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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Maria in April 22, 2025, 12:20:32 NACHMITTAGS

Titel: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Maria in April 22, 2025, 12:20:32 NACHMITTAGS
Moin,

dieses Thema beschäftigt mich, seit ich mikroskopiere und das sind schon einige jahrzehntelang: wenn ich eins hasse dann ist es Staub im Strahlengang. Weiß nicht, wieviel Lampenkollektoren, Mikroskopbeleuchtungen unterhalb wieviel Kondensoren Schiebe-Trinos ich schon geöffnet und gereinigt habe.... >:(. Bei allem habe ich bis heute das Gefühl, dass mit dem Schließen und fein säuberlichen wieder zusammensetzen schon wieder Staub drin ist. Ich meine nicht den Staub, der oberflächlich ist und mit einem Blasebalg zu entfernen ist. Irgendwie kommt immer wieder Staub rein. Also der Lampenkollektor ist ja weitgehend gekapselt. Die Beleuchtung im Fuß (rede von Zeiss Standards, WL, GFL etc) ist schon wieder nicht 100% geschlossen. Kondensor ist eigentlich in sich gut geschlossen. An Objektive traue ich mich nicht ran. Dann kommt der Trino. Den kann ich bis zu einem gewissen Punkt öffnen. Der eigentliche Staub sitzt dann aber da, wo ich nicht dran komme. Okulare lassen sich auch begrenzt öffnen je nach Typ. Ich vermeide es auch, bei einem von oben gereinigten Trino Okulare zu wechseln nach dem Motto: einmal drin immer drin.... ;) . Ich verfüge hier aber auch nicht über einen staubfreien Raum. Wäre aber auch egal, weil die Teile ja sowieso nicht 100% gekapselt sind. Jetzt sagt mir der schlaue Mikroskopiker wie Ihr... :) Du musst "köhlern". Das ist richtig. Damit bekomme ich 95% auch weg. Ich schließe beide Blenden auch nur soweit wie nötig. Schließe ich die Aperturblende ziemlich komplett, habe ich Tiefenschärfe von ...den Alpen bis zur Nordsee... :). Auch wenn ich köhler ist der Staub ja immer noch da. Und ich bin (leider) ein pingeliger Mensch. Also mich stört das imens. Vielleicht Euch nicht? Oder muss man damit leben??

Lange Rede kurzer Sinn: ich möchte einfach nur mal wissen, wie das bei den heutigen modernen Mikroskopen ist. Sind da alle lichtführende Bauteile zu 100% gekapselt? Danach dürfte ja nur noch Staub durch die Okularöffnungen und Fotostutzen am Trino eindringen. Kann mir vorstellen, dass die heutigen Mikroskope wie in einem Chipraum also staubfrei zusammengebaut werden.

Sorry ist mal wieder ein langer Durchgang von mir. Aber so bin ich... :). Kann mir jemand sagen, wie das eindringen von Staub bei neuzeitlichen Mikroskopen von Fa. Zeiss, Olympus etc. verhindert wird?

LG

Maria
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Peter Reil in April 22, 2025, 13:16:15 NACHMITTAGS
Zitat von: Maria in April 22, 2025, 12:20:32 NACHMITTAGSOder muss man damit leben??


Hallo Maria,

wenn du ein neues Mikroskop erwirbst, ist es (meist :) ) vollkommen staubfrei.
Das ändert sich im Lauf der Zeit. Ich habe noch kein Mikroskop gesehen, das ein Jahr in Betrieb war und staubfrei geblieben ist.

Gruß
Peter
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Maria in April 22, 2025, 16:03:28 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

danke für Deine Antwort. Dann ist es wohl so. Ich würde mir ein Mikroskop wünschen, wo die einzelnen Komponenten gekapselt verschweißt und versiegelt sind  ;). Da hat dann auch mein Schraubendreher nichts mehr dran zu suchen. Da hätte man dann nur noch Staub allenfalls von außen, den man mit einem Blasebalg wegpusten könnte. Ich wunder mich immer, wie Staub in einen Kondensor eindringen kann. Das geht doch nur über den Spalt des Reglers für die Blende. Das ist wohl schwierig zu unterbinden. Oft sehe ich hier Fotos, wo viel Staub zusehen ist. Aber ok den eine stört es den anderen nicht.... ;). Anscheinen ärger nur ich mich darüber... :)  :).

