Hallo,
es gibt ja die in meinen Augen unsäglich klobigen Planktonnetze von Pokorny mit dem ,,fetten" Metallreifen und der riesigen Kunststoff-Pulle am Ende, mit denen ich mich nicht in die freie Wildbahn trauen würde, da ich Gefahr liefe, der Wildfischerei beschuldigt zu werden. Zum Glück habe ich noch zwei der guten alten und etwas kleineren Kosmos-Netze. Nun ist es so, dass man im dicht besiedelten Ruhrgebiet kaum mehr einen Ort findet, an dem einem nicht regelmäßig Spaziergänger über den Weg laufen und neugierig fragen, was man denn da ,,an der Angel" habe oder mißtrauisch schauen. Hin und wieder würde ich auch gerne etwas konzentriertere Proben aus einem kleinen und flachen ,,Tümpel" entnehmen (wofür auch das Kosmos-Netz zu groß ist) oder insgesamt etwas unauffälliger Proben nehmen. Ich stelle mir vor, dass das mit einem ,,Filter" oder Netz ging, das deutlich(!) kleiner ist als ein übliches Planktonnetz und das man nicht an der Leine oder einem großen Stock durch das Wasser zieht, sondern mit dem man unauffällig einfach mit der Hand ein paar mal durchs Wasser mäandert oder das man an einem unauffälligen kleinen Stab durch das Wasser ziehen kann. Etwa so in der Größe eine üblichen Einmal-Kaffebechers.
Hat schon einmal jemand so etwas gemacht? Wo kann man in halbwegs passender (also geringer) Menge ggf. entsprechende Gaze bekommen? Hat jemand eine Idee, wie man so etwas realisieren könnte?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
Mein Firma verkauft unteranderem Filter für die Wasseraufbereitung. Ich habe gerade am Schreibtisch einen Filterbeutel. Dieser ist aus einem feinen Gewebe aus Kunstoff und kann in verschiedenen Feinheiten bestellt werden. Es gibt verschieden Größen . Und das beste : Die Kosten so gut wie nichts. Ich zeig dir später mal ein Foto davon :-)
Liebe Grüße Daniel
IMG_8254.jpegIMG_8255.jpeg
Hallo Daniel,
die sehen schon interessant aus, allerdings komme ich nicht mit den Filterfeinheiten klar, die in der Tabelle angegeben sind. z.B. 1-200µm. 1µm wäre irre fein, 200µm schon recht weit, eher was für Großwild (Wasserflöhe). Mein Lieblingsnetz hat 65µm, ein anderes 100µn Maschenweite (selbst gemessen).
Hallo Peter, wie wäre es mit einem Planktonsieb, wie hier auf Seite 18 beschrieben. (https://www.mikroskopie-bonn.de/_downloads/220130_Tuempeln_als_Hobby_Schmahl_.pdf)
LG Gerd
Hallo Gerd,
an so etwas wie den Becher auf Seite 18 dachte ich auch!
Das müsste doch geeignetes Material sein?
https://www.ebay.de/itm/184872530205?_skw=edelstahl+gewebe+mesh&itmmeta=01JT8XAP13RJDGF093P1QZEVQK&hash=item2b0b42f11d:g:1rwAAOSwdwdgu8kj&itmprp=enc%3AAQAKAAAA8FkggFvd1GGDu0w3yXCmi1dqm8Psg7jc67v8ajfc9jna7YOJL5aWrK%2Fhil6PKzu5e5CHSVhqyD85Ihd7amh7iq8nE9tUiqdkdrmaOu%2FKVKOnhaZ2JnW9vm5n2ubKjIVd5XwK86aYC5FtscPRt54F5ZznfybLyavgNPng7AuKUXGCpgVZ5BtxzYkZy23VpmRSKllo2vFWIiv5tnxov1NKt0c6F5vKFXYgeSFDT1sbyai3X4x1axLBTNM6XRrU44i%2FPx4hEzD82NVofjESBFoRkH0kpVClB%2BOwQarqkLBu6JiWHDHU5rvgJJKrT7BNEnYk3w%3D%3D%7Ctkp%3ABk9SR-zgqp3SZQ
Weißt Du, womit man so ein Edelstahlnetz geschnitten bekommt?
