.
Hier in dem Beispiel steht der Verschluss bei 0,1 Sekunden(1/10) offen, es wird aber mit 0,0001s(1/10.000) belichtet(Dauer vom Blitzlicht), d.h. die Zeit wird eingefroren.
Der HSS-Blitz macht die Synchronzeit zur Belichtungszeit, da Dauerlicht.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
was für mich neu ist:
Mittlerweile gibt es Kameras mit rolling shutter(das sind faktisch alle consummer Kameras, außer der Sony a9iii), die auch mit dem elektronischen Verschluß blitzen können. Z.B die Olympus OM-1 mit 1/100s Blitzsynchronzeit.
https://www.oly-forum.com/topic/34962-das-mzuiko-ed-90mm-f35-macro-is-pro-im-praxistest/
Zitat:
Die Synchronzeit beim Blitzen mit dem elektronischen Verschluss wird durch die Auslesegeschwindigkeit des Sensors begrenzt, max. wären bei der OM1 theoretisch 1/120s. möglich aber OMDS hat sich eben für die glatten 1/100s. entschieden. Ältere Oly's konnten 1/13s.(M1I), 1/20s. (M5 II, M10 II) und 1/50s.(M1 II/III/X). Wie es bei Nikon bei der Z9/Z8 mit dem Sensor, der eine Auslesegeschwindigkeit von 1/250s. schafft, ausgeführt wird müsstest Du dich bei denen schlau machen.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
rein theoretisch, denn wer hat schon so eine Sony A9iii.
Beim Global Shutter scheinen die Vorteile in der normalen Fotografie auch darin zu liegen,
dass man wesentlich weniger Blitzenergie braucht, um einmal den ganzen Sensor zu blitzen, als
mit einem langen Blitze den ganzen Sensor für die Dauer der Auslösung zu blitzen.
Beim Global Shutter gibt es keine Sync-Zeit. Der Sensor wird immer gesamt belichtet. Beim Rolling Shutter macht der Schlitzverschluss nur einen kleinen Schlitz auf(kleiner Sync-Zeit), der von oben nach unten läuft. Das meiste Blitzlicht wird an der Abdeckung geblockt, was Energie verbraucht. Umso kürzer die Belichtung, um so kleiner der Schlitz.
Gebraucht wird der GS bei Gegenlichtaufnahmen.
Dann kommt man scheinbar mit einem normalen Aufsteck-Blitz aus, während man früher große Studioblitze verwenden musste.
Auch interessant. Beim Global Shutter muss man eine Verzögerung einbauen, weil die Auslösekurve und das Maximum vom Blitz verzögert ist. Man verzögert das Auslösen um µs/ms dann so, dass es in das Maximum vom Blitz fällt.
Is a Global Shutter Better than HSS Flash?
https://www.youtube.com/watch?v=2PmO9xpXX5c
min 6:21
2025-01-17 12_16_43-(3) Is a Global Shutter Better than HSS Flash_ - YouTube und 23 weitere Seiten -.jpg
Blitzkurve und Maxium
2025-01-17 12_13_18-(3) Is a Global Shutter Better than HSS Flash_ - YouTube und 23 weitere Seiten -.jpg
Fotografieren mit Blitz und Global Shutter-Wiesner
https://www.youtube.com/watch?v=h_76MeB2y_0
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
HSS benutzt man, wenn das Umgebungslicht zu hell ist oder ganz unterdrückt werden soll.
ohne Blitz:
b1-DSC08079.JPG
mit etwas Aufhellung:
b2-DSC08080.JPG
HSS mit 1/4000 s mit TTL Belichtung:
b3-DSC08083.JPG
Beim Mikroskopieren kann das Pilotlicht also eingeschaltet bleiben, es wird unterdrückt.
Zum Einfrieren von Bewegungen ist ein möglichst kurzer Einzelblitz bei kürzester Synchronzeit und gedämmtem oder abgeschaltetem Pilotlicht angebracht.
PC-Lüfter im Stillstand:
b4-DSC08089.JPG
in Bewegung mit 1/8000 s + HSS:
b5-DSC08086.JPG
in Bewegung mit 1/160 s und 1/32 Blitzenergie:
b6-DSC08099.JPG
Viele Grüße,
Rolf
Hallo,
eigentlich war das Thema nach Gerhards Erklärungen für mich durch, vor allem weil wir uns ja recht weit vom Mikroblitzen entfernen. Thematisch war das für mich für Cilienbewegungen interessant.
Dennoch habe ich ähnliche Versuche wie Rolf mit einem PC Lüfter gemacht. Der Lüfter lief mit 2800 U/Min, Blatt 110 mm Durchmesser, zu etwa 60% formatfüllend abgebildet.
Fazit: Bei Verwendung des mechanischen Verschlusses und HSS wird das Bild zwischen 1/500s und 1/2000s verwischt. Beim Blitzen mit erstem elektrischem Vorhang und HSS wird das Bild verwischt und verzerrt (Rolling shutter effekt).
Mit Einzelblitz mit erstem E-Vorhang oder mit mechanischem Verschluss und der kürzesten Synchronzeit von 1/250s wird das Ventilatorblatt scharf abgebildet. Mit meiner Kamera also die beste Lösung!