Habe noch ein Foto angehängt. Da habe ich ein Trino gereinigt. Kam von Ebay: "Sehr guter Zustand". Dass der Eigentümer überhaupt dadurch was sah wundert mich.  Da konnte ich mit ganz viel Gefühl die Linse ausbauen. Glaube das ist der Staub von Jahrzehnten. Da ist wohl munter die Optik gewechselt worden. So was kann man ein bisschen steuern, indem man kaum bis gar nicht wechselt oder wenn den Trin auf den Kopf hält.

Scheint aber auch kein Thema zu sein. Vielleicht bin ich da mal wieder zu pingelig. Bei mir steht alles 2x abgedeckt.... :)  :).

Ich hasse Staub.... >:(  >:( .

Viele Grüße

Maria

Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: K. B. in April 22, 2025, 16:46:37 NACHMITTAGS
Hallo Maria,

das ist schon viel Staub auf der Linse.
Manche Abdeckungen werden mit der Zeit auch Staubig oder verlieren Fasern, da kann es helfen die ab und an mal zu waschen.
Falls der Raum insgesamt zu staubig ist würde ich persönlich einen Staubfilter/ Hepafilter rein stellen der regelmäßig alle Partikel aus der Luft entfernt, selbst ein günstiger kann da schon viel bewirken.

Viele Grüße
Kay
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Jürgen Boschert in April 22, 2025, 17:02:14 NACHMITTAGS
... und selbst gekapselte Optiken können im Lauf der Jahre Ablagerungen/Staub abbekommen: Der Schwarzlack einer möglichen Innenlackierung bröselt, Dämpfe aus irgendwelchen Ölen oder Klebern setzen sich ab, da gibt es viele Möglichkeiten.
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Maria in April 22, 2025, 18:06:32 NACHMITTAGS
Kay @ Jürgen

Danke für Eure Hinweise. Also mein Mikroskopierzimmer ist ein normales Zimmer in einem natürlich gepflegten Reihenhaus.... ;). Denke einen besonderen Filter brauche ich hier nicht. Aber danke für den Tipp. Gereinigt wird hier im Zimmer nur feucht. Jürgen hat es ganz gut beschrieben. Aber unglaublich, wie sich der "reine" Staub aus der Luft so durchsetzt durch die kleinsten Öffnungen und Spalten gelangt und landet dann bei uns im Sehfeld und eine regt sich auf.... :)  :). Ich glaube das ist meckern auf hohem NIveau von mir....

Ich danke Euch für Eure für die Hinweise!

LG
Maria
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Gerd Schmahl in April 22, 2025, 18:32:25 NACHMITTAGS
Hallo Maria,
da A und O ist eine gute Abdeckung.
AbdeckungVANOX.JPG
Die normalen Staubschutzsäcke (rechts) wirbeln jedes Mal eine Menge Staub auf, wenn man sie vom Mikroskop zieht. Eine feste Abdeckung, wie mein Eigenbau aus Hohlkammerplatten (in der Mitte) ist leicht und man kann den Staub vor dem Anheben der Abdeckung gut entfernen (feucht abwischen oder mit Handstaubsauger einsaugen). Selbst wenn man ihn nicht entfernt, wird er viel weniger aufgewirbelt als bei den flexiblen Hüllen.
Mein Stereomikroskop habe ich gleich mal fest eingehaust. Da nehme ich nur die vordere Glasplatte heraus, wenn ich darunter arbeite, so dass bei der Prtäparation kaum was von oben kommt.

Aber: Auch hier kommt mit der Zeit immer etwas Staub herein und um eine gelegentliche Reinigung komme ich auch nicht umhin.

LG Gerd
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: rhamvossen in April 22, 2025, 22:20:22 NACHMITTAGS
Hallo Maria,

Staub sollte nicht zur Obsession werden ;). Ich wechsle ständig die Okulare, im Foto-Tubus, im Bino-Tubus, und..und. Ich experimentiere gerne und dann lässt sich das nicht vermeiden. Dennoch habe ich wenig Probleme mit Staub, ich habe die Blasebalg immer in Reichweite.

