Die Küsten -Tanne ist die höchste Tannenart und gehört zu der etwa 40 Arten umfassender Gattung Abis der Koniferen (Nadelbäume).
Eine allgemeine Beschreibung der Nadelhölzer könnte nur sehr ungenau sein, da die charakteristischen Merkmale der einzelnen Familien sehr verschieden sind; es ist also besser sie gesondert zu betrachten.
Trotz aller Verschiedenheiten im Einzelnen haben die Nadelhölzer immerhin auch einige gemeinsamen Merkmale, z. B. die Blätter oder die Zapfen,
die so auffällig sind, dass sie der Laie zu einer großen Gruppe zusammenfasst und sie unterschiedslos alle als ,,Tannen" bezeichnet.
Obwohl die Tanne gar kein Harz hat, wird bis heute fälschlicherweise immer wieder auf seine Heilungswirkung hingewiesen – die Verwechselung mit der Kiefer hat jahrtausendealte Tradition.
Die Borke der jungen Küstentanne weist unzählige Harzblasen auf. Drückt man darauf, spritzt eine Ladung wohlriechendes Harz hervor.
Das Holz der Küstentanne hingegen ist harzfrei.Die Samen sind einseitig geflügelt und haben stets eine Harzkammer.
Die ersten Tannen wuchsen bereits im Karbon und im Perm.
Karbon-Perm-Extinktion:
Ein Massenaussterbeereignis an der Grenze zwischen dem Karbon- und Perm-Zeitalter vor etwa 252 Millionen Jahren, das durch das Aussterben von etwa 90 % aller Meeresarten und 70 % der terrestrischen Wirbeltierrassen gekennzeichnet ist.
In Nordamerika gibt es verschiedene Arten Abies von denen einige an der Pazifik-, andere hingegen an der Atlantikseite wachsen.
Unter den ersteren, die von Alaska bis Kalifornien zu finden ist die Riesentanne Abies grandis.
Sie gewinnt in Deutschland als Forstbaum zunehmend an Bedeutung.
Bild 01 Habitus, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459897/1.jpg)
Urheber: Crusier
Die oberen Äste sind schräg aufspreizend, die Krone ist kegelförmig, die Äste stehen bogig ab.
Die Heimat der Küsten – Tanne ist das Pazifische Nordamerika:
Vancouver Island, Britisch Columbia, Washington bis Nordwest -Kalifornien, östlich bis West- Montana und Idaho.
Die Abies grandis ist eine der wuchskräftigen Tannenart des amerikanischen Nordwestens. Höchstleistungen werden an der Küste Washingtons erzielt.
Die Küsten – Tanne erreicht maximal eine Höhe von 83 Meter und einen Durchmesser von 1,6 Meter; das Höchstalter beträgt 280 Jahre.
Abies grandis hebt sich von vielen anderen Tannen – Arten durch rasche Jugendentwicklung (bis zu 90 cm Höhenwachstum pro Jahr) ab.
Die Tanne ist einhäusig getrenntgeschlechtig, männliche und weibliche Blüten wachsen auf einem Baum.
Die männlichen befinden sich jedoch fast ausschließlich im mittleren Teil des Baumes, bis knapp unterhalb der Krone. Im ausgehenden April bis Anfang Juni geben die gelblichen, nur etwa drei Zentimeter messenden männlichen Blütenzäpfchen den staubfeinen Pollen an den Wind.
Die weiblichen, etwas größeren Zapfen finden sich ausschließlich im Bereich der Lichtkrone. Sie stehen aufrecht an den Zweigen, und durch die weit geöffneten Deckschuppen kann der üppig fliegende Pollen in das wunderschöne, grün gefärbte Zäpfchen wehen.
Die Befruchtung geschieht tief im Inneren des Zapfens, die Schuppen schließen sich, und im Verborgenen entwickelt sich bis zum Herbst die Samen.
Erst wenn sie reif sind, öffnen sich die Schuppen der bis dahin braunrot verholzten Zapfen wieder, und kleine, mit einem dreieckigen Flügelchen verwachsene Samenkörner entdecken das Licht der Welt.
