Hallo zusammen,
heute habe ich in der Wasserprobe noch einmal Helicoon richonis gefunden und mit dem 100er-Objektiv aufgenomen. Ein Vereinzeln der kleinen "Tönnchen" konnte ich nicht realisieren, da die Pilzfäden miteinander verklebt und verflochten waren. Die braune Färbung der Pilzfäden geht wahrscheinlich auf Einlagerung von Eisen-III-Oxid zurück.
Durch die Präparation hat sich ein Tönnchen auseinandergezogen, s. Bild 3.
Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
Das sind interessante und gut gelungene Aufnahmen.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Kurt,
Tolle Bilder!
Ich musste da auch erst mal nachsehen (https://www.gbif.org/species/2613683): Das ist ein Ascomycet (Schlauchpilz) und die braunen Würste sind Konidien.
Viele Grüsse
Florian
Hallo Kurt
ein wahrlich sehr seltener Fund für Deutschland sind diese Helicoon, die du mit sehr schönen Aufnahmen dokumentiert hast. Sowohl im Wassertropfen finde ich sie nicht, als auch hier
https://www.gbif.org/occurrence/search?taxon_key=2613683
sind sie nicht für Deutschland als Fundort angegeben. Freiberg scheint doch, wie Peter V. schon einmal erwähnt hat, ein wahres Multibiotop zu sein. "Einmal hin, alles drin"
Gruß von Siegfried
In der Datenbank der Deutschen Gesellschaft für Mykologie gibt es nur einen einzigen Beleg, und zwar aus Thüringen:
https://thueringen.pilze-deutschland.de/organismen/helicoon-richonis-boud-linder-1929-1 (https://thueringen.pilze-deutschland.de/organismen/helicoon-richonis-boud-linder-1929-1)
Möglicherweise ist es aber nur eine unterkartierte Art.
Im "Wassertropfen" sind sowieso kaum Pilze drin...
Grüße
Martin
Hallo,
hier ein Thread aus dem pilzforum.eu zu Helicoon (mit Bildern):
https://www.pilzforum.eu/board/thread/46707-h%C3%BCbsche-anamorphe-auf-feuchtem-totholz-eventuell-helicoon-richonis/
Herzliche Grüße
Peter
Aquatische Hyphomyceten werden wenig beobachtet. Dabei haben sie oft wunderschöne Konidien.
Wir kennen alle die Schaumbildung an Mini-wasserfällen an Rieselbächen im Wald. Diesen Schaum muß man abschöpfen. Darin wird man garantiert fündig...
Grüße
Martin
Hallo Peter,
danke für den Link ins Pilzforum. Enno ist auch bei uns als Enno angemeldet. Mal sehen, vielleicht meldet er sich noch.
LG Gerd
Hallo zusammen,
ja, diesen Schlauchpilz mit den Konidien habe ich in all den Jahren wirklich zum ersten Mal beobachtet, ist also nicht sehr häufig in aquatischen Ökosystemen. Ich glaube aber, mein gefundener Schlauchpilz kam aus dem Stück Moos, welches ich mit in die Petrischale gegeben hatte. Werde meine Hypothese mit Moos von gleichen Standort überprüfen und dann berichten.
Hier noch 2 Bilder von Helicoon richonis.
Grüße
Kurt
Helicoon richonis wurde erstmals 1907 von Boudier unter dem Namen Helicosporium richonis beschrieben:
Boudier_Helicosporium_richonis.jpg
Der derzeit gültige Name ist übrigens seit 2019 Pleohelicoon richonis (Boud.) Jayasiri, E.B.G. Jones & K.D. Hyde.
Boudiers Exemplar wurde auf einem Stückchen Pappelholz gefunden. Leider geht aus der Beschreibung nicht hervor, unter welchen Umständen (nasses oder trockenes Ambiente), da er es nicht selbst gefunden sondern von einem Herrn Richon zugeschickt bekam.
In Seifert et al. 2011, The Genera of Hyphomycetes, 239 werden als Substrate für Arten des Genus Helicoon Holz, Erde, Dung und Detritus (also z.B. Laub) in Wasser beschrieben. Moos wäre da sicher kein Problem.
Grüße
Martin
Hallo in die Runde,
für diesen aquatischen Hyphomyceten suche ich noch einen Namen ...
Gruß, Heiko
Aquatischer Hyphomycet.jpg
Hallo Heiko,
nach Baral et al. 2020, Monograph of Orbiliomycetes (Ascomycota) based on vital taxonomy, gibt es bei Helicoon zwei Arten mit hyalinen Konidien: H. sessile und H. farinosum.
Erstere ist die anamorphe Form einer Orbilia (O. luteorubella):
Baral_etal_2020_Helicoon_sessile.jpg
Grüße
Martin
Hallo Martin,
Deine forensische Spürnase ist unglaublich. Vielen Dank für die Mühe.
Gruß, Heiko
Barals (aka Zotto) monumentales Lebenswerk, daß es mit seiner Frau Evi Weber und Guy Marson vollendet hat läßt sich übrigens großzügergerweise hier als PDF herunterladen:
https://www.mnhn.lu/science/monograph-of-orbiliomycetes/?lang=de (https://www.mnhn.lu/science/monograph-of-orbiliomycetes/?lang=de)
Natürlich kann man es dort auch als Printausgabe kaufen...
Grüße
Martin
Falls es jemanden interessiert, ich habe vor ein paar Wochen das selbe beim Mikroskopieren gefunden. Ich kann leider nur Smartphone-Bilder beisteuern und weiß leider nicht mehr 100% sicher, von wo die Probe stammte. Ich glaube, es waren diverse Flechten und Pilze, teilweise auf Holz und evtl. auch Moos zusammengewürfelt in einem Präparat. Ich wohne in Rheinland-Pfalz.
Prima Marius.
Ein Zweitfund blieb mir bisher versagt.
Gruß, Heiko