Oder vielleicht besser aus Nylon?
https://www.ebay.de/itm/184872530205?_skw=edelstahl+gewebe+mesh&itmmeta=01JT8XAP13RJDGF093P1QZEVQK&hash=item2b0b42f11d:g:1rwAAOSwdwdgu8kj&itmprp=enc%3AAQAKAAAA8FkggFvd1GGDu0w3yXCmi1dqm8Psg7jc67v8ajfc9jna7YOJL5aWrK%2Fhil6PKzu5e5CHSVhqyD85Ihd7amh7iq8nE9tUiqdkdrmaOu%2FKVKOnhaZ2JnW9vm5n2ubKjIVd5XwK86aYC5FtscPRt54F5ZznfybLyavgNPng7AuKUXGCpgVZ5BtxzYkZy23VpmRSKllo2vFWIiv5tnxov1NKt0c6F5vKFXYgeSFDT1sbyai3X4x1axLBTNM6XRrU44i%2FPx4hEzD82NVofjESBFoRkH0kpVClB%2BOwQarqkLBu6JiWHDHU5rvgJJKrT7BNEnYk3w%3D%3D%7Ctkp%3ABk9SR-zgqp3SZQ
Kennt zufällig jemand die Maschenweite der üblichen alten Kosmos-Netze? Ich habe zwar zwei Stück, aber gerade nicht zur Hand.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
ich finde die Größe mit 1,4 Litern der Beutel von Daniel eigentlich super für den Zweck! Wo gibt es dass denn? Und welche Abstufungen gibt es im Detail?
lG
Anne
Hallo Peter,
Als Maschenweite fahre ich mit ca 50µm Lochgröße ganz gut. Bei groben Verschmutzungen v.a. Schlamm macht es Sinn den Inhalt des Netzes im Anschluss erneut mit eine Kombination aus gröberem und feinem Netz zu fraktionieren. Aufgewirbelter Schlamm ist vor allem oft bei sehr flachen Gewässern ein Problem. Schau mal hier, da steht einiges zum Thema Nachfiltern:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=50027.msg365786#msg365786
Beim Material gibt es meiner Meinung nach auch wieder mal keine eierlegende Wollmilchsau.
Edelstahl ist haltbarer lässt sich besser reinigen und besser im flachen Wasser manövrieren, Nylon ist schonender für empfindliche Mikroorganismen.
Übrigens gibt es auch recht gute "Fertiglösungen" gerade für flache Gewässer in Form von Kaffeedauerfiltern. Die musst du dann aber nach dem Fischzug Umdrehen und von außen spülen. Die freigespülten Viecher*innen dann in einer flachen Box oder Schüssel auffangen.
LG Holger
Achtung!!! Die Maschenweiten gibt es in Schritten. Anbei noch eine Info
Zitat von: anne in Mai 02, 2025, 19:19:13 NACHMITTAGSHallo,
ich finde die Größe mit 1,4 Litern der Beutel von Daniel eigentlich super für den Zweck! Wo gibt es dass denn? Und welche Abstufungen gibt es im Detail?
lG
Anne
Wenn sich Interessenten finde werde ich mal was bestellen und verteilen. Ich würde es bei meiner Firma und offiziell machen. Also alles mit Rechnung und Mwst. oder wir senden es auf eine Rechnung nach DE und einer verteilt die Dinger.... Aber probiert habe ich meines noch nicht am Tümpel. Ich vermute preislich ist es als Standardprodukt sicher ziemlich interessant.
Lg Daniel
Ps.: die üblichen Abstufungen sind oben in der Tabelle ersichtlich
Hallo Daniel,
je nach Kosten wäre ich auch interessiert an 1-2 Netzen, falls sich genug Interessenten finden sollten.
Viele Grüße
Kay
@ Peter:
Feine Edelstahlnetze kann man problemlos mit einer Papierschere oder Gipsschere schneiden, sogar auch Metall-Fliegengitter (Die Schneiden müssen aneinander reiben).