Ludwig Ganghofer schreibt in seinem Roman ,,Waldrauschen" über die Tannenpollen, ,,kleine, rotfarbene Wölkchen, die im Frühjahr durch den Wald fliegen".
Bild 02 Zweig der Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459896/2.jpg)
Verwendung auf ar.wikipedia.org
Urheber: شوح
Die biegsamen Nadeln sind kammförmig gescheitelt und in 2 Ebenen angeordnet, sie erinnern an einen Kamm. Die obere Reihe ist kürzer (16 - 30 mm) als die untere (25 – 55 mm).
Zerrieben riechen sie nach Mandarinen.
Bild 03 Nadelblätter, trieboberseits, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459898/3.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Da die Nadeln kein Nadelkissen haben, hinterlassen sie beim Abfall glatte Blattnarben.
Bild 04 Nadelblätter, triebunterseits, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459900/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Nadeln sind schraubig angeordnet, streng horizontal gescheitelt und spitzwinkelig abstehend.
Gut sichtbar die weißen Bänder auf der Nadelunterseite.
Bild 05 Stamm, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459901/5.jpg)
Quelle: Wikipedia
Der Stamm gerade gewachsen, der sich natürlicherweise niemals gabelt (zwieselt).
Die junge Rinde ist glatt und bräunlich bis rot-braun. Im Alter bildet sich eine breischuppige Borke.
Die Küsten-Tanne hat ein weiches, wenig dauerhaftes Holz, dass hauptsächlich zur Papierherstellung verwendet wird.
Ungünstig ist ihre hohe Anfälligkeit gegen Hallimasch und andere wurzelpathogene Pilze.
Systematik:Ordnung: Koniferen Coniferales
Familie: Kieferngewächse Pinaceae
Unterfamilie: Abietoideae
Gattung: Tannen Abies
Sektion: Grandes
Art: Küsten-Tanne
Wissenschaftlicher Name: Abies grandis
Trivialnamen: Riesen-Tanne, Große Küstentanne
Englische Bezeichnung: Grant Fir oder Lowland Fir
Der lateinische Name Abis, der erstmals bei Gaius Plinius Secundus. (23 – 79 n. Chr.) in der ,,Naturalis historia" auftaucht, geht vermutlich auf das indogermanische Wort ,,abh" zurück, was ,,strotzend" bedeutet und sich auf die stolze Wuchsform der Tanne beziehen dürfte.
Die Naturalis historia ist eine Enzyklopädie in lateinischer Sprache des römischen Historikers und Schriftstellers Gaius Plinius Secundus.
Die Riesen – Tanne wurde 1825 von dem schottischen Gärtner, Botaniker und Pflanzenjäger Douglas (1799 – 1834) an der Mündung des Columbia River entdeckt und 1830 nach England eingeführt.
Bild 06 Grüne Zapfen, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459899/6.jpg)
Foto: Dave Powell, USDA Forest Servic
Bild 07 Reife Zapfen. Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459902/7.jpg)
Quelle: Wikipedia
Die reifen Zapfen sind rot-braun; Ihre Samen tragen einen Flügel, der eineinhalbmal so lang wie sie selbst.
Nach der Blütezeit im September reifen die weiblichen Blütenstände zu rund
6 – 10 cm große Zapfen. Sie sind erst hellgrün und später dunkelbraun.
Die Zapfen zerfallen bei der Reife, nur Zapfenspindeln verbleiben am Zweig.
Die Samen der Küsten - Tanne sind eine begehrte Nahrung für Meisen, in Europa vor allem für die Tannenmeise. In der ursprünglichen Heimat der Küsten – Tanne bevorzugt eine ähnliche Art, die Rotrückenmeise, Nadelbaumsamen.
Die bis 10 cm langenden Zapfen der Tannen stehen aufrecht auf den Zweigen, sie haben versteckte Deckschuppen und sind im Zapfen verborgen.
Wer im Wald Zapfen am Boden findet, hat nie
Tannenzapfen vor sich, denn diese fallen nicht wie die Zapfen vieler anderen Nadelbäume als Ganzes ab.