Allerdings werden Ciliatencilien im Hobbybereich wohl selten formatfüllend fotografiert, so dass der Rolling Shutter effekt in der Praxis kleiner ausfallen könnte als im extremen Ventilatortest. Ob es Sinn ergibt, mit der eigenen Ausrüstung mit HSS zu experimentieren, mag jeder selbst entscheiden.
Grüße,
Michael/M59
Liebe Mikroblitzer,
Zu meiner Aussage zum HSS-Blitzen:
Aus diesem Grund ist diese Art der Blitzlichtfotografie mit dem lichtdurchlässigen Blitzadapter am Mikroskop nur möglich mit der Highspeedsynchronisation!
Muss ich etwas weiter ausholen. Für meine Highspeed-Fotoaufnahmen habe ich 2016 einige Versuche unternommen, um zu ermitteln, welche Blitztechnik sich am besten für das Einfrieren sehr schneller Bewegungen eignet.
Weil ich die Belichtung entweder über die Blitz-Abbrennzeit oder über die Verschlusszeit kontrollieren wollte, kam für mich nur die Teillichtbelichtung – also Blitzen im manuellen Betrieb – oder die Kontrolle der Verschlusszeit über die HSS-Blitzfunktion in Frage. Die TTL-Belichtung habe ich ausgeschlossen, weil mir die von der Blitzsteuerung verwendeten Daten nicht sichtbar waren, wie z.B. die Dauer der Blitz-Abbrennzeit. Ich fotografiere sehr gerne im manuellen Modus.
Mit den Ergebnissen meiner Blitzversuche mit der Teillichtbelichtung und der HSS-Belichtung, habe ich zuallererst meine Highspeed Fotos von fallenden Wassertropfen und anderen Flüssigkeiten umgesetzt.
Später habe ich das Blitzen mit der HSS-Funktion auf das Mikroskop übertragen und war damit ganz zufrieden.
Kurz darauf, ist bei mir die Blitzfotografie am Mikroskop erst einmal liegengeblieben, weil ich mit meinem Blitzaufbau, mit dem lichtdurchlässigen Spiegel nicht mehr ganz so zufrieden bin, denn bei meinem Aufbau steht der Spiegel direkt auf dem Leuchtfeld und versperrt den Platz auf dem Leuchtfeld, den ich für den Polarisator im DIC Blitzaufbau bräuchte.
An einem anderen Blitzadapter, der all meine Anforderungen erfüllt, tüftele ich immer wieder mal, aber bisher ohne zufriedenstellendes Ergebnis.
Was genau ausschlaggebend für die Empfehlung war, den Blitz im HSS-Modus am Mikroskop zu betreiben, kann ich nicht mehr sagen. Wahrscheinlich war es die frei wählbare Verschlusszeit bis zu 1/8000s.
Um meine Empfehlung zum HSS-Blitz kurzfristig zu prüfen, fehlt mir geeignetes Plankton. Auf die Schnelle habe ich gestern einen Blitzversuch durchgeführt, allerdings nicht am Mikroskop.
Das Versuchsobjekt war mein kleiner Ventilator, bei dem ich Zahlen auf die Lüfterradflügel geklebt und ihn dann auf höchster Stufe III laufen lassen habe, um ihn zu fotografieren.
Fotografiert mit der Canon 70D und dem 60mm Canon Makro-Objektiv. Geblitzt habe ich mit dem Yongnuo YN685. Bei diesem Schnellversuch habe ich auch den TTL-Blitz mit hinzugenommen.
Erste Versuchsreihe habe ich im abgedunkelten Raum, bei einer Beleuchtung von ca. 20 Lux vorgenommen.
1. Blitzeinstellung auf TTL Kamera ISO 100 im Kamera-Modus P
2. Blitzeinstellung auf manuell mit einer Teillichtleistung von 1/32 eingestellt / Kamera ISO 100 / Kamera-Modus Av
3. Blitzeinstellung auf HSS eingestellt / Kamera auf ISO 100, Kamera-Modus Tv-1/8.000s
Den zweiten Versuch habe ich mit denselben Einstellungen wie im ersten Versuch durchgeführt, allerdings im taghellen Raum.
Das Ergebnis hat mich etwas überrascht: Der TTL-Blitz war besser als erwartet. In der manuellen Teillichtleistung waren die Fotos wie erwartet gut. Geschwächelt hat mein HSS-Blitz. Die Blitzfotos aus Versuch zwei im sonnigen Raum wiesen teilweise Geisterlichter auf. Hier sind Fotos aus dem Ventilatorversuch.
Aus heutiger Sicht, nach meinen erneuten Versuchen und den Beiträgen zu diesem Thema in diesem Faden, kann ich meine Empfehlung zu HSS-Blitzen am Mikroskop aus 2016 nicht bestätigen.
Um niemanden beim Blitzen in eventuell falsche Richtungen zu führen, werde ich die Empfehlung auf meiner Webseite vorerst mit einem Vermerk kennzeichnen.
Beste Grüße
Robert
mit Teillichtleistung geblitzt
Teillicht manuell.JPG
mit TTL geblitzt
TTL Blitz.JPG
mit HSS geblitzt
HSS 1-8000s.JPG
mit Teillichtleistung geblitzt in helem Raum, mit "Geisterlichter"
Mit Geisterlicht.JPG