Eine Blechschere hat oft einen zu großen Spalt, da wird das Netz hineingezogen und nur zerrupft.
Edelstahlnetze kann man auch leicht durch Falze verbinden, wie die Dachdecker beim Blechdach.
Gruß - Werner
@Peter, in ebay gefunden, angeblich 200 mesh/75 µm:
https://www.ebay.de/itm/335877203474?chn=ps&norover=1&mkevt=1&mkrid=7071533165376683&mkcid=2&itemid=335877203474&targetid=4582833233407062&device=c&mktype=&googleloc=&poi=&campaignid=376712745&mkgroupid=1267737623409783&rlsatarget=pla-4582833233407062&abcId=9300540&merchantid=87778&msclkid=a9cb16acbed1175a10a77eb94924951c
Grüße Roland
Hallo,
zum Problem, das Plankton aus einem Netz zu bekommen, dass kein Fanggefäß hat:
Man braucht eine kleine Schale, in die das Netz hinein passt. Man spült mit Standortwasser durch das Netz nach, so dass das gesiebte Wasser die Schüssel füllt, das Plankton aber im Netz bleibt. Dann zieht man das Netz langsam heraus. Man kann auch mehrmals etwas Schwung holen, so dass das Plankton sich an der tiefsten Stelle des Netzes sammelt. Man darf es aber nur so weit herausziehen, dass der letzte Rest Wasser nicht ablaufen kann. Das Plankton ist jetzt an der tiefsten Stelle in diesem Wasserrest versammelt und kann hier abpipettiert werden. Analog kann man auch mit einem Planktonsieb vorgehen. Mann muss es dann eben in einer entsprechend großen Schale schräg einstellen.
LG Gerd
Zitat von: Peter V. in Mai 02, 2025, 18:36:45 NACHMITTAGSKennt zufällig jemand die Maschenweite der üblichen alten Kosmos-Netze? Ich habe zwar zwei Stück, aber gerade nicht zur Hand.
Hallo Peter,
die Maschenweite die auf meinen beiden Kosmos Planktonnetzen angegeben ist ist 65 µm und 105 µm. Es kann sein dass es auch noch eine dritte Größe gab. Deren Machenweite kenne ich aber nicht. Ich selbst benutze fast immer das Netz mit 65 µm an einer zusammenschiebbaren 4 m langen Stippangel. Die ist in zusammengeschobenem Zustand nur ca. 40 cm lang.
Grüße
Stephan
Hallo zusammen,
ich habe nun die Preise erhalten. Mit dem Angebot auf eBay kann ich definitiv nicht mithalten.
Unsere Filter sind kalibriert und haben enge Toleranzen am Netz – je feiner der Filter, desto höher auch der Preis.
Ich vermute, dass es mit Versand nach Deutschland preislich eher uninteressant wird.
Liebe Grüße,
Daniel
Hallo zusammen,
das feine Edelstahlgewebe lässt sich gut mit einer scharfen Schere schneiden, es franst auch nicht aus. Gegenüber Nylongewebe ist die Verarbeitung einfacher, die Robustheit höher und die Reinigung einfacher.
Den Fang entnimmt man einfach, indem man das Planktonsieb etwas ins Wasser taucht, evtl. 2-3x auf und ab bewegt und ihn dann mit der gewünschten Menge in das Transportgefäß überführt.
Ein Planktonnetz hat insgesamt mehr Filterfläche und lässt mehr Wasser durch als ein Planktonsieb. Dafür ist es empfindlicher und man hat den nassen und müffelnden Lumpen auf dem Rückweg herumzutransportieren.
Zur eleganten Probennahme gibt es auf unserer Webseite ein interessantes Buch in englischer Sprache herunterzuladen, obwohl von 1894 ist es heute noch relevant: http://www.mikrohamburg.de/Tips/SCHERREN-GESAMT.pdf (http://www.mikrohamburg.de/Tips/SCHERREN-GESAMT.pdf)
Viele Grüße,
Bob
-