Teil 1
Spross, Querschnitt, 25 µm
Bild 08 Infotafel, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459904/8.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Meine Pflanzenproben stammen aus dem Arboretum Bad Grund-WeltWald Harz und liegen seit August 2024 in einem AFE III – Gemisch.
https://www.harz-travel.de/Regionales/Harz-Sehenswuerdigkeiten-Highlights/Arboretum-Bad-Grund-WeltWald-Harz/
Bild 09 Schnittstellen, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459903/9.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Sieben Bilder von ungefärbten Schnitten.
Bild 10 Übersicht, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459906/10.jpg)
Bild 11 Nagativaifnahme, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459907/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459905/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, Primärfluoreszenz, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459908/13.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm, LED Modul 455 nm
Bild 14 Detailaufnahme, Primärfluoreszenz, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459909/14.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm, LED Modul 455 nm
Bild 15 Detailaufnahme, Primärfluoreszenz, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459910/15.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm, LED Modul 455 nm
Bild 16 Detailaufnahme, Primärfluoreszenz, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459911/16.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm, LED Modul 455 nm
Teil 2
Spross, Längsschnitt, 25 µm
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 25 Übersicht, Tangentialschnitt, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459921/25.jpg)
Bild 26 Nadelblattansatz, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459922/26.jpg)
Bild 27 Nadelblattansatz, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459920/27.jpg)
Bild 28 Radialschnitt, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459925/28.jpg)
Bild 29 Übersicht, Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459924/29.jpg)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 30 Detailaufnahme Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Küsten-Tanne
Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459923/30.jpg)
Bild 31 Detailaufnahme, Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459928/31.jpg)
Bild 32 Detailaufnahme, Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459927/32.jpg)
Teil 3
Nadelblatt, Querschnitt, 25 µm
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)Bild 33 Übersicht, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459926/33.jpg)
Bild 34 Detailaufnahme, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459931/34.jpg)
Bild 35 Detailaufnahme mit Beschriftung, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459929/35.jpg)
Bild 36 Detailaufnahme mit Beschriftung, Küsten-Tanne Abies grandis
(https://www2.pic-upload.de/img/37459930/36.jpg)
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Gregor Aas ,,Bäume", ISBN:3-7742-4058-2
Bachofer ,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 978-440-14660-6
Heinz Butin ,,Farbatlas Gehölzkrankheiten", ISBN: 3-8001-3874-3
Dieter Böhlmann, ,,Gehölzbiologie", ISBN: 978-3-494-01547-7
Humphries ,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 3-440-06140-X
U. Hecker ,,Bäume und Sträucher", ISBN: 3-8354-0021-7
Andreas Hase ,,Bäume", ISBN: 978-3-440-15869-2
P. Schütt ,,Lexikon der Bäume und Straucharten", ISBN: 978-3-86820-123-9
P. Schmidt, U. Hecker ,,Die wildwachsenden und kultivierten Laub- und Nadelgehölze Mitteleuropas, ISBN: 978-3-494-01800-3
Schmeil ,,Leitfaden der Pflanzenkunde", 1952
Florian Thinard ,,Das Herbarium der Entdecker", ISBN: 978-3-258-07818-2
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
The Woodbook, ISBN: 978-3-8365-3603-5
,,Der Kosmos Waldführer", ISBN: 978-3-440-17680-1
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
,,Der neue Kosmos Tier- und Pflanzenführer", ISBN: 3-440-07286-X
,,Das Kosmos Wald & Forst – Lexikon", ISBN: 978-3-440-15219-5
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Ich recherchiere dann weiter, suche die zugrundeliegenden Studien heraus, werte sie aus und verbinde alles miteinander.
Beim Recherchieren öffnet sich oft nicht nur eine neue Tür, sondern gleich mehrere. Dahinter verbergen sich weitere spannende Informationen.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Hans-Jürgen
Hallo Jörg, Jürgen, Peter und Peter T.
danke für eure lobenden Worte.
Gruß
Hans-Jürgen