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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Maria in April 22, 2025, 13:32:52 NACHMITTAGS

Titel: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Maria in April 22, 2025, 13:32:52 NACHMITTAGS
Moin,

da ich mit zwei Mikroskopen parallel arbeiten möchte (2x Zeiss Standard WL) möchte ich mir eine zweite LED Einheit zulegen. Derzeit hat mein Sockel eine LED mit 4400K. Diese Farbtemperatur war mir persönlich immer ein bisschen zu "warm" in Richtung alte Zeiss Niedervoltlampe, die ja wohl von der Farbtemperatur sogar noch deutlich tiefer liegt. Halogen liegt z.B. bei 3200K habe ich gelesen. Aber ich hatte mich an 4400K gewöhnt. Hatte aber das Gefühl es könnte noch ein bisschen in Richtung neutar-weiß gehen (Tageslicht 5600K). Jetzt überlege ich noch mal neu. Ich arbeite: Hellfeld, PH und Dunkelfeld mit Fotografie ganz wichtig über einen Zeiss Trino. Also 4400K ist der "Allrounder"... :-\. Etwas um 6000K kommt für mich und meine Verfahren wohl eher nicht in Frage. Ich mache keine lichtschluckende Verfahren und 6000K tun meinen Augen nicht gut. Also im Angebot sind noch 5000K und 5100K = Richtung neutral weiß. Jetzt stehe ich vor der Wahl: doch bei den 4400K bleiben oder ist 5000/5100K sinnvoller? Ich denke zwischen 4400K und 5000K ist schon ein sichtbarer Unterschieder. Oder? Glaube 5000K und 5100K da ist der Unterschied wohl nicht zu sehen. Könnt Ihr mir noch einen Tipp geben bzw. wie habt Ihr Euch entschieden? Es hat sicherlich auch viel mit dem "persönlichen Empfinden" zu tun. Da wird eine Empfehlung ganz schwierig.... :). Aber hier wurde mir immer geholfen ;) .

Klar, habe auch schon mal überlegt in dem einen 4400K und dem anderen 5000K. Aber das könnte beim öfteren Wechsel möglicherweise irritieren  :-\ ?

P.S. Habe hier eine LED-Arbeitsleuchte mit drei Einstellmöglichkeiten: 3000K/4500K/6000K. Wenn das alles so stimmt: 3000K ist mir eindeutig zu warm. 6000K ist mir einfach zu grell weiß und ich sie steht immer auf 4500K.

Und noch was: Zeiss bietet für Primostar einen LED Einsatz mit 5600K an....

LG
Maria
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Gerd Schmahl in April 22, 2025, 18:12:53 NACHMITTAGS
Hallo Maria,
ich würde, wenn ich viel fotografiere, immer so nahe am Tageslicht bleiben wie möglich, denn dafür sind die meisten Kamerachips optimiert und man hat dann bei korrektem Weißabgleich einfach den größten Spielraum in alle Richtungen.
Zitat6000K tun meinen Augen nicht gut
Das hängt aber wohl eher damit zusammen, wie weit Du das Licht dimmst. Auch 6000K LEDs lassen sich dimmen, wenn man ein gutes Vorschaltgerät hat.
LG Gerd
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Maria in April 22, 2025, 18:24:29 NACHMITTAGS
Zur Ergänzung:

Da ich schon eine LED Mikroskopbeleuchtung (4400K) von Dr. Hiller habe und damit sehr zufrieden bin, wird der zweite Stecksockel natürlich auch einer von Stephan. Beide werden dann in Reihe geschaltet.
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: rhamvossen in April 22, 2025, 22:35:04 NACHMITTAGS
Hallo Maria,

Du könntest auch ein Blaufilter verwenden um die richtige Farbtemperatur zu bekommen wenn die LED dir zu warm ist. Blaufilter gibt es in verschiedene Stärken. Besser zu warm als zu blau finde ich. Mit manche Beleuchtungen kann sich die Farbtemperatur im Sehfeld ändern, wie z.B mit die schiefe Beleuchtung, da kann es etwas weisser werden. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Hugo Halfmann in April 23, 2025, 15:23:15 NACHMITTAGS
Hallo Maria,

ich baue meine LEDs selbst und habe immer "warmweiss" gewählt, einfach, weil mir "Tageslicht" oder gar "kaltweiss" immer als unangenehm empfunden habe.
Vor langer Zeit wurde hier auch das Thema "bluelight hazard" angesprochen, das sollte man nicht ganz außer Acht lassen.
Den "Gilb" der Halogenlampen habe ich nie als unangenehm empfunden, daher ist am Orthoplan derzeit immer noch das Lampenhaus mit Halogenbirne und Blaufilter in Betrieb. 
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Maria in April 24, 2025, 01:38:15 VORMITTAG
Moin,

danke für Eure Anregungen.

@ Hugo

Deine Antwort ist besonders interessant. Also Tageslicht liegt bei 5600K und Halogen bei 3200K. Kaltweiss ab 6000K. Dann bewegst Du dich in der Mitte zwischen 3200K und 5600K? Das wären rechnerisch 4400K. Reicht das auch für die Fotografie und PH Verfahren?

LG
Maria
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter Reil in April 24, 2025, 08:00:52 VORMITTAG
Zitat von: Maria in April 24, 2025, 01:38:15 VORMITTAGDas wären rechnerisch 4400K. Reicht das auch für die Fotografie und PH Verfahren?