ZitatIch vermeide es auch, bei einem von oben gereinigten Trino Okulare zu wechseln nach dem Motto: einmal drin immer drin...

Das ist eigentlich keine gute Sache. Dann bekommt man Angst etwas zu testen. Und vor Allem durch experimentieren lernt man etwas. Mikroskopie ist Meiner Meinung nach vor Allem eine praktische Angelegenheit und das Mikroskop sollte ein Arbeitsgerät sein, kein Museumsstück hinter Glas, das heisst wenn man kein Sammler ist ;)

Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: ortholux in April 29, 2025, 13:58:03 NACHMITTAGS
Hallo Maria,

ich kann Rolf nur beipflichten. Wieviele Tuben hab ich schon gekauft und wieder verkauft!
Schaut man durch den Tubus hindurch fällt in der Regel nichts auf (sagt einer, der selten durchschaut und sich die Mikroskope nur anschaut). Aber es gibt Menschen, die bevor sie überhaupt durchschauen erstmal die Beleuchtung auf 12 drehen, die Okulare rausnehmen und in den Tubus reinschauen. Die sehen den Staub natürlich - und ich krieg den Tubus teils mit wüsten Beschimpfungen zurück.

Aber ich bin - obwohl selten ein Mikroskopiepraktiziernder - ein praktischer Mensch und tue mir den ganzen Streß nicht an. Und manchmal sehe ich dann doch ein Stäubchen im Bild, welches in der Regel schnell gefunden ist, und weiter geht's.

Aber jeder Jeck is anders.
Wolfgang
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: jako_66 in April 29, 2025, 19:23:44 NACHMITTAGS
Hallo Maria,

interessantes Thema! Früher habe ich immer mit einer sehr hellen LED-Lampe durch die Okulare, Kondensoren, auch Foto-Objektive, geleuchtet , diese bei "Befall" auseinandergebaut, mit c-Hexan p.A. gereinigt, und wieder zusammengebaut. Nicht immer habe ich mir gemerkt, wie die Linsen ursprünglich in der Halterung lagen ...

Heute lasse ich das Durchleuchten und vermeide stark staubende Wollpullis beim Mikroskopieren und puste den oberflächlichen Staub gelegendlich mit einem Blasebalg weg. Fieser finde ich Pollenbelag am Sensor einer DSLR-Kamera!

Viele Grüße

Sven
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: reblaus in April 29, 2025, 20:26:50 NACHMITTAGS
Hallo -

als ich noch beruflich mikroskopiert habe, ging es um gute Bilder von Vorgängen und Strukturen in den Forschungsobjekten und da war für den Jungwissenschaftler die Zeit für die Staubbekämpfung viel zu kostbar.
   Ebenso kostbar ist jetzt die mir statistisch noch verbleibende aktive Lebenszeit, die ich so wenig wie möglich mit dem Entstauben von Optik verschwenden möchte.
   Eine Warnung bleiben mir immer auch die totgeputzten Okular- und Objektivfrontlinsen von den Praktikumsmikroskopen...


Viele Grüße

Rolf

PS.
Titel: Aw: Staub im Strahlengang
Beitrag von: Werner in April 29, 2025, 23:56:26 NACHMITTAGS
Staub und Dämpfe kommen überall hin, Schuld sind die Gasgesetze. Bei jeder Temperatur- oder Luftdruck-Änderung findet eine Ausgleichströmung durch Undichtigkeiten statt (auch in einem Kondensor). Und die enthält auch Staub. Nur Optiken im Vakuum bleiben staubfrei.
Spektrometeroptiken, in denen Arsen bei 193 nm gemessen wurde, mußten mindestens einmal im Jahr gereinigt werden, damit sie wieder voll durchlässig waren.
Bei geschlossenen Militäroptiken ist das einfacher: die werden mit 1,5 - 2 bar Stickstoff aus der Flasche befüllt. Aber das geht beim Mikroskop wegen der Okulare nicht.

So isses - Werner