Hallo Maria,

die Farbtemperatur "reicht" immer für die Fotographie und PH-Verfahren. Sie hat damit eigentlich nichts zu tun.
Ob das Licht etwas gelblicher, neutral oder kalt weiß ist, spielt dabei keine Rolle. Mit der Möglichkeit, den Weißabgleich der Kamera zu nutzen, merkt man hinterher am Bild nicht mehr, welche LED benutzt wurde.

Sehe die LED-Farbtemperatur einfach als Geschmackssache an. Nehme die, die dir an den Okularen bei deinen Präparaten am besten gefällt.

Gruß
Peter
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: rlu in April 24, 2025, 09:04:17 VORMITTAG
Hallo Maria,

wenn du rote Objekte beobachtest, dann habe ich festgestellt, dass Blaufilter die Strukturen schlechter auflösen.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass das auch bei Farbtemperaturen der Fall ist, obwohl man natürlich RAW-Bilder im Nachhinein noch farbkorrigieren kann. Stichwort: Weißabgleich.

D.h. nimmst du eine LED, die in den niedrigen Kelvin Bereich verschoben ist --> blauer, dann wird es vermutlich diesen Effekt bei roten Objekten geben.

Bin gespannt, ob andere das auch so beobachtet haben.

Liebe Grüße
Rudolf
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Lupus in April 25, 2025, 12:20:47 NACHMITTAGS
Hallo,

die Wahl der LED-Farbtemperatur ist eigentlich Geschmackssache (abgesehen davon dass Standard-LEDs mit hoher Farbtemperatur in der Regel einen schlechteren Farbwiedergabeindex CRI haben als solche mit geringerer Farbtemperatur, dafür eine höhere Lichtausbeute). M.E. sollte man die Farbtemperatur für die visuelle Beobachtung an die bevorzugte Beleuchtung des Arbeitsraumes anpassen. Denn das Auge (genauer: das Gehirn) stellt sich auf die dominante Farbtemperatur der Umgebungsbeleuchtung ein und empfindet diese als neutral solange diese nicht zu weit am Rand der üblichen Spannweite von Tageslicht liegt. Es wird im begrenzten Umfang eine Art Weißabgleich vorgenommen.

Ein Beispiel: Dieses Testbild des japanischen Psychologie-Professors Kitaoka enthält an keiner Stelle rote Farben, trotzdem erkennt man unter dem Farbstich des Bildes ganz klar die roten Erdbeeren. Das Gehirn subtrahiert den blau-grünen Farbstich und lässt Rot erkennen. Zur Demonstration habe ich mit der Pipettenfunktion meines Bildbearbeitungsprogramms die Farbzusammensetzung einer kleinen Erdbeerfläche rechts unten analysiert und mit dieser Farbe das schwarz umrandete Rechteck links neben der Pipette ausgefüllt. Der RGB-Wert beträgt R160, G183, B182, also ein blau-grünes Grau. Das gleiche Rechteck ist noch einmal zum Vergleich ganz links am Rand vor den drei neutralen Farbflächen Schwarz, Grau und Weiß dargestellt. Vor diesem "neutralen" Hintergrund wirkt die Farbe richtigerweise kalt-grau.

Auge Farbkonstanz Demobild.jpg

Allerdings funktioniert dieser "Farbabgleich" des Auges/Gehirns nicht mehr so gut, wenn die Lichtquelle kein kontinuierliches Farbspektrum hat wie es Tages- oder Halogenlicht besitzt, sondern starke Intensitäts-Peaks und -Lücken aufweist wie LEDs mit geringem CRI-Wert.

Hubert

Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Florian D. in April 25, 2025, 15:44:54 NACHMITTAGS
Das mit der Farbtemperatur ist so eine Sache. Ich habe mich in einem anderen Posting mit den violetten Farbsäumen beschäftigt, die bei achromatischen Objektiven zu beobachten sind. Diese sind mit LED Beleuchtung wesentlich ausgeprägter, als mit Halogenbeleuchtung, weil LED Lampen, zumal kaltweisse,  im Violetten mehr abstrahlen. Andererseits gibt es natürlich persönliche und kollektive vorlieben. Die Deutschen (also gefühlt alle ausser mir), haben eine besondere Vorliebe für warmweisse Funzeln in derem Licht man keine blauen und schwarzen Socken auseinanderhalten kann. Da viele LEDs eine Lücke im Türkisen haben, wäre es interessant, ob es nicht inzwischen LEDs mit höherem CRI für unsere Zwecke gibt.

Viele Grüsse
Florian
Titel: Aw: Farbtemperatur für eine LED: Qual der Wahl
Beitrag von: Lupus in April 25, 2025, 17:23:31 NACHMITTAGS
Hallo Florian,

es gibt mittlerweile LEDs mit z.T. sehr hohem CRI. Das Problem ist dabei dass beim Leuchtmittelersatz für Mikroskope der Durchmesser der Leuchtfläche ein wichtiges Kriterium ist - jedenfalls dann wenn man unverändert den für spezielle Glühlampen konstruierten Köhler-Strahlengang verwenden möchte. Und da passen diese LEDs schlecht, normalerweise handelt es sich dabei um COB-LEDs mit relativ großem Durchmesser. Kleine Modelle haben eine relativ geringe Lichtleistung, entsprechend der typischen spezifischen Lichtemission von etwa 11-14 lm/mm2 im Vergleich zu Hochleistungs-LEDs mit vielleicht 70 lm/mm2.

Hubert